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OnlineBilanz›Blog›Apotheke gründen

Apotheke gründen 2026: Rechtsform, Kosten & Pflichten

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Wer eine Apotheke gründen möchte, bewegt sich in einem stark regulierten Umfeld: Neben den allgemeinen Schritten beim Unternehmen gründen in Deutschland müssen Apotheker zusätzlich Betriebserlaubnis, Finanzierung und Buchführungspflichten klären. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen alle rechtlichen, steuerlichen und bilanziellen Schritte für die Apotheken-Gründung 2026 – von der Gewerbeanmeldung bis zum Jahresabschluss.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für Kundinnen und Kunden. Er führt das Erstgespräch, betreut die Abläufe auf der Plattform und stimmt sich bei beauftragter Prüfung mit dem jeweils beauftragten, kooperierenden Steuerberater ab.

OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit. Sie können den Entwurf zur eigenen Verwendung herunterladen. Eine Einreichung über OnlineBilanz setzt die Prüfung und erforderliche Korrektur durch den beauftragten Steuerberater voraus.

Kurzantwort

Die Gründung einer Apotheke erfordert eine behördliche Betriebserlaubnis nach § 1 ApoG und die Wahl einer zulässigen Rechtsform: Einzelunternehmen (e. K.) oder – bei mehreren Apothekern – GbR bzw. OHG (§ 8 Satz 1 ApoG); GmbH, UG, AG und KG sind ausgeschlossen. Die OHG ist stets, der Einzelkaufmann ab den Schwellen des § 241a HGB buchführungs- und bilanzierungspflichtig (§§ 238, 242 HGB); eine Offenlegungspflicht nach §§ 325 ff. HGB besteht für Apotheken in aller Regel nicht. Steuerlich unterliegen sie der Einkommensteuer der Inhaber bzw. Gesellschafter, der Gewerbesteuer und der Umsatzsteuer; Arzneimittellieferungen sind nicht umsatzsteuerfrei, sondern unterliegen grundsätzlich dem Regelsatz von 19 % (§ 12 Abs. 1 UStG).

Welche Rechtsform eignet sich für die Apotheken-Gründung?

Die Wahl der Rechtsform ist für angehende Apothekengründer eine strategische Weichenstellung. Im Apothekenrecht gilt nach § 2 ApoG (Apothekengesetz) der Grundsatz, dass nur approbierte Apotheker eine Apotheke betreiben dürfen. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die zulässigen Rechtsformen: Zulässig sind nur die Einzelapotheke (e. K.) und – wenn mehrere Apotheker sie gemeinsam betreiben – die GbR oder OHG (§ 8 Satz 1 ApoG), deren Gesellschafter sämtlich die Erlaubnis benötigen. Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) und Kommanditgesellschaften einschließlich der GmbH & Co. KG scheiden aus; zudem verpflichtet die Erlaubnis zur persönlichen Leitung der Apotheke in eigener Verantwortung (§ 7 ApoG).

Einzelunternehmen oder OHG: Die beiden Hauptoptionen

Die meisten Apotheken werden als Einzelunternehmen (eingetragener Kaufmann) geführt; betreiben mehrere Apotheker eine Apotheke gemeinsam, kommt nur die OHG oder GbR in Betracht. Die Einzelapotheke bietet maximale Flexibilität, keine Mindestkapitalanforderung und einfache Buchführung (bei Erfüllung der Schwellenwerte nach § 241a HGB ist eine Bilanzierung erforderlich). In der OHG haften alle Gesellschafter unbeschränkt persönlich; ein Mindestkapital gibt es nicht. Eine Haftungsbeschränkung über eine GmbH ist für Apotheken nicht möglich.

Rechtsform Haftung Mindestkapital Offenlegungspflicht Buchführung
Einzelapotheke Unbeschränkt persönlich Keine Nur bei Überschreiten der PublG-Schwellen § 238 ff. HGB
Apotheken-OHG Unbeschränkt persönlich Keine Nur bei Überschreiten der PublG-Schwellen § 238 ff. HGB

Hinweis

Praxis-Tipp: Auch wer mehrere Apotheken betreiben möchte (bis zu drei Filialapotheken, § 1 Abs. 2 ApoG), kann dafür keine GmbH nutzen; Haftungsrisiken aus Vertragsbeziehungen lassen sich nur vertraglich und über Versicherungen begrenzen. Lassen Sie sich vor der Gründung steuerlich beraten, da die Rechtsformwahl erhebliche ertragsteuerliche Folgen hat.

Welche behördlichen Genehmigungen brauche ich für die Apotheken-Gründung?

Die Gründung einer Apotheke erfordert neben der Gewerbeanmeldung und der Eintragung ins Handelsregister (als eingetragener Kaufmann bzw. OHG) eine Betriebserlaubnis nach § 1 ApoG. Diese wird von der zuständigen Landesbehörde erteilt und setzt neben der Approbation als Apotheker auch den Nachweis geeigneter Räumlichkeiten, Personal und technischer Ausstattung voraus.

Approbation und Apothekererlaubnis

Nur approbierte Apotheker (§ 2 Abs. 1 ApoG) dürfen eine Apotheke betreiben. Die Approbation wird nach erfolgreichem Abschluss des Pharmaziestudiums und des praktischen Jahres erteilt. Zusätzlich ist für den Betrieb einer Apotheke eine Betriebserlaubnis erforderlich, die an die Person des Apothekers gebunden ist. Ein reiner Kapitalgeber ohne Approbation kann folglich keine Apotheke führen – die personelle Leitung muss stets in den Händen eines approbierten Apothekers liegen.

  • Approbation als Apotheker (§ 4 BApO)
  • Betriebserlaubnis nach § 1 ApoG bei zuständiger Landesbehörde
  • Gewerbeanmeldung und Handelsregistereintragung (e. K. bzw. OHG)
  • Nachweis geeigneter Räumlichkeiten (Apothekenbetriebsordnung)
  • Mitgliedschaft in der Apothekerkammer
  • Berufsgenossenschaft (DGUV Vorschrift 1)
  • Betriebsnummer für Sozialversicherung

Achtung

Achtung: Die Betriebserlaubnis kann bei schwerwiegenden Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz oder die Apothekenbetriebsordnung widerrufen werden (§ 4 Abs. 5 ApoG). Stellen Sie daher sicher, dass Ihre Organisation und Dokumentation den gesetzlichen Anforderungen entsprechen – dies gilt insbesondere für die Einhaltung der Qualitätsmanagementsysteme nach § 2a ApBetrO.

Mit welchen Kosten muss ich bei der Apotheken-Gründung rechnen?

Die Gründung einer Apotheke ist kapitalintensiv. Je nach Standort, Größe und Ausstattung müssen Gründer mit einem Investitionsvolumen zwischen 250.000 Euro und 800.000 Euro rechnen. Hinzu kommen laufende Kosten für Personal, Miete, Wareneinkauf und Verwaltung. Eine realistische Finanzplanung ist essenziell, da Banken bei der Kreditvergabe strenge Maßstäbe anlegen und meist einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent erwarten.

Investitionskosten im Detail

Einmalige Gründungskosten

  • Betriebserlaubnis und Notar: 5.000–10.000 €
  • Ladeneinrichtung (Offizin, HV-Tisch): 50.000–120.000 €
  • Warenlager und Erstausstattung: 80.000–150.000 €
  • EDV-System, Warenwirtschaft, Rezeptabrechnung: 20.000–40.000 €
  • Marketingmaßnahmen und Website: 5.000–15.000 €

Laufende monatliche Kosten

  • Miete / Pacht: 3.000–10.000 €
  • Personalkosten (inkl. Sozialabgaben): 15.000–40.000 €
  • Wareneinkauf und Logistik: variabel
  • Versicherungen (Betriebshaftpflicht, Berufshaftpflicht): 500–1.500 €
  • Steuerberatung und Buchhaltung: 500–1.200 €

Neben der klassischen Bankfinanzierung kommen auch Förderprogramme der KfW (z. B. ERP-Gründerkredit) oder landesspezifische Förderbanken in Betracht. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Hausbank und einem Steuerberater, um Ihre Finanzierungsstruktur optimal aufzustellen und steuerliche Gestaltungsspielräume (z. B. Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG) zu nutzen.

Welche Buchführungspflichten gelten für Apotheken?

Apotheken betreiben in der Regel ein Handelsgewerbe; als Kaufleute unterliegen sie den handelsrechtlichen Buchführungspflichten nach § 238 HGB. Einzelkaufleute sind nach § 241a HGB nur befreit, wenn sie an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen nicht mehr als 800.000 Euro Umsatzerlöse und 80.000 Euro Jahresüberschuss aufweisen; für die OHG gilt diese Befreiung nicht. Die Buchführung muss den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) entsprechen und sämtliche Geschäftsvorfälle zeitnah, vollständig und richtig erfassen.

Bilanzierung und Jahresabschluss

Nach § 242 HGB sind Kaufleute verpflichtet, zu Beginn ihres Handelsgewerbes und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen. Die ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) gelten für Apotheken nicht, da sie nicht als Kapitalgesellschaft betrieben werden dürfen. Der Jahresabschluss ist innerhalb der einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen und vom Inhaber bzw. von allen Gesellschaftern zu unterzeichnen (§§ 243 Abs. 3, 245 HGB).

  • Inventur: Jährliche körperliche Bestandsaufnahme des Warenlagers (§ 240 HGB), besonders bei Arzneimitteln relevant.
  • Anlagenbuchhaltung: Erfassung und Abschreibung von Ladeneinrichtung, EDV-Systemen, Kfz etc. nach § 253 HGB.
  • Kassenführung: Tagesaktuelle Erfassung von Bareinnahmen, Einhaltung der GoBD (BMF-Schreiben vom 28.11.2019).
  • Rezeptabrechnung: Sorgfältige Dokumentation aller Rezepte für die Abrechnung mit Krankenkassen und Apothekenrechenzentren.
  • Umsatzsteuervoranmeldungen: Monatlich oder quartalsweise (§ 18 UStG), Arzneimittellieferungen unterliegen grundsätzlich dem Regelsteuersatz von 19 % (§ 12 Abs. 1 UStG).

Hinweis

Praxis-Tipp: Nutzen Sie moderne Warenwirtschaftssysteme, die Ihre Buchführung automatisiert mit Belegen verknüpfen und eine GoBD-konforme Archivierung sicherstellen. Mit OnlineBilanz erstellt die Software auf Basis Ihrer Angaben einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf; beauftragen Sie die Einreichung über OnlineBilanz, prüft der beauftragte Steuerberater den Entwurf.

Muss eine Apotheke ihren Jahresabschluss offenlegen?

In aller Regel nicht. Die Offenlegungspflicht nach §§ 325 ff. HGB gilt nur für Kapitalgesellschaften und für Personenhandelsgesellschaften ohne natürliche Person als persönlich haftenden Gesellschafter (§ 264a HGB). Eine Apotheke kann jedoch nur als Einzelunternehmen, GbR oder OHG betrieben werden, deren Inhaber bzw. Gesellschafter approbierte Apotheker sind (§ 8 Satz 1 ApoG). Eine Offenlegung kommt allenfalls für sehr große Unternehmen nach dem Publizitätsgesetz in Betracht.

Unabhängig davon muss der Jahresabschluss aufgestellt und unterzeichnet (§ 245 HGB) und bei Bilanzierung als E-Bilanz an das Finanzamt übermittelt werden (§ 5b EStG).

Welche steuerlichen Besonderheiten gelten für Apotheken?

Für Apotheken gibt es keine allgemeine Umsatzsteuerbefreiung: § 4 Nr. 14 UStG erfasst Heilbehandlungen durch Ärzte und ähnliche Heilberufe, nicht aber die Lieferung von Arzneimitteln. Verschreibungspflichtige wie freiverkäufliche Arzneimittel, Kosmetika und Drogerieartikel unterliegen daher grundsätzlich dem Regelsteuersatz von 19 Prozent (§ 12 Abs. 1 UStG); der ermäßigte Satz von 7 Prozent gilt nur für die in Anlage 2 zu § 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG aufgeführten Gegenstände.

Umsatzsteuer: Vorsteuerabzug

Da die Umsätze einer Apotheke grundsätzlich steuerpflichtig sind, kann sie die Vorsteuer aus Eingangsleistungen, etwa aus dem Wareneinkauf beim Großhandel, nach § 15 Abs. 1 UStG abziehen. Eine Vorsteueraufteilung nach § 15 Abs. 4 UStG ist nur erforderlich, soweit im Einzelfall steuerfreie Umsätze ausgeführt werden.

Ertragsteuern: Gewerbesteuer und Einkommensteuer

Apotheken unterliegen der Gewerbesteuer (§ 2 GewStG), soweit der Freibetrag von 24.500 Euro überschritten wird. Der Gewinn unterliegt beim Inhaber bzw. bei den OHG-Gesellschaftern als Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) der Einkommensteuer; die Gewerbesteuer wird nach § 35 EStG teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet. Körperschaftsteuer fällt nicht an, weil eine Apotheke nicht als Kapitalgesellschaft betrieben werden darf.

19 %

Regelsatz USt auf Arzneimittel und Randsortiment

3

Filialapotheken max. (§ 1 Abs. 2 ApoG)

24.500 €

Gewerbesteuer-Freibetrag

Hinweis

Investitionsabzugsbetrag (§ 7g EStG): Sie können bis zu 50 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten für geplante Investitionen (z. B. neue Ladeneinrichtung, EDV) bereits im Jahr vor der Anschaffung gewinnmindernd abziehen. Dies senkt Ihre Steuerlast erheblich. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über die Voraussetzungen und Dokumentationspflichten.

Welche laufenden Compliance-Pflichten habe ich als Apothekenbetreiber?

Neben den klassischen handels- und steuerrechtlichen Pflichten unterliegen Apotheken einem dichten Regelwerk aus Arzneimittelgesetz (AMG), Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO), Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und weiteren fachspezifischen Vorschriften. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird regelmäßig durch die zuständigen Überwachungsbehörden kontrolliert. Verstöße können nicht nur zu Bußgeldern, sondern auch zum Entzug der Betriebserlaubnis führen.

Qualitätsmanagementsystem nach § 2a ApBetrO

Seit 2012 ist jede Apotheke verpflichtet, ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) einzurichten und fortzuschreiben (§ 2a ApBetrO). Das QMS muss alle relevanten Arbeitsabläufe dokumentieren, Verantwortlichkeiten festlegen und Fehlerquellen minimieren. Dazu gehören unter anderem Standard Operating Procedures (SOPs) für die Rezeptur, die Warenannahme, die Beratung und die Dokumentation von Qualitätsmängeln.

  • Einrichtung und Pflege eines Qualitätsmanagementsystems (§ 2a ApBetrO)
  • Regelmäßige Schulungen des Personals (§ 3 ApBetrO)
  • Führung der Betäubungsmittel-Nachweise über Verbleib und Bestand (§ 13 BtMVV)
  • Meldung von Arzneimittelrisiken wie Nebenwirkungen und Qualitätsmängeln (§ 21 ApBetrO)
  • Einhaltung der Lagerungsvorgaben einschließlich Kühlung (§ 16 ApBetrO)
  • Dokumentation aller Rezepte (Aufbewahrung 3 Jahre nach § 17 ApBetrO)
  • Durchführung von Sicherheitsüberprüfungen und Audits

Datenschutz und IT-Sicherheit

Apotheken verarbeiten in erheblichem Umfang personenbezogene Gesundheitsdaten (Art. 9 Abs. 1 DSGVO: besondere Kategorien). Sie müssen daher ein Datenschutzkonzept etablieren, einen Datenschutzbeauftragten bestellen (ab 20 Mitarbeitern mit automatisierter Verarbeitung personenbezogener Daten, § 38 BDSG) und technisch-organisatorische Maßnahmen (TOMs) umsetzen. Auch die Anbindung an Apothekenrechenzentren und die Nutzung von Cloud-Diensten müssen DSGVO-konform gestaltet sein.

Was muss ich bei Nachfolge und Verkauf meiner Apotheke beachten?

Die Nachfolgeplanung ist für viele Apotheker eine der größten Herausforderungen. Der demografische Wandel und die zunehmende Marktkonzentration führen dazu, dass der Verkauf einer Apotheke oft lange Vorlaufzeiten erfordert. Rechtlich ist zu beachten, dass die Betriebserlaubnis nach § 1 ApoG personengebunden ist: Der Erwerber muss selbst approbierter Apotheker sein und eine neue Betriebserlaubnis beantragen.

Bewertung und Kaufpreisfindung

Der Kaufpreis einer Apotheke setzt sich in der Regel aus dem Substanzwert (Warenlager, Einrichtung, Immobilie) und dem Geschäftswert (Goodwill) zusammen. Der Goodwill bemisst sich meist nach dem EBIT oder EBITDA der letzten drei Jahre, multipliziert mit einem branchenüblichen Faktor (oft 0,8 bis 1,5). Eine solide Unternehmensbewertung berücksichtigt auch Standortfaktoren, Kundenstamm, Rezeptfrequenz und die Konkurrenzsituation.

Verkäuferperspektive

  • Frühzeitig Unterlagen vorbereiten (Jahresabschlüsse, Kundenstamm, Mietvertrag)
  • Unternehmensbewertung durch Sachverständigen
  • Vertraulichkeitsvereinbarung mit Interessenten
  • Steuerliche Gestaltung (z. B. § 16 EStG Freibetrag für Veräußerungsgewinn)
  • Nachfolger sorgfältig auswählen (Betriebserlaubnis!)

Käuferperspektive

  • Due Diligence: Prüfung der Verträge, Lieferantenbeziehungen, laufenden Verfahren
  • Finanzierungskonzept mit Bank abstimmen
  • Betriebserlaubnis rechtzeitig beantragen
  • Übergangsregelung mit Verkäufer vereinbaren
  • Steuerliche Abschreibung und Aktivierung klären

Steuerlich kann der Verkauf einer Apotheke erhebliche Auswirkungen haben. Bei der Einzelapotheke fällt der Veräußerungsgewinn in die Einkommensteuer, kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen durch den Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG (bis zu 45.000 Euro) und die Tarifbegünstigung nach § 34 EStG gemildert werden. Für OHG-Gesellschafter gilt dies entsprechend bei der Veräußerung ihres Gesellschaftsanteils (§ 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG).

Hinweis

Tipp: Planen Sie den Verkauf mindestens zwei Jahre im Voraus. Eine saubere Buchführung, aktuelle Jahresabschlüsse und eine transparente Dokumentation erhöhen den Unternehmenswert und erleichtern die Verhandlungen. OnlineBilanz unterstützt Sie dabei mit Software, die aus Ihren Unterlagen einen KI-gestützten Abschlussentwurf erstellt.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich als Nicht-Apotheker eine Apotheke gründen?

Nein. Nach § 2 ApoG dürfen nur approbierte Apotheker eine Apotheke betreiben. Nach dem Tod des Erlaubnisinhabers dürfen die Erben die Apotheke für längstens zwölf Monate durch einen Apotheker verwalten lassen (§ 13 Abs. 1 ApoG). Eine Apotheke kann nicht als GmbH, UG, AG oder KG betrieben werden: Mehrere Apotheker können eine Apotheke nach § 8 Satz 1 ApoG nur als GbR oder OHG betreiben, und alle Gesellschafter benötigen die Erlaubnis.

Wie viele Apotheken darf ein Apotheker gleichzeitig betreiben?

Nach § 1 Abs. 2 ApoG darf ein Apotheker neben der Hauptapotheke bis zu drei Filialapotheken betreiben; die Erlaubnis der zuständigen Behörde umfasst Haupt- und Filialapotheken. Für jede Filialapotheke ist ein Apotheker als Verantwortlicher zu benennen. Versandapotheken unterliegen gesonderten Regelungen.

Ist eine Apotheke gewerbesteuerpflichtig oder freiberuflich?

Apotheken sind grundsätzlich gewerblich tätig und damit gewerbesteuerpflichtig (§ 2 GewStG), auch wenn ein approbierter Apotheker sie führt. Eine Einstufung als freiberufliche Tätigkeit im Sinne von § 18 EStG scheidet aus, da der Betrieb einer Apotheke über die rein heilberufliche Tätigkeit hinausgeht.

Welche Versicherungen sind für Apotheken Pflicht?

Verpflichtend ist die Berufshaftpflichtversicherung für Apotheker, die Schäden aus Beratungs- und Abgabefehlern abdeckt. Darüber hinaus sind eine Betriebshaftpflicht, Inventarversicherung und ggf. eine Vermögensschadenhaftpflicht dringend empfohlen. Auch eine Betriebsunterbrechungsversicherung sichert den laufenden Betrieb ab.

Wann benötige ich einen Steuerberater für meine Apotheke?

Spätestens ab Buchführungspflicht (Gewinn über 80.000 € oder Umsatz über 800.000 €) sowie stets bei einer Apotheken-OHG, die als Handelsgesellschaft bilanzierungspflichtig ist, ist ein Steuerberater für Jahresabschluss und Steuererklärungen ratsam. Mit OnlineBilanz erstellt die Software einen KI-gestützten Abschlussentwurf; beauftragen Sie die Einreichung über OnlineBilanz, prüft der beauftragte, kooperierende Steuerberater den Entwurf.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit. Sie können den Entwurf zur eigenen Verwendung herunterladen. Eine Einreichung über OnlineBilanz setzt die Prüfung und erforderliche Korrektur durch den beauftragten Steuerberater voraus. Gesetzliche Grundlagen: Gesetz über das Apothekenwesen (ApoG), Handelsgesetzbuch (HGB), GmbH-Gesetz (GmbHG), Umsatzsteuergesetz (UStG). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Kennenlerntermin15 Min · Raphael Diener