Was Ihre Gründung wirklich kostet.
Notargebühren sind gesetzlich fixiert, verhandeln lässt sich nichts (§ 17 BNotO). Der einzige Hebel liegt in der Gestaltung: Musterprotokoll oder Satzung, Bar- oder Sachgründung, ein Gesellschafter oder drei. Genau das lässt sich vorab durchrechnen — bevor der Notartermin steht.




Fabian KlementWirtschaftsprüfer
Jakob RößSteuerberater
Dr. Jeannine DinnebierRechtsanwältin
Woraus sich die Gründungskosten zusammensetzen.
Vier Posten bestimmen den Betrag: die Notargebühren nach GNotKG, die Handelsregistergebühr nach HRegGebV, Auslagen samt Umsatzsteuer und die Gewerbeanmeldung. Alle vier sind gesetzlich geregelt — Rabatte sind dem Notar sogar verboten.
Deshalb entscheidet nicht der Anbieter, sondern die Gestaltung: Mit Musterprotokoll entfällt der Mindestgeschäftswert, sodass ein niedriges Stammkapital die Notarkosten senkt; ein Gesellschafter statt mehrerer halbiert den Gebührensatz der Beurkundung, und die Bargründung erspart den Sachgründungsbericht und die höhere Registergebühr.
Der Gründungskostenrechner.
Rechtsform, Stammkapital und Variante wählen — der Rechner ermittelt Gebühren, Auslagen und den Betrag, den die Gesellschaft tragen darf.
Musterprotokoll: kein Mindestgeschäftswert — weniger Kapital senkt die Notarkosten.
Musterprotokoll: kein Mindestgeschäftswert, Kostenklausel bis 300 € vorgegeben. Gebührensatz 1,0 bei einem, 2,0 bei mehreren Gesellschaftern.
Sachgründung: Bericht nötig, Registergebühr höher.
Ohne Klausel zahlen die Gesellschafter privat (§ 31 GmbHG).
§ 17 Abs. 1 BNotO verpflichtet den Notar, die gesetzlichen Gebühren zu erheben. Der einzige Hebel ist die Gestaltung: Musterprotokoll statt Satzung, Bargründung statt Sachgründung, ein Gesellschafter statt drei.
Vereinfachtes Modell, kein Kostenangebot: Beurkundung und Anmeldung nach GNotKG, Handelsregistergebühr nach HRegGebV, pauschale Auslagen und 19 % Umsatzsteuer. Nicht abgebildet sind Dolmetscher, Gutachten und gewerberechtliche Erlaubnisse. Verbindlich ist die Kostenrechnung Ihres Notars.
UG oder GmbH — was die Ersparnis wirklich kostet.
Die UG spart zwar deutlich Kapital, aber kaum tatsächliche Kosten — beim Notar zahlen Sie am Ende fast genau dasselbe.
| Kriterium | UG (haftungsbeschränkt) | GmbH | Norm |
|---|---|---|---|
| Mindeststammkapital | 1 € — sinnvoll ab 1.000 bis 5.000 € | 25.000 € | § 5 · § 5a Abs. 1 |
| Sacheinlagen | ausgeschlossen | zulässig mit Sachgründungsbericht | § 5a Abs. 2 · § 5 Abs. 4 |
| Gesetzliche Rücklage | 25 % des Jahresüberschusses, gesperrt | keine | § 5a Abs. 3 |
| Handelsregister Bargründung | 150 € | 150 €, mit Sacheinlage 240 € | HRegGebV Nr. 2100, 2101 |
| Umwandlung in GmbH | Kapitalerhöhung auf 25.000 €, dann keine Rücklage mehr | — | § 5a Abs. 5 |
Wer mit symbolischem Kapital gründet, ist nach Bezahlung der Gründungskosten bilanziell überschuldet — ohne positive Fortführungsprognose droht die Insolvenzantragspflicht (§§ 15a, 19 InsO). Sinnvoll sind 3.000 bis 5.000 €. Welche Rechtsform steuerlich passt, klärt der Rechtsformrechner.
Die Gründungskostenklausel — oder Sie zahlen privat.
Gründungskosten sind Aufwand der Gesellschafter — die Gesellschaft darf sie nur mit ausdrücklicher Klausel tragen.
| Punkt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Bezifferter Höchstbetrag | „Die Gesellschaft trägt die Gründungskosten" genügt nicht — es muss ein Euro-Betrag genannt sein |
| Die 10-Prozent-Grenze | Register akzeptieren in Anlehnung an § 26 Abs. 2 AktG bis zu 10 % des Stammkapitals; höhere Beträge werden beanstandet |
| Steuerlicher Abzug | Nur mit wirksamer Klausel sind die Kosten Betriebsausgabe — sonst Anschaffungskosten der Beteiligung |
| Nachträglich | Eine Satzungsänderung nach Eintragung wirkt nicht zurück; der Fehler ist dann nicht heilbar |
Zahlt die Gesellschaft ohne wirksame Klausel, ist der Betrag nach § 31 GmbHG zurückzugewähren, und der Betriebsausgabenabzug entfällt. Der Fehler kostet bei der Gründung nichts — sondern später.
Drei Varianten, drei Preisklassen.
Die Unterschiede entstehen aus Stammkapital, Musterprotokoll oder Satzung und der Zahl der Gesellschafter.
UG · 1.000 € · Musterprotokoll
Ohne Mindestgeschäftswert: Beurkundung 1,0 aus 1.000 € ergibt die Mindestgebühr von 60 €, Anmeldung mindestens 30 €, Auslagen, 19 % Umsatzsteuer, Handelsregister 150 € und Gewerbeanmeldung.
Gesamt≈ 320 €GmbH · 25.000 € · Musterprotokoll
Beurkundung 1,0 aus 25.000 € = 115 €, Anmeldung 0,5 = 57,50 €, Auslagen, 19 % Umsatzsteuer, Handelsregister 150 € und Gewerbeanmeldung.
Gesamt≈ 420 €GmbH · Satzung · 3 Gesellschafter
Mindestgeschäftswert 30.000 €: Beurkundung 2,0 = 250 €, Anmeldung 0,5, Gesellschafterliste, mehr Auslagen, 19 % Umsatzsteuer, Handelsregister 150 € und Gewerbeanmeldung.
Gesamt≈ 710 €Die Ersparnis liegt bei einigen Hundert Euro. Eine fehlende Vinkulierung oder ungeregelte Gewinnverteilung kostet bei Gesellschafterstreit ein Vielfaches — und die Satzungsänderung später erneut Gebühren.
Fünf Schritte — und drei Rechtsträger.
Zwischen der ersten Idee und der endgültigen Eintragung existieren drei verschiedene Gebilde mit jeweils unterschiedlicher Haftung.
Vorgründungsgesellschaft
Ab der Einigung eine GbR: Die Gesellschafter haften unbeschränkt persönlich, Verbindlichkeiten gehen nicht automatisch über.
Beurkundung
Notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags, Bestellung der Geschäftsführung, Gesellschafterliste.
Vorgesellschaft und Einzahlung
Ab Beurkundung existiert die GmbH in Gründung: Geschäftskonto eröffnen, Kapital einzahlen, Nachweis an den Notar.
Anmeldung und Eintragung
Der Notar meldet elektronisch an, das Register prüft und trägt ein. Erst jetzt beginnt die Haftungsbeschränkung.
Steuer und Buchführung
Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, Steuernummer, USt-IdNr., Eröffnungsbilanz und Buchführung ab Tag eins.
Mitzubringen sind Ausweise, ein geprüfter Firmenname, ein konkreter Unternehmensgegenstand, eine zustellfähige Geschäftsanschrift und die Anteilsverteilung. Beanstandet werden vor allem unbestimmter Gegenstand, zu hohe Kostenklausel und fehlende Genehmigungen.
Wo Gründer persönlich haften.
Die gefährlichste Phase im gesamten Gründungsprozess liegt genau zwischen notarieller Beurkundung und Eintragung.
- Handelndenhaftung: wer vorher handelt, haftet persönlich (§ 11 Abs. 2 GmbHG).
- Unterbilanzhaftung: aufgezehrtes Kapital ist in Geld aufzufüllen.
- Verdeckte Sacheinlage: die Einlage gilt als nicht erfüllt (§ 19 Abs. 4).
- Ausfallhaftung: Mitgesellschafter tragen fehlende Einlagen mit (§ 24).
- Stammkapital zu niedrig: nach Abzug der Kosten liegt eine Unterbilanz vor.
- Kostenklausel fehlt oder ist zu hoch: kein Abzug oder Beanstandung.
- Verträge vor der Eintragung: Handelndenhaftung, persönlich und unbeschränkt.
- Musterprotokoll trotz Regelungsbedarf: die Satzungsänderung kostet erneut.
Die Sonderfälle, die teuer werden.
Sechs typische Konstellationen, die in vielen Gründungsportalen komplett fehlen und regelmäßig bares Geld kosten.
Verdeckte Sacheinlage
Wird eine Geldeinlage vereinbart, aber sofort für einen Gegenstand vom Gesellschafter verwendet, gilt sie als nicht erfüllt; angerechnet wird nur der Wert (§ 19 Abs. 4 GmbHG).
Hin- und Herzahlen
Fließt das Kapital vereinbarungsgemäß an den Gesellschafter zurück, erfüllt das die Einlagepflicht nur bei vollwertigem, fälligem Rückgewähranspruch und Offenlegung bei der Anmeldung (§ 19 Abs. 5).
Transparenzregister
Wirtschaftlich Berechtigte über 25 % sind zu melden; die Mitteilungsfiktion ist entfallen. Bußgelder beginnen vierstellig (§ 20 GwG). Details: Transparenzregister.
Vorsteuer aus Gründungskosten
Die Vorgesellschaft ist bereits Unternehmerin und kann die Vorsteuer abziehen — nur wenn die Rechnungen auf die Gesellschaft in Gründung lauten, nicht auf den Privatnamen (§ 15 UStG).
Ausländische Gesellschafter
Der teuerste Posten, den kein Rechner kennt: Dolmetscher nach § 16 BeurkG, Vertretungsnachweis mit Apostille und beglaubigter Übersetzung — häufig teurer als die Notargebühren selbst.
Erlaubnispflichtige Gewerbe
Wach- und Sicherheitsgewerbe, Makler, Bauträger, Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler brauchen eine Erlaubnis nach §§ 34a ff. GewO, zulassungspflichtiges Handwerk die Handwerksrolle.
GmbH und UG sind ab Tag eins bilanzierungspflichtig, legen offen und übermitteln die E-Bilanz. Kein Argument gegen die GmbH — aber es gehört in die Entscheidung.
Die kooperierende Rechtsanwältin stimmt die Satzung mit dem Notar ab; der beauftragte Steuerberater prüft Kapitalplanung und Kostenklausel, übernimmt die steuerliche Erfassung und erstellt die Eröffnungsbilanz; die Buchhaltung läuft ab dem ersten Beleg.
Was zur Gründung gefragt wird.
Was kostet die Gründung einer GmbH oder UG?
Kann ich die Notarkosten verhandeln?
Ist die 1-Euro-UG beim Notar günstiger?
Wann sollte ich das Musterprotokoll nicht verwenden?
Darf die Gesellschaft die Gründungskosten selbst tragen?
Wie viel Stammkapital muss ich einzahlen?
Ab wann haftet die Gesellschaft und nicht ich?
Sind Gründungskosten steuerlich abziehbar?
Was kostet es zusätzlich, wenn ein Gesellschafter aus dem Ausland kommt?
Ihre Gründung, persönlich begleitet.
Beauftragen Sie die Gründungsbegleitung, übernehmen diese kooperierenden Berufsträger sie namentlich und mit eigener Berufshaftung.
Verantwortet bei Beauftragung die Bewertung von Sacheinlagen, die Eröffnungsbilanz und die Prüfung, ob das Stammkapital zur Planung passt.
fabian.klement@onlinebilanz.deÜbernimmt als kooperierender Steuerberater die steuerliche Erfassung, die Weichen bei Voranmeldung und Versteuerung sowie die Buchführung ab dem ersten Beleg.
jakob.roess@onlinebilanz.deGestaltet als kooperierende Rechtsanwältin im gesonderten Mandat die Satzung: Gründungskostenklausel, Vinkulierung, Nachfolge und Abfindungsregelungen.
jeannine.dinnebier@onlinebilanz.deAuf welchen Vorschriften die Gründung steht.
Notarielle Gebühren, erforderliches Kapital, persönliche Haftung und gesetzliche Anmeldepflichten im amtlichen Volltext.
verliehen in der Bundesrepublik Deutschland
Alle Angaben nach bestem Wissen und geltendem Recht (Rechtsstand Juli 2026). Gebührenangaben sind Beispielrechnungen; verbindlich ist die Kostenrechnung Ihres Notars. Keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall — diese erfolgt im Mandat mit den beauftragten Berufsträgern.






Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
