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Vorauszahlungen · § 37 Abs. 3 EStG

Zu hohe Vorauszahlungen? Wir holen die Liquidität zurück.

Prognose gerechnet, Antrag begründet, Bescheid geändert.

Sinkt Ihr Gewinn, zahlen Sie dem Finanzamt oft zu viel im Voraus. Nach § 37 Abs. 3 EStG lassen sich die Quartalsvorauszahlungen an den voraussichtlichen Gewinn anpassen — mit einem begründeten Antrag über ELSTER. Wir belegen die Prognose aus Ihrer laufenden Buchhaltung und stimmen Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer aufeinander ab.

Antrag mit belastbaren Zahlen aus Ihrer BuchhaltungZu spät dran? Rückwirkend bis 15 Monate
Verantwortung
Drei BerufsträgerWirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwältin
Bewertung
4,73 / 5,022 BewertungenTrusted Shops
Zertifiziert & angebunden
Software Made in Germany — Bundesverband IT-Mittelstand (BitMi) einfach ELSTER DATEV-Export kompatibel
Kurz erklärt

Was die Anpassung bewirkt.

Vorauszahlungen sind Abschläge auf die Jahressteuer, festgesetzt nach der letzten Veranlagung. Weicht Ihr voraussichtlicher Gewinn davon ab, kann das Finanzamt sie anpassen — nach unten wie nach oben (§ 37 Abs. 3 EStG).

Die Anpassung ist eine Ermessensentscheidung: Ein Antrag mit aktueller BWA, Gewinnprognose und konkreten Belegen wird fast immer bewilligt, ein Antrag ohne Begründung abgelehnt.

4 × Jahr
TermineQuartalsweise, je Steuerart eigene Tage.
15 Monate
FensterRückwirkende Anpassung möglich.
400 €
MindestgrenzeDarunter keine Festsetzung (§ 37 Abs. 5).
§ 233a
ZinsenNachzahlungen werden nach Karenzzeit verzinst.
Das Kernstück

Prognose, Antrag, Bescheid.

Die Vorauszahlung wird nicht gesenkt, sondern an die voraussichtliche Jahressteuer angepasst. Je besser belegt, desto sicherer folgt das Finanzamt.

Schritt 1 · Prognose

Aus laufender Buchhaltung und BWA berechnen wir Ihr erwartetes Jahresergebnis — belastbar statt geschätzt.

GrundlageBWA

Schritt 2 · Begründeter Antrag

Ein formloser Antrag nennt den neuen Betrag und begründet ihn, über ELSTER übermittelt und mit Nachweisen belegt.

WegELSTER

Schritt 3 · Neuer Bescheid

Das Finanzamt setzt die Vorauszahlungen neu fest. Ab dem nächsten Termin zahlen Sie weniger.

Wirkungab Termin
§
Vier Regeln bestimmen Höhe und Zeitpunkt.

Die Anpassung wirkt in beide Richtungen (§ 37 Abs. 3). Sie ist bis zum 15. Kalendermonat nach Jahresende möglich, bei Land- und Forstwirtschaft 23 Monate. Festgesetzt wird erst ab 400 € im Jahr und 100 € je Termin (Abs. 5). Eine nachträgliche Erhöhung erfolgt nur, wenn der Erhöhungsbetrag mindestens 5.000 € beträgt, fällig binnen eines Monats (Abs. 4).

Die typischen Auslöser

Wann sich eine Anpassung lohnt.

Immer, wenn Ihr voraussichtlicher Gewinn spürbar von dem Jahr abweicht, das dem Bescheid zugrunde liegt. Die sechs häufigsten Fälle.

Umsatz ↓

Auftrags- oder Kundenverlust

Ein Großkunde springt ab, Aufträge brechen weg — der Gewinn sinkt, die Vorauszahlung beruht noch auf dem guten Vorjahr.

Invest

Investitionen und § 7g

Hohe Abschreibungen oder ein Investitionsabzugsbetrag drücken den Gewinn — das sollte die Vorauszahlung vorab abbilden.

Start

Gründung und erstes Jahr

Ohne Veranlagung schätzt das Finanzamt aus dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Zu hoch angesetzt? Wir korrigieren.

Pause

Krankheit oder Auszeit

Fällt die Tätigkeit zeitweise aus, sinkt der Jahresgewinn — die Vorauszahlung lässt sich gezielt herabsetzen.

Einmalig

Sondereffekt fällt weg

Ein einmaliger Gewinn hat das Vorjahr aufgebläht. Ohne Anpassung zahlen Sie dauerhaft zu viel voraus.

Umsatz ↑

Starkes Wachstum

Läuft es deutlich besser, ist eine freiwillige Erhöhung sinnvoll — sie verteilt die Last und verhindert eine Nachzahlung samt Zinsen.

Faustregel für den Antrag

Liegt Ihr Gewinn mehr als 20 % unter dem Bescheid, lohnt der Antrag fast immer. Wir prüfen die Abweichung und stellen ihn nur bei Aussicht auf Erfolg.

In Zahlen

So wirkt eine Herabsetzung.

Vereinfachtes Beispiel einer GmbH mit rückläufigem Geschäft: Der Bescheid beruht noch auf dem starken Vorjahr. Kein individuelles Beratungsergebnis.

PositionBisher · Bescheid nach VorjahrNach Antrag · Prognose 2026
Zugrunde gelegter Gewinn120.000 €70.000 €
Vorauszahlung je Quartalrund 8.000 €rund 4.500 €
Voraus gezahlt im Jahrrund 32.000 €rund 18.000 €
Liquidität zurück im Betrieb≈ 14.000 € / Jahr
!
Die Anpassung verschiebt den Zeitpunkt, nicht die Steuer.

Die tatsächliche Steuer wird mit der Veranlagung ohnehin exakt abgerechnet. Statt dem Finanzamt einen zinslosen Kredit zu geben, bleibt das Geld bis dahin für Waren, Löhne und Investitionen im Unternehmen.

Termine, die zählen

Fristen und Steuerarten — ESt, KSt, Gewerbesteuer.

Vorauszahlungen fallen quartalsweise an, je Steuerart aber zu unterschiedlichen Tagen und an unterschiedliche Empfänger.

QuartalEinkommen- und Körperschaftsteuer · FinanzamtGewerbesteuer · Gemeinde
1. Quartal10. März15. Februar
2. Quartal10. Juni15. Mai
3. Quartal10. September15. August
4. Quartal10. Dezember15. November
Grundlage§ 37 EStG, für GmbH und UG über § 31 KStG§ 19 GewStG
!
Wochenend-Regel und Schonfrist.

Fällt ein Termin auf Samstag, Sonntag oder Feiertag, verschiebt er sich auf den nächsten Werktag. Bei Überweisung gilt zusätzlich eine dreitägige Zahlungsschonfrist, danach fallen Säumniszuschläge von 1 % je angefangenem Monat an. Den Antrag stellen wir rechtzeitig vor dem nächsten Fälligkeitstermin, damit die Senkung sofort greift.

Warum das bares Geld ist

Zu hoch, zu niedrig — beides kostet.

Die richtige Vorauszahlung ist eine Punktlandung. Weicht sie ab, verlieren Sie in beide Richtungen.

Zu hoch
Gebundene Liquidität
Jeder Euro zu viel ist ein zinsloser Kredit an den Staat.
  • Fehlendes Kapital: Geld, das für Waren, Löhne und Investitionen fehlt.
  • Späte Erstattung: erst die Veranlagung holt es zurück, oft über ein Jahr später.
  • Keine Zinsen: für die Überzahlung erhalten Sie keinen Ausgleich.
  • Vermeidbar: mit einem rechtzeitigen Herabsetzungsantrag.
Zu niedrig
Nachzahlung plus Zinsen
Aus einer Lücke wird eine Zinslast.
  • Nachzahlung: die Differenz wird mit der Veranlagung fällig.
  • § 233a AO: Verzinsung nach Ablauf der 15-monatigen Karenzzeit.
  • Erhöhung durch das Amt: möglich ab 5.000 € Erhöhungsbetrag (§ 37 Abs. 4).
  • Besser: freiwillig erhöhen und die Last verteilen.
!
Unser Ziel ist die Punktlandung.

Vorauszahlungen so festsetzen, dass sie der voraussichtlichen Steuer möglichst genau entsprechen. Dazu gleichen wir Ihre Zahlen quartalsweise mit der Prognose ab und passen bei Bedarf nach — so bleibt die Liquidität im Betrieb und die Nachzahlung samt Zinsen aus.

Vorauszahlungen in Zahlen

Drei Eckwerte, die alles bestimmen.

Fälligkeit, Mindestgrenze, Anpassungsfenster — alle drei behalten wir von der Prognose bis zum Bescheid im Griff.

Termine im Jahr

Einkommen- und Körperschaftsteuer am 10. März, Juni, September und Dezember (§ 37 Abs. 1 EStG); Gewerbesteuer Mitte Februar, Mai, August und November.

Rhythmus4 × Jahr

Mindestgrenze

Festgesetzt wird erst ab 400 € im Jahr und 100 € je Termin (§ 37 Abs. 5 EStG); darunter zahlen Sie erst mit der Veranlagung im Folgejahr.

Schwelle400 €

Anpassungsfenster

Bis zum 15. Kalendermonat nach Jahresende möglich, bei Land- und Forstwirtschaft 23 Monate — auch rückwirkend (§ 37 Abs. 3 EStG).

Frist15 Monate
So läuft es ab

Von der Prognose zum neuen Bescheid.

Ihr Aufwand: Zugang zu den Zahlen geben. Den Rest übernehmen wir.

Start
1

Bescheid und Zahlen sichten

Wir vergleichen den geltenden Vorauszahlungsbescheid mit Ihrer aktuellen Ertragslage.

kostenlosSichtung
Prognose
2

Voraussichtlichen Gewinn rechnen

Aus laufender Buchhaltung und BWA ermitteln wir das erwartete Jahresergebnis — belastbar und belegbar.

BWAGoBD
Antrag
3

Begründet über ELSTER

Antrag mit neuem Betrag, Begründung und Nachweisen — abgestimmt über Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer.

§ 37 Abs. 3ELSTER
Bescheid
4

Neue Festsetzung prüfen

Wir kontrollieren den geänderten Bescheid und legen bei Abweichung Einspruch ein.

§ 347 AOKontrolle
Laufend
5

Quartalsweise nachjustiert

Wir gleichen Prognose und Vorauszahlung Quartal für Quartal ab und passen rechtzeitig nach.

FestpreisMonitoring
!
Die vier teuersten Fehler.

Antrag ohne Begründung — bei einer Ermessensentscheidung wird er abgelehnt. Zu spät gestellt — das 15-Monats-Fenster ist zu, das Geld kommt erst mit der Veranlagung. Nur eine Steuerart angepasst — Gewerbesteuer oder Körperschaftsteuer laufen weiter zu hoch. Zu stark gesenkt — die Nachzahlung wird nach § 233a AO verzinst.

Laufend & rückwirkend · ohne Vorwürfe

Längst zu hoch? Wir holen es zurück.

Sie zahlen seit Monaten zu viel voraus und das Jahr ist fast vorbei — solange das 15-Monats-Fenster läuft, holen wir die Anpassung nach.

Rückwirkend im Fenster

Offene Zeiträume passen wir bis zur 15-Monats-Grenze an, auch nach Abgabe der Erklärung.

§ 37 Abs. 3
Überhöhte Festsetzung geprüft

Wir prüfen, ob eine zu hohe Festsetzung per Einspruch korrigierbar ist, und übernehmen die Kommunikation.

Einspruch
Laufend überwacht

Quartal für Quartal gleichen wir Prognose und Vorauszahlung ab und passen rechtzeitig nach.

Quartalscheck
Wechsel zu OnlineBilanz?

Wir holen Daten und Unterlagen bei der alten Kanzlei ab, prüfen die Vorauszahlungen aller Steuerarten und richten die quartalsweise Überwachung ein. Sie unterschreiben einmal die Vollmacht.

Häufige Fragen

Was zur Anpassung gefragt wird.

Was sind Steuer-Vorauszahlungen?
Vierteljährliche Abschläge auf die voraussichtliche Jahressteuer, festgesetzt nach der letzten Veranlagung (§ 37 EStG). Sie betreffen Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Gewerbesteuer und werden mit der Veranlagung exakt abgerechnet.
Wann kann ich die Vorauszahlungen herabsetzen lassen?
Wenn Ihr voraussichtlicher Gewinn spürbar unter dem Jahr liegt, das dem Bescheid zugrunde liegt — bei Auftragsverlust, hohen Investitionen, Krankheit oder wenn ein einmaliger Sondereffekt entfällt. Als Faustregel lohnt der Antrag ab einer Abweichung von rund 20 %.
Wie funktioniert der Herabsetzungsantrag?
Formlos, aber begründet: Der Antrag nennt den neuen Betrag und belegt die Prognose mit aktueller BWA und konkreten Nachweisen, übermittelt über ELSTER. Die Anpassung ist eine Ermessensentscheidung des Finanzamts — die Qualität der Begründung entscheidet.
Bis wann ist eine Anpassung rückwirkend möglich?
Bis zum Ablauf des 15. Kalendermonats nach dem Ende des Veranlagungszeitraums, bei Land- und Forstwirtschaft 23 Monate (§ 37 Abs. 3 EStG) — auch noch nach Abgabe der Steuererklärung.
Gibt es Mindestgrenzen?
Ja. Vorauszahlungen werden nur festgesetzt, wenn sie mindestens 400 € im Kalenderjahr und 100 € je Termin betragen (§ 37 Abs. 5 EStG). Darunter entfällt die Vorauszahlung und die Steuer wird erst mit der Veranlagung fällig.
Kann das Finanzamt Vorauszahlungen auch erhöhen?
Ja, bei steigendem Gewinn. Eine nachträgliche Erhöhung erfolgt allerdings nur, wenn der Erhöhungsbetrag für das Jahr mindestens 5.000 € beträgt; sie ist binnen eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids fällig (§ 37 Abs. 4 EStG).
Was hat die Anpassung mit Nachzahlungszinsen zu tun?
Zu niedrige Vorauszahlungen führen zu einer Nachzahlung, und die wird nach § 233a AO nach Ablauf der 15-monatigen Karenzzeit verzinst. Wer die Vorauszahlung realistisch ansetzt oder freiwillig erhöht, vermeidet die Zinslast.
Gilt die Anpassung auch für Gewerbe- und Körperschaftsteuer?
Ja. Für die Körperschaftsteuer von GmbH und UG gelten über § 31 KStG dieselben Regeln, für die Gewerbesteuer § 19 GewStG — dort ist die Gemeinde zuständig und die Termine liegen jeweils Mitte des Monats. Wir stimmen die Anträge aufeinander ab.
Welche Nachweise braucht das Finanzamt?
Eine aktuelle BWA oder Summen- und Saldenliste, eine nachvollziehbare Gewinnprognose und Belege für den Auslöser — etwa die Kündigung eines Großkunden, Investitionsnachweise oder eine Krankschreibung. Grundlage ist eine GoBD-konforme Buchhaltung.
Ihre Berufsträger

Ihre Vorauszahlungen, persönlich verantwortet.

Sie sprechen mit einem Ansprechpartner; im Hintergrund arbeiten drei Professionen zusammen.

Fabian Klement, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
WPStBM.A.
Fabian Klement
Wirtschaftsprüfer · Steuerberater

Verantwortet die Gewinnprognose aus BWA und Abschlussdaten und die Beurteilung von Sondereffekten.

fabian.klement@onlinebilanz.de
Jakob Röß, Steuerberater
StBDipl.-Kfm.
Jakob Röß
Steuerberater

Stellt den Herabsetzungsantrag über ELSTER, stimmt die Steuerarten ab und überwacht die Quartalstermine.

jakob.roess@onlinebilanz.de
Dr. Jeannine Dinnebier, Rechtsanwältin
RADr. iur.
Dr. Jeannine Dinnebier
Rechtsanwältin · Steuerrecht

Übernimmt Einspruch und Klärung, wenn das Finanzamt einen Antrag ablehnt oder überhöht festsetzt.

jeannine.dinnebier@onlinebilanz.de
Rechtsgrundlagen & Quellen

Auf welchen Vorschriften die Anpassung steht.

Fälligkeit, Anpassung, Grenzen und Verzinsung im amtlichen Volltext.

Rechtsstand: Juli 2026Fachlich geprüft am: 09.08.2026Nächste Prüfung: Februar 2027
Fabian Klement, M.A., Wirtschaftsprüfer · Steuerberater
Fachlich geprüft & freigegeben
Fabian Klement, M.A.
Wirtschaftsprüfer · Steuerberater
Berufsbezeichnung
Wirtschaftsprüfer · Steuerberater
verliehen in der Bundesrepublik Deutschland
Zuständige Kammer
Wirtschaftsprüferkammer, Berlin — Körperschaft des öffentlichen Rechts
Berufsregister
Im Berufsregister der WPK geführt
Berufsrecht
WPO · StBerG · DVStB · BOStB · StBVV

Alle Angaben nach bestem Wissen und geltendem Recht (Rechtsstand Juli 2026). Das Rechenbeispiel ist vereinfacht und illustrativ. Keine Steuerberatung im Einzelfall — Ihren Antrag bereiten wir persönlich vor.

Zu hohe Vorauszahlungen?Prognose gerechnet · Antrag begründet · rückwirkend bis 15 Monate
Erstgespräch

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