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Datum

Lesedauer

18–27 Minuten

OnlineBilanzBlogGmbH-Liquidation

GmbH-Liquidation 2026: Ablauf, Kosten & Bilanzierung

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Liquidation einer GmbH ist ein komplexes, mehrstufiges Verfahren zur geordneten Auflösung der Gesellschaft – mit erheblichen bilanzrechtlichen, steuerlichen und haftungsrechtlichen Konsequenzen. Dieser Leitfaden erklärt die Aufgaben der Liquidatoren, Besonderheiten bei der Bilanzierung sowie steuerliche Folgen nach aktuellem Recht 2026. Den vollständigen Ablauf der GmbH-Liquidation einschließlich aller Phasen und Pflichten finden Sie in unserem detaillierten Überblick. OnlineBilanz unterstützt Sie mit erfahrenen Steuerberatern bei allen Schritten der Liquidation.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Eine GmbH-Liquidation ist die geordnete Abwicklung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die endet, sobald alle Verbindlichkeiten getilgt, Vermögenswerte verwertet und das verbleibende Kapital verteilt ist. Sie beginnt mit einem Auflösungsbeschluss, durchläuft mehrere Phasen (Sperrjahr, Verwertung, Schlussrechnung) und endet mit der Löschung im Handelsregister. Liquidatoren tragen während des gesamten Verfahrens umfassende Bilanzierungs-, Offenlegungs- und Haftungspflichten nach HGB und GmbHG.

Was ist eine GmbH-Liquidation und wann ist sie notwendig?

Die GmbH-Liquidation ist das geordnete Verfahren zur Abwicklung und Auflösung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sie führt zur endgültigen Beendigung der Gesellschaft und deren Löschung im Handelsregister. Anders als bei der Insolvenz erfolgt die Liquidation freiwillig und planmäßig, wenn die Gesellschafter die Beendigung des Unternehmens beschließen oder gesetzliche Auflösungsgründe vorliegen.

Die rechtlichen Grundlagen finden sich in den §§ 60 bis 77 GmbHG. Nach § 60 Abs. 1 GmbHG wird die Gesellschaft aufgelöst durch Gesellschafterbeschluss, durch gerichtliches Urteil, durch Zeitablauf (bei befristeter Gesellschaft), durch Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder durch behördliche Verfügung. Der häufigste Fall ist der freiwillige Auflösungsbeschluss der Gesellschafter nach § 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG, der in der Regel eine Dreiviertelmehrheit erfordert (§ 60 Abs. 1 Nr. 2 i.V.m. § 53 Abs. 2 GmbHG).

Typische Gründe für die freiwillige Liquidation

  • Das Unternehmensziel ist erreicht oder dauerhaft nicht mehr wirtschaftlich zu verfolgen
  • Die Gesellschafter möchten sich aus Altersgründen zurückziehen und finden keinen Käufer
  • Unüberbrückbare Differenzen zwischen den Gesellschaftern machen eine Fortsetzung unmöglich
  • Die GmbH war nur für ein zeitlich begrenztes Projekt gegründet worden
  • Strategische Neuausrichtung der Unternehmensgruppe macht die Tochtergesellschaft überflüssig

Praxis-Hinweis

Viele Geschäftsführer verwechseln die Liquidation mit der Insolvenz. Die Liquidation setzt voraus, dass die GmbH zahlungsfähig ist und alle Verbindlichkeiten aus dem Gesellschaftsvermögen beglichen werden können. Besteht Überschuldung oder drohende Zahlungsunfähigkeit, ist stattdessen binnen drei Wochen ein Insolvenzantrag nach § 15a InsO zu stellen.

Der Ablauf der GmbH-Liquidation: Die wichtigsten Phasen

Die Liquidation einer GmbH verläuft in klar definierten Schritten, die vom Gesetzgeber in den §§ 65 bis 74 GmbHG geregelt sind. Der gesamte Prozess dauert in der Regel mindestens ein Jahr – dies ergibt sich aus der obligatorischen einjährigen Sperrfrist nach § 73 Abs. 1 GmbHG, während der Gläubiger ihre Forderungen anmelden können.

Phase 1: Auflösungsbeschluss und Handelsregisteranmeldung

Der Liquidationsprozess beginnt mit dem Gesellschafterbeschluss über die Auflösung. Dieser Beschluss muss notariell beurkundet und gemäß § 65 GmbHG zur Eintragung ins Handelsregister angemeldet werden. Mit der Eintragung erhält die Firma den Zusatz „i.L.“ (in Liquidation). Ab diesem Zeitpunkt sind die bisherigen Geschäftsführer als Liquidatoren tätig – es sei denn, die Gesellschafter bestellen andere Personen (§ 66 GmbHG).

Phase 2: Liquidationstätigkeit (laufendes Geschäft abwickeln)

Die Liquidatoren haben nach § 70 GmbHG die Aufgabe, die laufenden Geschäfte zu beenden, ausstehende Forderungen einzuziehen, das Vermögen zu verwerten und die Verbindlichkeiten zu begleichen. Neue Geschäfte dürfen nur eingegangen werden, soweit sie der Abwicklung dienen. Parallel ist nach § 71 GmbHG eine Liquidationseröffnungsbilanz aufzustellen und der dreimalige Gläubigeraufruf im elektronischen Bundesanzeiger zu veranlassen (§ 65 Abs. 2 GmbHG). Weitere Details zum Gläubigeraufruf und den Offenlegungspflichten im Bundesanzeiger sind für die ordnungsgemäße Abwicklung zu beachten.

Phase 3: Sperrjahr und Verteilung des Restvermögens

Nach § 73 Abs. 1 GmbHG darf das nach Begleichung aller Verbindlichkeiten verbleibende Vermögen erst ein Jahr nach dem dritten Gläubigeraufruf an die Gesellschafter verteilt werden. Dieses Sperrjahr soll sicherstellen, dass alle Gläubiger ausreichend Zeit haben, ihre Ansprüche geltend zu machen. Eine vorzeitige Verteilung ist nur möglich, wenn alle bekannten Gläubiger befriedigt sind und für unbekannte Gläubiger eine Sicherheit hinterlegt wird (§ 73 Abs. 3 GmbHG).

Phase 4: Schlussverteilung und Löschung

Nach Ablauf des Sperrjahres erstellen die Liquidatoren eine Schlussrechnung, die den Gesellschaftern zur Genehmigung vorzulegen ist. Das verbleibende Vermögen wird nach dem Verhältnis der Geschäftsanteile verteilt (§ 72 GmbHG). Abschließend ist die Beendigung der Liquidation beim Handelsregister anzumelden, woraufhin die GmbH von Amts wegen gelöscht wird (§ 74 GmbHG).

  • Auflösungsbeschluss fassen und notariell beurkunden lassen
  • Anmeldung zum Handelsregister (Firma erhält Zusatz „i.L.“)
  • Liquidatoren bestellen (meist bisherige Geschäftsführer)
  • Liquidationseröffnungsbilanz aufstellen nach § 71 GmbHG
  • Dreimaliger Gläubigeraufruf im Bundesanzeiger veröffentlichen
  • Laufende Geschäfte beenden, Forderungen einziehen, Vermögen verwerten
  • Alle Verbindlichkeiten begleichen
  • Sperrjahr abwarten (ein Jahr nach drittem Gläubigeraufruf)
  • Restvermögen an Gesellschafter verteilen
  • Schlussrechnung erstellen und von Gesellschaftern genehmigen lassen
  • Beendigung der Liquidation beim Handelsregister anmelden
  • Löschung der GmbH aus dem Handelsregister

Liquidatoren: Aufgaben, Pflichten und Haftungsrisiken

Nach § 66 Abs. 1 GmbHG werden die bisherigen Geschäftsführer automatisch zu Liquidatoren, sofern im Gesellschaftsvertrag oder durch Gesellschafterbeschluss nichts anderes bestimmt ist. Die Gesellschafter können jedoch auch externe Personen – etwa Steuerberater, Rechtsanwälte oder spezialisierte Liquidatoren – bestellen. Liquidatoren müssen wie Geschäftsführer zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt und im Handelsregister eingetragen sein.

Die zentralen Pflichten der Liquidatoren

Die Aufgaben der Liquidatoren sind in § 70 GmbHG geregelt. Sie umfassen die vollständige Abwicklung sämtlicher Geschäftsbeziehungen, die Verwertung des Gesellschaftsvermögens sowie die Befriedigung aller Gläubiger. Dabei gelten für Liquidatoren grundsätzlich dieselben Sorgfaltspflichten wie für Geschäftsführer (§ 71 Abs. 1 GmbHG i.V.m. § 43 GmbHG). Dies bedeutet: Die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns ist anzuwenden.

  • Buchführungs- und Bilanzierungspflicht: Erstellung einer Liquidationseröffnungsbilanz nach § 71 GmbHG sowie jährlicher Liquidationsbilanzen während der Abwicklung
  • Gläubigeraufruf: Dreimalige öffentliche Bekanntmachung im Bundesanzeiger gemäß § 65 Abs. 2 GmbHG, damit alle Gläubiger ihre Forderungen anmelden können
  • Vermögensverwertung: Planmäßige Veräußerung von Anlagevermögen, Einziehung offener Forderungen, Auflösung von Verträgen
  • Gläubigerbefriedigung: Alle Verbindlichkeiten müssen vor der Verteilung an die Gesellschafter beglichen sein (§ 72 Satz 1 GmbHG)
  • Berichtspflicht: Regelmäßige Information der Gesellschafter über den Fortschritt der Liquidation
  • Schlussrechnung: Abschließende Abrechnung über die gesamte Liquidation zur Genehmigung durch die Gesellschafter

Haftungsrisiko beachten

Liquidatoren haften persönlich und unbeschränkt für Pflichtverletzungen nach § 71 Abs. 1 i.V.m. § 43 Abs. 2 GmbHG. Werden Vermögenswerte vorzeitig an Gesellschafter verteilt, bevor alle Gläubiger befriedigt sind, droht eine persönliche Inanspruchnahme. Auch die Nichtbeachtung des Sperrjahres nach § 73 GmbHG oder eine fehlerhafte Liquidationsbilanz können erhebliche Haftungsfolgen nach sich ziehen.

„In der Praxis scheitert die ordnungsgemäße Liquidation häufig an unvollständigen Unterlagen oder fehlerhaften Bilanzen. Wer als Liquidator tätig wird, sollte deshalb frühzeitig steuerliche und handelsrechtliche Beratung einbinden. Eine lückenlose Dokumentation aller Abwicklungsschritte ist essentiell, um spätere Haftungsvorwürfe abzuwehren.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Vergütung der Liquidatoren

Liquidatoren haben nach § 71 Abs. 2 GmbHG Anspruch auf eine angemessene Vergütung, sofern nichts anderes vereinbart ist. Die Höhe richtet sich nach dem Umfang und der Komplexität der Abwicklung. Bei extern bestellten Liquidatoren sollte die Vergütung vorab im Bestellungsbeschluss konkretisiert werden. Bisherige Geschäftsführer, die als Liquidatoren tätig werden, können grundsätzlich ihre bisherige Geschäftsführervergütung weiter beziehen, sofern die Liquidationstätigkeit den bisherigen Aufwand entspricht.

Bilanzierung während der Liquidation: Besonderheiten und Fristen

Mit Eintritt in die Liquidation ändern sich die Bilanzierungsgrundsätze grundlegend. Die Fortführungsprämisse (Going-Concern-Prinzip) nach § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB entfällt, da die Gesellschaft nicht mehr auf Dauer angelegt ist. Stattdessen gilt das Liquidationsprinzip: Vermögensgegenstände sind zu Liquidationswerten anzusetzen, also zu den voraussichtlich erzielbaren Verkaufspreisen abzüglich noch anfallender Verwertungskosten.

Die Liquidationseröffnungsbilanz nach § 71 GmbHG

Zu Beginn der Liquidation müssen die Liquidatoren gemäß § 71 Abs. 1 Satz 1 GmbHG eine Eröffnungsbilanz aufstellen. Diese Liquidationseröffnungsbilanz wird auf den Tag der Auflösung erstellt – nicht auf den Tag der Handelsregistereintragung. Sie unterscheidet sich von der regulären Handelsbilanz durch die Bewertung zu Liquidationswerten statt Fortführungswerten.

Fortführungswerte (normale GmbH)

  • Anschaffungs- oder Herstellungskosten
  • Planmäßige Abschreibung über Nutzungsdauer
  • Imparitätsprinzip (Niederstwertprinzip)
  • Bildung stiller Reserven möglich
  • Bewertung auf Unternehmensfortführung ausgerichtet

Liquidationswerte (GmbH i.L.)

  • Erwartete Veräußerungserlöse
  • Abzüglich voraussichtlicher Verwertungskosten
  • Einzelveräußerungsfiktion (kein Unternehmensverbund)
  • Auflösung stiller Reserven erforderlich
  • Realistische Marktpreise zum Stichtag

Besonders wichtig: Rückstellungen sind in der Liquidationseröffnungsbilanz vollständig und nach realistischen Einschätzungen zu bilden. Dazu gehören insbesondere Rückstellungen für noch ausstehende Steuerzahlungen, Abfindungen, Kündigungsfristen, Kosten der Liquidation selbst (Notargebühren, Handelsregisterkosten, Steuerberatung) sowie eventuelle Gewährleistungsverpflichtungen.

Laufende Bilanzen während der Liquidationsphase

Für jedes Geschäftsjahr während der Liquidation sind nach § 71 Abs. 1 Satz 2 GmbHG Jahresabschlüsse aufzustellen – analog zu einer aktiven GmbH. Diese sogenannten Liquidationsbilanzen dokumentieren den Fortschritt der Abwicklung. Sie unterliegen denselben Offenlegungspflichten nach § 325 HGB wie reguläre Jahresabschlüsse und müssen innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag beim Unternehmensregister eingereicht werden.

Praxis-Tipp Offenlegung

Seit dem Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG) vom 01.08.2022 erfolgt die Offenlegung ausschließlich über das Unternehmensregister – nicht mehr über den Bundesanzeiger. Auch Liquidationsbilanzen sind fristgerecht offenzulegen. Bei Versäumnis droht ein Ordnungsgeld nach § 335 HGB zwischen 500 und 25.000 Euro.

Schlussbilanz und Abschlussrechnung

Nach Abschluss der Liquidation ist eine Schlussbilanz zu erstellen, die das Endergebnis der Abwicklung dokumentiert. Sie weist idealerweise nur noch liquide Mittel aus, die an die Gesellschafter verteilt werden. Ergänzend ist eine detaillierte Schlussrechnung zu fertigen, die den gesamten Liquidationsverlauf nachvollziehbar darstellt: Eröffnungsvermögen, alle Einnahmen und Ausgaben, Verteilungen an Gesellschafter. Diese Schlussrechnung bedarf der Genehmigung durch die Gesellschafterversammlung.

„Die Bilanzierung in der Liquidation wird oft unterschätzt. Besonders die Bewertung zu Liquidationswerten erfordert Erfahrung und realistische Einschätzungen. Wir empfehlen, die Liquidationseröffnungsbilanz und alle folgenden Abschlüsse durch einen Steuerberater erstellen zu lassen – das schützt vor Fehlern und späteren Haftungsrisiken.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Steuerliche Folgen der GmbH-Liquidation: Körperschaft-, Gewerbe- und Einkommensteuer

Die Liquidation einer GmbH löst auf mehreren Ebenen steuerliche Konsequenzen aus – sowohl auf Ebene der Gesellschaft als auch bei den Gesellschaftern. Eine sorgfältige steuerliche Planung kann erhebliche Steuerbelastungen vermeiden und Gestaltungsspielräume nutzen.

Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer auf Ebene der GmbH

Die GmbH bleibt während der gesamten Liquidationsphase körperschaftsteuerpflichtig nach § 1 Abs. 1 KStG. Alle in der Liquidation erzielten Gewinne – etwa aus der Veräußerung von Vermögensgegenständen – unterliegen der Körperschaftsteuer (15 %) zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % hierauf, also effektiv 15,825 %). Ebenso bleibt die Gewerbesteuerpflicht nach § 2 GewStG bestehen, solange ein Gewerbebetrieb abgewickelt wird.

Besonders relevant ist die Bewertung zu Liquidationswerten: Werden Wirtschaftsgüter in der Liquidationseröffnungsbilanz höher angesetzt als bisher (Aufdeckung stiller Reserven), entsteht ein Liquidationsgewinn, der sofort versteuert werden muss. Dieser Gewinn kann insbesondere bei Immobilien, Maschinen oder Beteiligungen erheblich sein.

Besteuerung der Gesellschafter: Teileinkünfteverfahren oder Abgeltungsteuer

Auf Ebene der Gesellschafter führt die Liquidation zu einem steuerpflichtigen Vorgang. Das nach Tilgung aller Schulden und Rückzahlung des Stammkapitals verbleibende Vermögen (Liquidationsüberschuss) gilt als Gewinnausschüttung im Sinne des § 20 Abs. 1 Nr. 2 EStG.

  • Bei natürlichen Personen im Privatvermögen: Besteuerung mit der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer (§ 43 Abs. 5 EStG). Die Steuer wird direkt von der GmbH einbehalten und abgeführt.
  • Bei Gesellschaftern mit Beteiligung im Betriebsvermögen (mindestens 1 %): Anwendung des Teileinkünfteverfahrens nach § 3 Nr. 40 EStG, d.h. 40 % der Ausschüttung sind steuerfrei, 60 % unterliegen dem persönlichen Steuersatz. Hier ist keine Kapitalertragsteuer einzubehalten.
  • Bei Beteiligung von mindestens 25 %: Prüfung, ob Freibeträge nach § 17 EStG (Veräußerungsgewinn) anwendbar sind, sofern die Beteiligung innerhalb der letzten fünf Jahre bestanden hat.

Umsatzsteuer: Liquidationsverkäufe und Vorsteuerabzug

Die Veräußerung von Gegenständen während der Liquidation unterliegt grundsätzlich der Umsatzsteuer, sofern keine Steuerbefreiung greift (z. B. § 4 Nr. 9 UStG bei Grundstücksverkäufen). Der Vorsteuerabzug für Liquidationskosten (Notar, Steuerberater, Rechtsanwalt) bleibt möglich, solange die GmbH noch zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Nach Abschluss der Liquidation ist die Abmeldung vom Finanzamt als Unternehmer erforderlich.

Steuerart Steuerpflichtiger Bemessungsgrundlage Steuersatz / Besonderheit
Körperschaftsteuer GmbH i.L. Liquidationsgewinn (inkl. aufgedeckte stille Reserven) 15 % zzgl. 5,5 % SolZ = 15,825 %
Gewerbesteuer GmbH i.L. Gewerbeertrag während Liquidation Abhängig vom Hebesatz der Gemeinde (Ø 14–17 %)
Kapitalertragsteuer Gesellschafter (Privatvermögen) Liquidationsüberschuss über Stammkapital 25 % zzgl. SolZ und ggf. KiSt (Abgeltungsteuer)
Einkommensteuer Gesellschafter (Betriebsvermögen ≥1%) 60 % des Liquidationsüberschusses Persönlicher Steuersatz (Teileinkünfteverfahren)
Umsatzsteuer GmbH i.L. Veräußerungserlöse (netto) 19 % / 7 % bzw. Steuerbefreiung

„Die steuerliche Optimierung einer Liquidation erfordert vorausschauende Planung. Oft lohnt es sich, die Liquidation zeitlich zu strecken oder bestimmte Vermögensgegenstände vor Auflösung zu übertragen. Hier sollte frühzeitig steuerlicher Rat eingeholt werden – idealerweise bereits bei der Entscheidung für die Liquidation.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Kosten und Dauer einer GmbH-Liquidation: Was Geschäftsführer einplanen müssen

Die Liquidation einer GmbH ist ein zeit- und kostenintensiver Prozess. Geschäftsführer und Gesellschafter sollten von Beginn an realistische Erwartungen haben und ausreichende finanzielle Mittel für die Abwicklung zurückstellen.

Zeitlicher Ablauf: Mindestens ein Jahr einplanen

Die gesetzliche Minimalzeit beträgt aufgrund des Sperrjahres nach § 73 Abs. 1 GmbHG mindestens zwölf Monate ab dem dritten Gläubigeraufruf. In der Praxis dauert eine Liquidation jedoch häufig deutlich länger:

  • 3–6 Monate: Vorbereitung, Auflösungsbeschluss, Handelsregistereintragung, Aufstellung Liquidationseröffnungsbilanz
  • 6–12 Monate: Abwicklung laufender Geschäfte, Verwertung des Vermögens, Begleichung von Verbindlichkeiten
  • 12 Monate: Gesetzliches Sperrjahr nach § 73 GmbHG
  • 2–4 Monate: Schlussrechnung, Verteilung Restvermögen, Löschung im Handelsregister

Bei komplexen Sachverhalten – etwa bei laufenden Rechtsstreitigkeiten, schwer veräußerbarem Vermögen oder grenzüberschreitenden Geschäftsbeziehungen – kann sich die Liquidation über mehrere Jahre erstrecken. Auch steuerliche Außenprüfungen können den Abschluss erheblich verzögern.

Kostenübersicht: Diese Posten sind einzukalkulieren

Die Gesamtkosten einer Liquidation hängen stark von der Komplexität des Einzelfalls ab. Folgende Kostenpositionen sind typischerweise einzukalkulieren:

Kostenposition Größenordnung Anmerkung
Notarkosten (Auflösungsbeschluss, Handelsregister) 500 – 1.500 € Abhängig vom Stammkapital und Geschäftswert
Handelsregistergebühren 150 – 300 € Eintragung Auflösung + spätere Löschung
Veröffentlichung Gläubigeraufruf (3x) 300 – 600 € Im elektronischen Bundesanzeiger
Steuerberatung (Liquidationsbilanzen, Steuererklärungen) 2.000 – 8.000 € Je nach Umfang und Komplexität; mehrere Jahresabschlüsse erforderlich
Rechtsberatung (optional) 1.500 – 5.000 € Bei rechtlichen Fragen, Gesellschafterstreitigkeiten
Liquidatorenvergütung nach Vereinbarung Sofern externe Liquidatoren bestellt oder Sondervergütung vereinbart
Prüfungskosten (bei prüfungspflichtigen GmbH) 3.000 – 10.000 € Jahresabschlussprüfung auch in Liquidation
Sonstige Kosten (Archivierung, Entsorgung) 500 – 2.000 € Aufbewahrungspflichten, Aktenvernichtung

Insgesamt sollten Gesellschafter für eine standardmäßige, unkomplizierte GmbH-Liquidation mit Gesamtkosten zwischen 5.000 und 15.000 Euro rechnen. Bei größeren oder komplexeren Gesellschaften können die Kosten deutlich höher liegen.

Liquiditätsreserve vorhalten

Häufig unterschätzen Gesellschafter die laufenden Kosten während der Liquidationsphase. Neben den einmaligen Abwicklungskosten fallen oft weiterhin Büromiete, Versicherungen, Telekommunikation und sonstige Fixkosten an. Stellen Sie sicher, dass ausreichend liquide Mittel vorhanden sind, um alle Kosten bis zur endgültigen Löschung decken zu können.

„Viele Mandanten kommen zu uns, wenn die Liquidation bereits läuft und Probleme auftreten. Dabei lassen sich durch eine frühzeitige Beratung vor dem Auflösungsbeschluss nicht nur Kosten sparen, sondern auch steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten nutzen. Wer die Liquidation professionell plant, vermeidet unnötige Verzögerungen und Haftungsrisiken.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Alternative: Löschung von Amts wegen ohne förmliche Liquidation

Nicht immer ist die förmliche Liquidation nach §§ 60 ff. GmbHG der einzig mögliche Weg, eine GmbH zu beenden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Registergericht eine GmbH auch von Amts wegen löschen, ohne dass ein reguläres Liquidationsverfahren durchgeführt wird. Diese Möglichkeit ist in § 394 FamFG geregelt und kommt vor allem bei sogenannten „vermögenslosen“ Gesellschaften in Betracht.

Voraussetzungen für die Löschung von Amts wegen

Eine Löschung nach § 394 FamFG setzt voraus, dass die GmbH vermögenslos ist und keine Vermögenswerte mehr vorhanden sind, aus denen die Kosten einer förmlichen Liquidation bestritten werden könnten. Dies kann etwa der Fall sein, wenn:

  • Die Geschäftstätigkeit seit Jahren eingestellt ist und kein Vermögen (mehr) vorhanden ist
  • Das Stammkapital vollständig aufgezehrt wurde und keine Aktiva existieren
  • Die GmbH bereits seit längerer Zeit keine Steuererklärungen mehr abgegeben hat und steuerlich als „ruhend“ gemeldet ist
  • Keine ausreichenden Mittel für die Durchführung einer ordentlichen Liquidation vorhanden sind

Das Registergericht prüft von Amts wegen, ob die Voraussetzungen vorliegen, und fordert die Gesellschaft in der Regel zur Stellungnahme auf. Werden keine Einwände erhoben oder ergibt sich aus den Akten, dass tatsächlich keine Vermögenswerte vorhanden sind, kann die Löschung verfügt werden.

Vorsicht vor Haftungsrisiken

Eine Löschung von Amts wegen beendet die Gesellschaft nur formell. Stellt sich nachträglich heraus, dass doch noch Vermögen oder unbereinigte Verbindlichkeiten vorhanden waren, können die ehemaligen Geschäftsführer und Gesellschafter persönlich haftbar gemacht werden. Dies gilt insbesondere, wenn bewusst falsche Angaben über die Vermögenslosigkeit gemacht wurden. Im Zweifel ist die förmliche Liquidation der sicherere Weg.

Abgrenzung zur regulären Liquidation

Kriterium Förmliche Liquidation (§§ 60 ff. GmbHG) Löschung von Amts wegen (§ 394 FamFG)
Voraussetzung Auflösungsbeschluss, Vermögen vorhanden Vermögenslosigkeit, keine Mittel für Liquidation
Dauer Mindestens 12 Monate (Sperrjahr) Wenige Monate nach gerichtlichem Verfahren
Kosten 5.000 – 15.000 € (inkl. Steuerberater, Notar) Ca. 200 – 500 € Gerichtskosten
Gläubigerschutz Gläubigeraufruf, Sperrjahr, geordnete Befriedigung Kein besonderer Gläubigerschutz
Haftungsrisiko Gering bei ordnungsgemäßer Abwicklung Erhöht bei späterem Auftauchen von Vermögen/Verbindlichkeiten
Anwendungsbereich Standardfall bei aktiver oder vermögender GmbH Nur bei nachweislich vermögenslosen Gesellschaften

Wann ist die Amtslöschung sinnvoll?

Die Löschung von Amts wegen ist primär eine pragmatische Lösung für faktisch bereits erloschene Gesellschaften, bei denen eine förmliche Liquidation wirtschaftlich unsinnig wäre. Sie eignet sich nicht als steuerliche oder rechtliche Gestaltungsoption für aktive oder vermögende GmbHs. Bei Unsicherheit sollten Sie rechtliche und steuerliche Beratung einholen.

Wichtig: Auch nach einer Löschung von Amts wegen bestehen die steuerlichen Pflichten zunächst fort. Das Finanzamt muss über die Beendigung informiert werden, und es sind abschließende Steuererklärungen einzureichen. Zudem bleiben zivilrechtliche Ansprüche gegen die ehemaligen Organe bestehen, wenn nachträglich noch Vermögen oder Verbindlichkeiten auftauchen sollten.

Häufige Fehler bei der GmbH-Liquidation und wie Sie diese vermeiden

In der Praxis scheitert die ordnungsgemäße Liquidation häufig an vermeidbaren Fehlern, die zu Verzögerungen, zusätzlichen Kosten oder sogar zu persönlicher Haftung führen können. Die folgenden Fehlerquellen sind besonders häufig und sollten von Anfang an vermieden werden.

Fehler 1: Fehlende oder fehlerhafte Liquidationseröffnungsbilanz

Die Liquidationseröffnungsbilanz ist die Grundlage für die gesamte Abwicklung. Wird sie nicht ordnungsgemäß erstellt oder werden Vermögenswerte falsch bewertet, ergeben sich zwangsläufig Folgeprobleme. Häufig wird übersehen, dass die Bewertung zu Liquidationswerten (nicht Fortführungswerten) zu erfolgen hat. Auch unvollständige Rückstellungen – etwa für noch anfallende Liquidationskosten, Steuern oder Sozialabgaben – führen zu späteren Korrekturen.

Fehler 2: Zu frühe Verteilung von Vermögen an Gesellschafter

Das Sperrjahr nach § 73 Abs. 1 GmbHG ist zwingend einzuhalten. Eine vorzeitige Ausschüttung an die Gesellschafter vor Ablauf des Jahres nach dem dritten Gläubigeraufruf ist nur unter engen Voraussetzungen zulässig (alle bekannten Gläubiger befriedigt, Sicherheitsleistung für unbekannte Gläubiger). Wird dennoch vorzeitig verteilt und meldet sich später ein Gläubiger, haften die Liquidatoren persönlich nach § 71 Abs. 1 i.V.m. § 43 Abs. 2 GmbHG.

Fehler 3: Versäumte Fristen bei Offenlegung und Steuererklärungen

Auch während der Liquidation bestehen die Buchführungs-, Bilanzierungs- und Offenlegungspflichten fort. Viele Liquidatoren unterschätzen dies und versäumen die fristgerechte Einreichung der Jahresabschlüsse beim Unternehmensregister oder die Abgabe von Steuererklärungen. Dies kann Ordnungsgelder nach § 335 HGB (500 bis 25.000 Euro) oder Verspätungszuschläge beim Finanzamt zur Folge haben.

Fehler 4: Unvollständige Dokumentation und fehlende Nachweise

Die gesamte Liquidationsabwicklung muss lückenlos dokumentiert werden. Dazu gehören sämtliche Vermögensverwertungen, Zahlungen an Gläubiger, Gesellschafterbeschlüsse und Bilanzen. Fehlt diese Dokumentation, können Liquidatoren später nicht nachweisen, dass sie ihre Pflichten ordnungsgemäß erfüllt haben. Die Aufbewahrungspflichten nach § 257 HGB (zehn Jahre) bestehen auch nach Beendigung der Liquidation fort – ein ehemaliger Gesellschafter oder Liquidator muss daher die Unterlagen sicher verwahren.

Fehler 5: Keine steuerliche Beratung eingeholt

Die steuerlichen Konsequenzen einer Liquidation sind komplex und werden häufig unterschätzt. Ohne rechtzeitige Steuerberatung können erhebliche Steuern anfallen, die durch vorausschauende Planung hätten gemindert werden können. Insbesondere die Aufdeckung stiller Reserven, die Besteuerung des Liquidationsüberschusses und die Frage der optimalen zeitlichen Gestaltung erfordern Fachwissen.

  • Liquidationseröffnungsbilanz durch Steuerberater erstellen lassen
  • Alle Vermögensgegenstände zu realistischen Liquidationswerten bewerten
  • Rückstellungen für sämtliche noch anfallende Kosten bilden
  • Dreimaligen Gläubigeraufruf im Bundesanzeiger fristgerecht durchführen
  • Sperrjahr nach § 73 GmbHG strikt einhalten
  • Jährliche Liquidationsbilanzen erstellen und offenlegen
  • Alle Steuererklärungen (Körperschaft-, Gewerbe-, Umsatzsteuer) fristgerecht einreichen
  • Vollständige Dokumentation aller Abwicklungsschritte sicherstellen
  • Schlussrechnung erstellen und von Gesellschaftern genehmigen lassen
  • Unterlagen für zehn Jahre aufbewahren (§ 257 HGB)

„Die meisten Haftungsfälle bei Liquidationen resultieren aus Unkenntnis oder Nachlässigkeit, nicht aus böser Absicht. Wer sich frühzeitig fachkundige Unterstützung holt und den Prozess strukturiert angeht, kann die Liquidation sicher und effizient abschließen. Gerade bei der Bilanzierung und steuerlichen Behandlung sollte man auf professionelle Hilfe setzen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Geschäftsführer, die den Jahresabschluss und die Liquidationsbilanzen durch einen Steuerberater erstellen lassen möchten, ohne langes Suchen und Wartezeiten, finden auf OnlineBilanz.de digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen. Unsere zugelassenen Steuerberater unterstützen Sie bei der gesamten Abwicklung – von der Liquidationseröffnungsbilanz bis zur finalen Schlussrechnung.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine GmbH während der Liquidation noch Geschäfte tätigen?

Ja, aber nur im Rahmen der Abwicklung. Die Liquidatoren dürfen gemäß § 71 Abs. 1 GmbHG nur noch Geschäfte vornehmen, die zur Beendigung der laufenden Geschäfte, zur Erfüllung bestehender Verbindlichkeiten und zur Verwertung des Vermögens erforderlich sind. Neue operative Geschäfte, die über die Abwicklung hinausgehen, sind grundsätzlich unzulässig und können zur persönlichen Haftung der Liquidatoren führen.

Was passiert, wenn sich während der Liquidation herausstellt, dass die GmbH überschuldet ist?

Die Liquidatoren sind nach § 71 Abs. 2 GmbHG i. V. m. § 15a InsO verpflichtet, unverzüglich Insolvenzantrag zu stellen, sobald sie Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit feststellen. Die Insolvenzantragspflicht besteht auch während der Liquidation. Eine Verletzung dieser Pflicht kann zu erheblicher persönlicher Haftung der Liquidatoren nach § 15b InsO führen sowie strafrechtliche Konsequenzen nach § 15a Abs. 4 InsO haben.

Wie wird das Stammkapital bei der Liquidation behandelt?

Das Stammkapital kann erst nach Ablauf des einjährigen Sperrjahres und nach vollständiger Tilgung aller Verbindlichkeiten an die Gesellschafter verteilt werden (§ 73 Abs. 1 GmbHG). Während der Liquidation bleibt es in der Bilanz als Eigenkapitalposition bestehen. Die Verteilung erfolgt nach dem Verhältnis der Geschäftsanteile, sofern der Gesellschaftsvertrag nichts anderes bestimmt (§ 72 GmbHG). Steuerlich löst die Auszahlung beim Gesellschafter Einkünfte aus Kapitalvermögen oder einen Veräußerungsgewinn aus.

Muss die GmbH während der Liquidation weiterhin Steuererklärungen abgeben?

Ja, die Pflicht zur Abgabe von Steuererklärungen besteht während der gesamten Liquidationsphase fort. Die GmbH muss für jedes Wirtschaftsjahr eine Körperschaftsteuererklärung, Gewerbesteuererklärung und ggf. Umsatzsteuererklärungen einreichen. Mit Beendigung der Liquidation ist eine Schluss-Steuererklärung für den Zeitraum vom letzten Bilanzstichtag bis zur Beendigung der Liquidation abzugeben. Die Festsetzungsverjährung beginnt erst mit Abgabe der Schlusserklärung.

Können Gesellschafter die Liquidation vorzeitig beenden und die GmbH fortsetzen?

Ja, gemäß § 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG kann die Gesellschaft durch Gesellschafterbeschluss wieder aufgenommen werden, solange noch nicht mit der Verteilung des Vermögens begonnen wurde. Der Fortsetzungsbeschluss muss notariell beurkundet und ins Handelsregister eingetragen werden. Nach Beginn der Vermögensverteilung ist eine Fortsetzung grundsätzlich ausgeschlossen. Die Fortsetzung setzt außerdem voraus, dass die GmbH noch nicht gelöscht wurde und keine Insolvenzgründe vorliegen.

Wie lange sind Geschäftsunterlagen nach Abschluss der Liquidation aufzubewahren?

Die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen nach § 257 HGB und § 147 AO gelten auch nach Beendigung der Liquidation fort. Jahresabschlüsse, Inventare und Buchungsbelege müssen zehn Jahre, empfangene Handels- und Geschäftsbriefe sechs Jahre aufbewahrt werden. Die Frist beginnt mit Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgte oder die Unterlagen entstanden sind. Die Liquidatoren müssen sicherstellen, dass die Unterlagen zugänglich bleiben – etwa durch Hinterlegung bei einem ehemaligen Gesellschafter oder Steuerberater.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: GmbH-Gesetz (GmbHG), Handelsgesetzbuch (HGB), Insolvenzordnung (InsO), Abgabenordnung (AO). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

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