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Datum

Lesedauer

14–21 Minuten

OnlineBilanzBlogAnlagen im Bau

Anlagen im Bau buchen 2026: Buchungssätze & Tipps

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Anlagen im Bau müssen während der Bauphase korrekt erfasst und bilanziert werden – ohne Abschreibung, dafür mit präziser Erfassung aller Herstellungskosten. Erst bei Inbetriebnahme erfolgt die Umbuchung ins Anlagevermögen. Dieser Fachbeitrag erklärt alle relevanten Buchungssätze, gesetzliche Vorschriften nach § 266 Abs. 2 A. II. HGB und typische Fehlerquellen in der Praxis. Eine systematische Buchungssätze Übersicht PDF hilft Ihnen dabei, die wichtigsten Buchungen strukturiert nachzuvollziehen.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Anlagen im Bau sind noch nicht fertiggestellte Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die nach § 266 Abs. 2 A. II. HGB separat auszuweisen sind. Die Buchung erfolgt über das Konto „Anlagen im Bau“ und sammelt alle Herstellungskosten bis zur Inbetriebnahme. Eine Abschreibung ist während der Bauphase nicht zulässig, erst nach Fertigstellung und Umbuchung beginnt die planmäßige Abschreibung gemäß § 253 Abs. 3 HGB.

Was sind Anlagen im Bau und wann müssen sie bilanziert werden?

Anlagen im Bau sind Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die sich zum Bilanzstichtag noch in der Herstellung befinden und noch nicht betriebsbereit sind. Nach § 266 Abs. 2 A. II. HGB sind sie als eigenständige Position im Anlagevermögen auszuweisen. Die Bilanzierung erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemäß § 253 Abs. 1 HGB, auch wenn die Anlage noch keine Erträge generiert.

Typische Beispiele sind Produktionsanlagen in Montage, Gebäude im Rohbau, selbst erstellte Software vor Inbetriebnahme oder Maschinen, die noch auf ihre technische Abnahme warten. Entscheidend ist: Solange die Anlage nicht betriebsbereit ist, darf keine Abschreibung erfolgen – die planmäßige AfA beginnt erst mit der Inbetriebnahme nach § 253 Abs. 3 Satz 1 HGB.

Abgrenzung zu fertigen Anlagen

  • Anlagen im Bau: noch nicht betriebsbereit, keine AfA, Ausweis unter separater Position
  • Fertige Anlagen: betriebsbereit, planmäßige Abschreibung, Ausweis unter Sachanlagen/immateriellen Anlagen
  • Teilfertigstellung: Bei technisch und wirtschaftlich abgrenzbaren Teilen kann eine vorzeitige Umbuchung und AfA-Beginn erfolgen

Praxishinweis

Die Inbetriebnahme ist der maßgebliche Zeitpunkt für die Umbuchung. Ein bloßer Bauabschluss ohne technische Abnahme oder Genehmigung reicht nicht aus. Dokumentieren Sie das Datum der Inbetriebnahme schriftlich – das ist für die korrekte AfA-Berechnung und spätere Betriebsprüfungen unverzichtbar.

Welche Buchungssätze und Konten werden verwendet?

Die Buchung von Anlagen im Bau erfolgt im SKR 03 und SKR 04 auf speziellen Konten, die zwischen Sach- und immateriellen Anlagen unterscheiden. Die Erfassung erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, wobei sämtliche direkt zurechenbaren Aufwendungen aktiviert werden müssen.

Kontenübersicht nach SKR 03 und SKR 04

Anlagenart SKR 03 SKR 04
Anlagen im Bau (Sachanlagen) 0180 0360
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen 0190 0370
Anlagen im Bau (immaterielle) 0027 0027
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Anlagen 0028 0028

Standardbuchungen im laufenden Geschäftsjahr

Buchung bei Rechnungseingang für Baumaßnahme (SKR 03): Soll 0180 Anlagen im Bau / Haben 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Soll 1576 Abziehbare Vorsteuer 19% / Haben 1600 Verbindlichkeiten LuL

Buchung geleistete Anzahlung (SKR 03): Soll 0190 Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen / Haben 1200 Bank Soll 1576 Abziehbare Vorsteuer 19% / Haben 1200 Bank

Umbuchung bei Fertigstellung (SKR 03): Soll 0210 Grundstücke und Gebäude (oder 0420 Technische Anlagen) / Haben 0180 Anlagen im Bau Ab diesem Zeitpunkt beginnt die planmäßige AfA gemäß § 253 Abs. 3 HGB.

„In der Praxis sehen wir häufig, dass Anzahlungen fälschlicherweise direkt als Anlagen im Bau gebucht werden. Korrekt ist die Erfassung auf dem Konto 0190 / 0370 – erst bei Lieferung oder Baufortschritt erfolgt die Umbuchung auf die eigentliche Anlage im Bau.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Wie werden die Herstellungskosten korrekt ermittelt?

Die Bewertung von Anlagen im Bau erfolgt zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB. Diese setzen sich aus Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten und angemessenen Teilen der Materialgemeinkosten, Fertigungsgemeinkosten sowie dem Wertverzehr des Anlagevermögens zusammen, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist.

Bestandteile der Herstellungskosten nach § 255 Abs. 2 HGB

Pflichtbestandteile (Untergrenze)

  • Materialeinzelkosten (Rohstoffe, Bauteile)
  • Fertigungseinzelkosten (Löhne für Montage, externe Dienstleister)
  • Sondereinzelkosten der Fertigung (Transport, Verpackung)
  • Angemessene Teile der Materialgemeinkosten
  • Angemessene Teile der Fertigungsgemeinkosten
  • Wertverzehr Anlagevermögen (AfA auf Produktionsmaschinen)

Wahlrechte (Aktivierungsfähig)

  • Angemessene Teile Verwaltungskosten (soweit fertigungsbezogen)
  • Angemessene Aufwendungen soziale Einrichtungen
  • Freiwillige soziale Leistungen (soweit fertigungsbezogen)
  • Fremdkapitalzinsen nach § 255 Abs. 3 HGB (nur während Herstellungszeit)

Achtung: Vertriebskosten nicht aktivierungsfähig

Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten, die nicht unmittelbar mit der Herstellung zusammenhängen, dürfen nach § 255 Abs. 2 Satz 4 HGB nicht aktiviert werden. Dies gilt auch für Kosten der allgemeinen Geschäftsführung. Nur produktionsbezogene Verwaltungskosten fallen unter das Aktivierungswahlrecht.

Fremdkapitalzinsen aktivieren – § 255 Abs. 3 HGB

Seit dem BilMoG (2010) besteht ein Wahlrecht, Fremdkapitalzinsen zu aktivieren, die während der Herstellungszeit anfallen. Voraussetzung: Die Fremdfinanzierung muss der Herstellung dienen und zeitlich zurechenbar sein. Das Wahlrecht ist bilanzpolitisch relevant: Aktivierung erhöht das Eigenkapital und die Bilanzsumme, belastet aber künftige Perioden durch höhere AfA.

  • Dokumentation aller Kostenbestandteile (Rechnungen, Zeitnachweise, Kalkulationen)
  • Abgrenzung zwischen aktivierungspflichtigen und nicht aktivierungsfähigen Kosten
  • Entscheidung über Wahlrechte (Verwaltungskosten, Zinsen) im Vorfeld treffen und dokumentieren
  • Umbuchung auf fertige Anlage erst nach vollständiger Kostenerfassung und Inbetriebnahme

Warum darf vor Inbetriebnahme keine Abschreibung erfolgen?

Die planmäßige Abschreibung setzt nach § 253 Abs. 3 Satz 1 HGB voraus, dass der Vermögensgegenstand betriebsbereit ist und genutzt wird. Anlagen im Bau befinden sich per Definition noch in der Herstellung – sie können ihre wirtschaftliche Funktion noch nicht erfüllen. Eine Abschreibung würde daher gegen das Aktivierungsgebot und die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung verstoßen.

Rechtliche Grundlagen

  • § 253 Abs. 3 Satz 1 HGB: Bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern – dies setzt Nutzung voraus.
  • § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB: Die Abschreibungen sind so zu bemessen, dass die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Geschäftsjahre verteilt werden, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann.
  • GoB: Periodengerechte Gewinnermittlung – Aufwand darf erst anfallen, wenn auch Nutzen realisiert wird.

Zeitpunkt der ersten Abschreibung

Die erste planmäßige Abschreibung erfolgt im Monat der Inbetriebnahme, typischerweise pro rata temporis (zeitanteilig). Beispiel: Eine Maschine mit Anschaffungskosten von 120.000 € und 10 Jahren Nutzungsdauer wird am 01.07.2025 in Betrieb genommen. Die jährliche AfA beträgt 12.000 €, für 2025 sind nur 6.000 € (6/12) anzusetzen.

Praxishinweis: Teilfertigstellung

Bei großen Bauvorhaben kann eine Teilfertigstellung sinnvoll sein, wenn einzelne Bauabschnitte technisch und wirtschaftlich selbstständig nutzbar sind. In diesem Fall erfolgt eine anteilige Umbuchung, und die AfA beginnt für den fertigen Teil bereits vor Gesamtfertigstellung. Voraussetzung: klare Abgrenzbarkeit und tatsächliche Nutzung.

„Die Dokumentation des Inbetriebnahmezeitpunkts ist steuerlich hochrelevant. Wir empfehlen ein Protokoll mit Datum, technischer Abnahme und erster Nutzung – das vermeidet Diskussionen mit dem Finanzamt über den korrekten AfA-Beginn.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Wie werden Anlagen im Bau im Jahresabschluss ausgewiesen?

Der Ausweis von Anlagen im Bau erfolgt nach § 266 Abs. 2 A. II. HGB als eigenständige Position im Anlagevermögen. Je nach Art der Anlage werden sie entweder unter den Sachanlagen (z. B. Gebäude, technische Anlagen) oder den immateriellen Vermögensgegenständen (z. B. Software in Entwicklung) ausgewiesen.

Gliederung nach § 266 Abs. 2 HGB

Position Gliederungspunkt Bezeichnung
A. II. 1. § 266 (2) A. II. 1. Immaterielle Vermögensgegenstände (inkl. Anlagen im Bau)
A. II. 2. § 266 (2) A. II. 2. Sachanlagen, darunter:
– 2.5 Anlagen im Bau
– 2.6 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

In der Praxis werden Anlagen im Bau häufig unter Position A. II. 2.5 (Sachanlagen, Anlagen im Bau) oder A. II. 2.6 (Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau) ausgewiesen. Die Entscheidung hängt davon ab, ob bereits Baufortschritte erfasst wurden oder lediglich Anzahlungen geleistet wurden.

Angaben im Anhang nach § 284 HGB

Für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften sind nach § 284 Abs. 3 HGB im Anhang Angaben zur Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens zu machen (Anlagenspiegel). Dieser muss enthalten:

  • Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu Beginn und am Ende des Geschäftsjahres
  • Zugänge, Abgänge, Umbuchungen (z. B. von Anlagen im Bau zu fertigen Anlagen)
  • Kumulierte Abschreibungen (bei Anlagen im Bau: null)
  • Buchwerte zu Beginn und am Ende

Die Umbuchung von Anlagen im Bau zu fertigen Anlagen wird im Anlagenspiegel als Abgang bei den Anlagen im Bau und als Zugang bei der jeweiligen Anlagekategorie (z. B. Technische Anlagen) dargestellt.

Achtung: Offenlegungspflicht

GmbHs sind nach § 325 HGB verpflichtet, den Jahresabschluss inklusive Anhang beim Unternehmensregister offenzulegen (seit DiRUG 01.08.2022 nicht mehr beim Bundesanzeiger). Die Frist beträgt 12 Monate nach Bilanzstichtag. Bei Verstoß droht ein Ordnungsgeld nach § 335 HGB von 500 bis 25.000 Euro.

Welche Sonderfälle und typischen Fehlerquellen gibt es?

Die Buchung von Anlagen im Bau birgt in der Praxis mehrere Fehlerquellen, die zu Bilanzierungsfehlern, steuerlichen Nachteilen oder Problemen bei Betriebsprüfungen führen können. Besonders kritisch sind die Abgrenzung zu sofort abzugsfähigen Erhaltungsaufwendungen, die Behandlung von Fremdkapitalzinsen und die korrekte Erfassung von Anzahlungen.

Abgrenzung Herstellungskosten vs. Erhaltungsaufwand

Nicht jede Baumaßnahme führt zu aktivierungspflichtigen Herstellungskosten. Nach § 255 Abs. 2 HGB sind nur Aufwendungen zu aktivieren, die zu einer wesentlichen Verbesserung, Erweiterung oder über den ursprünglichen Zustand hinausgehenden Erneuerung führen. Reine Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen sind sofort als Aufwand zu erfassen.

Aktivierungspflichtig (Herstellungskosten)

  • Erweiterung eines Gebäudes um zusätzliche Räume
  • Einbau einer neuen Heizungsanlage (statt Reparatur)
  • Modernisierung, die den Gebrauchswert wesentlich erhöht
  • Umfassende Sanierung mit Substanzverbesserung

Sofort abzugsfähig (Erhaltungsaufwand)

  • Schönheitsreparaturen, Malerarbeiten
  • Reparatur defekter Anlagenteile ohne Verbesserung
  • Instandhaltung zur Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft
  • Austausch gleichwertiger Teile

Fehlerquelle: Falsche Behandlung von Anzahlungen

Geleistete Anzahlungen dürfen nicht direkt auf das Konto Anlagen im Bau gebucht werden. Sie sind zunächst auf dem Konto Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen (SKR 03: 0190, SKR 04: 0370) zu erfassen. Erst bei Lieferung, Baufortschritt oder Leistungserbringung erfolgt die Umbuchung auf Anlagen im Bau. Dies ist bilanzrechtlich zwingend, da Anzahlungen noch kein Eigentum am Vermögensgegenstand begründen.

Sonderfall: Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände

Nach § 248 Abs. 2 HGB besteht seit BilMoG ein Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (z. B. selbst entwickelte Software, Patente). Wird das Wahlrecht ausgeübt, sind die Entwicklungskosten als Anlagen im Bau zu aktivieren. Forschungskosten hingegen sind nach § 255 Abs. 2a HGB stets sofort aufwandswirksam zu erfassen.

  • Saubere Abgrenzung zwischen Herstellungskosten und Erhaltungsaufwand treffen
  • Anzahlungen zunächst auf separatem Konto erfassen, erst später umbuchen
  • Bei selbst erstellten immateriellen Anlagen Aktivierungsentscheidung dokumentieren
  • Fremdkapitalzinsen nur bei eindeutiger Zurechenbarkeit und Wahlrechtsausübung aktivieren
  • Inbetriebnahmezeitpunkt schriftlich festhalten (Protokoll, Abnahmebescheinigung)

„Viele Mandanten buchen Anzahlungen direkt als Anlagen im Bau – das ist ein klassischer Fehler. Die korrekte Trennung zwischen Anzahlung und tatsächlichem Baufortschritt ist nicht nur bilanzrechtlich geboten, sondern erleichtert auch die spätere Prüfung und Nachvollziehbarkeit erheblich.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Welche steuerlichen Besonderheiten sind zu beachten?

Die steuerliche Behandlung von Anlagen im Bau weicht in mehreren Punkten von der Handelsbilanz ab. Insbesondere bei den Herstellungskosten, der Behandlung von Fremdkapitalzinsen und der Möglichkeit von Sonderabschreibungen bestehen Unterschiede, die zu temporären oder permanenten Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz führen können.

Herstellungskosten in der Steuerbilanz – § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG

Die steuerlichen Herstellungskosten sind in § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG definiert. Im Gegensatz zur Handelsbilanz (§ 255 Abs. 2 HGB) sind die steuerlichen Regelungen restriktiver: Verwaltungskosten und Kosten sozialer Einrichtungen dürfen steuerlich nur aktiviert werden, soweit sie ausschließlich fertigungsbezogen sind. Das handelsrechtliche Aktivierungswahlrecht ist steuerlich oft nicht anwendbar.

Kostenart Handelsbilanz (§ 255 HGB) Steuerbilanz (§ 6 EStG)
Materialeinzelkosten Pflicht Pflicht
Fertigungseinzelkosten Pflicht Pflicht
Material-/Fertigungsgemeinkosten Pflicht (angemessen) Pflicht (angemessen)
Verwaltungskosten (fertigungsbezogen) Wahlrecht Nur wenn ausschließlich zurechenbar
Fremdkapitalzinsen Wahlrecht § 255 (3) Wahlrecht § 6 (1) Nr. 1a
Allgemeine Verwaltungskosten Verbot Verbot

Sonderabschreibungen und Investitionsabzugsbeträge

Nach § 7g EStG können begünstigte Betriebe für künftige Investitionen einen Investitionsabzugsbetrag (IAB) von bis zu 50 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd geltend machen – allerdings nur für bewegliche Wirtschaftsgüter. Bei Anlagen im Bau ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen (betriebliche Nutzung mindestens 90 %, begünstigtes Wirtschaftsgut) erfüllt sind. Der IAB muss im Jahr der Anschaffung oder Herstellung wieder hinzugerechnet werden.

Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG (20 % in den ersten fünf Jahren) können erst ab Inbetriebnahme in Anspruch genommen werden – während der Bauphase ist dies nicht möglich. Dies gilt analog für degressive AfA oder andere steuerliche Abschreibungswahlrechte.

Umsatzsteuer: Vorsteuerabzug und Eigenverbrauch

Die Vorsteuer aus Rechnungen für Anlagen im Bau ist nach § 15 UStG grundsätzlich abzugsfähig, sofern die Anlage für steuerpflichtige Umsätze verwendet wird. Bei gemischter Nutzung (teilweise steuerfrei, teilweise steuerpflichtig) ist der Vorsteuerabzug anteilig zu kürzen. Bei Eigenleistungen (z. B. selbst erbrachte Bauleistungen) kann ein steuerbarer Eigenverbrauch nach § 3 Abs. 9a UStG entstehen – dies ist in der Praxis jedoch selten relevant.

Praxishinweis: Maßgeblichkeitsprinzip

Nach § 5 Abs. 1 EStG ist die Handelsbilanz grundsätzlich Ausgangspunkt für die Steuerbilanz (Maßgeblichkeitsprinzip). Bei Anlagen im Bau sollten handelsbilanzielle Wahlrechte (z. B. Aktivierung von Zinsen) daher mit Blick auf die steuerlichen Folgen ausgeübt werden – eine rein bilanzpolitische Betrachtung greift zu kurz.

„Die steuerliche Behandlung von Anlagen im Bau ist komplex und erfordert eine individuelle Prüfung – insbesondere bei der Frage, welche Kostenbestandteile aktivierungspflichtig sind und ob Sonderabschreibungen oder IAB in Betracht kommen. Wer hier Fehler macht, riskiert Steuernachzahlungen oder den Verlust von Steuervorteilen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Wie können digitale Tools und Steuerberater-Leistungen unterstützen?

Die korrekte Buchung und Bewertung von Anlagen im Bau erfordert fundiertes Fachwissen, sorgfältige Dokumentation und eine klare Abgrenzung zwischen aktivierungspflichtigen und sofort abzugsfähigen Kosten. Gerade bei komplexen Bauvorhaben, selbst erstellten immateriellen Anlagen oder steuerlichen Wahlrechten ist die Unterstützung durch einen Steuerberater sinnvoll – und bei Kapitalgesellschaften ohnehin zwingend für die Erstellung des Jahresabschlusses.

Vorteile digitaler Buchhaltung und Steuerberater-Plattformen

  • Automatisierte Kontenzuordnung: Moderne Buchhaltungssoftware erkennt Anlagenrechnungen und schlägt die korrekten Konten (Anlagen im Bau, geleistete Anzahlungen) vor.
  • Dokumentenmanagement: Alle Rechnungen, Verträge und Abnahmeprotokolle werden digital archiviert – das erleichtert die spätere Nachprüfbarkeit und die Erstellung des Anlagenspiegels.
  • Anlagenbuchhaltung: Professionelle Tools erfassen Zugänge, Umbuchungen und den späteren AfA-Beginn automatisch und stellen den Anlagenspiegel nach § 284 HGB bereit.
  • Transparente Festpreise: Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lassen möchte, profitiert bei digitalen Plattformen wie OnlineBilanz von klaren Festpreisen ohne Wartezeiten – ohne dabei auf Steuerberater-Qualität zu verzichten.

Praxistipps für Geschäftsführer und Buchhalter

  • Führen Sie ein separates Baukostenblatt für jede Anlage im Bau – mit allen Einzelrechnungen, Zahlungen und Umbuchungen
  • Dokumentieren Sie den Inbetriebnahmezeitpunkt schriftlich (Protokoll, Abnahmebescheinigung, erste Nutzung)
  • Prüfen Sie vor Jahresende, welche Anlagen im Bau fertiggestellt wurden – nur so kann die Umbuchung und AfA-Berechnung korrekt erfolgen
  • Klären Sie bilanzpolitische Wahlrechte (Zinsen, Verwaltungskosten) mit Ihrem Steuerberater ab – vor der Bilanzierung, nicht danach
  • Nutzen Sie digitale Buchhaltungstools, um Anlagenbuchhaltung und Dokumentation zu automatisieren
  • Holen Sie bei komplexen Bauvorhaben oder selbst erstellten immateriellen Anlagen frühzeitig steuerliche Beratung ein

Für GmbHs und andere Kapitalgesellschaften ist die Einbindung eines Steuerberaters bei der Jahresabschlusserstellung ohnehin verpflichtend. Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lassen möchte, ohne lange Wartezeiten und mit transparenten Festpreisen, findet auf OnlineBilanz.de eine digitale Steuerberater-Plattform, die Steuerberater-Qualität mit moderner Software verbindet.

„Die Digitalisierung hat die Anlagenbuchhaltung erheblich vereinfacht – aber die fachliche Expertise bleibt unverzichtbar. Als Büroleiter koordiniere ich den Austausch zwischen Mandant und unserem Steuerberater-Team: Der Mandant liefert die Daten digital, wir prüfen, bewerten und erstellen den rechtsverbindlichen Jahresabschluss – effizient und zu Festpreisen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Häufig gestellte Fragen

Können Anlagen im Bau auch bei selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen anfallen?

Ja, auch immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die selbst erstellt werden (z. B. Software, Patente), durchlaufen eine Entwicklungsphase. Allerdings unterliegen sie nach § 248 Abs. 2 HGB einem Aktivierungswahlrecht bzw. -verbot für Forschungskosten. Entwicklungskosten dürfen aktiviert werden, wenn die Voraussetzungen des § 255 Abs. 2a HGB erfüllt sind. Die Erfassung erfolgt analog auf einem separaten Konto für immaterielle Anlagen im Bau.

Was passiert, wenn eine Anlage im Bau dauerhaft nicht fertiggestellt wird?

Wird ein Bauprojekt abgebrochen oder ist eine Fertigstellung dauerhaft unwahrscheinlich, muss eine außerplanmäßige Abschreibung nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB auf den niedrigeren beizulegenden Wert oder auf null erfolgen. Die bisher aktivierten Herstellungskosten sind erfolgswirksam abzuschreiben. Eine Dokumentation der Gründe für den Abbruch ist aus Nachweispflichten heraus zwingend erforderlich.

Wie ist mit Fremdwährungskosten bei Anlagen im Bau zu verfahren?

Kosten in Fremdwährung sind zum Zeitpunkt der Entstehung mit dem Devisenkassamittelkurs nach § 256a HGB in Euro umzurechnen. Werden Anzahlungen geleistet, ist der Kurs zum Zahlungszeitpunkt maßgeblich. Wechselkursschwankungen bis zur Inbetriebnahme erhöhen oder mindern die Herstellungskosten. Nach Aktivierung unterliegen Währungsdifferenzen den allgemeinen Bewertungsvorschriften für Anlagevermögen.

Müssen Anlagen im Bau im Anlagenspiegel ausgewiesen werden?

Ja, nach § 284 Abs. 3 HGB (für Kapitalgesellschaften) ist im Anhang ein Anlagenspiegel vorzulegen, der für jeden Posten des Anlagevermögens Anfangsbestand, Zugänge, Abgänge, Umbuchungen und Endbestand sowie kumulierte Abschreibungen zeigt. Anlagen im Bau werden als eigenständiger Posten geführt. Umbuchungen bei Inbetriebnahme sind im Anlagenspiegel transparent darzustellen, um die Entwicklung nachvollziehbar zu machen.

Wie ist bei staatlichen Zuschüssen für Anlagen im Bau zu verfahren?

Investitionszuschüsse können nach § 255 Abs. 1 Satz 3 HGB wahlweise von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgesetzt werden (Nettomethode) oder als passiver Rechnungsabgrenzungsposten bzw. Sonderposten erfasst und über die Nutzungsdauer aufgelöst werden (Bruttomethode). Die Wahl muss einheitlich getroffen und stetig angewendet werden. Steuerlich ist die Behandlung nach § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG zu prüfen.

Was gilt bei mehrjährigen Großprojekten über mehrere Bilanzstichtage hinweg?

Bei mehrjährigen Projekten müssen die bis zum Bilanzstichtag angefallenen Herstellungskosten vollständig aktiviert werden, auch wenn das Projekt noch nicht abgeschlossen ist. Zum jeweiligen Bilanzstichtag ist zu prüfen, ob eine außerplanmäßige Abschreibung wegen dauerhafter Wertminderung erforderlich ist (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB). Eine präzise Kostenerfassung und Dokumentation über mehrere Jahre ist essenziell für die Nachprüfbarkeit und Ordnungsmäßigkeit der Buchführung.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 266 HGB – Gliederung der Bilanz, § 255 HGB – Bewertungsmaßstäbe, § 253 HGB – Zugangs- und Folgebewertung, § 6 EStG – Bewertung (steuerlich). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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DATEV‑PartnerSchnittstellen­zertifiziert
Kontakt & häufige Fragen

Ihre Fragen.
Unsere Antworten.

Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
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