Arztpraxis Bilanz 2026: Pflichten, Fristen & Kosten
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Die Bilanzierung einer Arztpraxis hängt von Rechtsform, Umsatz und Gewinn ab. Während Einzelpraxen und GbRs oft per Einnahmen-Überschuss-Rechnung abrechnen dürfen, sind Arzt-GmbHs und Arzt-AGs grundsätzlich bilanzpflichtig. Ähnliche Regelungen gelten übrigens auch für andere Heilberufe: So unterliegen etwa Heilpraktiker vergleichbaren Buchführungspflichten, die sich ebenfalls nach Rechtsform und den gesetzlichen Schwellenwerten richten. Dieser Artikel erklärt die Besonderheiten der Arztpraxis-Bilanz, Größenklassen nach § 267 HGB, Offenlegungspflichten im Unternehmensregister sowie alle relevanten Fristen für 2026.
Kurzantwort
Eine Arztpraxis muss bilanzieren, wenn sie als Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH, AG) organisiert ist oder – als Personengesellschaft – gewerbliche Einkünfte erzielt und die Grenzen des § 141 AO überschreitet. Freiberufliche Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften (GbR, PartG) dürfen ihren Gewinn unabhängig von Umsatz und Gewinn per Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln. Arzt-GmbHs müssen zudem ihren Jahresabschluss je nach Größenklasse beim Unternehmensregister offenlegen.
Inhaltsverzeichnis
- Wann muss eine Arztpraxis bilanzieren?
- Rechtsformen und Bilanzpflicht bei Arztpraxen
- Besonderheiten der Arztpraxis-Bilanz
- Größenklassen und Offenlegungspflichten für Arzt-GmbHs
- Fristen und Pflichten im Überblick
- Übergang von der EÜR zur Bilanzierung
- Kosten und Steuerberater-Beauftragung
- Häufige Fehler und wie Sie diese vermeiden
Wann muss eine Arztpraxis bilanzieren?
Arztpraxen sind grundsätzlich freiberuflich tätig im Sinne des § 18 EStG. Als Freiberufler unterliegen sie nicht der Buchführungspflicht nach § 238 HGB und können ihre Einkünfte durch einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln – solange sie nicht in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft organisiert sind.
Eine Bilanzierungspflicht entsteht jedoch in folgenden Konstellationen:
- Die Arztpraxis wird als GmbH (Arzt-GmbH) oder UG (haftungsbeschränkt) betrieben – dann greift die Buchführungspflicht nach § 13 Abs. 3 GmbHG i.V.m. § 238 HGB unabhängig von Umsatz oder Gewinn.
- Die Praxis erzielt als Personengesellschaft gewerbliche Einkünfte (z. B. durch Abfärbung gewerblicher Tätigkeiten, § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG) und überschreitet die Grenzen des § 141 AO (Umsatz über 800.000 Euro oder Gewinn über 80.000 Euro im Wirtschaftsjahr); die Buchführungspflicht beginnt dann nach Mitteilung durch das Finanzamt.
- Es erfolgt ein freiwilliger Wechsel zur Bilanzierung, etwa zur besseren Finanzierungsgrundlage gegenüber Banken oder zur Vorbereitung auf einen Praxisverkauf.
Praxis-Hinweis
Für Medizinische Versorgungszentren (MVZ) in GmbH-Form gilt ausnahmslos die handelsrechtliche Bilanzierungspflicht nach § 264 HGB – unabhängig von der Größe oder dem Umsatz der Einrichtung.
Soweit § 141 AO greift (gewerbliche Einkünfte), beginnt die Buchführungspflicht mit dem Wirtschaftsjahr, das auf die Bekanntgabe der Mitteilung des Finanzamts folgt (§ 141 Abs. 2 AO). Dabei ist eine Eröffnungsbilanz zu erstellen, die sämtliche Vermögensgegenstände und Schulden zum Übergangsstichtag erfasst.
Rechtsformen und Bilanzpflicht bei Arztpraxen
Die Bilanzierungspflicht hängt unmittelbar von der gewählten Rechtsform ab. Während niedergelassene Ärzte in Einzelpraxis oder freiberuflicher GbR in der Regel nur eine EÜR erstellen, ändert sich die Situation grundlegend bei Kapitalgesellschaften.
Arzt-GmbH und UG (haftungsbeschränkt)
Sobald eine Arztpraxis als GmbH oder UG organisiert ist, gilt die originäre Buchführungspflicht nach § 13 Abs. 3 GmbHG. Diese umfasst die Pflicht zur doppelten Buchführung, zur Erstellung einer Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung nach § 242 HGB sowie zur Offenlegung beim Unternehmensregister gemäß § 325 HGB. Die Freiberuflichkeit der ärztlichen Tätigkeit entbindet nicht von dieser handelsrechtlichen Pflicht.
Partnerschaftsgesellschaft mbB (PartG mbB)
Die PartG mbB ist eine beliebte Rechtsform für Arztpraxen mit mehreren Gesellschaftern. Sie ist als Gesellschaft von Freiberuflern nicht buchführungspflichtig; § 141 AO gilt für freiberufliche Einkünfte nicht. Die Haftungsbeschränkung (mbB) allein löst keine Bilanzpflicht aus.
| Rechtsform | Bilanzpflicht | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Einzelpraxis (Freiberufler) | Nein (EÜR ausreichend) | § 4 Abs. 3 EStG |
| GbR / PartG mbB | Nein (EÜR zulässig, sofern freiberuflich) | § 4 Abs. 3 EStG |
| Arzt-GmbH / UG | Ja, immer | § 13 Abs. 3 GmbHG, § 238 HGB |
| MVZ in GmbH-Form | Ja, immer | § 264 HGB |
Besonderheiten der Arztpraxis-Bilanz
Die Bilanzierung einer Arztpraxis unterscheidet sich in mehreren Punkten von der klassischen Handelsbilanz. Typische Bilanzpositionen und Bewertungsfragen ergeben sich aus der medizinischen Tätigkeit und der besonderen Vermögensstruktur einer Praxis.
Anlagevermögen: Praxisausstattung und medizinische Geräte
Zu den wesentlichen Vermögensgegenständen zählen medizinische Geräte (z.B. Röntgengeräte, Ultraschallgeräte, Laborausstattung), EDV-Systeme, Praxismobiliar und ggf. Praxisfahrzeuge. Diese sind nach § 253 Abs. 1 HGB zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Die AfA-Tabellen des BMF geben hier Orientierung; typische Nutzungsdauern liegen zwischen 5 und 13 Jahren.
Praxiswert und Goodwill
Wird eine bestehende Arztpraxis erworben, entsteht häufig ein derivativer Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill). Dieser gilt nach § 246 Abs. 1 Satz 4 HGB als Vermögensgegenstand, ist zu aktivieren und nach § 253 Abs. 3 HGB planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Ein originärer Praxiswert (selbst aufgebaut) darf hingegen nicht aktiviert werden.
Forderungen aus Liquidationen
Arztpraxen weisen in der Regel Forderungen gegenüber Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) und Privatpatienten aus. Diese sind nach § 253 Abs. 4 HGB zum Nennwert anzusetzen, bei Zweifeln an der Einbringlichkeit ist eine Einzelwertberichtigung vorzunehmen. Da KV-Forderungen meist kurzfristig beglichen werden, ist das Ausfallrisiko gering; bei Privatpatienten kann eine Pauschalwertberichtigung sachgerecht sein.
Achtung: Bewertungsfehler
Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) bis 800 Euro netto dürfen steuerlich nach § 6 Abs. 2 EStG sofort abgeschrieben werden; handelsrechtlich wird die Sofortabschreibung aus Wesentlichkeitsgründen regelmäßig ebenfalls akzeptiert. Weichen Handels- und Steuerbilanz dennoch voneinander ab, können bei mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften latente Steuern nach § 274 HGB entstehen.
Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Typische Verbindlichkeiten umfassen Darlehen zur Praxisfinanzierung, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (z.B. Medikamente, Verbrauchsmaterial) sowie Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern. Rückstellungen sind nach § 249 HGB insbesondere für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden, etwa für ausstehende Urlaubsansprüche, Jahresabschlusskosten oder Steuerberatungskosten.
Größenklassen und Offenlegungspflichten für Arzt-GmbHs
Die handelsrechtlichen Pflichten einer Arzt-GmbH richten sich nach ihrer Größenklasse gemäß § 267 HGB. Diese bestimmt nicht nur den Umfang der Bilanzierung, sondern auch die Prüfungs- und Offenlegungspflichten.
| Größenklasse | Bilanzsumme | Umsatzerlöse | Arbeitnehmer |
|---|---|---|---|
| Klein (§ 267 Abs. 1) | ≤ 7,5 Mio. € | ≤ 15 Mio. € | ≤ 50 |
| Mittelgroß (§ 267 Abs. 2) | ≤ 25 Mio. € | ≤ 50 Mio. € | ≤ 250 |
| Groß (§ 267 Abs. 3) | > 25 Mio. € | > 50 Mio. € | > 250 |
Zwei von drei Merkmalen müssen an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen über- bzw. unterschritten werden, damit ein Größenwechsel eintritt (§ 267 Abs. 4 HGB). Viele Arzt-GmbHs und MVZ-GmbHs fallen in die Kategorie der kleinen Kapitalgesellschaften.
Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften
- Kleinstkapitalgesellschaften: kein Anhang, wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz gemacht werden (§ 264 Abs. 1 Satz 5 HGB).
- Keine Pflicht zur Erstellung eines Lageberichts (§ 264 Abs. 1 Satz 4 HGB).
- Verkürzte Offenlegung nach § 326 HGB: nur Bilanz und Anhang sind offenzulegen, die GuV bleibt intern.
- Keine gesetzliche Abschlussprüfungspflicht nach § 316 HGB.
Offenlegung beim Unternehmensregister
Nach § 325 HGB müssen Kapitalgesellschaften ihren Jahresabschluss innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag beim Unternehmensregister offenlegen. Seit Inkrafttreten des DiRUG am 01.08.2022 ist der Bundesanzeiger nicht mehr die Offenlegungsstelle – die Einreichung erfolgt ausschließlich elektronisch über das Unternehmensregister.
Für eine Arzt-GmbH mit Bilanzstichtag 31.12.2025 endet die Offenlegungsfrist am 31.12.2026. Wird diese Frist versäumt, droht ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB mit Ordnungsgeldern zwischen 2.500 und 25.000 Euro.
Viele Arzt-GmbHs sind überrascht, dass die Offenlegungspflicht auch für kleinere Gesellschaften gilt. Die fristgerechte Einreichung beim Unternehmensregister sollte daher frühzeitig eingeplant werden.
Fristen und Pflichten im Überblick
Für Arzt-GmbHs gelten strenge gesetzliche Fristen, die bei Nichteinhaltung zu empfindlichen Sanktionen führen können. Die wichtigsten Fristen ergeben sich aus dem GmbH-Gesetz und dem Handelsgesetzbuch.
Feststellung des Jahresabschlusses
Nach § 42a Abs. 2 GmbHG haben die Gesellschafter den Jahresabschluss innerhalb der ersten acht Monate (mittelgroße und große GmbHs) oder elf Monate (kleine GmbHs) nach Ende des Geschäftsjahres festzustellen. Für eine kleine Arzt-GmbH mit Bilanzstichtag 31.12.2025 ist der Jahresabschluss also spätestens am 30.11.2026 festzustellen.
Offenlegungsfrist
Die Offenlegung beim Unternehmensregister muss nach § 325 Abs. 1 HGB innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag erfolgen – für den Abschluss zum 31.12.2025 also bis spätestens 31.12.2026. Diese Frist läuft unabhängig von der Feststellungsfrist.
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Jahresabschluss erstellen (selbst oder durch einen Steuerberater)
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Gesellschafterversammlung einberufen und Jahresabschluss feststellen (§ 42a GmbHG)
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Feststellung im Protokoll dokumentieren
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Jahresabschluss elektronisch beim Unternehmensregister einreichen (§ 325 HGB)
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Bestätigung der Offenlegung archivieren
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Steuerliche Abgabefristen (Körperschaftsteuererklärung, Gewerbesteuererklärung) beachten
Praxis-Tipp
Die Körperschaftsteuererklärung ist nach § 149 Abs. 3 AO bei Erstellung durch einen Steuerberater oder eine andere nach §§ 3, 4 StBerG befugte Person erst bis zum 01.03.2027 (für den Veranlagungszeitraum 2025; der 28.02.2027 ist ein Sonntag) fällig – deutlich später als die Offenlegungsfrist. Dennoch sollte der Jahresabschluss frühzeitig erstellt werden, da die Offenlegungsfrist nicht verlängerbar ist.
Ordnungsgeldverfahren
Das Bundesamt für Justiz leitet bei Fristversäumnis automatisch ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB ein. Das Ordnungsgeld beträgt mindestens 2.500 Euro und kann bei wiederholtem Verstoß bis zu 25.000 Euro erreichen. Eine Fristverlängerung ist nicht möglich.
Übergang von der EÜR zur Bilanzierung
Viele Arztpraxen beginnen als freiberufliche Einzelpraxis oder GbR mit einer einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung und wechseln später – etwa bei Gründung einer GmbH oder Überschreiten der Schwellenwerte – zur Bilanzierung. Dieser Übergang erfordert sorgfältige Planung und Umsetzung.
Erstellung der Eröffnungsbilanz
Der Übergang erfolgt durch Erstellung einer Eröffnungsbilanz zum Beginn des ersten bilanzierungspflichtigen Wirtschaftsjahres. Dabei sind sämtliche Vermögensgegenstände und Schulden zum Übergangsstichtag zu erfassen und nach handelsrechtlichen Grundsätzen zu bewerten.
Typische Positionen in der Eröffnungsbilanz einer Arztpraxis:
- Anlagevermögen: Medizinische Geräte, Praxismobiliar, EDV-Ausstattung, ggf. erworbener Praxiswert (zu Restbuchwerten oder Verkehrswerten)
- Umlaufvermögen: Vorräte (Medikamente, Verbrauchsmaterial), Forderungen aus KV-Abrechnungen und Privatliquidationen, Bankguthaben, Kassenbestand
- Verbindlichkeiten: Darlehen, Lieferantenverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern
- Rückstellungen: Urlaubsrückstellungen, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (Steuerberater, Jahresabschluss)
Übergangsgewinn und steuerliche Folgen
Der Wechsel von der EÜR zur Bilanzierung führt häufig zu einem Übergangsgewinn (R 4.6 EStR). Dieser entsteht vor allem, weil in der Eröffnungsbilanz Wirtschaftsgüter aktiviert werden (z.B. Forderungen, Vorräte), deren Erträge bei der EÜR noch nicht erfasst wurden; passivierte, noch nicht bezahlte Verbindlichkeiten mindern den Übergangsgewinn.
Der Übergangsgewinn ist grundsätzlich im Jahr des Wechsels zu versteuern. Nach R 4.6 Abs. 1 EStR kann jedoch auf Antrag ein Verteilungswahlrecht ausgeübt werden: Der Gewinn kann gleichmäßig auf das Übergangsjahr und die beiden Folgejahre verteilt werden, um die Steuerprogression abzumildern.
Dokumentation und Nachweise
Alle Wertansätze in der Eröffnungsbilanz müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Dazu gehören Anschaffungsnachweise, AfA-Berechnungen, Bewertungsgutachten (z.B. für den Praxiswert) und Forderungslisten. Die Finanzverwaltung prüft Eröffnungsbilanzen erfahrungsgemäß intensiv, da hier erhebliche Gestaltungsspielräume bestehen.
Kosten und Steuerberater-Beauftragung
Die Erstellung einer Arztpraxis-Bilanz erfordert fundierte Kenntnisse im Handels- und Steuerrecht. Viele Arzt-GmbHs beauftragen daher einen Steuerberater mit der Jahresabschlusserstellung.
Honorar nach Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV)
Die Vergütung richtet sich nach der StBVV und hängt vom Gegenstandswert (für den Jahresabschluss: Mittelwert aus berichtigter Bilanzsumme und Jahresleistung, § 35 Abs. 2 StBVV) sowie vom Schwierigkeitsgrad ab. Der Gebührenrahmen für die Aufstellung des Jahresabschlusses beträgt 10/10 bis 40/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle B (§ 35 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a StBVV).
Hinzu kommen ggf. weitere Leistungen wie laufende Buchhaltung, Lohnbuchhaltung, betriebswirtschaftliche Beratung und Steuerdeklaration (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer).
Klassischer Steuerberater vor Ort
Persönlicher Ansprechpartner, individuelle Beratung, oft langjährige Mandantenbeziehung. Honorar nach StBVV oder Vereinbarung in Textform (§ 4 StBVV).
Digitale Plattform
KI-gestützter Jahresabschlussentwurf und digitale Prozesse. OnlineBilanz stellt die Software bereit; auf Wunsch prüft gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater. Die Kosten lassen sich vorab mit dem Kostenrechner ermitteln.
Was leistet der Steuerberater konkret?
- Übernahme und Prüfung der laufenden Buchhaltung (oder Erstellung aus Belegen)
- Erstellung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB
- Erstellung des Anhangs (falls erforderlich)
- Berechnung latenter Steuern bei mittelgroßen/großen GmbHs
- Abstimmung mit der steuerlichen Gewinnermittlung (Mehr-Weniger-Rechnung)
- Vorbereitung der Gesellschafterversammlung und Feststellung
- Elektronische Einreichung beim Unternehmensregister (§ 325 HGB)
- Erstellung der Körperschaftsteuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärungen
OnlineBilanz.de stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung.
Kosten
Die Kosten des OnlineBilanz-Service lassen sich vorab mit dem Kostenrechner ermitteln (ab 499,95 € netto zzgl. USt.). Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung durch einen kooperierenden Steuerberater sind optional gegen Aufpreis möglich.
Häufige Fehler und wie Sie diese vermeiden
In der Praxis zeigen sich immer wieder typische Fehlerquellen bei der Bilanzierung von Arztpraxen. Diese führen nicht nur zu Problemen bei Betriebsprüfungen, sondern auch zu falschen Ergebnissen und Liquiditätsengpässen.
1. Unvollständige Erfassung von Forderungen und Verbindlichkeiten
Häufig werden KV-Forderungen oder Privatpatienten-Forderungen zum Bilanzstichtag nicht vollständig erfasst. Ebenso werden offene Lieferantenrechnungen oder Personalkosten (z.B. Jahresgratifikationen, Urlaubsansprüche) übersehen. Das führt zu einer verzerrten Vermögenslage und falschen Gewinnausweis.
2. Falsche Abschreibungen
Medizinische Geräte werden häufig steuerlich nach AfA-Tabelle, handelsrechtlich aber nach einer anderen Nutzungsdauer abgeschrieben. Nach dem Maßgeblichkeitsprinzip (§ 5 Abs. 1 EStG) ist die Handelsbilanz Ausgangspunkt der Steuerbilanz; in der Praxis werden handelsrechtlich oft die steuerlichen Nutzungsdauern übernommen. Bei mittelgroßen und großen GmbHs können aus Abweichungen latente Steuern nach § 274 HGB entstehen (passive latente Steuern sind auszuweisen).
3. Vernachlässigung der Offenlegungspflicht
Viele Arzt-GmbHs sind sich der Offenlegungspflicht nicht bewusst oder versäumen die Frist. Das Bundesamt für Justiz leitet dann automatisch ein Ordnungsgeldverfahren ein – auch bei kleinen GmbHs. Wird die Offenlegung innerhalb der sechswöchigen Nachfrist nachgeholt, wird kein Ordnungsgeld festgesetzt (es fallen aber Verfahrenskosten an); bei späterer Nachholung kann das Ordnungsgeld herabgesetzt werden (§ 335 Abs. 3 und 4 HGB).
4. Fehlende Rückstellungen
Typische Rückstellungen wie Urlaubsrückstellungen, Rückstellungen für Jahresabschluss- und Steuerberatungskosten oder Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften werden oft vergessen. Nach § 249 Abs. 1 HGB besteht jedoch eine Passivierungspflicht für ungewisse Verbindlichkeiten.
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Forderungsliste zum Bilanzstichtag vollständig erfassen (KV, Privatpatienten, Erstattungen)
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Alle offenen Lieferantenrechnungen und Personalkosten erfassen
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AfA-Tabellen und Nutzungsdauern handelsrechtlich prüfen
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Rückstellungen für Urlaub, Jahresabschluss, Steuerberatung bilden
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Offenlegungsfrist im Kalender markieren und frühzeitig mit der Erstellung beginnen
-
Latente Steuern bei mittelgroßen/großen GmbHs berechnen
Häufig gestellte Fragen
Kann eine Arztpraxis freiwillig bilanzieren, auch wenn keine Pflicht besteht?
Ja, auch wenn keine gesetzliche Bilanzpflicht besteht, kann eine Arztpraxis freiwillig zur doppelten Buchführung und Bilanzierung übergehen. Dies kann sinnvoll sein, um eine bessere Kapitalbasis darzustellen (z. B. für Kreditverhandlungen) oder bei geplanter Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft. Der freiwillige Übergang sollte mit dem Steuerberater abgestimmt werden, da ein erneuter Wechsel der Gewinnermittlungsart steuerlich nicht beliebig zulässig ist.
Was passiert, wenn eine Arztpraxis die Bilanzierungspflicht übersieht?
Wer trotz Bilanzpflicht weiterhin nur eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellt, verstößt gegen § 140 AO und riskiert die Schätzung der Besteuerungsgrundlagen durch das Finanzamt. Zudem drohen Verzögerungen bei Steuererklärungen, Nachforderungen und ggf. Verspätungszuschläge. Bei Kapitalgesellschaften können außerdem Ordnungsgelder wegen fehlender Offenlegung anfallen (§ 335 HGB, 2.500–25.000 Euro).
Welche Software eignet sich für die Buchhaltung einer bilanzpflichtigen Arztpraxis?
Für bilanzpflichtige Arztpraxen eignen sich Buchhaltungsprogramme mit doppelter Buchführung, DATEV-Export und Schnittstellen zu Praxisverwaltungssystemen (PVS). Neben allgemeinen Buchhaltungsprogrammen gibt es spezialisierte Branchenlösungen. Wichtig ist die GoBD-Konformität (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form).
Müssen auch Zahnarztpraxen und Tierarztpraxen nach denselben Regeln bilanzieren?
Ja, für Human-, Zahn- und Tierarztpraxen gelten dieselben Regeln. Entscheidend ist die Rechtsform – nicht die medizinische Fachrichtung: Freiberufliche Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften (GbR, PartG) können ihren Gewinn per Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln. Auch MVZ (Medizinische Versorgungszentren) als GmbH oder andere Kapitalgesellschaften unterliegen der vollen Bilanzierungs- und Offenlegungspflicht nach HGB.
Wie wirkt sich die Bilanzierung auf die Steuerlast der Arztpraxis aus?
Die Bilanzierung selbst verändert die Steuerlast nicht grundsätzlich, verschiebt aber den Zeitpunkt der Gewinnerfassung: Forderungen und Verbindlichkeiten werden bilanziert, auch wenn sie noch nicht bezahlt sind (periodengerechte Gewinnermittlung). Bei der EÜR zählt grundsätzlich nur der Zahlungsfluss (Zufluss-/Abflussprinzip, § 11 EStG). Zudem können in der Bilanz Rückstellungen (z. B. für Urlaubsansprüche, Steuernachzahlungen) gebildet werden, was den Gewinn und damit die Steuerlast im Jahr der Bildung mindert.
Gilt die Offenlegungspflicht auch für Arztpraxen in der Rechtsform GbR oder Partnerschaftsgesellschaft?
Nein, Personengesellschaften wie GbR oder Partnerschaftsgesellschaft (PartG) unterliegen grundsätzlich nicht der Offenlegungspflicht nach § 325 HGB. Nur Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, UG) und bestimmte Personenhandelsgesellschaften ohne natürliche Person als Vollhafter (z. B. GmbH & Co. KG) müssen ihren Jahresabschluss beim Unternehmensregister offenlegen. Ärzte in Einzelpraxis oder GbR haben keine Offenlegungspflicht.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: § 241a HGB – Befreiung von der Pflicht zur Buchführung und Erstellung eines Inventars, § 267 HGB – Größenklassen, § 325 HGB – Offenlegung, § 42a GmbHG – Feststellung des Jahresabschlusses. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
