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Lesedauer

14–21 Minuten

OnlineBilanz›Blog›Bilanzierungspflicht AG

Bilanzierungspflicht AG 2026: Fristen & Anforderungen

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Bilanzierungspflicht für Aktiengesellschaften gehört zu den zentralen handelsrechtlichen Pflichten. Jede AG muss einen Jahresabschluss erstellen, feststellen lassen und beim Unternehmensregister offenlegen – unabhängig von Größe oder Geschäftstätigkeit. Wer die Fristen nicht einhält oder gegen Publizitätspflichten verstößt, riskiert empfindliche Ordnungsgelder nach § 335 HGB.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für Kundinnen und Kunden. Er führt das Erstgespräch, betreut die Abläufe auf der Plattform und stimmt sich bei beauftragter Prüfung mit dem jeweils beauftragten, kooperierenden Steuerberater ab.

OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung.

Kurzantwort

Jede Aktiengesellschaft ist nach § 242 HGB und § 264 HGB verpflichtet, einen Jahresabschluss zu erstellen, feststellen zu lassen und beim Unternehmensregister offenzulegen. Die ordentliche Hauptversammlung ist innerhalb von 8 Monaten nach Bilanzstichtag abzuhalten (§ 175 Abs. 1 AktG), die Offenlegungsfrist beträgt 12 Monate (§ 325 HGB). Bei Verstößen drohen Ordnungsgelder zwischen 2.500 und 25.000 Euro nach § 335 HGB.

Grundlagen der Bilanzierungspflicht für Aktiengesellschaften

Die Aktiengesellschaft (AG) unterliegt als Kapitalgesellschaft nach § 6 HGB einer unbedingten Bilanzierungspflicht. Anders als bei Einzelkaufleuten, die unter bestimmten Umsatz- und Gewinngrenzen von der Buchführungspflicht befreit werden können (§ 241a HGB), besteht für die AG kraft Rechtsform eine ausnahmslose Verpflichtung zur doppelten Buchführung, Inventur und Aufstellung eines Jahresabschlusses.

Die Bilanzierungspflicht gilt unabhängig von der Größe der AG. Selbst eine sogenannte kleine AG muss vollumfänglich bilanzieren, Geschäftsbücher führen und den Jahresabschluss gemäß den Vorschriften des Dritten Buchs des HGB (§§ 238 ff. HGB) aufstellen. Die zentrale Rechtsgrundlage bildet § 242 HGB, der für alle Kaufleute — und damit auch für die AG — die Aufstellung einer Bilanz sowie einer Gewinn- und Verlustrechnung vorsieht.

Rechtsformbedingte Pflicht

Die AG ist nach § 3 Abs. 1 AktG und § 6 Abs. 1 HGB kraft ihrer Rechtsform Formkaufmann und damit buchführungspflichtig. Eine Befreiung durch Unterschreiten von Umsatz- oder Gewinngrenzen — wie bei Kleingewerbetreibenden — ist ausgeschlossen.

Umfang der Bilanzierungspflicht im Jahr 2026

Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 sind folgende Unterlagen zu erstellen: die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie der Anhang gemäß § 264 Abs. 1 HGB. Darüber hinaus ist nach § 289 HGB ein Lagebericht zu erstellen, sofern die AG nicht als kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB einzustufen ist. Für bestimmte große, kapitalmarktorientierte AG gelten zudem erweiterte Berichtspflichten, etwa die nichtfinanzielle Erklärung nach § 289b HGB.

Wer ist für die Erstellung des Jahresabschlusses verantwortlich?

Die Verantwortung für die Aufstellung des Jahresabschlusses liegt nach § 264 Abs. 1 HGB i. V. m. § 170 Abs. 1 AktG beim Vorstand der AG. Der Vorstand hat den Jahresabschluss innerhalb der gesetzlichen Fristen aufzustellen und dem Aufsichtsrat zur Prüfung vorzulegen. Diese Verantwortung ist nicht delegierbar — auch wenn die faktische Erstellung durch die Buchhaltung, einen externen Steuerberater oder eine digitale Plattform wie OnlineBilanz erfolgt, bleibt der Vorstand rechtlich verantwortlich.

Aufgabenverteilung in der Praxis

  • Vorstand: Gesetzlich verantwortlich für Aufstellung, Unterzeichnung und Vorlage des Jahresabschlusses (§ 91 Abs. 1, § 170 Abs. 1 AktG).
  • Aufsichtsrat: Prüft den Jahresabschluss und erteilt oder verweigert die Billigung (§ 171 Abs. 1 AktG).
  • Hauptversammlung: Stellt den Jahresabschluss fest, sofern der Aufsichtsrat ihn nicht selbst festgestellt hat (§ 173 Abs. 1 AktG).
  • Abschlussprüfer: Prüft den Jahresabschluss bei mittelgroßen und großen AG verpflichtend nach § 316 Abs. 1 HGB.
  • Steuerberater / OnlineBilanz: Steuerberater können den Vorstand bei Erstellung und Prüfung unterstützen; OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit — die rechtliche Verantwortung verbleibt beim Vorstand.

Der Vorstand haftet persönlich bei Pflichtverletzungen, etwa bei verspäteter Aufstellung (§ 93 AktG). Wer die Erstellung durch einen Steuerberater durchführen lässt, kann das Risiko von Fehlern verringern, die zu Haftungsansprüchen oder Ordnungsgeldern führen können.

Welche Fristen gelten für Feststellung und Offenlegung?

Die AG unterliegt strengen gesetzlichen Fristen für die Aufstellung, Feststellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses. Diese Fristen sind zwingend einzuhalten; Verstöße gegen die Offenlegungspflicht führen zu Ordnungsgeldern nach § 335 HGB in Höhe von 2.500 bis 25.000 Euro.

Aufstellungsfrist (§ 264 Abs. 1 Satz 3 HGB)

Der Jahresabschluss ist von Kapitalgesellschaften innerhalb der ersten drei Monate des Geschäftsjahres für das vergangene Geschäftsjahr aufzustellen; kleine Kapitalgesellschaften haben bis zu sechs Monate Zeit, wenn dies einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht (§ 264 Abs. 1 Satz 4 HGB). Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 bedeutet dies: Der Jahresabschluss muss spätestens bis zum 31.03.2026 (kleine AG: 30.06.2026) durch den Vorstand aufgestellt sein.

Feststellung (§§ 172, 173, 175 AktG)

Billigt der Aufsichtsrat den Jahresabschluss, ist dieser festgestellt, sofern Vorstand und Aufsichtsrat nicht beschließen, die Feststellung der Hauptversammlung zu überlassen (§ 172 AktG). Billigt der Aufsichtsrat nicht oder wird die Feststellung überlassen, stellt die Hauptversammlung den Jahresabschluss fest (§ 173 Abs. 1 AktG). Die ordentliche Hauptversammlung ist in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres abzuhalten (§ 175 Abs. 1 AktG). Für das Geschäftsjahr 2025 gilt somit die Frist bis spätestens 31.08.2026.

Offenlegungsfrist (§ 325 HGB)

Gemäß § 325 Abs. 1 HGB muss die AG den festgestellten Jahresabschluss zusammen mit dem Lagebericht, dem Bestätigungsvermerk und dem Bericht des Aufsichtsrats spätestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag beim Unternehmensregister einreichen. Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 ist die Offenlegung somit bis spätestens 31.12.2026 vorzunehmen.

Achtung: Offenlegung nur noch beim Unternehmensregister

Seit Inkrafttreten des DiRUG am 01.08.2022 erfolgt die Offenlegung ausschließlich beim Unternehmensregister — nicht mehr beim Bundesanzeiger. Einreichungen über das Portal www.unternehmensregister.de sind elektronisch vorzunehmen.

Frist Rechtsgrundlage Stichtag 31.12.2025 Verantwortlich
Aufstellung Jahresabschluss § 264 Abs. 1 S. 3 HGB 31.03.2026 Vorstand
Ordentliche Hauptversammlung (Feststellung i. d. R. durch Billigung des Aufsichtsrats) §§ 172, 175 Abs. 1 AktG 31.08.2026 Aufsichtsrat / Hauptversammlung
Offenlegung § 325 Abs. 1 HGB 31.12.2026 Vorstand

Welche Größenklassen gelten und welche Erleichterungen gibt es?

Die Bilanzierungs- und Offenlegungspflichten der AG richten sich nach der Größenklasse gemäß § 267 HGB. Je nach Größe der Gesellschaft gelten unterschiedliche Anforderungen an Umfang, Prüfung und Publizität des Jahresabschlusses. Die Einstufung erfolgt anhand von drei Kriterien: Bilanzsumme, Umsatzerlöse und durchschnittliche Arbeitnehmerzahl.

Größenklassen nach § 267 HGB (Stand 2026)

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Arbeitnehmer Schwellenwerte
Klein ≤ 7,5 Mio. € ≤ 15 Mio. € ≤ 50 2 von 3 Kriterien an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen
Mittelgroß ≤ 25 Mio. € ≤ 50 Mio. € ≤ 250 2 von 3 Kriterien überschritten
Groß > 25 Mio. € > 50 Mio. € > 250 2 von 3 Kriterien überschritten

Die Einstufung ist nach § 267 Abs. 4 HGB von Dauer: Ein Größenwechsel tritt erst ein, wenn an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen mindestens zwei der drei Merkmale über- bzw. unterschritten werden.

Erleichterungen für kleine AG

  • Befreiung von der Pflicht zur Erstellung eines Lageberichts nach § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB.
  • Erleichterungen bei der Offenlegung: Offenlegung nur von Bilanz und Anhang, keine GuV (§ 326 HGB).
  • Keine Pflicht zur Abschlussprüfung nach § 316 Abs. 1 HGB, sofern nicht zwei der drei Schwellenwerte des § 267 Abs. 1 HGB überschritten werden.

Praxishinweis: Kleine AG

Auch eine kleine AG bleibt bilanzierungspflichtig und muss Bilanz, GuV und Anhang erstellen. Lediglich der Lagebericht entfällt, und die Offenlegung darf in verkürzter Form erfolgen. Die Aufstellungspflicht nach § 264 HGB bleibt unberührt.

Mittelgroße und große AG: Erweiterte Pflichten

Mittelgroße und große AG unterliegen nach § 316 Abs. 1 HGB der Abschlussprüfungspflicht. Der Jahresabschluss ist von einem Wirtschaftsprüfer oder einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu prüfen. Darüber hinaus besteht die Pflicht zur Erstellung eines Lageberichts nach § 289 HGB. Große Kapitalgesellschaften müssen zusätzlich eine nichtfinanzielle Erklärung nach § 289b HGB vorlegen, sofern sie kapitalmarktorientiert sind und im Jahresdurchschnitt mehr als 500 Arbeitnehmer beschäftigen.

Wann besteht eine Abschlussprüfungspflicht für die AG?

Die Abschlussprüfungspflicht für Aktiengesellschaften richtet sich nach § 316 HGB. Grundsätzlich gilt: Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften sind zur Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts durch einen Abschlussprüfer verpflichtet. Kleine Kapitalgesellschaften sind von der Prüfungspflicht befreit, sofern sie die Schwellenwerte des § 267 Abs. 1 HGB nicht überschreiten.

Prüfungspflichtige AG nach § 316 Abs. 1 HGB

Eine AG ist prüfungspflichtig, wenn sie nicht als kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB gilt. Das bedeutet: Sobald an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen mindestens zwei der drei Merkmale (Bilanzsumme > 7,5 Mio. €, Umsatz > 15 Mio. €, Mitarbeiter > 50) überschritten werden, ist eine Abschlussprüfung verpflichtend.

  • Prüfung des Jahresabschlusses (Bilanz, GuV, Anhang) und Lagebericht
  • Durchführung durch Wirtschaftsprüfer oder WP-Gesellschaft nach § 319 HGB
  • Erteilung eines Bestätigungsvermerks nach § 322 HGB oder Versagung
  • Prüfungsbericht ist dem Aufsichtsrat vorzulegen (§ 170 Abs. 3 AktG)
  • Veröffentlichung des Bestätigungsvermerks zusammen mit dem Jahresabschluss (§ 325 HGB)

Freiwillige Prüfung

Auch kleine AG können freiwillig eine Abschlussprüfung durchführen lassen. Dies kann sinnvoll sein, um gegenüber Banken, Investoren oder Geschäftspartnern erhöhte Transparenz und Sicherheit zu signalisieren. Die freiwillige Prüfung folgt denselben gesetzlichen Vorgaben wie die Pflichtprüfung.

OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit; Abschlussprüfungen führt OnlineBilanz nicht durch.

Wie erfolgt die Offenlegung beim Unternehmensregister?

Nach § 325 HGB ist die AG verpflichtet, den festgestellten Jahresabschluss beim Unternehmensregister offenzulegen. Die Offenlegung muss elektronisch über das Portal www.unternehmensregister.de erfolgen. Diese Pflicht gilt seit dem DiRUG (Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie) ab 01.08.2022; der Bundesanzeiger ist nicht mehr zuständig.

Einzureichende Unterlagen nach § 325 HGB

  • Bilanz, GuV, Anhang: Vollständiger Jahresabschluss nach § 264 HGB.
  • Lagebericht: Bei mittelgroßen und großen AG verpflichtend nach § 289 HGB.
  • Bestätigungsvermerk: Falls der Jahresabschluss geprüft wurde (§ 316 HGB).
  • Bericht des Aufsichtsrats: Nach § 171 Abs. 2 AktG (Erleichterungen für kleine AG nach § 326 HGB).
  • Beschluss über die Ergebnisverwendung: Falls bereits gefasst.

Technische Anforderungen

Die Einreichung erfolgt elektronisch in einem vom Unternehmensregister akzeptierten Dateiformat. Sie kann auch durch einen beauftragten Dritten, etwa einen Steuerberater, vorgenommen werden.

Verspätete Offenlegung: Ordnungsgeld droht

Bei verspäteter oder unterlassener Offenlegung verhängt das Bundesamt für Justiz nach § 335 HGB ein Ordnungsgeld zwischen 2.500 und 25.000 Euro. Die Frist von zwölf Monaten nach Bilanzstichtag ist zwingend einzuhalten.

Erleichterungen bei der Offenlegung

Kleine Kapitalgesellschaften dürfen nach § 326 HGB eine verkürzte Bilanz offenlegen; die GuV muss nicht veröffentlicht werden. Mittelgroße Kapitalgesellschaften dürfen die Bilanz in verkürzter Form offenlegen (§ 327 HGB). Große Kapitalgesellschaften müssen den vollständigen Jahresabschluss einschließlich Lagebericht und allen Prüfungsunterlagen einreichen.

Die Offenlegung obliegt dem Vorstand. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit.

Welche Besonderheiten gelten für die AG im Vergleich zur GmbH?

Obwohl AG und GmbH beide Kapitalgesellschaften sind und nach denselben HGB-Vorschriften bilanzieren, bestehen wesentliche Unterschiede in der Organstruktur, Prüfungspflicht, Feststellung und Offenlegung des Jahresabschlusses. Diese Unterschiede ergeben sich aus dem Aktiengesetz (AktG) und den spezifischen Anforderungen an die AG.

Organstruktur und Verantwortung

AG (Aktiengesetz)

  • Vorstand stellt den Jahresabschluss auf (§ 264 Abs. 1 HGB, § 170 AktG)
  • Aufsichtsrat prüft und billigt (§ 171 AktG) – damit ist er in der Regel festgestellt (§ 172 AktG)
  • Hauptversammlung stellt nur in Ausnahmefällen fest (§ 173 AktG)

GmbH (GmbH-Gesetz)

  • Geschäftsführer erstellt den Jahresabschluss
  • Gesellschafterversammlung stellt fest (§ 42a GmbHG)
  • Aufsichtsrat nur bei Mitbestimmung oder freiwillig

Feststellungsfristen

Rechtsform Feststellungsfrist Rechtsgrundlage
AG Ordentliche Hauptversammlung innerhalb von 8 Monaten nach Bilanzstichtag (Feststellung i. d. R. durch Billigung des Aufsichtsrats) §§ 172, 175 Abs. 1 AktG
GmbH 8 Monate, bei kleinen GmbH 11 Monate nach Bilanzstichtag (durch Gesellschafterversammlung) § 42a Abs. 2 GmbHG

Die AG hat somit eine deutlich kürzere Frist zur Feststellung des Jahresabschlusses. Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 bedeutet dies: Die AG muss die ordentliche Hauptversammlung bis spätestens 31.08.2026 abhalten, eine kleine GmbH hat für die Feststellung bis 30.11.2026 Zeit.

Prüfungspflicht und Publizität

Die AG unterliegt tendenziell strengeren Publizitäts- und Prüfungsanforderungen. Kleine GmbH und kleine AG sind gleichermaßen von der Abschlussprüfung befreit. Zudem erfordert die AG die Offenlegung des Berichts des Aufsichtsrats nach § 171 Abs. 2 AktG, was bei der GmbH nicht der Fall ist.

Die AG ist die anspruchsvollere Rechtsform: kürzere Fristen, dreigliedriges Organsystem, höhere Publizität. Wer als AG bilanziert, sollte die Erstellung des Jahresabschlusses frühzeitig planen — idealerweise mit einem Steuerberater, der die AktG-Besonderheiten kennt.

Welche Sanktionen drohen bei Verstößen gegen die Bilanzierungspflicht?

Verstöße gegen die Bilanzierungs-, Feststellungs- und Offenlegungspflichten können für die AG und deren Organmitglieder empfindliche Sanktionen nach sich ziehen. Die Bandbreite reicht von Ordnungsgeldern über Bußgelder bis hin zu persönlicher Haftung des Vorstands und strafrechtlichen Konsequenzen.

Ordnungsgeld nach § 335 HGB

Wird der Jahresabschluss nicht fristgerecht beim Unternehmensregister offengelegt, verhängt das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld gegen die Gesellschaft und gegen die Mitglieder des vertretungsberechtigten Organs (Vorstand). Die Höhe des Ordnungsgeldes beträgt gemäß § 335 Abs. 1 HGB mindestens 2.500 Euro und maximal 25.000 Euro. Das Ordnungsgeld kann wiederholt festgesetzt werden; für kapitalmarktorientierte Gesellschaften gelten höhere Obergrenzen (§ 335 Abs. 1a HGB).

2.500 €

Mindestordnungsgeld nach § 335 HGB

25.000 €

Maximales Ordnungsgeld

12 Monate

Offenlegungsfrist nach § 325 HGB

Bußgelder nach § 334 HGB

Wer als Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats bei der Aufstellung oder Feststellung des Jahresabschlusses bestimmten Vorschriften über Form und Inhalt zuwiderhandelt, handelt ordnungswidrig; es droht eine Geldbuße bis zu 50.000 Euro (§ 334 Abs. 1 und 3 HGB), bei kapitalmarktorientierten Gesellschaften auch mehr.

Persönliche Haftung des Vorstands nach § 93 AktG

Der Vorstand haftet der AG gegenüber bei Pflichtverletzungen nach § 93 Abs. 2 AktG auf Schadensersatz. Dazu zählen insbesondere die Verletzung der Bilanzierungspflichten, verspätete Aufstellung oder fehlerhafte Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Haftung ist persönlich und kann auch mehrere Vorstandsmitglieder gesamtschuldnerisch treffen.

Strafrechtliche Risiken

In schwerwiegenden Fällen — etwa bei bewusst falscher Bilanzierung zur Täuschung von Gläubigern oder Gesellschaftern — können strafrechtliche Konsequenzen nach § 331 HGB (unrichtige Darstellung) oder wegen Untreue (§ 266 StGB) drohen. § 331 HGB sieht Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor, Untreue (§ 266 StGB) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

Checkliste: Risiken vermeiden

  • Jahresabschluss fristgerecht bis 31.03. des Folgejahres aufstellen, kleine AG bis 30.06. (§ 264 Abs. 1 HGB)
  • Ordentliche Hauptversammlung spätestens 8 Monate nach Bilanzstichtag (§ 175 Abs. 1 AktG)
  • Offenlegung beim Unternehmensregister spätestens 12 Monate nach Bilanzstichtag (§ 325 HGB)
  • Bei Prüfungspflicht: Wirtschaftsprüfer frühzeitig beauftragen
  • Verantwortung im Vorstand klar regeln, Steuerberater frühzeitig einbinden
  • Regelmäßige Kontrolle der Buchhaltung, ggf. in Abstimmung mit dem Steuerberater

Wer die Erstellung des Jahresabschlusses durch einen Steuerberater durchführen lässt, kann das Risiko von Fehlern und Fristversäumnissen verringern. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; auf Wunsch prüft gegen Aufpreis ein kooperierender Steuerberater.

Wie unterstützt ein Steuerberater die AG bei der Bilanzierung?

Die Bilanzierung einer AG ist komplex und erfordert fundierte Kenntnisse in Handelsrecht, Steuerrecht und Rechnungslegung. Ein Steuerberater übernimmt nicht nur die operative Erstellung des Jahresabschlusses, sondern berät den Vorstand bei allen steuerlichen und bilanziellen Fragestellungen — von der laufenden Buchhaltung bis zur fristgerechten Offenlegung.

Leistungen des Steuerberaters im Überblick

  • Laufende Finanzbuchhaltung: Verbuchung aller Geschäftsvorfälle, Kontenabstimmung, Umsatzsteuervoranmeldungen.
  • Erstellung des Jahresabschlusses: Bilanz, GuV, Anhang nach § 264 HGB, ggf. Lagebericht nach § 289 HGB.
  • Steuerliche Beratung: Optimierung der Steuerlast, Berechnung latenter Steuern, Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererklärung.
  • Abstimmung mit Wirtschaftsprüfer: Vorbereitung der Prüfungsunterlagen, Beantwortung von Prüfungsfragen.
  • Offenlegung beim Unternehmensregister: Aufbereitung und fristgerechte Einreichung.
  • Beratung bei Sonderfragen: Bewertung von Rückstellungen, Abschreibungen, Beteiligungen, Fremdwährungsgeschäften.

OnlineBilanz: Software für den Jahresabschlussentwurf

OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen der Gesellschaft. Servet Gündogan als Büroleiter in Stuttgart ist erster Ansprechpartner und koordiniert auf Wunsch die Zusammenarbeit mit einem kooperierenden Steuerberater, der gegen Aufpreis Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung übernimmt.

1. Datenübermittlung

Mandanten laden Belege, Kontoauszüge und Unterlagen digital hoch — sicher, verschlüsselt und jederzeit nachvollziehbar.

2. Erstellung & Prüfung

Die Software erstellt einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf; auf Wunsch prüft gegen Aufpreis ein kooperierender Steuerberater.

3. Übermittlung

Die E-Bilanz wird technisch nach § 87d AO übermittelt; Feststellung und Offenlegung obliegen der Gesellschaft.

Der Vorteil: digitale Kommunikation ohne Medienbrüche und persönliche Ansprechpartner.

Häufig gestellte Fragen

Muss eine kleine AG auch einen Lagebericht erstellen?

Nein. Nach § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB sind kleine Kapitalgesellschaften von der Pflicht zur Aufstellung eines Lageberichts befreit. Dies gilt auch für kleine Aktiengesellschaften, sofern sie die Schwellenwerte des § 267 Abs. 1 HGB nicht überschreiten. Mittlere und große AGs sind dagegen zur Erstellung eines Lageberichts verpflichtet.

Kann eine AG die Offenlegung durch Hinterlegung vermeiden?

Nur eingeschränkt. Kleinstkapitalgesellschaften (§ 267a HGB) – also ggf. auch eine Kleinst-AG – können statt der Offenlegung die Bilanz beim Unternehmensregister hinterlegen (§ 326 Abs. 2 HGB). Alle übrigen AGs müssen ihren Jahresabschluss offenlegen. Bei Nichtoffenlegung drohen Ordnungsgelder nach § 335 HGB.

Wer haftet bei verspäteter Offenlegung des Jahresabschlusses?

Nach § 335 HGB haften die gesetzlichen Vertreter der AG – also die Vorstandsmitglieder – für die rechtzeitige Offenlegung. Das Ordnungsgeldverfahren richtet sich gegen die AG selbst, aber auch persönlich gegen die Vorstandsmitglieder.

Kann eine AG den Jahresabschluss selbst erstellen oder braucht sie einen Steuerberater?

Rechtlich kann der Vorstand den Jahresabschluss selbst erstellen – die Erstellung ist keine dem Steuerberater vorbehaltene Tätigkeit. In der Praxis beauftragen viele AGs einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, da die handels- und steuerrechtlichen Anforderungen komplex sind und Fehler zu erheblichen Haftungsrisiken führen können. Die Abschlussprüfung muss ohnehin durch einen Wirtschaftsprüfer erfolgen, sofern Prüfungspflicht besteht.

Gilt die Bilanzierungspflicht auch für eine AG in Liquidation?

Ja. Auch während der Liquidation besteht die Bilanzierungspflicht fort. Nach § 270 Abs. 1 AktG haben die Liquidatoren für den Beginn der Liquidation eine Eröffnungsbilanz und für den Schluss eines jeden Jahres einen Jahresabschluss aufzustellen. Die Offenlegungspflicht nach § 325 HGB bleibt ebenfalls bestehen, bis die AG im Handelsregister gelöscht wird.

Was passiert, wenn die Hauptversammlung den Jahresabschluss nicht feststellt?

Bei der AG wird der Jahresabschluss in der Regel durch Billigung des Aufsichtsrats festgestellt (§ 172 AktG). Die Hauptversammlung stellt ihn nur fest, wenn Vorstand und Aufsichtsrat ihr die Feststellung überlassen oder der Aufsichtsrat ihn nicht billigt (§ 173 Abs. 1 AktG). Die ordentliche Hauptversammlung ist in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres abzuhalten (§ 175 Abs. 1 AktG). Dies gilt auch für kleine AGs; der Vorstand allein kann den Jahresabschluss nie feststellen.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: Handelsgesetzbuch (HGB), Aktiengesetz (AktG), GmbH-Gesetz (GmbHG), Unternehmensregister. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Kennenlerntermin15 Min · Raphael Diener