BWA erstellen monatlich 2026: Anleitung & Tipps
Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Die monatliche betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ist das wichtigste Steuerungsinstrument für laufendes Controlling und Liquiditätsplanung. Wer seine BWA monatlich erstellt, behält Umsätze, Kosten und Ertragslage im Blick – und kann rechtzeitig gegensteuern. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie eine BWA monatlich erstellen, welche Software Sie nutzen können und wann der Steuerberater die bessere Wahl ist.
Kurzantwort
Eine BWA sollte monatlich erstellt werden, um Umsätze, Kosten und Liquidität zeitnah zu überwachen. Sie ist kein Pflichtdokument, aber unverzichtbar für Controlling, Kreditverhandlungen und unternehmerische Entscheidungen. Die Erstellung erfolgt in der Regel durch den Steuerberater auf Basis der laufenden Finanzbuchhaltung oder eigenständig mit Buchhaltungssoftware.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine BWA und warum monatlich?
- Wer muss eine BWA monatlich erstellen?
- Wie erstelle ich eine monatliche BWA?
- Welche Inhalte hat eine monatliche BWA?
- Häufige Fehler bei der BWA-Erstellung
- Selbst erstellen oder durch Steuerberater?
- Die wichtigsten Controlling-Kennzahlen
- Software und Tools für die monatliche BWA
- Rechtliche Aspekte: Vertraulichkeit und Pflichten
Was ist eine BWA und warum sollte sie monatlich erstellt werden?
Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ist ein unterjähriges Controlling-Instrument, das auf Basis der laufenden Finanzbuchhaltung erstellt wird. Sie zeigt die aktuelle Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens und ermöglicht GmbH-Geschäftsführern eine zeitnahe Steuerung. Im Gegensatz zum Jahresabschluss nach § 242 ff. HGB ist die BWA nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber für die kaufmännische Unternehmensführung unverzichtbar.
Die monatliche Erstellung hat mehrere praktische Vorteile: Sie erkennen negative Entwicklungen frühzeitig, können Liquiditätsengpässe rechtzeitig vermeiden und erfüllen häufig auch Anforderungen von Banken, Gesellschaftern oder Investoren. Viele Kreditinstitute verlangen quartalsweise oder sogar monatliche BWAs als Bestandteil der Kreditüberwachung.
Praxis-Hinweis
Wer die Finanzbuchhaltung selbst führt, kann die BWA direkt aus dem Buchhaltungsprogramm generieren. Viele DATEV-Kanzleien erstellen die BWA monatlich im Rahmen des laufenden Mandats. Alternativ bieten digitale Steuerberater wie OnlineBilanz.de auch monatliche BWA-Services mit Festpreisen und direkter Auswertung durch zugelassene Steuerberater an.
Unterschied zwischen BWA und Jahresabschluss
| Merkmal | BWA | Jahresabschluss |
|---|---|---|
| Rechtsgrundlage | Keine gesetzliche Pflicht | § 242, 264 HGB |
| Turnus | Monatlich oder quartalsweise | Jährlich |
| Prüfung | Keine externe Prüfung | Ggf. Wirtschaftsprüfer (§ 316 HGB) |
| Empfänger | Geschäftsführung, Bank, Gesellschafter | Gesellschafter, Unternehmensregister |
Wer muss eine BWA monatlich erstellen?
Eine gesetzliche Pflicht zur monatlichen BWA-Erstellung besteht weder nach HGB noch nach GmbHG. Dennoch gibt es mehrere Konstellationen, in denen die monatliche Erstellung faktisch erforderlich oder dringend empfohlen wird.
Vertragliche Verpflichtungen
- Kreditverträge: Banken verlangen oft monatliche oder quartalsweise BWAs als Bestandteil der Kreditüberwachung (Covenants).
- Gesellschaftsverträge: Gesellschafter können im Gesellschaftsvertrag oder durch Gesellschafterbeschluss regelmäßige BWA-Berichte festlegen.
- Investorenvereinbarungen: Private-Equity-Investoren oder Venture-Capital-Geber fordern üblicherweise monatliches Reporting.
Organisatorische Gründe
Auch ohne externe Verpflichtung sollten GmbH-Geschäftsführer monatlich eine BWA erstellen, um ihrer Sorgfaltspflicht nach § 43 GmbHG nachzukommen. Die ordnungsgemäße Unternehmensführung verlangt, dass die wirtschaftliche Lage jederzeit transparent ist — insbesondere zur Früherkennung von Überschuldung (§ 19 InsO) oder Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO). Die monatliche BWA ist hierfür das zentrale Steuerungsinstrument.
„In der Praxis sehen wir oft, dass Geschäftsführer erst bei Krisensymptomen reagieren. Wer monatlich die BWA analysiert, erkennt Abweichungen vom Plan frühzeitig und kann gegensteuern — lange bevor Insolvenzgründe drohen.“
— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart
Wie erstelle ich eine monatliche BWA?
Die monatliche BWA wird auf Basis der laufenden Finanzbuchhaltung erstellt. Voraussetzung ist, dass alle Geschäftsvorfälle zeitnah und korrekt erfasst werden. Der Prozess gliedert sich in mehrere Schritte, die je nach Unternehmensgröße und eingesetzter Software unterschiedlich aufwendig sind.
1. Laufende Buchhaltung aktuell halten
- Alle Eingangs- und Ausgangsrechnungen müssen zeitnah erfasst werden.
- Bankbuchungen sollten wöchentlich oder täglich importiert und kontiert werden.
- Kassen, Kreditkarten und PayPal-Konten sind ebenfalls zu erfassen.
- Offene Posten (Debitoren, Kreditoren) müssen gepflegt werden.
2. Monatsabschluss durchführen
Am Monatsende sind vorbereitende Abschlussbuchungen vorzunehmen, auch wenn diese nicht die gleiche Tiefe wie beim Jahresabschluss haben. Dazu gehören insbesondere:
- Abgrenzungen für erhaltene, aber noch nicht verbuchte Rechnungen (sonstige Verbindlichkeiten)
- Rückstellungen für bekannte Verpflichtungen (z. B. ausstehende Steuerberaterhonorare)
- Abschreibungen auf Anlagevermögen (linear oder degressiv nach Plan)
- Umsatzsteuer-Voranmeldung und Abstimmung mit der Buchhaltung
3. BWA generieren und prüfen
Nach Abschluss der Buchungen wird die BWA aus dem Buchhaltungsprogramm (z. B. DATEV, Lexware, sevDesk) generiert. Üblich ist das DATEV-Standard-Schema nach SKR 03 oder SKR 04. Die BWA zeigt Umsätze, Kosten, Rohgewinn, EBITDA und Betriebsergebnis. Prüfen Sie die Plausibilität, z. B. durch Vorjahresvergleich oder Abgleich mit dem Budget.
Achtung
Eine BWA ohne Abgrenzungen und Rückstellungen zeigt ein verzerrtes Bild. Insbesondere bei saisonalen Geschäften oder großen Einzelaufträgen sollten Sie unterjährig abgrenzen, um die tatsächliche Ertragslage zu erkennen.
4. Auswertung und Interpretation
Die bloße Erstellung reicht nicht — entscheidend ist die Auswertung. Analysieren Sie Abweichungen zu Vormonaten, Vorjahr und Planung. Achten Sie auf Kennzahlen wie Umsatzrendite, Personalquote, Materialaufwandsquote und Liquidität. Nur so wird die BWA zum echten Steuerungsinstrument.
Welche Inhalte hat eine monatliche BWA?
Die BWA folgt in der Regel dem DATEV-Standardschema, das sich an der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB orientiert. Je nach Branche und Unternehmensgröße können zusätzliche Auswertungen (z. B. Bewegungsbilanz, statistische Kennzahlen) hinzukommen.
Hauptbestandteile der BWA
Umsatzerlöse
Aufgliederung nach Umsatzarten, ggf. nach Sparten oder Kostenstellen. Zeigt die Entwicklung der Erlöse im Zeitverlauf.
Wareneinsatz / Materialaufwand
Direkt zurechenbare Kosten der verkauften Leistungen. Wichtig für die Berechnung der Rohgewinnmarge.
Zusätzliche Auswertungen
- Summen- und Saldenliste (SuSa): Detaillierte Aufstellung aller Konten mit Anfangsbestand, Zu- und Abgängen, Endbestand.
- Offene-Posten-Liste: Übersicht über unbezahlte Forderungen und Verbindlichkeiten. Wichtig für Liquiditätsplanung.
- Bewegungsbilanz: Zeigt Veränderungen in Aktiva und Passiva im Vergleich zum Vormonat.
- Statistische Kennzahlen: Cash-Flow, Working Capital, Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad.
„Viele Mandanten schauen nur auf Umsatz und Gewinn. Dabei sind die Liquiditätskennzahlen mindestens genauso wichtig: Ein profitables Unternehmen kann trotzdem illiquide werden, wenn Forderungen nicht eingehen oder Verbindlichkeiten zu schnell fällig werden.“
— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team
Häufige Fehler bei der monatlichen BWA-Erstellung
Auch wenn die BWA kein gesetzlich geprüftes Dokument ist, sollte sie korrekt und aussagekräftig sein. In der Praxis treten immer wieder typische Fehler auf, die die Aussagekraft erheblich einschränken oder sogar zu Fehlentscheidungen führen.
1. Unvollständige oder verspätete Buchhaltung
Wenn Belege fehlen oder erst Wochen später erfasst werden, ist die BWA nicht aktuell. Besonders problematisch: Eingangsrechnungen, die erst im Folgemonat gebucht werden, verzerren das Ergebnis. Achten Sie auf eine zeitnahe, lückenlose Erfassung aller Geschäftsvorfälle.
2. Fehlende Abgrenzungen und Rückstellungen
Viele BWAs enthalten keine unterjährigen Abgrenzungen. Das führt dazu, dass Kosten in falschen Monaten erscheinen oder Umsätze zu früh ausgewiesen werden. Besonders kritisch bei Jahresbeiträgen (Versicherungen, Lizenzen) oder größeren Projekten. Nach § 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB gilt das Realisationsprinzip — auch unterjährig sollten Sie periodengerecht abgrenzen.
3. Falsche Kontierung
Werden Aufwendungen auf falsche Konten gebucht (z. B. Investitionen als Aufwand, private Entnahmen als Betriebsausgaben), wird das Ergebnis verfälscht. Insbesondere bei gemischten Nutzungen (z. B. Pkw, Arbeitszimmer) ist saubere Aufteilung wichtig.
4. Keine Plausibilitätsprüfung
Wer die BWA ungeprüft übernimmt, übersieht oft Zahlendreher, doppelte Buchungen oder fehlende Kontenabstimmungen. Vergleichen Sie monatlich: Vormonat, Vorjahr, Budget. Prüfen Sie insbesondere Ausreißer und sprunghafte Veränderungen.
-
Alle Bankkonten, Kassen und Kreditkarten sind aktuell erfasst
-
Eingangsrechnungen sind vollständig gebucht
-
Abgrenzungen für wiederkehrende Kosten sind gebildet
-
Umsatzsteuer-Voranmeldung stimmt mit Buchhaltung überein
-
Offene Posten sind gepflegt und abgestimmt
-
Plausibilitätsprüfung (Vormonat, Vorjahr, Budget) wurde durchgeführt
BWA monatlich selbst erstellen oder durch Steuerberater?
Ob Sie die monatliche BWA selbst erstellen oder an einen Steuerberater delegieren, hängt von mehreren Faktoren ab: Unternehmensgröße, interne Ressourcen, Komplexität der Buchhaltung und Anforderungen an Qualität und Rechtsverbindlichkeit.
BWA selbst erstellen
Viele kleinere GmbHs führen die Buchhaltung mit modernen Cloud-Tools (z. B. Lexware, WISO, sevDesk) selbst und generieren die BWA direkt aus der Software. Das spart Kosten und bietet volle Kontrolle. Voraussetzung ist jedoch buchhalterisches Grundwissen und Zeit für die korrekte Erfassung.
- Vorteile: Kostenersparnis, volle Kontrolle, Flexibilität bei Auswertungen
- Nachteile: Fehleranfälligkeit, keine fachliche Prüfung, hoher Zeitaufwand bei komplexeren Sachverhalten
BWA durch Steuerberater erstellen lassen
Die klassische Variante: Sie liefern Belege und Bankdaten, der Steuerberater bucht, erstellt die BWA und berät Sie. Das gewährleistet fachliche Korrektheit, kostet aber laufend Honorar (nach StBVV oder individueller Vereinbarung). Viele Kanzleien bieten monatliche Buchhaltungs- und BWA-Services als Paket an.
Moderne digitale Steuerberater-Plattformen wie OnlineBilanz.de verbinden Steuerberater-Qualität mit transparenten Festpreisen und digitaler Koordination. Sie übermitteln die Belege digital, die Buchhaltung wird von zugelassenen Steuerberatern bearbeitet, und die BWA steht Ihnen monatlich zur Verfügung — ohne Wartezeiten und mit klarer Kostenstruktur.
Praxis-Tipp
Auch wenn Sie die Buchhaltung selbst führen, lohnt sich eine quartalsweise Kontrolle durch einen Steuerberater. So vermeiden Sie systematische Fehler und sind rechtzeitig auf den Jahresabschluss vorbereitet. Viele digitale Steuerberater bieten auch Teilleistungen an, z. B. nur Prüfung und Beratung.
Selbst erstellen
Geeignet für kleine GmbHs mit einfacher Buchhaltung und internem Know-how. Kosteneffizient, aber fehleranfällig.
Klassischer Steuerberater
Hohe fachliche Qualität, persönliche Beratung vor Ort. Höhere Kosten, oft längere Wartezeiten.
Digitale Steuerberater-Plattform
Kombination aus Steuerberater-Qualität und digitaler Effizienz. Festpreise, schnelle Bearbeitung, ortsunabhängig.
BWA monatlich auswerten: Die wichtigsten Controlling-Kennzahlen
Die BWA wird erst durch gezielte Auswertung zum Steuerungsinstrument. Neben absoluten Zahlen (Umsatz, Kosten, Gewinn) sind Kennzahlen entscheidend, die Entwicklungen, Strukturen und Risiken sichtbar machen. Nachfolgend die wichtigsten Kennzahlen für die monatliche Auswertung.
Ertragskennzahlen
| Kennzahl | Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Umsatzrendite | (Gewinn / Umsatz) × 100 | Zeigt, wie viel Prozent des Umsatzes als Gewinn verbleiben |
| Rohgewinnmarge | ((Umsatz − Wareneinsatz) / Umsatz) × 100 | Deckungsbeitrag nach direkten Kosten, wichtig im Handel |
| EBITDA-Marge | (EBITDA / Umsatz) × 100 | Operative Ertragskraft vor Abschreibungen und Zinsen |
| Personalquote | (Personalkosten / Umsatz) × 100 | Anteil der Personalkosten am Umsatz, branchenabhängig |
Liquiditäts- und Finanzkennzahlen
Die BWA zeigt die Ertragslage, aber nicht direkt die Liquidität. Ergänzen Sie deshalb folgende Kennzahlen aus der Bewegungsbilanz oder der Offene-Posten-Liste:
- Working Capital: Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten. Zeigt die kurzfristige Zahlungsfähigkeit.
- Cash-Flow: Einzahlungen minus Auszahlungen im Monat. Wichtiger als der buchhalterische Gewinn für die Liquiditätssteuerung.
- Debitorenlaufzeit: (Forderungen / Umsatz) × 30 Tage. Zeigt, wie lange Kunden im Schnitt brauchen, um zu zahlen.
- Kreditorenlaufzeit: (Verbindlichkeiten / Wareneinsatz) × 30 Tage. Zeigt, wie lange Sie selbst Zahlungsziele nutzen.
Vergleichsanalysen
Aussagekräftig wird die BWA durch Vergleiche: Vormonat (Entwicklung), Vorjahr (saisonale Effekte), Budget (Soll-Ist-Abweichungen). Analysieren Sie nicht nur Absolutwerte, sondern auch prozentuale Veränderungen und Strukturverschiebungen.
85 %
der Banken verlangen monatliche oder quartalsweise BWAs
< 10 Tage
sollte die BWA nach Monatsende vorliegen
5–8 %
EBITDA-Marge gilt als gesund (branchenabhängig)
„Viele Geschäftsführer schauen nur auf den Gewinn. Dabei ist die Liquidität mindestens genauso wichtig: Ein profitables Unternehmen kann zahlungsunfähig werden, wenn Forderungen zu spät eingehen. Deshalb sollten Sie monatlich auch die Offene-Posten-Liste und den Cash-Flow prüfen.“
— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team
Software und Tools für die monatliche BWA-Erstellung
Die monatliche BWA wird in der Regel direkt aus dem Buchhaltungsprogramm generiert. Die Wahl der Software hängt von Unternehmensgröße, Komplexität der Buchhaltung und gewünschter Integration ab. Nachfolgend ein Überblick über gängige Lösungen für GmbHs.
DATEV (Kanzlei-Standard)
DATEV ist der Marktführer im Steuerberater-Umfeld. Die BWA wird nach standardisierten Schemata (SKR 03, SKR 04) erstellt und ist bei Banken und Behörden anerkannt. DATEV Unternehmen online ermöglicht die Zusammenarbeit zwischen Mandant und Steuerberater: Sie erfassen Belege, die Kanzlei bucht und erstellt die BWA. Vorteil: Hohe fachliche Qualität, nahtlose Integration mit Lohnbuchhaltung und Jahresabschluss. Nachteil: Höhere Kosten, Abhängigkeit von der Kanzlei.
Cloud-Buchhaltung (Lexware, sevDesk, WISO)
Moderne Cloud-Tools richten sich an kleine und mittlere GmbHs, die die Buchhaltung selbst führen. Belege werden per App fotografiert, Bankbuchungen automatisch importiert, Rechnungen online erstellt. Die BWA kann jederzeit per Knopfdruck generiert werden. Vorteil: Günstig, flexibel, ortsunabhängig. Nachteil: Keine fachliche Prüfung, Eigenverantwortung für Korrektheit.
ERP-Systeme (SAP, Microsoft Dynamics, Navision)
Größere GmbHs nutzen oft integrierte ERP-Systeme, die Buchhaltung, Controlling, Warenwirtschaft und Produktion verbinden. Die BWA ist Teil eines umfassenden Reportings mit Kostenstellen, Projekten und Soll-Ist-Vergleichen. Vorteil: Hohe Integration, individuell anpassbar. Nachteil: Hohe Kosten, lange Einführungszeiten, spezialisiertes Personal nötig.
Empfehlung
Für kleinere GmbHs (bis ca. 10 Mitarbeiter, einfache Strukturen) reichen Cloud-Tools oft aus. Ab mittlerer Größe oder bei komplexeren Anforderungen (mehrere Kostenstellen, Projektabrechnung, Fremdwährungen) ist die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater empfehlenswert. Digitale Plattformen wie OnlineBilanz.de bieten hier eine moderne Alternative: Sie führen die Vorsysteme, der Steuerberater bucht und erstellt die BWA — mit transparenten Festpreisen.
Schnittstellen und Automatisierung
Moderne Buchhaltungssoftware bietet Schnittstellen zu Banken (HBCI, FinTS), Online-Zahlungsdienstleistern (PayPal, Stripe), Kassensystemen und Warenwirtschaft. Nutzen Sie diese Automatisierungen, um manuelle Erfassung zu minimieren und Fehler zu vermeiden. Besonders wichtig: Automatischer Bankabgleich und elektronische Belegerfassung (OCR).
Rechtliche Aspekte der monatlichen BWA: Vertraulichkeit und Pflichten
Die BWA ist kein Teil des gesetzlichen Jahresabschlusses nach § 242 HGB und unterliegt daher nicht den Offenlegungspflichten des § 325 HGB. Sie ist ein internes Steuerungsinstrument und grundsätzlich vertraulich. Dennoch gibt es rechtliche Rahmenbedingungen, die GmbH-Geschäftsführer kennen sollten.
Keine Offenlegungspflicht
Im Gegensatz zum Jahresabschluss muss die BWA nicht beim Unternehmensregister offengelegt werden. Sie bleibt vertraulich und ist nur für interne Zwecke oder für vertraglich Berechtigte (Gesellschafter, Banken, Investoren) bestimmt. Eine Weitergabe an Dritte ohne Rechtsgrundlage kann Geschäftsgeheimnisse verletzen.
Auskunftspflichten gegenüber Gesellschaftern
Nach § 51a GmbHG haben Gesellschafter ein Informationsrecht. Sie können Einsicht in Bücher und Unterlagen verlangen, sofern keine wichtigen Gründe entgegenstehen. Die monatliche BWA gehört typischerweise zu den Unterlagen, die Gesellschafter einsehen dürfen. Viele Gesellschaftsverträge regeln explizit ein monatliches oder quartalsweises Berichtswesen.
Pflichten bei Krise und Insolvenz
GmbH-Geschäftsführer sind nach § 15a InsO verpflichtet, bei Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO) oder Überschuldung (§ 19 InsO) unverzüglich Insolvenzantrag zu stellen. Die monatliche BWA ist ein zentrales Instrument zur Früherkennung: Sie zeigt rechtzeitig, ob die Liquidität gefährdet ist oder das Eigenkapital aufgezehrt wird. Wer keine regelmäßige BWA führt, riskiert im Insolvenzfall den Vorwurf fahrlässiger oder vorsätzlicher Insolvenzverschleppung — mit persönlicher Haftung nach § 15b InsO.
Haftungsrisiko
Geschäftsführer haften persönlich, wenn sie einen Insolvenzantrag zu spät stellen. Die monatliche BWA ist das wichtigste Frühwarnsystem. Wer sie nicht führt, kann im Krisenfall nicht nachweisen, dass er seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist.
Datenschutz und Vertraulichkeit
Die BWA enthält sensible Geschäftsdaten. Bei der Weitergabe an Steuerberater, Banken oder Investoren sollten Sie auf sichere Übertragungswege (verschlüsselte E-Mail, sichere Cloud-Lösungen) achten. Verpflichten Sie externe Dienstleister vertraglich zur Vertraulichkeit. Bei digitalen Steuerberater-Plattformen wie OnlineBilanz.de sind Datenschutz und sichere Übertragung nach DSGVO selbstverständlich Teil des Services.
Häufig gestellte Fragen
Wie schnell sollte eine BWA nach Monatsende vorliegen?
In der Praxis gilt: Eine BWA sollte spätestens 10 bis 15 Tage nach Monatsende vorliegen, damit Sie zeitnah steuern können. Bei digitaler Buchhaltung und automatisierten Prozessen sind auch kürzere Vorlaufzeiten von 5 bis 7 Tagen möglich. Je schneller die BWA vorliegt, desto aktueller sind Ihre Steuerungsinformationen.
Kann ich mit einer BWA meine Steuerlast monatlich abschätzen?
Ja, die BWA zeigt Ihnen den vorläufigen Gewinn vor Steuern. Daraus können Sie gemeinsam mit Ihrem Steuerberater die voraussichtliche Einkommen- oder Körperschaftsteuer sowie Gewerbesteuer hochrechnen und Liquidität für Vorauszahlungen planen.
Welche DATEV-BWA-Form ist für die meisten Unternehmen Standard?
Die DATEV-BWA Form 01 (Gesamtkostenverfahren) ist in Deutschland am weitesten verbreitet und für die meisten Branchen geeignet. Sie zeigt Umsätze, Wareneinsatz, Rohgewinn und alle Kostenarten übersichtlich nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB.
Muss ich für eine monatliche BWA auch monatlich buchen?
Ja, eine aussagekräftige monatliche BWA setzt voraus, dass alle Geschäftsvorfälle zeitnah – idealerweise wöchentlich oder mindestens monatlich – in der Finanzbuchhaltung erfasst werden. Nur so sind die Zahlen aktuell und steuerungsrelevant.
Kann ich eine BWA auch rückwirkend für mehrere Monate erstellen?
Technisch ja, aber der Steuerungsnutzen verpufft. Wer eine BWA erst nach drei Monaten erstellt, kann nicht mehr rechtzeitig auf Abweichungen reagieren. Für Nachweise gegenüber Banken oder für Nachholbedarf ist eine rückwirkende Erstellung aber möglich und manchmal notwendig.
Was kostet die monatliche BWA-Erstellung durch den Steuerberater?
Die Kosten richten sich nach der StBVV und hängen vom Gegenstandswert (Umsatz/Aufwand) sowie der Anzahl der Belege ab. Üblich sind monatlich 80 bis 300 Euro für kleinere Unternehmen. Viele Steuerberater bieten Paketpreise für laufende Buchhaltung inklusive monatlicher BWA an.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 275 HGB – Gewinn- und Verlustrechnung, § 238 HGB – Buchführungspflicht, StBVV – Steuerberatervergütungsverordnung. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.


