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Lesedauer

12–18 Minuten

OnlineBilanzBlogBestellung Abschlussprüfer HGB

Bestellung und Abberufung des Abschlussprüfers HGB 2026

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Bestellung eines Abschlussprüfers ist für viele Kapitalgesellschaften gesetzlich vorgeschrieben. Sie erfolgt in der Regel durch die Gesellschafterversammlung und muss fristgerecht sowie unter Beachtung der Unabhängigkeitsanforderungen nach § 318 HGB durchgeführt werden. Dieser Artikel erklärt, wer zur Bestellung verpflichtet ist, welche Fristen gelten und unter welchen Voraussetzungen eine Abberufung zulässig ist.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften sind nach § 316 HGB verpflichtet, einen Abschlussprüfer zu bestellen. Die Bestellung erfolgt durch die Gesellschafterversammlung vor Ablauf des zu prüfenden Geschäftsjahres. Der Prüfer muss unabhängig sein und die Voraussetzungen nach § 319 HGB erfüllen. Eine Abberufung ist nur aus wichtigem Grund möglich, etwa bei Befangenheit oder mangelnder Qualifikation.

Wer muss einen Abschlussprüfer bestellen?

Die Pflicht zur Bestellung eines Abschlussprüfers ergibt sich für Kapitalgesellschaften aus § 316 HGB. Nicht jede GmbH ist prüfungspflichtig — entscheidend sind die Größenklassen nach § 267 HGB. Kleine Kapitalgesellschaften sind grundsätzlich von der Prüfungspflicht befreit, sofern keine freiwillige Prüfung oder besondere gesetzliche Gründe vorliegen.

Prüfungspflicht nach Größenklassen

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Arbeitnehmer Prüfungspflicht
Klein ≤ 6 Mio. € ≤ 12 Mio. € ≤ 50 Nein (Regelfall)
Mittelgroß ≤ 20 Mio. € ≤ 40 Mio. € ≤ 250 Ja
Groß > 20 Mio. € > 40 Mio. € > 250 Ja

Maßgeblich sind die Werte an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen. Die Schwellenwerte gelten seit der HGB-Anpassung und sind für den Bilanzstichtag 31.12.2025 (Abschluss 2026) unverändert anzuwenden.

Wichtig

Auch kleine Kapitalgesellschaften können prüfungspflichtig werden, z. B. wenn der Gesellschaftsvertrag eine freiwillige Prüfung vorsieht oder wenn es sich um eine Holdinggesellschaft mit beherrschten Tochtergesellschaften handelt (§ 316 Abs. 2 HGB).

Wer ist für die Bestellung des Abschlussprüfers zuständig?

Die Bestellung des Abschlussprüfers erfolgt bei der GmbH grundsätzlich durch die Gesellschafterversammlung, § 46 Nr. 6 GmbHG. Diese Zuständigkeit ist zwingend und kann nicht auf den Geschäftsführer oder andere Organe übertragen werden. Der entsprechende Beschluss ist im Protokoll der Gesellschafterversammlung zu dokumentieren.

Zeitpunkt der Bestellung

Die Bestellung muss vor Beginn der Prüfung erfolgen. In der Praxis geschieht dies meist nach Aufstellung des Jahresabschlusses, aber noch vor dessen Feststellung. Für den Jahresabschluss zum 31.12.2025 sollte die Bestellung spätestens im Frühjahr 2026 erfolgen, idealerweise zeitnah zur Fertigstellung der Bilanz.

  • Bestellung durch Gesellschafterbeschluss gemäß § 46 Nr. 6 GmbHG
  • Dokumentation im Protokoll der Gesellschafterversammlung erforderlich
  • Zeitpunkt: vor Beginn der Abschlussprüfung
  • Bei fehlender Bestellung: gerichtliche Bestellung nach § 318 Abs. 3 HGB möglich

Vorsicht

Erfolgt keine rechtzeitige Bestellung durch die Gesellschafter, kann das zuständige Gericht auf Antrag einen Abschlussprüfer bestellen (§ 318 Abs. 3 HGB). Dies verursacht zusätzliche Kosten und verzögert den Prozess erheblich.

Welche Anforderungen muss der Abschlussprüfer erfüllen?

Als Abschlussprüfer kommen ausschließlich Wirtschaftsprüfer oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Betracht (§ 319 Abs. 1 HGB). Bei kleinen Kapitalgesellschaften, die freiwillig prüfen lassen oder aufgrund besonderer Vorschriften prüfungspflichtig sind, können auch vereidigte Buchprüfer oder Buchprüfungsgesellschaften tätig werden.

Unabhängigkeit und Ausschlussgründe

Der Abschlussprüfer muss unabhängig sein. § 319 HGB regelt umfassende Ausschlussgründe, die eine Bestellung unwirksam machen würden. Dazu gehören wirtschaftliche Abhängigkeiten, familiäre Beziehungen zu Organmitgliedern sowie die Mitwirkung an der Buchführung oder der Aufstellung des zu prüfenden Jahresabschlusses.

Zulässig als Prüfer

  • Wirtschaftsprüfer (WP)
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Vereidigte Buchprüfer (nur kleine KapG)
  • Buchprüfungsgesellschaften (nur kleine KapG)

Ausschlussgründe § 319 HGB

  • Gesellschafter oder Organmitglied der zu prüfenden Gesellschaft
  • Mitwirkung an Buchführung oder Jahresabschlusserstellung
  • Wirtschaftliche Abhängigkeit vom Mandanten
  • Nahe Angehörige in Leitungsfunktionen

„In der Praxis wird häufig übersehen, dass bereits die Mitwirkung an der Aufstellung des Jahresabschlusses den Prüfer ausschließt. Wer den Abschluss erstellt, kann ihn nicht gleichzeitig prüfen — das ist gesetzlich klar geregelt.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Wie läuft die Bestellung in der Praxis ab?

Die Bestellung des Abschlussprüfers erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird die Prüfungspflicht geprüft, anschließend ein geeigneter Prüfer ausgewählt und schließlich durch Gesellschafterbeschluss förmlich bestellt. Dieser Prozess sollte strukturiert und rechtzeitig ablaufen, um Verzögerungen bei der Feststellung und Offenlegung des Jahresabschlusses zu vermeiden.

Schritt-für-Schritt-Ablauf

  • Prüfung der Prüfungspflicht nach § 316 HGB (Größenklasse prüfen)
  • Auswahl eines qualifizierten und unabhängigen Abschlussprüfers
  • Einholung eines Kostenangebots und Klärung des Prüfungsumfangs
  • Einberufung der Gesellschafterversammlung zur Beschlussfassung
  • Beschlussfassung über die Bestellung (§ 46 Nr. 6 GmbHG)
  • Protokollierung des Beschlusses und Mitteilung an den Prüfer
  • Erteilung des Prüfungsauftrags (schriftlich empfohlen)

Der Prüfungsauftrag sollte schriftlich erteilt werden und den Prüfungsgegenstand (Jahresabschluss, ggf. Lagebericht), den Prüfungsumfang und die Vergütung klar regeln. Für den Jahresabschluss 2025 (Bilanzstichtag 31.12.2025) sollte die Bestellung spätestens im ersten Quartal 2026 erfolgen.

Praxis-Tipp

Die Gesellschafterversammlung sollte gleichzeitig den Geschäftsführer ermächtigen, die Details des Prüfungsauftrags (z. B. Terminierung, technische Durchführung) mit dem Prüfer abzustimmen. Das beschleunigt den Ablauf erheblich.

Unter welchen Voraussetzungen kann der Abschlussprüfer abberufen werden?

Die Abberufung des Abschlussprüfers ist grundsätzlich möglich, unterliegt aber strengen rechtlichen Vorgaben. Nach § 318 Abs. 3 Satz 2 HGB kann die Gesellschafterversammlung den Abschlussprüfer aus wichtigem Grund abberufen. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn ein Festhalten am Prüfungsauftrag unzumutbar wäre.

Wichtige Gründe für eine Abberufung

  • Wegfall der Unabhängigkeit: z. B. durch nachträgliche wirtschaftliche Verflechtung oder Organstellung
  • Wegfall der fachlichen Eignung: etwa bei Widerruf der Bestellung als Wirtschaftsprüfer
  • Schwerwiegende Pflichtverletzungen: erhebliche Verzögerungen, Interessenkonflikte, Verletzung von Verschwiegenheitspflichten
  • Vertrauensverlust: aufgrund objektiver Umstände, nicht bloße subjektive Unzufriedenheit

Die Abberufung muss ebenfalls durch Gesellschafterbeschluss erfolgen und ist dem Prüfer unverzüglich mitzuteilen. Wurde der Prüfer gerichtlich bestellt (§ 318 Abs. 3 HGB), ist für die Abberufung grundsätzlich ein Gerichtsbeschluss erforderlich.

Rechtliche Folgen beachten

Eine Abberufung ohne wichtigen Grund ist unwirksam. Zudem können dem Prüfer vertragliche Vergütungsansprüche zustehen. Die Abberufung sollte daher rechtlich geprüft und dokumentiert werden.

„Unzufriedenheit mit dem Prüfungsergebnis allein rechtfertigt keine Abberufung. Der wichtige Grund muss objektiv nachvollziehbar sein — etwa bei nachgewiesenen Pflichtverstößen oder Wegfall der gesetzlichen Voraussetzungen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Welche Fristen sind bei Bestellung und Abberufung zu beachten?

Die Bestellung des Abschlussprüfers ist zeitlich eng mit den gesetzlichen Fristen zur Aufstellung, Feststellung und Offenlegung des Jahresabschlusses verknüpft. Für den Jahresabschluss zum 31.12.2025 gelten folgende Fristen:

Gesetzliche Fristen im Überblick (Bilanzstichtag 31.12.2025)

Schritt Frist Rechtsgrundlage Fristende
Aufstellung Jahresabschluss 3 Monate (kleine KapG) § 264 Abs. 1 HGB 31.03.2026
Feststellung (mittelgroß/groß) 8 Monate § 42a Abs. 2 GmbHG 31.08.2026
Feststellung (klein) 11 Monate § 42a Abs. 2 GmbHG 30.11.2026
Offenlegung 12 Monate § 325 HGB 31.12.2026
Bestellung Abschlussprüfer Vor Prüfungsbeginn § 318 HGB Individuell

Die Bestellung des Abschlussprüfers sollte so erfolgen, dass die Prüfung rechtzeitig abgeschlossen werden kann, um die Feststellungsfrist einzuhalten. In der Praxis bedeutet dies für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften eine Bestellung im ersten Quartal des Folgejahres, idealerweise bereits unmittelbar nach Aufstellung des Jahresabschlusses.

Zeitplanung für 2026

Für den Jahresabschluss 2025 (Stichtag 31.12.2025) sollte die Bestellung des Abschlussprüfers bis spätestens März 2026 erfolgen, damit die Prüfung bis zur Feststellungsfrist (31.08.2026 für mittelgroße/große GmbH) abgeschlossen werden kann.

Bei verspäteter Bestellung kann es zu Verzögerungen kommen, die letztlich die Offenlegungsfrist gefährden. Eine Fristüberschreitung bei der Offenlegung zieht nach § 335 HGB Ordnungsgeldverfahren nach sich, mit Bußgeldern zwischen 500 und 25.000 Euro.

Was ist der Unterschied zwischen Abschlussprüfer und Steuerberater?

In der Praxis herrscht häufig Unklarheit über die Abgrenzung zwischen Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses. Diese Funktionen sind rechtlich und personell strikt zu trennen. Der Steuerberater erstellt typischerweise den Jahresabschluss, während der Wirtschaftsprüfer als Abschlussprüfer die unabhängige Prüfung vornimmt.

Aufgabentrennung nach HGB

Steuerberater (Erstellung)

  • Aufstellung des Jahresabschlusses (Bilanz, GuV, Anhang)
  • Abstimmung der Konten und Buchführung
  • Steuerliche Beratung und Steuererklärungen
  • Unterstützung bei Feststellung und Offenlegung
  • Keine gesetzliche Prüfungspflicht, aber fachliche Durchsicht

Abschlussprüfer (Prüfung)

  • Unabhängige Prüfung des aufgestellten Jahresabschlusses
  • Prüfungsbericht und Bestätigungsvermerk nach § 322 HGB
  • Nur Wirtschaftsprüfer oder Buchprüfer (bei kleinen KapG)
  • Darf nicht an Erstellung mitgewirkt haben (§ 319 Abs. 2 HGB)
  • Gesetzliche Prüfungspflicht bei mittelgroßen/großen KapG

Eine Person oder Gesellschaft kann nicht gleichzeitig Ersteller und Prüfer sein. § 319 Abs. 2 HGB schließt ausdrücklich aus, dass jemand, der bei der Buchführung oder Aufstellung des Jahresabschlusses mitgewirkt hat, als Abschlussprüfer tätig wird. Diese Trennung dient der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Abschlussprüfung.

„Viele Mandanten beauftragen uns zunächst mit der Erstellung des Jahresabschlusses. Ist eine Prüfungspflicht gegeben, koordinieren wir anschließend die Auswahl eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers — die gesetzliche Trennung von Erstellung und Prüfung lässt keine andere Lösung zu.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lassen möchte, ohne langwierige Suche und mit transparenten Festpreisen, findet auf OnlineBilanz.de digitale Steuerberater-Leistungen. Bei Prüfungspflicht unterstützt das Team auch bei der Koordination mit einem geeigneten Wirtschaftsprüfer.

Was passiert, wenn die Gesellschafter keinen Prüfer bestellen?

Kommt die Gesellschafterversammlung ihrer Pflicht zur Bestellung des Abschlussprüfers nicht nach, sieht § 318 Abs. 3 HGB eine gerichtliche Bestellung vor. Antragsberechtigt sind jeder Gesellschafter, der Aufsichtsrat (sofern vorhanden) oder bei der GmbH auch der Geschäftsführer.

Ablauf der gerichtlichen Bestellung

  1. Antrag beim zuständigen Amtsgericht (Registergericht am Sitz der Gesellschaft)
  2. Glaubhaftmachung, dass die Gesellschafterversammlung keine Bestellung vorgenommen hat
  3. Prüfung durch das Gericht, ob Prüfungspflicht besteht
  4. Bestellung eines geeigneten und unabhängigen Abschlussprüfers durch Gerichtsbeschluss
  5. Mitteilung an die Gesellschaft und den bestellten Prüfer

Die gerichtliche Bestellung ist mit zusätzlichen Kosten (Gerichtsgebühren, ggf. Anwaltskosten) und erheblichen Zeitverzögerungen verbunden. Sie sollte daher als Notlösung betrachtet werden, wenn die Gesellschafter handlungsunfähig sind oder sich weigern, ihrer gesetzlichen Pflicht nachzukommen.

Ordnungsgeld droht

Eine verspätete oder unterlassene Prüfung verzögert die Feststellung und Offenlegung des Jahresabschlusses. Dies kann zu Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB führen (bis zu 25.000 Euro). Zudem haften Geschäftsführer persönlich für Pflichtverstöße.

Wie hoch sind die Kosten für einen Abschlussprüfer?

Die Vergütung des Abschlussprüfers richtet sich nach dem Umfang und der Komplexität der Prüfung. Es gibt keine gesetzliche Gebührenordnung für Wirtschaftsprüfer — die Vergütung wird frei vereinbart. Maßgeblich sind Faktoren wie Unternehmensgröße, Anzahl der Buchungen, Komplexität der Geschäftsvorfälle und Prüfungsumfang.

Kostenfaktoren im Überblick

  • Unternehmensgröße: Bilanzsumme, Umsatz, Anzahl Mitarbeiter bestimmen den Prüfungsaufwand
  • Komplexität: Anzahl Geschäftsvorfälle, internationale Sachverhalte, Konzernverflechtungen
  • Prüfungsumfang: Nur Jahresabschluss oder auch Lagebericht, ggf. zusätzliche Sonderprüfungen
  • Erstprüfung: Höherer Aufwand bei erstmaliger Prüfung (Einarbeitung, Vorjahresvergleich)
  • Qualität der Buchführung: Gut vorbereitete Unterlagen reduzieren den Prüfungsaufwand erheblich

Orientierungswerte (Stand 2026)

Unternehmensgröße Bilanzsumme Typische Prüfungskosten (netto) Hinweis
Kleine KapG (freiwillig) < 1 Mio. € 3.000 – 8.000 € Selten, da keine Pflicht
Mittelgroß (untere Grenze) 6 – 10 Mio. € 8.000 – 15.000 € Standardfall
Mittelgroß (obere Grenze) 10 – 20 Mio. € 15.000 – 30.000 € Je nach Komplexität
Groß > 20 Mio. € ab 30.000 € Individuell, oft deutlich höher

Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Eine vertragliche Vereinbarung über die Vergütung sollte vor Prüfungsbeginn schriftlich getroffen werden. Empfehlenswert ist ein Festpreisangebot, das Überraschungen vermeidet.

Kostenkontrolle

Eine saubere, vollständige und gut dokumentierte Buchführung reduziert den Prüfungsaufwand erheblich. Investitionen in professionelle Steuerberater-Leistungen bei der Erstellung zahlen sich bei der Prüfung aus.

Wer haftet bei Fehlern oder unterlassener Bestellung?

Die Verantwortung für die rechtzeitige Bestellung des Abschlussprüfers liegt beim Geschäftsführer der GmbH. Er muss dafür Sorge tragen, dass die Gesellschafterversammlung rechtzeitig einberufen wird und über die Bestellung beschließen kann. Unterlässt er dies, droht persönliche Haftung.

Haftungsrisiken für Geschäftsführer

  • Ordnungsgeld nach § 335 HGB: Bei verspäteter Offenlegung infolge fehlender oder verspäteter Prüfung (500 bis 25.000 Euro)
  • Schadensersatz gegenüber der Gesellschaft: Wenn durch Pflichtverletzung ein Schaden entsteht (z. B. Vertragsstrafen, entgangene Geschäfte)
  • Persönliche Inanspruchnahme: Bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Pflichtverletzung auch persönliche Haftung gegenüber Gesellschaftern oder Gläubigern
  • Straf- oder bußgeldrechtliche Konsequenzen: bei vorsätzlicher Nichtoffenlegung oder Bilanzfälschung

Haftung des Abschlussprüfers

Der Abschlussprüfer haftet nach § 323 HGB für Pflichtverletzungen bei der Prüfung. Die Haftung ist gegenüber der Gesellschaft auf 4 Millionen Euro (bei börsennotierten Gesellschaften 16 Millionen Euro) begrenzt. Der Prüfer muss unabhängig, sorgfältig und nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung (IDW-Standards) arbeiten.

„Geschäftsführer unterschätzen oft das Haftungsrisiko bei Fristversäumnissen. Die rechtzeitige Koordination von Erstellung, Prüfung und Offenlegung ist eine zentrale Compliance-Aufgabe — und sollte nicht dem Zufall überlassen werden.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Um Haftungsrisiken zu minimieren, empfiehlt sich eine strukturierte Jahresabschluss-Planung mit klaren Fristen und Zuständigkeiten. Digitale Plattformen wie OnlineBilanz bieten transparente Prozesse, Festpreise und klare Zeitpläne — koordiniert durch Steuerberater, die den gesamten Ablauf bis zur fristgerechten Offenlegung im Unternehmensregister begleiten.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine kleine GmbH freiwillig einen Abschlussprüfer bestellen?

Ja, auch kleine Kapitalgesellschaften, die nicht prüfungspflichtig sind, können freiwillig einen Abschlussprüfer bestellen. Dies kann sinnvoll sein, wenn Banken, Investoren oder Geschäftspartner eine geprüfte Bilanz fordern. Die Bestellung erfolgt ebenfalls durch Gesellschafterbeschluss, die gesetzlichen Anforderungen an Unabhängigkeit und Qualifikation gelten analog.

Muss der Abschlussprüfer jedes Jahr neu bestellt werden?

Nein, der Abschlussprüfer kann für mehrere Geschäftsjahre bestellt werden. In der Praxis ist eine Bestellung für ein Jahr üblich, grundsätzlich sind aber auch Mehrjahresverträge zulässig. Bei Wirtschaftsprüfern gibt es allerdings Rotationspflichten nach § 318 Abs. 1a HGB für bestimmte Unternehmen von öffentlichem Interesse, die einen Wechsel nach maximal zehn Jahren vorschreiben.

Was passiert, wenn der Abschlussprüfer während des Mandats ausfällt?

Fällt der bestellte Abschlussprüfer durch Tod, Krankheit oder Mandatsniederlegung aus, muss die Gesellschafterversammlung unverzüglich einen neuen Prüfer bestellen. Gelingt dies nicht rechtzeitig, kann das Registergericht auf Antrag einen Prüfer bestellen. Die Prüfungspflicht entfällt dadurch nicht, und Verzögerungen können zu Ordnungsgeldern führen.

Darf die Geschäftsführung den Abschlussprüfer vorschlagen?

Ja, die Geschäftsführung darf der Gesellschafterversammlung einen Abschlussprüfer vorschlagen, die Bestellung selbst bleibt aber Sache der Gesellschafter. Bei Aktiengesellschaften schlägt der Aufsichtsrat dem Vorstand einen Prüfer vor, den die Hauptversammlung bestellt. In der Praxis bereitet oft die Geschäftsführung oder der Aufsichtsrat die Auswahl vor.

Kann der Steuerberater gleichzeitig Abschlussprüfer sein?

Grundsätzlich ja, sofern der Steuerberater die Voraussetzungen nach § 319 HGB erfüllt und als vereidigter Buchprüfer oder Wirtschaftsprüfer zugelassen ist. Allerdings dürfen keine Ausschlussgründe wie mangelnde Unabhängigkeit bestehen. Wer den Jahresabschluss selbst erstellt hat, darf ihn in der Regel nicht prüfen, es sei denn, es handelt sich um reine Buchführungsleistungen ohne Ermessensentscheidungen.

Welche Dokumente muss der Abschlussprüfer nach Bestellung erhalten?

Der Abschlussprüfer erhält Zugang zu allen für die Prüfung erforderlichen Unterlagen: Jahresabschluss, Lagebericht, Buchführungsunterlagen, Verträge, Beschlüsse, Inventur-Unterlagen und weitere relevante Dokumente. Die Geschäftsführung ist nach § 320 HGB verpflichtet, vollständige Aufklärung zu geben und alle Nachweise vorzulegen. Der Prüfer hat ein umfassendes Auskunftsrecht.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 316 HGB – Pflicht zur Prüfung, § 318 HGB – Bestellung des Abschlussprüfers, § 319 HGB – Ausschlussgründe, § 320 HGB – Pflichten des gesetzlichen Vertreters. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
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Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
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Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

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Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

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Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

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Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

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Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
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Ben
Ben
KI-Steuerberater