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OnlineBilanz›Blog›§ 8b KStG einfach erklärt: Die 95-%-Freistellung für Dividenden und Veräußerungsgewinne

§ 8b KStG einfach erklärt: Die 95-%-Freistellung für Dividenden und Veräußerungsgewinne

Veröffentlicht: 29.07.2026Aktualisiert: 29.07.2026Lesezeit: ca. 9 Minuten

Das körperschaftsteuerliche Schachtelprivileg des § 8b KStG ist das zentrale Steuergestaltungsinstrument jeder Holding-Struktur: Dividenden und Veräußerungsgewinne auf Beteiligungen an Kapitalgesellschaften bleiben bei der empfangenden Kapitalgesellschaft zu 95 % steuerfrei – bei Dividenden vorausgesetzt, die Beteiligung beträgt zu Beginn des Kalenderjahres mindestens 10 %. Wer die Systematik, die Streubesitz-Falle und das Zusammenspiel mit der Gewerbesteuer nicht kennt, riskiert eine vermeidbare Vollbesteuerung.

Einen kompakten Überblick, wann sich eine Holding-Struktur lohnt und wie sie steuerneutral aufgesetzt wird, finden Sie dort.

Einen kompakten Überblick, welche Abschlüsse in einer Holding-Struktur anfallen und wie § 8b KStG dort wirkt, finden Sie dort.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Erster Ansprechpartner für Kunden, koordiniert auf Wunsch die Zusammenarbeit mit kooperierenden Steuerberatern.

FK
BerufsprofilFabian Klement

Wirtschaftsprüfer & Steuerberater · M.A.
Berufsangaben im persönlichen Profil

Schwerpunkt Jahresabschlussprüfung, Konzernreporting und E-Bilanz. Schwerpunkt fachliche Abschlussfragen. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls.

Kurzantwort

§ 8b KStG stellt Dividenden (Abs. 1) und Veräußerungsgewinne (Abs. 2) bei Kapitalgesellschaften zu 95 % von der Körperschaftsteuer frei. Die verbleibenden 5 % gelten gemäß § 8b Abs. 3 bzw. Abs. 5 KStG pauschal als nicht abziehbare Betriebsausgaben und sind voll steuerpflichtig. Liegt die Beteiligung zum 1. Januar des Bezugsjahres unter 10 %, greift § 8b Abs. 4 KStG: Die Dividende ist voll körperschaftsteuerpflichtig (Streubesitzdividende). Für die Gewerbesteuer gilt eine separate Regelung über § 9 Nr. 2a GewStG.

Grundprinzip & gesetzliche Systematik des § 8b KStG

Das 8b KStG (§ 8b des Körperschaftsteuergesetzes) enthält das sogenannte Schachtelprivileg für Kapitalgesellschaften. Es verhindert eine wirtschaftliche Doppelbesteuerung: Eine Tochtergesellschaft hat ihre Gewinne bereits auf Ebene der GmbH mit Körperschaft- und Gewerbesteuer versteuert. Schüttet sie an eine Mutter-Kapitalgesellschaft aus, würde ohne § 8b KStG derselbe Gewinn erneut besteuert. Die Freistellung folgt dem Trennungsprinzip und soll Holdingketten steuerlich neutralisieren.

Systematisch gliedert sich die Vorschrift wie folgt:

Absatz Regelungsgegenstand Rechtsfolge
§ 8b Abs. 1 KStG Dividenden, Gewinnausschüttungen Freistellung, 5 % fiktive BA (Abs. 5)
§ 8b Abs. 2 KStG Veräußerungsgewinne auf Anteile Freistellung, 5 % fiktive BA (Abs. 3)
§ 8b Abs. 3 KStG 5 % pauschale nicht abziehb. BA (Veräußerung) Effektivbesteuerung 5 % des Gewinns
§ 8b Abs. 4 KStG Streubesitzdividenden (< 10 %) Volle Steuerpflicht
§ 8b Abs. 5 KStG 5 % pauschale nicht abziehb. BA (Dividenden) Effektivbesteuerung 5 % der Dividende
§ 8b Abs. 6–11 KStG Sonderregelungen (u. a. Mitunternehmerschaften, Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute, Versicherungsunternehmen, Wertpapierleihe, Unterstützungskassen) Spezifische Modifikationen

Die Norm gilt für alle unbeschränkt und beschränkt körperschaftsteuerpflichtigen Körperschaften i. S. d. § 1 KStG, also insbesondere für GmbH, AG und UG (haftungsbeschränkt). Personengesellschaften und natürliche Personen fallen grundsätzlich nicht unter § 8b KStG.

Hinweis: Anwendungsbereich

§ 8b KStG gilt nur bei der empfangenden Kapitalgesellschaft. Die ausschüttende GmbH bucht die Dividende regulär als Gewinnverwendung – für sie ändert § 8b KStG nichts. Relevant wird die Norm erst in der Steuerbilanz der Mutter-GmbH oder Holding.

§ 8b Abs. 1 KStG: Freistellung von Dividenden

§ 8b Abs. 1 KStG stellt Bezüge i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 1, 2, 9 und 10 lit. a EStG bei der empfangenden Kapitalgesellschaft von der Körperschaftsteuer frei. Das umfasst vor allem:

  • Offene Gewinnausschüttungen (ordentliche Dividenden)
  • Verdeckte Gewinnausschüttungen (vGA)
  • Liquidationserlöse, soweit sie Gewinnausschüttungen gleichstehen
  • Bezüge aus Genussrechten mit Eigenkapitalcharakter

Die Freistellung erfolgt außerbilanziell: Die Dividende wird zunächst als Ertrag gebucht (HGB-Gewinn) und dann im Rahmen der steuerlichen Einkommensermittlung außerbilanziell gekürzt. Anschließend werden gemäß § 8b Abs. 5 KStG pauschal 5 % der Dividende als nicht abziehbare Betriebsausgaben hinzugerechnet (dazu unten Abs. 5).

Buchungssatz (HGB):
Forderungen gegen Tochter-GmbH an Beteiligungserträge 100.000 EUR
Steuerliche Behandlung: 95.000 EUR außerbilanziell frei, 5.000 EUR voll steuerpflichtig (§ 8b Abs. 5 KStG)

Wichtig: Betriebsausgaben, die in unmittelbarem wirtschaftlichem Zusammenhang mit steuerfreien Dividenden stehen (z. B. Finanzierungskosten für den Beteiligungserwerb), bleiben abziehbar: § 3c Abs. 1 EStG ist nach § 8b Abs. 5 S. 2 KStG nicht anzuwenden. Die pauschale 5-%-Regelung des § 8b Abs. 5 KStG ist insoweit abschließend.

§ 8b Abs. 2 & 3 KStG: Veräußerungsgewinne auf Beteiligungen

§ 8b Abs. 2 KStG befreit Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an Körperschaften (§ 1 KStG) bei der veräußernden Kapitalgesellschaft. Der Begriff „Veräußerung“ ist weit auszulegen und umfasst:

  • Anteilsverkäufe (Share Deals)
  • Einbringungen zum gemeinen Wert
  • Aufgabe der Beteiligung
  • Auflösungsgewinne (Liquidationsgewinne, soweit über § 8b Abs. 2 S. 3 KStG erfasst)

Für Veräußerungsgewinne gilt gemäß § 8b Abs. 3 S. 1 KStG: 5 % des Veräußerungsgewinns gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben. Damit beträgt die effektive Besteuerung ebenfalls 5 % des Gewinns – identisch zur Dividendenregelung.

Besonders praxisrelevant: § 8b Abs. 3 S. 3–8 KStG enthält ein Abzugsverbot für Teilwertabschreibungen auf Beteiligungen sowie für Veräußerungsverluste. Wertminderungen auf Beteiligungen an Kapitalgesellschaften sind steuerlich grundsätzlich nicht abziehbar – als Gegenstück zur steuerfreien Behandlung der Gewinne. Dieses Asymmetrieprinzip ist in der Gestaltungsberatung stets zu beachten.

Achtung Verlustfalle: Veräußerungsverluste auf Anteile an Kapitalgesellschaften sind gemäß § 8b Abs. 3 S. 3 KStG nicht abziehbar. Wer eine wertlose Beteiligung veräußert, realisiert den Verlust steuerlich nicht.

§ 8b Abs. 4 KStG: Die Streubesitz-Falle – unter 10 % voll steuerpflichtig

Seit dem Gesetz zur Umsetzung des EuGH-Urteils vom 20.10.2011 in der Rechtssache C-284/09 (Bezüge nach dem 28.02.2013) gilt § 8b Abs. 4 KStG: Dividenden auf Beteiligungen unter 10 % (Streubesitz) sind bei der empfangenden Kapitalgesellschaft voll körperschaftsteuerpflichtig. Diese Regelung ist in der Praxis eine der häufigsten Stolperfallen.

Der Stichtag 1. Januar

Entscheidend ist die Beteiligungsquote zu Beginn des Kalenderjahres, in dem die Ausschüttung erfolgt – also zum 1. Januar des jeweiligen Jahres. Erwirbt eine GmbH im März eines Jahres eine Beteiligung von mindestens 10 % (z. B. 12 %), gilt dieser Erwerb nach § 8b Abs. 4 S. 6 KStG als zu Beginn des Kalenderjahres erfolgt; eine noch im selben Jahr bezogene Dividende kann daher nach § 8b Abs. 1 KStG freigestellt sein. Die Rückwirkungsfiktion knüpft nach dem Wortlaut an den Erwerb einer Beteiligung von mindestens 10 % an.

Stichtag-Regel kompakt

Maßgeblich ist die Beteiligung am 1. Januar des Jahres der Gewinnausschüttung (§ 8b Abs. 4 S. 1 KStG). Der unterjährige Erwerb einer Beteiligung von mindestens 10 % gilt gemäß § 8b Abs. 4 S. 6 KStG als zu Beginn des Kalenderjahres erfolgt. Zeitpunkt des Dividendenbeschlusses und Zufluss können davon abweichen – immer auf das Ausschüttungsjahr abstellen.

Für Veräußerungsgewinne gilt § 8b Abs. 4 KStG nicht – Abs. 2 enthält keine Mindestbeteiligungsquote. Auch eine 1-%-Beteiligung kann steuerfrei veräußert werden (sofern keine anderen Sonderregelungen greifen). Das macht die Holding-Struktur für Anteilsveräußerungen besonders attraktiv. Mehr dazu unter Holding gründen und Steuern sparen.

§ 8b Abs. 5 KStG: Die 5 % nicht abziehbaren Betriebsausgaben – effektiv 95 % steuerfrei

Die oft zitierte „95-%-Freistellung“ ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Freistellung (100 %) und der pauschalen Hinzurechnung von 5 % als nicht abziehbare Betriebsausgaben gemäß § 8b Abs. 5 KStG (für Dividenden) und § 8b Abs. 3 S. 1 KStG (für Veräußerungsgewinne).

Diese 5 % sind unwiderlegbar – sie gelten unabhängig davon, ob tatsächlich Betriebsausgaben im Zusammenhang mit der Beteiligung entstanden sind. Selbst wenn keinerlei Finanzierungskosten anfallen, werden pauschal 5 % als nicht abziehbar behandelt. Umgekehrt kann ein Nachweis höherer tatsächlicher Betriebsausgaben die Pauschalregelung nicht ersetzen – § 8b Abs. 5 S. 2 KStG schließt den Rückgriff auf § 3c EStG für diese Zwecke aus.

Effektiver Steuersatz auf Dividenden bei der Holding-GmbH (Hebesatz 400 %): 5 % × (15 % KSt + 5,5 % SolZ auf die KSt + 14 % GewSt) ≈ ca. 1,5 % effektive Gesamtbelastung – sofern das Gewerbesteuer-Schachtelprivileg greift (dazu sogleich).

Zur Berechnung der Steuerbelastung in verschiedenen Holding-Konstellationen empfehlen wir unseren Holding-Steuerrechner, der die Wechselwirkungen von § 8b KStG und Gewerbesteuer direkt durchrechnet.

Gewerbesteuer: § 9 Nr. 2a GewStG vs. § 8b KStG

§ 8b KStG regelt ausschließlich die Körperschaftsteuer. Für die Gewerbesteuer gilt eine eigenständige Norm: § 9 Nr. 2a GewStG – das sogenannte gewerbesteuerliche Schachtelprivileg.

Voraussetzung: Die Beteiligung an der ausschüttenden Kapitalgesellschaft beträgt am Beginn des Erhebungszeitraums mindestens 15 % (§ 9 Nr. 2a S. 1 GewStG). Ist diese Schwelle erfüllt, werden die Dividenden aus dem Gewerbeertrag gekürzt – die nach § 8b Abs. 5 KStG nicht abziehbaren 5 % sind jedoch keine Gewinne aus Anteilen im Sinne der Kürzungsvorschrift (§ 9 Nr. 2a S. 4 GewStG) und bleiben gewerbesteuerpflichtig.

§ 8b Abs. 1 KStG
Mindestbeteiligung: 10 %
Stichtag: 1. Januar
Freistellung: 95 % (5 % BA-Abzugsverbot)
Steuerart: Körperschaftsteuer
§ 9 Nr. 2a GewStG
Mindestbeteiligung: 15 %
Stichtag: Beginn Erhebungszeitraum
Kürzung: Gewinnanteil (5 % nach § 8b Abs. 5 KStG bleiben steuerpflichtig)
Steuerart: Gewerbesteuer

Kritische Lücke 10–14 %: Hält eine Mutter-GmbH genau 12 % an einer Tochter-GmbH, greift zwar § 8b Abs. 1 KStG (Körperschaftsteuerfreistellung zu 95 %), aber nicht § 9 Nr. 2a GewStG. Die Dividende unterliegt damit noch der vollen Gewerbesteuer. Der effektive Steuersatz kann in diesem Band je nach Hebesatz auf 10–17 % steigen. Für eine vermögensverwaltende GmbH mit Streubesitz ist diese Konstellation besonders nachteilig.

Abgrenzung: § 3 Nr. 40 EStG beim Teileinkünfteverfahren für natürliche Personen

§ 8b KStG gilt nicht für natürliche Personen. Hält ein Unternehmer Anteile an einer GmbH im Betriebsvermögen, gilt das Teileinkünfteverfahren (TEV) gemäß § 3 Nr. 40 EStG: 40 % der Dividenden und Veräußerungsgewinne sind steuerfrei, 60 % unterliegen dem persönlichen Einkommensteuersatz. Betriebsausgaben sind gemäß § 3c Abs. 2 EStG zu 60 % abziehbar.

Der Vergleich:

Merkmal § 8b KStG (Kapitalgesellschaft) § 3 Nr. 40 EStG (natürl. Person, BV)
Freistellungsquote 95 % 40 %
Mindestbeteiligung 10 % (Dividende) keine
Steuersatz auf stpfl. Anteil 15 % KSt + SolZ + GewSt pers. ESt-Satz bis 45 %
Effektivbelastung (ca.) ca. 1,5 % bis ca. 28,5 %

Diese Differenz ist der steuerliche Hauptgrund für die Gründung einer Holding-GmbH als Zwischenebene. Die Thematik der optimalen Holdingstruktur behandeln wir ausführlich unter Holding gründen & Steuern optimieren.

Rechenbeispiel: Holding-GmbH mit § 8b KStG

Sachverhalt: Die Alpha Holding GmbH hält 100 % der Anteile an der Beta Betriebs-GmbH. Die Beta-GmbH schüttet im Jahr 01 eine Dividende von 500.000 EUR an die Alpha Holding GmbH aus. Die Alpha Holding GmbH hat keinen eigenen Gewerbebetrieb im operativen Sinne; Gewerbesteuer-Hebesatz 400 %. Die Beteiligung bestand seit Gründung.

Rechenweg § 8b KStG

Schritt 1 – Einnahmen: Dividende 500.000 EUR → Ertrag in der HGB-Gewinn- und Verlustrechnung.

Schritt 2 – KSt-Freistellung (§ 8b Abs. 1 KStG): Außerbilanzielle Kürzung 500.000 EUR.

Schritt 3 – 5 % Hinzurechnung (§ 8b Abs. 5 KStG): 5 % × 500.000 = 25.000 EUR steuerpflichtig.

Schritt 4 – KSt: 25.000 EUR × 15 % = 3.750 EUR Körperschaftsteuer.

Schritt 5 – SolZ: 3.750 EUR × 5,5 % = 206,25 EUR.

Schritt 6 – GewSt (§ 9 Nr. 2a GewStG): Beteiligung ≥ 15 % → Die Dividende ist nur in Höhe von 95 % freigestellt; die nicht abziehbaren 5 % (25.000 EUR) bleiben im Gewerbeertrag (§ 9 Nr. 2a S. 4 GewStG). GewSt = 25.000 EUR × 3,5 % × 400 % = 3.500 EUR.

Gesamtsteuer: 3.750 + 206,25 + 3.500 = 7.456,25 EUR auf 500.000 EUR Dividende.

Effektiver Steuersatz: ca. 1,49 %

Vergleich: Direktbezug durch natürliche Person (Unternehmer, 45 % ESt-Satz):

500.000 EUR × 60 % (TEV) = 300.000 EUR steuerpflichtig × 45 % = 135.000 EUR ESt + SolZ ≈ 142.425 EUR. Effektiver Steuersatz: ca. 28,5 %. Steuervorteil Holding: ca. 135.000 EUR – pro Ausschüttungszyklus.

Der Thesaurierungseffekt in der Holding ist erheblich: Das nicht ausgeschüttete Kapital (492.544 EUR statt 357.575 EUR) steht für Reinvestitionen zur Verfügung. Was der KI-gestützte Jahresabschluss-Service von OnlineBilanz kostet, zeigt der Online-Kostenrechner.

Praxis-Checkliste & häufige Fehler bei § 8b KStG

  • Beteiligungsquote zum 1. Januar prüfen – unter 10 %? → Streubesitzdividende, § 8b Abs. 4 KStG!
  • Gewerbesteuer-Schachtelprivileg separat prüfen: Mindestbeteiligung 15 % zum Beginn des Erhebungszeitraums (§ 9 Nr. 2a GewStG)?
  • 5 % Hinzurechnung in der Steuererklärung (KSt-Erklärung) korrekt ansetzen – nicht vergessen!
  • Veräußerungsverluste auf Kapitalgesellschaftsanteile sind steuerlich nicht abziehbar (§ 8b Abs. 3 S. 3 KStG) → frühzeitig Gestaltung planen.
  • vGA-Risiko beachten: Verdeckte Gewinnausschüttungen sind zwar frei nach § 8b Abs. 1 KStG, lösen aber beim Gesellschafter-Geschäftsführer Zufluss aus.
  • Organschaft: Bei einer ertragsteuerlichen Organschaft wird § 8b KStG nicht bei der Organgesellschaft, sondern erst beim Organträger angewendet (Bruttomethode, § 15 Satz 1 Nr. 2 KStG).
  • Ausländische Beteiligungen: EU/EWR-Dividenden fallen grundsätzlich auch unter § 8b Abs. 1 KStG; bei Drittstaaten-Beteiligungen DBA und § 8b Abs. 1 S. 3 KStG prüfen.
  • Demo-Zugang zum KI-gestützten Jahresabschluss- und E-Bilanz-Entwurf: onlinebilanz.de/demo

95 %

Steuerfreistellung auf Dividenden & Veräußerungsgewinne (§ 8b KStG)

10 %

Mindestbeteiligung für Dividendenfreistellung (Stichtag 1.1.)

15 %

Mindestbeteiligung für GewSt-Schachtelprivileg § 9 Nr. 2a GewStG

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet § 8b KStG einfach erklärt?

§ 8b KStG (8b KStG) befreit Dividenden und Veräußerungsgewinne einer Kapitalgesellschaft auf Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften zu 95 % von der Körperschaftsteuer. Die verbleibenden 5 % gelten pauschal als nicht abziehbare Betriebsausgaben und sind voll steuerpflichtig.

Was ist die Streubesitz-Falle bei § 8b Abs. 4 KStG?

Liegt die Beteiligungsquote am 1. Januar des Jahres der Dividendenausschüttung unter 10 %, ist die Dividende gemäß § 8b Abs. 4 KStG voll körperschaftsteuerpflichtig (Streubesitzdividende). Die 95-%-Freistellung entfällt vollständig.

Gilt § 8b KStG auch für die Gewerbesteuer?

Nein. § 8b KStG regelt nur die Körperschaftsteuer. Für die Gewerbesteuer gilt § 9 Nr. 2a GewStG mit einer höheren Mindestbeteiligungsquote von 15 % (Beginn des Erhebungszeitraums). Bei 10–14 % Beteiligung kann die Dividende GewSt-pflichtig bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen § 8b KStG und § 3 Nr. 40 EStG?

§ 8b KStG gilt für Kapitalgesellschaften und stellt 95 % frei. § 3 Nr. 40 EStG (Teileinkünfteverfahren) gilt für natürliche Personen mit Betriebsvermögen und stellt nur 40 % frei. Der steuerliche Vorteil der Holding-GmbH gegenüber dem Direktbezug ist erheblich.

Können Veräußerungsverluste nach § 8b KStG steuerlich abgezogen werden?

Nein. § 8b Abs. 3 S. 3 KStG schließt den steuerlichen Abzug von Veräußerungsverlusten auf Anteile an Kapitalgesellschaften ausdrücklich aus – als Kehrseite der steuerfreien Behandlung von Veräußerungsgewinnen.

Wie hoch ist die effektive Steuerbelastung bei einer Holding-GmbH nach § 8b KStG?

Bei einer Beteiligung ≥ 15 % und Anwendung von § 8b KStG und § 9 Nr. 2a GewStG beträgt die effektive Steuerbelastung auf Dividenden bei einem Hebesatz von 400 % rund 1,5 % (5 % × [15 % KSt + SolZ + 14 % GewSt]); die nach § 8b Abs. 5 KStG nicht abziehbaren 5 % bleiben auch gewerbesteuerpflichtig. Ohne Schachtelprivileg (10–14 %) steigt sie durch die GewSt deutlich.

Über Autor und Berufsprofil

Autor

Servet Gündogan

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Fabian Klement

Wirtschaftsprüfer & Steuerberater · M.A.

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Schwerpunkt Jahresabschlussprüfung, Konzernreporting und E-Bilanz. Schwerpunkt fachliche Abschlussfragen. Informationen zum Tätigkeitsgebiet; keine individuelle Beratung durch diesen Beitrag.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Steuerliche Beratung im Einzelfall erteilen nur die nach dem Steuerberatungsgesetz dazu befugten Personen und Gesellschaften, insbesondere Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Stand der Rechtslage: Juli 2026.

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KI-Assistenz
Kennenlerntermin15 Min · Raphael Diener