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Datum

Lesedauer

12–19 Minuten

OnlineBilanzBlogBilanzpflicht Einzelunternehmen

Bilanzpflicht Einzelunternehmen 2026: Grenzen & Fristen

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Nicht jedes Einzelunternehmen muss eine Bilanz erstellen — entscheidend sind Umsatz, Gewinn und Rechtsform. Wer die gesetzlichen Schwellenwerte überschreitet, unterliegt der handelsrechtlichen oder steuerrechtlichen Bilanzpflicht. Dieser Ratgeber erklärt, wann Sie als Einzelunternehmer zur Bilanzierung verpflichtet sind, welche Fristen ab 2026 gelten und was bei Nichterfüllung droht.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Ein Einzelunternehmen wird bilanzierungspflichtig, sobald es die handelsrechtlichen Schwellenwerte nach § 241a HGB (800.000 € Umsatz und 80.000 € Gewinn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren) überschreitet oder steuerrechtlich nach § 141 AO zur Buchführung verpflichtet ist (600.000 € Umsatz oder 60.000 € Gewinn). Freiberufler sind grundsätzlich von der Bilanzpflicht befreit. Die Umstellung von der EÜR auf die Bilanzierung erfolgt zum Beginn des Folgejahres nach Überschreitung der Grenzen.

Wann besteht Bilanzpflicht für Einzelunternehmen?

Einzelunternehmen unterliegen der Bilanzierungspflicht nach § 238 Abs. 1 HGB, sobald sie als Kaufmann im Sinne des § 1 HGB gelten. Entscheidend ist dabei die Eintragung ins Handelsregister oder das Überschreiten bestimmter Schwellenwerte, die den Gewerbebetrieb nach Art und Umfang als kaufmännisch einzuordnen machen. Anders als bei Kapitalgesellschaften wie der GmbH tritt die Bilanzpflicht beim Einzelunternehmen nicht automatisch mit der Gründung ein, sondern hängt von objektiven Kriterien ab.

Gesetzliche Grundlagen der Bilanzierungspflicht

Die handelsrechtliche Buchführungs- und Bilanzierungspflicht beginnt für Einzelkaufleute mit der Eintragung ins Handelsregister (§ 29 HGB) oder sobald der Gewerbebetrieb nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert (§ 1 Abs. 2 HGB). Freiberufler sind grundsätzlich von der handelsrechtlichen Bilanzierungspflicht ausgenommen, können aber steuerlich zur Buchführung verpflichtet sein.

Praxis-Hinweis: Schwellenwerte 2026

Nach § 141 AO besteht steuerliche Buchführungspflicht ab einem Jahresumsatz von mehr als 800.000 Euro oder einem Gewinn über 80.000 Euro. Diese Schwellenwerte gelten unabhängig von der handelsrechtlichen Einordnung und führen zur Pflicht der Erstellung einer Bilanz statt einer einfachen Einnahmenüberschussrechnung (EÜR).

Rechtsgrundlage Schwellenwert Folge
§ 141 Abs. 1 Nr. 1 AO Umsatz > 800.000 € Buchführungspflicht
§ 141 Abs. 1 Nr. 2 AO Gewinn > 80.000 € Buchführungspflicht
§ 1 Abs. 2 HGB kaufmännischer Geschäftsbetrieb Handelsrechtliche Bilanzpflicht
§ 2 HGB Eintragung ins Handelsregister Handelsrechtliche Bilanzpflicht

Unterschiede zwischen handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Bilanzpflicht

Beim Einzelunternehmen ist strikt zwischen der handelsrechtlichen Bilanzierungspflicht nach §§ 238 ff. HGB und der steuerrechtlichen Buchführungspflicht nach § 140, § 141 AO zu unterscheiden. Beide Verpflichtungen können parallel bestehen, haben jedoch unterschiedliche Anknüpfungspunkte und Rechtsfolgen. In der Praxis führt meist die steuerrechtliche Pflicht zum erstmaligen Erstellen einer Bilanz, während die handelsrechtliche Pflicht erst bei Handelsregistereintragung oder erheblichem Geschäftsumfang greift.

Handelsrechtliche Bilanzpflicht nach HGB

Die handelsrechtliche Bilanzierungspflicht entsteht nach § 238 Abs. 1 HGB für jeden Kaufmann. Für Einzelunternehmen bedeutet dies: Wer als Istkaufmann (§ 1 HGB) oder als eingetragener Kaufmann (§ 2 HGB) gilt, muss Bücher führen und jährlich eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen. Die Handelsbilanz bildet die Grundlage für die steuerliche Gewinnermittlung nach § 5 Abs. 1 EStG, sofern keine abweichenden steuerlichen Bewertungsvorschriften greifen.

Steuerrechtliche Buchführungspflicht nach AO

Die steuerrechtliche Buchführungspflicht wird in § 140 AO geregelt und verweist für gewerbliche Unternehmen auf § 141 AO. Hier sind die oben genannten Schwellenwerte von 800.000 Euro Umsatz oder 80.000 Euro Gewinn maßgeblich. Wird einer der Schwellenwerte in zwei aufeinanderfolgenden Wirtschaftsjahren überschritten, beginnt die Buchführungspflicht ab dem folgenden Wirtschaftsjahr. Die steuerliche Buchführungspflicht gilt unabhängig von einer Handelsregistereintragung.

„In der Beratungspraxis erleben wir häufig, dass Einzelunternehmer erst dann mit der Bilanzierungspflicht konfrontiert werden, wenn das Finanzamt eine Mitteilung über die steuerliche Buchführungspflicht versendet. Dann ist schnelles Handeln gefordert, um die Umstellung von der EÜR auf die Bilanzierung rechtssicher vorzunehmen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Handelsrechtliche Bilanzpflicht

  • Anknüpfung an Kaufmannseigenschaft (§ 1, § 2 HGB)
  • Umfang nach Art und Größe des Betriebs
  • Keine festen Schwellenwerte für Istkaufmann
  • Offenlegungspflicht nur bei Eintragung im HR

Steuerrechtliche Buchführungspflicht

  • Anknüpfung an Umsatz- und Gewinnschwellen (§ 141 AO)
  • 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn
  • Gilt auch ohne Handelsregistereintragung
  • Keine Offenlegungspflicht

Schwellenwerte und Größenklassen für Einzelunternehmen

Einzelunternehmen, die als Kaufmann im Sinne des HGB gelten und im Handelsregister eingetragen sind, unterliegen denselben Größenklassenregelungen wie Kapitalgesellschaften nach § 267 HGB. Diese Größenklassen bestimmen den Umfang der Offenlegungspflichten und die Erleichterungen bei der Aufstellung des Jahresabschlusses. Die meisten Einzelunternehmen fallen in die Kategorie Kleinstkapitalgesellschaft nach § 267a HGB oder kleine Kapitalgesellschaft nach § 267 Abs. 1 HGB.

Größenklassen nach § 267 HGB (Stand 2026)

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Arbeitnehmer Erfüllungsregel
Kleinstunternehmen (§ 267a) ≤ 450.000 € ≤ 900.000 € ≤ 10 2 von 3 Merkmalen
Klein (§ 267 Abs. 1) ≤ 7,5 Mio. € ≤ 15,0 Mio. € ≤ 50 2 von 3 Merkmalen
Mittelgroß (§ 267 Abs. 2) ≤ 25,0 Mio. € ≤ 50,0 Mio. € ≤ 250 2 von 3 Merkmalen
Groß (§ 267 Abs. 3) > 25,0 Mio. € > 50,0 Mio. € > 250 2 von 3 Merkmalen

Die Zuordnung zu einer Größenklasse erfolgt nach dem Zwei-von-drei-Prinzip: Mindestens zwei der drei Schwellenwerte müssen an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen über- oder unterschritten werden, damit ein Wechsel der Größenklasse eintritt (§ 267 Abs. 4 HGB). Dies verhindert kurzfristige Schwankungen bei der Anwendung von Erleichterungsvorschriften.

Achtung: Größenklassen nur bei HR-Eintragung relevant

Die Größenklassenregelungen des § 267 HGB gelten nur für Einzelunternehmen, die als Kaufmann im Handelsregister eingetragen sind. Einzelunternehmen, die lediglich der steuerlichen Buchführungspflicht nach § 141 AO unterliegen, ohne im Handelsregister eingetragen zu sein, haben keine handelsrechtliche Offenlegungspflicht und müssen daher keine Größenklassenzuordnung vornehmen.

Aufstellung und Fristen für den Jahresabschluss beim Einzelunternehmen

Nach § 243 Abs. 3 HGB ist der Jahresabschluss innerhalb der einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen. Für Einzelunternehmen, die als Kaufmann im Handelsregister eingetragen sind, gilt keine gesetzlich fest definierte Frist wie bei Kapitalgesellschaften. In der Praxis wird jedoch eine Aufstellungsfrist von drei bis sechs Monaten nach dem Bilanzstichtag als angemessen angesehen. Anders verhält es sich bei der steuerlichen Abgabefrist: Hier gelten die Fristen nach § 149 AO für die Steuererklärung.

Handelsrechtliche Aufstellungsfristen

Während Kapitalgesellschaften nach § 264 Abs. 1 Satz 3 HGB den Jahresabschluss innerhalb der ersten drei Monate des Geschäftsjahres für das vergangene Geschäftsjahr aufstellen müssen, fehlt beim Einzelunternehmen eine vergleichbare konkrete Frist. Die Rechtsprechung legt den Begriff ordnungsmäßiger Geschäftsgang aus § 243 Abs. 3 HGB so aus, dass die Aufstellung ohne unangemessene Verzögerung zu erfolgen hat. Bei kleinen Einzelunternehmen gelten sechs Monate als vertretbar, bei größeren Betrieben eher drei Monate.

Steuerliche Abgabefristen nach § 149 AO

Für die steuerliche Gewinnermittlung und die Abgabe der Steuererklärung gelten die Fristen des § 149 AO. Ohne steuerliche Beratung ist die Steuererklärung bis zum 31. Juli des Folgejahres abzugeben. Bei Mandatierung eines Steuerberaters verlängert sich die Frist auf den letzten Februartag des übernächsten Jahres (für das Wirtschaftsjahr 2025 also bis 28. Februar 2027). Diese Fristverlängerung ist für buchführungspflichtige Einzelunternehmen von erheblicher praktischer Bedeutung.

31.07.2026

Abgabefrist ohne Steuerberater (Bilanzstichtag 31.12.2025)

28.02.2027

Verlängerte Frist mit Steuerberater

6 Monate

Angemessene Aufstellungsfrist (Handelsbilanz)

„Die verlängerten Abgabefristen bei steuerlicher Beratung verschaffen Einzelunternehmen deutlich mehr Zeit für eine sorgfältige Jahresabschlusserstellung. Gerade beim Übergang von der EÜR zur Bilanzierung ist diese Zeit wertvoll, um alle buchhalterischen Anforderungen korrekt umzusetzen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Besteht eine Offenlegungspflicht für Einzelunternehmen?

Die Offenlegungspflicht nach § 325 HGB gilt grundsätzlich nur für Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, UG) und bestimmte Personenhandelsgesellschaften ohne natürliche Person als persönlich haftenden Gesellschafter (z. B. GmbH & Co. KG). Einzelkaufleute sind grundsätzlich nicht offenlegungspflichtig, selbst wenn sie im Handelsregister eingetragen sind und einen vollständigen Jahresabschluss nach HGB erstellen müssen. Dies gilt unabhängig von der Größenklasse nach § 267 HGB.

Ausnahmen von der Nicht-Offenlegungspflicht

Eine Offenlegungspflicht kann für Einzelunternehmen nur dann entstehen, wenn sie als Zweigniederlassung einer ausländischen Kapitalgesellschaft geführt werden oder wenn besondere publizitätspflichtige Größenordnungen nach dem Publizitätsgesetz (PublG) erreicht werden. Nach § 1 PublG sind Unternehmen jeder Rechtsform offenlegungspflichtig, wenn sie an drei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen mindestens zwei der drei folgenden Merkmale überschreiten: Bilanzsumme über 65 Mio. Euro, Umsatzerlöse über 130 Mio. Euro, mehr als 5.000 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt.

Praxis-Tipp: Freiwillige Offenlegung

Einzelkaufleute können ihren Jahresabschluss freiwillig beim Unternehmensregister offenlegen, um Transparenz gegenüber Geschäftspartnern oder Kreditgebern zu schaffen. Dies erfolgt elektronisch über das Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de). Seit dem DiRUG-Gesetz vom 1. August 2022 ist ausschließlich das Unternehmensregister die zuständige Stelle – der früher häufig genannte Bundesanzeiger dient lediglich als Veröffentlichungsplattform.

  • Einzelkaufleute haben keine Offenlegungspflicht nach § 325 HGB
  • Auch bei Handelsregistereintragung bleibt die Bilanz nicht-öffentlich
  • Offenlegungspflicht besteht nur bei Anwendung des Publizitätsgesetzes (PublG)
  • Freiwillige Offenlegung ist möglich, aber nicht verpflichtend
  • Offenlegung erfolgt ausschließlich beim Unternehmensregister, nicht beim Bundesanzeiger

Umstellung von der EÜR auf die Bilanzierung

Wenn ein Einzelunternehmen die Schwellenwerte nach § 141 AO überschreitet oder sich ins Handelsregister eintragen lässt, muss es von der einfachen Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) nach § 4 Abs. 3 EStG auf die Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 oder § 5 EStG umstellen. Diese Umstellung ist buchhalterisch und steuerlich komplex und erfordert die Erstellung einer Eröffnungsbilanz sowie die laufende doppelte Buchführung.

Erstellung der Eröffnungsbilanz

Der erste Schritt bei der Umstellung ist die Aufstellung einer Eröffnungsbilanz zum Beginn des ersten buchführungspflichtigen Wirtschaftsjahres. Hierbei werden alle Vermögensgegenstände und Schulden mit ihren Teilwerten angesetzt. Besondere Beachtung verdienen stille Reserven in Anlagevermögen, offene Forderungen, Warenbestände und Verbindlichkeiten, die bisher in der EÜR nicht erfasst wurden. Die Differenz zwischen Vermögen und Schulden bildet das Eigenkapital zum Umstellungszeitpunkt.

Übergangsgewinn und steuerliche Folgen

Bei der Umstellung von der EÜR auf die Bilanzierung entsteht regelmäßig ein sogenannter Übergangsgewinn, der aus bisher nicht erfassten Wirtschaftsgütern und Verbindlichkeiten resultiert. Nach § 4 Abs. 3 Satz 5 EStG kann dieser Übergangsgewinn auf Antrag auf drei Jahre verteilt versteuert werden, um eine unverhältnismäßige Steuerbelastung zu vermeiden. Diese Wahlrechtsausübung muss in der Steuererklärung des Umstellungsjahres erklärt werden.

Wichtig: Rechtzeitige Vorbereitung der Umstellung

Die Umstellung von der EÜR auf die Bilanzierung sollte nicht erst nach Ablauf des Wirtschaftsjahres erfolgen, sondern idealerweise bereits während des laufenden Jahres vorbereitet werden. Eine unterjährige Bestandsaufnahme, die Implementierung einer Buchführungssoftware und die Erfassung aller Geschäftsvorfälle nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) erleichtern die Erstellung der Eröffnungsbilanz erheblich.

Wer die Umstellung professionell begleiten lassen möchte, findet bei spezialisierten Steuerberatern Unterstützung. OnlineBilanz bietet für buchführungspflichtige Einzelunternehmen digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen, sodass die Umstellung rechtssicher und termingerecht erfolgt.

Pflichtbestandteile des Jahresabschlusses beim Einzelunternehmen

Der handelsrechtliche Jahresabschluss eines Einzelunternehmens besteht nach § 242 HGB aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Anders als bei Kapitalgesellschaften ist kein Anhang erforderlich, es sei denn, das Einzelunternehmen fällt unter das Publizitätsgesetz (PublG) oder nutzt bestimmte Bewertungswahlrechte, die eine Erläuterung erfordern. Ein Lagebericht ist ebenfalls nur bei großen Einzelunternehmen nach PublG verpflichtend.

Die Bilanz nach § 266 HGB

Die Bilanz stellt die Vermögens- und Schuldenlage des Unternehmens zum Abschlussstichtag dar. Sie gliedert sich in Aktivseite (Vermögen) und Passivseite (Eigenkapital und Schulden). Für Einzelkaufleute gilt grundsätzlich das Gliederungsschema nach § 266 HGB, wobei kleinere Einzelunternehmen Erleichterungen nutzen können. Die Aktivseite umfasst Anlagevermögen (z. B. Grundstücke, Maschinen, Beteiligungen) und Umlaufvermögen (z. B. Vorräte, Forderungen, Kasse). Die Passivseite zeigt das Eigenkapital sowie die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten.

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Die GuV nach § 275 HGB stellt den Erfolg des Unternehmens im abgelaufenen Geschäftsjahr dar. Sie kann nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) oder dem Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB) aufgestellt werden. Das Gesamtkostenverfahren orientiert sich an der Art der Kosten (z. B. Materialaufwand, Personalaufwand), während das Umsatzkostenverfahren die Kosten nach Funktionsbereichen (Herstellungskosten, Vertriebskosten, Verwaltungskosten) gliedert. Für kleine Einzelunternehmen ist eine verkürzte GuV zulässig.

Bilanz (§ 242, § 266 HGB)

  • Vermögenslage zum Stichtag
  • Aktivseite: Anlage- und Umlaufvermögen
  • Passivseite: Eigenkapital und Schulden
  • Gliederung nach § 266 HGB

GuV (§ 242, § 275 HGB)

  • Erfolgsrechnung des Geschäftsjahres
  • Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren
  • Erträge und Aufwendungen
  • Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Anhang (nur bei PublG)

  • Erläuterungen zu Bilanz und GuV
  • Angabe von Bewertungsmethoden
  • Haftungsverhältnisse
  • Bei Einzelunternehmen meist nicht erforderlich

„In der Praxis genügt für die meisten Einzelunternehmen ein schlanker Jahresabschluss bestehend aus Bilanz und GuV. Die Anforderungen an Gliederungstiefe und Erläuterungen sind deutlich geringer als bei Kapitalgesellschaften. Dennoch müssen alle Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung eingehalten werden, um steuerliche Anerkennung zu gewährleisten.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Konsequenzen bei Nichterfüllung der Bilanzpflicht

Die Nichterfüllung der Bilanzierungs- und Buchführungspflicht zieht sowohl steuerliche als auch handelsrechtliche Konsequenzen nach sich. Bei Verstößen gegen die steuerliche Buchführungspflicht nach § 141 AO drohen Schätzungsbescheide des Finanzamts, Verspätungszuschläge und im Extremfall strafrechtliche Konsequenzen wegen Steuerhinterziehung. Bei Verstößen gegen handelsrechtliche Pflichten können Ordnungsgelder nach § 335 HGB verhängt werden, sofern eine Offenlegungspflicht besteht.

Steuerliche Folgen bei fehlender Buchführung

Kommt ein Einzelunternehmer seiner steuerlichen Buchführungspflicht nicht nach, ist das Finanzamt nach § 162 AO berechtigt, die Besteuerungsgrundlagen zu schätzen. Die Schätzung erfolgt regelmäßig zu Ungunsten des Steuerpflichtigen und kann zu erheblichen Nachzahlungen führen. Zudem können Verspätungszuschläge nach § 152 AO in Höhe von 0,25 % der festgesetzten Steuer pro Monat, mindestens jedoch 25 Euro pro Monat, festgesetzt werden. Bei vorsätzlicher Nichtabgabe der Steuererklärung droht zusätzlich ein Bußgeld nach § 379 AO oder sogar eine Strafverfolgung nach § 370 AO.

Handelsrechtliche Ordnungsgelder (nur bei Offenlegungspflicht)

Da Einzelunternehmen grundsätzlich nicht offenlegungspflichtig sind, kommt ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB in der Regel nicht zur Anwendung. Nur wenn ein Einzelunternehmen unter das Publizitätsgesetz fällt und seiner Offenlegungspflicht nach § 325 HGB nicht nachkommt, kann das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld zwischen 500 und 25.000 Euro festsetzen. Diese Situation ist in der Praxis jedoch äußerst selten.

Vorsicht: Schätzungen fallen meist hoch aus

Finanzamtliche Schätzungen orientieren sich an Richtsatzsammlungen und Vergleichsbetrieben. Dabei wird häufig von überdurchschnittlichen Gewinnen ausgegangen, um den steuerlichen Ausfall zu kompensieren. Eine ordnungsgemäße Buchführung und fristgerechte Abgabe des Jahresabschlusses ist daher nicht nur rechtlich geboten, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.

Verstoß Rechtsgrundlage Sanktion
Keine Steuererklärung abgegeben § 152 AO Verspätungszuschlag 0,25 % / Monat, mind. 25 € / Monat
Buchführungspflicht nicht erfüllt § 162 AO Schätzung der Besteuerungsgrundlagen
Vorsätzliche Steuerhinterziehung § 370 AO Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre
Offenlegungspflicht nicht erfüllt (nur PublG) § 335 HGB Ordnungsgeld 500–25.000 €

Um steuerliche und rechtliche Risiken zu vermeiden, sollten Einzelunternehmer bei Überschreitung der Schwellenwerte zeitnah einen Steuerberater beauftragen. Wer einen digitalen, transparenten und termingerechten Jahresabschluss wünscht, findet bei OnlineBilanz Steuerberater-Leistungen zu festen Preisen – ohne Wartezeiten und mit persönlicher Koordination durch Servet Gündogan und das Büroteam in Stuttgart.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich freiwillig eine Bilanz erstellen, obwohl ich nicht bilanzpflichtig bin?

Ja, die freiwillige Bilanzierung ist jederzeit möglich und kann bei Banken, Investoren oder zur besseren betriebswirtschaftlichen Steuerung vorteilhaft sein. Eine Rückkehr zur EÜR ist dann allerdings nur mit Zustimmung des Finanzamts und unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Was passiert, wenn ich im Folgejahr wieder unter die Schwellenwerte falle?

Die Bilanzpflicht endet erst, wenn Sie in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren die Schwellenwerte unterschreiten. Erst dann können Sie beim Finanzamt die Rückkehr zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung beantragen.

Muss ich als Einzelunternehmer einen Steuerberater beauftragen?

Nein, grundsätzlich können Sie Ihre Bilanz selbst erstellen. In der Praxis empfiehlt sich jedoch die Beauftragung eines Steuerberaters, da Fehler in der Bilanzierung zu Steuernachzahlungen, Zuschlägen und bei groben Verstößen zu strafrechtlichen Konsequenzen führen können.

Gilt die Bilanzpflicht auch für nebenberufliche Einzelunternehmer?

Ja, die Bilanzpflicht hängt ausschließlich von den Umsatz- und Gewinnschwellenwerten ab, nicht vom Umfang der Tätigkeit. Auch nebenberufliche Einzelunternehmer müssen bilanzieren, sobald sie die gesetzlichen Grenzen überschreiten.

Welche Aufbewahrungsfristen gelten für Bilanzen und Bücher?

Nach § 257 HGB und § 147 AO müssen Jahresabschlüsse, Bilanzen, Inventare und Buchungsbelege zehn Jahre aufbewahrt werden. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgte. Geschäftsbriefe sind sechs Jahre aufzubewahren.

Was ist der Unterschied zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz?

Die Handelsbilanz richtet sich nach den Vorschriften des HGB und dient der Information über die Vermögens- und Ertragslage. Die Steuerbilanz folgt den steuerrechtlichen Vorschriften und ist Grundlage für die Gewinnermittlung. Aufgrund unterschiedlicher Bewertungsvorschriften können sich Abweichungen ergeben.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 241a HGB (Befreiung von der Buchführungspflicht), § 141 AO (Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten), § 267 HGB (Größenklassen), § 242 HGB (Pflicht zur Aufstellung). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
Made in Germany Entwickelt & geführt in DE
Ben
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