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OnlineBilanz›Blog›Aktivierung SKR04

Aktivierung buchen SKR04 2026: Konten & Buchungssätze

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Lesezeit: ca. 9 Minuten

Der SKR04 folgt dem Abschlussgliederungsprinzip: Die Konten der Klassen 0 und 1 entsprechen der Aktivseite der Bilanz. Dieser Beitrag zeigt, wie Anlagevermögen, Vorräte, Forderungen, Eigenleistungen, Rechnungsabgrenzungsposten und latente Steuern im SKR04 nach DATEV-Stand 2026 aktiviert werden. Die Grundsätze sind dieselben wie im SKR03; siehe Aktivierung buchen SKR03.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für Kundinnen und Kunden. Er führt das Erstgespräch, betreut die Abläufe auf der Plattform und stimmt sich bei beauftragter Prüfung mit dem jeweils beauftragten, kooperierenden Steuerberater ab.

OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit. Sie können den Entwurf zur eigenen Verwendung herunterladen. Eine Einreichung über OnlineBilanz setzt die Prüfung und erforderliche Korrektur durch den beauftragten Steuerberater voraus.

Kurzantwort

Im SKR04 liegt das Anlagevermögen in Klasse 0 (z. B. 0135 EDV-Software, 0440 Maschinen, 0520 Pkw, 0650 Büroeinrichtung), das Umlaufvermögen und die Rechnungsabgrenzung in Klasse 1 (1000–1140 Vorräte, 1200 Forderungen, 1800 Bank, 1900 ARAP). Gebucht wird „Anlagenkonto an 3300 Verbindlichkeiten aus L+L bzw. 1800 Bank“, die Vorsteuer auf 1406. Abschreibungen laufen über Klasse 6 (6220 Sachanlagen, 6260 GWG). Selbst erstellte Anlagen werden über 4820 bzw. 4825 aktiviert. Aktive latente Steuern (1950) sind ein Wahlrecht, von dem kleine GmbHs ganz befreit sind.

Anlagevermögen

Aktiviert werden die Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten abzüglich Preisminderungen (§ 255 Abs. 1 HGB).

Vorgang Soll Haben Betrag
Maschine auf Rechnung 0440 Maschinen 3300 Verbindlichkeiten aus L+L 50.000,00 €
Vorsteuer darauf 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 3300 Verbindlichkeiten aus L+L 9.500,00 €
Software gekauft 0135 EDV-Software 1800 Bank 12.000,00 €
Firmenwagen netto 0520 Pkw 1800 Bank 50.000,00 €
Vorsteuer Firmenwagen 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 1800 Bank 9.500,00 €

Abschreibungen werden im SKR04 in Klasse 6 gebucht:

  • planmäßig: 6220 Abschreibungen auf Sachanlagen an 0440
  • außerplanmäßig bei voraussichtlich dauernder Wertminderung (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB): 6230 Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen an 0440
  • Zuschreibung bei Wegfall des Grundes (§ 253 Abs. 5 HGB): 0440 an 4910 Erträge aus Zuschreibungen des Sachanlagevermögens
  • Geschäfts- oder Firmenwert (0150): 6205 Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau werden gesondert erfasst, etwa 0780 Anzahlungen auf technische Anlagen und Maschinen, 0770 Technische Anlagen und Maschinen im Bau, 0170 Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände. Abgeschrieben wird erst ab Nutzungsbereitschaft nach Umbuchung auf das endgültige Anlagenkonto.

GWG und Sammelposten

  • GWG bis 800 € netto (selbständig nutzbar): Wahlrecht zur Sofortabschreibung (§ 6 Abs. 2 EStG): 0670 Geringwertige Wirtschaftsgüter, Abschreibung 6260 Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter.
  • Sammelposten für alle Zugänge eines Jahres über 250 € bis 1.000 € netto (§ 6 Abs. 2a EStG): 0675 Wirtschaftsgüter (Sammelposten), Auflösung über 5 Jahre über 6264.
  • Alternativ jeweils Aktivierung und reguläre AfA; über 1.000 € netto nur diese.

Handelsrechtlich wird die steuerliche Sofortabschreibung von GWG aus Vereinfachungsgründen in der Regel übernommen.

Vorräte und Forderungen

Vorräte

Bei der verbreiteten Aufwandsmethode wird der Einkauf zunächst als Aufwand gebucht (z. B. 5400 Wareneingang 19 % Vorsteuer) und zum Stichtag der Inventurbestand (§ 240 HGB) auf den Bestandskonten eingebucht: 1000 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (Bestand), 1140 Waren (Bestand). Unfertige und fertige Erzeugnisse werden auf 1040 bzw. 1100 aktiviert, die Gegenbuchung läuft über 4810 bzw. 4800 Bestandsveränderungen. Bewertet wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, höchstens zum niedrigeren Stichtagswert (strenges Niederstwertprinzip, § 253 Abs. 4 HGB).

Forderungen

Ausgangsrechnung: 1200 Forderungen aus L+L an 4400 Erlöse 19 % USt; die Umsatzsteuer bucht das Automatikkonto auf 3806. Ausfallrisiken werden über Einzelwertberichtigungen (1246) bzw. Pauschalwertberichtigungen (1248) berücksichtigt, endgültige Ausfälle über 6930 Forderungsverluste.

Eigenleistungen und immaterielle Vermögensgegenstände

Herstellungskosten (§ 255 Abs. 2 HGB) umfassen zwingend Material- und Fertigungskosten, Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und des fertigungsbedingten Werteverzehrs. Wahlweise können Verwaltungskosten, soziale Aufwendungen und unter den Voraussetzungen des § 255 Abs. 3 HGB Fremdkapitalzinsen einbezogen werden; Vertriebs- und Forschungskosten sind ausgeschlossen.

Vorgang Soll Haben
Selbst hergestellte Maschine, laufende Aktivierung 0770 Technische Anlagen und Maschinen im Bau 4820 Andere aktivierte Eigenleistungen
Umbuchung nach Fertigstellung 0440 Maschinen 0770 Technische Anlagen und Maschinen im Bau
Selbst entwickelte Software (Wahlrecht § 248 Abs. 2 HGB) 0144 EDV-Software (selbst geschaffen) 4825 Aktivierte Eigenleistungen zur Erstellung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen

Selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte und Kundenlisten dürfen nicht aktiviert werden (§ 248 Abs. 2 Satz 2 HGB), ebenso Forschungskosten (§ 255 Abs. 2a HGB). Ein aktivierter Betrag abzüglich passiver latenter Steuern ist ausschüttungsgesperrt (§ 268 Abs. 8 HGB). Steuerlich gilt ein Aktivierungsverbot (§ 5 Abs. 2 EStG).

Rechnungsabgrenzung und Disagio

Ausgaben vor dem Stichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen, sind als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten anzusetzen (§ 250 Abs. 1 HGB).

Vorgang Soll Haben
Im Dezember gezahlte Januarmiete (31.12.) 1900 Aktive Rechnungsabgrenzung 6310 Miete
Vorausgezahlte Versicherung, Anteil Folgejahr 1900 Aktive Rechnungsabgrenzung 6400 Versicherungen
Auflösung im Folgejahr 6310 bzw. 6400 1900 Aktive Rechnungsabgrenzung

Ein Disagio darf handelsrechtlich aktiviert und über die Laufzeit verteilt werden (§ 250 Abs. 3 HGB, Konto 1940); steuerlich ist es zu aktivieren und auf den Zinsfestschreibungszeitraum zu verteilen. Die Auflösung läuft über Zinsaufwand (7300 ff.).

Aktive latente Steuern

Weichen Handels- und Steuerbilanz voneinander ab und gleichen sich die Differenzen später aus, entstehen latente Steuern (§ 274 HGB). Passive latente Steuern sind anzusetzen; für einen Überhang aktiver latenter Steuern besteht ein Wahlrecht (§ 274 Abs. 1 Satz 2 HGB). Kleine Kapitalgesellschaften (Bilanzsumme bis 7,5 Mio. €, Umsatz bis 15 Mio. €, bis 50 Arbeitnehmer; zwei von drei Merkmalen) sind von § 274 HGB befreit (§ 274a Nr. 4 HGB).

Vorgang Soll Haben
Bildung aktiver latenter Steuern 1950 Aktive latente Steuern 7649 Erträge aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern
Auflösung 7645 Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 1950 Aktive latente Steuern

Bewertet wird mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz, bei einer GmbH typischerweise rund 30 % (Körperschaftsteuer mit Solidaritätszuschlag 15,825 % zuzüglich Gewerbesteuer je nach Hebesatz).

Handels- und Steuerbilanz

Die Handelsbilanz ist für die Steuerbilanz maßgeblich, soweit steuerlich nichts anderes vorgeschrieben ist; steuerliche Wahlrechte können seit dem BilMoG unabhängig von der Handelsbilanz ausgeübt werden (§ 5 Abs. 1 Satz 1 EStG). Umgekehrt dürfen rein steuerliche Abschreibungen wie die Sonderabschreibung nach § 7g EStG nicht in die Handelsbilanz übernommen werden.

Position Handelsbilanz Steuerbilanz
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände Wahlrecht (§ 248 Abs. 2 HGB) Verbot (§ 5 Abs. 2 EStG)
Disagio Wahlrecht (§ 250 Abs. 3 HGB) Aktivierungspflicht
Wertminderung Anlagevermögen Pflicht bei dauernder Wertminderung; bei Finanzanlagen auch bei vorübergehender zulässig Teilwertabschreibung nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, als Wahlrecht (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2 EStG)
Investitionsabzugsbetrag keine Auswirkung außerbilanzieller Abzug; im Investitionsjahr Hinzurechnung, Anschaffungskosten können um bis zu 50 % gemindert werden

Jahresabschluss mit OnlineBilanz

Mit OnlineBilanz erstellen Sie einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf, den Sie zur eigenen Verwendung herunterladen können. Soll die Einreichung über OnlineBilanz erfolgen, prüft, korrigiert und unterzeichnet ein namentlich benannter, kooperierender Steuerberater. Steuerliche Beratung im Einzelfall erteilen ausschließlich Steuerberater.

Häufig gestellte Fragen

Müssen aktive latente Steuern angesetzt werden?

Nein. Für einen Überhang aktiver latenter Steuern besteht ein Ansatzwahlrecht (§ 274 Abs. 1 Satz 2 HGB); passive latente Steuern sind anzusetzen. Kleine Kapitalgesellschaften sind von § 274 HGB ganz befreit (§ 274a Nr. 4 HGB).

Dürfen selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände steuerlich aktiviert werden?

Nein. Handelsrechtlich besteht ein Wahlrecht (§ 248 Abs. 2 HGB), steuerlich ein Aktivierungsverbot für nicht entgeltlich erworbene immaterielle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (§ 5 Abs. 2 EStG).

Wie werden GWG im SKR04 gebucht?

Aktivierung auf 0670 Geringwertige Wirtschaftsgüter, Sofortabschreibung über 6260. Für einen Sammelposten werden 0675 und 6264 verwendet.

Ist jeder GmbH-Jahresabschluss prüfungspflichtig?

Nein. Nur mittelgroße und große Kapitalgesellschaften unterliegen der Abschlussprüfung (§ 316 Abs. 1 HGB). Kleine GmbHs müssen ihren Abschluss nicht prüfen lassen.

Wie lange sind Belege zur Aktivierung aufzubewahren?

Buchungsbelege acht Jahre, Bücher, Inventare und Jahresabschlüsse zehn Jahre (§ 257 Abs. 4 HGB, § 147 Abs. 3 AO).

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit. Sie können den Entwurf zur eigenen Verwendung herunterladen. Eine Einreichung über OnlineBilanz setzt die Prüfung und erforderliche Korrektur durch den beauftragten Steuerberater voraus. Grundlagen: § 248 HGB, § 255 HGB, § 274 HGB, § 5 EStG; Kontonummern: DATEV-Standardkontenrahmen SKR04, gültig für 2026. Nächste redaktionelle Prüfung: April 2027.

Jahresabschlussentwurf mit OnlineBilanz erstellen – Preise über den Kostenrechner im Portal

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