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Hinterlegung Jahresabschluss: Pflichten, Fristen und digitale Einreichung für Kleinstunternehmen
Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Kleinstkapitalgesellschaften müssen ihren Jahresabschluss nicht offenlegen – sie können die Bilanz stattdessen hinterlegen. Die Hinterlegung ist einfacher und schränkt die zu veröffentlichenden Informationen deutlich ein. Bevor jedoch die Hinterlegung erfolgen kann, muss der Jahresabschluss inklusive aller Abschreibungen ordnungsgemäß erstellt sein. Größere Kapitalgesellschaften unterliegen hingegen der Offenlegungspflicht und müssen ihren GmbH Jahresabschluss veröffentlichen. Dieser Artikel erklärt den Unterschied, wer die Hinterlegung nutzen darf, was dabei eingereicht werden muss und wie OnlineBilanz bei der Vorbereitung unterstützt.
Inhaltsverzeichnis
§ 267a
HGB – Rechtsgrundlage für Kleinstkapitalgesellschaften und das Hinterlegungsrecht
Nicht öffentlich
Hinterlegte Bilanzen sind im Unternehmensregister nicht frei einsehbar – nur auf Antrag
31.12.
Hinterlegungsfrist bei Bilanzstichtag 31.12. des Vorjahres – identisch mit der Offenlegungsfrist nach § 325 HGB
Hinterlegung vs. Offenlegung: Der Unterschied
| Merkmal | Hinterlegung (§ 326 Abs. 2 HGB) | Offenlegung (§ 325 HGB) |
|---|---|---|
| Wer? | Kleinstkapitalgesellschaften | Kleine, mittlere, große GmbHs |
| Was wird eingereicht? | Nur Bilanz (verkürzt) | Bilanz + Anhang (mind.) |
| Öffentlich einsehbar? | Nein – nur auf Antrag | Ja – für jeden kostenlos |
| Wo eingereicht? | Unternehmensregister | Unternehmensregister |
| Frist | 12 Monate nach Bilanzstichtag | 12 Monate nach Bilanzstichtag |
| Ordnungsgeld bei Verspätung? | Ja, nach § 335 HGB | Ja, nach § 335 HGB |
Wer darf hinterlegen? Schwellenwerte § 267a HGB
Das Hinterlegungsrecht gilt für Kleinstkapitalgesellschaften nach § 267a HGB. Eine GmbH gilt als Kleinstkapitalgesellschaft, wenn sie in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren mindestens zwei der folgenden drei Schwellenwerte nicht überschreitet: Bilanzsumme bis 450.000 €, Umsatzerlöse bis 900.000 €, durchschnittlich bis 10 Arbeitnehmer während des Geschäftsjahres.
Wie die Einreichung beim Unternehmensregister abläuft und was bei versäumter Frist droht, zeigt der Überblick zur Offenlegung des Jahresabschlusses.
Werden an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen mindestens zwei dieser Schwellenwerte überschritten, verliert die GmbH den Status als Kleinstkapitalgesellschaft und muss offenlegen (§ 267a Abs. 1 i. V. m. § 267 Abs. 4 HGB).
Was muss bei der Hinterlegung eingereicht werden?
Bei der Hinterlegung reicht die Kleinstkapitalgesellschaft ausschließlich die verkürzte Bilanz ein. Eine Gewinn- und Verlustrechnung muss nicht eingereicht werden. Ein Anhang ist nicht erforderlich (kann aber freiwillig beigefügt werden). Lageberichte sind nicht erforderlich. Die Einreichung erfolgt elektronisch beim Unternehmensregister.
Fristen und Konsequenzen
Die Frist für die Hinterlegung ist identisch mit der Offenlegungsfrist: spätestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag nach § 325 HGB. Bei Verspätung wird das Bundesamt für Justiz aktiv und leitet ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB ein – Mindestordnungsgeld 2.500 €. Vor der Festsetzung droht das BfJ das Ordnungsgeld an und setzt eine Frist von sechs Wochen (§ 335 Abs. 3 HGB).
Ablauf der Hinterlegung mit OnlineBilanz
Die Hinterlegung umfasst: Bilanz erstellen, beim Unternehmensregister elektronisch einreichen, Eingangsbestätigung als Nachweis sichern. Soweit Kleinstkapitalgesellschaften die Voraussetzungen des § 264 Abs. 1 HGB erfüllen und die erforderlichen Angaben unter der Bilanz machen, können sie auf einen Anhang verzichten. Da dann nur die Bilanz zu hinterlegen ist, ist der Aufwand deutlich geringer als bei einer vollen Offenlegung. OnlineBilanz stellt dafür Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung der E-Bilanz nach § 87d AO bereit; auf Wunsch prüft gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater. Unabhängig von der Hinterlegung sind dem Finanzamt weiterhin Bilanz und GuV elektronisch zu übermitteln (§ 5b EStG).
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Hinterlegung und Offenlegung?
Bei der Hinterlegung wird nur die Bilanz beim Unternehmensregister eingereicht – nicht öffentlich einsehbar. Bei der Offenlegung wird Bilanz + Anhang im Unternehmensregister veröffentlicht – kostenlos für jeden einsehbar.
Wer darf hinterlegen statt offenlegen?
Kleinstkapitalgesellschaften nach § 267a HGB: Bilanzsumme bis 450.000 €, Umsatz bis 900.000 €, bis 10 Mitarbeiter – mindestens 2 von 3 Kriterien in zwei aufeinanderfolgenden Jahren.
Gesetzliche Grundlagen









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
