Beteiligungen Bilanz Beispiel 2026 – Bewertung & Ausweis
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Beteiligungen zählen zu den Finanzanlagen und werden im Anlagevermögen der Bilanz ausgewiesen. Die handelsrechtliche Bewertung richtet sich nach § 253 HGB und erfordert bei dauerhafter Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen. Dieser Beitrag erklärt mit konkreten Beispielen, wie Beteiligungen in der Bilanz 2026 korrekt erfasst, bewertet und offengelegt werden.
Kurzantwort
Beteiligungen sind Anteile an anderen Unternehmen, die im Anlagevermögen unter Finanzanlagen ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet und bei dauerhafter Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben. Im Anhang sind umfassende Angaben über Beteiligungsgesellschaften und Beteiligungsquoten zu machen. Konzernunternehmen konsolidieren wesentliche Beteiligungen im Konzernabschluss.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind Beteiligungen in der Bilanz?
- Bilanzielle Zuordnung und Gliederung nach § 266 HGB
- Bewertung von Beteiligungen: Anschaffungskosten und Folgebewertung
- Beispiel: Erstmaliger Erwerb einer Beteiligung
- Beispiel: Außerplanmäßige Abschreibung bei dauerhafter Wertminderung
- Beispiel: Wertaufholung bei Wegfall der Wertminderung
- Anhangsangaben und Offenlegungspflichten
- Beteiligungen im Konzernabschluss
- Steuerliche Behandlung von Beteiligungen
- Häufige Fehler und Praxistipps
Was sind Beteiligungen in der Bilanz?
Beteiligungen gehören nach § 266 Abs. 2 HGB zum Anlagevermögen und werden unter den Finanzanlagen ausgewiesen. Eine Beteiligung liegt gemäß § 271 Abs. 1 HGB vor, wenn Anteile an anderen Unternehmen gehalten werden, die dazu bestimmt sind, dem eigenen Geschäftsbetrieb durch Herstellung einer dauernden Verbindung zu dienen. Die Vermutungsgrenze liegt bei mehr als 20 % der Anteile an einer Kapitalgesellschaft.
Im Gegensatz zu sonstigen Wertpapieren des Anlage- oder Umlaufvermögens verfolgen Beteiligungen einen strategischen Zweck: Geschäftsbeziehungen sichern, Zulieferketten kontrollieren, Märkte erschließen oder Synergien nutzen. Diese funktionale Einbindung unterscheidet Beteiligungen von reinen Finanzanlagen.
Praxis-Hinweis
Die 20-%-Grenze ist eine gesetzliche Vermutung, kein zwingendes Kriterium. Auch bei geringeren Anteilen kann eine Beteiligung vorliegen, wenn nachweisbar eine dauerhafte Verbindung zum Geschäftsbetrieb besteht – etwa durch Lieferverträge, gemeinsame F&E oder personelle Verflechtungen.
Abgrenzung zu Anteilen an verbundenen Unternehmen
Anteile an verbundenen Unternehmen (§ 271 Abs. 2 HGB) sind gesondert auszuweisen, wenn ein beherrschender Einfluss ausgeübt werden kann – typischerweise bei Mehrheitsbeteiligungen über 50 %. Beteiligungen im engeren Sinne umfassen dagegen Minderheitsbeteiligungen mit strategischem Charakter.
Bilanzielle Zuordnung und Gliederung nach § 266 HGB
Beteiligungen werden in der Bilanz unter Position A.III. des Anlagevermögens ausgewiesen – konkret im Bereich der Finanzanlagen im Jahresabschluss. Die Gliederung dieser Position richtet sich nach § 266 HGB und unterscheidet sich je nach Größenklasse des Unternehmens.
Gliederungsschema für Kapitalgesellschaften
| Position | Bezeichnung | § HGB |
|---|---|---|
| A.III.1. | Anteile an verbundenen Unternehmen | § 271 Abs. 2 |
| A.III.2. | Ausleihungen an verbundene Unternehmen | § 271 Abs. 2 |
| A.III.3. | Beteiligungen | § 271 Abs. 1 |
| A.III.4. | Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | § 271 Abs. 1 |
| A.III.5. | Wertpapiere des Anlagevermögens | – |
| A.III.6. | Sonstige Ausleihungen | – |
Kleinere Kapitalgesellschaften dürfen nach § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB Posten zusammenfassen. Mittelgroße und große GmbHs müssen die Untergliederung vollständig ausweisen. Im Anhang sind zusätzliche Angaben zu Beteiligungen erforderlich – Name, Sitz, Kapitalanteil und Eigenkapital der Beteiligungsgesellschaft (§ 285 Nr. 11 HGB).
Bewertung von Beteiligungen: Anschaffungskosten und Folgebewertung
Beteiligungen sind bei Zugang mit den Anschaffungskosten zu bewerten (§ 253 Abs. 1 HGB). Dazu zählen der Kaufpreis sowie alle Anschaffungsnebenkosten wie Notargebühren, Maklerprovisionen und Beratungskosten, die unmittelbar dem Erwerb zuzurechnen sind.
Was gehört zu den Anschaffungskosten?
- Kaufpreis der Anteile (Nominalwert oder vereinbarter Preis)
- Notargebühren, Handelsregisterkosten, Beurkundungskosten
- Due-Diligence-Kosten, wenn sie nach der grundsätzlichen Erwerbsentscheidung anfallen
- Keine Finanzierungskosten (Zinsen gehören nicht zu den Anschaffungskosten)
Anschaffungspreisminderungen (z. B. Skonti, Rabatte, Kaufpreisanpassungen nach Closing) sind abzuziehen. Nachträgliche Anschaffungskosten – etwa aus Earn-Out-Klauseln oder Nachschussverpflichtungen – erhöhen den Bilanzansatz im Zeitpunkt der Verpflichtung.
Folgebewertung: Gemildertes Niederstwertprinzip
Für Beteiligungen gilt nach § 253 Abs. 3 Satz 5 und 6 HGB das gemilderte Niederstwertprinzip: Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung ist eine außerplanmäßige Abschreibung zwingend vorzunehmen. Maßgeblich ist der beizulegende Wert, der sich aus dem Ertragswert der Beteiligungsgesellschaft, aus Verkehrspreisen vergleichbarer Transaktionen oder aus dem anteiligen Eigenkapital ergeben kann.
Achtung bei Verlusten der Beteiligungsgesellschaft
Erwirtschaftet die Beteiligungsgesellschaft mehrere Jahre Verluste, die das Eigenkapital aufzehren, liegt regelmäßig eine dauernde Wertminderung vor. Das gilt selbst dann, wenn keine formelle Insolvenz droht. Eine Abschreibung auf 1 € symbolischen Wert oder auf 0 € ist möglich und oft geboten.
Beispiel: Erstmaliger Erwerb einer Beteiligung
Die Muster-GmbH (Bilanzstichtag 31.12.2025) erwirbt am 15.06.2025 30 % der Anteile an der Zulieferer XY GmbH zum Kaufpreis von 150.000 €. Ziel ist die langfristige Sicherung der Lieferkette. Zusätzlich fallen an:
- Notarkosten: 1.800 €
- Beratungskosten (Due Diligence): 5.200 €
- Handelsregistergebühren: 200 €
Die Anschaffungskosten betragen: 150.000 + 1.800 + 5.200 + 200 = 157.200 €.
Buchungssatz bei Zugang
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Beteiligungen | 157.200 € | |
| Bank | 157.200 € |
In der Bilanz zum 31.12.2025 wird die Beteiligung unter A.III.3. Beteiligungen mit 157.200 € ausgewiesen. Im Anhang ist anzugeben: Name, Sitz, Kapitalanteil (30 %), Eigenkapital und Jahresergebnis der Zulieferer XY GmbH (§ 285 Nr. 11 HGB).
Praxis-Tipp
Dokumentieren Sie bereits beim Erwerb die strategische Funktion der Beteiligung – zum Beispiel durch einen Gesellschafterbeschluss oder ein Strategiepapier. Das erleichtert die Argumentation gegenüber dem Betriebsprüfer, warum die 20-%-Grenze unterschritten wird oder warum keine sofortige Abschreibung erfolgt. Wie sich solche Beteiligungen letztlich auf den ausgewiesenen Bilanzgewinn auswirken, lässt sich anhand konkreter Berechnungsbeispiele gut nachvollziehen.
Beispiel: Außerplanmäßige Abschreibung bei dauerhafter Wertminderung
Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftet die Zulieferer XY GmbH einen Jahresfehlbetrag von 80.000 €. Das Eigenkapital der Gesellschaft sinkt auf 120.000 € (zuvor 200.000 €). Das anteilige Eigenkapital (30 % von 120.000 €) beträgt rechnerisch 36.000 €. Die Muster-GmbH prüft, ob eine außerplanmäßige Abschreibung erforderlich ist.
Prüfung der dauerhaften Wertminderung
- Buchwert Beteiligung: 157.200 €
- Anteiliges Eigenkapital (30 % von 120.000 €): 36.000 €
- Differenz: 121.200 € (Wertminderung)
- Prognose: Geschäftsführung der XY GmbH erwartet keine Besserung, Marktumfeld schwierig
- Dauerhaftigkeit: Wertminderung voraussichtlich von Dauer (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB)
Die Muster-GmbH nimmt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert von 36.000 € vor.
Buchungssatz Abschreibung
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | 121.200 € | |
| Beteiligungen | 121.200 € |
Der neue Buchwert der Beteiligung beträgt 36.000 €. In der GuV erscheint die Abschreibung im Finanzergebnis. Die außerplanmäßige Abschreibung ist gesondert auszuweisen oder im Anhang anzugeben (§ 277 Abs. 3 Satz 1 HGB).
Beispiel: Wertaufholung bei Wegfall der Wertminderung
Im Folgejahr 2026 erholt sich die Zulieferer XY GmbH: Das Eigenkapital steigt durch Gewinne auf 180.000 €, die Geschäfte laufen wieder stabil. Das anteilige Eigenkapital (30 % von 180.000 €) beträgt nun 54.000 €. Der aktuelle Buchwert der Beteiligung liegt bei 36.000 €.
Nach § 253 Abs. 5 HGB besteht ein Wertaufholungsgebot, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung entfallen sind. Die Wertaufholung ist jedoch auf die ursprünglichen Anschaffungskosten (157.200 €) begrenzt. Die Muster-GmbH nimmt eine Zuschreibung auf 54.000 € vor.
Buchungssatz Wertaufholung
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Beteiligungen | 18.000 € | |
| Erträge aus Zuschreibungen zu Finanzanlagen | 18.000 € |
Der neue Buchwert beträgt 54.000 €. Die Zuschreibung erscheint in der GuV. Eine Zuschreibung über die Anschaffungskosten hinaus ist nicht zulässig.
Praxis-Hinweis
Das Wertaufholungsgebot gilt für alle Vermögensgegenstände – mit Ausnahme eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts (§ 253 Abs. 5 Satz 2 HGB). Die Dokumentation der Wertermittlung (z. B. durch aktuelle Jahresabschlüsse oder Unternehmensbewertungen) ist entscheidend.
Anhangsangaben und Offenlegungspflichten
Beteiligungen lösen umfangreiche Anhangsangaben aus. Nach § 285 Nr. 11 HGB sind für jede Beteiligung anzugeben: Name und Sitz der Gesellschaft, Höhe des Kapitalanteils in Prozent, Eigenkapital und Jahresergebnis des letzten Geschäftsjahres. Bei Anteilen an verbundenen Unternehmen gelten die gleichen Anforderungen.
Pflichtangaben im Anhang (§ 285 Nr. 11 HGB)
- Name und Sitz der Beteiligungsgesellschaft
- Kapitalanteil in Prozent
- Eigenkapital der Beteiligungsgesellschaft (aus deren letzter Bilanz)
- Jahresergebnis der Beteiligungsgesellschaft (aus deren letzter GuV)
Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften müssen zusätzlich ein Beteiligungsverzeichnis erstellen, das alle Beteiligungen vollständig auflistet (§ 285 Nr. 11 HGB). Kleine Kapitalgesellschaften sind von dieser Pflicht befreit (§ 288 Abs. 1 HGB).
Offenlegung beim Unternehmensregister
Seit dem 01.08.2022 (Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie, DiRUG) erfolgt die Offenlegung des Jahresabschlusses ausschließlich beim Unternehmensregister – nicht mehr beim Bundesanzeiger. Die Offenlegungsfrist beträgt 12 Monate nach dem Bilanzstichtag (§ 325 HGB). Für eine Bilanz zum 31.12.2025 endet die Frist am 31.12.2026.
Ordnungsgeld bei verspäteter Offenlegung
Wird der Jahresabschluss nicht fristgerecht offengelegt, droht ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB. Das Bundesamt für Justiz kann ein Ordnungsgeld von 2.500 bis 25.000 € festsetzen – gegen die gesetzlichen Vertreter persönlich oder gegen die Gesellschaft (§ 335 Abs. 1 HGB).
OnlineBilanz.de stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf und die technische Übermittlung bereit; auf Wunsch prüft gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater.
Beteiligungen im Konzernabschluss
Beteiligungen können im Einzelabschluss anders behandelt werden als im Konzernabschluss. Sobald eine GmbH als Mutterunternehmen nach § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet ist, werden Beteiligungen an Tochterunternehmen durch Vollkonsolidierung ersetzt: Die Beteiligung entfällt, die Vermögensgegenstände und Schulden der Tochter werden Posten für Posten übernommen.
Unterschiede Einzel- vs. Konzernabschluss
| Merkmal | Einzelabschluss | Konzernabschluss |
|---|---|---|
| Beteiligung >50 % | Ausweis unter A.III.1 (verbundene Unternehmen) | Vollkonsolidierung (§ 301 HGB) |
| Beteiligung 20–50 % | Ausweis unter A.III.3 (Beteiligungen) | Equity-Methode (§§ 311, 312 HGB) |
| Beteiligung <20 % | Ausweis unter A.III.3 oder Finanzanlagen | Keine Konsolidierung, Ausweis als Beteiligung |
| Bewertung | Anschaffungskosten, Niederstwertprinzip | Equity-Methode: Fortschreibung mit anteiligem Ergebnis |
Die Equity-Methode (§ 312 HGB) erlaubt es, assoziierte Unternehmen (Beteiligungen mit maßgeblichem Einfluss, typischerweise 20–50 %) im Konzernabschluss mit dem anteiligen Eigenkapital fortzuschreiben. Gewinne und Verluste der Beteiligungsgesellschaft wirken sich direkt auf den Buchwert der Beteiligung im Konzernabschluss aus.
Praxisbeispiel Equity-Methode
Die Muster-GmbH hält 30 % an der Zulieferer XY GmbH (Anschaffungskosten 157.200 €). Im Konzernabschluss wendet sie die Equity-Methode an. Im Jahr 2025 erwirtschaftet die XY GmbH einen Gewinn von 50.000 €. Der anteilige Gewinn (30 % von 50.000 = 15.000 €) erhöht den Buchwert der Beteiligung im Konzernabschluss auf 172.200 €.
Im Einzelabschluss bleibt die Beteiligung weiterhin mit den Anschaffungskosten (157.200 €) bilanziert – es sei denn, eine Wertminderung tritt ein.
Die Konzernrechnungslegung stellt viele mittelständische GmbHs vor Herausforderungen. Wer erstmals zur Konzernabschlusserstellung verpflichtet ist, sollte frühzeitig einen Steuerberater einbinden.
Steuerliche Behandlung von Beteiligungen
Handelsrechtlich und steuerrechtlich können Beteiligungen unterschiedlich bewertet werden. Während handelsrechtlich das gemilderte Niederstwertprinzip gilt (§ 253 Abs. 3 Satz 5, 6 HGB), kennt die Steuerbilanz das Teilwertprinzip (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Abschreibungen auf den niedrigeren Teilwert sind nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zulässig – allerdings steuerlich oft restriktiver ausgelegt als handelsrechtlich.
Unterschiede Handels- vs. Steuerbilanz
- Handelsbilanz: Außerplanmäßige Abschreibung zwingend bei dauerhafter Wertminderung (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB)
- Steuerbilanz: Abschreibung auf Teilwert nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, hohe Nachweisanforderungen (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG)
- Wertaufholung: Handelsrechtlich geboten (§ 253 Abs. 5 HGB), steuerrechtlich ebenfalls geboten (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 3 EStG)
- Latente Steuern: Bewertungsunterschiede können latente Steuern auslösen (§ 274 HGB) – nicht jedoch, soweit sie wegen § 8b KStG steuerlich dauerhaft unbeachtlich sind; kleine KapG sind befreit (§ 274a Nr. 4 HGB)
Körperschaftsteuerliche Besonderheiten
Nach § 8b Abs. 2, 3 KStG sind Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften – unabhängig von der Beteiligungshöhe – im Ergebnis zu 95 % steuerfrei; 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben. Für Gewinnausschüttungen gilt dies nur bei einer Beteiligung von mindestens 10 % zu Beginn des Kalenderjahres (§ 8b Abs. 1, 4, 5 KStG). Diese Regelung soll eine Doppelbesteuerung auf Konzernebene vermeiden.
Gewinnminderungen aus Anteilen an Kapitalgesellschaften – insbesondere Teilwertabschreibungen und Veräußerungsverluste – sind bei Kapitalgesellschaften dagegen steuerlich nicht abzugsfähig (§ 8b Abs. 3 Satz 3 KStG).
Praxis-Hinweis
Bei Kapitalgesellschaften wirken sich Teilwertabschreibungen auf Anteile an Kapitalgesellschaften wegen § 8b Abs. 3 KStG steuerlich nicht aus. Handelsrechtlich ist eine sorgfältige Dokumentation der Wertermittlung – aktuelle Jahresabschlüsse, Unternehmensbewertungen, Planungsrechnungen – dennoch unerlässlich.
Häufige Fehler und Praxistipps
In der Praxis treten bei der Bilanzierung von Beteiligungen immer wieder die gleichen Fehler auf. Eine strukturierte Vorgehensweise und klare Dokumentation vermeiden diese Fallstricke und erleichtern sowohl die Jahresabschlusserstellung als auch die Betriebsprüfung.
Die 7 häufigsten Fehler bei Beteiligungen
-
Falsche Zuordnung: Beteiligungen werden als sonstige Wertpapiere oder Forderungen ausgewiesen, obwohl strategische Funktion vorliegt
-
Fehlende Abschreibung: Trotz mehrjähriger Verluste der Beteiligungsgesellschaft wird nicht abgeschrieben – Verstoß gegen § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB
-
Keine Wertaufholung: Wegfall der Wertminderung wird nicht erkannt oder bewusst ignoriert – Verstoß gegen § 253 Abs. 5 HGB
-
Unvollständige Anhangsangaben: Name, Kapitalanteil oder Eigenkapital fehlen im Beteiligungsverzeichnis (§ 285 Nr. 11 HGB)
-
Fehlende Dokumentation: Keine Nachweise für Anschaffungsnebenkosten oder Wertminderungstests
-
Verwechslung Einzel-/Konzernabschluss: Equity-Methode wird im Einzelabschluss angewendet oder umgekehrt
-
Steuerliche Abweichungen nicht dokumentiert: Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz werden nicht in latenten Steuern abgebildet
Checkliste für die Bilanzierung von Beteiligungen
- Beteiligungszweck und strategische Funktion dokumentieren (Gesellschafterbeschluss, Strategiepapier)
- Alle Anschaffungsnebenkosten sammeln und dem Erwerb zuordnen (Notarkosten, Beratungskosten, etc.)
- Jahresabschlüsse der Beteiligungsgesellschaften einholen und prüfen (Eigenkapital, Jahresergebnis)
- Werthaltigkeitstest durchführen: Anteiliges Eigenkapital vs. Buchwert
- Bei Wertminderung prüfen: voraussichtlich dauernd? Dann außerplanmäßige Abschreibung
- Bei Wegfall der Wertminderung: Wertaufholung bis maximal Anschaffungskosten
- Anhangsangaben vollständig erstellen: Name, Sitz, Kapitalanteil, Eigenkapital, Jahresergebnis
- Steuerliche Abweichungen prüfen und latente Steuern bilden (bei mittelgroßen/großen KapG)
Häufig gestellte Fragen
Müssen Beteiligungen unter 20 % ebenfalls als Beteiligungen ausgewiesen werden?
Ja, entscheidend ist die Absicht der dauerhaften Verbindung und die Förderung der eigenen Geschäftstätigkeit. Die 20-%-Grenze in § 271 Abs. 1 HGB ist nur eine Vermutungsregelung. Auch kleinere Anteile können als Beteiligung qualifizieren, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind – etwa durch Vertretung im Aufsichtsrat oder strategische Kooperation.
Kann eine Beteiligung auch im Umlaufvermögen ausgewiesen werden?
Nein, Beteiligungen sind definitionsgemäß auf Dauer angelegt und gehören daher stets zum Anlagevermögen gemäß § 266 Abs. 2 A. III. 3. HGB. Anteile, die kurzfristig veräußert werden sollen, erfüllen nicht die Voraussetzungen einer Beteiligung und sind als Wertpapiere des Umlaufvermögens zu bilanzieren.
Welche Rolle spielt der Beteiligungsertrag in der GuV?
Erträge aus Beteiligungen – insbesondere Gewinnausschüttungen – werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem gesonderten Posten ‚Erträge aus Beteiligungen‘ gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 9 bzw. Abs. 3 Nr. 8 HGB ausgewiesen. Sie sind von sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen abzugrenzen.
Wie wirken sich Beteiligungen auf die Eigenkapitalquote aus?
Beteiligungen sind Vermögenswerte auf der Aktivseite; ihr Erwerb verändert das Eigenkapital nicht unmittelbar. Indirekt können jedoch Wertminderungen oder Erträge aus Beteiligungen das Jahresergebnis beeinflussen und somit das Eigenkapital verändern. Eine solide Beteiligungsstruktur kann bei Kreditgebern positiv bewertet werden.
Wann liegt eine mittelbare Beteiligung vor und wie wird sie bilanziert?
Eine mittelbare Beteiligung liegt vor, wenn ein Unternehmen über eine unmittelbare Beteiligung an einem weiteren Unternehmen beteiligt ist. Sie ist in der Bilanz des Mutterunternehmens nicht gesondert auszuweisen. Anhangangaben nach § 285 Nr. 11 HGB sind erforderlich, soweit es sich um Beteiligungen im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB handelt oder ein solcher Anteil von einer Person für Rechnung der Gesellschaft gehalten wird.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: § 271 HGB – Beteiligungen, § 253 HGB – Zugangs- und Folgebewertung, § 266 HGB – Gliederung der Bilanz, § 285 HGB – Sonstige Pflichtangaben. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
