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Datum

Lesedauer

18–27 Minuten

OnlineBilanzBlogBeizulegender Zeitwert Bilanz

Beizulegender Zeitwert Bilanz 2026

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Der beizulegende Zeitwert ist in der HGB-Bilanzierung ein zentrales Bewertungskonzept für Finanzinstrumente, Sicherungsgeschäfte und bestimmte Vermögenswerte. Die Definition und Anwendung nach HGB regelt insbesondere, wann und wie der beizulegende Zeitwert nach § 255 Abs. 4 HGB sowie § 253 HGB ermittelt werden muss. Dieser Leitfaden zeigt auf, wie die Bilanzierung erfolgt und welche Angaben im Anhang offenzulegen sind – ergänzend sollten Sie auch die Cashflow-Darstellung in der Bilanz beachten. Sie erhalten praxisnahe Hinweise zur rechtssicheren Umsetzung für Jahresabschlüsse 2026.

SG
Servet Gündogan

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Kurzantwort

Der beizulegende Zeitwert ist der Betrag, zu dem ein Vermögenswert zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern getauscht werden könnte. Er muss nach HGB für bestimmte Finanzinstrumente, Wertpapiere des Umlaufvermögens und Sicherungsbeziehungen angewendet werden. Die Ermittlung erfolgt vorrangig über Marktwerte, hilfsweise über anerkannte Bewertungsmodelle. Wertänderungen werden je nach Sachverhalt erfolgswirksam oder erfolgsneutral erfasst.

Was ist der beizulegende Zeitwert in der Bilanz?

Der beizulegende Zeitwert (englisch: fair value) bezeichnet den Betrag, zu dem ein Vermögensgegenstand zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern getauscht oder eine Schuld ausgeglichen werden könnte. Seit der Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) im Jahr 2009 hat der beizulegende Zeitwert in der deutschen Rechnungslegung nach HGB erheblich an Bedeutung gewonnen. Die Ermittlung dieses Werts erfordert je nach Vermögensgegenstand unterschiedliche Bewertungsverfahren – wie Sie den beizulegenden Zeitwert berechnen, hängt von der Verfügbarkeit von Marktpreisen und der Art des Bewertungsobjekts ab.

Rechtlich ist der Begriff in § 255 Abs. 4 HGB definiert: Der beizulegende Zeitwert ist der Marktpreis, der im Rahmen einer Marktbewertung ermittelt wird. Fehlt ein aktiver Markt, sind anerkannte Bewertungsmethoden anzuwenden. Diese marktnahe Bewertung unterscheidet sich grundlegend vom traditionellen Anschaffungskostenprinzip nach § 253 Abs. 1 HGB, das weiterhin den Grundsatz der deutschen Bilanzierung darstellt.

Zentrale Rechtsgrundlagen

§ 255 Abs. 4 HGB definiert den beizulegenden Zeitwert als Marktpreis bzw. mittels anerkannter Bewertungsverfahren ermittelten Wert. § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB regelt die Bewertung von Finanzinstrumenten. § 285 Satz 1 Nr. 18 und 19 HGB normieren umfangreiche Angabepflichten im Anhang für Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden.

Abgrenzung zu anderen Bewertungsmaßstäben

In der Bilanzpraxis sind verschiedene Wertmaßstäbe zu unterscheiden:

  • Anschaffungskosten (§ 253 Abs. 1 HGB): Aufwendungen für Erwerb und Versetzung in betriebsbereiten Zustand – bilden den Grundsatz der HGB-Bilanzierung
  • Herstellungskosten (§ 255 Abs. 2, 3 HGB): Aufwendungen für die Herstellung eines Vermögensgegenstands – relevant für selbst erstellte Anlagen
  • Teilwert (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG): Steuerrechtlicher Wertmaßstab, der den Betrag bezeichnet, den ein Erwerber des gesamten Betriebs im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde
  • Beizulegender Zeitwert (§ 255 Abs. 4 HGB): Marktpreis oder mittels anerkannter Bewertungsmethoden ermittelter Wert – kommt insbesondere bei Finanzinstrumenten zur Anwendung

Wann muss der beizulegende Zeitwert nach HGB angewendet werden?

Der beizulegende Zeitwert ist im HGB nicht flächendeckend, sondern nur in spezifischen Anwendungsfällen vorgeschrieben. Der deutsche Gesetzgeber hat bewusst am Anschaffungskostenprinzip als Grundsatz festgehalten, um die Objektivierung und das Vorsichtsprinzip zu wahren. Dennoch gibt es relevante Ausnahmen, bei denen die Zeitwertbilanzierung obligatorisch oder zulässig ist.

Finanzinstrumente des Handelsbestands (§ 253 Abs. 1 Satz 4 HGB)

Finanzinstrumente, die ausschließlich zum Zweck der kurzfristigen Erzielung eines Eigenhandelsgewinns gehalten werden, müssen zwingend zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Dies betrifft in erster Linie Kreditinstitute und Finanzdienstleister, die einen aktiven Handel mit Wertpapieren, Derivaten und anderen Finanzinstrumenten betreiben.

Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting nach § 254 HGB)

Beim Hedge Accounting gemäß § 254 HGB werden Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente gemeinsam bewertet. Die Bewertungseinheit ermöglicht es, kompensatorische Wertänderungen saldiert darzustellen. Bei der Einzelbewertungsmethode nach § 254 Satz 1 Variante 2 HGB ist der beizulegende Zeitwert der Sicherungsinstrumente ein zentraler Bewertungsparameter.

Freiwillige Fair-Value-Bewertung (Wahlrecht)

Über die Pflichtfälle hinaus können Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig den beizulegenden Zeitwert ansetzen, insbesondere wenn dies eine verlässlichere und relevantre Darstellung der Vermögenslage ermöglicht. Dies gilt etwa für bestimmte Finanzanlagen oder zur Handelszwecken gehaltene Vermögensgegenstände, sofern die Anhangsangaben nach § 285 Nr. 18, 19 HGB vollständig erfüllt werden.

Achtung: Dokumentationspflichten

Die Anwendung des beizulegenden Zeitwerts löst umfangreiche Anhangsangaben aus (§ 285 Satz 1 Nr. 18, 19 HGB). Unternehmen müssen die Bewertungsmethodik, die Hierarchie der Inputfaktoren (Level 1–3) und Sensitivitätsanalysen offenlegen. Fehlerhafte oder unvollständige Angaben können zur Nichtigkeit des Jahresabschlusses führen und Ordnungsgelder nach § 335 HGB auslösen (bis zu 25.000 Euro).

Wie wird der beizulegende Zeitwert konkret ermittelt?

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts folgt einer klaren Hierarchie, die sich an der Verfügbarkeit von Marktdaten orientiert. Das HGB sieht in § 255 Abs. 4 HGB zunächst den Marktpreis als bevorzugten Wertmaßstab vor. Existiert kein aktiver Markt, sind anerkannte Bewertungsmethoden anzuwenden.

Level 1: Notierte Marktpreise auf aktiven Märkten

Die verlässlichste Ermittlung erfolgt durch börsennotierte Preise auf aktiven Märkten (z. B. Xetra, NYSE). Ein aktiver Markt liegt vor, wenn Preise leicht und regelmäßig verfügbar sind und diese auf tatsächlichen, regelmäßigen Markttransaktionen zwischen unabhängigen Geschäftspartnern basieren. Beispiele: börsennotierte Aktien, Staatsanleihen, standardisierte Derivate.

Level 2: Beobachtbare Marktdaten

Fehlt ein aktiver Markt, können Bewertungsmodelle herangezogen werden, die auf beobachtbaren Inputfaktoren basieren. Dazu zählen Zinssätze, Credit Spreads, Volatilitäten oder Preise vergleichbarer Instrumente. Typische Verfahren sind:

  • Vergleichswertverfahren: Ableitung aus Transaktionen mit vergleichbaren Vermögensgegenständen (z. B. ähnliche Unternehmensanleihen)
  • Barwertverfahren (DCF): Diskontierung zukünftiger Zahlungsströme mit marktüblichen Zinssätzen
  • Optionspreismodelle: Black-Scholes oder binomiale Modelle für derivative Finanzinstrumente

Level 3: Nicht beobachtbare Inputfaktoren

Sind keine beobachtbaren Marktdaten verfügbar, müssen unternehmensinterne Schätzungen vorgenommen werden. Diese erfordern eine besonders sorgfältige Dokumentation und unterliegen erhöhten Prüfungsanforderungen. Beispiele: illiquide Beteiligungen, nicht börsennotierte strukturierte Produkte, selbst entwickelte Bewertungsmodelle mit proprietären Annahmen.

„In der Praxis sehen wir häufig Unsicherheiten bei der Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie. Entscheidend ist die Nachvollziehbarkeit: Jede Bewertungsmethode muss im Anhang transparent dokumentiert und im Zeitverlauf konsistent angewandt werden. Die Wirtschaftsprüfer legen hier besonderen Wert auf eine schlüssige Herleitung der verwendeten Parameter.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Level Inputfaktoren Beispiele
Level 1 Notierte Preise auf aktiven Märkten Börsennotierte Aktien, Staatsanleihen, Xetra-Kurse
Level 2 Beobachtbare Marktdaten (indirekt) Zinsstrukturkurven, Credit Spreads, vergleichbare Transaktionen
Level 3 Nicht beobachtbare Daten (Schätzungen) Bewertungsmodelle mit proprietären Annahmen, illiquide Beteiligungen

Wie werden Wertänderungen bilanziert und wo werden sie erfasst?

Die bilanzielle Behandlung von Wertänderungen hängt davon ab, ob es sich um realisierte oder unrealisierte Gewinne bzw. Verluste handelt. Das HGB folgt dabei grundsätzlich dem Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB) und dem Imparitätsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB), die auch bei der Zeitwertbilanzierung modifiziert Anwendung finden.

Unrealisierte Wertsteigerungen

Grundsätzlich dürfen unrealisierte Gewinne nicht erfolgswirksam erfasst werden (Realisationsprinzip). Ausnahme: Finanzinstrumente des Handelsbestands (§ 253 Abs. 1 Satz 4 HGB) werden zwingend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Werterhöhung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, erhöht aber den nicht ausschüttbaren Sonderposten nach § 268 Abs. 8 HGB im Eigenkapital, sodass unrealisierte Gewinne nicht ausgeschüttet werden können.

Unrealisierte Wertverluste

Wertverluste sind nach dem Imparitätsprinzip zwingend zu berücksichtigen (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB). Bei Finanzinstrumenten bedeutet dies:

  • Bei Umlaufvermögen (z. B. Wertpapiere des Handelsbestands): Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert (strenges Niederstwertprinzip nach § 253 Abs. 4 HGB)
  • Bei Anlagevermögen (z. B. Finanzanlagen): Abschreibung nur bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung (gemildertes Niederstwertprinzip nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB)
  • Die Abschreibung erfolgt erfolgswirksam in der GuV, typischerweise unter den Posten ‚Abschreibungen auf Finanzanlagen‘ oder ’sonstige betriebliche Aufwendungen‘

Zuschreibungen bei Wertaufholung

Gemäß § 253 Abs. 5 HGB besteht ein Zuschreibungsgebot, wenn die Gründe für eine Abschreibung entfallen sind. Die Zuschreibung ist auf die fortgeführten Anschaffungskosten begrenzt (Wertaufholungsgrenze). Im Jahresabschluss ist die Zuschreibung erfolgswirksam unter den Erträgen auszuweisen und im Anhang zu erläutern (§ 285 Nr. 5 HGB).

Erfolgswirksame Zeitwertänderungen

  • Pflicht nach § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB
  • Buchung in sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen
  • Sonderposten § 268 Abs. 8 HGB verhindert Ausschüttung unrealisierter Gewinne

Erfolgsneutrale Erfassung

  • Bewertungseinheiten: Saldierung von Grund- und Sicherungsgeschäft
  • Direkte Eigenkapitalerfassung (nur in eng begrenzten Fällen)
  • Anhangsangabe nach § 285 Nr. 18, 19 HGB erforderlich

Praxishinweis: Ausschüttungssperre beachten

Unrealisierte Gewinne aus der Fair-Value-Bewertung erhöhen zwar das Eigenkapital, dürfen aber gemäß § 268 Abs. 8 HGB nicht ausgeschüttet werden. In der Praxis muss diese Ausschüttungssperre im Anhang transparent dargestellt und in der Gewinnverwendungsrechnung berücksichtigt werden.

Welche Anhangangaben und Offenlegungspflichten gelten?

Die Anwendung des beizulegenden Zeitwerts zieht umfangreiche Publizitätspflichten nach sich. Der Gesetzgeber hat bewusst hohe Transparenzanforderungen normiert, um die Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit der Bewertung sicherzustellen. Zentrale Rechtsgrundlage sind § 285 Satz 1 Nr. 18 und 19 HGB sowie ergänzende Vorschriften für Finanzinstrumente.

Pflichtangaben nach § 285 Nr. 18 HGB

Für jede Kategorie von Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind anzugeben:

  • Die Bewertungsmethoden und -annahmen, die der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde liegen
  • Die Hierarchieebene (Level 1, 2 oder 3), auf der die Bewertung basiert
  • Bei Level-3-Bewertungen: Sensitivitätsanalysen für wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren
  • Veränderungen der Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr und deren Auswirkungen
  • Der Gesamtbetrag der Wertänderungen, die erfolgswirksam bzw. erfolgsneutral erfasst wurden

Pflichtangaben nach § 285 Nr. 19 HGB

Für derivative Finanzinstrumente, die nicht in Bewertungseinheiten einbezogen sind, ist zusätzlich anzugeben:

  1. Umfang und Art der Instrumente (z. B. Zinsswaps, Devisentermingeschäfte)
  2. Wesentliche Bedingungen, die die Höhe, den Zeitpunkt und die Sicherheit künftiger Zahlungsströme beeinflussen
  3. Die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen Derivategruppen
  4. Angaben zu Risiken aus den Instrumenten und zur Risikomanagemenpolitik des Unternehmens

Angaben zu Bewertungseinheiten (§ 285 Nr. 23 HGB)

Werden Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente in Bewertungseinheiten nach § 254 HGB zusammengefasst, sind zusätzlich anzugeben:

  • Art der abgesicherten Risiken (z. B. Zinsänderungs-, Währungs-, Rohstoffpreisrisiken)
  • Art und Umfang der Sicherungsinstrumente (Hedge-Volumen, Laufzeiten)
  • Die gewählte Bewertungsmethode (Einfrierungs-, Durchbuchungs- oder Antizipationsmethode)
  • Gründe für die Bildung der Bewertungseinheit und Nachweis der Wirksamkeit (Effektivitätstest)

Konsequenzen bei unvollständigen Angaben

Fehlende oder unvollständige Anhangangaben können schwerwiegende Folgen haben: Der Jahresabschluss ist formell fehlerhaft, die Feststellung durch die Gesellschafter nach § 42a GmbHG kann verweigert werden, und es drohen Ordnungsgelder nach § 335 HGB von bis zu 25.000 Euro. Wirtschaftsprüfer werden die Vollständigkeit der Anhangangaben im Rahmen der Jahresabschlussprüfung besonders kritisch prüfen.

„Die Anhangangaben zur Fair-Value-Bewertung gehören zu den komplexesten Teilen des Jahresabschlusses. Wir empfehlen, die Dokumentation bereits während des Geschäftsjahres laufend zu führen, nicht erst bei der Abschlusserstellung. So lassen sich Unklarheiten frühzeitig beseitigen und der Jahresabschluss kann termingerecht fertiggestellt werden.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Welche Unterschiede bestehen zwischen HGB und IFRS?

Während das HGB weiterhin am Anschaffungskostenprinzip und dem Vorsichtsprinzip festhält, folgen die International Financial Reporting Standards (IFRS) einer konsequenten Fair-Value-Orientierung. Die Unterschiede sind in der Praxis erheblich und betreffen sowohl den Anwendungsbereich als auch die bilanzielle Behandlung von Wertänderungen.

Grundkonzeption und Zielsetzung

Das HGB verfolgt primär den Gläubigerschutz durch vorsichtige Bewertung und Ausschüttungsbegrenzung (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB). Unrealisierte Gewinne werden nur in eng begrenzten Ausnahmefällen erfasst. Die IFRS hingegen zielen auf entscheidungsnützliche Informationen für Investoren (decision usefulness) und fordern eine zeitnahe Abbildung von Wertänderungen nach dem Fair-Value-Konzept (IFRS 13).

Anwendungsbereich der Zeitwertbilanzierung

Aspekt HGB IFRS
Finanzinstrumente Nur Handelsbestand zwingend (§ 253 Abs. 1 S. 4 HGB) Umfassende Kategorien: FVTPL, FVOCI (IFRS 9)
Immobilien Anschaffungskosten (§ 253 Abs. 1 HGB) Wahlrecht: cost model oder fair value model (IAS 40)
Biologische Vermögenswerte Nicht geregelt (nach AK/HK) Zwingend Fair Value abzgl. Verkaufskosten (IAS 41)
Beteiligungen AK abzgl. Abschreibungen (§ 253 Abs. 3 HGB) FVTPL oder equity method (IAS 28, IFRS 9)
Sicherungsbeziehungen § 254 HGB (eingeschränkt) Umfassendes Hedge Accounting (IFRS 9)

Erfassung unrealisierter Gewinne

Ein zentraler Unterschied liegt in der Behandlung unrealisierter Wertänderungen:

HGB

  • Vorsichtsprinzip dominiert
  • Ausschüttungssperre für unrealisierte Gewinne
  • Fokus auf Gläubigerschutz

IFRS

  • Informationsfunktion für Investoren
  • Fair Value through Profit or Loss (FVTPL)
  • Fair Value through Other Comprehensive Income (FOCI)

Bewertungshierarchie

Beide Rechnungslegungssysteme kennen eine dreistufige Hierarchie, die Struktur ist jedoch unterschiedlich ausgeprägt:

  • IFRS 13: Detaillierte Vorgaben zur Fair-Value-Hierarchie mit umfangreichen Leitlinien zur Ermittlung (Level 1–3). Marktpreis hat stets Vorrang.
  • HGB § 255 Abs. 4: Knappere Regelung mit Verweis auf ‚anerkannte Bewertungsmethoden‘. In der Praxis orientiert sich die Auslegung stark an IFRS 13, ohne dass dies gesetzlich explizit gefordert wäre.

Praxisrelevanz für GmbH

Für die allermeisten GmbHs ist ausschließlich das HGB maßgeblich. IFRS werden nur relevant bei kapitalmarktorientierten Konzernen (§ 315e HGB) oder freiwilliger Anwendung. Mittelständische GmbHs sollten sich auf die HGB-Vorschriften konzentrieren und die Fair-Value-Bewertung nur dort anwenden, wo sie gesetzlich zwingend oder wirtschaftlich sinnvoll ist.

Welche praktischen Herausforderungen und Risiken gibt es?

Die Anwendung des beizulegenden Zeitwerts ist mit erheblichen praktischen Herausforderungen verbunden, die weit über die reine Bewertungstechnik hinausgehen. Geschäftsführer und Bilanzverantwortliche müssen sich der Komplexität und der damit verbundenen Haftungsrisiken bewusst sein.

Bewertungsunsicherheiten und Ermessensspielräume

Insbesondere bei Level-3-Bewertungen (nicht beobachtbare Inputfaktoren) bestehen erhebliche Ermessensspielräume. Die Wahl der Diskontierungssätze, Wachstumsannahmen oder Volatilitäten hat direkten Einfluss auf den ausgewiesenen Zeitwert. Problematisch wird dies, wenn:

  • Keine vergleichbaren Markttransaktionen verfügbar sind (z. B. bei illiquiden Beteiligungen)
  • Komplexe Bewertungsmodelle eingesetzt werden, deren Parameter schwer validierbar sind
  • Die gewählten Annahmen nicht hinreichend dokumentiert oder im Zeitablauf inkonsistent sind
  • Externe Bewertungsgutachten fehlen oder nicht aktuell sind

Volatilität in der Gewinn- und Verlustrechnung

Die erfolgswirksame Zeitwertbilanzierung führt zu erhöhter Ergebnisvolatilität, da unrealisierte Wertänderungen direkt die GuV belasten oder entlasten. Dies kann in der Praxis zu folgenden Problemen führen:

  • Erschwerte Steuerung: Das operative Ergebnis wird durch Marktbewegungen überlagert, die Unternehmenssteuerung anhand von Kennzahlen wird schwieriger
  • Finanzierungscovenants: Kreditverträge enthalten oft Kennziffern (z. B. Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad), die durch Zeitwertänderungen negativ beeinflusst werden können
  • Kommunikation mit Stakeholdern: Gesellschafter und Banken müssen die Effekte aus Zeitwertänderungen verstehen und von operativen Entwicklungen trennen können

Erhöhte Anforderungen an die Dokumentation

Die Zeitwertbilanzierung erfordert eine lückenlose Dokumentation aller Bewertungsschritte. In der Praxis bedeutet dies:

  • Schriftliche Fixierung der Bewertungsmethodik und -parameter
  • Nachweis der Konsistenz der Bewertung im Zeitverlauf
  • Dokumentation der Inputfaktoren und deren Quellen (z. B. Marktdaten, Gutachten)
  • Sensitivitätsanalysen für wesentliche Parameter (insbesondere Level 3)
  • Nachvollziehbare Herleitung von Annahmen bei nicht beobachtbaren Faktoren
  • Versionierung und Aufbewahrung von Bewertungsmodellen und Berechnungen

Haftungsrisiken für Geschäftsführer

Geschäftsführer haften persönlich für die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses (§ 43 Abs. 2 GmbHG). Bei fehlerhafter Zeitwertbilanzierung drohen:

  • Zivilrechtliche Haftung: Schadensersatzansprüche der Gesellschaft oder von Gläubigern bei fehlerhafter Bewertung, die zu überhöhten Ausschüttungen führt
  • Ordnungsgelder: § 335 HGB sieht bei nicht ordnungsgemäßer Offenlegung Ordnungsgelder bis 25.000 Euro vor
  • Strafrechtliche Konsequenzen: Bei vorsätzlich falscher Darstellung der Vermögenslage kann Bilanzfälschung (§ 283b StGB) oder Untreue vorliegen
  • Insolvenzrechtliche Risiken: Überhöhte Bewertungen können die rechtzeitige Erkennung der Insolvenzreife verzögern und zu Insolvenzverschleppung führen

Risiko: Prüfungsverschärfung

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater prüfen Fair-Value-Bewertungen mit erhöhter Skepsis. Bewertungen nach Level 3 lösen regelmäßig vertiefte Prüfungshandlungen aus, inklusive der Prüfung von Modellen, der Plausibilität von Annahmen und der Qualifikation der bewertenden Personen. Unternehmen sollten sich auf kritische Nachfragen und ggf. externe Bewertungsgutachten einstellen.

„In der täglichen Zusammenarbeit mit unseren Mandanten stellen wir fest, dass die Fair-Value-Bewertung häufig unterschätzt wird. Die technische Bewertung ist nur der erste Schritt – die eigentliche Herausforderung liegt in der vollständigen, konsistenten Dokumentation und der Integration in das Rechnungswesen. Hier lohnt sich frühzeitige fachliche Beratung durch den Steuerberater, um spätere Korrekturen und Haftungsrisiken zu vermeiden.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Checkliste: So setzen Sie die Zeitwertbilanzierung rechtssicher um

Die rechtssichere Umsetzung der Zeitwertbilanzierung erfordert eine strukturierte Vorgehensweise und eine enge Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung, Rechnungswesen und Steuerberater. Die folgende Checkliste fasst die wesentlichen Schritte zusammen und unterstützt Sie bei der praktischen Umsetzung.

Phase 1: Identifikation und Kategorisierung

  • Vollständige Bestandsaufnahme aller Finanzinstrumente und bewertungsrelevanten Vermögensgegenstände
  • Prüfung der Bewertungspflicht: Handelsbestand nach § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB? Bewertungseinheiten nach § 254 HGB?
  • Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie (Level 1, 2 oder 3) für jede Position
  • Festlegung der Bewertungsmethode je Kategorie (Marktpreis, Vergleichswert, DCF, Optionspreismodell)
  • Prüfung, ob externe Bewertungsgutachten erforderlich sind (insbesondere bei Level 3)

Phase 2: Bewertung und Dokumentation

  • Systematische Erhebung aller Inputfaktoren (Marktpreise, Zinssätze, Volatilitäten, Cashflow-Prognosen)
  • Durchführung der Bewertung nach der festgelegten Methode, ggf. mit Unterstützung von Software-Tools
  • Dokumentation aller Bewertungsparameter, Annahmen und Berechnungsschritte in einer Bewertungsakte
  • Erstellung von Sensitivitätsanalysen für wesentliche Parameter (insbesondere Level 3)
  • Bei Level-3-Bewertungen: Plausibilisierung durch Vier-Augen-Prinzip oder externe Expertise

Phase 3: Bilanzierung und Anhangangaben

  • Erfassung der Wertänderungen in der Bilanz (Aktivseite) und GuV (erfolgswirksam oder erfolgsneutral)
  • Bildung des Sonderpostens nach § 268 Abs. 8 HGB für unrealisierte Gewinne aus Handelsbestand
  • Erstellung der Anhangangaben nach § 285 Nr. 18, 19, 23 HGB (Methodik, Hierarchie, Sensitivitäten, Risiken)
  • Darstellung von Überleitungsrechnungen für Level-3-Bewertungen (Anfangsbestand, Zugänge, Abgänge, Wertänderungen, Endbestand)
  • Prüfung der Ausschüttungssperre und deren Berücksichtigung in der Gewinnverwendungsrechnung

Phase 4: Prüfung und Qualitätssicherung

  • Interne Revision der Bewertung und Dokumentation durch unabhängige Stelle
  • Abstimmung mit dem Steuerberater zu Bewertungsmethodik, Anhangangaben und steuerlichen Auswirkungen
  • Im Falle der Prüfungspflicht (§ 316 HGB): Frühzeitige Einbindung des Wirtschaftsprüfers in komplexe Bewertungsfragen
  • Prüfung der Konsistenz mit Vorjahresbewertungen und Erläuterung von Methodenwechseln
  • Finalisierung des Jahresabschlusses nach erfolgter Prüfung und ggf. Anpassungen

Phase 5: Feststellung und Offenlegung

  • Feststellung des Jahresabschlusses durch Gesellschafterversammlung innerhalb der Fristen nach § 42a GmbHG (8 bzw. 11 Monate)
  • Einreichung beim Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) innerhalb von 12 Monaten nach Bilanzstichtag (§ 325 HGB)
  • Beachtung der Publizitätserleichterungen für kleine und mittelgroße GmbHs (§ 326 HGB)
  • Archivierung aller Bewertungsunterlagen für 10 Jahre (§ 257 Abs. 4 HGB)
  • Bei Ordnungsgeldbescheid: Fristgerechte Einreichung der fehlenden Unterlagen, um Zwangsgelder zu vermeiden

OnlineBilanz unterstützt bei Jahresabschluss und Offenlegung

Die Fair-Value-Bewertung und die damit verbundenen Anhangangaben sind komplex und erfordern fundierte Fachkenntnisse. Wer seinen Jahresabschluss durch zugelassene Steuerberater erstellen lassen möchte – mit transparenten Festpreisen und digitaler Koordination – findet auf OnlineBilanz.de die passende Lösung. Unser Steuerberater-Team übernimmt die vollständige Erstellung, Prüfung und rechtssichere Offenlegung beim Unternehmensregister.

Bewertung

  • Level-1/2/3-Hierarchie
  • DCF, Vergleichswert, Marktpreis
  • Dokumentation

Bilanzierung

  • Erfolgswirksam/neutral
  • § 268 Abs. 8 HGB
  • GuV-Ausweis

Offenlegung

  • § 285 Nr. 18, 19 HGB
  • 12-Monats-Frist
  • Ordnungsgeld vermeiden

Fazit: Beizulegender Zeitwert als Bilanzierungsinstrument mit Zukunft

Der beizulegende Zeitwert hat seit dem BilMoG 2009 einen festen Platz in der deutschen Rechnungslegung nach HGB eingenommen. Anders als in der internationalen Bilanzierung (IFRS) bleibt die Zeitwertbilanzierung im HGB auf spezifische Anwendungsfälle beschränkt – insbesondere Finanzinstrumente des Handelsbestands und Sicherungsbeziehungen. Das Anschaffungskostenprinzip und das Vorsichtsprinzip bleiben die tragenden Säulen der HGB-Bilanzierung.

Für GmbH-Geschäftsführer und Bilanzverantwortliche bedeutet dies: Die Fair-Value-Bewertung ist kein Randthema mehr, sondern erfordert fundiertes Fachwissen, sorgfältige Dokumentation und eine enge Zusammenarbeit mit dem Steuerberater. Die Anforderungen an Bewertungsmethodik, Anhangangaben und Offenlegung sind hoch – Fehler können zu Haftungsrisiken, Ordnungsgeldern und formell fehlerhaften Jahresabschlüssen führen.

Zentrale Handlungsempfehlungen

  • Prüfen Sie die Bewertungspflicht: Nicht jedes Finanzinstrument muss zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Klären Sie mit Ihrem Steuerberater, ob eine Pflicht nach § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB oder § 254 HGB besteht.
  • Dokumentieren Sie lückenlos: Die Bewertungsmethodik, alle Inputfaktoren, Annahmen und Sensitivitätsanalysen müssen vollständig dokumentiert sein. Dies ist nicht nur Prüfungsvoraussetzung, sondern auch Haftungsschutz für die Geschäftsführung.
  • Beachten Sie die Anhangangaben: § 285 Nr. 18, 19 und 23 HGB fordern umfangreiche Offenlegungen. Unvollständige Angaben führen zu formellen Mängeln und können Ordnungsgelder auslösen.
  • Ziehen Sie Expertise hinzu: Level-3-Bewertungen und komplexe Derivate erfordern spezialisiertes Wissen. Scheuen Sie sich nicht, externe Bewertungsgutachten einzuholen oder Ihren Steuerberater frühzeitig einzubinden.
  • Beachten Sie die Ausschüttungssperre: Unrealisierte Gewinne aus Fair-Value-Bewertung dürfen nicht ausgeschüttet werden (§ 268 Abs. 8 HGB). Dies muss in der Gewinnverwendungsrechnung berücksichtigt werden.

Ausblick: Europäische Harmonisierung und Digitalisierung

Die europäische Bilanzrichtlinie und die zunehmende Angleichung an internationale Standards deuten darauf hin, dass der beizulegende Zeitwert künftig weiter an Bedeutung gewinnen wird. Insbesondere im Bereich der ESG-Berichterstattung (Environmental, Social, Governance) und der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) werden Zeitwertansätze diskutiert.

Gleichzeitig erleichtert die Digitalisierung die Bewertung: Moderne Softwarelösungen, Marktdatenbanken und automatisierte Bewertungstools machen die Fair-Value-Ermittlung effizienter und nachvollziehbarer. Dennoch ersetzt Technologie nicht die fachliche Expertise – die abschließende Beurteilung und Verantwortung liegt stets bei der Geschäftsführung und dem Steuerberater.

„Die Fair-Value-Bewertung wird in den kommenden Jahren weiter an Relevanz gewinnen – auch für mittelständische GmbHs. Wer heute bereits eine saubere Bewertungssystematik und vollständige Dokumentation etabliert, ist für künftige regulatorische Anforderungen gut gerüstet. Unser Steuerberater-Team begleitet Sie dabei von der ersten Bestandsaufnahme bis zur rechtssicheren Offenlegung beim Unternehmensregister.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Abschließend gilt: Der beizulegende Zeitwert ist ein mächtiges Bilanzierungsinstrument, das – richtig angewendet – eine realitätsnahe Darstellung der Vermögens- und Ertragslage ermöglicht. Die damit verbundenen Anforderungen an Bewertung, Dokumentation und Offenlegung sind jedoch erheblich. Geschäftsführer sollten dieses Thema nicht unterschätzen und frühzeitig professionelle Unterstützung durch ihren Steuerberater in Anspruch nehmen.

Häufig gestellte Fragen

Müssen auch kleine Kapitalgesellschaften den beizulegenden Zeitwert anwenden?

Ja, die Zeitwertbewertung nach § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB und § 255 Abs. 4 HGB gilt grundsätzlich für alle Kapitalgesellschaften unabhängig von der Größenklasse nach § 267 HGB. Allerdings sind kleine Kapitalgesellschaften von bestimmten Anhangangaben nach § 285 HGB befreit, sofern sie die Erleichterungen des § 288 HGB in Anspruch nehmen. Die Bewertungspflicht selbst bleibt jedoch bestehen, wenn die tatbestandlichen Voraussetzungen vorliegen.

Kann der beizulegende Zeitwert auch für Sachanlagen verwendet werden?

Nach HGB ist die Zeitwertbewertung für Sachanlagen des Anlagevermögens grundsätzlich nicht vorgesehen. Hier gilt das Anschaffungskostenprinzip nach § 253 Abs. 1 HGB in Verbindung mit der planmäßigen Abschreibung nach § 253 Abs. 3 HGB sowie gegebenenfalls außerplanmäßigen Abschreibungen bei dauerhafter Wertminderung. Der beizulegende Zeitwert kommt vorrangig bei Finanzinstrumenten, Wertpapieren des Umlaufvermögens und im Rahmen von Sicherungsbeziehungen zur Anwendung. Für Sachanlagen ist er nur in Ausnahmefällen relevant, beispielsweise bei der erstmaligen Ermittlung eines niedrigeren beizulegenden Zeitwerts als Grundlage für eine außerplanmäßige Abschreibung.

Was passiert, wenn der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann?

Wenn kein aktiver Markt existiert und auch keine anerkannten Bewertungsmodelle zu verlässlichen Ergebnissen führen, darf nach § 255 Abs. 4 Satz 4 HGB auf die fortgeführten Anschaffungskosten zurückgegriffen werden. Diese Ausweichmöglichkeit dient der Vermeidung willkürlicher Schätzungen. Im Anhang ist dann ausführlich zu erläutern, warum keine Zeitwertermittlung möglich war, welche Methoden geprüft wurden und welcher Buchwert stattdessen verwendet wird. Diese Begründungspflicht ergibt sich aus den allgemeinen Anhangangaben nach § 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB.

Ist die Zeitwertbewertung auch für Personengesellschaften verpflichtend?

Personenhandelsgesellschaften ohne natürliche Person als persönlich haftenden Gesellschafter (z. B. GmbH & Co. KG) unterliegen nach § 264a HGB den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften und müssen daher grundsätzlich die Zeitwertbewertung anwenden. Andere Personengesellschaften können, müssen aber nicht bilanzieren. Wenn sie freiwillig einen handelsrechtlichen Jahresabschluss erstellen, sind sie zur Anwendung der HGB-Bewertungsvorschriften einschließlich des beizulegenden Zeitwerts verpflichtet, sofern entsprechende Bilanzposten vorhanden sind.

Wie wirkt sich die Zeitwertbewertung auf die Steuerbilanz aus?

In der Steuerbilanz gilt das Maßgeblichkeitsprinzip nach § 5 Abs. 1 EStG nur eingeschränkt. Die Zeitwertbewertung nach HGB führt häufig zu Unterschieden zur steuerlichen Bewertung, da im Steuerrecht das strenge Anschaffungskostenprinzip und das Realisationsprinzip dominieren. Zeitwertansätze, die über die Anschaffungskosten hinausgehen, werden steuerlich nicht anerkannt. Es entstehen daher oft latente Steuern nach § 274 HGB, die im Jahresabschluss zu berücksichtigen sind. Eine enge Abstimmung zwischen Handels- und Steuerbilanz ist daher unverzichtbar.

Wer haftet für Fehler bei der Zeitwertermittlung im Jahresabschluss?

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Aufstellung des Jahresabschlusses trägt nach § 264 Abs. 1 HGB die gesetzliche Vertretung (z. B. Geschäftsführer der GmbH). Bei fehlerhafter Zeitwertermittlung können zivilrechtliche Haftungsansprüche der Gesellschaft, der Gesellschafter oder Dritter entstehen. Wurde der Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellt, haftet dieser nach den Grundsätzen des Dienstvertrags für Sorgfaltspflichtverletzungen. Der Wirtschaftsprüfer haftet im Rahmen seiner Prüfungstätigkeit für fehlerhafte Bestätigungen. Eine sorgfältige Dokumentation der Bewertungsmethodik ist daher essentiell.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 253 HGB (Zugangs- und Folgebewertung), § 255 HGB (Bewertungsmaßstäbe), § 285 HGB (Sonstige Pflichtangaben), § 254 HGB (Bildung von Bewertungseinheiten). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

Die praktische Umsetzung in der Bilanzierung wird detailliert in unserem HGB-Leitfaden zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz erläutert, der wichtige Bilanzierungsregeln und Ausweisvorschriften behandelt.

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Unsere Antworten.

Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

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