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Datum

Lesedauer

7–10 Minuten

OnlineBilanzBlogSteuerberatung

Steuerberatung: Was ein Steuerberater macht, was er kostet und wann er sich lohnt

Zuletzt aktualisiert: April 2025 · Lesezeit: ca. 7 Minuten

Steuerberater sind zugelassene Freiberufler mit weitreichenden Befugnissen — und weitreichender Haftung. Wer versteht, was ein Steuerberater leistet, wann seine Hinzuziehung pflichtmäßig ist und wie sich seine Vergütung berechnet, trifft bessere Entscheidungen: ob selbst erledigen, Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater.

SG
Servet Gündogan

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Hinweis: Alle steuerlichen und rechtlichen Beratungsleistungen erbringt der angeschlossene Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer.

Verfasst von Servet Gündogan · April 2025⏱ ca. 7 Minuten

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Zugelassene Steuerberater in Deutschland (Steuerberaterkammer 2024)

StBVV

Steuerberatervergütungsverordnung — regelt Mindest- und Regelgebühren

§ 3

StBerG — unbeschränkte Steuerberatungsbefugnis nur für zugelassene Berufsträger

1. Was ist ein Steuerberater?

Ein Steuerberater ist ein zugelassener Angehöriger eines steuerberatenden Berufs nach dem Steuerberatungsgesetz (StBerG). Die Zulassung setzt ein Studium der Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften oder eine gleichwertige praktische Ausbildung sowie das Bestehen des Steuerberaterexamens voraus — eines der anspruchsvollsten Fachexamen in Deutschland mit einer Durchfallquote von regelmäßig 50–60 %.

Mit der Zulassung erwirbt der Steuerberater die unbeschränkte Steuerberatungsbefugnis: Er darf alle steuerlichen Angelegenheiten aller Steuerarten bearbeiten — von der Einkommensteuererklärung des Privatmanns bis zum Jahresabschluss eines Konzerns. Er ist Mitglied der zuständigen Steuerberaterkammer, unterliegt der Berufsaufsicht und muss eine Berufshaftpflichtversicherung mit gesetzlicher Mindestdeckung unterhalten.

Geschützter Berufsname — Vorsicht bei Titeln

Die Bezeichnung „Steuerberater“ ist gesetzlich geschützt (§ 43 StBerG). Wer sie ohne Zulassung führt, macht sich strafbar. Begriffe wie „Steuerfachmann“, „Steuerexperte“ oder „Steuercoach“ sind dagegen nicht geschützt und können von jedem verwendet werden — unabhängig von Qualifikation oder Zulassung. Bei der Auswahl eines Beraters auf die Kammerzugehörigkeit achten.

2. Was macht ein Steuerberater?

Das Leistungsspektrum eines Steuerberaters ist breit. Die Kernaufgaben lassen sich in drei Bereiche gliedern:

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Steuererklärungen

Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Erbschaft- und Schenkungsteuer — alle Steuerarten, alle Rechtsformen.

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Jahresabschlüsse

Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht, E-Bilanz-Übermittlung, Unternehmensregister-Offenlegung — für GmbH, UG, AG und Personengesellschaften.

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Buchführung

Laufende Buchhaltung, Lohnbuchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Kassenbuchführung — monatlich oder quartalsweise.

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Finanzamt-Vertretung

Einsprüche gegen Steuerbescheide, Betriebsprüfungsbegleitung, Fristverlängerungsanträge, Stundungs- und Erlassanträge.

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Gestaltungsberatung

Steueroptimierung bei Unternehmensgründung, Rechtsformwahl, Gesellschafterverträgen, Nachfolgeplanung, Umstrukturierungen.

⚖️
Haftung mit Berufshaftpflicht

Fehler des Steuerberaters sind durch seine Pflichtberufshaftpflicht versichert. Mindestversicherungssumme: 250.000 € je Versicherungsfall.

3. Was kostet Steuerberatung?

Die Vergütung von Steuerberatern richtet sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Sie legt Mindest- und Regelgebühren für die meisten Leistungen fest — auf Basis des Gegenstandswerts (z. B. Bilanzsumme, Jahresumsatz, Jahressteuerschuld). Abweichungen nach oben oder unten sind durch Honorarvereinbarung möglich.

LeistungBerechnungsgrundlageOrientierungsgröße
Jahresabschluss GmbH (Bilanzierungsarbeiten)Bilanzsumme als Gegenstandswert, Tabelle B StBVVCa. 10/10 bis 40/10 Gebühr je nach Aufwand
KörperschaftsteuererklärungSumme der positiven Einkünfte als GegenstandswertCa. 2/10 bis 6/10 Gebühr
GewerbesteuererklärungGewerbeertrag als GegenstandswertCa. 2/10 bis 6/10 Gebühr
Laufende BuchhaltungJe Buchung oder pauschal je MonatCa. 30–150 €/Monat je nach Belegvolumen
Einkommensteuererklärung (Arbeitnehmer)Jahreseinkünfte als GegenstandswertCa. 200–600 € je nach Komplexität
BetriebsprüfungsbegleitungStundenhonorar80–250 €/Stunde je nach Kanzleigröße

Festpreisangebote und digitale Steuerberatung

Traditionelle Steuerberatungskanzleien arbeiten nach StBVV — mit Gebühren, die je nach Aufwand und Gegenstandswert variieren. Digitale Steuerberatungsmodelle wie OnlineBilanz arbeiten hingegen mit transparenten Festpreisen, die teilweise erheblich unter den StBVV-Regelgebühren liegen. Für standardisierte Leistungen wie GmbH-Jahresabschlüsse ist ein Festpreismodell für beide Seiten klarer kalkulierbar.

4. Steuerberatungskosten absetzen

Ob und wie Steuerberatungskosten absetzbar sind, hängt davon ab, für welche Tätigkeit die Beratung erfolgt:

Betriebliche Steuerberatung — vollständig absetzbar

Kosten für Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Lohnsteuer und für die Erstellung des Jahresabschlusses sind Betriebsausgaben — vollständig und ohne Deckelung absetzbar. Sie mindern den steuerlichen Gewinn des Unternehmens direkt.

Private Einkommensteuer — eingeschränkt

Kosten für die private Einkommensteuererklärung sind seit 2006 nicht mehr als Sonderausgaben absetzbar. Soweit sie auf Einkünfte aus betrieblicher oder freiberuflicher Tätigkeit entfallen, können sie anteilig als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Eine Aufteilung der Gesamtrechnung ist erforderlich.

5. Steuerberater vs. Lohnsteuerhilfeverein vs. selbst erledigen

OptionZulässig fürKostenGrenzen
SteuerberaterAlle Steuerpflichtigen, alle SteuerartenNach StBVV oder HonorarvereinbarungKeine — unbeschränkte Befugnis
LohnsteuerhilfevereinNur Arbeitnehmer mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit + einfache weitere EinkünfteMitgliedsbeitrag ca. 50–300 €/JahrKein Gewerbe, keine Vermietung über 18.000 €, keine Selbständigkeit
ELSTER (selbst)Alle SteuerpflichtigenKostenlosKein Rechtsschutz, keine Haftung, kein Fristvorteil
Steuer-Apps (Wiso, Taxfix…)Arbeitnehmer, einfache Fälle20–50 €/JahrKeine komplexen Fälle, keine Unternehmensbesteuerung

6. Wann braucht eine GmbH zwingend einen Steuerberater?

Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Steuerberater für die GmbH nicht — faktisch ist er aber für die meisten GmbHs unverzichtbar. Die Gründe:

  • E-Bilanz-Pflicht: Der Jahresabschluss muss in XBRL-Format via ELSTER übermittelt werden — das erfordert Spezialsoftware und Kenntnis der BMF-Taxonomie.
  • Verlängerte Abgabefristen: Nur mit Steuerberater gilt die Frist bis Ende Februar des übernächsten Jahres — ohne Steuerberater: 31. Juli.
  • Finanzamtsvertretung: Bei Betriebsprüfungen, Einsprüchen und Änderungsbescheiden ist professionelle Vertretung nicht nur hilfreich, sondern oft entscheidend.
  • Haftungsschutz: Fehler im Jahresabschluss, die vom Steuerberater stammen, sind durch dessen Berufshaftpflicht gedeckt — nicht die Fehler des Geschäftsführers, der selbst erstellt hat.
Ein Steuerberater kostet Geld — aber ein Fehler ohne Steuerberater kostet mehr. Die Frage ist nicht ob, sondern welcher und zu welchem Preis.

7. Häufige Fragen zur Steuerberatung

Was macht ein Steuerberater?

Steuererklärungen, Jahresabschlüsse, Buchführung, Finanzamtsvertretung und Gestaltungsberatung für alle Steuerarten und Rechtsformen. Er hat unbeschränkte Steuerberatungsbefugnis und haftet mit Berufshaftpflicht (min. 250.000 € Deckung).

Was kostet ein Steuerberater?

Nach StBVV, abhängig vom Gegenstandswert (z. B. Bilanzsumme). GmbH-Jahresabschluss: ca. 800–2.000 € netto je nach Größe. Einkommensteuererklärung Arbeitnehmer: ca. 200–600 €. Stundensatz: 80–250 €/Stunde je nach Kanzlei.

Kann ich Steuerberatungskosten von der Steuer absetzen?

Betriebliche Steuerberatungskosten (KSt, GewSt, USt, Jahresabschluss): vollständig als Betriebsausgabe absetzbar. Private Einkommensteuerberatung: seit 2006 nicht mehr als Sonderausgabe; anteilig als Werbungskosten möglich, soweit betriebliche Einkünfte betroffen.

Was ist der Unterschied zwischen Steuerberater und Lohnsteuerhilfeverein?

Steuerberater: unbeschränkte Befugnis für alle Steuerpflichtigen und Steuerarten. Lohnsteuerhilfeverein: nur für Arbeitnehmer, keine Unternehmensbesteuerung, kein Gewerbe. Günstiger, aber stark eingeschränkt im Anwendungsbereich.

Braucht eine GmbH zwingend einen Steuerberater?

Gesetzlich nicht verpflichtend — faktisch aber für die meisten GmbHs unverzichtbar wegen E-Bilanz-Pflicht, verlängerter Abgabefristen, Finanzamtsvertretung und Haftungsschutz. Die Alternative ist die vollständige Eigenverantwortung ohne Haftungsabsicherung.

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Hinweis: Allgemeine Information. Rechtsstand April 2025. StBerG, StBVV.

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