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OnlineBilanz›Blog›Umwandlungsgesetz & UmwStG: Die wichtigsten Paragrafen erklärt

Umwandlungsgesetz & UmwStG: Die wichtigsten Paragrafen erklärt

Veröffentlicht: 02.07.2026Aktualisiert: 02.07.2026Lesezeit: ca. 9 Minuten

Verschmelzungen, Spaltungen und Formwechsel sind für GmbH und UG keine Seltenheit mehr – doch das Zusammenspiel von Umwandlungsgesetz (UmwG) und Umwandlungssteuergesetz (UmwStG) ist komplex. Wer die falschen Paragrafen übersieht, riskiert ungewollte Aufdeckung stiller Reserven, Nachversteuerungen und Haftungsfallen. Dieser Artikel erklärt die zentralen Normen beider Gesetze präzise auf Fachebene.

Welche Bilanzen bei Ausgliederung, Kapitalerhöhung oder Einbringung nötig sind und welche Fristen gelten, zeigt der Überblick zur Umwandlungsbilanz.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Erster Ansprechpartner für Kunden, koordiniert auf Wunsch die Zusammenarbeit mit kooperierenden Steuerberatern.

FK
BerufsprofilFabian Klement

Wirtschaftsprüfer & Steuerberater · M.A.
Berufsangaben im persönlichen Profil

Schwerpunkt Jahresabschlussprüfung, Konzernreporting und E-Bilanz. Schwerpunkt fachliche Abschlussfragen. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls.

Kurzantwort

Das Umwandlungsgesetz (UmwG) regelt die gesellschaftsrechtlichen Voraussetzungen für Verschmelzung, Spaltung, Vermögensübertragung und Formwechsel. Das UmwStG bestimmt die steuerlichen Konsequenzen. Für Kapitalgesellschaften sind insbesondere § 3 UmwStG (Ansatzwahlrecht beim übertragenden Rechtsträger), § 4 UmwStG (Wertansatz beim übernehmenden Rechtsträger), § 7 UmwStG (offene Rücklagen), § 11 UmwStG (Einbringung/Spaltung von Kapital- auf Kapitalgesellschaft) sowie § 5 UmwG (Verschmelzungsvertrag), § 16 UmwG (Spaltungsvertrag), § 20 UmwG (Wirkungen der Eintragung) und § 62 UmwG (Formwechsel von Kapitalgesellschaften) maßgeblich.

Grundlagen: UmwG und UmwStG im System

Das Umwandlungsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Oktober 1994 (BGBl. I S. 3210), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Umsetzung der Umwandlungsrichtlinie (UmRUG) 2023, regelt die vier klassischen Umwandlungsformen: Verschmelzung (§§ 2–122l UmwG), Spaltung (§§ 123–173 UmwG), Vermögensübertragung (§§ 174–189 UmwG) und Formwechsel (§§ 190–304 UmwG). Gesellschaftsrechtlich gilt das UmwG als lex specialis gegenüber dem GmbHG und dem AktG.

Das Umwandlungssteuergesetz (UmwStG) in der Fassung des SEStEG vom 7. Dezember 2006, zuletzt geändert durch das Jahressteuergesetz 2024, knüpft an die gesellschaftsrechtlichen Tatbestände des UmwG an, geht aber konzeptionell darüber hinaus: Es erfasst auch grenzüberschreitende Umwandlungen innerhalb der EU/des EWR sowie bestimmte Einbringungsvorgänge außerhalb des UmwG. Entscheidend ist die Trennung zwischen dem Zweiten Teil (§§ 3–19 UmwStG: Verschmelzung oder Spaltung von Körperschaften auf Personenunternehmen) und dem Dritten/Vierten Teil (§§ 11–15 UmwStG: Verschmelzung oder Spaltung von Körperschaften auf Körperschaften).

Hinweis: Verhältnis UmwG / UmwStG

Das UmwG schafft die gesellschaftsrechtliche Grundlage; das UmwStG regelt, ob und zu welchen Werten die Übertragung steuerlich anerkannt wird. Beide Gesetze müssen parallel geprüft werden – ein handelsrechtlich wirksamer Vorgang kann steuerlich dennoch zur Aufdeckung stiller Reserven führen.

§ 5 UmwG – Der Verschmelzungsvertrag

Jede Verschmelzung setzt nach § 5 UmwG einen notariell beurkundeten Verschmelzungsvertrag voraus. Dieser muss einen Mindestinhalt aufweisen, der in § 5 Abs. 1 UmwG abschließend aufgezählt ist:

  • Name/Firma und Sitz der beteiligten Rechtsträger (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 UmwG)
  • Vereinbarung über die Übertragung des Vermögens des übertragenden Rechtsträgers (Nr. 2)
  • Umtauschverhältnis der Anteile und Höhe etwaiger Zuzahlungen (Nr. 3)
  • Einzelheiten für die Anteilsgewährung (Nr. 4)
  • Zeitpunkt, von dem an die Anteile einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung gewähren (Nr. 5)
  • Verschmelzungsstichtag (Nr. 6) – steuerlich relevant für § 2 UmwStG
  • Rechte der Inhaber von Sonderrechten (Nr. 7)
  • Vorteile für Mitglieder der Vertretungsorgane (Nr. 8)

Für GmbH-Verschmelzungen gilt ergänzend § 46 UmwG (Zustimmungsbeschluss mit Dreiviertelmehrheit). Der Verschmelzungsvertrag ist nach § 5 Abs. 2 UmwG spätestens einen Monat vor dem Gesellschafterbeschluss beim Handelsregister einzureichen oder nach § 5 Abs. 3 UmwG auf der Webseite der Gesellschaft zugänglich zu machen (Option seit UmRUG 2023).

§ 16 UmwG – Spaltungsvertrag und Mindestinhalt

§ 16 UmwG verweist für den Spaltungsvertrag weitgehend auf § 5 UmwG, ergänzt ihn aber um spaltungsspezifische Pflichtangaben. Zentral ist die genaue Bezeichnung und Aufteilung der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechtsverhältnisse (Spaltungsplan bei Abspaltung/Ausgliederung auf einen neu gegründeten Rechtsträger, § 136 UmwG). Die Spaltungsarten – Aufspaltung (§ 123 Abs. 1 UmwG), Abspaltung (§ 123 Abs. 2 UmwG) und Ausgliederung (§ 123 Abs. 3 UmwG) – haben unterschiedliche gesellschaftsrechtliche Konsequenzen, sind steuerlich aber nach denselben UmwStG-Normen zu beurteilen.

Achtung: Teilbetriebserfordernis – Bei Spaltungen auf Kapitalgesellschaften (§§ 15 UmwStG) verlangt das UmwStG, dass das übertragene Vermögen einen Teilbetrieb i.S.d. § 15 Abs. 1 UmwStG darstellt. Fehlt dieser, wird der Vorgang als schädliche Realisierung behandelt und alle stillen Reserven werden aufgedeckt.

§ 20 UmwG – Wirkungen der Eintragung

§ 20 UmwG ist die zivilrechtliche Schlüsselnorm der Verschmelzung. Mit Eintragung der Verschmelzung in das Handelsregister des übernehmenden Rechtsträgers treten folgende Wirkungen kraft Gesetzes ein:

Universalsukzession (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 UmwG)

Das gesamte Vermögen des übertragenden Rechtsträgers geht einschließlich aller Verbindlichkeiten im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf den übernehmenden Rechtsträger über. Eine Einzelübertragung von Grundstücken oder Forderungen ist nicht erforderlich.

Erlöschen des übertragenden Rechtsträgers (§ 20 Abs. 1 Nr. 2 UmwG)

Der übertragende Rechtsträger erlischt ohne Liquidation. Eine Löschung im Handelsregister erfolgt von Amts wegen. Dies gilt auch für GmbH und UG (haftungsbeschränkt).

Steuerlich ist der Zeitpunkt nach § 20 UmwG vom steuerlichen Rückwirkungszeitpunkt nach § 2 UmwStG zu unterscheiden: Die steuerliche Rückwirkung kann bis zu acht Monate vor Anmeldung der Verschmelzung zum Handelsregister reichen, sodass der übertragende Rechtsträger steuerlich so behandelt wird, als wäre sein Vermögen bereits zum Rückwirkungsstichtag übergegangen.

§ 62 UmwG – Formwechsel von Kapitalgesellschaften

Der Formwechsel nach §§ 190 ff. UmwG ermöglicht den Rechtsformwechsel ohne Vermögensübertragung – der Rechtsträger besteht in anderer Rechtsform fort (Identitätsprinzip). § 62 UmwG regelt speziell den Formwechsel einer GmbH in eine andere Kapitalgesellschaft oder in eine Personengesellschaft und verweist auf den allgemeinen Umwandlungsbeschluss nach § 193 UmwG.

Für den Formwechsel einer GmbH in eine GmbH & Co. KG ist insbesondere der Gesellschafterbeschluss mit Dreiviertelmehrheit (§ 233 Abs. 1 UmwG) erforderlich. Steuerlich ist der Formwechsel einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft nach §§ 9, 3–8 UmwStG zu beurteilen, da er einer Verschmelzung auf eine Personengesellschaft gleichgestellt wird.

§ 3 UmwStG – Ansatz beim übertragenden Rechtsträger

§ 3 UmwStG betrifft die Verschmelzung einer Körperschaft auf eine Personengesellschaft oder eine natürliche Person. Der übertragende Rechtsträger hat in seiner steuerlichen Schlussbilanz die übergehenden Wirtschaftsgüter grundsätzlich mit dem gemeinen Wert anzusetzen (§ 3 Abs. 1 Satz 1 UmwStG). Auf Antrag können jedoch die Buchwerte oder Zwischenwerte angesetzt werden, soweit:

  • das Besteuerungsrecht der Bundesrepublik Deutschland hinsichtlich des Gewinns aus der Veräußerung der übertragenen Wirtschaftsgüter nicht ausgeschlossen oder beschränkt wird (§ 3 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UmwStG),
  • eine Gegenleistung nicht gewährt wird oder nur in Gesellschaftsrechten besteht (Nr. 2),
  • das Recht der Bundesrepublik hinsichtlich der Besteuerung des Gewinns aus der Veräußerung des Mitunternehmeranteils nicht ausgeschlossen wird (Nr. 3).

Die Wahl des Wertansatzes erfolgt durch Abgabe der steuerlichen Schlussbilanz beim Finanzamt (§ 3 Abs. 2 Satz 2 UmwStG). Die Frist beträgt 14 Monate nach dem steuerlichen Übertragungsstichtag (§ 3 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 2 Abs. 3 UmwStG). Eine spätere Änderung des Wertansatzes ist nach BMF-Schreiben vom 11.11.2011 (BStBl. I 2011, 1314, Rz. 03.23) grundsätzlich nicht möglich.

§ 4 UmwStG – Wertansatz beim übernehmenden Rechtsträger

§ 4 UmwStG bestimmt die Wertverknüpfung: Der übernehmende Rechtsträger (Personengesellschaft oder natürliche Person) setzt die übernommenen Wirtschaftsgüter mit denselben Werten an, die der übertragende Rechtsträger in der steuerlichen Schlussbilanz nach § 3 UmwStG angesetzt hat (Buchwertverknüpfung). Ein Übernahmegewinn oder -verlust ergibt sich nach § 4 Abs. 4 UmwStG aus dem Unterschied zwischen dem Wert der übernommenen Wirtschaftsgüter und dem Buchwert der Anteile an der übertragenden Körperschaft.

Besonderheit: Gemäß § 4 Abs. 6 UmwStG bleibt ein Übernahmeverlust außer Ansatz, soweit er auf Anteile entfällt, die nicht mehr als ein Jahr vor dem steuerlichen Übertragungsstichtag erworben wurden (Anti-Missbrauchsregel).

§ 7 UmwStG – Besteuerung offener Rücklagen

§ 7 UmwStG ist eine häufig unterschätzte Norm. Er ordnet an, dass das in der steuerlichen Schlussbilanz ausgewiesene Eigenkapital abzüglich des Nennkapitals der übertragenden Körperschaft als Einnahmen aus Kapitalvermögen i.S.d. § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG gilt – und zwar unabhängig davon, ob eine tatsächliche Ausschüttung erfolgt. Dieser fiktive Ausschüttungstatbestand betrifft die Gesellschafter der übertragenden Körperschaft.

Gesellschaftertyp Besteuerung der fiktiven Ausschüttung (§ 7 UmwStG)
Natürliche Person (Privatvermögen) Abgeltungsteuer 25 % zzgl. SolZ / Option auf Teileinkünfteverfahren (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG)
Natürliche Person (Betriebsvermögen) Teileinkünfteverfahren: 60 % steuerpflichtig (§ 3 Nr. 40 EStG)
Kapitalgesellschaft als Gesellschafterin § 8b Abs. 1 KStG: grundsätzlich steuerfrei, aber 5 % gelten als nichtabzugsfähige Betriebsausgabe (§ 8b Abs. 5 KStG)

§ 11 UmwStG – Verschmelzung von Kapital- auf Kapitalgesellschaft

§ 11 UmwStG ist die Zentralnorm für die Verschmelzung zweier Kapitalgesellschaften (GmbH auf GmbH, GmbH auf AG usw.). Der übertragende Rechtsträger hat die übergehenden Wirtschaftsgüter grundsätzlich mit dem gemeinen Wert anzusetzen. Auf Antrag ist der Ansatz zum Buchwert oder Zwischenwert möglich, sofern die kumulativen Voraussetzungen des § 11 Abs. 2 UmwStG erfüllt sind:

  • Das Besteuerungsrecht der Bundesrepublik bezüglich des Gewinns aus der Veräußerung der übertragenen Wirtschaftsgüter wird nicht ausgeschlossen oder beschränkt (§ 11 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UmwStG).
  • Eine Gegenleistung wird nicht gewährt oder besteht ausschließlich in Gesellschaftsrechten (Nr. 2).
  • Die übernehmende Körperschaft schließt die Übernahme zu Buchwerten ab (Nr. 3 – Buchwertverknüpfung nach § 12 Abs. 1 UmwStG).

Der Antrag ist spätestens bis zur erstmaligen Abgabe der steuerlichen Schlussbilanz beim zuständigen Finanzamt zu stellen. Die steuerliche Schlussbilanz muss innerhalb von 14 Monaten nach dem steuerlichen Übertragungsstichtag eingereicht werden (§ 11 Abs. 2 Satz 3 i.V.m. § 2 Abs. 3 UmwStG). Wird die Frist versäumt, ist der gemeine Wert zwingend anzusetzen – stille Reserven werden vollständig aufgedeckt und unterliegen der Körperschaftsteuer (15 %) nebst Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer.

Wichtig: Sperrfrist nach § 22 UmwStG

Werden Anteile, die im Rahmen einer Einbringung nach § 20 oder § 21 UmwStG gewährt wurden, innerhalb von sieben Jahren veräußert, führt dies zur rückwirkenden Aufdeckung stiller Reserven (sog. einbringungsgeborene Anteile / Sperrfristverletzung). Der Einbringungsgewinn I bzw. II wird rückwirkend besteuert.

Praxisbeispiel: GmbH-auf-GmbH-Verschmelzung zum Buchwert

Die Alpha GmbH (übertragende Gesellschaft) wird auf die Beta GmbH (übernehmende Gesellschaft) verschmolzen. Alleingesellschafter beider Gesellschaften ist Herr Müller (natürliche Person, Anteile im Betriebsvermögen). Steuerlicher Übertragungsstichtag: 31. Dezember des Vorjahres.

Position Buchwert Alpha GmbH Gemeiner Wert
Grundstück 200.000 € 500.000 €
Maschinen 80.000 € 80.000 €
Forderungen / Kasse 120.000 € 120.000 €
Verbindlichkeiten –150.000 € –150.000 €
Reinvermögen 250.000 € 550.000 €

Stille Reserven: 300.000 € (im Wesentlichen auf dem Grundstück). Stammkapital Alpha GmbH: 25.000 €. Offene Rücklagen (§ 7 UmwStG-Masse): 225.000 €.

Szenario 1 – Ansatz zum gemeinen Wert: Die Alpha GmbH weist in der steuerlichen Schlussbilanz 550.000 € aus. Aufdeckung stiller Reserven: 300.000 €. Diese unterliegen bei der Alpha GmbH der Körperschaftsteuer (15 %) + SolZ + GewSt (ca. 14–17 %). Gesamtsteuerbelastung auf Ebene der Alpha GmbH ca. 30 % × 300.000 € = ca. 90.000 €. Zusätzlich löst § 7 UmwStG auf Ebene von Herrn Müller eine fiktive Ausschüttung von 225.000 € aus (Teileinkünfteverfahren: 60 % × 225.000 € × persönlicher Steuersatz).

Szenario 2 – Antrag auf Buchwertansatz nach § 11 Abs. 2 UmwStG: Die Alpha GmbH setzt die Wirtschaftsgüter in der steuerlichen Schlussbilanz mit den Buchwerten (250.000 €) an. Kein Übertragungsgewinn, keine KSt/GewSt auf Ebene der Alpha GmbH. Die Beta GmbH übernimmt die Buchwerte nach § 12 Abs. 1 UmwStG. § 7 UmwStG greift weiterhin für die offenen Rücklagen: fiktive Ausschüttung 225.000 € an Herrn Müller. Ersparnis gegenüber Szenario 1: ca. 90.000 € auf Gesellschaftsebene.

Buchungssatz bei Buchwertansatz (Beta GmbH, Übernahme):
Grundstück 200.000 € | Maschinen 80.000 € | Forderungen/Kasse 120.000 €
    an Verbindlichkeiten 150.000 € | Kapitalrücklage 250.000 €
(Differenz aus Anteilen an Alpha GmbH = 0, da Anteile im Betriebsvermögen des Herrn Müller; keine Anteilsgewährung an sich selbst nach § 54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UmwG)

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Fazit: Umwandlungsgesetz und UmwStG als Einheit denken

Das Umwandlungsgesetz und das UmwStG sind zwei Seiten derselben Medaille. Wer eine GmbH verschmelzen, spalten oder umwandeln will, muss beide Regelwerke simultan im Blick haben: § 5 und § 16 UmwG definieren den gesellschaftsrechtlichen Rahmen, § 20 UmwG entfaltet die dingliche Wirkung der Universalsukzession, § 62 UmwG ermöglicht den identitätswahrenden Formwechsel. Steuerlich entscheiden § 11 UmwStG (Kapital- auf Kapitalgesellschaft) und § 3 UmwStG (Kapital- auf Personengesellschaft) über Buchwertfortführung oder Aufdeckung stiller Reserven. § 4 UmwStG sichert die Wertverknüpfung beim übernehmenden Rechtsträger, während § 7 UmwStG die Gesellschafter stets im Blick behalten sollten – denn offene Rücklagen werden unabhängig vom gewählten Wertansatz als fiktive Ausschüttung besteuert. Die 14-Monats-Frist für die steuerliche Schlussbilanz ist dabei absolut zu beachten. Wer diese Frist versäumt, verliert das Wahlrecht unwiderruflich.

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14 Monate

Frist für steuerliche Schlussbilanz (§ 11 Abs. 2 UmwStG)

7 Jahre

Sperrfrist bei einbringungsgeborenen Anteilen (§ 22 UmwStG)

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen UmwG und UmwStG?

Das UmwG regelt die gesellschaftsrechtlichen Voraussetzungen und Wirkungen von Umwandlungsvorgängen (Verschmelzung, Spaltung, Formwechsel). Das UmwStG bestimmt die steuerlichen Folgen: Wertansätze, Wahlrechte, Fristen und Besteuerungstatbestände auf Ebene der beteiligten Rechtsträger und ihrer Gesellschafter.

Wann muss die steuerliche Schlussbilanz eingereicht werden?

Die steuerliche Schlussbilanz muss nach § 11 Abs. 2 Satz 3 i.V.m. § 2 Abs. 3 UmwStG spätestens 14 Monate nach dem steuerlichen Übertragungsstichtag beim zuständigen Finanzamt eingereicht werden. Wird diese Frist versäumt, entfällt das Wahlrecht auf Buchwertansatz unwiderruflich.

Was bewirkt § 7 UmwStG für GmbH-Gesellschafter?

§ 7 UmwStG fingiert eine Ausschüttung der offenen Rücklagen der übertragenden Körperschaft an die Gesellschafter. Diese fiktive Ausschüttung ist einkommensteuer- bzw. körperschaftsteuerpflichtig – unabhängig davon, ob ein Buchwertansatz nach § 3 oder § 11 UmwStG gewählt wurde.

Welche Voraussetzungen gelten für den Buchwertansatz nach § 11 Abs. 2 UmwStG?

Das Besteuerungsrecht Deutschlands an den übertragenen Wirtschaftsgütern darf nicht ausgeschlossen oder beschränkt werden, die Gegenleistung darf nur in Gesellschaftsrechten bestehen, und die übernehmende Körperschaft muss die Wirtschaftsgüter ebenfalls zu Buchwerten ansetzen. Alle drei Voraussetzungen müssen kumulativ vorliegen.

Was regelt § 20 UmwG konkret?

§ 20 UmwG bestimmt die Wirkungen der Eintragung einer Verschmelzung ins Handelsregister: Das Vermögen geht im Wege der Universalsukzession auf den übernehmenden Rechtsträger über, der übertragende Rechtsträger erlischt ohne Liquidation, und die Gesellschafter werden automatisch Anteilsinhaber des übernehmenden Rechtsträgers.

Über Autor und Berufsprofil

Autor

Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Berufsprofil

Fabian Klement

Wirtschaftsprüfer & Steuerberater · M.A.

Berufsangaben im persönlichen Profil

Schwerpunkt Jahresabschlussprüfung, Konzernreporting und E-Bilanz. Schwerpunkt fachliche Abschlussfragen. Informationen zum Tätigkeitsgebiet; keine individuelle Beratung durch diesen Beitrag.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Steuerberatende Leistungen erbringen nur die nach dem Steuerberatungsgesetz dazu befugten Personen und Gesellschaften, insbesondere Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Stand der Rechtslage: Juli 2026.

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Kennenlerntermin15 Min · Raphael Diener