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Stammkapital25.000 €
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Datum

Lesedauer

12–18 Minuten


OnlineBilanzBlogJahresabschluss selbst erstellen

Jahresabschluss GmbH selbst erstellen 2026 – Anleitung – Alles Wichtige

Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Der Jahresabschluss einer GmbH ist gesetzlich vorgeschrieben und muss nach § 242 HGB aufgestellt werden. Viele Geschäftsführer fragen sich, ob sie den GmbH Jahresabschluss selbst erstellen können oder einen Steuerberater benötigen. Dabei gelten für Kleinstkapitalgesellschaften vereinfachte Regelungen, die den Erstellungsprozess erheblich erleichtern. Die digitale Erstellung bietet generell nicht nur Kosteneinsparungen, sondern auch die Möglichkeit, den gesamten Prozess transparent zu gestalten und Schritt für Schritt rechtssicher durchzuführen.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Mandanten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern – damit der Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

Hinweis: Alle steuerlichen und rechtlichen Beratungsleistungen erbringt der angeschlossene Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer.

Kurzantwort

Ja, Sie können den Jahresabschluss Ihrer GmbH selbst erstellen, sofern Sie über Buchhaltungskenntnisse verfügen. Der Jahresabschluss besteht aus Bilanz, GuV und Anhang (bei kleinen GmbH optional). Nach Aufstellung durch den Geschäftsführer muss die Gesellschafterversammlung ihn festellen und anschließend im Unternehmensregister offenlegen.

Grundlagen und rechtliche Pflichten

Jede GmbH ist nach § 242 HGB verpflichtet, zum Schluss eines Geschäftsjahres einen Jahresabschluss aufzustellen. Für Kapitalgesellschaften gelten nach § 264 HGB erweiterte Vorschriften, die über die allgemeinen handelsrechtlichen Pflichten hinausgehen.

Der Jahresabschluss besteht grundsätzlich aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Nach § 264 Abs. 1 HGB ist zusätzlich ein Anhang zu erstellen, es sei denn, die GmbH erfüllt die Erleichterungen für Kleinstkapitalgesellschaften nach § 264 Abs. 1 Satz 5 HGB.

Die Größenklasse Ihrer GmbH bestimmt nach § 267 HGB den Umfang der Berichtspflichten. Kleine Kapitalgesellschaften haben Erleichterungen bei Gliederung und Offenlegung, während mittelgroße und große GmbH zusätzlich einen Lagebericht nach § 264 Abs. 1 Satz 2 HGB erstellen müssen.

§ 242 HGB

Pflicht zur Aufstellung

§ 264 HGB

Kapitalgesellschaften

§ 267 HGB

Größenklassen

Hinweis

Der Jahresabschluss ist innerhalb der Feststellungsfrist aufzustellen: 11 Monate für kleine GmbH, 8 Monate für mittelgroße und große GmbH nach § 42a GmbHG. Die Offenlegungsfrist beträgt 12 Monate nach § 325 HGB.

Voraussetzungen für die Selbsterstellung

Grundsätzlich können Sie als Geschäftsführer den Jahresabschluss selbst erstellen, sofern Sie über ausreichende Kenntnisse im Rechnungswesen verfügen. Die Aufstellung ist eine originäre Pflicht der Geschäftsführung nach § 41 GmbHG.

Wichtig ist, dass Sie die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) beherrschen und die handelsrechtlichen Gliederungs- und Bewertungsvorschriften kennen. Fehlerhafte Jahresabschlüsse können zu Haftungsrisiken führen.

  • Kenntnisse der doppelten Buchführung und Bilanzierung
  • Verständnis der §§ 238-263 HGB (Buchführung und Bewertung)
  • Kenntnis der Gliederungsvorschriften nach § 266 und § 275 HGB
  • Sicherer Umgang mit den Größenklassen nach § 267 HGB
  • Grundkenntnisse im Steuerrecht (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer)
  • Zeit für sorgfältige Aufstellung und Dokumentation

Achtung

Fehler im Jahresabschluss können zu persönlicher Haftung des Geschäftsführers führen. Bei komplexen Sachverhalten (z.B. Rückstellungsbewertung, latente Steuern, Beteiligungen) empfiehlt sich die Beratung durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer.

Für kleine GmbH mit überschaubaren Geschäftsvorfällen ist die Selbsterstellung mit entsprechender Software gut machbar. Mittelgroße und große GmbH sollten aufgrund der erweiterten Berichtspflichten und des Lageberichts professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.

Vorbereitung und benötigte Unterlagen

Eine sorgfältige Vorbereitung ist die Grundlage für einen rechtssicheren Jahresabschluss. Zunächst müssen Sie sicherstellen, dass Ihre laufende Buchhaltung vollständig und korrekt ist.

Prüfung der Buchhaltung

Kontrollieren Sie, ob alle Geschäftsvorfälle bis zum Bilanzstichtag 31.12.2025 erfasst sind. Die Buchhaltung muss nach § 239 HGB vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet sein.

  • Alle Eingangs- und Ausgangsrechnungen gebucht
  • Bankauszüge vollständig erfasst und abgestimmt
  • Kassenbuch ordnungsgemäß geführt
  • Offene Posten (Debitoren/Kreditoren) geprüft
  • Personalaufwendungen und Lohnsteuer korrekt verbucht

Inventur und Bestandsaufnahme

Nach § 240 HGB ist zum Abschlussstichtag eine Inventur durchzuführen. Das Inventar bildet die Grundlage für die Bilanzansätze.

Vermögensgegenstände

  • Anlagevermögen (Sachanlagen, immaterielle Vermögensgegenstände)
  • Vorräte (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren)
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Bankguthaben und Kasse

Schulden und Verbindlichkeiten

  • Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Verbindlichkeiten aus Steuern und Sozialversicherung
  • Sonstige Verbindlichkeiten

Weitere erforderliche Unterlagen

  • Vorjahres-Jahresabschluss (für Vergleichszahlen)
  • Gesellschaftsvertrag und Gesellschafterbeschlüsse
  • Darlehensverträge und Kreditvereinbarungen
  • Miet- und Leasingverträge
  • Versicherungspolicen und Verträge
  • Übersicht über Abschreibungen (AfA-Tabellen)
  • Steuerunterlagen (Körperschaftsteuerbescheid, Gewerbesteuerbescheid)

Schritt für Schritt: Bilanz erstellen

Die Bilanz ist nach § 266 HGB zu gliedern. Kleine Kapitalgesellschaften dürfen nach § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB eine verkürzte Bilanz aufstellen, die nur die mit Buchstaben und römischen Ziffern bezeichneten Posten ausweist.

Aktivseite: Vermögen

Auf der Aktivseite werden alle Vermögensgegenstände der GmbH nach § 266 Abs. 2 HGB ausgewiesen. Die Gliederung unterscheidet zwischen Anlage- und Umlaufvermögen.

  1. Anlagevermögen: Immaterielle Vermögensgegenstände (z.B. Software, Lizenzen), Sachanlagen (z.B. Grundstücke, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung), Finanzanlagen
  2. Umlaufvermögen: Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere, Kassenbestand und Bankguthaben
  3. Rechnungsabgrenzungsposten: Aktive Rechnungsabgrenzung nach § 250 HGB

Hinweis

Beachten Sie die Bewertungsvorschriften nach §§ 252-256 HGB: Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen, außerplanmäßige Abschreibungen bei dauerhafter Wertminderung, Niederstwertprinzip beim Umlaufvermögen.

Passivseite: Eigenkapital und Schulden

Die Passivseite zeigt die Mittelherkunft nach § 266 Abs. 3 HGB und gliedert sich in Eigenkapital, Rückstellungen und Verbindlichkeiten.

Bilanzposten Erläuterung Rechtsgrundlage
Gezeichnetes Kapital Stammkapital der GmbH (mind. 25.000 EUR bzw. 1 EUR bei UG) § 5 GmbHG
Kapitalrücklage Agio, Zuzahlungen der Gesellschafter § 272 Abs. 2 HGB
Gewinnrücklagen Gesetzliche und satzungsmäßige Rücklagen § 272 Abs. 3 HGB
Gewinnvortrag/Verlustvortrag Nicht ausgeschütteter Gewinn aus Vorjahren § 268 Abs. 1 HGB
Jahresüberschuss/-fehlbetrag Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres § 266 Abs. 3 HGB

Rückstellungen sind nach § 249 HGB für ungewisse Verbindlichkeiten, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und unterlassene Instandhaltungen zu bilden. Typische Rückstellungen: Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen, Urlaubsrückstellungen.

Verbindlichkeiten werden nach § 266 Abs. 3 C HGB gegliedert: Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, erhaltene Anzahlungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten.

„Bei der Bilanzaufstellung ist besondere Sorgfalt bei der Bewertung von Rückstellungen geboten. Falsch angesetzte Rückstellungen führen zu einem verzerrten Jahresergebnis und können steuerliche Korrekturen nach sich ziehen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Gewinn- und Verlustrechnung erstellen

Die GuV zeigt das Betriebsergebnis des Geschäftsjahres und wird nach § 275 HGB entweder im Gesamtkostenverfahren (GKV) oder Umsatzkostenverfahren (UKV) aufgestellt.

Das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB ist in Deutschland üblicher. Es gliedert die Aufwendungen nach Aufwandsarten (Material, Personal, Abschreibungen).

Aufbau Gesamtkostenverfahren

  1. Umsatzerlöse (§ 277 Abs. 1 HGB)
  2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
  3. Andere aktivierte Eigenleistungen
  4. Sonstige betriebliche Erträge
  5. Materialaufwand (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, bezogene Waren, bezogene Leistungen)
  6. Personalaufwand (Löhne und Gehälter, soziale Abgaben)
  7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
  8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
  9. Erträge aus Beteiligungen und Finanzanlagen
  10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
  11. Abschreibungen auf Finanzanlagen
  12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
  13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
  14. Sonstige Steuern
  15. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag

Hinweis

Kleine Kapitalgesellschaften dürfen nach § 275 Abs. 5 HGB die Posten 1-5 des Gesamtkostenverfahrens zu einem Posten Rohergebnis zusammenfassen.

Typische Fehler bei der GuV

  • Umsatzerlöse: Periodengerechte Abgrenzung nach § 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB beachten
  • Bestandsveränderungen: Korrekte Erfassung der Mehr-/Minderbestände
  • Personalaufwand: Urlaubsrückstellungen und Sozialversicherung vollständig
  • Abschreibungen: Planmäßige AfA nach Nutzungsdauer (§ 253 Abs. 3 HGB)
  • Ertragsteuern: Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer richtig abgrenzen

Das Ergebnis der GuV (Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag) muss mit dem Eigenkapitalveränderung in der Bilanz übereinstimmen.

Anhang und Lagebericht

Der Anhang ist nach § 264 Abs. 1 HGB zwingender Bestandteil des Jahresabschlusses für Kapitalgesellschaften. Er enthält Erläuterungen und Zusatzangaben zu Bilanz und GuV.

Kleine Kapitalgesellschaften, die die Erleichterungen nach § 266 und § 275 nutzen, können nach § 288 HGB den Anhang in verkürzter Form aufstellen. Kleinstkapitalgesellschaften nach § 267a HGB können auf den Anhang ganz verzichten.

Pflichtangaben im Anhang

  • Angabe der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (§ 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB)
  • Abweichungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden mit Begründung (§ 284 Abs. 2 Nr. 2 HGB)
  • Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen (§ 285 Nr. 4 HGB)
  • Erläuterung zu einzelnen Bilanzposten, sofern nicht in Bilanz/GuV ausgewiesen
  • Angaben zu Verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten (§ 285 Nr. 1 und 2 HGB)
  • Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer (§ 285 Nr. 7 HGB)
  • Gesamtbezüge der Geschäftsführer (§ 285 Nr. 9 HGB, kann bei kleinen GmbH entfallen)

Lagebericht

Der Lagebericht ist nach § 264 Abs. 1 Satz 2 HGB nur von mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften zu erstellen. Kleine Kapitalgesellschaften sind nach § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB davon befreit.

Der Lagebericht muss nach § 289 HGB den Geschäftsverlauf, die Lage der Gesellschaft und die voraussichtliche Entwicklung darstellen. Er enthält eine Analyse der wirtschaftlichen Lage und Risiken.

Achtung

Die Erstellung eines Lageberichts ist anspruchsvoll und erfordert tiefgehende betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Mittelgroße und große GmbH sollten hierfür unbedingt professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.

Feststellung durch die Gesellschafterversammlung

Nach der Aufstellung durch den Geschäftsführer muss der Jahresabschluss von der Gesellschafterversammlung festgestellt werden. Dies regelt § 42a GmbHG.

Die Feststellungsfristen sind abhängig von der Größenklasse: 11 Monate nach Bilanzstichtag für kleine GmbH, 8 Monate für mittelgroße und große GmbH.

15.11.2026

Frist kleine GmbH (Stichtag 31.12.2025)

31.08.2026

Frist mittelgroße/große GmbH

§ 42a GmbHG

Rechtsgrundlage

Ablauf der Feststellung

  1. Einladung zur Gesellschafterversammlung: Fristgerechte Einladung aller Gesellschafter mit Tagesordnungspunkt Jahresabschluss
  2. Vorlage des Jahresabschlusses: Geschäftsführer legt Bilanz, GuV und ggf. Anhang vor
  3. Erörterung und Beschlussfassung: Gesellschafter prüfen und beschließen über Feststellung
  4. Ergebnisverwendung: Beschluss über Gewinnverwendung (Ausschüttung, Einstellung in Rücklagen, Vortrag)
  5. Protokollierung: Gesellschafterbeschluss schriftlich festhalten und von allen Gesellschaftern unterzeichnen

Hinweis

Bei Ein-Personen-GmbH kann der alleinige Gesellschafter den Jahresabschluss durch schriftliche Feststellungserklärung feststellen. Eine förmliche Versammlung ist nicht erforderlich.

Mit der Feststellung wird der Jahresabschluss verbindlich und bildet die Grundlage für steuerliche Erklärungen und die Offenlegung.

Offenlegung im Unternehmensregister

Nach § 325 HGB müssen alle Kapitalgesellschaften ihren festgestellten Jahresabschluss elektronisch beim Unternehmensregister offenlegen. Die Offenlegungsfrist beträgt 12 Monate nach dem Bilanzstichtag.

Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 endet die Offenlegungsfrist am 31.12.2026. Eine verspätete oder unterlassene Offenlegung führt zu Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB.

Umfang der Offenlegung nach Größenklasse

Größenklasse Offenzulegende Unterlagen Rechtsgrundlage
Kleinstkapitalgesellschaft Bilanz (mit Erleichterungen nach § 266 HGB) § 326 Abs. 1 HGB
Kleine Kapitalgesellschaft Bilanz, Anhang (GuV optional) § 326 Abs. 1 HGB
Mittelgroße Kapitalgesellschaft Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht § 325 Abs. 1 HGB
Große Kapitalgesellschaft Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht, Bestätigungsvermerk § 325 Abs. 1 HGB

Schritt-für-Schritt: Elektronische Offenlegung

  1. Registrierung im Unternehmensregister unter www.unternehmensregister.de
  2. Jahresabschluss im erforderlichen Format vorbereiten (PDF oder strukturierte Daten nach ESEF/XBRL)
  3. Einreichung über das elektronische Portal mit qualifizierter elektronischer Signatur oder per beA (besonderes elektronisches Anwaltspostfach)
  4. Gebührenpflichtige Veröffentlichung (Kosten je nach Umfang ca. 40-150 EUR)
  5. Bestätigung und Veröffentlichung durch das Unternehmensregister

Achtung

Bei Fristversäumnis leitet das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB ein. Das Ordnungsgeld beträgt mindestens 500 EUR und kann bis zu 25.000 EUR betragen. Zusätzlich können die Geschäftsführer persönlich in Anspruch genommen werden.

„Die Offenlegungsfrist wird häufig unterschätzt. Planen Sie die Jahresabschlusserstellung so, dass zwischen Feststellung und Fristablauf ausreichend Zeit für die elektronische Einreichung bleibt. Technische Probleme oder fehlende Signaturen führen sonst zu vermeidbaren Ordnungsgeldern.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Häufige Fehler vermeiden

Auch bei sorgfältiger Arbeit schleichen sich bei der Selbsterstellung von Jahresabschlüssen typische Fehler ein. Diese führen zu Korrekturen, Nachfragen des Finanzamts oder im schlimmsten Fall zu Haftungsrisiken.

Bewertungsfehler

  • Falsche Abschreibungsdauer: Nutzungsdauer muss betriebsgewöhnlich sein (§ 253 Abs. 3 HGB), AfA-Tabellen beachten
  • Niederstwertprinzip nicht beachtet: Umlaufvermögen muss bei Wertminderung abgeschrieben werden (§ 253 Abs. 4 HGB)
  • Anschaffungsnebenkosten vergessen: Transportkosten, Zölle etc. gehören zu Anschaffungskosten (§ 255 HGB)
  • Rückstellungen fehlen oder falsch bewertet: Besonders Urlaubsrückstellungen und Steuerrückstellungen häufig vergessen

Formale Fehler

  • Gliederung nicht nach § 266/§ 275 HGB
  • Vergleichszahlen des Vorjahres fehlen (§ 265 Abs. 2 HGB)
  • Bilanz nicht ausgeglichen (Aktiva ≠ Passiva)
  • Währungsangaben fehlen
  • Unterschrift des Geschäftsführers fehlt

Periodenabgrenzung

Ein häufiger Fehler ist die fehlerhafte zeitliche Abgrenzung nach § 250 HGB. Aufwendungen und Erträge müssen dem Geschäftsjahr zugeordnet werden, zu dem sie wirtschaftlich gehören.

Aktive Rechnungsabgrenzung

Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen (z.B. im Dezember gezahlte Versicherungsprämie für das Folgejahr)

Passive Rechnungsabgrenzung

Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen (z.B. im Dezember erhaltene Mietvorauszahlung für Januar)

Hinweis

Nutzen Sie Checklisten für die Jahresabschlusserstellung. Viele Software-Lösungen bieten integrierte Plausibilitätsprüfungen, die formale Fehler und Unstimmigkeiten automatisch erkennen.

Tools und Software zur Unterstützung

Moderne Software erleichtert die Jahresabschlusserstellung erheblich. Spezialisierte Tools führen Sie durch den Prozess und prüfen automatisch auf Fehler und Vollständigkeit.

OnlineBilanz – Jahresabschluss-Tool für GmbH

OnlineBilanz.de ist eine webbasierte Software zur Erstellung, Prüfung und Offenlegung von Jahresabschlüssen für Kapitalgesellschaften. Das Tool führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess.

Erstellung

  • Vorlagensystem nach HGB-Gliederung
  • Automatische Plausibilitätsprüfung
  • Integrierte Berechnungen
  • Vorjahresvergleich

Prüfung

  • Formale Vollständigkeitsprüfung
  • Bilanzidentität-Kontrolle
  • Größenklassen-Assistent
  • Fehlerhinweise in Echtzeit

Offenlegung

  • Direkte Übermittlung ans Unternehmensregister
  • Elektronische Signatur
  • Fristenkontrolle
  • Veröffentlichungsservice

Das Tool berücksichtigt automatisch die richtige Größenklasse nach § 267 HGB und wendet die entsprechenden Erleichterungen an. So vermeiden Sie formale Fehler bei Gliederung und Offenlegungsumfang.

Alternative Lösungen

  • DATEV: Umfangreiche Buchhaltungs- und Jahresabschlusssoftware, vorwiegend für Steuerberater
  • Lexware/DATEV: Finanzsoftware mit Jahresabschluss-Modul für kleine Unternehmen
  • sevDesk/Billomat: Cloud-Buchhaltung mit Jahresabschluss-Funktionen
  • Excel-Vorlagen: Für einfache Fälle nutzbar, aber fehleranfällig und ohne automatische Prüfung

Hinweis

Achten Sie darauf, dass Ihre Software die elektronische Übermittlung an das Unternehmensregister unterstützt. Manuelle Einreichungen sind aufwendig und fehleranfällig.

Professionelle Software amortisiert sich schnell durch Zeitersparnis, Vermeidung von Fehlern und Sicherstellung der rechtlichen Anforderungen. Für regelmäßige Jahresabschlüsse ist eine Investition in entsprechende Tools empfehlenswert.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich als Geschäftsführer den Jahresabschluss meiner GmbH ohne Steuerberater erstellen?

Ja, grundsätzlich können Sie als Geschäftsführer den Jahresabschluss selbst erstellen, sofern Sie über ausreichende Kenntnisse in Buchführung und Bilanzierung verfügen. Nach § 41 GmbHG ist die Aufstellung eine Pflicht der Geschäftsführung. Bei einfachen Geschäftsvorfällen und kleinen GmbH ist die Selbsterstellung mit geeigneter Software gut machbar. Bei komplexen Sachverhalten (Rückstellungen, Bewertungsfragen, latente Steuern) empfiehlt sich jedoch professionelle Beratung, da fehlerhafte Jahresabschlüsse zu persönlicher Haftung führen können.

Welche Fristen muss ich für Feststellung und Offenlegung beachten?

Nach § 42a GmbHG muss der Jahresabschluss innerhalb von 11 Monaten (kleine GmbH) bzw. 8 Monaten (mittelgroße/große GmbH) nach Bilanzstichtag festgestellt werden. Für den Stichtag 31.12.2025 bedeutet dies: 15.11.2026 (klein) bzw. 31.08.2026 (mittelgroß/groß). Die Offenlegung im Unternehmensregister muss nach § 325 HGB innerhalb von 12 Monaten erfolgen, also bis 31.12.2026. Bei Fristversäumnis droht ein Ordnungsgeld von 500 bis 25.000 EUR nach § 335 HGB.

Wo muss ich den Jahresabschluss offenlegen – beim Bundesanzeiger oder Unternehmensregister?

Die Offenlegung erfolgt seit dem DiRUG (01.08.2022) ausschließlich beim Unternehmensregister unter www.unternehmensregister.de. Der Bundesanzeiger ist keine Offenlegungsstelle mehr. Die Einreichung muss elektronisch mit qualifizierter Signatur oder über das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) erfolgen. Das Unternehmensregister prüft formal und veröffentlicht die Unterlagen nach Gebührenzahlung (ca. 40-150 EUR je nach Umfang).

Welche Bestandteile muss der Jahresabschluss einer kleinen GmbH enthalten?

Eine kleine GmbH muss nach § 264 HGB grundsätzlich Bilanz, GuV und Anhang erstellen. Kleine Kapitalgesellschaften profitieren jedoch von Erleichterungen: Die Bilanz darf nach § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB verkürzt gegliedert werden, die GuV muss nach § 326 Abs. 1 HGB nicht offengelegt werden, und der Anhang kann verkürzt sein. Kleinstkapitalgesellschaften nach § 267a HGB können sogar ganz auf den Anhang verzichten. Ein Lagebericht ist für kleine GmbH nach § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB nicht erforderlich.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Gesetzliche Grundlagen: Handelsgesetzbuch (HGB), GmbH-Gesetz, Unternehmensregister. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
Made in Germany Entwickelt & geführt in DE
Ben
Ben
KI-Steuerberater