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18.10.25
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Fabian Klement
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Passiva Mittelherkunft · "Wem gehört es?"
A. Eigenkapital
Stammkapital25.000 €
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offengelegt
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HandelsregisterHinterlegung · sofern erforderlich
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Datum

Lesedauer

12–18 Minuten

OnlineBilanzBlogAusfuhrlieferung buchen

Ausfuhrlieferung buchen 2026: Anleitung & SKR03/04

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Ausfuhrlieferungen sind nach § 4 Nr. 1a, § 6 UStG steuerfrei – sofern der Nachweis stimmt. Wer Waren ins Drittland exportiert, muss Belege sammeln, richtig buchen und in der Umsatzsteuer-Voranmeldung korrekt melden. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Ausfuhrlieferungen buchen, welche Konten Sie in SKR03 und SKR04 verwenden und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und unseren Steuerberatern – damit Ihr Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

OnlineBilanz ist eine Steuerberater-Plattform: Ihr Jahresabschluss wird von einem zugelassenen Steuerberater erstellt und unterzeichnet.

Kurzantwort

Eine Ausfuhrlieferung liegt vor, wenn Waren physisch ins Drittland (außerhalb der EU) geliefert werden. Sie ist nach § 4 Nr. 1a, § 6 UStG steuerfrei, sofern der Ausfuhrnachweis durch Zollbelege oder Versandpapiere erbracht wird. Im SKR03 buchen Sie auf Konto 8125, im SKR04 auf Konto 4125. Die steuerfreien Umsätze werden in Zeile 45 der Umsatzsteuer-Voranmeldung (Anlage UR) gemeldet.

Was ist eine Ausfuhrlieferung und wann liegt sie vor?

Eine Ausfuhrlieferung ist eine steuerfreie Lieferung von Waren aus dem Inland in das Drittlandsgebiet (Nicht-EU-Ausland). Die Steuerbefreiung ist in § 4 Nr. 1a i.V.m. § 6 UStG geregelt und setzt voraus, dass der Unternehmer oder der Abnehmer den Gegenstand der Lieferung in das Drittlandsgebiet befördert oder versendet. Die Ausfuhrlieferung unterscheidet sich fundamental von der innergemeinschaftlichen Lieferung (§ 4 Nr. 1b UStG), die sich auf EU-Mitgliedstaaten bezieht.

Für GmbH-Geschäftsführer und Buchhalter ist die korrekte Identifikation einer Ausfuhrlieferung essentiell, da sie weitreichende Folgen für die Umsatzsteuer, die Buchführung und die Dokumentationspflichten hat. Die Steuerfreiheit ist nicht automatisch gegeben, sondern setzt strikte Nachweispflichten voraus.

Tatbestandsmerkmale der Ausfuhrlieferung

  • Lieferung im umsatzsteuerlichen Sinne: Verschaffung der Verfügungsmacht an einem Gegenstand gemäß § 3 Abs. 1 UStG
  • Verbringen ins Drittlandsgebiet: Die Ware muss das Gebiet der Europäischen Union tatsächlich verlassen
  • Beförderung oder Versendung: Durch den Lieferer oder den Abnehmer bzw. einen beauftragten Dritten
  • Belegnachweis: Ausfuhrnachweis durch Ausgangs- oder Ausfuhrvermerk der Zollbehörde oder elektronische Ausfuhranmeldung im ATLAS-System

Hinweis

Praxishinweis: Seit dem Brexit (01.01.2021) gelten Lieferungen nach Großbritannien als Ausfuhrlieferungen ins Drittland, nicht mehr als innergemeinschaftliche Lieferungen. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Buchungssystematik und die Meldepflichten.

Welche Voraussetzungen müssen für die Steuerfreiheit erfüllt sein?

Die Steuerfreiheit der Ausfuhrlieferung nach § 4 Nr. 1a UStG ist an strenge Voraussetzungen geknüpft. Fehlt auch nur eine davon, entfällt die Steuerbefreiung rückwirkend, und die GmbH schuldet nachträglich Umsatzsteuer nebst Zinsen. Die Finanzverwaltung prüft diese Voraussetzungen im Rahmen von Betriebsprüfungen besonders intensiv.

Formelle Voraussetzungen

  • Rechnung mit Hinweis auf die Steuerfreiheit gemäß § 4 Nr. 1a UStG (§ 14a UStG)
  • Ausfuhranmeldung im elektronischen Ausfuhrverfahren ATLAS oder äquivalenter Nachweis
  • Ausgangs- oder Ausfuhrvermerk der Zollbehörde (bei Papierverfahren: Ausfuhrbegleitdokument mit Sichtvermerk)
  • Bei beauftragten Dritten: Nachweis der Beauftragung und Vollmacht
  • Aufbewahrung der Nachweise für zehn Jahre gemäß § 147 AO

Materielle Voraussetzungen

Neben den formellen Nachweisen muss die Ware tatsächlich das EU-Gebiet verlassen haben. Die bloße Absicht oder vertragliche Vereinbarung reicht nicht aus. Bei Reihengeschäften ist die Zuordnung der Warenbeförderung entscheidend dafür, welche Lieferung als Ausfuhr behandelt wird. Die Rechtsprechung des BFH (z.B. Urteil V R 35/19 vom 16.03.2022) stellt hohe Anforderungen an die Beweisführung.

Achtung

Vorsicht bei Abholgeschäften: Wenn ein ausländischer Abnehmer die Ware selbst abholt und ausführt, muss der liefernde Unternehmer besonders sorgfältig dokumentieren. Kopie des Reisepasses, schriftliche Abholbestätigung, Vollmacht bei Abholung durch Dritte und idealerweise ein Tracking der Ausfuhr sind erforderlich.

Wie bucht man eine Ausfuhrlieferung korrekt im SKR03 und SKR04?

Die buchhalterische Erfassung einer Ausfuhrlieferung unterscheidet sich grundlegend von umsatzsteuerpflichtigen Inlandsumsätzen. Da keine Umsatzsteuer anfällt, wird der Erlös auf ein spezielles Erlöskonto gebucht, das die steuerfreie Ausfuhr kennzeichnet. Diese Trennung ist nicht nur buchhalterisch sinnvoll, sondern auch für die Umsatzsteuer-Voranmeldung und Jahreserklärung zwingend erforderlich.

Standardbuchungssatz bei Ausfuhrlieferung

Kontenrahmen Soll-Konto Haben-Konto Betrag
SKR03 1400 (Forderungen aus L+L) 8120 (Erlöse Ausfuhrlieferungen 0% USt) Rechnungsbetrag netto
SKR04 1200 (Forderungen aus L+L) 4120 (Erlöse Ausfuhrlieferungen 0% USt) Rechnungsbetrag netto

Wichtig ist, dass der Rechnungsbetrag identisch mit dem Nettobetrag ist, da keine Umsatzsteuer anfällt. In der Rechnung selbst muss der Hinweis auf die Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 1a UStG deutlich vermerkt sein, andernfalls liegt ein Rechnungsmangel vor.

Zahlungseingang buchen

Der Zahlungseingang wird wie bei inländischen Forderungen behandelt. Im SKR03 erfolgt die Buchung: Soll 1200 (Bank) / Haben 1400 (Forderungen). Im SKR04: Soll 1800 (Bank) / Haben 1200 (Forderungen). Bei Fremdwährungsgeschäften sind zusätzlich die Währungskursgewinne oder -verluste zu berücksichtigen und auf die Konten 2660/7680 (SKR03) bzw. 2310/4840 (SKR04) zu buchen.

„In der Praxis sehen wir häufig, dass Ausfuhrlieferungen zunächst fälschlicherweise auf Erlöskonten mit 19% Umsatzsteuer gebucht werden und dann manuell korrigiert werden müssen. Eine saubere Vorkontierung mit eindeutiger Kennzeichnung ‚Ausfuhr‘ auf dem Beleg spart Zeit und vermeidet Fehler in der Umsatzsteuer-Voranmeldung.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Welche Nachweise müssen für das Finanzamt aufbewahrt werden?

Die Nachweispflichten für Ausfuhrlieferungen gehören zu den strengsten im Umsatzsteuerrecht. Ohne lückenlosen Belegnachweis erkennt das Finanzamt die Steuerfreiheit nicht an – mit der Folge, dass Umsatzsteuer nachzuzahlen ist, obwohl diese dem Kunden nicht in Rechnung gestellt wurde. Die Beweislast trägt grundsätzlich der liefernde Unternehmer.

Pflichtunterlagen gemäß § 8 UStDV

  • Ausfuhranmeldung (elektronisch): Anmeldung im ATLAS-System mit MRN (Movement Reference Number)
  • Ausgangsvermerk: Elektronischer Ausgangsvermerk der Ausgangszollstelle (AES – Ausfuhrsystem)
  • Handelsrechnung: Mit eindeutigem Hinweis auf Steuerfreiheit nach § 4 Nr. 1a UStG
  • Frachtdokumente: CMR-Frachtbrief, Konnossement (Bill of Lading), Luftfrachtbrief (AWB) oder Spediteurbescheinigung
  • Zahlungsnachweis: Kontoauszug als Beleg für Zahlungseingang (nicht zwingend, aber in Prüfungen hilfreich)

Die Nachweise sind gemäß § 147 Abs. 1 AO zehn Jahre aufzubewahren. Dies gilt sowohl in Papierform als auch elektronisch. Bei digitaler Archivierung müssen die Anforderungen der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) erfüllt sein.

Besonderheiten bei Abholausfuhren

Wenn der ausländische Abnehmer die Ware selbst abholt und ausführt, verschärfen sich die Nachweispflichten erheblich. Hier reicht der Ausfuhrvermerk allein nicht aus. Zusätzlich erforderlich sind: Kopie des Personalausweises oder Reisepasses des Abholers, schriftliche Empfangsbestätigung mit Datum und Unterschrift, bei Abholung durch einen Beauftragten eine schriftliche Vollmacht sowie idealerweise eine Spediteurbescheinigung oder GPS-Tracking-Nachweis.

Hinweis

ATLAS-System: Seit 2009 ist das elektronische Ausfuhrverfahren ATLAS (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem) verpflichtend für alle Ausfuhren über 1.000 Euro Warenwert oder bei erlaubnispflichtigen Waren. Die MRN (Movement Reference Number) ist das zentrale Identifikationsmerkmal und muss in der Buchhaltung zum Beleg erfasst werden.

Wie werden Ausfuhrlieferungen in der Umsatzsteuer-Voranmeldung gemeldet?

Ausfuhrlieferungen müssen in der Umsatzsteuer-Voranmeldung (UStVA) korrekt deklariert werden. Sie sind zwar steuerfrei, aber nicht steuerbefreit im Sinne von § 4 Nr. 8 ff. UStG. Der Unterschied ist entscheidend: Während echte Steuerbefreiungen (z.B. Heilbehandlungen) den Vorsteuerabzug ausschließen, bleibt dieser bei Ausfuhrlieferungen erhalten – die GmbH kann also die Vorsteuer aus Eingangsleistungen geltend machen.

Eintragung in der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Zeile (UStVA) Bezeichnung Einzutragen
Zeile 11 Steuerfrei mit Vorsteuerabzug nach § 4 Nr. 1a UStG Netto-Umsatz der Ausfuhrlieferungen
Zeile 60 Gesamtumsatz (inkl. steuerfreie Umsätze) Enthält auch Ausfuhrlieferungen
Zeile 47 (bei Reverse-Charge) Leistungsempfänger als Steuerschuldner Falls die GmbH selbst Waren aus Drittländern bezieht

Die korrekte Zuordnung ist für die Vorsteuerberichtigung, die Kleinunternehmerregelung und die Umsatzgrenze für Dauerfristverlängerung relevant. Werden Ausfuhrlieferungen fälschlicherweise nicht gemeldet, kann dies zu Rückfragen des Finanzamts und im schlimmsten Fall zu einer Betriebsprüfung führen.

Jahreserklärung und Zusammenfassende Meldung

In der Umsatzsteuerjahreserklärung werden Ausfuhrlieferungen ebenfalls in Zeile 52 (Stand 2026) ausgewiesen. Anders als bei innergemeinschaftlichen Lieferungen besteht für Ausfuhrlieferungen keine Meldepflicht in der Zusammenfassenden Meldung (ZM), da diese nur innerhalb der EU gilt. Die Ausfuhr wird ausschließlich über die Zollanmeldung dokumentiert.

„Die steuerfreien Ausfuhrumsätze beeinflussen die Vorsteueraufteilung bei gemischt verwendeten Eingangsleistungen. Wer sowohl Ausfuhrlieferungen als auch umsatzsteuerbefreite Umsätze ohne Vorsteuerabzug erzielt, muss den Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 4 UStG aufteilen. Hier ist fachliche Beratung unverzichtbar.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Welche häufigen Fehler sollten beim Buchen vermieden werden?

In der Praxis zeigen sich bei der Buchung von Ausfuhrlieferungen immer wieder typische Fehlerquellen, die zu Nachforderungen des Finanzamts, Strafzuschlägen oder aufwändigen Korrekturbuchungen führen. Eine strukturierte Fehlerprävention spart Zeit, Geld und Nerven.

Die zehn häufigsten Buchungsfehler

1. Falsche Kontierung

Buchung auf Inlandserlöskonto mit 19% USt statt auf Ausfuhrerlöskonto 0% – führt zu falscher Umsatzsteuerschuld.

2. Fehlender Rechnungshinweis

Rechnung ohne ausdrücklichen Verweis auf § 4 Nr. 1a UStG – Finanzamt erkennt Steuerfreiheit nicht an.

Systematische Fehlervermeidung

Eine strukturierte Prozessorganisation verhindert die meisten Fehler: Prüfen Sie bereits bei Vertragsschluss, ob eine Ausfuhrlieferung vorliegt. Definieren Sie klare Verantwortlichkeiten zwischen Vertrieb, Versand und Buchhaltung. Nutzen Sie digitale Belegworkflows mit Pflichtfeldern (z.B. MRN, Ausfuhrland, Ausfuhrdatum). Schulen Sie Ihr Team mindestens jährlich zu den aktuellen umsatzsteuerlichen Anforderungen.

Achtung

Achtung Scheinselbstständigkeit: Bei regelmäßigen Ausfuhrlieferungen an denselben ausländischen Abnehmer prüft das Finanzamt kritisch, ob nicht tatsächlich eine Betriebsstätte im Ausland vorliegt. Dies hätte weitreichende ertragsteuerliche Konsequenzen (Betriebsstättenbesteuerung, Doppelbesteuerungsabkommen).

Wie werden Reihengeschäfte und Sonderfälle behandelt?

Reihengeschäfte liegen vor, wenn mehrere Unternehmer hintereinander über denselben Gegenstand Lieferverträge abschließen und die Ware direkt vom ersten Lieferer zum letzten Abnehmer gelangt. Die umsatzsteuerliche Herausforderung besteht darin, die einzige tatsächliche Warenbewegung einer der Lieferungen zuzuordnen. Nur diese eine Lieferung kann als Ausfuhrlieferung steuerfrei sein.

Zuordnung der Warenbewegung bei Reihengeschäften

Nach § 3 Abs. 6a UStG und der Rechtsprechung des EuGH (insbesondere Rs. C-245/04 EMAG Handel Eder) ist entscheidend, welcher Unternehmer die Warenbewegung veranlasst. Die bewegte Lieferung ist grundsätzlich diejenige, bei der der Abnehmer das Transportrisiko trägt. Alle anderen Lieferungen in der Kette sind sogenannte ‚ruhende Lieferungen‘ und werden nach dem Belegenheitsort der Ware beurteilt.

Beispiel: Dreierkette mit Ausfuhr

  • Unternehmer A (Deutschland) verkauft an B (Österreich) für 10.000 EUR
  • Unternehmer B (Österreich) verkauft weiter an C (Schweiz) für 12.000 EUR
  • Versand: Direkt von A in Deutschland zu C in die Schweiz
  • Transportverantwortung: B beauftragt den Spediteur

In diesem Fall ist die Lieferung A → B die bewegte Lieferung und als Ausfuhrlieferung (Deutschland → Schweiz) steuerfrei nach § 4 Nr. 1a UStG. B muss diese Lieferung in Deutschland versteuern (Reverse-Charge nach § 13b UStG), da er in Deutschland keine UID hat. Die Lieferung B → C ist eine ruhende Lieferung im Drittland und unterliegt Schweizer Mehrwertsteuer.

Konsignationslager im Drittland

Bei Konsignationslagern in Drittländern (z.B. Schweiz, Norwegen, UK nach Brexit) wird die Ware ins Lager verbracht, bevor der Eigentumsübergang stattfindet. Der Verbringungsvorgang selbst ist keine Lieferung, sondern eine innergemeinschaftliche Verbringung bzw. bei Drittländern eine Ausfuhr zur Einlagerung. Die eigentliche Lieferung findet erst bei Entnahme aus dem Lager statt und ist dann eine Inlandslieferung im Drittland.

Hinweis

Digitale Steuerberatung: Reihengeschäfte und Konsignationslager erfordern fundierte steuerliche Beurteilung. Wer Jahresabschluss und laufende Buchhaltung durch einen Steuerberater betreuen lassen möchte, findet bei OnlineBilanz.de digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen – ohne lange Wartezeiten.

Welche Auswirkungen haben Ausfuhrlieferungen auf den Jahresabschluss?

Ausfuhrlieferungen beeinflussen mehrere Positionen des Jahresabschlusses nach § 266 und § 275 HGB. In der Bilanz wirken sie sich auf die Forderungen, eventuelle Rückstellungen und die Umsatzsteuerverbindlichkeiten aus. In der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) werden sie als Umsatzerlöse ausgewiesen, wobei eine gesonderte Aufgliederung nach geografischen Märkten im Anhang erforderlich sein kann.

Bilanzierung der Forderungen

Forderungen aus Ausfuhrlieferungen werden gemäß § 253 Abs. 1 HGB zum Nennwert angesetzt. Bei Fremdwährungsforderungen ist am Bilanzstichtag eine Bewertung zum Stichtagskurs vorzunehmen (§ 256a HGB). Nicht realisierte Verluste sind nach dem Vorsichtsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB) zu berücksichtigen, nicht realisierte Gewinne dürfen nicht ausgewiesen werden (Imparitätsprinzip). Bei Zweifeln an der Bonität ausländischer Abnehmer sind Einzelwertberichtigungen oder pauschale Wertberichtigungen zu bilden.

Umsatzausweispflichten in der GuV

In der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) werden Ausfuhrlieferungen unter Position 1 ‚Umsatzerlöse‘ erfasst. Gemäß § 285 Nr. 4 HGB müssen mittelgroße und große Kapitalgesellschaften im Anhang die Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen und geografisch bestimmten Märkten aufgliedern, sofern diese sich erheblich unterscheiden. Eine GmbH mit wesentlichem Drittlandsgeschäft muss also die Ausfuhrumsätze gesondert ausweisen.

§ 285 Nr. 4

HGB: Aufgliederungspflicht Umsatzerlöse im Anhang

§ 256a

HGB: Fremdwährungsbewertung am Bilanzstichtag

10 Jahre

Aufbewahrungspflicht Ausfuhrnachweise (§ 147 AO)

Rückstellungen für Gewährleistungen und Risiken

Bei Ausfuhrlieferungen mit Gewährleistungsverpflichtungen sind nach § 249 Abs. 1 HGB Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden. Besondere Vorsicht ist geboten bei Produkthaftungsrisiken in Drittländern, da dort oft strengere Haftungsregeln gelten (z.B. USA). Auch für potenzielle Zollnachforderungen, Nachversteuerungsrisiken bei fehlenden Ausfuhrnachweisen oder Währungskursrisiken bei langfristigen Verträgen können Rückstellungen erforderlich sein.

„Bei der Erstellung des Jahresabschlusses prüfen wir systematisch, ob alle Ausfuhrnachweise vollständig vorliegen. Fehlt auch nur ein Ausfuhrvermerk, muss die betroffene Lieferung im Jahresabschluss als umsatzsteuerpflichtig behandelt werden – mit direkter Auswirkung auf die Steuerverbindlichkeiten und den Gewinn.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Ausfuhrlieferung in die Schweiz steuerfrei?

Ja, die Schweiz gehört zum Drittlandsgebiet. Eine Lieferung in die Schweiz ist nach § 4 Nr. 1a, § 6 UStG steuerfrei, wenn die Ware physisch ausgeführt wird und der Ausfuhrnachweis (z. B. ausgefülltes Zollformular oder Versandbeleg) vorliegt. Die Buchung erfolgt auf das Konto für steuerfreie Ausfuhrlieferungen.

Kann ich den Ausfuhrnachweis auch nachträglich erbringen?

Ja, der Nachweis kann nachgereicht werden. Wichtig ist, dass er bis zur Bestandskraft der Steuerfestsetzung vorliegt. Bis dahin sollten Sie die Lieferung zunächst mit 19 % USt buchen und nach Vorlage des Nachweises berichtigen. Die Korrektur erfolgt über eine Rechnungsberichtigung und Anpassung in der Umsatzsteuer-Voranmeldung.

Was passiert, wenn der Ausfuhrnachweis fehlt oder unvollständig ist?

Ohne gültigen Ausfuhrnachweis ist die Lieferung nicht steuerfrei. Das Finanzamt kann die Steuerfreiheit versagen und 19 % Umsatzsteuer nachfordern. Sie haften für die Nachzahlung, zzgl. Zinsen nach § 233a AO. Deshalb sollten Sie alle Belege zeitnah prüfen und nachfordern.

Muss ich für Ausfuhrlieferungen eine Zusammenfassende Meldung abgeben?

Nein, die Zusammenfassende Meldung (ZM) betrifft nur innergemeinschaftliche Lieferungen (EU). Ausfuhrlieferungen ins Drittland werden ausschließlich in der Umsatzsteuer-Voranmeldung (Zeile 45, Anlage UR) und im Jahresabschluss erfasst, nicht in der ZM.

Wie behandle ich Ausfuhrlieferungen mit Anzahlungen?

Anzahlungen für Ausfuhrlieferungen sind grundsätzlich steuerpflichtig (§ 13 Abs. 1 Nr. 1a UStG), solange die Ware noch nicht ausgeführt wurde. Nach Ausfuhr und Vorlage des Nachweises wird die Endrechnung steuerfrei gestellt, und die bereits vereinnahmte Umsatzsteuer wird in der nächsten Voranmeldung berichtigt.

Gelten besondere Regelungen für Ausfuhren von gebrauchten Waren oder Kunstgegenständen?

Ja, bei Differenzbesteuerung nach § 25a UStG (Gebrauchtwarenregelung) oder Kunstgegenständen können Sondervorschriften gelten. Die Ausfuhr ist weiterhin steuerfrei, aber Bemessungsgrundlage und Nachweispflichten unterscheiden sich. Hier empfiehlt sich eine Abstimmung mit dem Steuerberater, um Fehler zu vermeiden.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: Umsatzsteuergesetz (UStG), Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV), Bundesministerium der Finanzen (BMF). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

Weiterführend: Ausfuhrlieferung Drittland 2026: Steuerfrei & Nachweise

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Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
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Ben
Ben
KI-Steuerberater