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Datum

Lesedauer

13–19 Minuten

OnlineBilanzBlog GmbH-Auflösungsbeschluss Muster

GmbH-Auflösungsbeschluss Muster

Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 12 Minuten

Kurzantwort

Der GmbH-Auflösungsbeschluss erfordert eine 3/4-Mehrheit der abgegebenen Stimmen (§ 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG). Pflichtinhalte: Gesellschaft, Auflösungsdatum, Bestellung der Liquidatoren, gegebenenfalls Abweichungen vom gesetzlichen Verfahren. Notarielle Beurkundung ist für den reinen Auflösungsbeschluss grundsätzlich nicht erforderlich — Schriftform genügt. Aber Achtung: Wenn gleichzeitig Satzungsänderungen beschlossen werden (häufig!), ist Notarpflicht (§ 53 GmbHG). Die Anmeldung zum Handelsregister durch die Liquidatoren erfolgt immer in öffentlich beglaubigter Form (§ 12 HGB). Nach der Auflösung müssen die Liquidatoren eine Schlussbilanz aufstellen, die den Vermögensstand zum Abschluss der Liquidation darstellt. Vor der Auflösung ist zu prüfen, ob die Gesellschaft aufgrund ihrer Größe besonderen Pflichten unterliegt — die Prüfungspflicht der GmbH nach Größe kann Einfluss auf die laufenden Jahresabschlüsse bis zur Beendigung der Liquidation haben. Bei einer GmbH & Co. KG sind Beschlüsse auf beiden Ebenen — Komplementär-GmbH und KG — erforderlich; für den Auflösungsbeschluss der KG gelten eigene Formvorschriften. Komplette Muster-Vorlage siehe unten.

Wer seine GmbH auflösen will, braucht einen formal korrekten Gesellschafterbeschluss. Dieser Artikel bietet eine vollständige Muster-Vorlage mit allen Pflichtinhalten nach § 60 GmbHG, erklärt die Stimmenmehrheit, die notarielle Beurkundung und die häufigsten Formulierungsfehler. Das Muster ist eine rechtliche Orientierungshilfe — für den konkreten Einzelfall sollten Sie Notar oder Fachanwalt für Handelsrecht konsultieren.

SG
Servet Gündogan

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Hinweis: Alle steuerlichen und rechtlichen Beratungsleistungen erbringt der angeschlossene Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer.

3/4

Stimmenmehrheit erforderlich (§ 60 GmbHG)

Schriftform

Grundsätzlich ausreichend für den Beschluss

§ 12 HGB

Anmeldung zum HR in öffentlich beglaubigter Form

1. Was ist der GmbH-Auflösungsbeschluss?

Der Auflösungsbeschluss ist der formale Gesellschafterbeschluss, mit dem die Auflösung der GmbH eingeleitet wird. Er markiert rechtlich den Übergang von der werbenden Gesellschaft zur Abwicklungsgesellschaft — die GmbH firmiert ab diesem Moment als „GmbH in Liquidation“ oder kürzer „GmbH i.L.“.

Rechtsgrundlage und Auflösungsgründe

Die gesetzliche Grundlage findet sich in § 60 GmbHG. Dort werden die Auflösungsgründe aufgezählt:

  • Nr. 1: Zeitablauf — Wenn die Satzung eine feste Dauer vorsieht (selten)
  • Nr. 2: Gesellschafterbeschluss — Der häufigste Fall, um den es hier geht
  • Nr. 3: Gerichtliches Urteil — Bei Auflösungsklage (extreme Ausnahmefälle)
  • Nr. 4: Eröffnung des Insolvenzverfahrens — Automatische Auflösung durch Insolvenz
  • Nr. 5–7: Sonderfälle — Ablehnung Insolvenzantrag mangels Masse, Vermögenslosigkeit u.a.

Wann brauchen Sie diesen Artikel?

Dieser Artikel behandelt ausschließlich den freiwilligen Auflösungsbeschluss nach § 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG. Wenn Ihre GmbH in die Insolvenz geht, ist ein Beschluss nicht nötig — die Auflösung erfolgt automatisch mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Wenn bei freiwilliger Auflösung erkennbar ist, dass das Vermögen nicht reicht, muss Insolvenzantrag gestellt werden (§ 15a InsO).

2. 3/4-Mehrheit und Stimmrechte

Der Auflösungsbeschluss erfordert eine qualifizierte Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen (§ 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG). Das ist die strengere Mehrheit — vergleichbar mit Satzungsänderungen.

Wichtige Details zur Stimmenmehrheit

KriteriumRegelAusnahme/Hinweis
Maßgebliche StimmenzahlAbgegebene Stimmen (nicht sämtliche)Satzung kann strengere Regel vorsehen
Stimmrecht pro GeschäftsanteilJe 1 € = 1 Stimme (§ 47 Abs. 2 GmbHG)Abweichende Satzungsregelung möglich
EnthaltungenZählen NICHT als Ja-StimmenReine „Abgegebene Stimmen“-Mehrheit
Mehrheitsgesellschafter-BeschlussAllein möglich bei > 75 %Minderheitenschutzrechte beachten
Einpersonen-GmbHGesellschafter beschließt alleinTrotzdem schriftlich dokumentieren

Satzungs-Check vor dem Beschluss

Manche GmbH-Satzungen enthalten strengere Mehrheitsanforderungen (z.B. Einstimmigkeit) oder besondere Regelungen zur Beschlussfassung. Prüfen Sie VOR dem Beschluss die Satzung Ihrer GmbH. Ein formal fehlerhaft gefasster Beschluss ist nichtig — das Handelsregister wird ihn ablehnen und die Auflösung verzögert sich um Monate.

3. Pflichtinhalte nach § 60 GmbHG

Damit der Auflösungsbeschluss rechtlich wirksam ist, müssen bestimmte Inhalte zwingend enthalten sein. Die Minimalanforderungen:

Die sechs essenziellen Pflichtinhalte

1. Identifikation der GmbH

Vollständige Firma, Rechtsform, HR-Nummer, Sitz. Wichtig für Abgrenzung zu anderen Gesellschaften.

2. Auflösungsdatum

Klarer Zeitpunkt, ab dem die Auflösung wirksam wird (meist: sofort oder Ende Geschäftsjahr).

3. Gesellschafter

Namen aller Teilnehmer, Anteilsverteilung, anwesend/vertreten/abwesend-Status.

4. Bestellung Liquidatoren

Wer führt die Abwicklung? Meist: bisherige Geschäftsführer. Andernfalls muss jemand bestimmt werden.

5. Stimmverhältnis

Dokumentation: Ja-Stimmen, Nein-Stimmen, Enthaltungen. Wichtig für Nachweis der 3/4-Mehrheit.

6. Datum & Unterschriften

Sitzungsdatum, Ort, Unterschriften der Gesellschafter bzw. des Protokollführers.

Optionale, aber empfohlene Inhalte

  • Begründung der Auflösung — z.B. „Einstellung der Geschäftstätigkeit aus wirtschaftlichen Gründen“
  • Vergütung der Liquidatoren — Pauschale oder nach Aufwand, falls abweichend vom GF-Vertrag
  • Vertretungsregelung — Einzel- oder Gesamtvertretung der Liquidatoren
  • Auftrag zur HR-Anmeldung — Konkrete Benennung wer anmeldet, typisch der Liquidator
  • Aufbewahrung Geschäftsunterlagen — Benennung des Verwahrers für die 10-jährige Pflicht

4. Komplettes Muster zum Kopieren

Die folgende Vorlage enthält alle Pflichtinhalte und typische ergänzende Regelungen. Ersetzen Sie die in eckigen Klammern markierten Platzhalter durch Ihre konkreten Angaben. Wichtig: Dieses Muster ist eine Orientierungshilfe — für den konkreten Einzelfall sollten Sie einen Notar oder Fachanwalt konsultieren.

Gesellschafterbeschluss über die Auflösung der Gesellschaft

der [Firmenname] GmbH

Firma:
[Vollständiger Firmenname] GmbH
Sitz:
[Stadt]
Geschäftsanschrift:
[Straße, PLZ, Ort]
Amtsgericht:
[Amtsgericht], HRB [Nummer]
Stammkapital:
[Betrag]

Teilnehmer der Gesellschafterversammlung

Am [Datum] in [Ort] waren folgende Gesellschafter persönlich anwesend bzw. ordnungsgemäß vertreten:

  1. [Name Gesellschafter 1], wohnhaft in [Anschrift], mit einem Geschäftsanteil von [Betrag] € (entsprechend [%] des Stammkapitals)
  2. [Name Gesellschafter 2], wohnhaft in [Anschrift], mit einem Geschäftsanteil von [Betrag] € (entsprechend [%] des Stammkapitals)

Damit ist das gesamte Stammkapital vertreten und die Gesellschafterversammlung ist beschlussfähig.

Beschlüsse

Die Gesellschafter fassen unter Verzicht auf alle Formen und Fristen der Einberufung einstimmig / mit [über 75 %] der abgegebenen Stimmen folgende Beschlüsse:

Beschluss 1: Auflösung der Gesellschaft

Die Gesellschafter beschließen hiermit gemäß § 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG die Auflösung der Gesellschaft zum [Datum, z.B. sofort / 31.12.2026]. Ab dem Zeitpunkt der Auflösung firmiert die Gesellschaft als „[Firmenname] GmbH in Liquidation“ (abgekürzt „GmbH i.L.“).

Beschluss 2: Bestellung der Liquidatoren

Zu Liquidator/en der Gesellschaft wird/werden bestellt:

  1. [Name Liquidator], geboren am [Datum], wohnhaft in [Anschrift]

Der/Die Liquidator/en vertritt/vertreten die Gesellschaft [einzeln / gemeinsam]. Er/Sie ist/sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit [falls gewünscht].

Beschluss 3: Vergütung der Liquidatoren

Die Liquidatorentätigkeit wird [unentgeltlich / mit einer monatlichen Pauschale von [Betrag] € zzgl. gesetzlicher USt] ausgeübt. Die bisherigen Geschäftsführer-Anstellungsverträge enden [zum Auflösungszeitpunkt / unberührt].

Beschluss 4: Anmeldung zum Handelsregister

Die Liquidatoren werden beauftragt und bevollmächtigt, die Auflösung und die Bestellung der Liquidatoren gemäß § 65 GmbHG unverzüglich zur Eintragung in das Handelsregister anzumelden und alle hierzu erforderlichen Erklärungen in öffentlich beglaubigter Form (§ 12 HGB) abzugeben.

Beschluss 5: Aufbewahrung der Geschäftsunterlagen

Die Geschäftsunterlagen der Gesellschaft werden nach Abschluss der Liquidation bei [Name, Anschrift] für die Dauer von zehn Jahren aufbewahrt.

Abstimmungsergebnis

Die vorstehenden Beschlüsse wurden mit folgendem Stimmenverhältnis gefasst:

  1. Ja-Stimmen: [Anzahl]
  2. Nein-Stimmen: [Anzahl]
  3. Enthaltungen: [Anzahl]

Die nach § 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG erforderliche Dreiviertelmehrheit ist erreicht.

[Ort], den [Datum]

[Name Gesellschafter 1]
[Name Gesellschafter 2]

Muster herunterladen & verwenden

Kopieren Sie den Muster-Text in Ihr Word- oder Google-Docs-Dokument, passen Sie alle in [eckigen Klammern] markierten Platzhalter an, und lassen Sie das Dokument von allen Gesellschaftern unterschreiben. Für eine Einpersonen-GmbH entfallen die Teilnehmer-Aufzählung und das Abstimmungsergebnis — der Alleingesellschafter beschließt allein.

5. Notarielle Beurkundung — wann Pflicht?

Eine der häufigsten Fragen rund um den Auflösungsbeschluss: Muss der zum Notar? Die Antwort ist differenziert:

Regelfall: Notar nicht zwingend

Für den reinen Auflösungsbeschluss selbst ist eine notarielle Beurkundung grundsätzlich nicht erforderlich. Die einfache Schriftform genügt — Unterschriften aller beteiligten Gesellschafter auf einem Schriftstück reichen aus. Das unterscheidet die Auflösung von vielen anderen Gesellschafterbeschlüssen.

Ausnahme: Wenn gleichzeitig die Satzung geändert wird

In der Praxis häufig: Der Auflösungsbeschluss wird mit einer Satzungsänderung kombiniert — zum Beispiel zur Firmierung als „GmbH i.L.“ oder zur Anpassung der Vertretungsregelung für Liquidatoren. In diesem Fall greift § 53 Abs. 2 GmbHG: Jede Satzungsänderung erfordert notarielle Beurkundung.

KonstellationNotar erforderlich?Rechtsgrundlage
Reiner AuflösungsbeschlussNein§ 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG
Auflösung + SatzungsänderungJa§ 53 Abs. 2 GmbHG
Auflösung + Liquidator (nicht GF)Nein (für Beschluss)§ 66 GmbHG
Anmeldung zum HandelsregisterImmer öffentlich beglaubigt§ 12 HGB

Auch wenn Notar nicht Pflicht: Beglaubigung für HR-Anmeldung notwendig

Selbst wenn der Auflösungsbeschluss selbst ohne Notar auskommt — die Anmeldung zum Handelsregister (§ 65 GmbHG) durch die Liquidatoren muss zwingend in öffentlich beglaubigter Form erfolgen (§ 12 HGB). Das bedeutet: Die Unterschriften der Liquidatoren unter der HR-Anmeldung müssen vom Notar beglaubigt werden. Rechnen Sie also mit mindestens einem Notartermin — auch wenn der Beschluss selbst formfrei ist.

Kosten im Überblick

Beschluss ohne Notar

Kostenfrei (Selbstformulierung) oder 100–300 € Anwaltshonorar für Individualisierung

Notarielle Beurkundung

Abhängig vom Gegenstandswert (Stammkapital): ca. 150–600 € bei kleinen GmbHs

HR-Anmeldung (öffentlich beglaubigt)

Notarielle Beglaubigung: ca. 50–150 € plus HR-Gebühr

Handelsregister-Gebühr

HR-Eintragung der Auflösung: ca. 70–150 €

6. Nach dem Beschluss: Die nächsten 6 Schritte

Der gefasste Auflösungsbeschluss ist der Startschuss — nicht der Abschluss. Es folgen sechs zentrale Schritte:

  1. Anmeldung zum Handelsregister (§ 65 GmbHG) — Durch die Liquidatoren, in öffentlich beglaubigter Form. Eintragung als „GmbH i.L.“ erfolgt nach Prüfung durch das Registergericht.
  2. Gläubigeraufruf im Bundesanzeiger (§ 65 Abs. 2 GmbHG) — Dreifache Meldung mit Aufforderung zur Anmeldung von Forderungen. Siehe unseren ausführlichen Leitfaden zu Forderungen gegen eine GmbH in Liquidation.
  3. Liquidationseröffnungsbilanz (§ 71 GmbHG) — Zum Tag der Auflösung: Bewertung aller Aktiva zu Liquidationswerten, Verbindlichkeiten zum Erfüllungsbetrag.
  4. Sperrjahr (§ 73 GmbHG) — Mindestens 12 Monate ohne Auszahlungen an Gesellschafter. Während dieser Zeit: Vermögen verwerten, Gläubiger befriedigen.
  5. Schlussrechnung (§ 74 GmbHG) — Nach Sperrjahr: Endabrechnung, Verteilung des Restvermögens an Gesellschafter entsprechend Beteiligungsquote.
  6. HR-Löschung — Anmeldung der Beendigung der Liquidation zum Handelsregister. Nach Prüfung: Löschung der GmbH. Geschäftsunterlagen 10 Jahre aufbewahren.

7. Typische Formulierungsfehler vermeiden

Das Handelsregister prüft die Auflösungsanmeldung formal. Fehler führen zu Zwischenverfügungen, die den Prozess um Wochen oder Monate verlängern. Die häufigsten Stolpersteine:

Fünf typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • Fehler 1: Unklare Firmen-Identifikation — Abkürzungen, falscher Sitz oder fehlende HR-Nummer. Lösung: Immer exakt wie im Handelsregister eingetragen schreiben.
  • Fehler 2: Kein Abstimmungsergebnis — Ohne Ja/Nein/Enthaltungen ist die 3/4-Mehrheit nicht nachgewiesen. Lösung: Stimmen immer konkret zählen und protokollieren.
  • Fehler 3: Vergessene Liquidator-Bestellung — Ohne klare Bestellung kann das HR die Auflösung nicht eintragen. Lösung: Immer mindestens einen Liquidator bestellen (meist bisherige GF).
  • Fehler 4: Unklare Vertretungsregelung — Bei mehreren Liquidatoren: Einzel- oder Gesamtvertretung? Lösung: Explizit benennen, sonst gilt Gesamtvertretung nach § 68 GmbHG.
  • Fehler 5: Satzungsänderung ohne Notar — Wer mit dem Auflösungsbeschluss die Satzung ändert, muss Notarpflicht beachten. Lösung: Bei Satzungsänderung immer Notar einschalten.

„Der häufigste HR-Rücklauf bei Auflösungsbeschlüssen ist die fehlende Dokumentation der Mehrheit. Viele Geschäftsführer schreiben lapidar „einstimmig beschlossen“ — aber wenn nur ein Gesellschafter anwesend war und mehrere Anteile hält, muss das ausdrücklich erwähnt sein. Ein paar Sätze mehr im Protokoll sparen Wochen HR-Verzögerung.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz

8. Sonderfälle: Einpersonen-GmbH, Holding, GmbH & Co. KG

Nicht jede GmbH-Konstellation ist gleich. Drei häufige Sonderfälle brauchen besondere Beachtung:

Einpersonen-GmbH (UG) auflösen

Wenn nur ein Gesellschafter existiert, entfällt das Abstimmungsritual — der Alleingesellschafter beschließt allein. Dennoch muss der Beschluss schriftlich dokumentiert werden (§ 48 Abs. 3 GmbHG). Das ist eine wichtige Formalie, die oft vergessen wird. Für den Alleingesellschafter-Beschluss gibt es eine vereinfachte Form des oben stehenden Musters — mit nur einem Unterzeichner.

Holding-Struktur auflösen

Bei einer Holding-GmbH mit Tochtergesellschaften ist die Reihenfolge entscheidend: Erst Töchter liquidieren, dann Mutter. Die Tochter-GmbH-Beteiligungen sind Vermögensgegenstände der Holding und müssen während der Liquidation verwertet werden. Die korrekte Bewertung dieser Beteiligungen erfolgt bereits im Holding GmbH Jahresabschluss nach den Regeln der Beteiligungsbilanzierung. Bei verbundenen Unternehmen ist dies oft ein mehrjähriger Prozess.

GmbH & Co. KG auflösen

Besonderheit: Es gibt zwei Gesellschaften (Komplementär-GmbH und KG). Beide müssen einzeln aufgelöst werden. Die Reihenfolge ist wichtig: Erst die KG, dann die Komplementär-GmbH. Jede hat ihren eigenen Beschluss, ihren eigenen Gläubigeraufruf, ihr eigenes Sperrjahr.

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9. Häufige Fragen

Muss der Auflösungsbeschluss notariell beurkundet werden?

Nein, für den reinen Auflösungsbeschluss reicht die Schriftform. Eine notarielle Beurkundung ist nur erforderlich, wenn gleichzeitig die Satzung geändert wird (§ 53 GmbHG). Die Anmeldung zum Handelsregister erfolgt allerdings immer in öffentlich beglaubigter Form (§ 12 HGB) — dafür ist ein Notartermin nötig.

Reicht eine E-Mail-Abstimmung unter den Gesellschaftern?

Grundsätzlich ja, wenn die Satzung keine Sitzungs-Pflicht vorsieht und alle Gesellschafter einverstanden sind (§ 48 Abs. 2 GmbHG). Aber: Die schriftliche Form mit Original-Unterschriften ist für den Handelsregister-Nachweis deutlich sicherer. Wir empfehlen: persönliche Unterschriften, ggf. mit qualifizierter elektronischer Signatur.

Wer darf Liquidator werden?

Nach § 66 GmbHG sind grundsätzlich die bisherigen Geschäftsführer automatisch Liquidatoren, wenn die Satzung oder der Beschluss nichts anderes regelt. Die Gesellschafter können aber auch andere Personen bestellen — Gesellschafter, externe Berater oder Steuerberater. Wichtig: Bei mehreren Liquidatoren muss die Vertretungsregelung klar sein.

Kann die Auflösung rückgängig gemacht werden?

Ja, solange das Vermögen noch nicht vollständig verteilt wurde, können die Gesellschafter die Fortsetzung der Gesellschaft beschließen (§ 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG i.V.m. § 274 AktG analog). Wieder mit 3/4-Mehrheit und Anmeldung zum HR. Nach vollständiger Vermögensverteilung ist die Fortsetzung nicht mehr möglich.

Was kostet der gesamte Auflösungsprozess?

Die formalen Kosten liegen bei ca. 500–1.500 € (Notar, HR, Bundesanzeiger-Gläubigeraufruf). Dazu kommen die laufenden Liquidations-Bilanzen und Steuererklärungen. Bei OnlineBilanz zum Festpreis: je Bilanz 499,95 € inkl. aller Steuererklärungen. Bei einer typischen Liquidation mit Eröffnungsbilanz, 1–2 Zwischenbilanzen und Schlussrechnung: Gesamtkosten 2.000–4.000 € über die gesamte Liquidationsdauer.

Wie lange dauert es vom Beschluss bis zur Löschung der GmbH?

Mindestens 14 Monate. Grund: Das Sperrjahr (§ 73 GmbHG) dauert 12 Monate ab dem dritten Gläubigeraufruf. Dazu kommen die HR-Anmeldungen (Auflösung und später Löschung), die Schlussbilanz und die Prüfung durch das Registergericht. Realistisch: 15–18 Monate bei „glatter“ Liquidation, bei komplexen Fällen 2–3 Jahre.

Kann ich das Muster einfach so verwenden?

Das Muster ist eine sorgfältig gestaltete Orientierungshilfe und enthält alle Pflichtinhalte nach § 60 GmbHG. Für einfache Konstellationen (Einpersonen-GmbH, klare Mehrheitsverhältnisse) können Sie es direkt anpassen und verwenden. Bei komplexen Situationen (Minderheitsgesellschafter, Satzungsabweichungen, Streitigkeiten) empfehlen wir dringend, einen Notar oder Fachanwalt für Handelsrecht zu konsultieren. Die Mehrkosten von 200–500 € sparen oft Jahre an Streit.

10. Fazit: Der Auflösungsbeschluss ist der Startschuss — nicht das Ziel

Der GmbH-Auflösungsbeschluss ist formal einfacher, als viele Geschäftsführer denken: Schriftform reicht in den meisten Fällen, 3/4-Mehrheit genügt. Mit unserer Muster-Vorlage oben haben Sie einen rechtssicheren Ausgangspunkt, an dem Sie nur die konkreten Daten einsetzen müssen. Achten Sie auf vollständige Pflichtinhalte, klare Dokumentation der Mehrheit und die Bestellung der Liquidatoren. Für Unternehmergesellschaften gelten ähnliche Grundsätze – detaillierte Informationen finden Sie in unserem UG-Auflösungsbeschluss Muster.

Der eigentliche Aufwand beginnt erst nach dem Beschluss: HR-Anmeldung, dreifacher Gläubigeraufruf, Liquidationseröffnungsbilanz, Sperrjahr, Schlussrechnung und HR-Löschung. Für die bilanzielle und steuerliche Abwicklung ist OnlineBilanz der verlässliche Partner: Alle Liquidationsbilanzen zum Festpreis, mit Steuerberater-Signatur und 12 Monaten Finanzamtsvertretung — die beste Absicherung gegen Haftungsrisiken in der Liquidation.

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Hinweis: Das Muster in diesem Artikel ist eine rechtliche Orientierungshilfe und ersetzt keine individuelle Beratung durch Notar oder Fachanwalt für Handelsrecht. Für den konkreten Einzelfall — insbesondere bei Minderheitsgesellschaftern, Satzungsbesonderheiten oder Streitigkeiten — sollten Sie rechtliche Beratung einholen. OnlineBilanz bietet keine Rechtsberatung an, sondern unterstützt Geschäftsführer bei der bilanziellen und steuerlichen Abwicklung der Liquidation. Rechtsgrundlagen: § 60 GmbHG, § 53 GmbHG, § 12 HGB. Für individuelle Beratung: Kontakt zu OnlineBilanz.

Weiterführend: GmbH & Co. KG Auflösungsbeschluss Muster: Rechtssichere Vorlagen…

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  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
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Ben
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