Trinkgeld versteuern Kartenzahlung: EC-Karte, Steuerfreiheit & Verbuchung
Kartenzahlung ist in der Gastronomie längst Standard – doch wenn der Gast das Trinkgeld gleich mit auf die EC- oder Kreditkarte drauflegt, landet der Betrag zunächst auf dem Geschäftskonto des Unternehmers. Das wirft sofort die Frage auf: Bleibt die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 51 EStG erhalten, oder entsteht Lohnsteuerpflicht? Und wie bucht die GmbH den Durchlaufposten korrekt – ohne versehentlich Umsatzsteuer oder Körperschaftsteuer auszulösen?
Kurzantwort
Beim Trinkgeld versteuern Kartenzahlung gilt: Auch per EC- oder Kreditkarte gezahltes Trinkgeld bleibt für den Arbeitnehmer nach § 3 Nr. 51 EStG lohnsteuerfrei, wenn der Gast die Zuwendung freiwillig und ohne Rechtsanspruch direkt an den Arbeitnehmer zahlt – auch wenn der Betrag technisch über das Betriebskonto läuft. Entscheidend ist die korrekte Weiterleitung an den Arbeitnehmer und die buchhalterische Behandlung als durchlaufender Posten (§ 4 Abs. 3 Satz 2 EStG / § 10 UStG). Behält der Arbeitgeber das Trinkgeld ein oder verteilt er es nach eigenem Ermessen, entsteht steuerpflichtiger Arbeitslohn.
Inhaltsverzeichnis
- § 3 Nr. 51 EStG: Steuerfreiheit im Überblick
- Das Karten-Trinkgeld-Problem: Warum der Umweg über das Betriebskonto riskant ist
- Voraussetzungen der Steuerfreiheit bei Kartenzahlung
- Wann wird Karten-Trinkgeld lohnsteuerpflichtig?
- Umsatzsteuerliche Behandlung: kein steuerbarer Umsatz
- Korrekte Verbuchung als durchlaufender Posten (mit GmbH-Beispiel)
- Auswirkungen auf Jahresabschluss und Lohnkonto
- Praxis-Checkliste für Geschäftsführer
- Fazit: Trinkgeld versteuern Kartenzahlung – worauf es ankommt
§ 3 Nr. 51 EStG: Die gesetzliche Grundlage der Steuerfreiheit
Die steuerliche Privilegierung von Trinkgeldern ist in § 3 Nr. 51 EStG normiert. Danach sind Trinkgelder, die anlässlich einer Arbeitsleistung dem Arbeitnehmer von Dritten freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht, gegeben werden, steuerfrei – und zwar ohne betragsmäßige Obergrenze. Diese Regelung gilt seit dem Gesetz zur Steuerfreistellung von Arbeitnehmertrinkgeldern vom 6. August 2002 und hat sich seitdem nicht grundlegend geändert.
Für die Steuerfreiheit müssen kumulativ drei Merkmale erfüllt sein:
- Dritter als Zuwendender: Das Trinkgeld muss vom Gast (Dritten) stammen, nicht vom Arbeitgeber.
- Freiwilligkeit: Es darf kein Rechtsanspruch bestehen – weder vertraglich noch tarifvertraglich.
- Anlässlich einer Arbeitsleistung: Der Zusammenhang mit der konkreten Serviceleistung des Arbeitnehmers muss erkennbar sein.
Hinweis
§ 3 Nr. 51 EStG enthält – anders als die frühere Regelung – keine Betragsobergrenze mehr. Auch ein Trinkgeld von 500 EUR für einen besonderen Catering-Einsatz bleibt beim Arbeitnehmer steuerfrei, solange alle drei Voraussetzungen erfüllt sind.
Das Karten-Trinkgeld-Problem: Warum der Umweg über das Betriebskonto riskant ist
Bei Barzahlung ist die Sache klar: Der Gast legt den Schein direkt auf den Tisch, der Kellner steckt ihn ein – ein klassischer Direktzufluss beim Arbeitnehmer. Bei Trinkgeld versteuern Kartenzahlung und EC-Karte sieht der Zahlungsfluss aber anders aus:
- Der Gast gibt am Terminal oder in der App einen Trinkgeldbetrag ein.
- Der Gesamtbetrag (Rechnung + Trinkgeld) wird vom Konto des Gastes abgebucht.
- Der Zahlungsdienstleister (z. B. SumUp, Stripe, Adyen) überweist den Gesamtbetrag auf das Geschäftskonto des Unternehmers.
- Erst danach leitet der Arbeitgeber den Trinkgeldanteil an den Arbeitnehmer weiter.
In Schritt 3 liegt der buchhalterische und steuerliche Knackpunkt: Der Betrag ist zunächst Zufluss beim Arbeitgeber, nicht beim Arbeitnehmer. Das Finanzamt könnte argumentieren, der Arbeitgeber habe das Trinkgeld vereinnahmt und leite es dann als Arbeitslohn weiter – womit Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht entstünden.
Achtung: Wenn der Arbeitgeber den Trinkgeldanteil in sein „Trinkgeldkonto“ einbucht und am Monatsende nach eigenem Ermessen an die Belegschaft verteilt (Tronc-System), verlieren die Zahlungen regelmäßig den Charakter der Drittleistung. Finanzgerichte und der BFH haben dies mehrfach betont (vgl. BFH-Urteil vom 18. Juni 2015, VI R 37/14).
Voraussetzungen der Steuerfreiheit bei Kartenzahlung im Detail
Die Finanzverwaltung und die Rechtsprechung haben für den Umweg über das Betriebskonto klare Anforderungen entwickelt, die Arbeitgeber dokumentieren müssen:
1. Erkennbarer Widmungswille des Gastes
Der Gast muss beim Zahlvorgang eindeutig zum Ausdruck bringen, dass der Trinkgeldbetrag für den konkreten Arbeitnehmer bestimmt ist. Terminal-Systeme, die dem Gast die Auswahl zwischen „Trinkgeld für den Service“ (personenbezogen) und einem allgemeinen Zuschlag ermöglichen, erfüllen diese Anforderung besser als ein pauschaler Aufschlag auf die Rechnung.
2. Durchleitungspflicht des Arbeitgebers
Der Arbeitgeber darf keinen Ermessensspielraum bei der Weiterleitung haben. Eine interne Betriebsanweisung oder Regelung im Arbeitsvertrag muss sicherstellen, dass der gesamte vom Gast als Trinkgeld designierte Betrag ungekürzt an den berechtigten Arbeitnehmer weitergeleitet wird. Abzüge – etwa für Kreditkartengebühren – sind problematisch und sollten vermieden werden.
3. Zeitnahe Weiterleitung
Je länger das Trinkgeld auf dem Betriebskonto verbleibt, desto stärker ähnelt es einbehaltenen Arbeitgebermitteln. In der Praxis empfiehlt sich eine tägliche oder zumindest wöchentliche Auszahlung. Eine monatelange Ansammlung auf dem Geschäftskonto ist steuerlich schädlich.
4. Individuelle Zuordnung
Das Terminal oder die Kassensoftware muss nachvollziehbar protokollieren, welcher Arbeitnehmer welchen Trinkgeldbetrag für welchen Tisch/Auftrag erhalten hat. Ohne diese Dokumentation ist die Steuerfreiheit im Rahmen einer Lohnsteueraußenprüfung kaum zu verteidigen.
Praxishinweis
Moderne POS-Systeme (z. B. Lightspeed, Gastrofix, orderbird) können Trinkgelder mitarbeitergenau erfassen und in die Lohnabrechnung übergeben – ohne Lohnsteuerpflicht auszulösen, solange die oben genannten Bedingungen eingehalten werden. Das Lohnkonto (§ 4 LStDV) muss dennoch geführt werden; steuerfreie Trinkgelder sind dort aufzuzeichnen, auch wenn keine Steuer anfällt.
Wann wird Karten-Trinkgeld lohnsteuerpflichtig?
Die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 51 EStG entfällt in folgenden Konstellationen – jeweils mit der Rechtsfolge, dass der weitergeleitete Betrag als steuerpflichtiger Arbeitslohn i. S. d. § 19 EStG zu behandeln ist:
- Gast designiert Trinkgeld für bestimmten Arbeitnehmer
- Arbeitgeber leitet ungekürzt weiter
- Kein Arbeitgeberermessen bei Verteilung
- Zeitnahe Auszahlung (täglich/wöchentlich)
- Individuelle Kassendokumentation vorhanden
- Arbeitgeber entscheidet über Verteilung (Tronc)
- Trinkgeld fließt in allgemeine Betriebseinnahmen
- Abzug von Kreditkartengebühren durch Arbeitgeber
- Rechtsanspruch des Arbeitnehmers im Arbeitsvertrag
- Lange Verweildauer auf Betriebskonto ohne klare Trennung
Besondere Vorsicht ist bei automatisierten „Servicecharge“-Modellen geboten, die in der gehobenen Gastronomie verbreitet sind: Wenn die Kasse automatisch 12,5 % Servicegebühr aufschlägt, handelt es sich um einen Bestandteil des Entgelts für die Leistung der GmbH – keine steuerfreie Drittleistung, sondern Umsatz des Unternehmens, der der Umsatzsteuer unterliegt und als Arbeitslohn weitergeleitet werden muss.
Umsatzsteuerliche Behandlung: Warum Karten-Trinkgeld kein steuerbarer Umsatz ist
Auch wenn das Trinkgeld technisch über das Geschäftskonto läuft, unterliegt es nicht der Umsatzsteuer. Entscheidend ist, dass das Trinkgeld kein Entgelt für eine Lieferung oder sonstige Leistung der GmbH i. S. d. § 1 UStG darstellt. Es besteht kein umsatzsteuerrechtlicher Leistungsaustausch zwischen Gast und Arbeitgeber hinsichtlich des Trinkgeldanteils.
Das Bundesministerium der Finanzen hat in seinem Schreiben vom 4. August 2003 (IV B 2 – S 7200 – 80/03) klargestellt, dass freiwillige Trinkgelder, die ausschließlich für den Arbeitnehmer bestimmt sind, nicht in die Bemessungsgrundlage nach § 10 UStG einzubeziehen sind. Dies gilt auch dann, wenn der Zahlungsfluss über den Arbeitgeber erfolgt, sofern er lediglich als Durchlaufstation fungiert.
Konsequenz für die Rechnungsstellung: Auf Quittungen oder Restaurantbelegen darf das Trinkgeld nicht als Teil des steuerpflichtigen Entgelts ausgewiesen werden. Empfehlenswert ist ein separater Ausweis „Trinkgeld (freiwillig, für Service-Mitarbeiter)“ ohne Umsatzsteuer.
Korrekte Verbuchung als durchlaufender Posten – GmbH-Praxisbeispiel
Buchhalterisch ist das Karten-Trinkgeld als durchlaufender Posten zu behandeln. Es darf weder als Betriebseinnahme noch als Betriebsausgabe der GmbH erscheinen – es ist wirtschaftlich nicht ihr Geld. Nach § 4 Abs. 3 Satz 2 EStG (für Einnahmen-Überschuss-Rechnung) bzw. nach allgemeinen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung gemäß § 238 HGB sind durchlaufende Gelder nicht Teil des Betriebsvermögens.
Für den Jahresabschluss der GmbH bedeutet das: Weder Bilanzsumme noch GuV-Posten werden durch korrekt behandeltes Karten-Trinkgeld berührt.
Kontenrahmen SKR 03 / SKR 04
Für die Praxis empfiehlt sich die Einrichtung eines eigenen Durchlaufkontos, z. B.:
- SKR 03: Konto 1590 „Durchlaufende Posten“ (Passivkonto) oder ein Unterkonto
- SKR 04: Konto 3790 „Sonstige Verbindlichkeiten – Trinkgelder“ als Unterkonto
Buchungsbeispiel: Gastro-GmbH „Bella Vista GmbH“
Sachverhalt: Ein Gast zahlt per EC-Karte einen Gesamtbetrag von 130 EUR. Davon entfallen 120 EUR auf die Restaurantrechnung (19 % USt = 19,16 EUR netto 100,84 EUR) und 10 EUR auf ein freiwilliges, mitarbeiterbestimmtes Trinkgeld für Kellnerin Maria M.
Schritt 1 – Zahlungseingang Geschäftskonto (Gesamtbetrag):
an Umsatzerlöse 7% / 19% (8400) 100,84 EUR
an Umsatzsteuer 19% (1776) 19,16 EUR
an Durchlaufende Posten Trinkgeld (1590) 10,00 EUR
Schritt 2 – Auszahlung Trinkgeld an Arbeitnehmerin (Barauszahlung oder Überweisung):
an Kasse (1000) / Bank (1200) 10,00 EUR
Ergebnis: Das Konto 1590 ist nach der Weiterleitung ausgeglichen. In der GuV erscheint kein Trinkgeldaufwand und keine Trinkgeldeinnahme. Im Lohnkonto der Maria M. wird das steuerfreie Trinkgeld von 10 EUR dokumentiert, jedoch ohne Lohnsteuerabzug.
Wichtig für die GmbH
Da die GmbH körperschaftsteuerpflichtig ist (§ 1 KStG), würde ein versehentlicher Ausweis des Trinkgelds als Betriebseinnahme die steuerliche Bemessungsgrundlage erhöhen. Die korrekte Buchung als Durchlaufposten verhindert dies und schützt vor Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuer-Nachforderungen bei der Betriebsprüfung.
Auswirkungen auf Jahresabschluss und Lohnkonto
Im Jahresabschluss der GmbH nach HGB erscheinen korrekt durchgeleitete Karten-Trinkgelder weder in der Bilanz noch in der GuV. Das Durchlaufkonto 1590 ist zum Bilanzstichtag auf null zu buchen – falls noch Restsalden bestehen, sind diese als sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern auszuweisen.
Pflichten im Lohnkonto
Gemäß § 41 EStG i. V. m. § 4 LStDV ist für jeden Arbeitnehmer ein Lohnkonto zu führen. Steuerfreie Trinkgelder nach § 3 Nr. 51 EStG sind dort aufzuzeichnen. In der Lohnsteuer-Anmeldung (§ 41a EStG) und im Lohnsteuerabzug erscheinen sie nicht, da keine Steuer anfällt. In der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung (§ 41b EStG) sind steuerfreie Trinkgelder ebenfalls gesondert auszuweisen – Arbeitnehmer können sie in ihrer Einkommensteuererklärung als steuerfreie Einnahmen angeben, ohne dass eine Steuer entsteht.
Sozialversicherung
Die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 51 EStG zieht auch Sozialversicherungsfreiheit nach sich: Trinkgelder, die die Voraussetzungen der Steuerfreiheit erfüllen, sind nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV (Sozialversicherungsentgeltverordnung) kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt. Auch dies setzt voraus, dass es sich um echte Drittleistungen ohne Rechtsanspruch handelt.
Praxis-Checkliste für Geschäftsführer
- Kassensystem erfasst Trinkgeld mitarbeitergenau und getrennt vom Umsatz
- Interner Prozess dokumentiert, dass Arbeitgeber kein Ermessen bei Verteilung hat
- Weiterleitung an Arbeitnehmer erfolgt täglich oder mindestens wöchentlich
- Kein Abzug von Kreditkartengebühren vom Trinkgeldbetrag
- Durchlaufkonto in der Buchhaltung eingerichtet (SKR 03: 1590 / SKR 04: 3790 Unterkonto)
- Trinkgeld wird im Lohnkonto des Arbeitnehmers als steuerfrei dokumentiert
- Kein Ausweis von Trinkgeld als Umsatz auf Rechnungen/Quittungen
- Kein automatischer Servicecharge-Aufschlag (wäre umsatzsteuerpflichtiger Betriebsumsatz)
- Arbeitsverträge enthalten keinen Rechtsanspruch auf Trinkgeld
- Nachweise für Betriebsprüfung: Terminal-Journale, Kassenzetteldaten, Auszahlungsbelege
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Fazit: Trinkgeld versteuern Kartenzahlung – worauf es wirklich ankommt
Das Thema Trinkgeld versteuern Kartenzahlung ist keine bloße Formalie, sondern ein echter Risikoherd bei Lohnsteuer-Außenprüfungen in der Gastronomie. Die gute Nachricht: Die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 51 EStG bleibt auch dann vollständig erhalten, wenn das Trinkgeld den technischen Umweg über das Geschäftskonto nimmt – vorausgesetzt, der Arbeitgeber fungiert als reiner Durchleitungskanal ohne eigenes Ermessen, die Weiterleitung erfolgt zeitnah und mitarbeitergenau, und die Buchführung behandelt den Betrag konsequent als durchlaufenden Posten.
Für die GmbH bedeutet das konkret: korrekte Kontierung auf einem Durchlaufkonto, kein Ansatz als Betriebseinnahme, keine Körperschaftsteuer und keine Gewerbesteuer auf das Trinkgeld, keine Umsatzsteuer gegenüber dem Finanzamt, und kein Lohnsteuer- bzw. Sozialversicherungsabzug beim Arbeitnehmer. Kritisch wird es nur, wenn der Arbeitgeber über die Verteilung entscheidet (Tronc), die Kasse keinen mitarbeiterbezogenen Nachweis erzeugt oder Kreditkartengebühren vom Trinkgeld einbehalten werden.
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Lohnsteuerpflicht bei korrekter Durchleitung
§ 3 Nr. 51 EStG
Keine Betragsobergrenze für steuerfreies Trinkgeld
Häufig gestellte Fragen
Ist Trinkgeld per EC-Karte für den Arbeitnehmer steuerfrei?
Ja. Auch per EC- oder Kreditkarte gezahltes Trinkgeld bleibt nach § 3 Nr. 51 EStG lohnsteuerfrei, wenn es freiwillig vom Gast für einen bestimmten Arbeitnehmer geleistet wird und der Arbeitgeber es ohne eigenes Ermessen ungekürzt weiterleitet.
Muss das Karten-Trinkgeld in der GmbH als Einnahme gebucht werden?
Nein. Es ist als durchlaufender Posten zu behandeln und erscheint weder als Betriebseinnahme in der GuV noch erhöht es die Körperschaftsteuer- oder Gewerbesteuerbemessungsgrundlage. Empfohlen wird ein separates Durchlaufkonto (SKR 03: 1590).
Fällt auf Karten-Trinkgeld Umsatzsteuer an?
Nein. Da das Trinkgeld kein Entgelt für eine Leistung der GmbH ist, unterliegt es nicht der Umsatzsteuer nach § 1 UStG und darf nicht in die Bemessungsgrundlage nach § 10 UStG einbezogen werden.
Wann wird Karten-Trinkgeld lohnsteuerpflichtig?
Immer dann, wenn der Arbeitgeber über die Verteilung entscheidet (Tronc-System), Kreditkartengebühren vom Trinkgeld einbehält, das Trinkgeld als allgemeine Betriebseinnahme behandelt oder ein arbeitsvertraglicher Rechtsanspruch besteht.
Was muss im Lohnkonto bei steuerfreiem Trinkgeld eingetragen werden?
Steuerfreie Trinkgelder nach § 3 Nr. 51 EStG sind im Lohnkonto (§ 41 EStG) aufzuzeichnen und in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung gesondert auszuweisen – auch wenn kein Lohnsteuerabzug erfolgt.
Ist ein automatischer Servicecharge-Aufschlag auf der Rechnung mit steuerfreiem Trinkgeld gleichzusetzen?
Nein. Ein automatisch berechneter Servicecharge ist umsatzsteuerpflichtiger Bestandteil des Entgelts der GmbH. Er verliert den Charakter des freiwilligen Dritttrinkgelds und muss als Arbeitslohn versteuert werden, wenn er an Mitarbeiter weitergegeben wird.
Über Autor und fachliche Prüfung
Autor
Servet Gündogan
Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart
Erster Ansprechpartner für Mandanten, koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und Steuerberater.
Fachliche Prüfung
Fabian Klement
Wirtschaftsprüfer & Steuerberater · Dipl.-Kfm.
✓ Steuerberaterkammer Stuttgart · Wirtschaftsprüferkammer
Schwerpunkt Jahresabschlussprüfung, Konzernreporting und E-Bilanz. Qualitätssicherung aller Abschlüsse. Verantwortet die fachliche Prüfung dieses Beitrags.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Alle steuerlichen Beratungsleistungen erbringt der angeschlossene Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer. OnlineBilanz ist eine Steuerberater-Plattform: Ihr Jahresabschluss wird von einem zugelassenen Steuerberater erstellt und unterzeichnet. Stand der Rechtslage: June 2026.





