Buchhaltung Immobilien 2026: Praxisleitfaden
Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Die Buchhaltung von Immobilienunternehmen umfasst spezielle Anforderungen bei Bilanzierung, Abschreibungen, Umsatzsteuer-Option und Nebenkostenabrechnungen. Dieser Leitfaden zeigt, welche Besonderheiten bei Immobilien-GmbHs gelten, wie Mieteinnahmen, Instandhaltungsrückstellungen und Share Deals korrekt erfasst werden – und welche digitalen Lösungen die Prozesse vereinfachen.
Kurzantwort
Die Buchhaltung von Immobilienunternehmen erfordert fundierte Kenntnisse in Anlagenbilanzierung (§ 253 HGB), Abschreibungsmethoden nach § 7 EStG, Umsatzsteuer-Option nach § 9 UStG sowie korrekter Erfassung von Mieteinnahmen und Nebenkostenabrechnungen. Immobilien-GmbHs unterliegen zudem besonderen Offenlegungspflichten nach § 325 HGB und müssen Rückstellungen für Instandhaltung sowie Grunderwerbsteuer-Fragen bei Anteilskäufen beachten. Eine spezialisierte Software kann Prozesse deutlich vereinfachen.
Inhaltsverzeichnis
- Besonderheiten für Immobilienunternehmen
- Bilanzierung und Abschreibung von Immobilien
- Verbuchung von Mieteinnahmen und Nebenkosten
- Umsatzsteuer-Option bei gewerblicher Vermietung
- Rückstellungen und Hausgeld bei WEG
- Grunderwerbsteuer und Share Deals
- Jahresabschluss und Offenlegung bei Immobilien-GmbHs
- Software für Immobilien-Buchhaltung
Welche Besonderheiten gelten für die Buchhaltung von Immobilienunternehmen?
Die Buchhaltung von Immobilienunternehmen unterscheidet sich in mehreren Punkten erheblich von der Buchführung klassischer Handels- oder Dienstleistungsunternehmen. Im Zentrum stehen langfristige Vermögenswerte (Grundstücke, Gebäude), hohe Anfangsinvestitionen, laufende Mieteinnahmen sowie komplexe Abschreibungsregeln nach § 253 HGB. Hinzu kommen steuerliche Besonderheiten wie die Abgrenzung zwischen Betriebs- und Privatvermögen, die Umsatzsteuer-Option nach § 9 UStG sowie die Grunderwerbsteuer nach § 1 GrEStG.
Kernmerkmale der Immobilienbuchhaltung
- Anlagevermögen: Immobilien werden als Sachanlagen nach § 266 Abs. 2 A. II. HGB bilanziert und planmäßig über die Nutzungsdauer abgeschrieben (§ 253 Abs. 3 HGB).
- Mieteinnahmen: Periodische Erfassung nach dem Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB), inkl. Abgrenzung von Vorauszahlungen und Kautionen.
- Instandhaltungsrücklagen: Bildung von Rückstellungen für absehbare Instandhaltungen (§ 249 Abs. 1 HGB) — insbesondere bei Wohnungseigentümergemeinschaften.
- Umsatzsteuer: Option zur Umsatzsteuerpflicht bei gewerblichen Mietverhältnissen (§ 9 UStG) — Verzicht auf Kleinunternehmerregelung häufig sinnvoll.
- Nebenkostenabrechnungen: Getrennte Erfassung von umlagefähigen und nicht umlagefähigen Betriebskosten, um periodengerechte Abrechnung zu gewährleisten.
Praxis-Hinweis: Kontierung von Nebenkosten
Empfehlenswert ist ein differenziertes Kontenmodell: Heizkosten, Wasser, Versicherungen, Hausmeister und Verwaltung sollten jeweils eigene Konten erhalten. So lassen sich Nebenkostenabrechnungen direkt aus der Fibu generieren und spätere Nachfragen von Mietern vermeiden.
„Viele Mandanten unterschätzen den Aufwand für die periodengerechte Abgrenzung von Mietvorauszahlungen und Kautionen. Eine saubere Trennung in der Buchhaltung erspart später viel Abstimmungsarbeit im Jahresabschluss.“
— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart
Wie werden Immobilien als Anlagevermögen bilanziert und abgeschrieben?
Immobilien gehören nach § 247 Abs. 2 HGB zum Anlagevermögen, sofern sie dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zu dienen. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind gemäß § 253 Abs. 1 HGB um planmäßige Abschreibungen zu mindern. Für Gebäude gelten nach steuerlicher AfA-Tabelle je nach Baujahr Nutzungsdauern zwischen 33 und 50 Jahren (handelsrechtlich analog anzuwenden). Grund und Boden selbst ist nicht abnutzbar und wird daher nicht abgeschrieben.
Anschaffungskosten: Was gehört dazu?
- Kaufpreis der Immobilie (aufgeteilt in Grund und Boden sowie Gebäude)
- Grunderwerbsteuer (§ 1 GrEStG) und Notarkosten
- Maklergebühren und Grundbuchkosten
- Nachträgliche Anschaffungskosten (z. B. Ausbau, Modernisierung) — sofern Nutzungsdauer verlängert oder wesentliche Verbesserung eintritt
Abschreibungsregeln im Überblick
| Kategorie | Nutzungsdauer | AfA-Satz | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|
| Wohngebäude (Altbau vor 1925) | 40 Jahre | 2,5 % | § 7 Abs. 4 EStG |
| Wohngebäude (ab 1925) | 50 Jahre | 2,0 % | § 7 Abs. 4 EStG |
| Gewerbeimmobilien | 33 Jahre | 3,0 % | § 7 Abs. 4 EStG |
| Betriebsvorrichtungen | 10–15 Jahre | 6,7–10 % | AfA-Tabelle |
| Grund und Boden | nicht abschreibbar | — | § 253 Abs. 3 HGB |
Achtung: Kaufpreisaufteilung
Die Aufteilung des Gesamtkaufpreises in Grund und Boden sowie Gebäude ist steuerlich hochrelevant, da nur das Gebäude abgeschrieben werden darf. Nutzen Sie anerkannte Verfahren (z. B. Sachwertverfahren, Arbeitshilfe der Finanzverwaltung) und dokumentieren Sie die Aufteilung im Kaufvertrag oder einem Gutachten.
Wie werden Mieteinnahmen und Nebenkostenabrechnungen korrekt verbucht?
Mieteinnahmen sind nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB periodengerecht zu erfassen — also in dem Geschäftsjahr, in dem die Nutzungsüberlassung tatsächlich erfolgt. Vorauszahlungen für Nebenkosten sind zunächst als Verbindlichkeit zu passivieren und erst nach Abrechnung als Ertrag oder Aufwand zu realisieren. Kautionen bleiben bis zur Rückzahlung oder Verrechnung stets als Verbindlichkeit bestehen (§ 551 BGB).
Buchungsschema für Mieteinnahmen
Kaltmiete (Nettomiete)
Erfassung als Umsatzerlös (SKR 03: 8400 / SKR 04: 4100). Bei Option zur Umsatzsteuerpflicht (§ 9 UStG) zzgl. 19 % USt auf gewerbliche Vermietung.
Nebenkostenvorauszahlung
Zunächst auf Konto Erhaltene Anzahlungen (SKR 03: 1718 / SKR 04: 3818). Nach Jahresabrechnung Umbuchung auf Erlöse oder Erstattung ans Mieter-Konto.
Nebenkostenabrechnung: Schritt für Schritt
- Ist-Kosten erfassen: Alle umlagefähigen Kosten (Heizung, Wasser, Hausmeister, Versicherungen etc.) auf separaten Konten buchen.
- Vorauszahlungen gegenrechnen: Summe der vom Mieter geleisteten Vorauszahlungen ermitteln.
- Nachzahlung oder Guthaben: Differenz als Forderung (Nachzahlung) oder Verbindlichkeit (Guthaben) ausweisen.
- Umsatzsteuer prüfen: Nebenkosten sind nur dann umsatzsteuerpflichtig, wenn die Hauptleistung (Miete) steuerpflichtig ist — sonst steuerfrei nach § 4 Nr. 12 UStG.
„Die saubere Abgrenzung von Vorauszahlungen ist das A und O. Wer Vorauszahlungen direkt als Ertrag verbucht, riskiert Verzerrungen in der GuV und Probleme bei der Betriebsprüfung. Unsere Steuerberater achten im Jahresabschluss penibel auf diese Positionen.“
— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team
Wann lohnt sich die Option zur Umsatzsteuerpflicht bei gewerblicher Vermietung?
Nach § 4 Nr. 12 UStG ist die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken grundsätzlich umsatzsteuerfrei. Für die Vermietung an gewerbliche Mieter (z. B. Büros, Praxen, Lager) kann der Vermieter jedoch nach § 9 UStG auf die Steuerbefreiung verzichten und damit Vorsteuerabzug geltend machen. Diese Option ist insbesondere bei hohen Baukosten oder Modernisierungen vorteilhaft, bindet aber für fünf Jahre (§ 9 Abs. 3 UStG).
Voraussetzungen für die Umsatzsteuer-Option
-
Vermietung muss an einen anderen Unternehmer für dessen unternehmerische Zwecke erfolgen (§ 9 Abs. 1 UStG).
-
Der Verzicht muss gegenüber dem Finanzamt erklärt werden — idealerweise im Mietvertrag dokumentiert.
-
Die Option gilt pro Mietobjekt bzw. Mieteinheit, nicht pauschal für das gesamte Unternehmen.
-
Der Mieter muss mindestens 10 % für unternehmerische Zwecke nutzen (bei gemischter Nutzung).
-
Bindungsfrist: 5 Jahre ab Beginn des Mietverhältnisses (§ 9 Abs. 3 UStG).
Vor- und Nachteile im Vergleich
| Aspekt | Option zur USt-Pflicht | Steuerfreie Vermietung |
|---|---|---|
| Vorsteuerabzug | Ja — aus Bau, Modernisierung, lfd. Kosten | Nein |
| Mietpreis für Mieter | Brutto (+ 19 % USt) — ggf. höher | Netto |
| Liquidität bei Investitionen | Sofortige Erstattung der Vorsteuer | Keine Erstattung |
| Verwaltungsaufwand | Monatliche USt-Voranmeldung (§ 18 UStG) | Geringer |
| Flexibilität | 5 Jahre gebunden | Jederzeit änderbar |
Praxis-Tipp: Wirtschaftlichkeitsrechnung
Erstellen Sie vor der Option eine Wirtschaftlichkeitsrechnung: Stellen Sie die voraussichtliche Vorsteuererstattung (z. B. aus geplanter Modernisierung) der zusätzlichen Belastung des Mieters gegenüber. Bei hohen Investitionen lohnt sich die Option fast immer — vorausgesetzt, der Mieter ist selbst vorsteuerabzugsberechtigt.
Wie bildet man Rückstellungen für Instandhaltung und verbucht Hausgeld bei WEG?
Für Immobilienunternehmen, die eigene Gebäude verwalten, sind Rückstellungen für geplante Instandhaltungen nach § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB zulässig, sofern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht. Bei Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) nach § 10 WEG ist die Lage anders: Hier zahlt das Unternehmen Hausgeld in eine gemeinsame Instandhaltungsrücklage, die es selbst nicht bilanziert, sondern als durchlaufenden Posten erfasst.
Rückstellungen für Instandhaltung (Eigenbestand)
- Voraussetzung: Konkrete Verpflichtung (z. B. vertragliche Wartung, absehbare Reparatur innerhalb von 3 Monaten nach Bilanzstichtag).
- Bewertung: Schätzung der voraussichtlichen Kosten nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB — bei mehrjährigen Maßnahmen ggf. Abzinsung nach § 253 Abs. 2 HGB.
- Buchung: Aufwand an Rückstellung (z. B. SKR 03: 6800 an 0990).
- Auflösung: Bei Durchführung Umbuchung auf Verbindlichkeit bzw. Verrechnung mit Ist-Kosten.
Hausgeld bei Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG)
Besitzt Ihre GmbH eine Eigentumswohnung in einer WEG, zahlen Sie monatliches Hausgeld an die Gemeinschaft. Dieses Hausgeld setzt sich zusammen aus laufenden Betriebskosten (z. B. Hausmeister, Versicherung) und einer Instandhaltungsrücklage nach § 10 WEG. Nur die laufenden Betriebskosten sind sofort als Aufwand zu erfassen; die Instandhaltungsrücklage wird zunächst aktiviert.
Laufende Betriebskosten (WEG)
Sofort als Aufwand buchen (SKR 03: 6300–6399). Beispiel: Hausmeister, Versicherung, Treppenhausreinigung.
Instandhaltungsrücklage (WEG)
Aktivierung als Forderung gegen WEG (SKR 03: 1430). Erst bei tatsächlicher Reparatur oder Auflösung der WEG wird diese Position aufgelöst und als Aufwand erfasst.
Achtung: Handelsrechtliche Bewertungsfalle
Viele Mandanten buchen die gesamte Hausgeld-Zahlung als Aufwand — das ist handelsrechtlich falsch. Die Instandhaltungsrücklage ist ein Vermögensgegenstand (Forderung gegen die WEG) und muss aktiviert werden, solange keine konkrete Reparatur erfolgt.
Welche Rolle spielt die Grunderwerbsteuer bei Immobilienkäufen und Share Deals?
Die Grunderwerbsteuer (GrESt) nach § 1 GrEStG fällt grundsätzlich bei jedem Erwerb eines inländischen Grundstücks an. Der Steuersatz variiert zwischen 3,5 % und 6,5 % je nach Bundesland (Stand 2026). Aus buchhalterischer Sicht ist die GrESt Teil der Anschaffungskosten der Immobilie und erhöht somit die Basis für Abschreibungen. Bei Share Deals — also dem Erwerb von Anteilen an einer grundbesitzenden Gesellschaft — kann die GrESt unter bestimmten Umständen vermieden oder reduziert werden, sofern die gesetzlichen Missbrauchsvermeidungsregeln (§§ 1 Abs. 2a, 2b, 3 GrEStG) eingehalten werden.
Asset Deal vs. Share Deal: GrESt-Perspektive
| Merkmal | Asset Deal (Immobilienkauf) | Share Deal (GmbH-Anteilskauf) |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | Ja, auf Kaufpreis der Immobilie | Nur bei ≥90 % Anteilsübergang innerhalb 10 Jahre (§ 1 Abs. 2a GrEStG) |
| Bemessungsgrundlage | Kaufpreis des Grundstücks | Verkehrswert der Immobilie oder Kaufpreis der Anteile |
| Steuersatz | 3,5–6,5 % je Bundesland | Identisch, sofern Tatbestand greift |
| Buchhalterische Behandlung | Aktivierung als Teil der AK (§ 255 HGB) | Bei GrESt: ebenfalls AK; bei Vermeidung: keine GrESt |
| Haltefrist / Sperrfrist | Keine | 10 Jahre Behaltensfrist für Vermeidung (§ 1 Abs. 2b GrEStG neu) |
Buchung der Grunderwerbsteuer
- Feststellung des Kaufpreises: Kaufpreis lt. notariellem Kaufvertrag zzgl. Nebenkosten (Notar, Grundbuch).
- Berechnung der GrESt: Kaufpreis × Steuersatz des Bundeslandes (z. B. 6,0 % in NRW, Brandenburg, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen).
- Aktivierung: Buchung auf Konto Grundstücke und Gebäude (SKR 03: 0210 / 0220) — GrESt erhöht Anschaffungskosten.
- Zahlung: Verbindlichkeit gegenüber Finanzamt (SKR 03: 1780) → Bank.
„Bei größeren Immobilientransaktionen prüfen unsere Steuerberater stets, ob ein Share Deal steuerlich vorteilhafter ist. Die Reform des § 1 GrEStG hat die Hürden erhöht, aber unter bestimmten Konstellationen lassen sich nach wie vor erhebliche Beträge sparen — das muss jedoch von Anfang an in der Strukturierung berücksichtigt werden.“
— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team
Welche Pflichten gelten bei Jahresabschluss und Offenlegung für Immobilien-GmbHs?
Jede Immobilien-GmbH unterliegt den handelsrechtlichen Pflichten zur Aufstellung (§ 264 HGB), Feststellung (§ 42a GmbHG) und Offenlegung (§ 325 HGB) des Jahresabschlusses. Die Fristen und Umfänge richten sich nach der Größenklasse gemäß § 267 HGB. Seit dem DiRUG (1. August 2022) erfolgt die Offenlegung ausschließlich beim Unternehmensregister, nicht mehr beim Bundesanzeiger.
Fristen im Überblick (Bilanzstichtag 31.12.2025)
| Pflicht | Kleine GmbH | Mittelgroße GmbH | Große GmbH |
|---|---|---|---|
| Aufstellung JA (§ 264 HGB) | Binnen angemessener Zeit | Binnen angemessener Zeit | Binnen 3 Monaten |
| Feststellung (§ 42a GmbHG) | Bis 30.11.2026 (11 Monate) | Bis 31.08.2026 (8 Monate) | Bis 31.08.2026 (8 Monate) |
| Offenlegung (§ 325 HGB) | Bis 31.12.2026 (12 Monate) | Bis 31.12.2026 (12 Monate) | Bis 31.12.2026 (12 Monate) |
| Ordnungsgeld (§ 335 HGB) | 500–25.000 € | 500–25.000 € | 500–25.000 € |
Besonderheiten im Jahresabschluss von Immobilien-GmbHs
- Anlagenspiegel (§ 284 Abs. 3 HGB): Entwicklung der Grundstücke und Gebäude nach Anschaffungskosten, kumulierten Abschreibungen und Buchwerten.
- Abschreibungen: Planmäßige AfA nach § 253 Abs. 3 HGB transparent darstellen — getrennt für Gebäude und Betriebsvorrichtungen.
- Verbindlichkeiten: Langfristige Darlehen zur Immobilienfinanzierung gesondert ausweisen (§ 285 Nr. 1 HGB).
- Rückstellungen: Instandhaltungsrückstellungen und Drohverlustrückstellungen (z. B. bei Leerstand) angeben.
- Leerstandsrisiken: Bei dauerhaftem Leerstand ggf. außerplanmäßige Abschreibung (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB) oder Rückstellung für drohende Verluste.
Praxis-Hinweis: Digitale Offenlegung
Seit DiRUG erfolgt die Offenlegung ausschließlich elektronisch über das Unternehmensregister. Die Übermittlung erfolgt im XBRL- oder ESEF-Format (bei kapitalmarktorientierten Unternehmen). Kleine GmbHs können Erleichterungen nach § 326 HGB nutzen und müssen z. B. keine GuV offenlegen.
Ordnungsgeld bei verspäteter Offenlegung
Das Bundesamt für Justiz verhängt bei verspäteter oder fehlender Offenlegung ein Ordnungsgeld von 500 bis 25.000 Euro (§ 335 HGB). Bei Immobilien-GmbHs kommt erschwerend hinzu, dass viele Gesellschafter die Offenlegungspflicht unterschätzen — dabei reicht die bloße Feststellung des Jahresabschlusses nicht aus.
Wer den gesamten Prozess — von der Buchhaltung über den Jahresabschluss bis zur fristgerechten Offenlegung — durch einen Steuerberater abwickeln lassen möchte, findet auf OnlineBilanz.de digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen. Unsere zugelassenen Steuerberater erstellen den Jahresabschluss rechtsverbindlich und koordinieren die Offenlegung über das Unternehmensregister.
Welche Software-Lösungen eignen sich für die Digitalisierung der Immobilien-Buchhaltung?
Die Digitalisierung der Buchhaltung ist gerade für Immobilienunternehmen ein entscheidender Erfolgsfaktor: Wiederkehrende Mieteinnahmen, komplexe Nebenkostenabrechnungen und zahlreiche Buchungsvorgänge erfordern eine strukturierte, automatisierte Erfassung. Moderne Cloud-Buchhaltungssoftware bietet Schnittstellen zu Immobilienverwaltungs-Tools, automatisiert Buchungen und ermöglicht Echtzeit-Reporting.
Anforderungen an eine Immobilien-Buchhaltungssoftware
-
Automatische Verbuchung wiederkehrender Mieteinnahmen und Vorauszahlungen
-
Integration von Bankkonten (HBCI / FinTS) für automatischen Kontoauszugs-Import
-
Schnittstellen zu Immobilienverwaltungs-Software (z. B. DOMUS, Haufe Axera, casavi, Vermietet.de)
-
Getrennte Erfassung umlagefähiger und nicht umlagefähiger Betriebskosten
-
Anlagenbuchhaltung mit automatischer AfA-Berechnung nach § 253 HGB und § 7 EStG
-
Umsatzsteuer-Handling: Option zur Steuerpflicht, getrennte Erfassung steuerpflichtiger/steuerfreier Umsätze
-
GoBD-konforme Belegarchivierung und revisionssichere Aufbewahrung (§ 257 HGB, § 147 AO)
-
DATEV-Export für Steuerberater-Schnittstelle
Beispiel-Tools im Überblick
| Software | Zielgruppe | Besonderheit |
|---|---|---|
| DATEV Unternehmen Online | Steuerberater-Mandanten | Vollintegration in DATEV-Welt, Steuerberater-Zugriff |
| lexoffice | Kleine GmbHs, Selbstbucher | Einfache Bedienung, Cloud, Banking-Integration |
| sevDesk | Kleinere Immobilien-Portfolios | Intuitiv, Rechnungsstellung, Belegerfassung per App |
| DOMUS / Haufe Axera | Professionelle Hausverwaltungen | Integrierte Immobilienverwaltung + Buchhaltung |
| SAP / MS Dynamics | Große Konzerne | ERP-Integration, umfassende Anlagenbuchhaltung |
„Viele unserer Mandanten aus der Immobilienbranche nutzen lexoffice oder sevDesk für die laufende Buchhaltung und übermitteln uns die Daten per DATEV-Export. So können wir den Jahresabschluss effizient erstellen und gleichzeitig eine hohe Datenqualität sicherstellen.“
— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart
Praxis-Tipp: Schnittstelle zur Immobilienverwaltung
Wenn Sie eine professionelle Immobilienverwaltungs-Software (z. B. DOMUS, casavi) einsetzen, achten Sie auf eine nahtlose Schnittstelle zur Buchhaltung. So werden Mieteinnahmen, Vorauszahlungen und Nebenkostenabrechnungen automatisch übertragen — das spart Erfassungszeit und minimiert Fehlerquellen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein Immobilienunternehmen die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzen?
Ja, sofern der Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 Euro (ab 2025) nicht überschritten hat und im laufenden Jahr voraussichtlich 100.000 Euro nicht übersteigt. Allerdings ist die Kleinunternehmerregelung bei gewerblicher Vermietung mit Umsatzsteuer-Option oft unvorteilhaft, da dann kein Vorsteuerabzug aus Investitionen möglich ist. Viele Immobilien-GmbHs verzichten daher bewusst auf § 19 UStG und optieren zur Umsatzsteuerpflicht nach § 9 UStG.
Muss eine vermögensverwaltende GmbH ein Kassenbuch führen?
Nein, eine reine vermögensverwaltende Immobilien-GmbH ohne Bargeschäfte ist nicht zur Kassenbuchführung verpflichtet. Bareinnahmen und -ausgaben sollten dennoch dokumentiert werden. Nur bei gewerblicher Tätigkeit mit Bargeldverkehr (z. B. Parkplatzvermietung mit Barzahlung) kann eine lückenlose Kassenbuchführung nach § 146 AO erforderlich werden.
Wie wirkt sich die Erbpacht (Erbbaurecht) auf die Bilanzierung aus?
Das Erbbaurecht wird beim Erbbauberechtigten als immaterielles Anlagevermögen oder Sachanlagenvermögen aktiviert und über die Laufzeit abgeschrieben. Der jährliche Erbbauzins ist als Aufwand zu erfassen. Der Grundstückseigentümer weist das Erbbaurecht passivisch aus (§ 266 HGB Posten C), sofern das wirtschaftliche Eigentum beim Erbbauberechtigten liegt.
Welche Aufbewahrungsfristen gelten für Mietverträge und Nebenkostenabrechnungen?
Mietverträge und Nebenkostenabrechnungen sind grundsätzlich 10 Jahre aufzubewahren, wenn sie für die Besteuerung relevant sind (§ 147 Abs. 3 AO). Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgt ist. Nach Vertragsende und vollständiger steuerlicher Abwicklung kann die Frist enden, empfohlen wird jedoch die volle Dekade.
Sind Immobilien-GmbHs zur E-Bilanz verpflichtet?
Ja, alle bilanzierenden Kapitalgesellschaften – einschließlich Immobilien-GmbHs – müssen ihren Jahresabschluss elektronisch nach § 5b EStG (E-Bilanz) über ELSTER übermitteln. Dies gilt unabhängig von Größenklasse oder Umsatz. Ausnahmen bestehen nur für nicht bilanzierungspflichtige Einzelunternehmen oder Personengesellschaften mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: Handelsgesetzbuch (HGB), Einkommensteuergesetz (EStG), Umsatzsteuergesetz (UStG), GmbH-Gesetz (GmbHG). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.


