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Datum

Lesedauer

13–19 Minuten

OnlineBilanzBlogFinanzbuchhaltung Solarteur

Finanzbuchhaltung Solarteur 2026: Pflichten & Tipps

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Finanzbuchhaltung für Solarteure bringt spezifische Herausforderungen mit sich: projektbezogene Erlöserfassung, umsatzsteuerliche Besonderheiten bei Photovoltaik-Anlagen und komplexe Abgrenzungsfragen. Solarteur-GmbHs unterliegen der vollen Buchführungspflicht nach § 238 HGB und müssen Jahresabschlüsse nach § 264 HGB erstellen. Dieser Artikel erklärt die gesetzlichen Grundlagen, buchhalterische Besonderheiten und praktische Lösungen für die digitale Finanzbuchhaltung im Solarteur-Betrieb.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und unseren Steuerberatern – damit Ihr Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

OnlineBilanz ist eine Steuerberater-Plattform: Ihr Jahresabschluss wird von einem zugelassenen Steuerberater erstellt und unterzeichnet.

Kurzantwort

Solarteure müssen als GmbH eine ordnungsgemäße Finanzbuchhaltung nach § 238 HGB führen und Jahresabschlüsse nach § 264 HGB erstellen. Besondere Herausforderungen ergeben sich durch projektbezogene Erlöserfassung nach § 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB, umsatzsteuerliche Besonderheiten bei Photovoltaik-Anlagen sowie komplexe Abgrenzungsfragen bei langfristigen Projekten. Die GmbH-Pflichten in der Finanzbuchhaltung gelten dabei unabhängig vom Standort des Unternehmens und erfordern eine strukturierte, revisionssichere Buchführung. Eine digitale Finanzbuchhaltung mit passenden Softwarelösungen erleichtert die laufende Buchführung und die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater.

Warum die Finanzbuchhaltung für Solarteure besondere Anforderungen stellt

Solarteure – also Fachbetriebe für Photovoltaik-Anlagen – bewegen sich buchhalterisch in einem anspruchsvollen Umfeld. Sie kombinieren klassisches Handwerk mit modernster Energietechnik, wickeln oft Projekte mit langen Vorlaufzeiten ab und müssen Anzahlungen, Materiallieferungen und Montageleistungen zeitlich korrekt abgrenzen. Die Finanzbuchhaltung für Solarteure muss daher nicht nur die üblichen handwerklichen Buchungsvorgänge beherrschen, sondern auch projektbezogene Erlösrealisation, Umsatzsteuerfragen bei PV-Anlagen und die Abwicklung von Fördermitteln sauber abbilden.

Hinzu kommt: Viele Solarteur-Betriebe sind als GmbH organisiert und unterliegen damit den Buchführungs- und Bilanzierungspflichten nach § 238 ff. HGB. Die Finanzbuchhaltung für GmbH-Betriebe bildet die Grundlage für den Jahresabschluss, der gemäß § 325 HGB offenlegungspflichtig ist. Fehlerhafte oder unvollständige Buchführung gefährdet nicht nur die Steuerfestsetzung, sondern kann auch zu Ordnungsgeldern nach § 335 HGB führen (500 bis 25.000 Euro).

Praxis-Hinweis

Die projektbasierte Arbeitsweise von Solarteuren erfordert eine saubere Kostenstellenrechnung und die periodengerechte Zuordnung von Aufwendungen und Erträgen. Wer die Finanzbuchhaltung manuell führt, stößt schnell an Grenzen – digitale Lösungen mit Schnittstellen zu ERP- und Warenwirtschaftssystemen sind hier Standard.

Typische Buchungsvorgänge im Solarteur-Betrieb

  • Anzahlungen von Kunden (Aktivierung als Forderung, Passivierung als erhaltene Anzahlung)
  • Material- und Komponenteneinkauf (PV-Module, Wechselrichter, Montagesysteme) mit Umsatzsteuervoranmeldung
  • Fremdleistungen (Dachdecker, Elektriker) und deren umsatzsteuerliche Behandlung
  • Abgrenzung unfertiger Arbeiten (§ 255 HGB) bei Projekten über den Bilanzstichtag hinaus
  • Erlösrealisation nach Abnahme bzw. nach Fortschrittsgrad (je nach Bilanzierungspraxis)
  • Fördermittel und Zuschüsse (z. B. KfW, BAFA) als Ertrag oder Kostenminderung

Buchführungspflicht für Solarteur-GmbHs: Gesetzliche Grundlagen

Jede GmbH ist unabhängig von Größe oder Umsatz buchführungspflichtig nach § 238 HGB (formelle Kaufmannseigenschaft durch Rechtsform). Das bedeutet: Solarteur-GmbHs müssen von Beginn an eine ordnungsgemäße Finanzbuchhaltung führen, die den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) entspricht. Dazu gehören Vollständigkeit, Richtigkeit, Zeitgerechtheit, Klarheit und Nachprüfbarkeit aller Geschäftsvorfälle.

Aus der Finanzbuchhaltung resultiert die Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses (§ 242 HGB) bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Je nach Größenklasse (§ 267 HGB) ist auch ein Anhang erforderlich. Kleine Kapitalgesellschaften können Erleichterungen in Anspruch nehmen (§ 266 Abs. 1 Satz 3 HGB), müssen aber dennoch alle Geschäftsvorfälle lückenlos dokumentieren.

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Arbeitnehmer (Durchschnitt)
Klein ≤ 6 Mio. € ≤ 12 Mio. € ≤ 50
Mittel ≤ 20 Mio. € ≤ 40 Mio. € ≤ 250
Groß > 20 Mio. € > 40 Mio. € > 250

Für die Finanzbuchhaltung bedeutet das: Bereits während des laufenden Geschäftsjahres müssen alle Belege so erfasst werden, dass sie den Anforderungen der Jahresabschlusserstellung genügen. Das betrifft insbesondere Abgrenzungen (§ 250 HGB), Rückstellungen (§ 249 HGB) und die Bewertung unfertiger Leistungen (§ 255 HGB).

„Viele Solarteur-Betriebe starten als Einzelunternehmen oder GbR und wechseln später zur GmbH. Spätestens mit der Umwandlung beginnt die volle Buchführungs- und Bilanzierungspflicht – oft eine Überraschung für Gründer, die bisher nur die einfache EÜR kannten.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Projektbezogene Erlöserfassung und Abgrenzung bei Solarteur-Projekten

Ein zentrales Thema in der Finanzbuchhaltung für Solarteure ist die korrekte Erfassung und Abgrenzung von Erlösen. PV-Projekte erstrecken sich häufig über mehrere Monate: Angebotserstellung, Materialbeschaffung, Montage, Netzanschluss und Abnahme erfolgen zeitversetzt. Nach handelsrechtlichen Grundsätzen (§ 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB – Realisationsprinzip) darf der Umsatz erst realisiert werden, wenn die Leistung erbracht und das wirtschaftliche Eigentum auf den Kunden übergegangen ist – in der Regel also bei Abnahme der Anlage.

Anzahlungen und unfertige Leistungen

Solarteure erhalten häufig Anzahlungen, bevor die Anlage fertiggestellt ist. Diese dürfen nicht sofort als Umsatz gebucht werden, sondern werden passivisch als erhaltene Anzahlungen erfasst (§ 266 Abs. 3 C Nr. 3 HGB). Auf der Aktivseite werden die bis zum Bilanzstichtag angefallenen Kosten als unfertige Leistungen (§ 266 Abs. 2 B I Nr. 2 HGB) aktiviert, sofern das Projekt noch nicht abgeschlossen ist.

Aktivseite (Bilanz)

Unfertige Leistungen: angefallene Material- und Lohnkosten bis zum Bilanzstichtag. Diese Position wird mit Fertigstellung und Umsatzrealisierung aufgelöst.

Passivseite (Bilanz)

Erhaltene Anzahlungen: Zahlungen des Kunden vor Leistungserbringung. Werden bei Abnahme gegen den Umsatz gebucht.

Achtung bei Umsatzsteuer

Erhaltene Anzahlungen lösen bereits Umsatzsteuerpflicht aus (§ 13 Abs. 1 Nr. 1a UStG). Die USt-Voranmeldung muss entsprechend korrigiert werden, auch wenn handelsrechtlich der Umsatz noch nicht realisiert ist.

Percentage-of-Completion (PoC) als Alternative?

Für langfristige Fertigungsaufträge erlaubt § 255 Abs. 2a HGB (in Verbindung mit IFRS-Anlehnung) unter bestimmten Voraussetzungen eine teilweise Umsatzrealisierung nach Leistungsfortschritt. In der Praxis wenden Solarteure diese Methode jedoch selten an, da die Projekte meist unter 12 Monate dauern und die Abnahme einen klaren Realisationszeitpunkt bietet. Wer PoC anwendet, muss dies im Anhang erläutern und konsistent über alle Projekte hinweg durchführen.

Umsatzsteuerliche Besonderheiten bei Photovoltaik-Anlagen

Die Umsatzsteuer bei PV-Anlagen ist ein komplexes Thema, das die Finanzbuchhaltung unmittelbar betrifft. Seit 2023 gilt für die Lieferung und Installation von PV-Anlagen auf und in der Nähe von Privatwohnungen der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG (0 % USt). Das bedeutet: Der Solarteur weist auf der Rechnung keine Umsatzsteuer aus, behält aber seinen Vorsteuerabzug.

Für gewerbliche Anlagen (z. B. auf Lagerhallen, Industriedächern) gilt weiterhin der Regelsteuersatz von 19 %. Die Finanzbuchhaltung muss daher bereits bei der Auftragserfassung prüfen, ob der Nullsteuersatz greift oder nicht. Fehlbuchungen führen zu falschen Umsatzsteuer-Voranmeldungen und können Nachforderungen oder Strafzinsen nach sich ziehen.

  • Prüfung: Handelt es sich um eine Privatwohnung oder ein Wohngebäude i. S. d. § 12 Abs. 3 UStG?
  • Anlagenleistung: Gilt die Begrenzung auf 30 kWp (peak) pro Wohneinheit?
  • Dokumentation: Kundenerklärung zur Verwendung als Wohngebäude einholen
  • Rechnungsstellung: 0 % USt mit Hinweis auf § 12 Abs. 3 UStG
  • Voranmeldung: Umsatz im Feld für steuerfreie/steuerermäßigte Umsätze korrekt erfassen
  • Vorsteuerabzug: Material- und Fremdleistungen weiterhin abzugsfähig

„Der Nullsteuersatz für PV-Anlagen ist buchhalterisch ein Segen – aber nur, wenn die Voraussetzungen sauber dokumentiert sind. Im Zweifel muss der Solarteur nachweisen, dass die Anlage auf einem Wohngebäude installiert wurde. Fehlende Nachweise können zum Verlust des Nullsteuersatzes führen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Kleinunternehmerregelung und Solarteure

Solarteur-Betriebe, die als GmbH organisiert sind, überschreiten meist bereits im Gründungsjahr die Umsatzgrenze von 25.000 Euro (§ 19 UStG) und sind daher umsatzsteuerpflichtig. Die Kleinunternehmerregelung ist in der Praxis für PV-Installateure selten relevant. Wer dennoch Kleinunternehmer ist, muss auf den Nullsteuersatz verzichten und erhält keinen Vorsteuerabzug – eine wirtschaftlich ungünstige Konstellation.

Digitale Finanzbuchhaltung für Solarteure: Software und Schnittstellen

Die manuelle Erfassung von Belegen, Projekten und Umsätzen stößt bei wachsenden Solarteur-Betrieben schnell an Grenzen. Moderne digitale Finanzbuchhaltung setzt auf Automatisierung, Schnittstellen zu ERP- und Warenwirtschaftssystemen und cloudbasierte Zusammenarbeit mit dem Steuerberater. Für Solarteure sind folgende Funktionen besonders relevant:

  • Projektbuchhaltung: Zuordnung von Kosten und Erlösen zu einzelnen PV-Projekten
  • Belegerfassung per App: Fotos von Lieferscheinen und Rechnungen direkt vom Bauplatz
  • DATEV-Schnittstelle: Nahtlose Übergabe an den Steuerberater für Jahresabschluss und Steuererklärung
  • Umsatzsteuer-Automatik: Regelung von 0 % / 19 % je nach Projektkategorie
  • Bankabruf (FinAPI, FinTS): Automatischer Import von Zahlungseingängen und -ausgängen
  • Offene-Posten-Verwaltung: Überwachung von Anzahlungen, Abschlagsrechnungen und Schlusszahlungen

Typische Softwarelösungen für Solarteure

Software Schwerpunkt DATEV-Schnittstelle
DATEV Unternehmen online Vollumfängliche Fibu, StB-Standard nativ
Lexoffice Cloud-Fibu für KMU, einfach ja (Export)
sevDesk Rechnungswesen + Belegverwaltung ja
WISO MeinBüro Desktop-Fibu, Warenwirtschaft bedingt
Branchenlösungen (z. B. easySOLAR) PV-spezifisch, Projektmanagement variabel

Viele Solarteur-Betriebe nutzen branchenspezifische ERP-Systeme (z. B. für Anlagenplanung, Materialbeschaffung, Montageverwaltung). Diese sollten möglichst direkt mit der Finanzbuchhaltung verknüpft werden, um Doppelerfassungen und Medienbrüche zu vermeiden. Die DATEV-Schnittstelle ist dabei der De-facto-Standard, da nahezu alle Steuerberater in Deutschland mit DATEV arbeiten.

Praxis-Tipp

Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lassen möchte, sollte frühzeitig klären, welche Buchhaltungssoftware unterstützt wird. Plattformen wie OnlineBilanz.de bieten digitale Steuerberater-Leistungen mit direkter DATEV-Anbindung und transparenten Festpreisen – ideal für Solarteur-GmbHs, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen.

Jahresabschluss und Offenlegung für Solarteur-GmbHs: Fristen und Pflichten

Die Finanzbuchhaltung mündet am Jahresende in den Jahresabschluss, der nach § 264 HGB von den Geschäftsführern aufzustellen und vom Gesellschafter festzustellen ist. Für Solarteur-GmbHs gelten dabei klare Fristen, deren Nichteinhaltung zu Ordnungsgeldern führen kann.

Fristen für Feststellung und Offenlegung (Bilanzstichtag 31.12.2025)

Schritt Frist Rechtsgrundlage
Aufstellung des Jahresabschlusses bis 31.03.2026 (empfohlen) keine gesetzliche Frist, aber Praxis
Feststellung durch Gesellschafter (klein) bis 30.11.2026 § 42a Abs. 2 GmbHG (11 Monate)
Feststellung durch Gesellschafter (mittel/groß) bis 31.08.2026 § 42a Abs. 1 GmbHG (8 Monate)
Offenlegung beim Unternehmensregister bis 31.12.2026 § 325 HGB (12 Monate)

Die Offenlegung erfolgt seit dem DiRUG (Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie, in Kraft seit 01.08.2022) ausschließlich beim Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de), nicht mehr beim Bundesanzeiger. Die Einreichung geschieht elektronisch, in der Regel über den Steuerberater oder eine DATEV-Schnittstelle.

Ordnungsgeldverfahren bei verspäteter Offenlegung

Das Bundesamt für Justiz (BfJ) verhängt bei verspäteter oder unterlassener Offenlegung Ordnungsgelder nach § 335 HGB zwischen 500 und 25.000 Euro. Die Höhe richtet sich nach Unternehmensgröße und Verschulden. Auch kleine GmbHs müssen mit mindestens 1.500 Euro rechnen.

Bestandteile des Jahresabschlusses für kleine Solarteur-GmbHs

  • Bilanz: Vermögens- und Schuldenlage zum Bilanzstichtag (§ 266 HGB, verkürzte Form möglich)
  • Gewinn- und Verlustrechnung: Ertragslage des Geschäftsjahres (§ 275 HGB, Gesamtkostenverfahren oder Umsatzkostenverfahren)
  • Anhang: Erläuterungen zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (§ 284 HGB, bei Kleinstkapitalgesellschaften entbehrlich nach § 264 Abs. 1 Satz 5 HGB)

Kleine Kapitalgesellschaften können sich auf die Offenlegung einer verkürzten Bilanz beschränken (§ 266 Abs. 1 Satz 3 HGB) und müssen die Gewinn- und Verlustrechnung nicht veröffentlichen (§ 326 HGB). Der Anhang ist aber grundsätzlich offenlegungspflichtig, außer bei Kleinstkapitalgesellschaften.

„Viele Solarteur-Betriebe wissen nicht, dass die Offenlegungsfrist unabhängig von der Steuererklärung läuft. Selbst wenn die Steuererklärung noch nicht fertig ist, muss der Jahresabschluss fristgerecht beim Unternehmensregister eingereicht werden. Wer hier unsicher ist, sollte sich frühzeitig mit seinem Steuerberater abstimmen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Kostenrechnung und Kalkulation im Solarteur-Betrieb

Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Finanzbuchhaltung ist die Kostenrechnung ein unverzichtbares Steuerungsinstrument für Solarteur-Betriebe. Sie dient der internen Kalkulation, Nachkalkulation und Wirtschaftlichkeitsanalyse einzelner Projekte. Während die Finanzbuchhaltung vergangenheitsorientiert und extern vorgegeben ist, liefert die Kostenrechnung zukunftsgerichtete Daten für unternehmerische Entscheidungen.

Aufbau einer Kostenstellenrechnung

Solarteure sollten Kostenstellen für einzelne Projekte, Abteilungen oder Leistungsarten einrichten. Typische Kostenstellen sind:

  • Projekt A (Einfamilienhaus, 10 kWp)
  • Projekt B (Gewerbedach, 100 kWp)
  • Montageteam 1 / Montageteam 2
  • Verwaltung / Vertrieb
  • Material- und Lagerkosten

Durch Zuordnung aller Aufwendungen und Erlöse zu Kostenstellen lässt sich die Rentabilität jedes Projekts einzeln ermitteln. Das ist besonders wichtig, da PV-Projekte stark in Größe, Komplexität und Margen variieren.

Vor- und Nachkalkulation

Vorkalkulation

Planung der erwarteten Kosten vor Projektbeginn: Material, Arbeitszeit, Fremdleistungen, Gemeinkosten. Grundlage für die Angebotserstellung und Preisfindung.

Nachkalkulation

Erfassung der tatsächlich angefallenen Kosten nach Projektabschluss. Vergleich mit der Vorkalkulation deckt Abweichungen auf und verbessert die Kalkulationsgenauigkeit für Folgeprojekte.

Die Nachkalkulation sollte systematisch erfolgen und die Erkenntnisse in eine Kalkulationsdatenbank einfließen lassen. So entsteht über die Zeit ein wertvoller Erfahrungsschatz, der die Angebotserstellung beschleunigt und die Fehlerquote reduziert.

15–25 %

Typische Materialkostenquote bei Solarteur-Projekten

30–40 %

Lohn- und Montagekostenanteil am Gesamtumsatz

10–15 %

Gemeinkosten (Verwaltung, Vertrieb, Fuhrpark)

Schnittstellennutzung für Kostenrechnung

Moderne Finanzbuchhaltungssoftware bietet oft Module für Kostenstellenrechnung und Projektkalkulation. Die Daten aus der Fibu (z. B. Material- und Lohnkosten) können automatisch in die Kostenrechnung übernommen werden, was Doppelerfassungen vermeidet und die Aktualität sicherstellt.

Zusammenarbeit mit dem Steuerberater: Was Solarteure beachten sollten

Die Finanzbuchhaltung für Solarteure ist anspruchsvoll und zeitintensiv. Viele GmbH-Geschäftsführer entscheiden sich daher, die laufende Buchhaltung oder zumindest den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen zu lassen. Das spart Zeit, minimiert Fehler und stellt sicher, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden.

Leistungen des Steuerberaters im Bereich Finanzbuchhaltung

  • Laufende Buchhaltung: Erfassung aller Belege, Kontenabstimmung, Umsatzsteuer-Voranmeldung
  • Jahresabschluss: Erstellung von Bilanz, GuV und Anhang nach HGB
  • Steuererklärungen: Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer
  • Offenlegung: Elektronische Einreichung beim Unternehmensregister
  • Beratung: Umsatzsteuerfragen, Abgrenzungen, Bilanzpolitik, Fördermittel

Die Zusammenarbeit funktioniert am besten, wenn der Solarteur-Betrieb bereits im laufenden Jahr eine saubere Belegverwaltung und eine digitale Buchhaltungssoftware mit DATEV-Schnittstelle nutzt. So kann der Steuerberater jederzeit auf aktuelle Daten zugreifen und den Jahresabschluss effizient erstellen.

„Solarteure, die ihre Belege monatsweise sortiert und digital übermitteln, sparen sich selbst und ihrem Steuerberater viel Zeit. Wer hingegen einen Schuhkarton mit Papierbelegen zum Jahresende vorbeibringt, muss mit höheren Kosten und längeren Bearbeitungszeiten rechnen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Digitale Steuerberater-Plattformen für Solarteure

Immer mehr Solarteur-Betriebe nutzen digitale Steuerberater-Plattformen, die transparent, schnell und zu Festpreisen arbeiten. Plattformen wie OnlineBilanz.de bieten die volle Steuerberater-Qualität – Jahresabschluss, Offenlegung, Steuererklärungen – digital koordiniert, ohne Wartezeiten und mit direkter DATEV-Anbindung. Das Steuerberater-Team erstellt den Jahresabschluss, prüft ihn fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich.

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Für Solarteur-GmbHs, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen, ist die Auslagerung der Finanzbuchhaltung und des Jahresabschlusses an einen spezialisierten Steuerberater oft die wirtschaftlichste Lösung. Die Kombination aus eigener Buchhaltungssoftware (für das Tagesgeschäft) und externer Steuerberater-Leistung (für Jahresabschluss und Offenlegung) hat sich in der Praxis bewährt.

Häufig gestellte Fragen

Können Solarteure als Einzelunternehmer eine vereinfachte Buchführung nutzen?

Einzelunternehmer können unter bestimmten Voraussetzungen eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) nach § 4 Abs. 3 EStG führen, wenn sie die Grenzen von 800.000 Euro Umsatz und 80.000 Euro Gewinn nicht überschreiten. Sobald diese Grenzen überschritten werden oder eine GmbH gegründet wird, besteht die volle Buchführungspflicht nach § 238 HGB mit doppelter Buchführung und Jahresabschluss.

Wie werden Anzahlungen bei Photovoltaik-Projekten buchhalterisch erfasst?

Anzahlungen von Kunden werden als Verbindlichkeit auf dem Konto ‚Erhaltene Anzahlungen‘ (Passivseite) gebucht und mindern die Umsatzsteuer-Vorauszahlung nicht. Erst bei Leistungserbringung erfolgt die Umsatzrealisierung nach § 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB, die Anzahlung wird aufgelöst und der tatsächliche Umsatz erfasst. Bei teilweiser Leistungserbringung ist eine anteilige Erfassung nach dem Fertigstellungsgrad möglich.

Welche Aufbewahrungsfristen gelten für Buchhaltungsunterlagen von Solarteuren?

Buchführungsunterlagen, Jahresabschlüsse und Inventare sind nach § 257 Abs. 4 HGB zehn Jahre aufzubewahren. Empfangene Handels- und Geschäftsbriefe sowie Kopien abgesandter Briefe müssen sechs Jahre aufbewahrt werden. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgte. Bei digitaler Archivierung müssen die GoBD-Anforderungen eingehalten werden.

Wie wirkt sich die Investitionsprämie für Photovoltaik auf die Finanzbuchhaltung aus?

Erhaltene Investitionszuschüsse oder Förderungen werden buchhalterisch entweder sofort als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst oder über die Nutzungsdauer der geförderten Anlage abgegrenzt (passive Rechnungsabgrenzung). Die zweite Methode gleicht die Förderung mit den Abschreibungen der Anlage ab und sorgt für eine periodengerechte Erfolgsdarstellung. Die gewählte Methode muss stetig angewendet werden (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB).

Müssen Solarteure ein Kassenbuch führen?

Ein Kassenbuch ist nur erforderlich, wenn Bargeschäfte getätigt werden. Da Solarteure in der Regel Projekte mit hohen Auftragswerten abwickeln, die per Überweisung bezahlt werden, entfällt häufig die Kassenbuchpflicht. Werden dennoch Barzahlungen entgegengenommen, muss ein ordnungsgemäßes Kassenbuch nach § 146 AO geführt werden, bei elektronischen Kassen sind die GoBD-Anforderungen sowie die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) zu beachten.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 238 HGB – Buchführungspflicht, § 264 HGB – Pflicht zur Aufstellung des Jahresabschlusses, § 325 HGB – Offenlegung, § 42a GmbHG – Feststellung des Jahresabschlusses. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
Made in Germany Entwickelt & geführt in DE
Ben
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