Schlussbilanzkonto (SBK): Funktion, Buchungssätze und Beispiel
Wie kommen die Endbestände aus der Buchführung eigentlich sauber in die Bilanz? In der doppelten Buchführung übernimmt diese Funktion ein technisches Hilfskonto: das Schlussbilanzkonto.
Kurzantwort
Das Schlussbilanzkonto (SBK) ist ein technisches Hilfskonto der doppelten Buchführung. Über das SBK werden am Ende des Geschäftsjahres alle Bestandskonten (Vermögens- und Kapitalkonten) abgeschlossen: Aktive Bestandskonten werden mit „SBK an Aktivkonto“ ausgebucht, passive Bestandskonten mit „Passivkonto an SBK“. Das SBK ist damit das spiegelbildliche Gegenstück zum Eröffnungsbilanzkonto (EBK), über das die Bestandskonten zu Jahresbeginn eröffnet werden.
Inhaltsverzeichnis
Was ist das Schlussbilanzkonto?
Das Schlussbilanzkonto ist kein eigenständiges Geschäftskonto, sondern ein rein technisches Hilfskonto, das in der doppelten Buchführung verwendet wird, um am Jahresende die Bestandskonten – also alle Vermögens- (Aktiv-) und Kapitalkonten (Passiv-) – ordnungsgemäß abzuschließen. Die darüber ermittelten Endbestände bilden anschließend die Grundlage für die Schlussbilanz. Die genaue Kontonummer, unter der das SBK im jeweiligen Kontenplan geführt wird, kann je nach Kontenrahmen und Buchführungssoftware variieren.
Die Buchungssätze zum Abschluss
Für den Abschluss gilt der Grundsatz „Soll an Haben“ wie bei jeder Buchung. Je nachdem, ob ein aktives oder ein passives Bestandskonto abgeschlossen wird, ergeben sich zwei spiegelbildliche Buchungssätze:
| Kontoart | Buchungssatz zum Abschluss |
|---|---|
| Aktives Bestandskonto | Schlussbilanzkonto an [Aktivkonto] |
| Passives Bestandskonto | [Passivkonto] an Schlussbilanzkonto |
Rechenbeispiel
Das Konto „Betriebs- und Geschäftsausstattung“ weist zum Jahresende einen Bestand von 35.000 € aus, das Konto „Verbindlichkeiten“ einen Bestand von 120.000 €:
| Konto | Buchungssatz | Betrag |
|---|---|---|
| Betriebs- und Geschäftsausstattung (aktiv) | Schlussbilanzkonto an Betriebs- und Geschäftsausstattung | 35.000 € |
| Verbindlichkeiten (passiv) | Verbindlichkeiten an Schlussbilanzkonto | 120.000 € |
Nach diesen Buchungen stehen die Endbestände aller Bestandskonten im Schlussbilanzkonto gesammelt – aktive Positionen im Soll, passive Positionen im Haben – und können direkt in die Schlussbilanz übernommen werden.
Verhältnis zum Eröffnungsbilanzkonto
Spiegelbildliche Logik
Das SBK ist das genaue Gegenstück zum Eröffnungsbilanzkonto (EBK), über das die Bestandskonten zu Beginn des Geschäftsjahres eröffnet werden. Beim EBK stehen die Anfangsbestände der aktiven Konten im Haben und der passiven Konten im Soll (Buchungssatz: „Aktivkonto an EBK“ bzw. „EBK an Passivkonto“). Beim SBK ist es genau umgekehrt: Die Endbestände der aktiven Konten stehen im Soll, die der passiven Konten im Haben.
In der Praxis übernehmen moderne Buchführungsprogramme diese Abschlussbuchungen heute automatisch im Hintergrund – das zugrunde liegende Prinzip bleibt aber dasselbe wie in der manuellen Buchführung.
Abgrenzung zum Gewinn- und Verlustkonto
Wichtig ist die Abgrenzung zum Gewinn- und Verlustkonto (GuV-Konto): Während das Schlussbilanzkonto ausschließlich die Bestandskonten (Vermögen und Kapital) abschließt, werden die Erfolgskonten – also Aufwands- und Ertragskonten – separat über das GuV-Konto abgeschlossen. Beide Abschlusskonten zusammen bilden die Grundlage für Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung.
Fazit
Das Schlussbilanzkonto sorgt dafür, dass die Endbestände aller Bestandskonten sauber und nachvollziehbar in die Schlussbilanz überführt werden. Wer die spiegelbildliche Logik zum Eröffnungsbilanzkonto einmal verstanden hat – aktive Konten im Soll, passive Konten im Haben des SBK –, hat damit ein Grundprinzip der doppelten Buchführung verinnerlicht, das auch in automatisierten Buchführungssystemen im Hintergrund weiterlebt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Schlussbilanzkonto (SBK)?
Das Schlussbilanzkonto ist ein technisches Hilfskonto der doppelten Buchführung, über das am Ende des Geschäftsjahres alle Bestandskonten (Vermögens- und Kapitalkonten) abgeschlossen werden, damit ihre Endbestände korrekt in die Schlussbilanz übernommen werden.
Wie lautet der Buchungssatz zum Abschluss eines aktiven Bestandskontos über das SBK?
Aktive Bestandskonten werden mit dem Buchungssatz „Schlussbilanzkonto an [Aktivkonto]“ abgeschlossen.
Wie verhält sich das SBK zum Eröffnungsbilanzkonto (EBK)?
Das SBK ist das spiegelbildliche Gegenstück zum EBK: Während beim EBK die Anfangsbestände der aktiven Konten im Haben und der passiven Konten im Soll stehen, stehen beim SBK die Endbestände der aktiven Konten im Soll und der passiven Konten im Haben.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Steuerliche Beratung im Einzelfall erteilen nur die nach dem Steuerberatungsgesetz dazu befugten Personen und Gesellschaften, insbesondere Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer. Stand: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
