Bilanz erstellen Ratingen 2026: Pflichten & Fristen
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Unternehmen in Ratingen müssen ihre Bilanz nach strengen gesetzlichen Vorgaben erstellen, feststellen und offenlegen. Welche Fristen gelten 2026, welche Größenklasse trifft zu und wie vermeiden Sie teure Ordnungsgelder? Dieser Leitfaden zeigt Ihnen alle Pflichten, Bestandteile und digitale Prozesse – präzise und praxisnah für Ratinger GmbHs, UGs und Kapitalgesellschaften.
Kurzantwort
In Ratingen müssen alle Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) nach §§ 242, 264 HGB eine Bilanz erstellen, feststellen und beim Unternehmensregister offenlegen. Für das Geschäftsjahr 2025 (Bilanzstichtag 31.12.2025) gilt die Feststellungsfrist bis November 2026 (kleine GmbH) bzw. August 2026 (mittelgroße/große) und die Offenlegungsfrist bis 31.12.2026. Bei Verstoß drohen Ordnungsgelder von 2.500 bis 25.000 Euro nach § 335 HGB.
Inhaltsverzeichnis
- Wer muss in Ratingen eine Bilanz erstellen?
- Welche Fristen gelten für die Bilanzerstellung in 2026?
- Aus welchen Bestandteilen besteht eine Bilanz?
- Welche Größenklasse gilt für meine GmbH in Ratingen?
- Wie erfolgt die Offenlegung beim Unternehmensregister?
- Wann lohnt sich ein Steuerberater für die Bilanzerstellung?
- Welche Fehler sollten bei der Bilanzerstellung vermieden werden?
- Wie digitalisiert man die Bilanzerstellung in Ratingen?
Wer muss in Ratingen eine Bilanz erstellen?
Die Bilanzierungspflicht richtet sich nicht nach dem Firmensitz, sondern nach der Rechtsform und Größe des Unternehmens. In Ratingen ansässige Kapitalgesellschaften — insbesondere GmbHs, UGs und AGs — unterliegen gemäß § 242 HGB grundsätzlich der Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses. Auch Personengesellschaften ohne natürliche Person als Vollhafter (z. B. GmbH & Co. KG) sowie Einzelkaufleute, die die Schwellenwerte des § 241a HGB überschreiten, müssen bilanzieren.
Befreiung für Einzelkaufleute nach § 241a HGB
| Kriterium | Grenze (an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen, beide Werte) |
|---|---|
| Umsatzerlöse | ≤ 800.000 € |
| Jahresüberschuss | ≤ 80.000 € |
| Geltungsbereich | Nur Einzelkaufleute; Kapitalgesellschaften sind nie befreit |
Kapitalgesellschaften sind unabhängig von der Größe immer bilanzierungspflichtig. Für GmbHs in Ratingen bedeutet dies: Der Jahresabschluss muss durch die Geschäftsführung aufgestellt, von der Gesellschafterversammlung festgestellt und beim Unternehmensregister offengelegt werden — unabhängig davon, ob das Unternehmen in Ratingen-Mitte, Lintorf, Breitscheid oder einem anderen Stadtteil tätig ist.
Praxis-Hinweis für Ratinger GmbHs
Auch bei geringer Geschäftstätigkeit oder Ruhendstellung entfällt die Bilanzierungspflicht einer GmbH nicht. Der Jahresabschluss muss jährlich erstellt, festgestellt und offengelegt werden — andernfalls drohen Ordnungsgelder nach § 335 HGB zwischen 2.500 und 25.000 Euro.
Welche Fristen gelten für die Bilanzerstellung in 2026?
Für Jahresabschlüsse mit Bilanzstichtag 31.12.2025 gelten in Ratingen dieselben gesetzlichen Fristen wie bundesweit. Die Fristenkette umfasst Aufstellung, Feststellung und Offenlegung — jede Phase hat eigene Deadlines, die zwingend einzuhalten sind.
Aufstellungsfrist nach § 264 Abs. 1 HGB
Die Geschäftsführung muss den Jahresabschluss (Bilanz, GuV, Anhang) in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres aufstellen. Für Bilanzstichtag 31.12.2025 bedeutet dies: Aufstellung bis spätestens 31.03.2026. Kleine Kapitalgesellschaften dürfen bei ordnungsgemäßem Geschäftsgang bis zu sechs Monate brauchen (§ 264 Abs. 1 Satz 4 HGB); weitere Verlängerungen sind gesetzlich nicht vorgesehen.
Feststellungsfrist nach § 42a GmbHG
- Kleine Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 1 HGB): 11 Monate nach Bilanzstichtag → 30.11.2026
- Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 2, 3 HGB): 8 Monate nach Bilanzstichtag → 31.08.2026
Die Feststellung erfolgt durch Gesellschafterbeschluss. Erst mit der Feststellung ist der Jahresabschluss rechtsverbindlich.
Offenlegungsfrist nach § 325 HGB
Der festgestellte Jahresabschluss muss innerhalb von 12 Monaten nach Bilanzstichtag beim Unternehmensregister elektronisch eingereicht werden. Für Stichtag 31.12.2025 gilt als Deadline: 31.12.2026. Seit dem DiRUG (01.08.2022) erfolgt die Offenlegung ausschließlich über das Unternehmensregister, nicht mehr über den Bundesanzeiger.
Ordnungsgeldverfahren bei Fristversäumnis
Das Bundesamt für Justiz leitet automatisiert Ordnungsgeldverfahren ein, sobald die 12-Monats-Frist abläuft. Das Ordnungsgeld nach § 335 HGB beträgt zwischen 2.500 und 25.000 Euro und kann wiederholt festgesetzt werden, bis die Offenlegung erfolgt ist.
Aus welchen Bestandteilen besteht eine Bilanz?
Der handelsrechtliche Jahresabschluss einer GmbH in Ratingen umfasst gemäß § 264 Abs. 1 HGB mindestens drei Bestandteile: die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie den Anhang. Für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften kommt gemäß § 264 Abs. 1 Satz 1, 4 HGB zusätzlich der Lagebericht hinzu.
Die Bilanz (§ 266 HGB)
Die Bilanz stellt die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens zum Stichtag dar. Sie gliedert sich in Aktiva (Vermögenswerte) und Passiva (Kapital und Schulden). Das Gliederungsschema nach § 266 HGB ist für Kapitalgesellschaften verbindlich, wobei kleine Kapitalgesellschaften gemäß § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB eine verkürzte Bilanz aufstellen dürfen.
Aktiva
A. Anlagevermögen B. Umlaufvermögen C. Rechnungsabgrenzungsposten D. Aktive latente Steuern E. Aktiver Unterschiedsbetrag
Passiva
A. Eigenkapital B. Rückstellungen C. Verbindlichkeiten D. Rechnungsabgrenzungsposten E. Passive latente Steuern
Die Gewinn- und Verlustrechnung (§ 275 HGB)
Die GuV zeigt die Ertragslage des Unternehmens für das abgelaufene Geschäftsjahr. Sie kann nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) oder nach dem Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB) aufgestellt werden. Die Wahl des Verfahrens ist freiwillig, muss aber stetig beibehalten werden.
Der Anhang (§ 284 HGB)
Der Anhang erläutert und ergänzt die Bilanz und GuV. Er enthält Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Erläuterungen zu einzelnen Posten, Haftungsverhältnissen und weiteren Pflichtangaben. Kleine Kapitalgesellschaften profitieren von Erleichterungen gemäß § 288 HGB.
Der Lagebericht (§ 289 HGB)
Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften müssen einen Lagebericht erstellen, der den Geschäftsverlauf, die Lage der Gesellschaft sowie Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung darstellt. Kleine Kapitalgesellschaften sind von dieser Pflicht befreit.
Der Umfang des Anhangs wird häufig unterschätzt. Gerade bei erstmaliger Erstellung kann sich fachkundige Unterstützung empfehlen.
Welche Größenklasse gilt für meine GmbH in Ratingen?
Die Größenklasse einer Kapitalgesellschaft bestimmt den Umfang der Bilanzierungs-, Prüfungs- und Offenlegungspflichten. Die Einstufung erfolgt nach § 267 HGB anhand von drei Schwellenwerten: Bilanzsumme, Umsatzerlöse und durchschnittliche Mitarbeiterzahl. Ein Unternehmen gilt als klein, mittelgroß oder groß, wenn es an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen mindestens zwei der drei Merkmale erfüllt.
Schwellenwerte nach § 267 HGB (Stand 2026)
| Größenklasse | Bilanzsumme | Umsatzerlöse | Arbeitnehmer |
|---|---|---|---|
| Klein (§ 267 Abs. 1) | ≤ 7.500.000 € | ≤ 15.000.000 € | ≤ 50 |
| Mittelgroß (§ 267 Abs. 2) | ≤ 25.000.000 € | ≤ 50.000.000 € | ≤ 250 |
| Groß (§ 267 Abs. 3) | > 25.000.000 € | > 50.000.000 € | > 250 |
Maßgeblich ist, ob an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen mindestens zwei der drei Grenzen über- oder unterschritten werden; die Rechtsfolgen treten dann bereits für den Jahresabschluss zum zweiten Stichtag ein (§ 267 Abs. 4 HGB).
Konsequenzen der Größenklasse
- Kleine Kapitalgesellschaften: Erleichterungen bei Gliederung (§ 266 Abs. 1 Satz 3 HGB), Anhang (§ 288 HGB), keine Lageberichtspflicht, keine Prüfungspflicht (außer bei Sonderfällen)
- Mittelgroße Kapitalgesellschaften: Vollständige Gliederung, Lageberichtspflicht, Prüfungspflicht nach § 316 HGB, erweiterte Offenlegung
- Große Kapitalgesellschaften: Umfassende Berichtspflichten, Prüfungspflicht, vollständige Offenlegung einschließlich Lagebericht
Größenwechsel in der Praxis
Der Wechsel der Größenklasse tritt nicht sofort ein, sondern erst, wenn die neuen Schwellenwerte an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen erreicht werden. Dies gibt Unternehmen Planungssicherheit, erfordert aber eine genaue Beobachtung der eigenen Kennzahlen.
Wie erfolgt die Offenlegung beim Unternehmensregister?
Seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG) am 01.08.2022 erfolgt die Offenlegung des Jahresabschlusses ausschließlich beim Unternehmensregister. Der Bundesanzeiger ist nicht mehr zuständig. Die Einreichung muss elektronisch in einem vom Unternehmensregister akzeptierten Format erfolgen; kapitalmarktorientierte Unternehmen nutzen das ESEF-Format.
Ablauf der elektronischen Offenlegung
- Registrierung im Unternehmensregister unter www.unternehmensregister.de
- Aufbereitung des Jahresabschlusses in einem vom Unternehmensregister akzeptierten elektronischen Format
- Hochladen der Dokumente: Bilanz, GuV, Anhang, ggf. Lagebericht, Bestätigungsvermerk, Gesellschafterbeschluss
- Zahlung der Gebühr nach dem Justizverwaltungskostengesetz (JVKostG)
- Veröffentlichung im Unternehmensregister
Offenlegungsumfang nach Größenklasse
| Größenklasse | Offenlegungsumfang |
|---|---|
| Klein | Bilanz (verkürzt möglich), Anhang; GuV kann entfallen (§ 326 Abs. 1 HGB) |
| Mittelgroß | Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht, Bestätigungsvermerk |
| Groß | Vollständiger Jahresabschluss, Lagebericht, Bestätigungsvermerk |
Kleine Kapitalgesellschaften können gemäß § 326 Abs. 1 HGB auf die Offenlegung der GuV verzichten; der offengelegte Anhang muss dann keine die GuV betreffenden Angaben enthalten. Dies ist ein häufig genutztes Erleichterungswahlrecht.
Keine Einreichung beim Bundesanzeiger mehr
Seit dem DiRUG ist der Bundesanzeiger nicht mehr für die Offenlegung zuständig. Einreichungen beim Bundesanzeiger führen nicht zur Erfüllung der Offenlegungspflicht. Nur die Einreichung beim Unternehmensregister ist rechtsverbindlich.
Wann lohnt sich ein Steuerberater für die Bilanzerstellung?
Die Bilanzerstellung ist rechtlich komplex und fehleranfällig. Während die Geschäftsführung nach § 264 Abs. 1 HGB zur Aufstellung verpflichtet ist, übernehmen in der Praxis häufig Steuerberater diese Aufgabe — aus gutem Grund: Fehler bei Ansatz, Bewertung oder Ausweis können zu Haftungsrisiken und steuerlichen Nachteilen führen.
Vorteile der Steuerberater-Unterstützung
- Fachkenntnis: Steuerberater kennen die aktuellen Bilanzierungsvorschriften (HGB, EStG, GmbHG) und setzen diese korrekt um
- Haftung: Für eigene Fehler haftet der Steuerberater; er ist berufshaftpflichtversichert (§ 67 StBerG)
- Steueroptimierung: Gestaltungsspielräume bei Bewertung und Rückstellungen werden genutzt, um die Steuerlast zu optimieren
- Sorgfalt: Eine fachkundige Erstellung kann Rückfragen des Finanzamts verringern
- Zeitersparnis: Die Geschäftsführung kann sich auf das operative Geschäft konzentrieren
Wann ist fachkundige Unterstützung besonders sinnvoll?
-
Erstmalige Bilanzerstellung (z. B. nach Rechtsformwechsel)
-
Komplexe Sachverhalte (z. B. Anlagevermögen, latente Steuern, Pensionsrückstellungen)
-
Größenwechsel oder bevorstehende Abschlussprüfung
-
Steuerliche Sonderfragen (z. B. verdeckte Gewinnausschüttung, Organschaft)
-
Offenlegung beim Unternehmensregister im elektronischen Format
-
Zeitdruck oder fehlende interne Ressourcen
Für GmbHs in Ratingen kann die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater deutliche Vorteile bieten. Alternativ stellt OnlineBilanz Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung – ortsunabhängig.
Optional
Prüfung durch kooperierenden Steuerberater
ab 499,95 €
netto zzgl. USt. (Kostenrechner)
Digital
Ohne Vor-Ort-Termine
Welche Fehler sollten bei der Bilanzerstellung vermieden werden?
Fehler bei der Bilanzerstellung können erhebliche rechtliche und steuerliche Folgen haben. Sie reichen von formalen Mängeln bis zu materiellen Bewertungsfehlern, die im schlimmsten Fall die Nichtigkeit des Jahresabschlusses nach sich ziehen oder zu Steuernachzahlungen führen.
Typische formale Fehler
- Falsche oder unvollständige Gliederung: Das Gliederungsschema nach § 266 bzw. § 275 HGB muss zwingend eingehalten werden
- Fehlende Unterschriften: Der Jahresabschluss muss von allen Geschäftsführern unterzeichnet werden (§ 245 HGB)
- Unvollständiger Anhang: Pflichtangaben nach § 284 HGB fehlen oder sind unzureichend
- Verspätete Aufstellung oder Feststellung: Verstoß gegen § 264 Abs. 1 HGB bzw. § 42a GmbHG
- Fehlende oder fehlerhafte Offenlegung: Falsche Einreichung (z. B. beim Bundesanzeiger statt beim Unternehmensregister) oder Nichtbeachtung der Formatvorgaben
Typische materielle Bewertungsfehler
- Falsche Abschreibungen: Nutzungsdauer oder AfA-Methode nicht korrekt angewandt
- Unterlassene Wertberichtigungen: Forderungen werden nicht oder zu niedrig abgewertet
- Fehlerhafte Rückstellungen: Rückstellungen werden nicht gebildet, zu hoch oder zu niedrig angesetzt
- Nichtbeachtung des Niederstwertprinzips: Vermögensgegenstände werden nicht auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben (§ 253 Abs. 4 HGB)
- Falsche Aktivierung: Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens werden als Aufwand behandelt oder umgekehrt
Steuerliche Risiken
Materielle Fehler in der Handelsbilanz wirken sich über die Maßgeblichkeit der Handelsbilanz (§ 5 Abs. 1 EStG) unmittelbar auf die Steuerbilanz aus. Fehlerhafte Bilanzierung kann zu verdeckten Gewinnausschüttungen (vGA), Gewinnkorrekturen durch das Finanzamt und Nachzahlungszinsen führen. Im Extremfall besteht der Verdacht der Steuerhinterziehung.
Fehlerkorrektur nach Feststellung
Werden Fehler nach der Feststellung des Jahresabschlusses entdeckt, ist eine Korrektur nur durch Änderung des festgestellten Jahresabschlusses mit erneutem Feststellungsbeschluss möglich; die Änderung ist offenzulegen (§ 325 Abs. 1b HGB). Dies erfordert einen erneuten Gesellschafterbeschluss und kann die Offenlegungsfrist gefährden.
Wie digitalisiert man die Bilanzerstellung in Ratingen?
Die Digitalisierung der Bilanzerstellung bringt erhebliche Effizienzgewinne: Medienbrüche entfallen, Daten werden automatisiert übertragen, Arbeitsschritte lassen sich nachverfolgen und die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater erfolgt ortsunabhängig. Gerade für GmbHs in Ratingen, die moderne Arbeitsweisen schätzen, sind digitale Prozesse ein entscheidender Vorteil.
Digitale Finanzbuchhaltung als Basis
Grundlage einer digitalen Bilanzerstellung ist eine laufend gepflegte digitale Finanzbuchhaltung. Cloud-basierte Buchhaltungssoftware ermöglicht die automatische Erfassung von Belegen, Bankbuchungen und Rechnungen. Die Daten stehen in Echtzeit zur Verfügung und können vom Steuerberater direkt abgerufen werden.
Automatisierte E-Bilanz-Erstellung
Die E-Bilanz ist seit 2012 für bilanzierende Unternehmen verpflichtend (§ 5b EStG). Sie muss im XBRL-Format über die ELSTER-Schnittstelle an das Finanzamt übermittelt werden. Geeignete Software kann die E-Bilanz aus den Buchungsdaten erzeugen.
Digitale Steuerberater-Mandantschaft
Die klassische Vor-Ort-Betreuung durch den Steuerberater wird zunehmend durch digitale Mandantschaften ersetzt. Dokumente werden über sichere Cloud-Plattformen ausgetauscht, Rückfragen per Video-Call oder Chat geklärt, der Jahresabschluss digital signiert. Dies spart Zeit, reduziert Kosten und ermöglicht die Zusammenarbeit mit Steuerberatern außerhalb Ratingens — ohne Qualitätsverlust.
Belegerfassung
Automatische Erkennung und Verbuchung per KI und OCR
Echtzeit-Daten
Steuerberater hat jederzeit Zugriff auf aktuelle Fibu-Daten
GoBD-konforme Archivierung
GoBD-konforme Speicherung aller Dokumente in der Cloud
Wer den Jahresabschluss digital erstellen möchte, findet bei OnlineBilanz Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO – ohne Vor-Ort-Termine. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung.
Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen dabei der Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich als Ratinger Einzelunternehmer freiwillig eine Bilanz erstellen?
Ja, Einzelunternehmer und Personengesellschaften können freiwillig zur Bilanzierung nach § 242 HGB wechseln, auch wenn sie nicht buchführungspflichtig sind. Dies kann steuerliche oder betriebswirtschaftliche Vorteile bringen, etwa bei Kreditverhandlungen oder zur besseren Vermögensübersicht. An die gewählte Gewinnermittlungsart ist man nach der BFH-Rechtsprechung jedoch grundsätzlich für drei Wirtschaftsjahre gebunden.
Was passiert, wenn ich die Offenlegungsfrist in Ratingen versäume?
Das Bundesamt für Justiz (BfJ) leitet ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB ein. Das Ordnungsgeld beträgt zwischen 2.500 und 25.000 Euro und wird individuell festgesetzt. Auch nach Zahlung bleibt die Offenlegungspflicht bestehen – Sie müssen den Jahresabschluss nachträglich einreichen, sonst drohen weitere Ordnungsgelder.
Gilt für Ratinger Unternehmen eine besondere Regionalpflicht bei der Bilanzerstellung?
Nein, die Bilanzerstellungs- und Offenlegungspflichten sind bundesweit einheitlich nach HGB und GmbHG geregelt. Weder die Stadt Ratingen noch das Land NRW erlassen eigene Bilanzvorschriften. Sie können Ihren Steuerberater frei wählen, unabhängig vom Standort – entscheidend ist die fachliche Qualifikation und Zulassung.
Muss ich als Ratinger UG (haftungsbeschränkt) dieselben Bilanzregeln beachten wie eine GmbH?
Ja, die UG (haftungsbeschränkt) unterliegt denselben handelsrechtlichen Pflichten wie eine GmbH nach §§ 264 ff. HGB. Sie müssen Bilanz, GuV und Anhang erstellen, feststellen und offenlegen. Auch die Größenklassengrenzen nach § 267 HGB gelten identisch. Besonderheit: Die UG muss ein Viertel des um einen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einstellen (§ 5a Abs. 3 GmbHG), bis das Stammkapital auf mindestens 25.000 Euro erhöht wird (§ 5a Abs. 5 GmbHG).
Wie lange muss ich alte Bilanzen in Ratingen aufbewahren?
Nach § 257 HGB müssen Sie Jahresabschlüsse (Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht) zehn Jahre aufbewahren. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgte. Die Bücher sind ebenfalls zehn Jahre, die Buchungsbelege acht Jahre aufzubewahren (§ 257 Abs. 4 HGB, § 147 Abs. 3 AO). Verstöße können steuerstrafrechtliche Folgen haben.
Kann ich für meine Ratinger GmbH eine E-Bilanz auch beim Unternehmensregister einreichen?
Nein, die E-Bilanz nach § 5b EStG ist eine strukturierte elektronische Übermittlung an das Finanzamt, nicht an das Unternehmensregister. Beim Unternehmensregister reichen Sie den handelsrechtlichen Jahresabschluss in elektronischer Form ein. Beide Pflichten bestehen parallel: E-Bilanz ans Finanzamt, Offenlegung ans Unternehmensregister.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: Handelsgesetzbuch (HGB), GmbH-Gesetz (GmbHG), Publizitätsgesetz (PublG), Unternehmensregister. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
