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Passiva Mittelherkunft · "Wem gehört es?"
A. Eigenkapital
Stammkapital25.000 €
Gewinnrücklagen156.200 €
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Datum

Lesedauer

12–17 Minuten

OnlineBilanzBlogBilanzgliederung Einzelunternehmen

Bilanzgliederung Einzelunternehmen 2026: Aufbau & Regeln

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Bilanzgliederung beim Einzelunternehmen folgt den Vorschriften des § 247 HGB und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. Anders als Kapitalgesellschaften unterliegen Einzelkaufleute nicht den strengen Formvorschriften der §§ 266 ff. HGB. Dieser Artikel erklärt, welche Gliederungsregeln gelten, wie die Bilanz strukturiert wird und welche Erleichterungen kleine Einzelunternehmen nutzen können.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Einzelunternehmen gliedern ihre Bilanz nach § 247 HGB und den GoB. Die Formvorschriften der §§ 266 ff. HGB gelten nur für Kapitalgesellschaften. Kleine Einzelunternehmen können verkürzte Gliederungen nutzen. Bewertung erfolgt nach §§ 252 ff. HGB mit Anschaffungskosten- und Niederstwertprinzip.

Welche Gliederungsvorschriften gelten für die Bilanz eines Einzelunternehmens?

Einzelunternehmen unterliegen grundsätzlich den Bilanzierungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB), sofern sie zur Buchführung verpflichtet sind. Die konkrete Bilanzgliederung richtet sich dabei nach der Rechtsform und der Größenklasse gemäß § 267 HGB. Anders als Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) haben Einzelunternehmen jedoch deutlich mehr Spielraum bei der Gliederung ihrer Bilanz.

Für Einzelkaufleute und Personenhandelsgesellschaften (OHG, KG) sieht das HGB keine zwingende Gliederungsvorschrift analog zu § 266 HGB vor. Diese detaillierte Gliederungsvorgabe gilt ausschließlich für Kapitalgesellschaften. Einzelunternehmen müssen lediglich die allgemeinen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) nach § 243 HGB sowie die Gliederungsgrundsätze nach § 247 HGB beachten.

Rechtliche Grundlagen für Einzelunternehmen

  • § 242 HGB: Verpflichtung zur Aufstellung eines Inventars und einer Bilanz für jeden Kaufmann
  • § 243 HGB: Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, die Bilanz muss klar und übersichtlich sein
  • § 247 HGB: Inhalt der Bilanz – Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten
  • § 238 ff. HGB: Allgemeine Buchführungspflichten für Kaufleute
  • § 267 HGB: Größenklassen (relevant für erweiterte Pflichten, falls zutreffend)

Hinweis

Praxis-Hinweis: Auch wenn Einzelunternehmen nicht der strengen Gliederung nach § 266 HGB unterliegen, empfiehlt sich in der Praxis häufig eine freiwillige Anlehnung an diese Systematik. Dies erhöht die Vergleichbarkeit und erleichtert sowohl die interne Auswertung als auch die Zusammenarbeit mit Kreditgebern und Steuerberatern.

Wie unterscheidet sich die Bilanzgliederung beim Einzelunternehmen von einer GmbH?

Der zentrale Unterschied liegt in der gesetzlichen Bindung: Während GmbHs zwingend die detaillierte Gliederung nach § 266 HGB einhalten müssen, genießen Einzelunternehmen deutlich mehr Freiheit. Diese unterschiedliche Behandlung ergibt sich aus den unterschiedlichen Publizitäts- und Schutzinteressen – Kapitalgesellschaften haben aufgrund ihrer Haftungsbeschränkung höhere Transparenzpflichten gegenüber Gläubigern und der Öffentlichkeit.

Merkmal Einzelunternehmen GmbH
Gliederungsvorschrift Keine zwingende Form, nur § 247 HGB Zwingend § 266 HGB
Detaillierungsgrad Flexibel, nach GoB Streng vorgegebene Posten (A I 1, 2, etc.)
Offenlegungspflicht Grundsätzlich nein (außer KapCoGes) Ja, § 325 HGB (Unternehmensregister)
Eigenkapitalgliederung Frei gestaltbar Gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Gewinn
Erweiterungsmöglichkeit Freiwillig möglich Nur im Rahmen von § 266 HGB
Prüfungspflicht In der Regel nein Ja, ab mittelgroß (§ 316 HGB)

In der Praxis bedeutet dies: Ein Einzelunternehmer kann seine Bilanz so aufbauen, wie es für sein Geschäftsmodell sinnvoll ist – solange Klarheit und Übersichtlichkeit gewahrt bleiben. Eine GmbH muss hingegen exakt die Posten A.I. Anlagevermögen, A.II. Umlaufvermögen etc. verwenden und darf von dieser Struktur nicht abweichen.

„In der täglichen Praxis erleben wir häufig, dass Einzelunternehmer zunächst mit einer sehr einfachen Bilanzstruktur starten. Wenn das Unternehmen wächst oder eine Fremdfinanzierung ansteht, empfehlen wir aber die Übernahme der § 266-Struktur – das erleichtert Bankgespräche und spätere Rechtsformwechsel erheblich.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Wie wird die Aktivseite der Bilanz beim Einzelunternehmen strukturiert?

Die Aktivseite der Bilanz zeigt das Vermögen des Einzelunternehmens – also alle Vermögensgegenstände, gegliedert nach ihrer Funktion und Fristigkeit. Gemäß § 247 Abs. 1 HGB sind Vermögensgegenstände und Schulden grundsätzlich getrennt auszuweisen und hinreichend aufzugliedern. Auch ohne Bindung an § 266 HGB hat sich in der Praxis eine Grundstruktur etabliert, die sich an der Liquidierbarkeit orientiert.

Standardgliederung der Aktivseite

<strong>Anlagevermögen</strong>

  • Immaterielle Vermögensgegenstände (Lizenzen, Software, Geschäftswert)
  • Sachanlagen (Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung)
  • Finanzanlagen (Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens, Ausleihungen)

<strong>Umlaufvermögen</strong>

  • Vorräte (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse, fertige Erzeugnisse, Waren)
  • Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Vermögensgegenstände)
  • Wertpapiere (kurzfristig gehaltene Wertpapiere)
  • Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten

Zusätzlich können auf der Aktivseite noch Rechnungsabgrenzungsposten (§ 250 Abs. 1 HGB) sowie Aktive latente Steuern (§ 274 HGB, falls anwendbar) und ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ausgewiesen werden.

Achtung

Wichtig bei der Abgrenzung: Die Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen erfolgt nach der Zweckbestimmung, nicht nach der Haltedauer. Ein LKW im Fuhrpark ist Anlagevermögen, ein LKW beim Händler ist Umlaufvermögen (Ware). Diese Abgrenzung hat erhebliche Auswirkungen auf Bewertung und Abschreibung.

Wie wird die Passivseite beim Einzelunternehmen gegliedert?

Die Passivseite der Bilanz zeigt die Mittelherkunft – also Eigenkapital und Schulden. Während bei Kapitalgesellschaften das Eigenkapital streng nach § 272 HGB in gezeichnetes Kapital, Rücklagen und Gewinnvortrag/Jahresüberschuss gegliedert werden muss, haben Einzelunternehmen hier deutlich mehr Gestaltungsspielraum.

Eigenkapital beim Einzelunternehmen

Das Eigenkapital eines Einzelunternehmens besteht aus den Einlagen des Inhabers, erwirtschafteten und thesaurierten Gewinnen sowie eventuellen Entnahmen. Es gibt kein gesetzlich vorgeschriebenes Mindestkapital wie bei der GmbH (25.000 Euro). Typische Gliederung:

  • Kapitalanteil zu Beginn des Geschäftsjahres
  • + Einlagen im laufenden Geschäftsjahr
  • – Entnahmen im laufenden Geschäftsjahr
  • + Gewinn / – Verlust des Geschäftsjahres
  • = Kapitalanteil am Bilanzstichtag

Fremdkapital beim Einzelunternehmen

Das Fremdkapital wird üblicherweise nach Fristigkeit gegliedert. Auch hier besteht keine zwingende Vorgabe analog § 266 HGB, jedoch hat sich folgende Struktur etabliert:

<strong>Rückstellungen</strong>

  • Pensionsrückstellungen
  • Steuerrückstellungen
  • Sonstige Rückstellungen (z.B. für Urlaubsansprüche, Prozessrisiken, Garantieverpflichtungen)

<strong>Verbindlichkeiten</strong>

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Verbindlichkeiten gegenüber Finanzbehörden
  • Sonstige Verbindlichkeiten

Weitere Passivposten können Rechnungsabgrenzungsposten (§ 250 Abs. 2 HGB) und passive latente Steuern (§ 274 HGB) sein.

„Bei der Eigenkapitalgliederung von Einzelunternehmen ist besondere Sorgfalt geboten: Einlagen und Entnahmen müssen sauber dokumentiert werden, da diese steuerlich erhebliche Auswirkungen haben. Wir empfehlen, bereits unterjährig ein Privatkonto zu führen und alle Bewegungen nachvollziehbar zu erfassen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Welche Bewertungsvorschriften gelten für Bilanzposten beim Einzelunternehmen?

Die Bewertung der Bilanzposten richtet sich für alle Kaufleute – also auch Einzelunternehmen – nach den §§ 252 ff. HGB. Diese Bewertungsvorschriften gelten unabhängig von der Rechtsform und sind zwingend zu beachten. Sie bilden das Fundament für eine vergleichbare und verlässliche Rechnungslegung.

Allgemeine Bewertungsgrundsätze (§ 252 HGB)

  1. Bilanzidentität: Die Wertansätze in der Eröffnungsbilanz müssen mit denen der Schlussbilanz des vorherigen Geschäftsjahres übereinstimmen
  2. Going-Concern-Prinzip: Es ist von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auszugehen
  3. Einzelbewertung: Vermögensgegenstände und Schulden sind grundsätzlich einzeln zu bewerten
  4. Vorsichtsprinzip: Es dürfen nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden (Realisationsprinzip), Risiken und Verluste sind auch dann zu berücksichtigen, wenn sie erst nach dem Bilanzstichtag bekannt werden (Imparitätsprinzip)
  5. Periodenabgrenzung: Aufwendungen und Erträge sind unabhängig von Zahlungszeitpunkten im Jahr ihrer wirtschaftlichen Verursachung zu erfassen
  6. Methodenstetigkeit: Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden sind beizubehalten

Zugangsbewertung und Folgebewertung

Vermögensgegenstand Zugangsbewertung Folgebewertung
Anlagevermögen Anschaffungs- oder Herstellungskosten (§ 253 Abs. 1 HGB) Fortgeführte AK/HK abzgl. planmäßiger Abschreibungen (§ 253 Abs. 3 HGB), ggf. außerplanmäßige Abschreibung bei dauerhafter Wertminderung
Umlaufvermögen Anschaffungs- oder Herstellungskosten Strenges Niederstwertprinzip (§ 253 Abs. 4 HGB): niedrigerer Börsen- oder Marktpreis ist anzusetzen
Verbindlichkeiten Erfüllungsbetrag (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB) Erfüllungsbetrag, bei Restlaufzeit > 1 Jahr: Abzinsung (§ 253 Abs. 2 HGB)
Rückstellungen Nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB) Laufende Anpassung, bei Restlaufzeit > 1 Jahr: Abzinsung mit 5,5 % (§ 253 Abs. 2 HGB)

Hinweis

Praxis-Tipp Abschreibung: Einzelunternehmen können die amtlichen AfA-Tabellen nutzen, sind aber nicht starr daran gebunden. Die tatsächliche Nutzungsdauer kann abweichen – wichtig ist die betriebsindividuelle Betrachtung. Steuerlich gelten jedoch die AfA-Tabellen, sodass Abweichungen zu steuerlichen Mehr- oder Minderungen führen können.

Welche Erleichterungen gelten für kleine Einzelunternehmen?

Kleine Einzelunternehmen profitieren von zahlreichen Erleichterungen, die der Gesetzgeber zur Vermeidung unverhältnismäßiger Belastungen geschaffen hat. Die Größenklassen sind in § 267 HGB definiert und orientieren sich an drei Kriterien: Bilanzsumme, Umsatzerlöse und durchschnittliche Mitarbeiterzahl. Zwei der drei Kriterien müssen an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen über- bzw. unterschritten werden, damit ein Schwellenwechsel eintritt.

Größenklassen nach § 267 HGB (Stand 2026)

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Mitarbeiter
Klein ≤ 6 Mio. € ≤ 12 Mio. € ≤ 50
Mittelgroß ≤ 20 Mio. € ≤ 40 Mio. € ≤ 250
Groß > 20 Mio. € > 40 Mio. € > 250

Für Einzelunternehmen gelten diese Größenklassen grundsätzlich nur dann, wenn sie in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft & Co. (z.B. GmbH & Co. KG) auftreten und damit publizitätspflichtig sind. Reine Einzelkaufleute ohne Kapitalgesellschaftsbeteiligung haben ohnehin keine Offenlegungspflicht.

Konkrete Erleichterungen für kleine Unternehmen

  • Verkürzte Bilanzgliederung: § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB ermöglicht Zusammenfassung von Posten (nur bei Kapitalgesellschaften relevant)
  • Erleichterungen beim Anhang: § 288 HGB – deutlich reduzierte Angabepflichten
  • Verzicht auf Lagebericht: § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB – kleine Kapitalgesellschaften müssen keinen Lagebericht erstellen
  • Erleichterungen bei der Offenlegung: § 326 HGB – vereinfachte Offenlegung ohne GuV möglich
  • Keine Prüfungspflicht: § 316 HGB – kleine Kapitalgesellschaften sind nicht prüfungspflichtig
  • Aktivierungswahlrecht für Bilanzierungshilfen: § 274a HGB für aktive latente Steuern

In der Praxis bedeutet dies: Die meisten Einzelunternehmen bewegen sich ohnehin im Bereich kleinerer Unternehmen und profitieren dadurch von deutlich reduzierten formalen Anforderungen. Wer seinen Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt – etwa über Plattformen wie OnlineBilanz.de mit transparenten Festpreisen – erhält automatisch eine normgerechte Bilanzgliederung, die sowohl handels- als auch steuerrechtlichen Anforderungen genügt.

6 Mio. €

Bilanzsummen-Grenze klein/mittel

50

Mitarbeiter-Grenze für kleine Unternehmen

12 Mio. €

Umsatzgrenze für kleine Unternehmen

Welche Fehler treten bei der Bilanzgliederung von Einzelunternehmen häufig auf?

Trotz der größeren Gestaltungsfreiheit bei Einzelunternehmen gibt es typische Fehlerquellen, die sowohl handelsrechtlich als auch steuerlich zu Problemen führen können. Viele dieser Fehler resultieren aus Unkenntnis der Grundprinzipien oder aus pragmatischen Vereinfachungen, die jedoch nicht zulässig sind.

Typische Fehler in der Praxis

<strong>Fehlerbereich Gliederung</strong>

  • Vermischung von Anlage- und Umlaufvermögen (z.B. Firmenwagen als Vorrat ausgewiesen)
  • Fehlende Trennung von Eigenkapital und Fremdkapital (insbesondere bei Gesellschafterdarlehen)
  • Unzureichende Aufgliederung bei größeren Positionen (Verstoß gegen Klarheitsgrundsatz § 243 HGB)
  • Saldierung von Forderungen und Verbindlichkeiten (Verstoß gegen § 246 Abs. 2 HGB)
  • Fehlerhafte Darstellung von Einlagen und Entnahmen beim Eigenkapital

<strong>Fehlerbereich Bewertung & Ausweis</strong>

  • Aktivierung nicht aktivierungsfähiger Posten (z.B. selbst geschaffene Marken vor BilMoG)
  • Falsche Abgrenzung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten
  • Unterlassene Abzinsung langfristiger Rückstellungen (§ 253 Abs. 2 HGB)
  • Nichtbeachtung des strengen Niederstwertprinzips beim Umlaufvermögen
  • Fehlende Rechnungsabgrenzung (§ 250 HGB) bei jahresübergreifenden Geschäftsvorfällen

Achtung

Achtung bei Betriebsprüfungen: Das Finanzamt prüft bei Betriebsprüfungen nicht nur die steuerliche Gewinnermittlung, sondern auch die handelsrechtliche Bilanz. Fehler in der Bilanzgliederung oder -bewertung können zu Gewinnkorrekturen und Nachzahlungen führen. Besonders kritisch: Einlagen/Entnahmen, private Kfz-Nutzung, Rückstellungen und Bewertung des Vorratsvermögens.

Vermeidungsstrategien

  1. Systematische Kontenpläne nutzen: SKR 03 oder SKR 04 (DATEV) bieten eine sinnvolle Vorstruktur, die bereits Bilanzgliederung vorwegnimmt
  2. Jährliche Bestandsaufnahme: Physische Inventur und Abstimmung mit Buchhaltung verhindern Fehler bei Vorräten
  3. Dokumentation der Bewertungsmethoden: Einmal gewählte Methoden (z.B. Abschreibungsdauer) sollten schriftlich fixiert und beibehalten werden (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB)
  4. Vier-Augen-Prinzip: Jahresabschlüsse sollten von fachkundigen Dritten (Steuerberater) geprüft werden
  5. Unterjährige Abstimmung: Quartalsweise Saldenlisten und Kontenabstimmung erleichtern den Jahresabschluss erheblich

„Wir erleben es regelmäßig, dass Einzelunternehmer jahrelang mit einer fehlerhaften Bilanzstruktur arbeiten, die bei einem Verkauf oder einer Finanzierung dann zum Problem wird. Die häufigsten Probleme: fehlende Trennschärfe zwischen Privat und Betrieb sowie nicht dokumentierte Bewertungsmethoden. Eine professionelle Erstberatung spart später viel Ärger und Kosten.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Welche digitalen Tools unterstützen bei der Bilanzgliederung?

Die Digitalisierung hat die Erstellung von Bilanzen erheblich vereinfacht. Moderne Buchhaltungssoftware und Steuerberater-Plattformen bieten integrierte Bilanzgliederungs-Funktionen, die automatisch die korrekte Zuordnung von Konten zu Bilanzpositionen vornehmen. Für Einzelunternehmen bedeutet dies eine deutliche Arbeitserleichterung und Fehlerreduktion.

Softwarelösungen für die Buchhaltung

<strong>DATEV</strong>

Marktführer im Steuerberater-Umfeld. Standardkontenrahmen (SKR 03/04) mit vordefinierter Bilanzgliederung. Vollständige Integration mit Steuerberater-Kanzleien möglich.

<strong>lexoffice, sevDesk</strong>

Cloud-basierte Lösungen für kleine Unternehmen. Intuitive Bedienung, automatische Belegerkennung, integrierte Bilanz-Erstellung für Einzelunternehmen.

<strong>OnlineBilanz-Plattform</strong>

Digitale Zusammenarbeit mit zugelassenen Steuerberatern. Upload der Buchhaltungsdaten, automatisierte Prüfung, Erstellung des Jahresabschlusses durch Steuerberater zu Festpreisen.

Der entscheidende Vorteil digitaler Systeme liegt in der Konsistenz: Einmal korrekt eingerichtete Konten werden automatisch den richtigen Bilanzpositionen zugeordnet. Die Software prüft zudem auf gängige Fehler wie Saldenvertauschung oder fehlende Abstimmungen. Besonders hilfreich: Viele Systeme bieten Vorjahresvergleiche, die Sprünge oder Inkonsistenzen in der Gliederung sofort sichtbar machen.

Schnittstellen und Automatisierung

  • Bankschnittstellen: Automatischer Import von Kontobewegungen (PSD2-Standard seit 2020)
  • Belegerfassung per KI: Scan-Apps erkennen Rechnungsinhalte und buchen teilautomatisiert
  • EÜR-zu-Bilanz-Überleitung: Software berechnet automatisch die Unterschiede zwischen Einnahmen-Überschuss-Rechnung und Bilanz bei Wechsel der Gewinnermittlungsart
  • Steuerberater-Schnittstellen: DATEV Unternehmen Online, lexoffice Connect etc. ermöglichen nahtlosen Datenaustausch
  • ELSTER-Anbindung: Direkte elektronische Übermittlung von Bilanzen und Steuererklärungen an das Finanzamt

Hinweis

Praxis-Empfehlung: Auch bei Nutzung moderner Software empfiehlt sich die jährliche Durchsicht durch einen Steuerberater. Die Software erkennt zwar technische Fehler, aber nicht jede betriebswirtschaftlich oder steuerlich suboptimale Gestaltung. Plattformen wie OnlineBilanz.de verbinden die Vorteile digitaler Tools mit der fachlichen Expertise zugelassener Steuerberater – zu transparenten Festpreisen und ohne Wartezeiten.

Häufig gestellte Fragen

Muss ein Einzelunternehmen zwingend eine Bilanz erstellen?

Nein, nur wenn die Schwellenwerte des § 241a HGB überschritten werden: mehr als 800.000 Euro Umsatz oder 80.000 Euro Gewinn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Kleingewerbetreibende können eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG erstellen.

Kann ein Einzelunternehmen freiwillig nach § 266 HGB bilanzieren?

Ja, Einzelkaufleute können freiwillig die Gliederungsvorschriften für Kapitalgesellschaften anwenden. Dies kann sinnvoll sein, wenn das Unternehmen später in eine GmbH umgewandelt werden soll oder Kreditgeber eine standardisierte Bilanz verlangen.

Wie wird das Eigenkapital beim Einzelunternehmen in der Bilanz ausgewiesen?

Das Eigenkapital besteht aus dem Kapitalanteil des Inhabers (inklusive Entnahmen und Einlagen) sowie den erwirtschafteten Gewinnen. Es gibt keine gesetzliche Vorgabe für eine Untergliederung in gezeichnetes Kapital oder Rücklagen wie bei Kapitalgesellschaften.

Welche Besonderheiten gelten beim Ausweis von Privatentnahmen?

Privatentnahmen werden nicht in der Bilanz, sondern auf dem Privatkonto gebucht und mindern das Eigenkapital. Sie sind in der Regel im Eigenkapitalspiegel oder im Anhang ersichtlich, sofern ein Anhang erstellt wird. Für steuerliche Zwecke sind sie in der Gewinnermittlung relevant.

Muss ein Einzelunternehmen seine Bilanz offenlegen?

Nein, Einzelunternehmen unterliegen grundsätzlich nicht der Offenlegungspflicht nach § 325 HGB. Diese Pflicht besteht nur für Kapitalgesellschaften, die ihre Jahresabschlüsse beim Unternehmensregister einreichen müssen.

Wie wirken sich Sonderbetriebsvermögen auf die Bilanzgliederung aus?

Bei Personengesellschaften kann Sonderbetriebsvermögen entstehen, das dem einzelnen Gesellschafter zuzuordnen ist. Dies wird entweder in der Bilanz der Gesellschaft mit ausgewiesen oder in einer Ergänzungsbilanz geführt. Reine Einzelunternehmen ohne Beteiligung kennen kein Sonderbetriebsvermögen.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 247 HGB – Inhalt der Bilanz, § 266 HGB – Gliederung der Bilanz (Kapitalgesellschaften), § 241a HGB – Befreiung von der Buchführungspflicht, § 252 HGB – Allgemeine Bewertungsgrundsätze. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

Weiterführend: Bilanzgliederung GmbH & Co. KG 2026 – HGB-Aufbau

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Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

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Wie lange dauert der Jahresabschluss?

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  • Standard — ca. 4 Wochen
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Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
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Ben
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