Unternehmensnachfolge-Beratung: Wer berät, was es kostet und welche Förderung es gibt
Eine Unternehmensnachfolge ist eines der komplexesten Projekte im Leben eines GmbH-Geschäftsführers – steuerlich, rechtlich und betriebswirtschaftlich. Wer die falschen Berater beauftragt oder zu spät startet, riskiert erhebliche Steuermehrbelastungen und juristische Fallstricke. Dieser Artikel zeigt, welche Beraterlandschaft existiert, was professionelle Begleitung kostet und welche Fördergelder den Aufwand reduzieren.
Einen Überblick über Beratung zu Struktur, Wachstum und Optimierung gibt die Übersicht zur Unternehmensberatung.
Kurzantwort
Unternehmensnachfolge-Beratung umfasst je nach Phase unterschiedliche Fachleute: Der Steuerberater optimiert die steuerliche Struktur, der Fachberater für Unternehmensnachfolge (z. B. DStV) koordiniert den Gesamtprozess, der M&A-Berater organisiert den externen Verkauf, der Rechtsanwalt sichert die Vertragsgestaltung, und die IHK bietet kostenlose Erstorientierung. Kosten variieren zwischen einigen Hundert Euro für eine IHK-Erstberatung und mehreren Hunderttausend Euro bei komplexen M&A-Transaktionen. Die BAFA-Förderung „Unternehmensberatung für KMU“ bezuschusst in den alten Bundesländern 50 % der förderfähigen Beratungskosten (Bemessungsgrundlage höchstens 3.500 EUR), also bis zu 1.750 EUR je Beratung.
Inhaltsverzeichnis
- Warum professionelle Beratung unverzichtbar ist
- Die Beraterlandschaft im Überblick
- Der Steuerberater: steuerliche Strukturierung
- Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV)
- M&A-Berater: externer Unternehmensverkauf
- Rechtsanwalt: Vertragssicherheit und Haftungsschutz
- IHK, Kammern und öffentliche Förderstellen
- Kosten und Honorarmodelle im Detail
- BAFA-Förderung und weitere Zuschüsse
- Praxisbeispiel: GmbH-Nachfolge mit Beratungskosten
- Auswahlkriterien: Den richtigen Berater finden
- Fazit
Warum professionelle Unternehmensnachfolge-Beratung unverzichtbar ist
Jedes Jahr stehen in Deutschland zahlreiche Familienunternehmen und mittelständische Betriebe vor der Nachfolgefrage. Viele Übergaben scheitern nicht am fehlenden Nachfolger, sondern an mangelnder Vorbereitung. Die Übergabe einer GmbH berührt gleichzeitig das Erbschaftsteuerrecht (§§ 13a, 13b ErbStG), das Körperschaftsteuerrecht, das Umwandlungsrecht (UmwG), das Gesellschaftsrecht nach GmbHG sowie das Zivilrecht. Kein einzelner Berater beherrscht alle Disziplinen gleichermaßen – deshalb ist ein koordiniertes Beratungsteam der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Ein häufiger Fehler: Geschäftsführer beauftragen erst dann einen Steuerberater, wenn der Kaufvertrag bereits paraphiert ist. Zu diesem Zeitpunkt sind steuerliche Gestaltungsoptionen – etwa die Nutzung des § 17 EStG bei der Veräußerung von GmbH-Anteilen oder die Umstrukturierung über eine Holding – bereits vertan. Professionelle Beratung muss mindestens drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Übergabezeitpunkt beginnen.
Hinweis: Vorlaufzeit beachten
Steuerliche Optimierungsmaßnahmen wie die Einbringung in eine Holdingstruktur unterliegen Sperrfristen von bis zu sieben Jahren (§ 22 UmwStG). Eine kurzfristige Beratung kurz vor der Übergabe kann diese Gestaltungen nicht mehr nutzen.
Die Beraterlandschaft im Überblick
Der Markt für Unternehmensnachfolge-Beratung ist heterogen. Je nach Unternehmensgröße, Übergabeform (familienintern, MBO, externer Verkauf) und Komplexität sind unterschiedliche Beraterdisziplinen gefragt. Die folgende Tabelle gibt eine erste Orientierung (Honorarangaben als unverbindliche Beispielwerte, keine Marktstatistik):
| Beratertyp | Kernkompetenz | Typische Phase | Honorarrahmen |
|---|---|---|---|
| Steuerberater (generalistisch) | Steuerliche Strukturierung, Jahresabschluss, Due Diligence | Früh & Abschluss | StBVV oder Vergütungsvereinbarung in Textform (§ 4 StBVV) |
| Fachberater Unternehmensnachfolge (DStV) | Gesamtprozesskoordination, Unternehmensbewertung, Nachfolgekonzept | Gesamtprozess | Pauschal 3.000–25.000 EUR |
| M&A-Berater / Corporate Finance | Käufersuche, Transaktionsstrukturierung, LOI/SPA | Verkaufsprozess | Retainer + Success Fee 3–8 % des Kaufpreises |
| Rechtsanwalt / Notar | Anteilskaufvertrag, GmbH-rechtliche Fragen, Erbrecht | Vertragsphase | Zeithonorar 200–450 EUR/h; Notargebühren nach GNotKG |
| IHK / HWK / Kammern | Erstberatung, Nachfolgebörse, Netzwerkvermittlung | Orientierungsphase | Häufig kostenlos |
| Unternehmensberater (KMU-fokussiert) | Organisationsentwicklung, Personalübergang, Käuferbegleitung | Integrationsphase | Zeithonorar 100–200 EUR/h |
Der Steuerberater: steuerliche Strukturierung der Nachfolge
Der Steuerberater ist in aller Regel der erste Ansprechpartner für den GmbH-Geschäftsführer, weil er das Unternehmen durch die laufende Mandatsbeziehung – Jahresabschluss, Steuererklärungen, Lohnbuchhaltung – bereits gut kennt. Seine Kernaufgabe in der Nachfolgeberatung liegt in der steuerlichen Optimierung der Übergabe.
Zentrale Themen des Steuerberaters bei der Unternehmensnachfolge-Beratung:
- Analyse der optimalen Übergabeform: entgeltliche Veräußerung, Schenkung, gemischte Schenkung oder Erbfolge
- Steuerliche Bewertung der GmbH-Anteile (vereinfachtes Ertragswertverfahren nach § 199 BewG für Erbschaftsteuerzwecke)
- Prüfung der erbschaftsteuerlichen Verschonungsregelungen (§§ 13a, 13b ErbStG): Regelverschonung 85 % oder Optionsverschonung 100 %
- Gestaltung von Versorgungsleistungen und Kaufpreisraten steueroptimiert (§ 10 EStG, § 22 EStG)
- Holding-Strukturierung vor der Übergabe zur Minimierung der Körperschaft- und Gewerbesteuer
- Begleitung der steuerlichen Due Diligence (offene Betriebsprüfungen, latente Steuern)
- Erstellung normgerechter Jahresabschlüsse als Bewertungsgrundlage für die Unternehmensbewertung
Wichtig: Ein generalistischer Steuerberater ohne vertiefte Nachfolgekompetenz stößt bei komplexen Umstrukturierungen schnell an Grenzen. In solchen Fällen empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Fachberater.
Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV): der Spezialist im Mittelpunkt
Der Fachberater für Unternehmensnachfolge ist eine gesetzlich nicht geschützte Zusatzbezeichnung, die u. a. der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) nach Nachweis besonderer Kenntnisse vergibt. Inhaltlich werden abgedeckt: Unternehmensbewertung, Nachfolgeplanung, steuerliches Umstrukturierungsrecht und Verhandlungsführung.
Qualifikationsnachweis prüfen
Wer den Titel „Fachberater für Unternehmensnachfolge“ führt, sollte auf Anfrage Zertifikat und Fortbildungsnachweise vorlegen können.
Der Fachberater übernimmt typischerweise die Gesamtkoordination des Nachfolgeprozesses: Er erstellt das Nachfolgekonzept, koordiniert Steuerberater, Anwalt und M&A-Berater, führt die Unternehmensbewertung durch und begleitet Käufer- und Verkäufergespräche. Damit ist er der „Dirigent“ in einem komplexen Beratungsensemble.
M&A-Berater: professioneller externer Unternehmensverkauf
Sobald die Nachfolge extern – also an einen strategischen Investor, einen Finanzinvestor oder im Rahmen eines Management-Buy-out (MBO) – erfolgen soll, kommt ein M&A-Berater ins Spiel. Corporate-Finance-Boutiquen und spezialisierte Unternehmensberatungen für Unternehmensnachfolge strukturieren den gesamten Verkaufsprozess: von der Unternehmensbewertung über das Information Memorandum bis zur Käuferidentifikation und Verhandlungsführung.
Typisches Honorarmodell bei M&A-Mandaten (unverbindliche Beispielwerte, keine Marktstatistik):
- Retainer (monatliche Bereitstellungsgebühr): 2.000–10.000 EUR/Monat, wird meist auf die Erfolgsgebühr angerechnet
- Success Fee: 3–8 % des Transaktionswertes bei kleineren Transaktionen (< 5 Mio. EUR); bei größeren Deals Staffelmodelle (sog. Lehman-Formel oder Double Lehman)
- Mindestgebühr: Häufig 50.000–150.000 EUR als Untergrenze, unabhängig vom Kaufpreis
Vorsicht bei „No-Cure-No-Pay“-Versprechen ohne Retainer: Berater ohne Festhonorar haben wirtschaftliche Anreize, schnell abzuschließen – nicht unbedingt zum besten Preis für den Verkäufer. Prüfen Sie Referenztransaktionen und vermeiden Sie exklusive Mandate mit langen Laufzeiten ohne Kündigungsrecht.
Rechtsanwalt: Vertragssicherheit und Haftungsschutz
Der Rechtsanwalt für Unternehmensnachfolge – idealerweise mit dem Fachanwaltstitel für Gesellschaftsrecht, Steuerrecht oder Erbrecht – ist unverzichtbar für die rechtssichere Gestaltung der Transaktion. Kernaufgaben:
- Gestaltung und Verhandlung des Anteilskaufvertrages (Share Purchase Agreement, SPA) einschließlich Garantie- und Freistellungsregelungen
- GmbH-rechtliche Fragen: Anpassung des Gesellschaftsvertrages, Einziehung und Abtretung von Geschäftsanteilen nach § 15 GmbHG, notarielle Beurkundung
- Erbschafts- und schenkungsrechtliche Gestaltungen: Testament, Erbvertrag, Pflichtteilsregelungen, Nießbrauchvorbehalt
- Arbeitsrechtliche Aspekte: Betriebsübergang nach § 613a BGB, Informationspflichten gegenüber Arbeitnehmern
- Wettbewerbsverbote für den Veräußerer (Post-Closing-Obligations)
Notarkosten für die Beurkundung der Anteilsabtretung richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und hängen vom Geschäftswert (regelmäßig der Kaufpreis) ab. Bei einem Kaufpreis von 1 Mio. EUR sind Notarkosten von ca. 3.000–5.000 EUR zuzüglich Umsatzsteuer realistisch.
IHK, Kammern und öffentliche Förderstellen: kostenlose Erstorientierung
Die Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie die Handwerkskammern (HWK) bieten bundesweit kostenlose oder sehr günstige Erstberatungen zur Unternehmensnachfolge an. Über die IHK-Unternehmensbörse „nexxt-change“ (Bundesinitiative gemeinsam mit KfW, DIHK und Bundesministerium für Wirtschaft) können Unternehmen und Nachfolger anonym zueinander finden. Die Nutzung ist kostenlos.
Weitere öffentliche Anlaufstellen:
- KfW: Förderprogramme für Nachfolger (z. B. ERP-Gründerkredit – Universell für Unternehmensübernahmen)
- Landesförderinstitute: Ergänzende Zuschüsse und Bürgschaften (z. B. NRW.BANK, Bayern Kapital, Bürgschaftsbank Bayern)
- RKW Kompetenzzentrum: Kostenlose Leitfäden und regionale Beratungsangebote zur Betriebsübergabe
- BAFA: Geförderte Unternehmensberatung (siehe nächster Abschnitt)
Kosten und Honorarmodelle der Unternehmensnachfolge-Beratung im Detail
Die Gesamtkosten einer professionellen Nachfolgeberatung hängen stark von Unternehmensgröße, Übergabeform und benötigten Disziplinen ab. Folgende Beispielwerte dienen der groben Orientierung (keine Marktstatistik):
Steuerberater: 5.000–20.000 EUR
Fachberater Unternehmensnachfolge: 3.000–15.000 EUR
Rechtsanwalt / Notar: 3.000–10.000 EUR
Gesamt: ca. 11.000–45.000 EUR
Steuerberater / Tax Due Diligence: 15.000–50.000 EUR
M&A-Berater (Success Fee 5 % auf 2 Mio. EUR): 100.000 EUR
Rechtsanwalt SPA-Verhandlung: 20.000–60.000 EUR
Gesamt: ca. 135.000–210.000 EUR
Honorarmodelle variieren erheblich. Steuerberater rechnen nach der StBVV ab (z. B. Zeitgebühr nach § 13 StBVV: 16,50–41 EUR je angefangene Viertelstunde) oder auf Basis einer Vergütungsvereinbarung in Textform (§ 4 StBVV). Für Nachfolgeprojekte werden zunehmend Pauschalangebote mit klar definierten Leistungspaketen vereinbart – das schafft Kostenklarheit für den Mandanten. M&A-Berater arbeiten häufig mit einer Kombination aus Retainer und erfolgsabhängiger Komponente.
BAFA-Förderung und weitere Zuschüsse für die Nachfolgeberatung
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert im Rahmen des Programms „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ Beratungsleistungen für KMU – auch zur Unternehmensnachfolge. Die Förderrichtlinie läuft bis 31.12.2026; maßgeblich sind die aktuellen Angaben des BAFA:
| Parameter | Regelung |
|---|---|
| Anzahl Beratungen | Bis zu zwei Beratungen pro Jahr, fünf im Programmzeitraum |
| Maximale förderfähige Beratungskosten gesamt | 3.500 EUR netto je Beratung |
| Fördersatz (alte Bundesländer) | 50 % der förderfähigen Kosten |
| Maximaler Zuschuss (alte Bundesländer) | 1.750 EUR je Beratung |
| Zuschuss für strukturschwache Regionen / neue Bundesländer | Höhere Fördersätze möglich (siehe BAFA) |
| Antragstellung | Online über das BAFA-Portal; Beratungsvertrag erst nach Rückmeldung der Leitstelle |
| Berechtigte Unternehmen | KMU im Sinne der EU-KMU-Definition (< 250 MA, < 50 Mio. EUR Jahresumsatz) |
Die BAFA-Förderung deckt nur einen begrenzten Teil der Gesamtkosten einer Nachfolgeberatung ab. Sie eignet sich besonders für die Erstberatungs- und Konzeptphase. Für die gesamte Transaktion sind ergänzende Finanzierungsquellen erforderlich. Der Antrag muss zwingend vor Beratungsbeginn gestellt werden – nachträgliche Anträge werden abgelehnt.
Zusätzlich zur BAFA-Förderung bieten einige Bundesländer eigene Beratungsförderprogramme an. Ob und in welchem Umfang Bundes- und Landesförderung kombiniert werden können, regeln die jeweiligen Förderrichtlinien.
Praxisbeispiel: GmbH-Nachfolge mit konkreter Beratungskostenkalkulation
Ausgangssituation: Maschinenbau-GmbH, Umsatz 3,5 Mio. EUR, EBIT 420.000 EUR, Gesellschafter-Geschäftsführer (65 Jahre) möchte in 3 Jahren an einen externen Käufer veräußern. Unternehmenswert: ca. 2,0–2,5 Mio. EUR (Multiple 5× EBIT als Richtwert).
Empfohlene Beratungsstrecke und Kosten:
| Leistung | Berater | Geschätzte Kosten (netto) |
|---|---|---|
| Nachfolgekonzept, steuerliche Optimierung, Holding-Check | Fachberater Unternehmensnachfolge / StB | 12.000 EUR |
| Jahresabschlüsse 2023–2025 (3 Jahre, Bewertungsbasis) | Steuerberater (laufendes Mandat) | Laufendes Mandat |
| Unternehmensbewertungsgutachten (IDW S1) | WP / StB | 8.000 EUR |
| M&A-Mandat: Retainer 18 Monate à 3.000 EUR | M&A-Boutique | 54.000 EUR |
| M&A-Mandat: Success Fee 4,5 % auf 2,2 Mio. EUR Kaufpreis | M&A-Boutique | 99.000 EUR |
| SPA-Verhandlung, GmbH-rechtliche Abwicklung | Rechtsanwalt / Notar | 22.000 EUR |
| Gesamtberatungskosten (netto) | ca. 195.000 EUR |
BAFA-Förderung: Für die Nachfolgekonzept-Phase (12.000 EUR) können bis zu 3.500 EUR förderfähig sein → Zuschuss bis zu 1.750 EUR (alte Bundesländer). Ob weitere Leistungen förderfähig sind, richtet sich nach der Förderrichtlinie; erfolgsabhängige M&A-Honorare dürften regelmäßig nicht erfasst sein.
Steuerlicher Effekt der Veräußerung: Bei Verkauf der GmbH-Anteile durch die Holdinggesellschaft (§ 8b KStG) sind 95 % des Gewinns körperschaftsteuerfrei – ein zentrales Argument für die frühzeitige Holdingstrukturierung. Ohne Holding wäre der Veräußerungsgewinn beim Gesellschafter-Geschäftsführer nach dem Teileinkünfteverfahren (§ 3 Nr. 40 EStG) mit 60 % steuerpflichtig.
Bank 2.200.000 EUR an Beteiligung GmbH-Anteile 100.000 EUR + Ertrag aus Anteilsveräußerung 2.100.000 EUR
→ 5 % steuerpflichtiger Anteil nach § 8b Abs. 3 KStG: 105.000 EUR
→ KSt inkl. SolZ auf Holdingebene: ca. 16.616 EUR (15,825 % auf 105.000 EUR), zzgl. Gewerbesteuer
Dieser Steuervorteil kann die gesamten Beratungskosten deutlich übersteigen – ein Argument für die frühzeitige steuerliche Beratung. Weitere Grundlagen zur Bewertung und Bilanzierung finden Sie in unserem Artikel zum Jahresabschluss der GmbH.
Auswahlkriterien: Den richtigen Berater für die Unternehmensnachfolge finden
Die Auswahl des richtigen Beraters ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Nachfolgeprozess. Folgende Kriterien helfen bei der systematischen Auswahl:
- Qualifikationsnachweis: Fachberater-Bezeichnung (z. B. DStV), Fachanwaltstitel, Referenztransaktionen in vergleichbarer Größenordnung und Branche nachfordern
- Interessenkonflikte prüfen: Berät der M&A-Berater auch Käufer? Bestehen Verflechtungen mit Investoren? Transparenz über Vergütungsstruktur einfordern
- Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA): Vor jeder Erstbesprechung mit Unternehmensdaten eine NDA unterzeichnen lassen
- Honorartransparenz: Schriftliches Angebot mit klarer Leistungsabgrenzung, Stundensatz, Pauschale oder Erfolgskomponente verlangen; § 611 BGB (Dienstvertrag) regelt Grundsätze
- Referenzen einholen: Mindestens 2–3 Referenzkunden ähnlicher Größenordnung direkt kontaktieren
- Teamstruktur klären: Wer bearbeitet das Mandat operativ? Vorsicht, wenn der Partner im Erstgespräch glänzt und dann Junior-Berater arbeiten
- Netzwerk und Käuferzugang: Bei M&A-Mandaten: Wie groß ist die aktive Käuferdatenbank? Welche Branchen werden adressiert?
- Digitale Kompetenz: Nutzung von Virtual Data Rooms, digitaler Kommunikation und Prozessmanagement-Tools ist heute Standard
Was der Jahresabschluss mit OnlineBilanz kostet, zeigt der Kostenrechner von onlinebilanz.de. Einen Eindruck von der Software gibt die Demo-Version.
Fazit: Unternehmensnachfolge-Beratung frühzeitig und strukturiert aufstellen
Professionelle Unternehmensnachfolge-Beratung ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition mit messbarem Return: Steuereinsparungen durch frühzeitige Holdingstrukturierung, höhere Verkaufspreise durch professionelles M&A-Mandat und Haftungsvermeidung durch sorgfältige Vertragsgestaltung übersteigen die Beratungskosten in der Regel erheblich. Die Beraterlandschaft ist vielfältig – entscheidend ist, die richtige Disziplin zur richtigen Projektphase einzusetzen. Der Steuerberater startet früh, der Fachberater koordiniert, der M&A-Berater akquiriert Käufer, der Anwalt sichert den Vertragsabschluss rechtlich ab. Die IHK und die BAFA-Förderung bieten günstige Einstiegspunkte für die Orientierungsphase. Wer diesen strukturierten Ansatz konsequent verfolgt und mindestens drei Jahre Vorlaufzeit einplant, erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit seiner Nachfolge signifikant.
1.750 EUR
Max. BAFA-Zuschuss je Beratung (alte Bundesländer)
3–8 %
M&A-Berater Success Fee (Beispielwerte)
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Fachberater für Unternehmensnachfolge?
Die Kosten hängen vom Leistungsumfang ab. Ist der Fachberater Steuerberater, richtet sich die Vergütung nach der StBVV oder einer Vergütungsvereinbarung in Textform (§ 4 StBVV). Die Beispielwerte in diesem Beitrag reichen von 3.000 bis 25.000 EUR netto für ein vollständiges Nachfolgekonzept.
Wer fördert die Kosten der Unternehmensnachfolge-Beratung?
Das BAFA fördert über das Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU" in den alten Bundesländern 50 % der förderfähigen Beratungskosten (höchstens 3.500 EUR), also bis zu 1.750 EUR Zuschuss je Beratung; in anderen Regionen können höhere Fördersätze gelten. Der Antrag muss vor Beratungsbeginn gestellt werden.
Was macht ein Steuerberater bei der Unternehmensnachfolge?
Der Steuerberater analysiert die steuerlich optimale Übergabeform (Verkauf, Schenkung, Erbfolge), prüft Verschonungsregelungen nach §§ 13a, 13b ErbStG, gestaltet Versorgungsleistungen und begleitet die steuerliche Due Diligence. Er erstellt auch die Jahresabschlüsse als Bewertungsbasis.
Brauche ich für die Nachfolge einen M&A-Berater oder reicht der Steuerberater?
Bei familieninterner Nachfolge oder Schenkung genügen meist Steuerberater und Rechtsanwalt. Sobald ein externer Käufer gesucht wird, ist ein M&A-Berater mit aktivem Käufernetzwerk in der Regel sinnvoll.
Wie lange dauert eine professionelle Unternehmensnachfolge?
Eine vollständige Nachfolge vom Beginn der Planung bis zum Closing dauert typischerweise drei bis fünf Jahre. Steuerliche Optimierungsmaßnahmen (z. B. Holding-Einbringung) unterliegen Sperrfristen von bis zu sieben Jahren und müssen entsprechend früh umgesetzt werden.
Muss die Anteilsabtretung bei einer GmbH notariell beurkundet werden?
Ja. Nach § 15 Abs. 3 GmbHG bedürfen Verfügungen über GmbH-Anteile der notariellen Form. Die Beurkundungskosten richten sich nach dem GNotKG und hängen vom Geschäftswert (Kaufpreis) ab. Bei 1 Mio. EUR Kaufpreis sind ca. 3.000–5.000 EUR Notarkosten realistisch.
Über Autor und Berufsprofil
Autor
Servet Gündogan
Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart
Erster Ansprechpartner für Kunden, koordiniert auf Wunsch die Zusammenarbeit mit kooperierenden Steuerberatern.
Berufsprofil
Fabian Klement
Wirtschaftsprüfer & Steuerberater · M.A.
Berufsangaben im persönlichen Profil
Schwerpunkt Jahresabschlussprüfung, Konzernreporting und E-Bilanz. Schwerpunkt fachliche Abschlussfragen. Informationen zum Tätigkeitsgebiet; keine individuelle Beratung durch diesen Beitrag.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Steuerliche Beratung im Einzelfall erteilen nur die nach dem Steuerberatungsgesetz dazu befugten Personen und Gesellschaften, insbesondere Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Stand der Rechtslage: Juli 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
