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Datum

Lesedauer

14–21 Minuten

OnlineBilanzBlogEinzelunternehmen Offenlegung

Bilanz Einzelunternehmen Offenlegung 2026

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die meisten Einzelunternehmen sind von der Offenlegungspflicht befreit – anders als Kapitalgesellschaften. Doch wann greift das Publizitätsgesetz, welche Fristen gelten beim Unternehmensregister und was ändert sich beim Rechtsformwechsel zur GmbH? Dieser Artikel erklärt alle rechtlichen Grundlagen zur Bilanz Einzelunternehmen Offenlegung für das Jahr 2026. Details zur Veröffentlichungspflicht finden Sie im Beitrag Bilanz Einzelunternehmen veröffentlichen 2026.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Einzelunternehmen sind grundsätzlich nicht zur Offenlegung ihrer Bilanz verpflichtet, außer sie fallen unter das Publizitätsgesetz (PublG). Dieses greift ab drei aufeinanderfolgenden Jahren mit über 6 Mio. € Bilanzsumme, 12 Mio. € Umsatzerlösen und durchschnittlich 250 Arbeitnehmern (zwei von drei Kriterien). Kapitalgesellschaften wie die GmbH sind dagegen immer offenlegungspflichtig gemäß § 325 HGB beim Unternehmensregister.

Ist ein Einzelunternehmen zur Offenlegung der Bilanz verpflichtet?

Die gute Nachricht vorab: Einzelunternehmen sind grundsätzlich nicht zur Offenlegung ihrer Bilanz verpflichtet. Die Publizitätspflicht nach § 325 HGB gilt ausschließlich für Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, UG) und bestimmte andere Rechtsformen, nicht jedoch für Einzelkaufleute oder Personengesellschaften wie GbR, OHG oder KG.

Der Gesetzgeber begründet diese Unterscheidung mit dem unterschiedlichen Schutzbedürfnis der Gläubiger: Während bei Kapitalgesellschaften die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist und Gläubiger daher ein berechtigtes Informationsinteresse haben, haftet der Einzelunternehmer unbeschränkt mit seinem gesamten Vermögen. Eine öffentliche Offenlegung ist hier aus Gläubigerschutzgründen nicht erforderlich.

Praxishinweis: Ausnahmen bei Einzelunternehmen

Einzelunternehmen fallen nur unter die Publizitätspflicht, wenn sie die Schwellenwerte des § 1 PublG überschreiten (Bilanzsumme > 65 Mio. Euro, Umsatz > 130 Mio. Euro, > 5.000 Arbeitnehmer — zwei von drei Kriterien an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen). Diese Großunternehmen sind dann wie Kapitalgesellschaften offenlegungspflichtig.

Für GmbH-Geschäftsführer und Buchhalter ist diese Abgrenzung wichtig, insbesondere wenn im Konzernverbund sowohl Kapitalgesellschaften als auch Einzelunternehmen existieren. Während die GmbH ihre Bilanz jährlich beim Unternehmensregister einreichen muss, entfällt diese Pflicht für das Einzelunternehmen — sofern es nicht unter das Publizitätsgesetz fällt.

Offenlegungspflicht bei GmbH vs. Einzelunternehmen: Die entscheidenden Unterschiede

Der fundamentale Unterschied zwischen GmbH und Einzelunternehmen liegt in der gesetzlichen Publizitätspflicht. Während jede GmbH unabhängig von ihrer Größe nach § 325 HGB zur Offenlegung verpflichtet ist, trifft Einzelunternehmen diese Pflicht nur in Ausnahmefällen gemäß § 1 PublG.

Kriterium GmbH Einzelunternehmen
Offenlegungspflicht Immer (§ 325 HGB) Nur bei Überschreitung PublG-Schwellenwerte
Haftung Beschränkt auf Gesellschaftsvermögen Unbeschränkt persönlich
Publizitätsstelle Unternehmensregister (seit DiRUG) Unternehmensregister (nur wenn PublG greift)
Offenlegungsfrist 12 Monate nach Bilanzstichtag 12 Monate (nur wenn publizitätspflichtig)
Ordnungsgeld 500–25.000 Euro (§ 335 HGB) Nur bei Publizitätspflicht

Die beschränkte Haftung der GmbH macht die Bilanzpublizität aus Gläubigerschutzsicht erforderlich. Geschäftspartner, Lieferanten und Kreditgeber können so die wirtschaftliche Lage des Unternehmens überprüfen, bevor sie Geschäftsbeziehungen eingehen oder Kredit gewähren. Beim Einzelunternehmen ist dieser Schutz durch die persönliche Haftung des Inhabers bereits gegeben.

„In der Beratungspraxis erleben wir häufig, dass Mandanten vor der Rechtsformwahl stehen und die Offenlegungspflicht als Argument gegen die GmbH anführen. Tatsächlich ist die Publizität ein relevanter Faktor — sie sollte aber nicht isoliert betrachtet werden. Haftungsbeschränkung, Steuerbelastung und Nachfolgeregelungen sind meist bedeutender für die Gesamtentscheidung.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Wann greift das Publizitätsgesetz bei Einzelunternehmen?

Das Publizitätsgesetz (PublG) erweitert die Offenlegungspflicht auf Einzelunternehmen und Personengesellschaften, die bestimmte Größenmerkmale überschreiten. Ziel ist es, auch große Nicht-Kapitalgesellschaften einer vergleichbaren Publizität wie Kapitalgesellschaften zu unterwerfen.

Die Schwellenwerte nach § 1 PublG (Stand 2026)

Ein Einzelunternehmen wird publizitätspflichtig, wenn es an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen mindestens zwei der drei folgenden Merkmale erfüllt:

  • Bilanzsumme: mehr als 65 Millionen Euro
  • Umsatzerlöse: mehr als 130 Millionen Euro in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag
  • Arbeitnehmer: im Jahresdurchschnitt mehr als 5.000

Die Zweijahresregelung dient der Rechtssicherheit: Ein einmaliges Überschreiten löst noch keine Publizitätspflicht aus. Erst wenn die Schwellenwerte an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen (z. B. 31.12.2024 und 31.12.2025) überschritten werden, entsteht die Pflicht zur Offenlegung für das zweite Geschäftsjahr (also 2025). Umgekehrt entfällt die Pflicht erst, wenn die Werte an zwei Stichtagen unterschritten werden.

Achtung: Erstmalige Publizitätspflicht

Wer erstmals unter das Publizitätsgesetz fällt, muss nicht nur die aktuelle Bilanz offenlegen, sondern auch einen Anhang erstellen und unter Umständen eine Kapitalflussrechnung aufstellen (§ 5 Abs. 4 PublG). Die Anforderungen entsprechen denen mittelgroßer bis großer Kapitalgesellschaften. Eine frühzeitige Vorbereitung ist daher essenziell, um Ordnungsgelder zu vermeiden.

Praktische Bedeutung: Wer ist betroffen?

In der Praxis betrifft das Publizitätsgesetz vor allem große mittelständische Einzelunternehmen und Familienunternehmen in Rechtsform der KG oder OHG, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Typische Beispiele sind große Handelshäuser, Produktionsbetriebe oder Logistikunternehmen. Die Mehrzahl der deutschen Einzelunternehmen bleibt jedoch deutlich unter den Schwellenwerten und ist daher nicht betroffen.

Rechtsformwechsel: Von der Offenlegungsfreiheit zur Publizitätspflicht

Ein häufiger Anlass für Unklarheiten entsteht, wenn ein Einzelunternehmen in eine GmbH umgewandelt wird. Ab dem Zeitpunkt der Eintragung der GmbH ins Handelsregister greift die volle Offenlegungspflicht nach § 325 HGB — unabhängig von der bisherigen Publizitätsfreiheit des Einzelunternehmens.

Zeitpunkt des Pflichtbeginns

Maßgeblich ist der Eintragungszeitpunkt im Handelsregister. Bei einer Umwandlung nach dem Umwandlungsgesetz (UmwG) gilt als steuerlicher Übertragungsstichtag häufig ein rückwirkendes Datum (z. B. 01.01.2025), während die zivilrechtliche Wirkung erst mit Eintragung eintritt (z. B. 15.03.2025). Für die Offenlegungspflicht ist die zivilrechtliche Eintragung entscheidend. Der erste offenzulegende Jahresabschluss ist der auf den Bilanzstichtag nach der Eintragung.

12

Monate Offenlegungsfrist ab Bilanzstichtag (§ 325 HGB)

8

Monate Feststellungsfrist bei mittelgroßen GmbH (§ 42a GmbHG)

25.000 €

Maximales Ordnungsgeld bei Verstoß (§ 335 HGB)

Bei Bilanzstichtag 31.12.2025 und Eintragung der GmbH am 15.03.2025 muss der Jahresabschluss 2025 als GmbH-Jahresabschluss erstellt, festgestellt (bis 31.08.2026 bei mittelgroßer GmbH) und offengelegt werden (bis 31.12.2026). Die Umstellung der Rechnungslegung von Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) auf doppelte Buchführung sollte bereits im laufenden Geschäftsjahr erfolgen.

„Die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH erfordert nicht nur handelsrechtliche Anpassungen, sondern auch eine vollständige Umstellung der Buchführung und Bilanzierung. Mandanten sollten bereits im Umwandlungsjahr mit einem Steuerberater zusammenarbeiten, um alle Pflichten — von der Eröffnungsbilanz bis zur Offenlegung — fristgerecht zu erfüllen. Wer hier reaktiv handelt, gerät schnell in Zeitnot.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Wie funktioniert die Offenlegung beim Unternehmensregister?

Seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG) am 01.08.2022 erfolgt die Offenlegung von Jahresabschlüssen ausschließlich über das Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de). Der vormals genutzte Bundesanzeiger ist seit diesem Zeitpunkt nicht mehr die zuständige Stelle für die Hinterlegung.

Schritt-für-Schritt: Der Offenlegungsprozess

  1. Registrierung: Einmalige Anmeldung beim Unternehmensregister mit Registrierungsnummer des Handelsregisters und persönlichen Zugangsdaten.
  2. Dokumentenvorbereitung: Jahresabschluss (Bilanz, GuV, Anhang) sowie ggf. Lagebericht und Bestätigungsvermerk digital im gewünschten Format (ESEF/XHTML bei kapitalmarktorientierten Unternehmen, sonst PDF).
  3. Upload: Hochladen der Unterlagen über die Eingabemaske des Unternehmensregisters mit Angabe des Geschäftsjahres und der Größenklasse nach § 267 HGB.
  4. Prüfung und Freigabe: Formale Prüfung durch das Unternehmensregister (meist innerhalb weniger Werktage).
  5. Veröffentlichung: Nach erfolgreicher Prüfung werden die Unterlagen öffentlich einsehbar im Registerportal veröffentlicht.

Die Gebühren für die Offenlegung richten sich nach der Unternehmensgröße und liegen typischerweise zwischen 37,50 Euro (Kleinstkapitalgesellschaften mit Hinterlegung) und mehreren hundert Euro bei umfangreichen Offenlegungen großer Kapitalgesellschaften. Für eine kleine GmbH mit vollständiger Offenlegung fallen in der Regel ca. 56,50 Euro an.

Erleichterung für Kleinstkapitalgesellschaften

Kleinstkapitalgesellschaften nach § 267a HGB können von umfangreichen Erleichterungen Gebrauch machen: Sie dürfen eine verkürzte Bilanz offenlegen, auf die GuV-Veröffentlichung verzichten und einen stark verkürzten Anhang erstellen. Die Hinterlegung statt Offenlegung ist seit DiRUG jedoch entfallen — auch Kleinst-GmbH müssen ihre Unterlagen veröffentlichen, können aber auf die Bekanntmachung verzichten.

Für GmbH-Geschäftsführer, die den Offenlegungsprozess nicht selbst betreuen möchten oder erstmals vor dieser Aufgabe stehen, bieten spezialisierte Steuerberater-Plattformen wie OnlineBilanz.de eine vollständige Abwicklung: Von der Erstellung des Jahresabschlusses über die Feststellung bis zur fristgerechten Offenlegung beim Unternehmensregister — digital koordiniert und zu transparenten Festpreisen.

Fristen und Ordnungsgelder: Was passiert bei verspäteter Offenlegung?

Die Einhaltung der Offenlegungsfristen ist keine Formsache, sondern eine gesetzliche Pflicht mit empfindlichen Sanktionen bei Verstoß. Das Bundesamt für Justiz (BfJ) überwacht die Fristwahrung und verhängt bei Verstößen Ordnungsgelder nach § 335 HGB.

Die relevanten Fristen im Überblick (Bilanzstichtag 31.12.2025)

Pflicht Frist Rechtsgrundlage
Aufstellung Jahresabschluss (kleine GmbH) Innerhalb angemessener Frist § 264 Abs. 1 HGB
Feststellung JA (kleine GmbH) 11 Monate (bis 30.11.2026) § 42a Abs. 1 GmbHG
Feststellung JA (mittelgroße/große GmbH) 8 Monate (bis 31.08.2026) § 42a Abs. 2 GmbHG
Offenlegung beim Unternehmensregister 12 Monate (bis 31.12.2026) § 325 Abs. 1 HGB
Nachfrist nach Mahnung BfJ Individuelle Fristsetzung (ca. 6 Wochen) § 335 Abs. 1 HGB

Das Bundesamt für Justiz versendet bei Fristüberschreitung zunächst eine Erinnerung mit Fristsetzung. Wird auch diese Nachfrist versäumt, folgt ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB. Das Ordnungsgeld beträgt mindestens 500 Euro und kann bis zu 25.000 Euro betragen. Die Höhe richtet sich nach Unternehmensgröße, Verschuldensgrad und Dauer der Verspätung.

Wichtig: Ordnungsgeld beseitigt die Pflicht nicht

Ein häufiger Irrtum: Die Zahlung des Ordnungsgeldes befreit nicht von der Offenlegungspflicht. Die Unterlagen müssen dennoch nachgereicht werden. Bei wiederholter Säumnis können weitere Ordnungsgelder verhängt werden. Zudem wird die verspätete Offenlegung im Unternehmensregister vermerkt — ein negativer Reputationsfaktor gegenüber Geschäftspartnern und Kreditgebern.

Haftung des Geschäftsführers

Die Offenlegungspflicht liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter — bei der GmbH also der Geschäftsführer. Diese haften persönlich für die Einhaltung der Fristen. Im Innenverhältnis kann eine Pflichtverletzung zu Schadensersatzansprüchen der Gesellschaft führen, wenn durch die Verspätung Ordnungsgelder entstehen. Eine ordnungsgemäße Delegation an den Steuerberater oder die Buchhaltung entbindet den Geschäftsführer nicht von der Überwachungspflicht.

  • Bilanzstichtag und daraus resultierende Fristen im Kalender vermerken
  • Rechtzeitig Unterlagen für Steuerberater vorbereiten (Januar bis März)
  • Gesellschafterversammlung zur Feststellung terminieren (spätestens August/November)
  • Offenlegung unmittelbar nach Feststellung beauftragen
  • Bestätigung des Unternehmensregisters über erfolgreiche Veröffentlichung abholen
  • Mahnungen des BfJ umgehend bearbeiten, nicht ignorieren

Buchführungs- und Bilanzierungspflicht bei Einzelunternehmen ohne Offenlegung

Auch wenn Einzelunternehmen grundsätzlich nicht zur Offenlegung verpflichtet sind, bedeutet das nicht, dass sie von jeglicher Buchführungs- und Bilanzierungspflicht befreit sind. Die Pflichten richten sich nach § 238 ff. HGB sowie nach steuerlichen Vorschriften.

Handelsrechtliche Buchführungspflicht

Nach § 238 HGB ist jeder Kaufmann verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Das gilt auch für eingetragene Einzelkaufleute (e.K.). Diese müssen eine doppelte Buchführung führen, jährlich eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellen — auch wenn keine Offenlegungspflicht besteht.

Kleingewerbetreibende, die nicht im Handelsregister eingetragen sind und die Schwellenwerte des § 241a HGB nicht überschreiten (Umsatz < 800.000 Euro, Gewinn < 80.000 Euro), sind von der handelsrechtlichen Buchführungspflicht befreit. Sie können eine einfache Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG führen.

Buchführungspflichtig

  • Doppelte Buchführung verpflichtend
  • Bilanz und GuV jährlich erstellen
  • Aufbewahrungspflicht 10 Jahre
  • Inventur durchführen
  • Keine Offenlegungspflicht (außer PublG)

EÜR-berechtigt

  • Einnahmenüberschussrechnung ausreichend
  • Kein Jahresabschluss erforderlich
  • Vereinfachte Aufzeichnungen
  • Keine Inventurpflicht
  • Keine Offenlegung

Steuerliche Aufzeichnungspflichten

Unabhängig von der handelsrechtlichen Einordnung bestehen steuerliche Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten nach §§ 140 ff. AO. Alle Einzelunternehmer müssen ihre Einnahmen und Ausgaben so aufzeichnen, dass die steuerlichen Pflichten erfüllt werden können. Bei buchführungspflichtigen Kaufleuten erfolgt die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG (Betriebsvermögensvergleich), bei Kleingewerbetreibenden nach § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmenüberschussrechnung).

„In der steuerlichen Beratung stellen wir fest, dass viele Einzelunternehmer den Unterschied zwischen Buchführungspflicht und Offenlegungspflicht nicht kennen. Eine ordnungsgemäße Buchführung ist nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern auch Grundlage für betriebswirtschaftliche Entscheidungen. Wer seine Zahlen kennt, kann sein Unternehmen besser steuern — unabhängig davon, ob diese Zahlen veröffentlicht werden müssen oder nicht.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Für Einzelunternehmer, die vor der Frage stehen, ob sie buchführungspflichtig sind oder welche Aufzeichnungen konkret erforderlich sind, lohnt sich die Beratung durch einen Steuerberater. Dieser prüft die individuellen Voraussetzungen und richtet die Buchführung entsprechend ein — digital und effizient, wie etwa über Plattformen wie OnlineBilanz.de, die auch für Einzelunternehmen Beratungsleistungen anbieten.

Vor- und Nachteile der Offenlegungsfreiheit bei Einzelunternehmen

Die Offenlegungsfreiheit des Einzelunternehmens wird häufig als Vorteil gegenüber der GmbH genannt. Tatsächlich bringt sie sowohl Chancen als auch Nachteile mit sich, die bei der Rechtsformwahl und strategischen Planung berücksichtigt werden sollten.

Vorteile der Offenlegungsfreiheit

  • Vertraulichkeit: Geschäftszahlen bleiben gegenüber Wettbewerbern, Kunden und der Öffentlichkeit vertraulich. Sensible Informationen über Umsätze, Gewinne oder Investitionen werden nicht offengelegt.
  • Verwaltungsaufwand: Wegfall der jährlichen Offenlegungsprozedur spart Zeit und Kosten. Keine Gebühren für das Unternehmensregister, keine formalen Prüfungen.
  • Reputationsschutz: Wirtschaftlich schwierige Phasen oder Verlustjahre bleiben nach außen unsichtbar und beeinflussen das Unternehmensimage nicht.
  • Flexibilität: Keine strengen Fristen für Feststellung und Offenlegung — die Bilanz kann intern erstellt werden, ohne Zeitdruck durch Ordnungsgeldverfahren.

Nachteile und Einschränkungen

  • Unbeschränkte Haftung: Die Offenlegungsfreiheit ist Kehrseite der persönlichen Haftung. Während die GmbH-Haftung auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt ist, haftet der Einzelunternehmer mit seinem gesamten Privatvermögen.
  • Bonitätsprüfung: Banken, Lieferanten und Geschäftspartner können keine öffentlich einsehbaren Bilanzen heranziehen und fordern stattdessen oft detaillierte betriebswirtschaftliche Auswertungen, Selbstauskünfte oder Bürgschaften.
  • Transparenz gegenüber Investoren: Bei Kapitalbeschaffung oder Unternehmensverkauf müssen Bilanzen ohnehin offengelegt werden — dann aber individuell und nicht standardisiert.
  • Wettbewerbsnachteil: In manchen Branchen gilt die fehlende Publizität als Zeichen mangelnder Professionalität oder Größe. Kapitalgesellschaften wirken nach außen oft vertrauenswürdiger.

Datenschutz & Vertraulichkeit

Geschäftszahlen bleiben intern, kein Einblick für Wettbewerber oder Öffentlichkeit.

Verwaltungsaufwand

Keine Offenlegungskosten, keine Fristen, keine Ordnungsgeldrisiken.

Haftungsrisiko

Unbeschränkte persönliche Haftung als Preis für die Publizitätsfreiheit.

Die Entscheidung für oder gegen eine Rechtsform sollte nicht allein an der Offenlegungspflicht festgemacht werden. Vielmehr sind Haftung, steuerliche Belastung, Finanzierungsmöglichkeiten, Nachfolgeregelung und persönliche Präferenzen in einer Gesamtabwägung zu berücksichtigen. Ein erfahrener Steuerberater kann hier eine fundierte Analyse und Empfehlung geben.

Häufige Praxisfragen: Einzelunternehmen, GmbH und Offenlegung

Muss ein Einzelunternehmen bei Eintragung ins Handelsregister offenlegen?

Nein. Die Eintragung eines Einzelunternehmens als eingetragener Kaufmann (e.K.) begründet zwar die Buchführungspflicht nach § 238 HGB, jedoch keine Offenlegungspflicht nach § 325 HGB. Letztere gilt ausschließlich für Kapitalgesellschaften sowie Unternehmen, die unter das Publizitätsgesetz fallen.

Kann ein Einzelunternehmen freiwillig eine Bilanz veröffentlichen?

Ja, eine freiwillige Veröffentlichung ist grundsätzlich möglich, etwa auf der eigenen Website oder in Geschäftsberichten. Das Unternehmensregister bietet jedoch keine eigenständige Kategorie für freiwillige Einreichungen von Nicht-Publizitätspflichtigen. Eine freiwillige Offenlegung kann sinnvoll sein, um Transparenz gegenüber Geschäftspartnern zu schaffen oder im Rahmen von Zertifizierungen oder Branchenstandards.

Was passiert nach einer Umwandlung in eine GmbH mit alten Jahresabschlüssen des Einzelunternehmens?

Jahresabschlüsse, die vor der Umwandlung in eine GmbH erstellt wurden, unterliegen weiterhin nicht der Offenlegungspflicht — vorausgesetzt, das Einzelunternehmen war nicht nach PublG publizitätspflichtig. Erst der Jahresabschluss des ersten vollen Geschäftsjahres als GmbH muss offengelegt werden. Die Eröffnungsbilanz der GmbH ist nicht offenlegungspflichtig, auch wenn sie im Rahmen der Umwandlung erstellt werden muss.

Gibt es Ausnahmen von der Offenlegungspflicht bei kleinen GmbH?

Nein. Jede GmbH — auch Kleinstkapitalgesellschaften nach § 267a HGB — ist zur Offenlegung verpflichtet. Erleichterungen bestehen lediglich hinsichtlich des Umfangs: Kleine und Kleinst-GmbH dürfen verkürzte Bilanzen und Anhänge veröffentlichen, auf die Offenlegung der GuV kann bei Kleinstkapitalgesellschaften verzichtet werden. Die Pflicht zur Veröffentlichung an sich entfällt jedoch nicht.

Wie unterscheidet sich die Offenlegung bei einer GmbH & Co. KG?

Die GmbH & Co. KG ist eine Personengesellschaft und grundsätzlich nicht offenlegungspflichtig — es sei denn, sie fällt unter das Publizitätsgesetz. Ist die Komplementär-GmbH jedoch persönlich haftende Gesellschafterin und erfüllt die KG bestimmte Voraussetzungen (z. B. keine natürliche Person als persönlich haftender Gesellschafter), kann nach § 264a HGB eine Offenlegungspflicht wie bei Kapitalgesellschaften entstehen. Die rechtliche Einordnung ist komplex und sollte im Einzelfall geprüft werden.

„Die Offenlegungspflicht ist ein rechtliches Minenfeld, insbesondere bei Mischformen wie der GmbH & Co. KG oder nach Umwandlungen. Wir empfehlen Mandanten, bei Rechtsformwahl und Strukturänderungen frühzeitig steuerliche und rechtliche Beratung einzuholen. Was zunächst einfach erscheint, kann schnell zu Ordnungsgeldern führen, wenn Fristen übersehen oder Pflichten falsch eingeschätzt werden.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Häufig gestellte Fragen

Kann ein Einzelunternehmen freiwillig eine Bilanz beim Unternehmensregister offenlegen?

Ja, eine freiwillige Offenlegung ist grundsätzlich möglich. Das Unternehmensregister bietet auch für nicht offenlegungspflichtige Unternehmen die technische Möglichkeit zur Einreichung. Dies kann sinnvoll sein, wenn Banken, Geschäftspartner oder Investoren eine transparente Darstellung der Vermögenslage fordern. Allerdings sollte beachtet werden, dass offengelegte Daten dauerhaft öffentlich einsehbar sind.

Muss ein Einzelunternehmen die E-Bilanz an das Finanzamt übermitteln?

Ja, seit 2013 sind grundsätzlich alle bilanzierenden Unternehmen – auch Einzelunternehmen – zur elektronischen Übermittlung der Bilanz (E-Bilanz) an das Finanzamt verpflichtet, wenn sie ihren Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 oder § 5 EStG ermitteln. Dies gilt unabhängig von der Offenlegungspflicht nach HGB oder PublG. Die E-Bilanz ist Teil der Steuererklärung und wird im XBRL-Format übermittelt.

Was passiert, wenn ein Einzelunternehmen die Schwellenwerte des Publizitätsgesetzes nur in einem Jahr überschreitet?

Die Publizitätspflicht entsteht erst, wenn die Schwellenwerte an drei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen überschritten werden (§ 1 PublG). Eine einmalige Überschreitung in nur einem Jahr führt daher nicht zur Offenlegungspflicht. Umgekehrt endet die Pflicht erst, wenn die Schwellenwerte an drei aufeinanderfolgenden Stichtagen unterschritten werden. Diese Drei-Jahres-Regel dient der Rechtssicherheit und verhindert kurzfristige Schwankungen.

Gibt es Branchen, in denen Einzelunternehmen besondere Offenlegungspflichten haben?

Ja, bestimmte Branchen unterliegen zusätzlichen Transparenzpflichten. Kreditinstitute und Versicherungen haben besondere Publizitätspflichten nach KWG bzw. VAG – diese sind jedoch in der Rechtsform des Einzelunternehmens extrem selten. In regulierten Bereichen wie Apotheken, Heilberufen oder Energie können zusätzliche Meldepflichten gegenüber Aufsichtsbehörden bestehen, die jedoch nicht mit der handelsrechtlichen Offenlegung identisch sind.

Können Gläubiger eines Einzelunternehmens Einsicht in die Bilanz verlangen?

Ein genereller Rechtsanspruch auf Einsicht in die Bilanz besteht für Gläubiger nicht. Anders als bei offenlegungspflichtigen Kapitalgesellschaften bleibt die Bilanz eines Einzelunternehmens grundsätzlich vertraulich. In der Praxis verlangen jedoch Banken bei Kreditvergaben regelmäßig die Vorlage aktueller Jahresabschlüsse. Auch größere Geschäftspartner fordern zunehmend Bonitätsnachweise, die auf Bilanzdaten basieren. Solche Auskünfte erfolgen dann freiwillig im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: Handelsgesetzbuch (HGB), Publizitätsgesetz (PublG), GmbH-Gesetz (GmbHG), Unternehmensregister. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
Made in Germany Entwickelt & geführt in DE
Ben
Ben
KI-Steuerberater