StaRUG: Sanierung ohne Insolvenzverfahren — Voraussetzungen und Ablauf
Seit dem 1. Januar 2021 steht deutschen Unternehmen mit dem StaRUG ein präventiver Restrukturierungsrahmen zur Verfügung, der eine gerichtlich begleitete Sanierung ermöglicht, ohne dass ein Insolvenzverfahren eröffnet werden muss. Für GmbH-Geschäftsführer bedeutet das: Schulden restrukturieren, das Management an Bord halten und die Öffentlichkeit weitgehend ausschließen — wenn die Voraussetzungen stimmen.
Kurzantwort
Das StaRUG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz) ist ein präventiver Restrukturierungsrahmen für Unternehmen, die zwar drohend zahlungsunfähig, aber noch nicht insolvent sind. Kernwerkzeuge sind der Restrukturierungsplan, die Stabilisierungsanordnung und der gruppenübergreifende Mehrheitsentscheid (Cross-Class Cram-Down). Das Verfahren läuft diskreter als eine Insolvenz, das Management bleibt handlungsfähig, und Arbeitnehmerforderungen sind vollständig geschützt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist das StaRUG?
- Zugangsvoraussetzung: Drohende Zahlungsunfähigkeit
- Die drei Kerninstrumente des StaRUG
- Ablauf des StaRUG-Verfahrens Schritt für Schritt
- Vorteile gegenüber der Insolvenz und gesetzliche Grenzen
- Steuerliche Folgen: Sanierungsgewinn und Debt Cut
- Kosten des StaRUG-Verfahrens
- Praxisbeispiel: GmbH mit Überschuldungsrisiko
- Fazit
Was ist das StaRUG?
Das Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) ist am 1. Januar 2021 in Kraft getreten und setzt die europäische Restrukturierungsrichtlinie (EU 2019/1023) in deutsches Recht um. Es schafft einen präventiven Restrukturierungsrahmen — also ein Verfahren, das vor der Insolvenz ansetzt und eine gerichtlich flankierte Sanierung ohne Eröffnung eines Insolvenzverfahrens erlaubt.
Das StaRUG ist kein Insolvenzverfahren. Es kennt keinen Insolvenzverwalter, keine Insolvenzantragsstellung und keine Veröffentlichung im Insolvenzbekanntmachungsportal als Regelfall. Der Geschäftsführer einer GmbH bleibt in seiner Funktion, die operative Kontrolle verbleibt beim Unternehmen. Das Restrukturierungsgericht (zuständig sind die Amtsgerichte an den Landgerichtssitzen mit Insolvenzkammer) begleitet das Verfahren nur auf Antrag und in definierten Teilbereichen.
Abgrenzung: StaRUG vs. Eigenverwaltung vs. Schutzschirm
Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren sind Insolvenzverfahren nach der InsO § 270 ff. Sie setzen mindestens drohende Zahlungsunfähigkeit voraus und erfordern einen Insolvenzantrag. Das StaRUG dagegen ist ein vorinsolvenzlicher Rahmen. Eine Abgrenzung zu diesen Verfahren wird in einem gesonderten Artikel behandelt.
Zugangsvoraussetzung: Drohende Zahlungsunfähigkeit
Der Zugang zum StaRUG ist an eine präzise definierte Schwelle geknüpft: Das Unternehmen muss drohend zahlungsunfähig im Sinne des § 18 InsO sein. Das bedeutet, es ist überwiegend wahrscheinlich, dass das Unternehmen innerhalb der nächsten 24 Monate seine fälligen Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen kann.
Entscheidend ist die Abgrenzung nach unten und oben:
- Noch nicht zugangsberechtigt: Ein Unternehmen, das lediglich ertragsschwach ist, aber seinen Verbindlichkeiten fristgerecht nachkommt, erfüllt die Voraussetzungen nicht.
- Nicht mehr zugangsberechtigt: Tritt tatsächliche Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO oder Überschuldung nach § 19 InsO ein, ist das StaRUG gesperrt — dann besteht Insolvenzantragspflicht nach § 15a InsO.
Achtung für Geschäftsführer: Wird das StaRUG genutzt, obwohl bereits Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt, besteht persönliche Haftung wegen Insolvenzverschleppung gemäß § 64 GmbHG a.F. bzw. der Nachfolgenorm (§ 15b InsO). Die Liquiditätsprognose muss dokumentiert und belastbar sein. Bei Unsicherheit ist unsere Insolvenzberatung der richtige erste Schritt.
Praktisch bedeutet das: Der Geschäftsführer muss eine integrierte Finanzplanung für mindestens 24 Monate erstellen, die Zahlungsunfähigkeit als überwiegend wahrscheinlich ausweist. Diese Planung ist Grundlage für den gesamten weiteren Prozess und wird vom Restrukturierungsbeauftragten geprüft.
Die drei Kerninstrumente des StaRUG
1. Der Restrukturierungsplan
Das zentrale Instrument ist der Restrukturierungsplan (§§ 5–72 StaRUG). Er ist dem Insolvenzplan strukturell ähnlich, aber vorinsolvenzlich. Der Plan teilt Gläubiger in Gruppen ein und legt fest, in welchem Umfang Forderungen gestrichen, gestundet oder in Eigenkapital umgewandelt werden (Debt-to-Equity-Swap).
Wesentliche Strukturmerkmale:
Beschreibt die wirtschaftliche Lage, die Krisenursachen, die geplanten Maßnahmen und deren voraussichtliche Auswirkungen auf alle Beteiligten.
Legt verbindlich fest, wie die Forderungen der einbezogenen Gläubiger verändert werden — Haircut, Stundung, Rangrücktritt oder Debt-to-Equity-Swap.
Abstimmung: Der Plan gilt als angenommen, wenn in jeder Gruppe eine Dreiviertelmehrheit (nach Forderungssummen) zustimmt. Das Gericht kann die Planbestätigung auf Antrag verweigern, wenn Gläubiger schlechter gestellt würden als ohne Restrukturierung (Vergleichsrechnung).
2. Die Stabilisierungsanordnung
Um Vollstreckungsmaßnahmen einzelner Gläubiger während der Planausarbeitung zu stoppen, kann das Restrukturierungsgericht auf Antrag eine Stabilisierungsanordnung erlassen (§§ 49–59 StaRUG). Diese wirkt wie ein temporäres Vollstreckungsverbot und verhindert, dass einzelne Gläubiger durch Pfändungen die Sanierung torpedieren.
Die Anordnung ist auf maximal 3 Monate befristet (mit Verlängerungsmöglichkeit auf bis zu 8 Monate unter strengen Voraussetzungen). Sie schützt nur gegenüber einbezogenen Gläubigern — Arbeitnehmer, Sozialversicherungsträger und Unterhaltsberechtigte sind ausgenommen.
3. Cross-Class Cram-Down
Das mächtigste und rechtlich anspruchsvollste Instrument ist der gruppenübergreifende Mehrheitsentscheid (§ 26 StaRUG). Er erlaubt es, den Restrukturierungsplan auch gegen ablehnende Gläubigergruppen gerichtlich durchzusetzen — vorausgesetzt:
- Mindestens eine Gruppe hat dem Plan zugestimmt,
- kein Gläubiger der ablehnenden Gruppe wird schlechter gestellt als ohne Plan,
- die ablehnende Gruppe partizipiert angemessen am Mehrwert der Restrukturierung,
- die Planmehrheit spiegelt keine missbräuchliche Mehrheitsbildung wider.
Der Cram-Down ermöglicht es, sogenannte „Hold-out“-Gläubiger zu überstimmen, die strategisch blockieren, ohne ein schutzwürdiges Interesse zu verfolgen. Er ist richterlich zu bestätigen und erfordert eine sorgfältige Vergleichsrechnung.
Ablauf des StaRUG-Verfahrens Schritt für Schritt
| Phase | Inhalt | Beteiligte |
|---|---|---|
| 1. Krisenfrüherkennung | Pflicht des Geschäftsführers nach § 1 StaRUG: Laufende Überwachung bestandsgefährdender Entwicklungen, Liquiditätsplanung, Frühwarnsystem | Geschäftsführer, StB/WP |
| 2. Restrukturierungskonzept | Erstellung integrierter Finanzplan, Krisenursachenanalyse, Sanierungskonzept (IDW S 6 orientiert) | Geschäftsführer, Berater |
| 3. Anzeige beim Gericht | Freiwillige Anzeige der Restrukturierungssache (§ 31 StaRUG) — erst ab hier greift das Gerichtsverfahren; keine Pflicht zur Anzeige | Unternehmen, Gericht |
| 4. Planausarbeitung & Gläubigerkonsultation | Erstellung Restrukturierungsplan, Gruppenbildung, Vorabkonsultation mit Schlüsselgläubigern | Geschäftsführer, Rechtsanwalt, Berater |
| 5. Abstimmung | Abstimmung im Erörterungs- und Abstimmungstermin oder im Umlaufverfahren; ggf. Cross-Class Cram-Down | Gläubiger, Gericht |
| 6. Gerichtliche Bestätigung | Planbestätigung durch das Restrukturierungsgericht (§ 60 StaRUG); Rechtsmittel möglich | Gericht |
| 7. Planumsetzung | Vollzug der Restrukturierungsmaßnahmen (Forderungsverzicht, Umwandlungen, Kapitalmaßnahmen) | Unternehmen, Gläubiger |
Die Gesamtdauer eines StaRUG-Verfahrens beträgt in der Praxis typischerweise 3 bis 9 Monate — deutlich kürzer als ein reguläres Insolvenzverfahren.
Vorteile gegenüber der Insolvenz und gesetzliche Grenzen
Vorteile des StaRUG
Grenzen und Ausschlüsse
Gesetzliche Grenzen des StaRUG (§ 4 StaRUG):
- Arbeitnehmerforderungen — Löhne, Gehälter, Abfindungsansprüche und Betriebsrentenanwartschaften sind vollständig vom Anwendungsbereich ausgenommen und können nicht in den Plan einbezogen werden.
- Forderungen aus unerlaubter Handlung — Deliktsrechtliche Ansprüche sind nicht planfähig.
- Öffentlich-rechtliche Forderungen — Steuern und Sozialabgaben können nur eingeschränkt einbezogen werden; Steuerbehörden haben besondere Zustimmungspflichten.
- Kein automatischer Schutz vor Kündigung: Lieferanten mit ausstehenden Forderungen sind zwar ausschließbar, können aber Lieferbeziehungen beenden.
Steuerliche Folgen: Sanierungsgewinn und Debt Cut
Wird im Rahmen des Restrukturierungsplans ein Forderungsverzicht (Debt Cut) vereinbart, entsteht beim schuldnerischen Unternehmen ein sogenannter Sanierungsgewinn: Die Verbindlichkeit wird ausgebucht, ohne dass ein Zahlungsabfluss stattfindet — das erhöht das steuerpflichtige Einkommen.
Nach dem BMF-Schreiben vom 27. März 2003 und der Nachfolgereglung durch den Sanierungserlass des Großen Senats des BFH sowie der gesetzlichen Normierung im § 3a EStG und § 7b KStG (Steuerbefreiung für Sanierungserträge) ist der Sanierungsgewinn unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei. Voraussetzung ist insbesondere, dass:
- das Unternehmen sanierungsbedürftig ist,
- der Gläubiger in Sanierungsabsicht handelt,
- das Unternehmen sanierungsfähig ist und
- die Sanierungsmaßnahme zur Sanierung geeignet ist.
Verbleibende Verlustvorträge werden nach einer festgelegten Verrechnungsreihenfolge gemäß § 3a EStG zunächst gegen den Sanierungsertrag verrechnet. Erst der verbleibende Sanierungsertrag ist steuerfrei. Die Steuerfreiheit gilt für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer (§ 7b GewStG). Die gewerbesteuerliche Behandlung erfordert eine gesonderte Beantragung beim zuständigen Finanzamt.
Hinweis zu Sanierungsgewinnen
Die steuerlichen Detailregelungen zum Sanierungsgewinn, zur Verlustverrechnung und zum Antrag auf Steuererlass sind komplex und hängen von der konkreten Gestaltung des Restrukturierungsplans ab. Eine vertiefte Darstellung finden Sie in unserem gesonderten Artikel zum Thema Sanierungsgewinn.
Kosten des StaRUG-Verfahrens
Die Kosten eines StaRUG-Verfahrens setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:
| Kostenblock | Größenordnung (Indikativ) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Restrukturierungsberater (Anwalt/WP) | 30.000–250.000 EUR | Je nach Komplexität, Gläubigeranzahl, Planumfang |
| Restrukturierungsbeauftragter (wenn bestellt) | 15.000–80.000 EUR | Wird vom Gericht bestellt, Kosten trägt das Unternehmen |
| Gerichtsgebühren | 2.000–15.000 EUR | Abhängig von Streitwert und beantragten Maßnahmen |
| Gutachten / Sanierungskonzept | 20.000–100.000 EUR | IDW-S6-Gutachten, integrierte Planung |
Das StaRUG ist damit kein Instrument für kleine GmbH mit wenigen Tausend Euro Verbindlichkeiten. Es rechnet sich wirtschaftlich typischerweise ab einer Verbindlichkeitsmasse von ca. 1–2 Mio. EUR, bei der der Restrukturierungsgewinn die Verfahrenskosten deutlich übersteigt. Für kleinere Unternehmen können außergerichtliche Sanierungsvereinbarungen oder Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung die effektivere Alternative darstellen. Sprechen Sie uns über unsere Insolvenzberatung an, um die richtige Weichenstellung zu finden.
Praxisbeispiel: GmbH mit Überschuldungsrisiko
Sachverhalt: Die Metallbau GmbH hat Verbindlichkeiten gegenüber drei Banken in Höhe von insgesamt 4,2 Mio. EUR. Aufgrund eines Großauftragsverlusts und gestiegener Materialkosten zeigt die integrierte 24-Monats-Liquiditätsplanung, dass das Unternehmen in 14 Monaten zahlungsunfähig wird. Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne besteht noch nicht (Fortbestehensprognose positiv unter Sanierungsbedingungen). Zwei der drei Banken signalisieren Sanierungsbereitschaft, Bank C blockiert.
StaRUG-Lösung:
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 1.680.000 EUR
an Außerordentliche Erträge (Sanierungsertrag) 1.680.000 EUR
→ Steuerfrei nach § 3a EStG i.V.m. § 7b KStG bei Erfüllung der Voraussetzungen
Ergebnis: Das Unternehmen ist saniert, der Geschäftsführer hat die Kontrolle behalten, kein Insolvenzverfahren wurde eröffnet, und Bank C konnte trotz Ablehnung überstimmt werden. Die Gesamtkosten des Verfahrens beliefen sich auf ca. 180.000 EUR — bei einem Sanierungsgewinn von 1,68 Mio. EUR ein wirtschaftlich sinnvolles Ergebnis.
Möchten Sie wissen, wie ein solches Szenario für Ihre GmbH aussehen würde? Unser Kostenrechner gibt Ihnen einen ersten Überblick über Handlungsoptionen und Kostenpositionen.
Fazit
Das StaRUG ist ein ernstzunehmendes Sanierungsinstrument für GmbH und UG, die sich in der Zone drohender Zahlungsunfähigkeit befinden. Es bietet gegenüber klassischen Insolvenzverfahren erhebliche Vorteile: Diskretion, Management-Kontinuität, Selektivität bei der Gläubigereinbeziehung und die Möglichkeit, blockierende Einzelgläubiger per Cross-Class Cram-Down zu überstimmen. Der präventive Ansatz erfordert jedoch frühzeitiges Handeln — spätestens dann, wenn die 24-Monats-Liquiditätsplanung kritische Signale zeigt.
Die gesetzlichen Grenzen sind klar: Arbeitnehmerforderungen sind tabu, und sobald tatsächliche Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung eingetreten ist, ist der Weg ins StaRUG versperrt — dann gelten die Insolvenzantragspflichten nach § 15a InsO. Steuerlich ist der Debt Cut durch § 3a EStG und § 7b KStG abgesichert, aber die Antragsvoraussetzungen sind präzise einzuhalten.
Wenn Sie prüfen möchten, ob das StaRUG für Ihre Gesellschaft in Betracht kommt, empfehlen wir den ersten Schritt über unsere Insolvenzberatung oder eine kostenlose Demo-Session in unserer Plattform unter login.onlinebilanz.de/demo.
24 Monate
Planungshorizont für Liquiditätsprognose (§ 18 InsO)
75 %
Erforderliche Mehrheit je Gläubigergruppe für Planbestätigung
1–2 Mio. EUR
Mindestverbindlichkeiten für wirtschaftliche Sinnhaftigkeit
Häufig gestellte Fragen
Was ist das StaRUG einfach erklärt?
Das StaRUG ist ein gesetzlicher Rahmen, der es Unternehmen erlaubt, ihre Schulden gerichtlich begleitet zu restrukturieren, ohne ein Insolvenzverfahren zu eröffnen. Es richtet sich an Unternehmen, die zwar drohend zahlungsunfähig, aber noch nicht insolvent sind.
Wer kann das StaRUG nutzen?
Jedes Unternehmen — also auch GmbH und UG — das drohend zahlungsunfähig im Sinne des § 18 InsO ist. Tatsächliche Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung schließen den Zugang aus.
Was kostet ein StaRUG-Verfahren?
Die Gesamtkosten hängen stark von Komplexität und Gläubigeranzahl ab. Realistisch sind Verfahrenskosten von 70.000 bis über 400.000 EUR — das Verfahren lohnt wirtschaftlich typischerweise ab einer Verbindlichkeitsmasse von 1–2 Mio. EUR.
Können Arbeitnehmerforderungen im StaRUG restrukturiert werden?
Nein. § 4 StaRUG schließt Arbeitnehmerforderungen, laufende Löhne und Betriebsrentenanwartschaften ausdrücklich aus dem Anwendungsbereich aus. Diese Forderungen bleiben vollständig erhalten.
Was ist der Cross-Class Cram-Down im StaRUG?
Der Cross-Class Cram-Down (§ 26 StaRUG) erlaubt es, einen Restrukturierungsplan auch gegen ablehnende Gläubigergruppen gerichtlich durchzusetzen, solange mindestens eine Gruppe zustimmt und kein Gläubiger schlechter gestellt wird als ohne Plan.
Was passiert mit dem Sanierungsgewinn aus einem Forderungsverzicht?
Ein Forderungsverzicht erzeugt beim Schuldner einen steuerpflichtigen Sanierungsgewinn. Dieser kann unter den Voraussetzungen des § 3a EStG und § 7b KStG steuerfrei gestellt werden, wenn Sanierungsbedürftigkeit, Sanierungsabsicht und Sanierungseignung nachgewiesen werden.
Wie lange dauert ein StaRUG-Verfahren?
In der Praxis dauern StaRUG-Verfahren typischerweise 3 bis 9 Monate — deutlich kürzer als ein reguläres Insolvenzverfahren, das oft mehrere Jahre in Anspruch nimmt.
Über Autor
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Servet Gündogan
Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart
Erster Ansprechpartner für Mandanten, koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und Steuerberater.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Alle steuerlichen Beratungsleistungen erbringt der angeschlossene Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer. OnlineBilanz ist eine Steuerberater-Plattform: Ihr Jahresabschluss wird von einem zugelassenen Steuerberater erstellt und unterzeichnet. Stand der Rechtslage: July 2026.





