Anschaffungs- und Herstellungskosten Bilanz 2026
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Anschaffungs- und Herstellungskosten bilden die Bewertungsgrundlage für Vermögensgegenstände in der Bilanz nach § 253 HGB. Ihre korrekte Ermittlung ist entscheidend für die Bilanzierung, Abschreibung und steuerliche Bemessungsgrundlage. Dieser Artikel erläutert die handelsrechtlichen Vorgaben, Bestandteile, Sonderfälle und häufige Fehlerquellen.
Kurzantwort
Anschaffungskosten sind alle Aufwendungen, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und betriebsbereit zu machen (§ 255 Abs. 1 HGB). Herstellungskosten entstehen bei eigener Fertigung und umfassen Materialkosten, Fertigungskosten sowie anteilige Gemeinkosten (§ 255 Abs. 2 HGB). Beide bilden die Bewertungsobergrenze in der Bilanz und beeinflussen Abschreibungen sowie steuerliche Bemessungsgrundlagen unmittelbar.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind Anschaffungs- und Herstellungskosten nach HGB?
- Welche Bestandteile gehören zu den Anschaffungskosten?
- Wie werden Herstellungskosten ermittelt und abgegrenzt?
- Welche Auswirkungen haben Anschaffungs- und Herstellungskosten auf Bilanz und Steuern?
- Welche Sonderfälle und Praxisfragen sind bei der Ermittlung zu beachten?
- Welche Fehlerquellen bestehen und wie lassen sich Prüfungsrisiken minimieren?
- Wie werden Anschaffungs- und Herstellungskosten konkret berechnet?
- Warum ist die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater bei der Bewertung sinnvoll?
Was sind Anschaffungs- und Herstellungskosten nach HGB?
Anschaffungs- und Herstellungskosten bilden die Bewertungsgrundlage für Vermögensgegenstände in der Bilanz. Sie bestimmen, mit welchem Wert Anlagegüter und Vorräte erstmals angesetzt werden – und damit auch die Basis für Abschreibungen und den Jahresüberschuss. Die gesetzlichen Definitionen finden sich in § 255 HGB und sind für alle bilanzierenden Unternehmen verbindlich.
Anschaffungskosten gemäß § 255 Abs. 1 HGB
Anschaffungskosten sind alle Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Dazu gehören neben dem Kaufpreis auch Nebenkosten wie Fracht, Zölle, Montagekosten und Notargebühren. Abzuziehen sind Anschaffungspreisminderungen wie Skonti, Rabatte und Boni.
Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB
Herstellungskosten entstehen, wenn ein Vermögensgegenstand selbst hergestellt wird. Sie umfassen Materialkosten, Fertigungskosten und Sonderkosten der Fertigung. Einzubeziehen sind zudem angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens; einbezogen werden dürfen angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen, freiwillige soziale Leistungen und die betriebliche Altersversorgung. Die Aktivierungspflichten und -wahlrechte sind in § 255 Abs. 2 und 3 HGB detailliert geregelt.
Praxishinweis
Die korrekte Ermittlung von Anschaffungs- und Herstellungskosten ist nicht nur bilanziell entscheidend, sondern wirkt sich unmittelbar auf die Steuerlast aus. Werden Kosten fälschlicherweise sofort als Aufwand verbucht statt aktiviert, mindert das den Gewinn zu früh – mit entsprechenden Konsequenzen bei Betriebsprüfungen.
Welche Bestandteile gehören zu den Anschaffungskosten?
Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt nach einem festen Schema: Kaufpreis plus Anschaffungsnebenkosten minus Anschaffungspreisminderungen. Jede dieser Komponenten ist genau definiert und muss sorgfältig dokumentiert werden, um eine prüfungssichere Bilanzierung zu gewährleisten.
Kaufpreis und Anschaffungsnebenkosten
Zum Kaufpreis gehört der vereinbarte Nettokaufpreis des Vermögensgegenstands. Anschaffungsnebenkosten sind alle zusätzlichen Aufwendungen, die notwendig sind, um den Gegenstand zu erwerben und betriebsbereit zu machen:
- Transportkosten, Fracht und Verpackung
- Einfuhrzölle und nicht abzugsfähige Vorsteuer
- Montage-, Installations- und Inbetriebnahmekosten
- Notarkosten, Grunderwerbsteuer bei Immobilien
- Maklergebühren bei betrieblich veranlassten Anschaffungen
- Kosten für Gutachten, Vermessung oder Abnahmeprüfungen
Anschaffungspreisminderungen
Von den Anschaffungskosten sind abzuziehen: Rabatte, Skonti, Boni, Umsatzvergütungen sowie sonstige Preisnachlässe, die unmittelbar mit dem Erwerb zusammenhängen. Auch nachträglich gewährte Rückvergütungen mindern die ursprünglichen Anschaffungskosten – sofern sie sich eindeutig auf den Erwerbsvorgang beziehen.
| Kostenart | Behandlung | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Kaufpreis netto | Aktivierungspflicht | § 255 Abs. 1 HGB |
| Transportkosten | Aktivierungspflicht | § 255 Abs. 1 HGB |
| Skonto | Minderung AK | § 255 Abs. 1 HGB |
| Rabatt (sofort) | Minderung AK | § 255 Abs. 1 HGB |
| Finanzierungskosten | Sofortaufwand / Wahlrecht | § 255 Abs. 3 HGB |
Wie werden Herstellungskosten ermittelt und abgegrenzt?
Die Ermittlung der Herstellungskosten ist komplexer als die der Anschaffungskosten, da sie zahlreiche Wahlrechte und Abgrenzungsfragen beinhaltet. § 255 Abs. 2 HGB unterscheidet zwischen Pflichtbestandteilen, Einbeziehungswahlrechten und Aktivierungsverboten.
Pflichtbestandteile der Herstellungskosten
Zu den Pflichtbestandteilen gehören alle Aufwendungen, die unmittelbar der Herstellung zuzurechnen sind:
- Materialkosten: Fertigungsmaterial, Rohstoffe, Hilfsstoffe
- Fertigungskosten: Löhne und Gehälter der direkt in der Produktion tätigen Mitarbeiter
- Sonderkosten der Fertigung: z. B. Lizenzgebühren, Kosten für Spezialwerkzeuge, die nur für dieses Produkt verwendet werden
- Material- und Fertigungsgemeinkosten: z. B. Einkauf und Lager, anteilige Abschreibungen auf Produktionsanlagen, Energiekosten der Fertigung
Wahlrechte bei Herstellungskosten
Nach § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB dürfen zusätzlich angemessene Teile folgender Kosten in die Herstellungskosten einbezogen werden:
- Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs
- Verwaltungskosten (anteilig)
- Freiwillige soziale Leistungen
- Aufwendungen für betriebliche Altersversorgung
Aktivierungsverbot beachten
Vertriebskosten dürfen nach § 255 Abs. 2 Satz 4 HGB niemals in die Herstellungskosten einbezogen werden – auch nicht anteilig. Ebenso sind Forschungskosten und Finanzierungskosten (mit Ausnahme des Wahlrechts nach § 255 Abs. 3 HGB) nicht aktivierungsfähig.
Welche Auswirkungen haben Anschaffungs- und Herstellungskosten auf Bilanz und Steuern?
Die korrekte Ermittlung der Anschaffungs- und Herstellungskosten hat unmittelbare Folgen für die Höhe des Anlagevermögens, die Abschreibungsbasis, den Jahresüberschuss und damit auch für die Körperschaft- und Gewerbesteuer. Fehler in der Bewertung führen zu falschen Bilanzansätzen und können bei Betriebsprüfungen teuer werden.
Auswirkungen auf die Bilanz
Aktivierung
Anschaffungs- und Herstellungskosten werden auf der Aktivseite der Bilanz als Anlagevermögen oder Umlaufvermögen ausgewiesen. Sie erhöhen das Vermögen und werden über die Nutzungsdauer abgeschrieben (Anlagevermögen) oder bei Verbrauch/Verkauf gewinnmindernd ausgebucht (Umlaufvermögen).
Abschreibungen
Die Abschreibung erfolgt nach § 253 HGB über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Die Basis bilden die aktivierten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Höhere AK/HK bedeuten höhere jährliche Abschreibungen – und damit einen geringeren Gewinn in den Folgejahren.
Steuerliche Konsequenzen
Die Handelsbilanz ist nach dem Maßgeblichkeitsprinzip (§ 5 Abs. 1 EStG) Ausgangspunkt für die Steuerbilanz. Eine zu niedrige Aktivierung (z. B. durch fälschliches Sofortabsetzen von Nebenkosten) führt zu einem zu niedrigen Gewinn und damit zu Steuernachforderungen. Umgekehrt kann eine zu hohe Aktivierung (z. B. durch Einbeziehung nicht aktivierungsfähiger Kosten) den Gewinn künstlich strecken und zu späteren Konflikten mit dem Finanzamt führen.
§ 255
HGB: Bewertungsmaßstab
§ 253
HGB: Folgebewertung/AfA
§ 5 Abs. 1
EStG: Maßgeblichkeit
Für GmbH-Geschäftsführer bedeutet das: Die Bewertung sollte von Anfang an rechtssicher erfolgen. Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, kann die korrekte Ermittlung und Dokumentation der Anschaffungs- und Herstellungskosten absichern. OnlineBilanz.de stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit; auf Wunsch prüft gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater.
Welche Sonderfälle und Praxisfragen sind bei der Ermittlung zu beachten?
In der Praxis ergeben sich regelmäßig Abgrenzungsfragen, die nicht auf den ersten Blick klar sind. Nachträgliche Anschaffungskosten, Großreparaturen, Finanzierungskosten, selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände – all diese Themen verlangen eine präzise Einzelfallprüfung.
Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Werden nach der erstmaligen Aktivierung weitere Aufwendungen getätigt, die den Vermögensgegenstand wesentlich verbessern oder seine Nutzungsdauer verlängern, handelt es sich um nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Diese sind zu aktivieren und über die (Rest-)Nutzungsdauer abzuschreiben. Reine Instandhaltungskosten hingegen sind sofort als Aufwand zu verbuchen.
Finanzierungskosten nach § 255 Abs. 3 HGB
Nach § 255 Abs. 3 HGB besteht ein Wahlrecht, Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstands verwendet wird, in die Herstellungskosten einzubeziehen – soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Dieses Wahlrecht gilt nur für Herstellungsvorgänge, nicht für Anschaffungen.
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände
Nach § 248 Abs. 2 HGB besteht ein Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (z. B. Software, Patente). Wird das Wahlrecht ausgeübt, müssen die Herstellungskosten nach § 255 Abs. 2a HGB ermittelt werden – ohne Forschungskosten, aber einschließlich Entwicklungskosten.
-
Nachträgliche Kosten prüfen: Verbesserung oder Instandhaltung?
-
Finanzierungskosten dokumentieren und Wahlrecht bewusst ausüben
-
Bei selbst geschaffenen immateriellen VG: Forschung und Entwicklung trennen
-
Großreparaturen: Aktivierungspflicht prüfen (> Werterhöhung / Nutzungsdauerverlängerung)
-
Dokumentation aller Kostenbestandteile für Betriebsprüfungen sicherstellen
In der Praxis scheitert die korrekte Bewertung oft nicht am Wissen, sondern an fehlenden Belegen. Es empfiehlt sich, alle Rechnungen, Verträge und Nachweise zu Nebenkosten und nachträglichen Aufwendungen lückenlos zu sammeln – idealerweise digital. So lässt sich die Wertermittlung jederzeit nachvollziehen.
Welche Fehlerquellen bestehen und wie lassen sich Prüfungsrisiken minimieren?
Fehler bei der Ermittlung von Anschaffungs- und Herstellungskosten gehören zu den typischen Beanstandungen bei Betriebsprüfungen. Sie führen zu Gewinnkorrekturen, Steuernachzahlungen und – im Extremfall – zu Bußgeldern wegen leichtfertiger Steuerverkürzung (§ 378 AO). Die gute Nachricht: Die meisten Fehler lassen sich durch saubere Prozesse und fachkundige Begleitung vermeiden.
Typische Fehlerquellen
- Nebenkosten vergessen: Transport, Montage oder Zölle werden nicht aktiviert, sondern als Aufwand verbucht
- Skonti nicht abgezogen: Anschaffungspreisminderungen werden übersehen
- Vertriebskosten aktiviert: Verstoß gegen das Aktivierungsverbot nach § 255 Abs. 2 Satz 4 HGB
- Wahlrechte nicht dokumentiert: Wechselnde Ausübung von Wahlrechten ohne Begründung
- Nachträgliche AK/HK als Aufwand gebucht: Wesentliche Verbesserungen werden nicht aktiviert
- Fehlende Trennungsrechnung: Bei Herstellungskosten werden Forschungs- und Entwicklungskosten nicht getrennt erfasst
So minimieren Sie Prüfungsrisiken
Die Grundlage für eine prüfungssichere Bilanzierung liegt in einer sauberen Dokumentation. Halten Sie alle Belege, Verträge und Kalkulationen vor. Dokumentieren Sie die Ausübung von Wahlrechten schriftlich – idealerweise im Anhang oder in einer internen Bewertungsrichtlinie. Stellen Sie sicher, dass Ihre Buchhaltung die Systematik versteht und konsequent anwendet.
1. Belegsicherung
Alle Rechnungen, Frachtpapiere, Zollbelege, Gutachten digital und revisionssicher archivieren. Bei nachträglichen Kosten: Begründung der Aktivierung dokumentieren.
2. Bewertungsrichtlinie
Interne Richtlinie erstellen: Wie werden Nebenkosten behandelt? Welche Wahlrechte werden ausgeübt? Diese Richtlinie wird stetig angewendet und bei Änderungen begründet.
3. Steuerberater einbinden
Jahresabschluss bei Bedarf durch einen Steuerberater erstellen oder prüfen lassen – mit fachlicher Prüfung und Bescheinigung des Beraters.
Tipp für GmbH-Geschäftsführer
Wer seinen Jahresabschluss von einem Steuerberater erstellen lässt, kann Risiken verringern und Zeit sparen. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit; auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung.
Wie werden Anschaffungs- und Herstellungskosten konkret berechnet?
Theorie ist wichtig – Praxis ist entscheidend. Anhand konkreter Beispiele lässt sich die Ermittlung von Anschaffungs- und Herstellungskosten am besten nachvollziehen. Die folgenden Fallbeispiele zeigen typische Situationen aus dem GmbH-Alltag.
Beispiel 1: Anschaffung einer Produktionsmaschine
Eine GmbH kauft eine Produktionsmaschine zum Listenpreis von 50.000 Euro netto. Der Lieferant gewährt 5 % Rabatt, zusätzlich wird bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen 2 % Skonto gezogen. Für Transport und Montage fallen 3.200 Euro an, die Inbetriebnahme durch einen Techniker kostet weitere 800 Euro.
| Position | Betrag (Euro) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Listenpreis netto | 50.000,00 | Ausgangspreis |
| ./. Rabatt 5 % | – 2.500,00 | Anschaffungspreisminderung |
| ./. Skonto 2 % | – 950,00 | Auf 47.500 Euro |
| + Transport/Montage | + 3.200,00 | Anschaffungsnebenkosten |
| + Inbetriebnahme | + 800,00 | Anschaffungsnebenkosten |
| Anschaffungskosten | 50.550,00 | Aktivierungsbetrag |
Die Maschine wird mit 50.550 Euro in der Bilanz aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (z. B. 10 Jahre) abgeschrieben.
Beispiel 2: Eigenherstellung einer Software
Eine GmbH entwickelt eine interne Softwarelösung. Die Entwicklungsphase dauert 8 Monate, es fallen folgende Kosten an: Personalkosten Entwicklung 60.000 Euro, externe Berater 15.000 Euro, Lizenzgebühren für Entwicklungstools 2.000 Euro. Forschungskosten im Vorfeld betrugen 8.000 Euro.
- Forschungskosten (8.000 Euro): Aktivierungsverbot nach § 255 Abs. 2a HGB → Sofortaufwand
- Personalkosten Entwicklung (60.000 Euro): Pflichtbestandteil der HK
- Externe Berater (15.000 Euro): Pflichtbestandteil der HK
- Lizenzgebühren (2.000 Euro): Sonderkosten der Fertigung, Pflichtbestandteil
Herstellungskosten der Software: 77.000 Euro. Die GmbH kann das Aktivierungswahlrecht nach § 248 Abs. 2 HGB ausüben und die Software aktivieren – oder auf die Aktivierung verzichten und die Kosten sofort als Aufwand verbuchen.
Beispiel 3: Nachträgliche Herstellungskosten bei Gebäude
Ein Unternehmen lässt an einem bestehenden Betriebsgebäude eine Wärmedämmung anbringen und die Heizungsanlage modernisieren. Kosten: 80.000 Euro. Die Maßnahme verlängert die Nutzungsdauer um 5 Jahre und senkt die Energiekosten erheblich.
Nachträgliche Herstellungskosten liegen nur vor, wenn die Maßnahme über eine zeitgemäße Substanzerhaltung hinaus zu einer wesentlichen Verbesserung führt – bei Wohngebäuden nach BFH-Rechtsprechung und BMF-Schreiben vom 18.07.2003 in der Regel bei Hebung des Standards in mindestens drei der vier zentralen Ausstattungsbereiche (Heizung, Sanitär, Elektro, Fenster); eine bloße Verlängerung der Nutzungsdauer genügt steuerlich nicht. Die Modernisierung von Heizung und Dämmung allein ist daher häufig Erhaltungsaufwand. Liegt eine wesentliche Verbesserung vor, sind die 80.000 Euro zu aktivieren und über die Restnutzungsdauer abzuschreiben.
Warum ist die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater bei der Bewertung sinnvoll?
Die korrekte Ermittlung von Anschaffungs- und Herstellungskosten nach HGB erfordert fundiertes Fachwissen, Erfahrung und einen Blick für Details. Fehler können teuer werden – durch Steuernachzahlungen, Zinsen und im schlimmsten Fall auch durch Vorwürfe der groben Fahrlässigkeit. Ein zugelassener Steuerberater stellt sicher, dass Bewertungen rechtssicher sind und den aktuellen gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Was leistet ein Steuerberater?
- Prüfung aller Kostenbestandteile: Welche Kosten sind aktivierungspflichtig, welche sofort abzugsfähig?
- Ausübung von Wahlrechten: Fachliche Beratung, welche Wahlrechte im Einzelfall sinnvoll sind
- Dokumentation: Erstellung einer prüfungssicheren Bewertungsunterlage
- Rechtssichere Bilanzierung: Einhaltung aller HGB- und steuerrechtlichen Vorgaben
- Vertretung bei Betriebsprüfungen: Kommunikation mit dem Finanzamt, Erläuterung der Bewertungsansätze
OnlineBilanz: KI-gestützter Jahresabschlussentwurf
OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung.
Transparente Preise
Der KI-gestützte Jahresabschlussentwurf ist ab 499,95 € netto (zzgl. USt.) erhältlich; eine optionale Prüfung durch einen kooperierenden Steuerberater kostet einen Aufpreis.
Digitale Koordination
Unterlagen hochladen, Rückfragen klären, Entwurf erhalten – alles digital. Bei beauftragter Prüfung stimmt sich Servet Gündogan mit dem kooperierenden Steuerberater ab.
Wer OnlineBilanz zur Vorbereitung nutzt, kann den Entwurf selbst prüfen und feststellen oder einen Steuerberater mit der Prüfung beauftragen – auf Wunsch gegen Aufpreis einen mit OnlineBilanz kooperierenden Steuerberater.
Ihr Vorteil
Mit OnlineBilanz erhalten Sie einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Beauftragen Sie optional einen mit OnlineBilanz kooperierenden Steuerberater, übernimmt dieser Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Können nachträgliche Anschaffungskosten auch Jahre nach dem Erwerb aktiviert werden?
Ja, nachträgliche Anschaffungskosten gemäß § 255 Abs. 1 S. 2 HGB sind zu aktivieren, wenn sie mit dem Erwerb oder der Versetzung in einen betriebsbereiten Zustand in unmittelbarem Zusammenhang stehen – unabhängig vom Zeitpunkt. Beispiele: nachträgliche Grunderwerbsteuer oder Erschließungskosten. Sie erhöhen die Anschaffungskosten.
Wie sind Finanzierungskosten bei der Ermittlung der Anschaffungskosten zu behandeln?
Finanzierungskosten (z. B. Zinsen für einen Kredit) gehören grundsätzlich nicht zu den Anschaffungskosten nach § 255 Abs. 1 HGB, sondern sind Aufwand der Periode. Eine Ausnahme besteht bei Herstellungskosten nach § 255 Abs. 3 HGB: Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung der Herstellung verwendet wird, dürfen wahlweise aktiviert werden, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen.
Was gilt bei gemischt genutzten Wirtschaftsgütern (privat/betrieblich)?
Bewegliche Wirtschaftsgüter werden nicht aufgeteilt, sondern einheitlich zugeordnet: Liegt die betriebliche Nutzung über 50 %, ist das Wirtschaftsgut insgesamt notwendiges Betriebsvermögen – die vollen Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden abgeschrieben, die private Nutzung wird als Entnahme erfasst; bei 10 % bis 50 % ist gewillkürtes Betriebsvermögen möglich; unter 10 % liegt Privatvermögen vor (R 4.2 Abs. 1 EStR). Bei einer GmbH gibt es keine Privatsphäre; private Nutzung durch Gesellschafter ist ggf. als Arbeitslohn oder verdeckte Gewinnausschüttung zu erfassen.
Müssen geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) auch mit Anschaffungskosten bewertet werden?
Ja, auch GWG sind zunächst mit ihren Anschaffungskosten zu bewerten. Nach § 6 Abs. 2 EStG können bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis 800 Euro (netto, Stand 2026) im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben werden. Alternativ kann ein Sammelposten nach § 6 Abs. 2a EStG gebildet werden (mehr als 250 bis 1.000 Euro netto; das Wahlrecht gilt dann einheitlich für alle Zugänge dieser Spanne im Wirtschaftsjahr).
Wann sind Abrisskosten Teil der Anschaffungskosten eines Grundstücks?
Wird ein Gebäude in Abbruchabsicht erworben, gehören sein Buchwert und die Abbruchkosten zu den Herstellungskosten eines Neubaus, wenn der Abbruch mit dessen Herstellung in engem wirtschaftlichen Zusammenhang steht; andernfalls zu den Anschaffungskosten des Grund und Bodens. War das Gebäude beim Erwerb objektiv wertlos, entfällt der volle Kaufpreis auf den Grund und Boden (H 6.4 EStH „Abbruchkosten“).
Wie wirken sich Skonti und Boni auf die Anschaffungskosten aus?
Skonti, Rabatte und Boni mindern gemäß § 255 Abs. 1 S. 3 HGB die Anschaffungskosten. Sie sind vom Anschaffungspreis abzuziehen, unabhängig davon, ob sie sofort bei Kauf gewährt oder nachträglich gutgeschrieben werden. Kundenboni und Jahresboni sind ebenfalls anschaffungspreismindernd zu behandeln, sofern sie dem konkreten Vermögensgegenstand zugeordnet werden können.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: § 253 HGB – Zugangs- und Folgebewertung, § 255 HGB – Bewertungsmaßstäbe, § 6 EStG – Bewertung, § 264 HGB – Pflicht zur Aufstellung. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
