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Lesedauer

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OnlineBilanz›Blog›Bilanz Einzelunternehmen Muster

Bilanz Einzelunternehmen Muster 2026: Vorlagen & Aufbau

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Bilanz eines Einzelunternehmens folgt klaren gesetzlichen Vorgaben nach § 242 HGB und § 247 HGB; in der Praxis orientiert sie sich an § 266 HGB. Neben der laufenden Jahresbilanz spielt auch die Eröffnungsbilanz bei Betriebsgründung eine wichtige Rolle. Dieser Artikel erläutert den Aufbau, die Gliederung und Bewertung anhand konkreter Muster und zeigt, welche Offenlegungspflichten für Einzelunternehmen im Jahr 2026 gelten. Steuerberater können bei der Erstellung und Digitalisierung des Jahresabschlusses unterstützen.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für Kundinnen und Kunden. Er führt das Erstgespräch, betreut die Abläufe auf der Plattform und stimmt sich bei beauftragter Prüfung mit dem jeweils beauftragten, kooperierenden Steuerberater ab.

OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung.

Kurzantwort

Einzelunternehmen müssen – sofern buchführungspflichtig – eine Bilanz nach § 242 HGB erstellen. Kaufleute orientieren sich dabei meist an der Gliederung nach § 266 HGB mit Aktiva (Anlagevermögen, Umlaufvermögen) und Passiva (Eigenkapital, Schulden). Strukturierte Mustervorlagen erleichtern die Erstellung erheblich; eine ähnliche Orientierungshilfe bieten auch Bilanzvorlagen für die GbR, da Personengesellschaften vergleichbare Gliederungsprinzipien anwenden. Die Bewertung erfolgt in beiden Fällen nach §§ 252 ff. HGB. Offenlegungspflichten bestehen hingegen grundsätzlich nur für Kapitalgesellschaften und Gesellschaften nach § 264a HGB, nicht für Einzelkaufleute (Ausnahme: Publizitätsgesetz).

Bilanz für Einzelunternehmen: Grundlagen und rechtliche Einordnung

Obwohl der Fokus dieses Artikels auf der Bilanz für Einzelunternehmen liegt, ist die praktische Relevanz für GmbH-Geschäftsführer und Buchhalter hoch: Mitunter betreiben Gesellschafter einer GmbH zusätzlich ein Einzelunternehmen. Wer parallel mit einer GmbH arbeitet, findet ergänzend dazu Mustervorlagen und Aufbaubeispiele für die GmbH-Bilanz auf dieser Website. Die Bilanzierungspflicht für Einzelunternehmen richtet sich nach § 238 ff. HGB und greift nur bei Kaufleuten im Sinne des § 1 HGB. Gewerbetreibende, die nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordern, sind zur doppelten Buchführung und Bilanzierung verpflichtet.

Wann besteht Bilanzierungspflicht?

  • Handelsregistereintragung: Kaufleute kraft Eintragung sind grundsätzlich bilanzierungspflichtig (§ 2 HGB), können als Einzelkaufleute aber die Befreiung nach § 241a HGB nutzen.
  • Umsatz- und Gewinngrenzen: Einzelkaufleute sind nur befreit, wenn sie an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen jeweils nicht mehr als 800.000 Euro Umsatz und 80.000 Euro Jahresüberschuss erzielen (§ 241a HGB).
  • Freiwillige Bilanzierung: Kleingewerbetreibende können freiwillig bilanzieren, z. B. für einen besseren Überblick über Vermögen und Schulden.
  • Keine Pflicht für Freiberufler: Freie Berufe nach § 18 EStG (Ärzte, Anwälte, Steuerberater) sind nicht buchführungspflichtig; als Freiberufler sind sie keine Kaufleute und können sich nicht als Einzelkaufleute ins Handelsregister eintragen lassen.

Praxis-Hinweis

Viele GmbH-Geschäftsführer betreiben parallel ein Einzelunternehmen, etwa für Beratungsleistungen oder Vermietung. Die saubere Abgrenzung der Geschäftsvorfälle zwischen GmbH und Einzelunternehmen ist entscheidend für die steuerliche Anerkennung und die Vermeidung verdeckter Gewinnausschüttungen.

Stand 2026 sind die Schwellenwerte nach § 241a HGB unverändert. Die Bilanz muss nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) aufgestellt werden und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens darstellen.

Aufbau und Gliederung der Bilanz für Einzelunternehmen

Die Bilanz eines Einzelunternehmens folgt grundsätzlich dem Schema nach § 266 HGB, auch wenn Einzelkaufleute nicht zur Anwendung dieser Vorschrift verpflichtet sind. In der Praxis hat sich diese Gliederung als Standard durchgesetzt, da sie Klarheit und Vergleichbarkeit schafft. Die Aktivseite zeigt das Vermögen, die Passivseite das Kapital und die Schulden.

Aktivseite: Vermögenswerte

Anlagevermögen

  • Immaterielle Vermögensgegenstände (Software, Patente)
  • Sachanlagen (Grundstücke, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung)
  • Finanzanlagen (Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens)

Umlaufvermögen

  • Vorräte (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, fertige Erzeugnisse)
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige Vermögensgegenstände
  • Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Passivseite: Eigenkapital und Schulden

Position Erläuterung
Eigenkapital Kapitaleinlagen des Inhabers, Privatentnahmen, Gewinnvortrag, Jahresüberschuss/-fehlbetrag
Rückstellungen Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen, sonstige Rückstellungen
Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten

Anders als bei der GmbH gibt es beim Einzelunternehmen kein gezeichnetes Kapital oder Kapitalrücklagen im Sinne des § 272 HGB. Das Eigenkapital entwickelt sich aus den Einlagen, dem Gewinn und den Entnahmen. Die Bilanzgliederung sollte auch bei Einzelunternehmen so detailliert sein, dass sie als Grundlage für Kreditentscheidungen, steuerliche Prüfungen und interne Steuerung dient.

Muster-Bilanz Einzelunternehmen: Vorlage und Beispiel

Ein konkretes Muster für die Bilanz eines Einzelunternehmens erleichtert die praktische Umsetzung erheblich. Nachfolgend zeigen wir ein vereinfachtes Beispiel für ein Einzelunternehmen mit handelsrechtlicher Buchführungspflicht nach § 238 HGB. Die Werte sind exemplarisch und zeigen die typische Struktur für einen mittleren Gewerbebetrieb (z. B. Handelsunternehmen) zum Bilanzstichtag 31.12.2025.

Aktivseite (Beispiel)

Position Vorjahr (EUR) Berichtsjahr (EUR)
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 5.000 3.500
II. Sachanlagen 120.000 135.000
III. Finanzanlagen 10.000 10.000
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 45.000 52.000
II. Forderungen aus LuL 38.000 41.000
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 22.000 28.500
Summe Aktiva 240.000 270.000

Passivseite (Beispiel)

Position Vorjahr (EUR) Berichtsjahr (EUR)
A. Eigenkapital
I. Kapitaleinlagen 80.000 80.000
II. Gewinnvortrag 15.000 22.000
III. Jahresüberschuss 22.000 28.000
IV. Privatentnahmen -15.000 -18.000
Eigenkapital gesamt 102.000 112.000
B. Rückstellungen 18.000 21.000
C. Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 85.000 95.000
II. Verbindlichkeiten aus LuL 35.000 42.000
Summe Passiva 240.000 270.000

Achtung

Muster-Bilanzen dienen nur als Orientierung. Jede Bilanz muss auf die individuellen Verhältnisse des Unternehmens zugeschnitten sein und die tatsächlichen Geschäftsvorfälle vollständig und richtig abbilden. Fehlerhafte Bilanzen können zu steuerlichen Nachforderungen und Sanktionen führen.

Bei Unsicherheiten kann die Unterstützung durch einen Steuerberater sinnvoll sein.

Bewertung und Ansatz von Vermögen und Schulden

Die Bewertung der Bilanzposten richtet sich nach §§ 252 ff. HGB. Zentrale Bewertungsgrundsätze sind das Anschaffungskostenprinzip, das Vorsichtsprinzip und das Realisationsprinzip. Für Einzelunternehmen gelten grundsätzlich dieselben Bewertungsvorschriften wie für Kapitalgesellschaften, allerdings mit einigen Erleichterungen und Besonderheiten.

Anlagevermögen

  • Anschaffungs- oder Herstellungskosten: Bewertung zu AHK abzüglich planmäßiger Abschreibungen (§ 253 Abs. 1, 3 HGB).
  • Abschreibungen: Linear, degressiv (soweit steuerlich zulässig) oder nach tatsächlicher Nutzung. AfA-Tabellen der Finanzverwaltung dienen als Orientierung.
  • Außerplanmäßige Abschreibungen: Bei dauerhafter Wertminderung ist eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert geboten (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB).
  • Zuschreibungen: Bei Wegfall der Wertminderung besteht ein Zuschreibungsgebot (§ 253 Abs. 5 HGB).

Umlaufvermögen

  • Strenges Niederstwertprinzip: Ansatz zu AHK oder niedrigerem beizulegendem Wert (§ 253 Abs. 4 HGB).
  • Vorräte: Bewertung zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, bei Absatzproblemen ggf. Abwertung auf Verkehrswert.
  • Forderungen: Bewertung zu Nennwert, abzüglich Wertberichtigungen für Ausfallrisiken (Einzelwertberichtigungen, Pauschalwertberichtigungen).
  • Liquide Mittel: Ansatz zu Nennwert.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Rückstellungen sind für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden (§ 249 HGB). Typische Fälle: Steuerrückstellungen, Urlaubsrückstellungen, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Verbindlichkeiten sind zu Erfüllungsbetrag anzusetzen (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB). Fremdwährungsverbindlichkeiten sind nach § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umzurechnen; bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr gilt dabei das Höchstwertprinzip.

Steuerliche Wahlrechte

Steuerliche Wahlrechte können seit dem BilMoG grundsätzlich unabhängig von der Handelsbilanz ausgeübt werden (§ 5 Abs. 1 Satz 1 EStG). Einzelunternehmer sollten gemeinsam mit ihrem Steuerberater prüfen, welche Wahlrechte (z. B. Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter nach § 6 Abs. 2 EStG, Sammelposten nach § 6 Abs. 2a EStG) steueroptimal genutzt werden können.

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) für Einzelunternehmen

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ergänzt die Bilanz und stellt die Ertragslage des Einzelunternehmens im abgelaufenen Geschäftsjahr dar. Sie ist nach § 242 Abs. 2 HGB Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses. Die GuV kann nach dem Gesamtkostenverfahren oder dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt werden (§ 275 HGB). In der Praxis wird bei Einzelunternehmen meist das Gesamtkostenverfahren angewendet.

Gliederung nach Gesamtkostenverfahren

  1. Umsatzerlöse
  2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
  3. Andere aktivierte Eigenleistungen
  4. Sonstige betriebliche Erträge
  5. Materialaufwand
  6. Personalaufwand
  7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
  8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
  9. Erträge aus Beteiligungen
  10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
  11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
  12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
  13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
  14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
  15. Ergebnis nach Steuern
  16. Sonstige Steuern
  17. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag

Das Ergebnis der GuV – der Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag – wird in die Bilanz übernommen und erhöht oder vermindert das Eigenkapital. Bei Einzelunternehmen ist das Ergebnis zugleich Grundlage für die Einkommensteuerfestsetzung.

§ 275

HGB – GuV-Gliederung

2 Verfahren

Gesamtkosten / Umsatzkosten

100 %

Pflicht für bilanzierungspflichtige Einzelunternehmen

Wichtig

Die GuV ist nicht identisch mit der steuerlichen Gewinnermittlung. Insbesondere bei der Einkommensteuer können außerbilanzielle Korrekturen (z. B. nicht abzugsfähige Betriebsausgaben, Hinzurechnungen nach § 4 Abs. 5 EStG) erforderlich sein. Die steuerliche Gewinnermittlung erfolgt in der Anlage EÜR bzw. in der Steuerbilanz.

Besonderheiten bei der Darstellung des Eigenkapitals

Im Gegensatz zur GmbH, die ein fixes Stammkapital und detaillierte Kapitalrücklagen nach § 272 HGB ausweist, ist das Eigenkapital des Einzelunternehmens flexibel und entwickelt sich dynamisch aus Einlagen, Entnahmen und dem erwirtschafteten Gewinn. Es gibt keine festen Kapitalerhaltungsvorschriften wie bei Kapitalgesellschaften.

Struktur des Eigenkapitals

  • Kapitaleinlagen: Alle Einlagen des Inhabers (Bar- oder Sacheinlagen), die dauerhaft dem Betrieb zur Verfügung stehen.
  • Gewinnvortrag / Verlustvortrag: Kumuliertes Ergebnis der Vorjahre, soweit nicht entnommen.
  • Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag: Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres aus der GuV.
  • Privatentnahmen: Entnahmen des Inhabers für private Zwecke; mindern das Eigenkapital unmittelbar. Werden oft separat ausgewiesen oder direkt verrechnet.
  • Privateinlagen: Zusätzliche Einlagen des Inhabers; erhöhen das Eigenkapital.
Position Vorjahr (EUR) Berichtsjahr (EUR)
Kapitaleinlagen zu Beginn 80.000 80.000
Privateinlagen im Geschäftsjahr 0 0
Gewinnvortrag aus Vorjahr 15.000 22.000
Jahresüberschuss 22.000 28.000
Privatentnahmen -15.000 -18.000
Eigenkapital zum Bilanzstichtag 102.000 112.000

Die Privatentnahmen umfassen nicht nur Barentnahmen, sondern auch alle privat veranlassten Aufwendungen, die über die betriebliche Buchhaltung laufen (z. B. private Kfz-Nutzung, Privatanteile bei gemischten Aufwendungen). Steuerlich werden Entnahmen beim Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 EStG wieder hinzugerechnet, sodass sie den Gewinn nicht mindern; Sachentnahmen können durch den Ansatz mit dem Teilwert (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG) sogar zu einem Gewinn führen.

Viele Einzelunternehmer unterschätzen die Bedeutung einer sauberen Trennung von betrieblichen und privaten Vorgängen. Eine korrekte Dokumentation von Privatentnahmen und -einlagen ist nicht nur handelsrechtlich geboten, sondern auch für die Einkommensteuererklärung und bei Betriebsprüfungen unverzichtbar.

Praxis-Tipp

Führen Sie ein separates Verrechnungskonto für Privatentnahmen und -einlagen. Dies erleichtert die Übersichtlichkeit und die spätere Abstimmung mit der Bilanz. Moderne Buchhaltungssoftware bietet hierfür digitale Workflows, die Fehler verringern und die Transparenz erhöhen können.

Offenlegungspflichten für Einzelunternehmen

Im Gegensatz zu Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) besteht für Einzelunternehmen grundsätzlich keine Offenlegungspflicht nach § 325 HGB. Das bedeutet: Der Jahresabschluss (Bilanz, GuV) muss nicht beim Unternehmensregister eingereicht werden. Dies gilt selbst für Einzelkaufleute, die buchführungspflichtig sind.

Ausnahmen und Sonderfälle

  • Personenhandelsgesellschaften: OHG, KG und vergleichbare Rechtsformen müssen den Jahresabschluss offenlegen (§ 325 Abs. 1 HGB i. V. m. § 264a HGB), sofern keine natürliche Person persönlich haftender Gesellschafter ist.
  • Freiwillige Offenlegung: Einzelunternehmen können den Jahresabschluss freiwillig veröffentlichen, etwa um Kreditgebern oder Geschäftspartnern Transparenz zu bieten.
  • Kapitalgesellschaft & Co. KG: Hier greift die Offenlegungspflicht nach § 264a HGB, wenn kein persönlich haftender Gesellschafter eine natürliche Person ist.

Wichtig für Hybrid-Strukturen

Viele GmbH-Geschäftsführer sind auch Inhaber eines Einzelunternehmens. Hier ist darauf zu achten, dass die GmbH (als Kapitalgesellschaft) ihre Offenlegungspflicht nach § 325 HGB erfüllt. Die Offenlegung erfolgt seit dem Inkrafttreten des DiRUG (01.08.2022) ausschließlich beim Unternehmensregister, nicht mehr beim Bundesanzeiger.

Interne Aufbewahrungspflichten

Auch ohne Offenlegungspflicht sind Einzelunternehmen zur Aufbewahrung des Jahresabschlusses und aller Buchungsbelege verpflichtet. Nach § 257 HGB und § 147 AO beträgt die Aufbewahrungsfrist für Jahresabschlüsse, Inventare, Eröffnungsbilanzen 10 Jahre, für Buchungsbelege 8 Jahre. Handelsbriefe und sonstige Unterlagen sind 6 Jahre aufzubewahren.

  • Jahresabschluss (Bilanz, GuV) intern archivieren
  • Buchführungsunterlagen vollständig und geordnet aufbewahren
  • Bei GmbH: Offenlegung beim Unternehmensregister fristgerecht einreichen
  • Aufbewahrungsfristen beachten (10 Jahre für Jahresabschlüsse)

Wer die Offenlegungspflicht seiner GmbH versäumt, riskiert Ordnungsgelder bis zu 25.000 Euro nach § 335 HGB. Auch wenn Einzelunternehmen davon nicht betroffen sind, sollte der Jahresabschluss sorgfältig erstellt und archiviert werden – nicht zuletzt für interne Kontrolle, Kreditanträge und Betriebsprüfungen.

Digitale Bilanzerstellung: Effizienz und Rechtssicherheit

Die Digitalisierung hat die Erstellung von Bilanzen für Einzelunternehmen erheblich vereinfacht. Moderne Buchhaltungssoftware, Cloud-Lösungen und digitale Plattformen ermöglichen eine durchgängige elektronische Verarbeitung – von der Belegerfassung über die laufende Buchhaltung bis zum fertigen Jahresabschluss. Für GmbH-Geschäftsführer, die parallel ein Einzelunternehmen führen, bietet die digitale Bilanzerstellung besondere Vorteile.

Vorteile der digitalen Bilanzerstellung

Zeitersparnis

  • Automatische Belegerfassung per OCR und KI
  • Schnittstellen zu Bankkonten und Zahlungsdienstleistern
  • Vorkontierung und automatische Buchungsvorschläge

Qualitätssicherung

  • Optionale Prüfung durch einen Steuerberater
  • Automatische Plausibilitätschecks
  • GoBD-konforme Archivierung
  • Dokumentierte Freigabe

OnlineBilanz: KI-gestützter Entwurf, optional mit Steuerberater

OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung und Entscheidung obliegen Ihnen. Auf Wunsch prüft, gibt frei und unterzeichnet gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater.

§ 87d

AO: technische Datenübermittlung

KI

Gestützter Jahresabschlussentwurf

Optional

Prüfung durch kooperierenden Steuerberater (gegen Aufpreis)

Die Koordination zwischen GmbH und parallelem Einzelunternehmen ist oft komplex. Digitale Werkzeuge und klare Abläufe können die Abstimmung beider Abschlüsse erleichtern.

Praxis-Tipp

Wer digitale Bilanzerstellung nutzt, sollte auf die GoBD-Konformität achten. Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form (GoBD) sind verbindlich. Seriöse Anbieter achten auf eine GoBD-konforme Verfahrensdokumentation und revisionssichere Archivierung.

Die digitale Transformation der Buchhaltung ist kein Zukunftstrend mehr, sondern gelebte Praxis. Wer den Jahresabschluss effizient erstellen möchte, kann digitale Werkzeuge nutzen – etwa die Software von OnlineBilanz für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf.

Häufig gestellte Fragen

Muss jedes Einzelunternehmen eine Bilanz erstellen?

Nein, nur buchführungspflichtige Einzelunternehmen müssen eine Bilanz erstellen. Handelsrechtlich sind Einzelkaufleute buchführungspflichtig, sofern sie nicht nach § 241a HGB befreit sind – die Befreiung setzt voraus, dass an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen jeweils nicht mehr als 800.000 Euro Umsatz und 80.000 Euro Jahresüberschuss erzielt werden; das gilt auch bei Eintragung ins Handelsregister. Steuerlich kann sich die Pflicht aus § 141 AO ergeben. Kleingewerbetreibende unterhalb dieser Schwellen können eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) nach § 4 Abs. 3 EStG führen.

Wie unterscheidet sich die Bilanz eines Einzelunternehmens von der einer GmbH?

Der Hauptunterschied liegt in der Darstellung des Eigenkapitals und den Offenlegungspflichten. Bei der GmbH wird das Eigenkapital in Stammkapital, Kapitalrücklage, Gewinnrücklagen und Jahresüberschuss gegliedert (§ 266 Abs. 3 HGB). Beim Einzelunternehmen gibt es nur das Kapitalkonto des Inhabers mit Einlagen, Entnahmen und Gewinn. Zudem unterliegt die GmbH zwingend der Offenlegung nach § 325 HGB beim Unternehmensregister, während Einzelkaufleute von dieser Pflicht befreit sind.

Kann ich die Bilanz für mein Einzelunternehmen selbst erstellen?

Grundsätzlich ja, sofern Sie über die notwendigen buchhalterischen und rechtlichen Kenntnisse verfügen. Die Bilanzerstellung erfordert fundierte Kenntnisse der §§ 242 ff. HGB, der Bewertungsvorschriften nach §§ 252 ff. HGB sowie steuerrechtlicher Besonderheiten. Fehler können zu steuerlichen Nachteilen oder falschen Gewinnermittlungen führen. Viele Einzelunternehmer beauftragen daher einen Steuerberater, der die Bilanz erstellt bzw. prüft und die Steuererklärungen ableitet.

Welche Fristen gelten für die Bilanzerstellung beim Einzelunternehmen?

Einzelkaufleute sind nicht an die strengen Feststellungsfristen des § 42a GmbHG gebunden. Die Bilanz muss jedoch rechtzeitig für die Steuererklärung erstellt werden. Die steuerliche Abgabefrist endet grundsätzlich am 31. Juli des Folgejahres (ohne Steuerberater) bzw. am 28. Februar des übernächsten Jahres (mit Steuerberater). Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 gilt bei Steuerberaterbeauftragung somit die Frist bis 01.03.2027. Eine frühere Fertigstellung ist empfehlenswert, um Planungssicherheit zu gewährleisten.

Was kostet die Bilanzerstellung für ein Einzelunternehmen beim Steuerberater?

Die Kosten richten sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) und hängen vom Gegenstandswert ab; dieser ist beim Jahresabschluss der Mittelwert aus berichtigter Bilanzsumme und Jahresleistung (§ 35 Abs. 2 StBVV). Die Kosten des OnlineBilanz-Service (KI-gestützter Entwurf, optional mit Prüfung durch einen kooperierenden Steuerberater gegen Aufpreis) lassen sich vorab mit dem Kostenrechner ermitteln.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: § 242 HGB – Pflicht zur Aufstellung, § 266 HGB – Gliederung der Bilanz, § 252 HGB – Allgemeine Bewertungsgrundsätze, § 325 HGB – Offenlegung. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Kennenlerntermin15 Min · Raphael Diener