Kontenrahmen SKR 03: Aufbau, Kontenklassen und wichtige Konten für die GmbH
Der Kontenrahmen SKR 03 ist in Deutschland der meistgenutzte Standardkontenrahmen für kleine und mittelgroße GmbH sowie UG. Er folgt dem Prozessgliederungsprinzip und bildet den Buchungskreislauf der Unternehmung naturgetreu ab – anders als der Kontenrahmen SKR 04 nach Abschlussgliederungsprinzip. Der SKR 03 ist eng auf die DATEV-Softwarewelt abgestimmt. Dieser Artikel erklärt den Aufbau vollständig, listet alle Kontenklassen 0–9 mit Beispielkonten, benennt die 30 wichtigsten Konten für eine GmbH und zeigt typische Buchungssätze – ohne den urheberrechtlich geschützten Vollkontenrahmen nachzudrucken.
Kurzantwort
Der Kontenrahmen SKR 03 (Standardkontenrahmen 03) ist ein vom DATEV e. V. entwickelter, auf dem Prozessgliederungsprinzip basierender Kontenrahmen mit den Klassen 0–9. Er ordnet Konten nach dem betrieblichen Ablauf (Beschaffung → Produktion → Absatz → Finanzierung) und enthält für GmbH besonders relevante Konten wie Bank 1200, Forderungen 1400, Umsatzsteuer-Konten 1771/1776 sowie Erlöse 8400. Die offizielle, vollständige Fassung bezieht DATEV-Anwender direkt über das DATEV-Informationssystem (DIS) oder das DATEV-Portal – ein Nachdruck des Gesamtwerks ist urheberrechtlich nicht zulässig.
Inhaltsverzeichnis
Prozessgliederungsprinzip: Die Logik hinter dem SKR 03
Kontenrahmen können nach zwei grundlegend verschiedenen Prinzipien aufgebaut sein: dem Abschlussgliederungsprinzip (Konten spiegeln die Bilanzgliederung nach § 266 HGB wider) oder dem Prozessgliederungsprinzip. Der SKR 03 folgt dem Prozessgliederungsprinzip – die Konten sind so angeordnet, wie Geschäftsvorfälle im Unternehmen tatsächlich entstehen und fließen.
Der betriebliche Kreislauf beginnt mit der Beschaffung von Anlage- und Umlaufvermögen, führt über die Produktion bzw. Leistungserstellung und den Absatz bis hin zur Finanzierung und zum Jahresabschluss. Die Kontenklassen des SKR 03 bilden diesen Weg von links nach rechts ab:
- Klasse 0 – Anlagespiegel (langfristig gebundenes Vermögen)
- Klasse 1 – Finanzbuchhaltung / Geldfluss
- Klasse 2 – Abgrenzung
- Klasse 3 – Wareneinkauf und Bestände
- Klassen 4/5 – Betriebliche Aufwendungen
- Klassen 6/7 – Weitere Kosten und Erträge
- Klasse 8 – Erlöse
- Klasse 9 – Eigenkapital, Rücklagen, GuV-Vortrag
Merkhilfe: Prozessgliederung
Der SKR 03 denkt wie ein Unternehmer: erst das Vermögen (0), dann das Geld (1), dann der Einkauf (3), dann die Kosten (4/5/6), dann die Erlöse (8) – und am Ende der Jahresabschluss (9). Diese Logik macht die Buchführung nach § 238 HGB für den Praktiker intuitiv nachvollziehbar.
Für eine tiefgehende Einführung in Grundlagen und die Frage, welcher Kontenrahmen für Ihre GmbH der richtige ist, verweisen wir auf unsere umfassende Finanzbuchhaltung für GmbH – Übersicht.
Kontenklassen 0–9 im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt alle zehn Kontenklassen des SKR 03 mit ihrer Funktion und ausgewählten Beispielkonten. Achtung: Dies ist eine didaktische Zusammenfassung, kein Nachdruck des vollständigen, urheberrechtlich geschützten DATEV-Kontenrahmens.
| Klasse | Bezeichnung | Funktion | Beispielkonten (Auswahl) |
|---|---|---|---|
| 0 | Anlage- und Kapitalkonten | Langfristiges Vermögen, Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten | 0210 Gebäude, 0410 Maschinen, 0650 Betriebs-/Geschäftsausstattung, 0900 Darlehen Kreditinstitute |
| 1 | Finanz- und Privatkonten | Umlaufvermögen (Forderungen, Kasse, Bank), Verbindlichkeiten aus LuL, USt-Konten | 1000 Kasse, 1200 Bank, 1400 Forderungen LuL, 1600 Verbindlichkeiten LuL, 1771 USt 19 %, 1776 USt 7 % |
| 2 | Abgrenzungskonten | Rechnungsabgrenzung, Rückstellungen, Sonderposten | 1300 Sonstige Vermögensgegenstände, 0970 Aktive RAP, 0980 Passive RAP, 1540 Sonstige Rückstellungen |
| 3 | Wareneingangs- und Bestandskonten | Materialeinkauf, Handelsware, Bestandsveränderungen | 3200 Wareneinkauf 19 % VSt, 3300 Wareneinkauf 7 % VSt, 3400 Bezugsnebenkosten |
| 4 | Betriebliche Aufwendungen | Personalkosten, Raumkosten, Kfz, Abschreibungen, Versicherungen | 4120 Gehälter, 4130 Löhne, 4200 Raumkosten, 4500 Kfz-Kosten, 4570 AfA Maschinen |
| 5 | Weitere betriebliche Aufwendungen | Werbe-, Reise-, Bewirtungskosten, Bürobedarf, Porto | 4600 Werbekosten, 4650 Reisekosten, 4654 Bewirtung (70 % abziehbar), 4700 Porto, 4730 Bürobedarf |
| 6 | Weitere Kosten und kalkulatorische Posten | Zinsaufwendungen, Bankgebühren, außerordentliche Aufwendungen | 7300 Zinsaufwendungen, 7350 Bankgebühren, 7600 Außerordentliche Aufwendungen |
| 7 | Weitere Erträge | Zinserträge, Beteiligungserträge, außerordentliche Erträge | 7100 Zinserträge, 7150 Erträge aus Beteiligungen, 7600 Außerordentliche Erträge |
| 8 | Erlöskonten | Umsatzerlöse differenziert nach Steuersatz, steuerfreie Erlöse, Eigenverbrauch | 8400 Erlöse 19 % USt, 8300 Erlöse 7 % USt, 8120 Steuerfreie Erlöse § 4 UStG |
| 9 | Kapital- und Abschlusskonten | Eigenkapital, Gewinn-/Verlustvortrag, Körperschaftsteuer-Rückstellungen | 9000 Kapitalanteile, 9001 Gesellschafterkonto, 9300 GuV-Konto |
Urheberrechtshinweis: Der vollständige DATEV-Standardkontenrahmen SKR 03 ist ein urheberrechtlich geschütztes Werk des DATEV e. V. Ein Nachdruck oder eine vollständige digitale Wiedergabe ist ohne Lizenz nicht zulässig. Den kompletten, aktuellen Kontenrahmen erhalten DATEV-Mitglieder und lizenzierte Kanzleien über das DATEV-Informationssystem (DIS) bzw. das DATEV-Portal.
Die 30 wichtigsten Konten im SKR 03 für die GmbH
Für eine typische GmbH im operativen Geschäft sind die folgenden Konten besonders relevant. Sie decken Bilanz, GuV und die laufende Umsatzsteuer-Voranmeldung nach § 150 AO i. V. m. § 18 UStG ab.
- 0210 – Gebäude
- 0410 – Maschinen
- 0650 – Betriebs-/Geschäftsausstattung
- 0680 – Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)
- 1000 – Kasse
- 1200 – Bank (Girokonto)
- 1400 – Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
- 1510 – Vorsteuer 19 %
- 1521 – Vorsteuer 7 %
- 1300 – Sonstige Vermögensgegenstände
- 1600 – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
- 1740 – Erhaltene Anzahlungen
- 1771 – Umsatzsteuer 19 %
- 1776 – Umsatzsteuer 7 %
- 1780 – Umsatzsteuer-Vorauszahlungen
- 0900 – Darlehen Kreditinstitute (langfristig)
- 1560 – Sonstige Verbindlichkeiten
- 1545 – Rückstellungen für Körperschaftsteuer
- 9000 – Gezeichnetes Kapital (Stammkapital GmbH)
- 9300 – Gewinn- und Verlustkonto
- 3200 – Wareneinkauf 19 % Vorsteuer
- 4120 – Gehälter
- 4130 – Löhne
- 4200 – Raumkosten / Miete
- 4500 – Kfz-Kosten
- 4570 – Abschreibungen auf Sachanlagen
- 4650 – Reisekosten
- 7300 – Zinsaufwendungen
- 8400 – Erlöse 19 % Umsatzsteuer
- 8300 – Erlöse 7 % Umsatzsteuer
- 8120 – Steuerfreie Inlandsumsätze (§ 4 UStG)
- 7100 – Zinserträge
Typische Buchungsbeispiele für die GmbH – Praxisbeispiel
Die folgenden Buchungssätze zeigen einen typischen Monatszyklus einer operativ tätigen GmbH (IT-Dienstleistungs-GmbH, regelbesteuert nach § 16 UStG).
Fall 1: Ausgangsrechnung an Kunden (Erlös 19 % USt)
Die GmbH stellt eine Rechnung über 10.000 € netto für Beratungsleistungen. Brutto: 11.900 €.
an 8400 Erlöse 19 % USt 10.000 €
an 1771 Umsatzsteuer 19 % 1.900 €
Fall 2: Eingangsrechnung Büromiete (keine USt, da Vermieter umsatzsteuerfrei)
Monatsmiete 2.000 € brutto (kein Vorsteuerabzug möglich).
an 1600 Verbindlichkeiten LuL 2.000 €
Fall 3: Kauf eines Notebooks (GWG, Netto 700 €, 19 % VSt)
Sofortabschreibung als GWG nach § 6 Abs. 2 EStG bis 800 € netto möglich.
1510 Vorsteuer 19 % 133 €
an 1600 Verbindlichkeiten LuL 833 €
Fall 4: Überweisung Umsatzsteuer-Vorauszahlung ans Finanzamt
Zahllast aus der UStVA beträgt 1.400 €.
an 1200 Bank 1.400 €
Fall 5: Gehaltsabrechnung Geschäftsführer (Angestellter GF)
Bruttogehalt 6.000 €, Lohnsteuer und SV-Abzüge vereinfacht dargestellt.
an 1200 Bank (Auszahlung Netto) 3.800 €
an 1560 Sonstige Verbindlichkeiten (LSt/SV) 2.200 €
Praxishinweis: GmbH-Besonderheiten in der Buchführung
Bei der GmbH ist das Stammkapital (Konto 9000) nach § 5 GmbHG mindestens 25.000 € betragen. Körperschaftsteuerrückstellungen (Konto 1545) sind nach § 8 KStG zwingend zu bilden. Der Jahresabschluss ist nach § 264 HGB zu erstellen und im Bundesanzeiger zu veröffentlichen. All diese Besonderheiten finden sich direkt in den Konten des SKR 03 wieder.
SKR 03 vs. SKR 04: Kurzer Vergleich
Wer sich mit dem Kontenrahmen SKR 03 beschäftigt, begegnet unweigerlich dem SKR 04. Der wesentliche Unterschied: Der SKR 04 folgt dem Abschlussgliederungsprinzip – seine Kontenstruktur orientiert sich an der Bilanzgliederung nach § 266 HGB und der GuV nach § 275 HGB. Für GmbH, die ihren Jahresabschluss direkt aus dem Kontenrahmen ableiten möchten, kann der SKR 04 Vorteile bieten – insbesondere wenn die Eröffnungsbilanz strukturiert werden soll (siehe dazu unseren verwandten Artikel zur Eröffnungsbilanz und SKR-Zuordnung). Die Entscheidung zwischen SKR 03 und SKR 04 hängt von der Kanzleitradition, der eingesetzten Software und den Präferenzen des Steuerberaters ab. Wechsel sind möglich, aber aufwendig. Für alle Grundlagenfragen verweisen wir auf unsere Finanzbuchhaltungs-Übersicht.
DATEV-Kontenrahmen SKR 03: Wo Sie die offizielle PDF finden
Viele Nutzer suchen den SKR 03 als herunterladbare PDF-Datei (skr03 kontenrahmen pdf). Die rechtssichere, stets aktuelle Quelle ist ausschließlich der DATEV e. V. selbst:
- DATEV-Informationssystem (DIS): Für DATEV-Mitglieder und Kanzleien der primäre Abrufweg; enthält die jeweils gültige Fassung inkl. aller Kontenbezeichnungen und Automatikkonten.
- DATEV-Portal (meine.datev.de): Lizenznehmer finden den Kontenrahmen unter den Programminformationen ihrer DATEV-Buchhaltungssoftware (DATEV Kanzlei-Rechnungswesen, DATEV Unternehmen online).
- Steuerberater: Ihre Kanzlei hat lizenzierten Zugang und kann Ihnen den aktuellen Stand erläutern und aushändigen.
- Keine Drittquellen: Inoffiziell im Netz kursierende PDF-Versionen sind oft veraltet, können abweichende Kontonummern enthalten und verletzen ggf. das Urheberrecht des DATEV e. V.
Der DATEV e. V. aktualisiert den SKR 03 regelmäßig – insbesondere bei gesetzlichen Änderungen (z. B. Einführung neuer USt-Sätze, Anpassung an das Jahressteuergesetz). Für den aktuellen Rechtsstand 2025 sollte stets die Originalquelle konsultiert werden.
Tipp für die Praxis
Wenn Sie Ihre GmbH-Buchhaltung digital und DATEV-Export Kompatibel aufsetzen möchten, können Sie die onlinebilanz.de-Plattform kostenlos testen: Demo-Zugang starten. Mit dem integrierten Kostenrechner ermitteln Sie den Aufwand für Ihre laufende Finanzbuchhaltung auf Basis des SKR 03.
Fazit: Kontenrahmen SKR 03 als Fundament der GmbH-Buchführung
Der Kontenrahmen SKR 03 bietet durch das Prozessgliederungsprinzip eine praxisnahe, am betrieblichen Ablauf orientierte Kontenstruktur. Für GmbH, UG und Holdings, die mit DATEV-Software arbeiten oder deren Steuerberater DATEV nutzt, ist er der natürliche Standard. Die zehn Kontenklassen 0–9 decken lückenlos alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle nach § 238 HGB ab – von der Anlagenanschaffung über den Wareneinkauf bis zu Erlösen und Jahresabschlusskonten. Die 30 in diesem Artikel benannten Schlüsselkonten (Bank 1200, Forderungen 1400, USt 1771/1776, Erlöse 8400 u. v. m.) bilden das Rückgrat jeder ordnungsgemäßen GmbH-Buchführung. Den vollständigen, rechtsverbindlichen Kontenrahmen beziehen Sie stets direkt beim DATEV e. V. – nur dort ist Aktualität und urheberrechtliche Korrektheit gewährleistet.
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Kontenklassen im SKR 03 (0–9)
25.000 €
Mindest-Stammkapital GmbH (Konto 9000, § 5 GmbHG)
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen SKR 03 und SKR 04?
Der SKR 03 folgt dem Prozessgliederungsprinzip (Konten nach betrieblichem Ablauf), der SKR 04 dem Abschlussgliederungsprinzip (Konten nach Bilanz- und GuV-Struktur nach § 266/275 HGB). Beide sind DATEV-Standardkontenrahmen; die Wahl hängt von Kanzleitradition und Softwareumgebung ab.
Welche Kontonummer hat das Bankkonto im SKR 03?
Das Girokonto wird im SKR 03 standardmäßig unter Konto 1200 (Bank) geführt. Mehrere Bankkonten können auf 1200–1299 aufgeteilt werden.
Wo finde ich den SKR 03 als PDF zum Download?
Die offizielle und urheberrechtlich korrekte Fassung erhalten DATEV-Nutzer über das DATEV-Informationssystem (DIS) oder das DATEV-Portal. Inoffizielle Drittquellen sind oft veraltet und rechtlich problematisch.
Muss eine GmbH den SKR 03 verwenden?
Nein. GmbH sind nicht gesetzlich auf einen bestimmten Kontenrahmen festgelegt. Sie müssen lediglich die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) nach § 238 ff. HGB einhalten. Der SKR 03 ist jedoch der praktische Standard in DATEV-Kanzleien.
Wie werden Umsatzsteuer-Konten im SKR 03 abgebildet?
Vereinnahmte Umsatzsteuer wird auf 1771 (19 %) und 1776 (7 %) gebucht. Gezahlte Vorsteuern landen auf 1510 (19 %) und 1521 (7 %). Die Zahllast gegenüber dem Finanzamt wird über Konto 1780 abgewickelt.
Über Autor und fachliche Prüfung
Autor
Servet Gündogan
Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart
Erster Ansprechpartner für Mandanten, koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und Steuerberater.
Fachliche Prüfung
Fabian Klement
Wirtschaftsprüfer & Steuerberater · Dipl.-Kfm.
✓ Steuerberaterkammer Stuttgart · Wirtschaftsprüferkammer
Schwerpunkt Jahresabschlussprüfung, Konzernreporting und E-Bilanz. Qualitätssicherung aller Abschlüsse. Verantwortet die fachliche Prüfung dieses Beitrags.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Alle steuerlichen Beratungsleistungen erbringt der angeschlossene Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer. OnlineBilanz ist eine Steuerberater-Plattform: Ihr Jahresabschluss wird von einem zugelassenen Steuerberater erstellt und unterzeichnet. Stand der Rechtslage: July 2026.





