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OnlineBilanzBlogGewerbesteuer KG berechnen

Gewerbesteuer KG berechnen 2026 – Anleitung

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Gewerbesteuer bei der Kommanditgesellschaft (KG) wird auf Ebene der Gesellschaft berechnet und über den Hebesatz der Gemeinde festgesetzt. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wie Sie den Gewerbeertrag ermitteln, Hinzurechnungen und Kürzungen vornehmen und die Gewerbesteuer korrekt berechnen – inklusive vollständigem Berechnungsbeispiel und Hinweisen zur Anrechnung bei den Gesellschaftern. Für Personengesellschaften ohne Kommanditisten gelten ähnliche Grundsätze: Wie die Gewerbesteuer bei der OHG berechnet wird, erläutern wir in einem separaten Artikel mit eigenen Beispielen.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und den angeschlossenen Steuerberatern – damit Ihr Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit. Sie können den Entwurf zur eigenen Verwendung herunterladen. Eine Einreichung über OnlineBilanz setzt die Prüfung und erforderliche Korrektur durch den beauftragten Steuerberater voraus.

Kurzantwort

Die Gewerbesteuer der KG wird berechnet, indem der Gewinn nach § 7 GewStG um Hinzurechnungen (z. B. Finanzierungsanteile nach § 8 GewStG) erhöht und um Kürzungen (z. B. Freibetrag nach § 11 Abs. 1 Nr. 1 GewStG) gemindert wird. Auf den so ermittelten Gewerbeertrag wird die Steuermesszahl von 3,5 % angewendet, und der Messbetrag wird mit dem kommunalen Hebesatz multipliziert. Dieses Berechnungsschema gilt grundsätzlich für alle gewerbesteuerpflichtigen Rechtsträger – eine abweichende Behandlung ergibt sich jedoch etwa bei der Gewerbesteuerberechnung für Stiftungen, die eigenen Regelungen unterliegen. Natürliche Personen können die Gewerbesteuer über § 35 EStG auf die Einkommensteuer anrechnen lassen.

Grundlagen der Gewerbesteuer bei der KG

Die Kommanditgesellschaft (KG) unterliegt als Personengesellschaft grundsätzlich der Gewerbesteuer gemäß § 2 Abs. 1 GewStG. Anders als bei Kapitalgesellschaften erfolgt die Besteuerung jedoch nicht auf Ebene der Gesellschafter, sondern auf Ebene der Gesellschaft selbst. Die KG ist Steuersubjekt der Gewerbesteuer, auch wenn sie einkommensteuerlich transparent behandelt wird.

Für die Berechnung der Gewerbesteuer sind drei zentrale Größen maßgeblich: der Gewerbeertrag nach § 7 GewStG, der Gewerbesteuermessbetrag nach § 11 GewStG sowie der Hebesatz der Standortgemeinde. Die Besonderheit bei der KG liegt in den personengesellschaftsspezifischen Hinzurechnungen und Kürzungen, die den Gewerbeertrag modifizieren.

Hinweis

Bei der KG wird der Gewerbesteuermessbetrag auf 3,5 % des Gewerbeertrags festgesetzt. Die tatsächliche Steuerbelastung ergibt sich erst durch Multiplikation mit dem gemeindespezifischen Hebesatz, der zwischen 200 % und über 500 % variieren kann.

Relevante Rechtsgrundlagen für die KG

  • § 2 Abs. 1 GewStG: Gewerbesteuerpflicht der Personengesellschaft
  • § 7 GewStG: Ermittlung des Gewerbeertrags als Ausgangsgröße
  • § 9 GewStG: Hinzurechnungen (insbesondere Finanzierungsanteile)
  • § 11 GewStG: Steuermesszahl und Berechnung des Messbetrag
  • § 16 GewStG: Anwendung des gemeindlichen Hebesatzes

Wie wird der Gewerbeertrag bei der KG ermittelt?

Der Gewerbeertrag ist die zentrale Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer. Ausgangspunkt ist gemäß § 7 Abs. 1 GewStG der Gewinn aus Gewerbebetrieb nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes (§§ 4–7k EStG). Dieser wird durch gewerbesteuerliche Hinzurechnungen erhöht und durch Kürzungen vermindert.

Ausgangsgröße: Gewinn aus Gewerbebetrieb

Bei der KG wird der steuerliche Gewinn nach § 4 Abs. 1 EStG (Betriebsvermögensvergleich) oder § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) ermittelt. Dieser Gewinn bildet die Basis für die gewerbesteuerliche Modifikation. Buchführungspflichtige KG erstellen gemäß § 238 ff. HGB einen Jahresabschluss, aus dem der steuerliche Gewinn abgeleitet wird.

Position Rechtsgrundlage Auswirkung
Gewinn aus Gewerbebetrieb § 7 Abs. 1 GewStG Ausgangsgröße
+ Hinzurechnungen § 8 GewStG Erhöhung Gewerbeertrag
+ 25 % Finanzierungsanteile § 8 Nr. 1 GewStG Erhöhung (über Freibetrag 200.000 €)
+ 25 % Miet-/Pachtzinsen Immobilien § 8 Nr. 1e GewStG Erhöhung (über Freibetrag 200.000 €)
– Kürzungen § 9 GewStG Minderung Gewerbeertrag
= Gewerbeertrag § 7 GewStG Bemessungsgrundlage

Welche Hinzurechnungen sind bei der KG relevant?

Nach § 8 GewStG sind dem Gewinn aus Gewerbebetrieb bestimmte Positionen hinzuzurechnen, die als Finanzierungs- oder Nutzungsentgelte charakterisiert werden. Ziel ist es, unterschiedliche Finanzierungsstrukturen steuerlich zu neutralisieren. Bei der KG sind insbesondere Fremdkapitalzinsen, Miet- und Pachtzinsen sowie Lizenzgebühren relevant.

Finanzierungsanteile nach § 8 Nr. 1 GewStG

Nach § 8 Nr. 1 GewStG sind 25 % folgender Entgelte hinzuzurechnen, soweit sie bei der Gewinnermittlung als Aufwand berücksichtigt wurden:

  • Schuldzinsen und ähnliche Entgelte für Fremdkapital (§ 8 Nr. 1a GewStG)
  • Renten und dauernde Lasten, soweit sie Finanzierungscharakter haben (§ 8 Nr. 1b GewStG)
  • Gewinnanteile des stillen Gesellschafters (§ 8 Nr. 1c GewStG)
  • Miet- und Pachtzinsen für bewegliche Wirtschaftsgüter (§ 8 Nr. 1d GewStG)
  • Miet- und Pachtzinsen für unbewegliche Wirtschaftsgüter (§ 8 Nr. 1e GewStG)
  • Lizenzgebühren für die Nutzung von Rechten (§ 8 Nr. 1f GewStG)

Wichtig

Die Hinzurechnung erfolgt nur, soweit die Summe der Finanzierungsanteile den Freibetrag von 200.000 Euro übersteigt. Dieser Freibetrag gilt für alle Hinzurechnungstatbestände zusammen. Die Hinzurechnung beträgt 25 % des übersteigenden Betrags.

Berechnungsbeispiel Hinzurechnung

Eine KG hat folgende Aufwendungen: Fremdkapitalzinsen 150.000 €, Miet- und Pachtzinsen Immobilien 180.000 €, Lizenzgebühren 90.000 €. Die Summe beträgt 420.000 €. Nach Abzug des Freibetrags (200.000 €) ergibt sich ein hinzurechnungspflichtiger Betrag von 220.000 €. Die Hinzurechnung beträgt 25 % von 220.000 € = 55.000 Euro.

Welche Kürzungen mindern den Gewerbeertrag der KG?

Während Hinzurechnungen den Gewerbeertrag erhöhen, mindern Kürzungen nach § 9 GewStG die Bemessungsgrundlage. Diese Kürzungen sollen sicherstellen, dass bestimmte Einkünfte nicht der Gewerbesteuer unterliegen oder nur anteilig erfasst werden. Für Personengesellschaften wie die KG sind insbesondere die Kürzung nach § 9 Nr. 1 GewStG (Grundbesitz) und nach § 9 Nr. 2a GewStG (Grundstücksunternehmen) relevant.

Kürzung nach § 9 Nr. 1 GewStG: 1,2 % des Einheitswerts

Nach § 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG wird der Gewerbeertrag um 1,2 % des Einheitswerts des zum Betriebsvermögen gehörenden Grundbesitzes gekürzt. Diese Kürzung berücksichtigt, dass Grundbesitz bereits der Grundsteuer unterliegt. Die Kürzung ist jedoch auf den Gewerbeertrag begrenzt und kann nicht zu einem negativen Gewerbeertrag führen.

Kürzungstatbestand Rechtsgrundlage Bemerkung
1,2 % des Einheitswerts Grundbesitz § 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG Begrenzt auf Gewerbeertrag
Erweiterter Grundbesitzkürzung § 9 Nr. 1 Satz 2-6 GewStG Nur bei ausschließlicher Grundstücksverwaltung
Ausländische Betriebsstätteneinkünfte § 9 Nr. 3 GewStG Vermeidung Doppelbesteuerung
Gewinnausschüttungen § 9 Nr. 2a, 7, 8 GewStG Unter bestimmten Voraussetzungen

Erweiterte Kürzung bei Grundstücksunternehmen

Wenn die KG ausschließlich eigenen Grundbesitz oder neben eigenem Grundbesitz eigenes Kapitalvermögen verwaltet und nutzt, kann eine erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG greifen. In diesem Fall wird der Gewerbeertrag, der auf die Grundstücksverwaltung entfällt, vollständig gekürzt. Voraussetzung ist, dass keine gewerbliche Tätigkeit im engeren Sinne ausgeübt wird.

Praxishinweis

Die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG führt bei reinen Grundstücksverwaltungs-KGs häufig zu einer vollständigen Vermeidung der Gewerbesteuer. Die Abgrenzung zwischen gewerblicher Tätigkeit und Vermögensverwaltung ist jedoch komplex und sollte sorgfältig geprüft werden.

Wie wird der Gewerbesteuermessbetrag bei der KG berechnet?

Nach Ermittlung des Gewerbeertrags wird gemäß § 11 Abs. 2 GewStG der Gewerbesteuermessbetrag berechnet. Dieser ist das Produkt aus dem Gewerbeertrag (nach Abrundung auf volle 100 Euro nach unten) und der Steuermesszahl. Die Steuermesszahl beträgt einheitlich 3,5 % (0,035).

Berechnungsformel

Die Berechnung erfolgt in zwei Schritten:

  1. Abrundung des Gewerbeertrags: Der ermittelte Gewerbeertrag wird auf volle 100 Euro nach unten abgerundet (§ 11 Abs. 1 Satz 3 GewStG).
  2. Multiplikation mit Steuermesszahl: Gewerbesteuermessbetrag = abgerundeter Gewerbeertrag × 3,5 %
Gewerbeertrag (ermittelt) Gewerbeertrag (abgerundet) × Steuermesszahl = Messbetrag
100.000 € 100.000 € 3,5 % 3.500 €
250.750 € 250.700 € 3,5 % 8.774,50 €
500.380 € 500.300 € 3,5 % 17.510,50 €
1.000.950 € 1.000.900 € 3,5 % 35.031,50 €

Freibetrag bei natürlichen Personen

Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften, deren Gesellschafter ausschließlich natürliche Personen sind, wird gemäß § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG ein Freibetrag von 24.500 Euro vom Gewerbeertrag abgezogen. Dieser Freibetrag gilt auch für die KG, sofern keine Kapitalgesellschaft als Gesellschafter beteiligt ist.

Wie wird die Gewerbesteuer mit dem Hebesatz berechnet?

Die tatsächliche Gewerbesteuerschuld ergibt sich durch Multiplikation des Gewerbesteuermessbetrags mit dem Hebesatz der Standortgemeinde gemäß § 16 GewStG. Der Hebesatz wird von jeder Gemeinde individuell festgelegt und variiert erheblich zwischen den Kommunen. Im Jahr 2026 liegen die Hebesätze typischerweise zwischen 200 % und über 500 %.

Berechnungsformel der Gewerbesteuerschuld

Gewerbesteuer = Gewerbesteuermessbetrag × Hebesatz ÷ 100

Ein Beispiel: Eine KG hat einen Gewerbesteuermessbetrag von 10.000 Euro. Die Standortgemeinde hat einen Hebesatz von 400 % festgelegt. Die Gewerbesteuerschuld beträgt: 10.000 € × 400 % ÷ 100 = 40.000 Euro.

Gemeinde (Beispiele) Hebesatz 2026 Messbetrag 10.000 € Gewerbesteuer
Kleinstadt (niedrig) 250 % 10.000 € 25.000 €
Mittelstadt (mittel) 350 % 10.000 € 35.000 €
Großstadt (mittel-hoch) 420 % 10.000 € 42.000 €
München (hoch) 490 % 10.000 € 49.000 €

Standortwahl strategisch prüfen

Die Höhe des Hebesatzes hat erhebliche Auswirkungen auf die Gewerbesteuerbelastung. Ein Unterschied von 100 Prozentpunkten beim Hebesatz bedeutet bei einem Messbetrag von 10.000 € eine Differenz von 10.000 € jährlicher Steuerlast. Die Standortwahl sollte daher auch steuerliche Aspekte berücksichtigen.

Hebesätze ausgewählter Städte (Stand 2026)

  • Berlin: 410 %
  • Hamburg: 470 %
  • München: 490 %
  • Frankfurt am Main: 460 %
  • Stuttgart: 420 %
  • Köln: 475 %
  • Dresden: 435 %

Vollständiges Berechnungsbeispiel für eine KG

Um die Berechnung der Gewerbesteuer für eine KG zu veranschaulichen, betrachten wir ein praxisnahes Beispiel mit allen relevanten Schritten: von der Gewinnermittlung über Hinzurechnungen und Kürzungen bis zur endgültigen Steuerfestsetzung.

Ausgangssituation

Die Mustermann KG mit Sitz in Stuttgart (Hebesatz 420 %) erzielt im Wirtschaftsjahr 2025 folgende steuerlich relevanten Ergebnisse:

  • Gewinn aus Gewerbebetrieb (nach § 4 Abs. 1 EStG): 500.000 €
  • Fremdkapitalzinsen (im Aufwand enthalten): 120.000 €
  • Miet- und Pachtzinsen für Immobilien: 180.000 €
  • Lizenzgebühren: 60.000 €
  • Einheitswert des Grundbesitzes: 200.000 €
  • Gesellschafter: ausschließlich natürliche Personen

Schritt 1: Ermittlung der Hinzurechnungen

Position Betrag Berechnung
Fremdkapitalzinsen 120.000 €
Miet-/Pachtzinsen Immobilien 180.000 €
Lizenzgebühren 60.000 €
Summe Finanzierungsanteile 360.000 €
./. Freibetrag 200.000 €
Hinzurechnungsbetrag 160.000 €
Hinzurechnung (25 %) 40.000 € 160.000 € × 25 %

Schritt 2: Ermittlung der Kürzungen

Kürzung nach § 9 Nr. 1 GewStG: 1,2 % des Einheitswerts = 200.000 € × 1,2 % = 2.400 Euro

Schritt 3: Gewerbeertrag ermitteln

Position Betrag
Gewinn aus Gewerbebetrieb 500.000 €
+ Hinzurechnungen + 40.000 €
./. Kürzungen ./. 2.400 €
= Gewerbeertrag vor Freibetrag 537.600 €
./. Freibetrag § 11 Abs. 1 GewStG ./. 24.500 €
= Gewerbeertrag 513.100 €
Abgerundet auf volle 100 € 513.100 €

Schritt 4: Gewerbesteuermessbetrag berechnen

Gewerbesteuermessbetrag = 513.100 € × 3,5 % = 17.958,50 Euro

Schritt 5: Gewerbesteuer berechnen

Gewerbesteuer = 17.958,50 € × 420 % = 75.425,70 Euro

500.000 €

Ausgangsgewinn

513.100 €

Gewerbeertrag

75.425,70 €

Gewerbesteuer

Besonderheiten bei der GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist eine besondere Erscheinungsform der KG, bei der eine GmbH die Rolle des persönlich haftenden Gesellschafters (Komplementär) übernimmt. Diese Rechtsform kombiniert die Haftungsbeschränkung der GmbH mit der steuerlichen Behandlung einer Personengesellschaft. Bei der Gewerbesteuerberechnung ergeben sich jedoch wichtige Besonderheiten.

Kein Freibetrag nach § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG

Der Freibetrag von 24.500 Euro gilt nur für Personengesellschaften, deren Gesellschafter ausschließlich natürliche Personen sind. Da bei der GmbH & Co. KG eine Kapitalgesellschaft (die Komplementär-GmbH) beteiligt ist, entfällt dieser Freibetrag vollständig. Dies führt zu einer höheren gewerbesteuerlichen Belastung im Vergleich zur klassischen KG.

Wichtig

Bei der GmbH & Co. KG entfällt der Freibetrag von 24.500 Euro vollständig, unabhängig von der Höhe der Beteiligung der Komplementär-GmbH oder deren Gewinnberechtigung. Bereits die bloße Beteiligung einer Kapitalgesellschaft als Komplementär schließt den Freibetrag aus.

Geschäftsführervergütung der Komplementär-GmbH

Häufig erhält die Komplementär-GmbH für ihre Geschäftsführungstätigkeit eine Vergütung von der KG. Diese Vergütung ist bei der KG als Betriebsausgabe abzugsfähig und mindert den Gewinn. Bei der Komplementär-GmbH stellt sie Betriebseinnahme dar und unterliegt dort der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer.

Vergleich: KG vs. GmbH & Co. KG

Merkmal Klassische KG GmbH & Co. KG
Gesellschafter Natürliche Personen GmbH als Komplementär + Kommanditisten
Freibetrag § 11 Abs. 1 GewStG 24.500 € möglich Entfällt vollständig
Haftung Komplementär Unbeschränkt persönlich Beschränkt auf GmbH-Vermögen
Gewerbesteuermesszahl 3,5 % 3,5 %
Hinzurechnungen/Kürzungen Identisch Identisch
Gewerbesteueranrechnung Bei Gesellschaftern möglich Bei Gesellschaftern möglich

Praxishinweis

Trotz des fehlenden Freibetrags kann die GmbH & Co. KG steuerlich vorteilhaft sein, insbesondere durch die Haftungsbeschränkung und Gestaltungsmöglichkeiten bei der Gewinnverteilung. Die Gesamtsteuerbelastung sollte unter Berücksichtigung von Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und persönlicher Einkommensteuer der Gesellschafter bewertet werden.

Wie wird die Gewerbesteuer bei den Gesellschaftern angerechnet?

Um eine Doppelbelastung mit Gewerbesteuer und Einkommensteuer zu vermeiden, sieht § 35 EStG eine Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer der Gesellschafter vor. Diese Anrechnung erfolgt anteilig entsprechend der Gewinnbeteiligung und ist auf einen bestimmten Höchstbetrag begrenzt.

Voraussetzungen der Anrechnung nach § 35 EStG

  • Der Gesellschafter ist eine natürliche Person
  • Die Einkünfte stammen aus gewerblichen Einkünften (§ 15 EStG)
  • Die Gewerbesteuer wurde auf den dem Gesellschafter zuzurechnenden Gewerbeertrag erhoben
  • Der Gesellschafter ist unmittelbar an der Personengesellschaft beteiligt

Berechnung der Anrechnung

Die Anrechnung erfolgt in Höhe des 3,8-fachen des anteiligen Gewerbesteuermessbetrags, der auf den Gesellschafter entfällt. Dies entspricht bei einem durchschnittlichen Hebesatz von etwa 400 % einer nahezu vollständigen Anrechnung der tatsächlich gezahlten Gewerbesteuer.

Anrechnungsbetrag = anteiliger Gewerbesteuermessbetrag × 3,8

Parameter Beispiel A Beispiel B
Gewerbesteuermessbetrag gesamt 20.000 € 15.000 €
Gewinnanteil Gesellschafter 50 % 30 %
Anteiliger Messbetrag 10.000 € 4.500 €
Anrechnungsbetrag (× 3,8) 38.000 € 17.100 €
Tatsächliche GewSt bei Hebesatz 400 % 40.000 € 18.000 €
Effektive Anrechnung 95 % 95 %

Begrenzung der Anrechnung

Die Anrechnung ist auf die tatsächlich auf die gewerblichen Einkünfte entfallende Einkommensteuer begrenzt. Übersteigt der Anrechnungsbetrag die Einkommensteuer, verfällt der übersteigende Betrag. Ein Vortrag in andere Veranlagungszeiträume ist nicht möglich.

Hinweis für die Praxis

Die Gewerbesteueranrechnung wird automatisch im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung durch das Finanzamt vorgenommen. Der Gesellschafter muss lediglich den Gewerbesteuermessbescheid mit der Einkommensteuererklärung einreichen oder die Daten elektronisch übermitteln lassen.

Welche Fristen gelten für Erklärung und Zahlung der Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer unterliegt klaren Erklärungs- und Zahlungsfristen. Die fristgerechte Abgabe der Gewerbesteuererklärung und die rechtzeitige Zahlung sind entscheidend, um Verspätungszuschläge, Säumniszuschläge und weitere Sanktionen zu vermeiden.

Abgabefristen für die Gewerbesteuererklärung 2025

Für das Wirtschaftsjahr 2025 (Bilanzstichtag 31.12.2025) gelten folgende Abgabefristen für die Gewerbesteuererklärung:

Situation Abgabefrist Rechtsgrundlage
Ohne steuerliche Beratung 31. Juli 2026 § 149 Abs. 2 AO
Mit Steuerberater 1. März 2027 § 149 Abs. 3 AO, ggf. verlängert
Fristverlängerung möglich Auf Antrag bis Februar 2028 Nach Ermessen der Finanzverwaltung

Verspätungszuschlag vermeiden

Bei verspäteter Abgabe der Gewerbesteuererklärung kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag von mindestens 25 Euro pro angefangenem Monat festsetzen (§ 152 AO). Ab dem 15. Monat nach Ablauf des Kalenderjahres ist die Festsetzung eines Verspätungszuschlags zwingend vorgeschrieben.

Vorauszahlungen und Jahresabrechnung

Die Gewerbesteuer wird grundsätzlich in vierteljährlichen Vorauszahlungen erhoben (§ 19 GewStG). Die Vorauszahlungstermine sind jeweils der 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November. Die Höhe der Vorauszahlungen richtet sich nach der zuletzt festgesetzten Gewerbesteuerschuld.

  • 15. Februar: 1. Quartal
  • 15. Mai: 2. Quartal
  • 15. August: 3. Quartal
  • 15. November: 4. Quartal

Nach Festsetzung der tatsächlichen Gewerbesteuer erfolgt eine Abrechnung mit den geleisteten Vorauszahlungen. Zu viel gezahlte Beträge werden erstattet, Nachzahlungen sind innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids fällig.

Säumniszuschläge bei verspäteter Zahlung

Wird die Gewerbesteuer nicht fristgerecht gezahlt, erhebt das Finanzamt gemäß § 240 AO einen Säumniszuschlag von 1 % des rückständigen Betrags für jeden angefangenen Monat der Säumnis. Dies entspricht einem effektiven Jahreszins von 12 %.

„Die fristgerechte Abgabe der Gewerbesteuererklärung und die pünktliche Zahlung sind essentiell. Wer die Erstellung dem Steuerberater überlässt, profitiert von verlängerten Fristen und kann sich auf die fachgerechte Berechnung verlassen. OnlineBilanz bietet hier digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen und klaren Zeitplänen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Häufig gestellte Fragen

Muss eine KG immer Gewerbesteuer zahlen?

Ja, wenn die KG ein Gewerbe im Sinne des § 15 EStG betreibt, unterliegt sie nach § 2 Abs. 1 GewStG der Gewerbesteuerpflicht. Ausnahmen gelten für freiberufliche oder vermögensverwaltende KG, die keine gewerbliche Tätigkeit ausüben. Bei gewerblicher Prägung nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG gilt die KG stets als Gewerbebetrieb.

Kann eine KG den Freibetrag von 24.500 Euro nutzen?

Ja, Personengesellschaften wie die KG haben Anspruch auf den Freibetrag nach § 11 Abs. 1 Nr. 1 GewStG in Höhe von 24.500 Euro. Dieser wird vom Gewerbeertrag abgezogen, bevor der Steuermessbetrag berechnet wird. Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH) erhalten diesen Freibetrag hingegen nicht.

Wo wird die Gewerbesteuer festgesetzt und wer ist zuständig?

Die Gewerbesteuer wird von der Gemeinde festgesetzt, in der sich die Betriebsstätte der KG befindet. Das zuständige Finanzamt stellt zunächst den Gewerbesteuermessbetrag fest (Messbetragsverfahren nach § 14 GewStG), den die Gemeinde dann mit ihrem individuellen Hebesatz multipliziert. Die Zahlung erfolgt an die Gemeinde.

Was passiert, wenn die KG mehrere Betriebsstätten in verschiedenen Gemeinden hat?

Bei mehreren Betriebsstätten erfolgt eine Zerlegung des einheitlichen Gewerbesteuermessbetrags nach § 28 ff. GewStG. Die Aufteilung erfolgt nach dem Verhältnis der Arbeitslöhne, die in den jeweiligen Gemeinden gezahlt werden. Jede Gemeinde erhebt dann auf ihren Anteil den eigenen Hebesatz. Das Finanzamt erlässt hierzu einen Zerlegungsbescheid.

Kann die KG Gewerbesteuer-Vorauszahlungen leisten?

Ja, nach § 19 GewStG werden vierteljährliche Vorauszahlungen festgesetzt (15.02., 15.05., 15.08., 15.11.). Die Vorauszahlungen basieren auf dem letzten Gewerbesteuermessbescheid. Nach Abgabe der Gewerbesteuererklärung erfolgt die endgültige Festsetzung, und zu viel oder zu wenig gezahlte Beträge werden verrechnet bzw. nachgefordert.

Welche Auswirkungen hat die Gewerbesteuer auf die Liquidität der KG?

Die Gewerbesteuer ist eine Betriebsausgabe und mindert den steuerlichen Gewinn der KG im Folgejahr. Sie belastet jedoch die Liquidität, da sie zusätzlich zur Einkommensteuer der Gesellschafter anfällt. Bei hohen Hebesätzen kann die Gewerbesteuer erheblich sein. Durch die Anrechnung nach § 35 EStG bei natürlichen Personen wird die Doppelbelastung teilweise kompensiert, aber nicht vollständig bei Hebesätzen über 380 %.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit. Sie können den Entwurf zur eigenen Verwendung herunterladen. Eine Einreichung über OnlineBilanz setzt die Prüfung und erforderliche Korrektur durch den beauftragten Steuerberater voraus. Gesetzliche Grundlagen: Gewerbesteuergesetz (GewStG), Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung (GewStDV), Einkommensteuergesetz (EStG), Handelsgesetzbuch (HGB). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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