Bilanzgliederung UG 2026: Schema & Pflichten
Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Die Bilanzgliederung einer UG (haftungsbeschränkt) folgt den Vorgaben des § 266 HGB und unterscheidet sich vor allem durch die Ansparpflicht im Eigenkapital nach § 5a GmbHG von anderen Kapitalgesellschaften. Dieser Leitfaden erklärt Geschäftsführern, wie sie die Bilanz 2026 korrekt gliedern, welche Erleichterungen für Kleinstunternehmen gelten und worauf bei Feststellung und Offenlegung zu achten ist.
Kurzantwort
Die Bilanzgliederung einer UG (haftungsbeschränkt) richtet sich nach § 266 HGB und gliedert Vermögen (Aktiva) sowie Kapital und Schulden (Passiva) in gesetzlich vorgegebene Posten. Besonderheit: Im Eigenkapital muss die gesetzliche Rücklage nach § 5a GmbHG mit Ansparpflicht ausgewiesen werden. Kleinstunternehmen können verkürzte Gliederungen nutzen, müssen aber dennoch alle wesentlichen Posten zutreffend darstellen und die Bilanz binnen 12 Monaten beim Unternehmensregister offenlegen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist die Bilanzgliederung bei einer UG?
- Gesetzliche Grundlagen: § 266 HGB
- Besonderheiten im Eigenkapital: Ansparpflicht § 5a GmbHG
- Größenklassen und Erleichterungen
- Aktivseite: Vermögen richtig gliedern
- Passivseite: Kapital und Schulden
- Häufige Fehler bei der Bilanzgliederung
- Feststellung und Offenlegung der Bilanz
- Praxis-Tipps für Geschäftsführer
Was ist die Bilanzgliederung bei einer UG (haftungsbeschränkt)?
Die Bilanzgliederung der UG (haftungsbeschränkt) bezeichnet die systematische Strukturierung von Vermögen und Schulden in der Bilanz nach gesetzlich vorgegebenen Posten und Unterposten. Als Unterform der GmbH unterliegt die UG den gleichen handelsrechtlichen Vorschriften wie die GmbH – insbesondere den §§ 264 ff. HGB für Kapitalgesellschaften.
Das bedeutet konkret: Auch wenn eine UG mit einem symbolischen Stammkapital von nur einem Euro gegründet werden kann, gelten für die Bilanzierung die gleichen Anforderungen wie für kapitalstärkere GmbHs. Die UG muss ihre Bilanz nach dem Gliederungsschema des § 266 HGB aufstellen, sofern keine Erleichterungen für Kleinstkapitalgesellschaften nach § 266 Abs. 1 Satz 4 HGB greifen.
Praxis-Hinweis: UG = GmbH light?
Die UG ist keine eigene Rechtsform, sondern eine Sonderform der GmbH nach § 5a GmbHG. Sie unterliegt daher vollständig den Bilanzierungs- und Offenlegungspflichten der GmbH. Lediglich bei der Thesaurierung (Ansparpflicht nach § 5a Abs. 3 GmbHG) und beim Stammkapital bestehen Besonderheiten.
Für Geschäftsführer einer UG bedeutet dies: Sie müssen die Bilanz so gliedern, dass sie den gesetzlichen Vorgaben entspricht und externen Prüfern, Gesellschaftern sowie gegebenenfalls dem Finanzamt eine verlässliche Einsicht in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ermöglicht.
Gesetzliche Grundlagen: § 266 HGB als Gliederungsschema
Die zentrale Rechtsgrundlage für die Bilanzgliederung ist § 266 HGB. Dieser Paragraph schreibt für Kapitalgesellschaften – und damit auch für die UG – ein verbindliches Gliederungsschema vor, das zwischen Aktivseite (Vermögen) und Passivseite (Kapital und Schulden) unterscheidet.
Aufbau nach § 266 HGB
Aktivseite (Vermögen)
- A. Anlagevermögen (I. Immaterielle Vermögensgegenstände, II. Sachanlagen, III. Finanzanlagen)
- B. Umlaufvermögen (I. Vorräte, II. Forderungen, III. Wertpapiere, IV. Kassenbestand/Guthaben)
- C. Rechnungsabgrenzungsposten
- D. Aktive latente Steuern
- E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Passivseite (Kapital und Schulden)
- A. Eigenkapital (I. Gezeichnetes Kapital, II. Kapitalrücklage, III. Gewinnrücklagen, IV. Gewinnvortrag/Verlustvortrag, V. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag)
- B. Rückstellungen
- C. Verbindlichkeiten
- D. Rechnungsabgrenzungsposten
- E. Passive latente Steuern
Diese Gliederung ist zwingend – Abweichungen sind nur in engen Grenzen zulässig, etwa durch Zusammenfassung von Posten bei kleinen Kapitalgesellschaften nach § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB.
Vorsicht bei Abweichungen
Fehlerhafte oder unvollständige Bilanzgliederungen können zur Nichtfeststellung des Jahresabschlusses führen und erhöhen das Risiko von Ordnungsgeldern bei der Offenlegung. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich die Erstellung durch einen Steuerberater.
Besonderheiten im Eigenkapital der UG: Ansparpflicht nach § 5a GmbHG
Die UG unterscheidet sich von der klassischen GmbH vor allem im Bereich des Eigenkapitals. Nach § 5a Abs. 3 GmbHG ist die UG verpflichtet, jährlich 25 % des um einen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einzustellen – bis das Stammkapital von mindestens 25.000 Euro erreicht ist.
Eigenkapitalgliederung in der UG-Bilanz
| Posten | Rechtsgrundlage | Besonderheit bei UG |
|---|---|---|
| I. Gezeichnetes Kapital | § 266 Abs. 3 A.I. HGB | Mindestens 1 Euro, maximal 24.999 Euro bei UG-Status |
| II. Kapitalrücklage | § 272 Abs. 2 HGB | Agio, Zuzahlungen – wie bei GmbH |
| III. Gewinnrücklagen | § 266 Abs. 3 A.III. HGB | Enthält die gesetzliche Rücklage nach § 5a Abs. 3 GmbHG |
| IV. Gewinnvortrag / Verlustvortrag | § 266 Abs. 3 A.IV. HGB | Beeinflusst die Höhe der Ansparpflicht |
| V. Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag | § 266 Abs. 3 A.V. HGB | Basis für Berechnung der 25%-Rücklage |
In der Praxis bedeutet dies: Selbst wenn die UG einen Gewinn erzielt, kann nicht der volle Betrag ausgeschüttet werden. Ein Viertel des (um Verlustvorträge bereinigten) Gewinns muss in die gesetzliche Rücklage fließen. Dieser Betrag wird im Bilanzposten A.III. Gewinnrücklagen – 3. Gesetzliche Rücklage ausgewiesen.
„Viele UG-Geschäftsführer übersehen die Ansparpflicht. Das führt zu fehlerhaften Bilanzen und kann bei Ausschüttungen sogar haftungsrechtliche Konsequenzen haben. Wir prüfen bei jedem UG-Jahresabschluss, ob die 25-%-Rücklage korrekt gebildet wurde.“
— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team
Größenklassen und Erleichterungen bei der Bilanzgliederung
Nicht jede UG muss die Bilanz in vollem Umfang nach § 266 HGB gliedern. Das Handelsrecht gewährt Erleichterungen für kleine und Kleinstkapitalgesellschaften nach § 266 Abs. 1 Satz 3 und 4 HGB sowie nach § 267a HGB. Entscheidend ist die Zuordnung zu einer der vier Größenklassen gemäß § 267 HGB (Stand 2026).
Größenklassen nach § 267 HGB (Stand 2026)
| Größenklasse | Bilanzsumme | Umsatzerlöse | Arbeitnehmer | Zwei von drei Merkmalen müssen erfüllt sein |
|---|---|---|---|---|
| Kleinstkapitalgesellschaft | ≤ 450.000 € | ≤ 900.000 € | ≤ 10 | Ja (§ 267a HGB) |
| Kleine Kapitalgesellschaft | ≤ 7.500.000 € | ≤ 15.000.000 € | ≤ 50 | Ja (§ 267 Abs. 1 HGB) |
| Mittelgroße Kapitalgesellschaft | ≤ 25.000.000 € | ≤ 50.000.000 € | ≤ 250 | Ja (§ 267 Abs. 2 HGB) |
| Große Kapitalgesellschaft | > 25.000.000 € | > 50.000.000 € | > 250 | Ja (§ 267 Abs. 3 HGB) |
Welche Erleichterungen gelten?
- Kleinstkapitalgesellschaften (§ 267a HGB): Dürfen eine stark verkürzte Bilanz aufstellen; viele Untergliederungen entfallen. Anhang kann entfallen, wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz gemacht werden (§ 264 Abs. 1 Satz 5 HGB).
- Kleine Kapitalgesellschaften (§ 266 Abs. 1 Satz 3 HGB): Dürfen bestimmte Posten zusammenfassen (z. B. Posten A., B. und C. der Aktivseite sowie A. und B. der Passivseite jeweils als Summe).
- Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften: Müssen die Bilanz im vollen Umfang nach § 266 HGB gliedern.
Die meisten UGs sind klein oder kleinst
Aufgrund des begrenzten Stammkapitals und typischerweise niedrigerer Umsätze fallen die meisten UGs in die Größenklasse klein oder kleinst. Sie können daher von Erleichterungen profitieren – müssen aber dennoch die Grundstruktur des § 266 HGB beachten.
Aktivseite: Vermögen richtig gliedern
Die Aktivseite der Bilanz zeigt, wie das Kapital der UG verwendet wurde – sie stellt das Vermögen dar. Die Gliederung folgt dem Prinzip der Liquidierbarkeit: Oben stehen langfristig gebundene Vermögenswerte (Anlagevermögen), unten kurzfristig verfügbare (Umlaufvermögen).
A. Anlagevermögen
Hierunter fallen Vermögensgegenstände, die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen (§ 247 Abs. 2 HGB). Typische Positionen:
- I. Immaterielle Vermögensgegenstände: Software, Lizenzen, entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte (§ 266 Abs. 2 A.I. HGB)
- II. Sachanlagen: Grundstücke, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung (§ 266 Abs. 2 A.II. HGB)
- III. Finanzanlagen: Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens, Ausleihungen (§ 266 Abs. 2 A.III. HGB)
B. Umlaufvermögen
Vermögensgegenstände, die kurzfristig dem Betrieb dienen oder zur Veräußerung bestimmt sind:
- I. Vorräte: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse, Waren
- II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (FLL), sonstige Vermögensgegenstände
- III. Wertpapiere: z. B. kurzfristig gehaltene Aktien oder Anleihen
- IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten: liquide Mittel
C. Rechnungsabgrenzungsposten
Nach § 250 Abs. 1 HGB sind Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, als aktive Rechnungsabgrenzungsposten auszuweisen (z. B. vorausgezahlte Miete, Versicherungen).
-
Anlagevermögen vollständig erfasst und korrekt abgeschrieben?
-
Umlaufvermögen zum Stichtagswert bewertet (Niederstwertprinzip)?
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Forderungen auf Werthaltigkeit geprüft (Einzelwertberichtigungen)?
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Rechnungsabgrenzungen periodengerecht abgegrenzt?
Passivseite: Kapital und Schulden strukturiert darstellen
Die Passivseite der Bilanz zeigt die Herkunft des Kapitals – also, wie das Vermögen finanziert wurde. Sie gliedert sich in Eigenkapital, Rückstellungen und Verbindlichkeiten.
A. Eigenkapital
Das Eigenkapital der UG setzt sich nach § 266 Abs. 3 A. HGB zusammen aus:
- Gezeichnetes Kapital: Das Stammkapital der UG (mind. 1 Euro, max. 24.999 Euro im UG-Status)
- Kapitalrücklage: Agio, Zuzahlungen ohne Erhöhung des Stammkapitals (§ 272 Abs. 2 HGB)
- Gewinnrücklagen: Insbesondere die gesetzliche Rücklage nach § 5a Abs. 3 GmbHG (Ansparpflicht 25 %)
- Gewinnvortrag / Verlustvortrag: Vorjahresergebnisse, die nicht ausgeschüttet wurden
- Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag: Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres
B. Rückstellungen
Rückstellungen sind nach § 249 HGB für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste zu bilden. Typische Beispiele:
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
- Steuerrückstellungen (z. B. für erwartete Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer)
- Sonstige Rückstellungen (z. B. für Gewährleistungen, ausstehende Rechnungen, Prozesskosten)
C. Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden nach § 266 Abs. 3 C. HGB untergliedert, z. B.:
- Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
- Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
- Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern
- Sonstige Verbindlichkeiten (z. B. Steuern, Sozialversicherung)
„Ein häufiger Fehler in UG-Bilanzen: Gesellschafterdarlehen werden nicht separat ausgewiesen. Dabei ist die gesonderte Aufgliederung nach § 266 Abs. 3 C. HGB verpflichtend – sonst drohen formelle Mängel bei der Offenlegung.“
— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team
Häufige Fehler bei der Bilanzgliederung einer UG
In der Praxis zeigen sich bei der Bilanzgliederung von UGs immer wieder typische Fehlerquellen – die meisten davon sind vermeidbar, wenn die gesetzlichen Vorgaben bekannt sind und konsequent angewendet werden.
1. Fehlerhafte Eigenkapitalgliederung
Die Ansparpflicht nach § 5a Abs. 3 GmbHG wird übersehen oder falsch berechnet. Folge: Das Eigenkapital ist falsch strukturiert, Ausschüttungen sind möglicherweise unzulässig.
2. Vermischung von Anlage- und Umlaufvermögen
Die Abgrenzung erfolgt nach der Zweckbestimmung (§ 247 Abs. 2 HGB), nicht nach der Art des Gegenstands. Ein PKW, der dauerhaft genutzt wird, gehört ins Anlagevermögen – auch wenn er theoretisch schnell verkauft werden könnte.
3. Unvollständige Untergliederung
Auch kleine Kapitalgesellschaften müssen die Grundstruktur des § 266 HGB einhalten. Zwar dürfen bestimmte Posten zusammengefasst werden, aber eine völlig freie Gliederung ist nicht zulässig.
4. Falsche Zuordnung von Rückstellungen
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten (§ 249 HGB) werden häufig mit Verbindlichkeiten verwechselt oder nicht gebildet, obwohl eine Verpflichtung besteht (z. B. ausstehende Steuerberatungskosten).
Konsequenzen fehlerhafter Gliederung
Eine nicht ordnungsgemäße Bilanzgliederung kann zur Versagung der Feststellung durch die Gesellschafterversammlung führen, zu Ordnungsgeldern bei der Offenlegung (§ 335 HGB: 500–25.000 Euro) und zu steuerlichen Nachteilen. Wer unsicher ist, sollte die Bilanz von einem Steuerberater erstellen lassen.
-
Ansparpflicht nach § 5a Abs. 3 GmbHG korrekt berücksichtigt?
-
Anlage- und Umlaufvermögen nach Zweckbestimmung abgegrenzt?
-
Grundstruktur des § 266 HGB eingehalten (auch bei Erleichterungen)?
-
Rückstellungen vollständig und nach § 249 HGB gebildet?
-
Gesellschafterdarlehen separat im Eigenkapital oder bei Verbindlichkeiten ausgewiesen?
Feststellung und Offenlegung der UG-Bilanz
Nach der Erstellung muss die Bilanz festgestellt und anschließend offengelegt werden. Beide Schritte sind rechtlich verpflichtend und unterliegen strengen Fristen.
Feststellung nach § 42a GmbHG
Die Gesellschafterversammlung muss den Jahresabschluss (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) innerhalb bestimmter Fristen feststellen (§ 42a Abs. 2 GmbHG, Stand 2026):
- Kleine Kapitalgesellschaften: 11 Monate nach Ende des Geschäftsjahres (z. B. bis 30.11.2026 bei Bilanzstichtag 31.12.2025)
- Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften: 8 Monate nach Ende des Geschäftsjahres (z. B. bis 31.08.2026)
Die Feststellung erfolgt durch Gesellschafterbeschluss und sollte protokolliert werden.
Offenlegung im Unternehmensregister nach § 325 HGB
Nach der Feststellung muss der Jahresabschluss elektronisch beim Unternehmensregister offengelegt werden – und zwar innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag (§ 325 HGB). Seit dem DiRUG (01.08.2022) erfolgt die Offenlegung ausschließlich über das Unternehmensregister, nicht mehr über den Bundesanzeiger.
12 Monate
Offenlegungsfrist nach § 325 HGB
500–25.000 €
Ordnungsgeld bei Versäumnis (§ 335 HGB)
100 %
Prüfung durch Bundesamt für Justiz
Die Offenlegung erfolgt über das Portal www.unternehmensregister.de. Je nach Größenklasse sind unterschiedliche Unterlagen einzureichen (Bilanz, GuV, Anhang, ggf. Lagebericht).
Digitale Unterstützung durch OnlineBilanz
Wer den gesamten Prozess – von der Erstellung über die Feststellung bis zur Offenlegung – aus einer Hand haben möchte, findet auf OnlineBilanz.de digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen. Unsere Steuerberater erstellen die Bilanz nach gesetzlichen Vorgaben, bereiten die Feststellung vor und übernehmen die fristgerechte Offenlegung.
Praxis-Tipps für Geschäftsführer: So vermeiden Sie Fehler
Als Geschäftsführer einer UG tragen Sie die Verantwortung für die ordnungsgemäße Bilanzierung. Die folgenden Praxis-Tipps helfen Ihnen, typische Fehler zu vermeiden und die Bilanzgliederung rechtssicher zu gestalten.
1. Frühzeitig mit der Bilanzerstellung beginnen
Planen Sie ausreichend Zeit ein – insbesondere, wenn Sie die Bilanz erstmalig erstellen oder die Buchhaltung nicht auf dem aktuellen Stand ist. Die Feststellungsfrist von 11 Monaten klingt lang, kann aber bei komplexen Sachverhalten schnell knapp werden.
2. Größenklasse korrekt ermitteln
Prüfen Sie jedes Jahr, ob Ihre UG noch in die bisherige Größenklasse fällt. Maßgeblich sind die Werte am Bilanzstichtag sowie die Durchschnittszahl der Arbeitnehmer. Wenn zwei der drei Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen über- oder unterschritten werden, ändert sich die Größenklasse (§ 267 Abs. 4 HGB).
3. Ansparpflicht konsequent umsetzen
Berechnen Sie die gesetzliche Rücklage nach § 5a Abs. 3 GmbHG korrekt: 25 % des Jahresüberschusses, vermindert um einen eventuellen Verlustvortrag. Dieser Betrag muss in die Gewinnrücklagen eingestellt werden – eine Ausschüttung dieses Betrags ist unzulässig.
4. Steuerberater einbinden
Die Bilanzierung ist komplex und fehleranfällig. Ein Steuerberater kennt die aktuellen Vorschriften, kann Gestaltungsspielräume nutzen und stellt sicher, dass die Bilanz den Anforderungen des HGB entspricht. Wer digitale Lösungen bevorzugt, findet auf OnlineBilanz.de eine Plattform, die Steuerberater-Qualität mit transparenten Festpreisen und digitaler Koordination verbindet.
„Viele Geschäftsführer unterschätzen die Komplexität der Bilanzgliederung. Unsere Erfahrung zeigt: Wer von Anfang an auf professionelle Unterstützung setzt, vermeidet nicht nur Ordnungsgelder, sondern gewinnt auch Sicherheit für unternehmerische Entscheidungen.“
— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart
-
Buchhaltung laufend pflegen, nicht erst zum Jahresende
-
Belege vollständig und geordnet aufbewahren (GoBD beachten)
-
Feststellungs- und Offenlegungsfristen im Blick behalten
-
Gesellschafterbeschluss zur Feststellung dokumentieren
-
Bei Unsicherheiten frühzeitig Steuerberater konsultieren
Häufig gestellte Fragen
Kann eine UG die Bilanz nach dem Gesamtkostenverfahren oder Umsatzkostenverfahren aufstellen?
Die Wahl zwischen Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren betrifft nur die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), nicht die Bilanzgliederung. Die UG kann nach § 275 HGB frei wählen, welches Verfahren sie für die GuV verwendet. Die Bilanzgliederung nach § 266 HGB bleibt davon unberührt.
Muss eine UG auch eine Bilanz erstellen, wenn sie noch keine Geschäftstätigkeit aufgenommen hat?
Ja. Auch eine ruhende UG muss für jedes Geschäftsjahr einen Jahresabschluss mit Bilanz und GuV aufstellen, feststellen und beim Unternehmensregister offenlegen. Die Buchführungspflicht nach § 238 HGB und die Bilanzierungspflicht nach § 242 HGB gelten unabhängig vom Umfang der Geschäftstätigkeit.
Wie wird das Stammkapital von weniger als 25.000 Euro in der Bilanz einer UG ausgewiesen?
Das Stammkapital einer UG – auch wenn es nur 1 Euro beträgt – wird auf der Passivseite unter ‚A. Eigenkapital, I. Gezeichnetes Kapital‘ ausgewiesen. Der Betrag muss vollständig eingezahlt sein. Zusätzlich wird die gesetzliche Rücklage nach § 5a GmbHG unter ‚A. Eigenkapital, III. Gewinnrücklagen, 1. gesetzliche Rücklage‘ separat gezeigt.
Darf eine UG die Bilanz in elektronischer Form beim Unternehmensregister einreichen?
Ja, seit DiRUG (01.08.2022) erfolgt die Offenlegung ausschließlich elektronisch beim Unternehmensregister. Die Bilanz muss als strukturierter Datensatz im ESEF-Format (European Single Electronic Format) oder als PDF hochgeladen werden. Eine Papiereinreichung ist nicht mehr vorgesehen.
Welche Konsequenzen drohen, wenn die Bilanzgliederung fehlerhaft ist?
Fehlerhafte Bilanzgliederung kann zur Nichtigkeit des Jahresabschlusses führen, da dieser nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Bei verspäteter oder fehlerhafter Offenlegung droht ein Ordnungsgeld nach § 335 HGB zwischen 500 und 25.000 Euro. Zudem können Gesellschafter oder Gläubiger Schadensersatzansprüche geltend machen, wenn sie durch fehlerhafte Darstellungen geschädigt wurden.
Kann eine UG auf die Erstellung einer Bilanz verzichten und nur eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) abgeben?
Nein. Als Kapitalgesellschaft ist die UG nach § 242 HGB zur Aufstellung einer Bilanz und nach § 264 HGB zur Erstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet – unabhängig von Umsatz oder Gewinn. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG steht nur Einzelunternehmen und Personengesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen offen, nicht aber Kapitalgesellschaften.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 266 HGB – Gliederung der Bilanz, § 267 HGB – Größenklassen, § 5a GmbHG – Ansparpflicht UG (haftungsbeschränkt), § 325 HGB – Offenlegung Jahresabschluss. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.


