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16–23 Minuten

OnlineBilanzBlogAnlage AVA 2025

Anlage AVA 2025: Ausfüllen, Fristen & Fehler vermeiden

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Anlage AVA 2025 ist für GmbH-Gesellschafter mit ausländischen Einkünften unverzichtbar – sie ermöglicht die Anrechnung ausländischer Quellensteuer nach § 34c EStG und die Berücksichtigung von Doppelbesteuerungsabkommen. Wer die Anlage falsch oder verspätet einreicht, riskiert eine Doppelbesteuerung und Nachforderungen durch das Finanzamt. Ähnlich wie bei der Anlage G für gewerbliche Einkünfte sind präzises Ausfüllen und Kenntnis der häufigsten Fehlerquellen entscheidend. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie die Anlage AVA Schritt für Schritt korrekt ausfüllen, welche Fristen gelten und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Die Anlage AVA 2025 dient der Anrechnung ausländischer Quellensteuer auf die deutsche Einkommensteuer gemäß § 34c EStG. Sie muss von Steuerpflichtigen eingereicht werden, die ausländische Einkünfte erzielen – insbesondere GmbH-Gesellschafter mit Beteiligungen im Ausland. Die Anlage ist Teil der Einkommensteuererklärung und ermöglicht die Vermeidung einer Doppelbesteuerung durch Anrechnung bereits im Ausland gezahlter Steuern. Ähnlich wie bei der Anlage Kind in ELSTER sind auch hier Fristen, Struktur und korrekte Eintragungen entscheidend, um Nachforderungen und finanzielle Nachteile zu vermeiden.

Was ist die Anlage AVA 2025 und wer muss sie einreichen?

Die Anlage AVA (Ausländische Vermögensanlagen) ist ein Formular, das in der Steuererklärung zur Offenlegung ausländischer Kapitalerträge, Dividenden und sonstiger Einkünfte aus dem Ausland dient. Die Anlage AVA 2025 bezieht sich auf das Steuerjahr 2025 (bei Kalenderjahr-Bilanzierung also Bilanzstichtag 31.12.2025) und muss der Einkommensteuererklärung beigefügt werden, wenn entsprechende ausländische Einkünfte erzielt wurden.

Zur Einreichung verpflichtet sind natürliche Personen und Personengesellschaften, die im Steuerjahr 2025 ausländische Kapitalerträge, Beteiligungserträge oder andere Einkünfte aus ausländischen Quellen erzielt haben. Für GmbH-Gesellschafter ist die Anlage AVA relevant, wenn sie Dividenden oder Zinsen aus ausländischen Beteiligungen oder Forderungen bezogen haben, die nicht automatisch der deutschen Abgeltungssteuer unterlagen.

Wichtig für GmbH-Geschäftsführer

Die Anlage AVA betrifft in erster Linie die persönliche Einkommensteuererklärung des Geschäftsführers oder Gesellschafters, nicht die Körperschaftsteuererklärung der GmbH. Bei ausländischen Beteiligungen der GmbH selbst gelten andere Deklarationspflichten in der Körperschaftsteuererklärung und gegebenenfalls gesonderte Meldepflichten nach § 138 Abs. 2 AO.

Typische Fälle für die Anlage AVA

  • Dividenden aus ausländischen Aktien oder Beteiligungen
  • Zinsen aus ausländischen Bankkonten oder Anleihen
  • Veräußerungsgewinne aus ausländischen Wertpapieren ohne Depotverwahrung im Inland
  • Einkünfte aus ausländischen Fonds oder Versicherungen
  • Mieteinnahmen aus ausländischen Immobilien (wenn keine Anlage V ausgefüllt wird)

Aufbau und Struktur der Anlage AVA: Diese Abschnitte müssen Sie kennen

Die Anlage AVA ist in mehrere Abschnitte gegliedert, die jeweils unterschiedliche Arten ausländischer Einkünfte erfassen. Die korrekte Zuordnung ist entscheidend für die richtige Besteuerung und Anrechnung ausländischer Quellensteuer.

Abschnitt A: Ausländische Kapitalerträge

Hier werden Zinsen, Dividenden und sonstige Kapitalerträge aus dem Ausland eingetragen. Zu beachten ist, dass die Einkünfte in der Regel der Abgeltungssteuer nach § 32d EStG unterliegen, es sei denn, der Steuerpflichtige wählt die Günstigerprüfung oder es handelt sich um Beteiligungserträge, die dem persönlichen Steuersatz unterliegen (z. B. bei Beteiligungen über 1% nach § 17 EStG oder gewerblichen Beteiligungen nach § 15 EStG).

Abschnitt B: Ausländische Quellensteuer

In diesem Abschnitt wird die im Ausland einbehaltene Quellensteuer dokumentiert. Diese kann nach § 34c EStG (Anrechnungsverfahren) oder § 34d EStG (Abzugsverfahren) berücksichtigt werden. Die Anrechnung ist in der Regel günstiger, erfolgt aber nur bis zur Höhe der deutschen Steuer auf diese Einkünfte und unter Beachtung der Doppelbesteuerungsabkommen (DBA).

Abschnitt Inhalt Rechtsgrundlage
Abschnitt A Ausländische Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden) § 20 EStG, § 32d EStG
Abschnitt B Ausländische Quellensteuer zur Anrechnung § 34c EStG, § 34d EStG
Abschnitt C Veräußerungsgewinne aus ausländischen Wertpapieren § 20 Abs. 2 EStG
Abschnitt D Sonstige ausländische Einkünfte §§ 13–24 EStG

„In der Praxis sehen wir häufig Fehler bei der Anrechnung ausländischer Quellensteuer. Viele Mandanten vergessen, dass die Anrechnung nur bis zur Höhe der deutschen Steuer auf diese Einkünfte möglich ist. Wer Quellensteuer über den DBA-Satz hinaus gezahlt hat, sollte prüfen, ob ein Erstattungsantrag im Quellenstaat sinnvoll ist.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Ausländische Quellensteuer richtig anrechnen: § 34c EStG und DBA beachten

Die Anrechnung ausländischer Quellensteuer ist ein zentrales Element der Anlage AVA. Ohne korrekte Anrechnung droht eine Doppelbesteuerung, die zu einer erheblichen steuerlichen Mehrbelastung führt. Das deutsche Steuerrecht sieht zwei Verfahren vor: das Anrechnungsverfahren nach § 34c Abs. 1 EStG und das Abzugsverfahren nach § 34c Abs. 2 EStG.

Anrechnungsverfahren nach § 34c Abs. 1 EStG

Beim Anrechnungsverfahren wird die ausländische Quellensteuer direkt auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet. Die Anrechnung ist jedoch auf den Betrag der deutschen Steuer beschränkt, der auf die ausländischen Einkünfte entfällt (Anrechnungshöchstbetrag nach § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG). Übersteigt die ausländische Quellensteuer diesen Betrag, verfällt der übersteigende Teil – ein Vortrag auf Folgejahre ist nicht möglich.

Rolle der Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)

Die meisten Staaten haben mit Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen, das die Besteuerungsrechte zwischen den Staaten regelt. Typischerweise sehen DBA eine reduzierte Quellensteuer vor (z. B. 15% statt 25% für Dividenden). Wurde im Ausland ein höherer Satz einbehalten, kann oft eine Erstattung im Quellenstaat beantragt werden. Die Frist dafür beträgt in vielen Ländern drei Jahre.

Anrechnungsverfahren § 34c Abs. 1 EStG

Direkte Anrechnung auf deutsche Steuer, begrenzt auf Anrechnungshöchstbetrag. Günstiger bei hohen ausländischen Einkünften und niedrigem persönlichem Steuersatz.

Abzugsverfahren § 34c Abs. 2 EStG

Quellensteuer wird als Werbungskosten von den Einkünften abgezogen. Selten günstiger, aber bei Anrechnungsüberhang oder negativen Einkünften zu prüfen.

Achtung bei pauschaler Auslandsinvestition

Wenn ausländische Kapitalerträge über eine inländische Bank bezogen werden, erfolgt die Anrechnung der Quellensteuer meist automatisch durch die Bank im Rahmen der Abgeltungssteuer. In diesem Fall ist die Anlage AVA nur erforderlich, wenn die Günstigerprüfung beantragt wird oder Nachweise für das Finanzamt erforderlich sind.

Unterschied zwischen Anlage AVA und Anlage KAP: Wann welches Formular?

Viele Steuerpflichtige sind unsicher, ob sie die Anlage KAP (Kapitalerträge) oder die Anlage AVA ausfüllen müssen. Beide Formulare erfassen Kapitalerträge, haben aber unterschiedliche Anwendungsbereiche und steuerliche Konsequenzen.

Anlage KAP: Inländische Kapitalerträge und Abgeltungssteuer

Die Anlage KAP wird für inländische Kapitalerträge verwendet, die der Abgeltungssteuer nach § 32d EStG unterliegen. Dazu zählen Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne aus inländischen Depots oder Konten. In der Regel hat die depotführende Bank bereits die Abgeltungssteuer (25% plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Die Anlage KAP ist dann nur erforderlich, wenn die Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG beantragt wird oder Verlustverrechnungen erfolgen sollen.

Anlage AVA: Ausländische Kapitalerträge und Quellensteuer-Anrechnung

Die Anlage AVA kommt ins Spiel, wenn Kapitalerträge aus dem Ausland stammen und dort bereits Quellensteuer einbehalten wurde. Die Anlage dient der Anrechnung dieser ausländischen Steuer nach § 34c EStG. Typischerweise werden in der Anlage AVA auch Erträge aus ausländischen Depots erfasst, die nicht über eine inländische Bank laufen und bei denen daher keine automatische Abgeltungssteuer-Abführung erfolgte.

  • Inländische Depotbank hat Abgeltungssteuer abgeführt → Anlage KAP
  • Ausländische Bank oder ausländische Quellensteuer einbehalten → Anlage AVA
  • Günstigerprüfung gewünscht bei inländischen Erträgen → Anlage KAP
  • Anrechnung ausländischer Quellensteuer gewünscht → Anlage AVA
  • Beteiligung über 1% (§ 17 EStG) oder gewerbliche Beteiligung → je nach Sachverhalt beide Anlagen prüfen

Praxis-Tipp

In vielen Fällen müssen beide Anlagen ausgefüllt werden: die Anlage KAP für inländische Erträge und die Anlage AVA für ausländische Erträge. Wer einen Steuerberater mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt, profitiert von der automatisierten Prüfung, welche Anlagen erforderlich sind. OnlineBilanz bietet digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen – auch für die Einkommensteuererklärung von GmbH-Gesellschaftern.

Häufige Fehler bei der Anlage AVA und wie Sie diese vermeiden

Die Anlage AVA gehört zu den fehleranfälligen Formularen in der Einkommensteuererklärung. Fehler führen oft zu Rückfragen des Finanzamts, verzögerter Bearbeitung oder im schlimmsten Fall zu einer zu hohen Steuerlast durch nicht angerechnete Quellensteuer.

Fehler 1: Quellensteuer nicht oder falsch angegeben

Viele Steuerpflichtige tragen die ausländische Quellensteuer nicht oder nur unvollständig ein. Das führt dazu, dass die Anrechnung nach § 34c EStG unterbleibt und eine Doppelbesteuerung entsteht. Lösung: Die Quellensteuerbescheinigung der ausländischen Bank oder des ausländischen Fonds genau prüfen und alle einbehaltenen Steuern in der Anlage AVA eintragen. Bei fehlenden Nachweisen kann das Finanzamt die Anrechnung verweigern.

Fehler 2: Falsche Währungsumrechnung

Ausländische Einkünfte und Quellensteuer müssen in Euro umgerechnet werden. Die Umrechnung erfolgt nach § 16 Abs. 2 BewG mit dem amtlichen Kurs am Tag des Zuflusses. Viele Steuerpflichtige verwenden Durchschnittskurse oder Kurse zum Jahresende, was zu Abweichungen führt. Lösung: Die Bundesbank veröffentlicht monatliche Referenzkurse, die für die Umrechnung maßgeblich sind.

Fehler 3: DBA-Regelungen nicht berücksichtigt

Die Doppelbesteuerungsabkommen legen fest, welcher Staat das Besteuerungsrecht hat und welche Quellensteuersätze maximal zulässig sind. Wird im Ausland mehr Quellensteuer einbehalten als im DBA vorgesehen, kann nur der DBA-Satz in Deutschland angerechnet werden – der Rest muss im Ausland zurückgefordert werden. Lösung: DBA-Sätze vorab prüfen und bei Überzahlung einen Erstattungsantrag im Quellenstaat stellen (oft innerhalb von drei Jahren möglich).

„Ein häufiger Stolperstein ist die fehlende Dokumentation. Das Finanzamt verlangt bei der Anrechnung ausländischer Quellensteuer oft detaillierte Nachweise – Steuerbescheinigungen, Kontoauszüge, DBA-Referenzen. Wer diese nicht vorlegen kann, riskiert die Versagung der Anrechnung. Wir empfehlen, alle Unterlagen systematisch zu sammeln und digital zu archivieren.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Achtung Verjährung

Die Festsetzungsfrist für die Einkommensteuer beträgt nach § 169 Abs. 2 AO grundsätzlich vier Jahre. Wer vergessen hat, ausländische Quellensteuer anzurechnen, kann dies durch eine Änderung der Steuererklärung nachholen – aber nur innerhalb dieser Frist. Danach ist eine Korrektur in der Regel nicht mehr möglich.

Anlage AVA ausfüllen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für GmbH-Gesellschafter

Das Ausfüllen der Anlage AVA erfordert Sorgfalt und eine systematische Vorgehensweise. Die folgende Anleitung zeigt die wichtigsten Schritte für GmbH-Gesellschafter, die ausländische Kapitalerträge erzielt haben.

Schritt 1: Alle ausländischen Einkünfte zusammenstellen

Erfassen Sie zunächst alle ausländischen Kapitalerträge des Steuerjahres 2025. Dazu gehören Dividenden, Zinsen, Veräußerungsgewinne und sonstige Erträge. Prüfen Sie Kontoauszüge, Jahressteuerbescheinigungen ausländischer Banken und Abrechungen von Fonds oder Versicherungen.

Schritt 2: Quellensteuer dokumentieren

Stellen Sie für jede ausländische Einkunft die einbehaltene Quellensteuer fest. Diese muss in der Originalwährung und in Euro angegeben werden. Achten Sie auf die korrekte Währungsumrechnung nach dem amtlichen Kurs am Tag des Zuflusses.

Schritt 3: DBA-Sätze prüfen

Prüfen Sie für jeden Quellenstaat das zugehörige Doppelbesteuerungsabkommen. Wurde mehr Quellensteuer einbehalten als nach dem DBA zulässig, notieren Sie den Differenzbetrag und prüfen Sie, ob ein Erstattungsantrag im Ausland sinnvoll ist. In Deutschland kann nur der DBA-Satz angerechnet werden.

Schritt 4: Eintragungen in die Anlage AVA

  1. Tragen Sie in Zeile 4 ff. die ausländischen Kapitalerträge (Bruttoertrag vor Quellensteuer) ein.
  2. Tragen Sie in Zeile 7 ff. die ausländische Quellensteuer ein (in Euro umgerechnet).
  3. Geben Sie in Zeile 10 ff. den Quellenstaat und die Art der Einkünfte an (z. B. Dividenden, Zinsen).
  4. Falls Sie die Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG wünschen, kreuzen Sie das entsprechende Feld an.
  5. Fügen Sie alle Nachweise (Steuerbescheinigungen, Kontoauszüge) der Steuererklärung bei oder halten Sie diese für Rückfragen bereit.

25%

Abgeltungssteuer in Deutschland

15%

Typischer DBA-Quellensteuersatz

3 Jahre

Erstattungsfrist im Ausland

Digitale Unterstützung nutzen

Wer die Einkommensteuererklärung selbst erstellt, kann auf Elster oder kommerzielle Steuersoftware zurückgreifen. Diese Programme führen durch die Anlage AVA und prüfen Plausibilität. Wer mehr Sicherheit wünscht, kann die Steuererklärung durch einen Steuerberater erstellen lassen. OnlineBilanz verbindet Steuerberater-Qualität mit digitaler Effizienz – ohne Wartezeiten, mit transparenten Festpreisen.

Fristen für die Anlage AVA 2025 und Folgen bei Versäumnis

Die Anlage AVA ist Bestandteil der Einkommensteuererklärung und unterliegt denselben Abgabefristen. Für das Steuerjahr 2025 (Bilanzstichtag 31.12.2025) gelten folgende Fristen im Jahr 2026:

Ohne steuerlichen Berater

Die Einkommensteuererklärung 2025 muss grundsätzlich bis zum 31. Juli 2026 beim Finanzamt eingereicht werden (§ 149 Abs. 2 AO). Eine Fristverlängerung ist auf Antrag möglich, wird aber nicht automatisch gewährt.

Mit steuerlichem Berater

Wird die Steuererklärung durch einen Steuerberater erstellt, verlängert sich die Frist automatisch auf den 28. Februar 2027 (§ 149 Abs. 3 AO). Diese Fristverlängerung gilt auch für die Anlage AVA.

Folgen bei verspäteter Abgabe oder Nichtabgabe

Wird die Einkommensteuererklärung (und damit die Anlage AVA) nicht fristgerecht eingereicht, drohen mehrere Konsequenzen:

  • Verspätungszuschlag: Nach § 152 AO kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag von 0,25% der festgesetzten Steuer pro Monat erheben, mindestens jedoch 25 Euro pro Monat.
  • Zwangsgeld: Das Finanzamt kann ein Zwangsgeld androhen und festsetzen, um die Abgabe zu erzwingen (§ 328 AO).
  • Schätzung: Liegen dem Finanzamt keine vollständigen Angaben vor, kann es die Besteuerungsgrundlagen schätzen (§ 162 AO). Dabei geht das Finanzamt oft von ungünstigen Annahmen aus – insbesondere bei ausländischen Einkünften ohne Quellensteuer-Anrechnung.
  • Verlust der Anrechnung: Wird die Anlage AVA nicht oder unvollständig eingereicht, kann die Anrechnung ausländischer Quellensteuer nach § 34c EStG unterbleiben. Dies führt zu einer doppelten Besteuerung und einer erheblichen Mehrbelastung.

Verjährung der Anrechnung

Die Anrechnung ausländischer Quellensteuer kann nur innerhalb der Festsetzungsfrist für die Einkommensteuer geltend gemacht werden (§ 169 Abs. 2 AO: vier Jahre). Wer die Anlage AVA vergessen hat, sollte umgehend eine Änderung der Steuererklärung nach § 173 Abs. 1 AO beantragen – aber nur, solange die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist.

„In der Praxis sehen wir immer wieder Mandanten, die ausländische Kapitalerträge nicht in der Steuererklärung angegeben haben – oft aus Unwissenheit oder weil die Nachweise fehlten. Das Finanzamt erfährt durch den automatischen Informationsaustausch nach dem Gemeinsamen Meldestandard (CRS) von vielen ausländischen Konten und Depots. Versäumnisse werden daher zunehmend entdeckt und können zu Nachzahlungen und Zinsen führen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Besonderheiten der Anlage AVA für GmbH-Gesellschafter und Geschäftsführer

GmbH-Gesellschafter und Geschäftsführer haben oft komplexe Vermögensstrukturen, die besondere Anforderungen an die Anlage AVA stellen. Neben klassischen Kapitalerträgen können auch Beteiligungserträge, gewerbliche Einkünfte und grenzüberschreitende Strukturen relevant werden.

Ausländische Dividenden aus Beteiligungen über 1% (§ 17 EStG)

Hält ein GmbH-Gesellschafter eine Beteiligung von mindestens 1% an einer ausländischen Kapitalgesellschaft, unterliegen Dividenden und Veräußerungsgewinne nicht der Abgeltungssteuer, sondern dem Teileinkünfteverfahren nach § 3 Nr. 40 EStG bzw. § 17 EStG. Dabei werden nur 60% der Einkünfte versteuert, während 40% steuerfrei bleiben. Die Anlage AVA muss in diesem Fall mit der Anlage SO (Sonstige Einkünfte) kombiniert werden, und die Quellensteueranrechnung erfolgt anteilig.

Gewerbliche Beteiligungen und ausländische Betriebsstätten

Ist die Beteiligung an einer ausländischen Gesellschaft gewerblich geprägt (z. B. bei Personengesellschaften oder gewerblich tätigen GmbHs), können ausländische Einkünfte als gewerbliche Einkünfte nach § 15 EStG zu erfassen sein. In diesem Fall ist die Anlage AVA zu kombinieren mit der Anlage G (Einkünfte aus Gewerbebetrieb). Die Quellensteueranrechnung erfolgt ebenfalls nach § 34c EStG, aber die Einkünfteermittlung folgt anderen Regeln (Betriebsvermögensvergleich, § 4 Abs. 1 EStG).

Hinzurechnungsbesteuerung nach § 7 ff. AStG

Hält ein GmbH-Gesellschafter Anteile an einer ausländischen Gesellschaft, die passive Einkünfte (z. B. Zinsen, Lizenzen, Dividenden) erzielt und in einem Niedrigsteuerland ansässig ist, kann die Hinzurechnungsbesteuerung nach dem Außensteuergesetz (AStG) greifen. In diesem Fall sind die Einkünfte der ausländischen Gesellschaft anteilig dem deutschen Gesellschafter zuzurechnen und in der Anlage AVA bzw. der Anlage AE (Ausländische Einkünfte nach AStG) zu erklären.

Beteiligung < 1%

Dividenden unterliegen der Abgeltungssteuer nach § 32d EStG. Anlage AVA für Quellensteuer-Anrechnung, Günstigerprüfung optional.

Beteiligung ≥ 1% (§ 17 EStG)

Teileinkünfteverfahren: 60% steuerpflichtig, 40% steuerfrei. Anlage AVA + Anlage SO, anteilige Quellensteueranrechnung.

Gewerbliche Beteiligung

Einkünfte nach § 15 EStG. Anlage AVA + Anlage G, Betriebsvermögensvergleich, ggf. Gewerbesteueranrechnung nach § 35 EStG.

Steuerberatung bei komplexen Strukturen

GmbH-Gesellschafter mit ausländischen Beteiligungen oder grenzüberschreitenden Strukturen sollten die Einkommensteuererklärung und die Anlage AVA durch einen Steuerberater erstellen lassen. Die korrekte Zuordnung von Einkünften, die Anwendung von DBA-Regelungen und die Prüfung von Hinzurechnungsbesteuerung erfordern Fachkenntnis. OnlineBilanz bietet digitale Steuerberater-Leistungen für GmbH-Gesellschafter – von der Jahresabschlusserstellung bis zur persönlichen Einkommensteuererklärung.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Anlage AVA auch nachträglich einreichen?

Ja, eine nachträgliche Einreichung der Anlage AVA ist grundsätzlich möglich. Sie können die Anlage im Rahmen einer Änderungsveranlagung gemäß § 175 AO nachreichen, solange die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Die reguläre Festsetzungsfrist beträgt vier Jahre und beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuererklärung eingereicht wurde. Bei nachträglicher Einreichung können jedoch Zinsen nach § 233a AO anfallen, wenn die Anrechnung zu einer Steuererstattung führt.

Muss ich für jedes Land eine separate Anlage AVA ausfüllen?

Nein, die Anlage AVA ist so strukturiert, dass Sie mehrere Länder auf einem Formular erfassen können. Für jedes Land tragen Sie die entsprechenden Einkünfte und die gezahlte Quellensteuer in die dafür vorgesehenen Zeilen ein. Falls der Platz nicht ausreicht, können Sie weitere Exemplare der Anlage AVA verwenden und diese fortlaufend nummerieren. Wichtig ist, dass Sie für jedes Land die spezifischen DBA-Regelungen und Anrechnungshöchstbeträge separat berechnen.

Was passiert, wenn die ausländische Quellensteuer höher ist als die deutsche Steuer?

Wenn die im Ausland gezahlte Quellensteuer höher ist als die deutsche Steuer auf dieselben Einkünfte, können Sie nur den deutschen Steuerbetrag anrechnen – dies ist der sogenannte Anrechnungshöchstbetrag nach § 34c Abs. 1 EStG. Der übersteigende Betrag geht verloren und kann weder in Deutschland erstattet noch in andere Jahre vorgetragen werden. In manchen Fällen besteht jedoch die Möglichkeit, im Quellenstaat eine Erstattung der zu viel einbehaltenen Steuer zu beantragen, wenn die dortige Quellensteuer den im DBA vereinbarten Höchstsatz überschreitet.

Gilt die Anlage AVA auch für Einkünfte aus Vermietung im Ausland?

Ja, die Anlage AVA gilt auch für ausländische Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nach § 21 EStG, sofern im Ausland Quellensteuer einbehalten wurde. Auch hier greifen die Regelungen des § 34c EStG zur Anrechnung ausländischer Steuern. Neben der Anlage AVA müssen Sie die ausländischen Mieteinkünfte zusätzlich in der Anlage V (Vermietung und Verpachtung) deklarieren. Prüfen Sie das jeweilige DBA, ob Deutschland das Besteuerungsrecht hat oder ob die Freistellungsmethode zur Anwendung kommt – in letzterem Fall erfolgt keine Anrechnung, sondern ein Progressionsvorbehalt.

Benötige ich für die Anlage AVA Originalbescheinigungen aus dem Ausland?

Ja, Sie benötigen grundsätzlich Nachweise über die gezahlte ausländische Quellensteuer. Dies sind in der Regel amtliche Steuerbescheinigungen der ausländischen Finanzbehörden oder Banken. Diese Bescheinigungen müssen Sie nicht zwingend mit der Steuererklärung einreichen, jedoch auf Anforderung des Finanzamts vorlegen können. Es empfiehlt sich, alle Belege mindestens bis zum Ablauf der Festsetzungsfrist aufzubewahren. Bei größeren Beträgen fordert das Finanzamt häufig eine Apostille oder beglaubigte Übersetzung der ausländischen Dokumente.

Kann ich die Anlage AVA auch elektronisch über ELSTER einreichen?

Ja, die Anlage AVA kann über ELSTER elektronisch eingereicht werden. Sie ist als Bestandteil der Einkommensteuererklärung im ELSTER-Formular integriert. Die elektronische Übermittlung ist seit 2019 für steuerlich beratene Mandanten verpflichtend gemäß § 87d AO. Auch Privatpersonen können die Anlage AVA über Mein ELSTER oder über zertifizierte Steuersoftware digital ausfüllen und übermitteln. Die elektronische Einreichung beschleunigt die Bearbeitung und reduziert Übertragungsfehler.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: Einkommensteuergesetz (EStG), Abgabenordnung (AO), Doppelbesteuerungsabkommen (BMF), Steuerformulare der Finanzverwaltung. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Geprüft & kammer­pflichtig Mitgliedschaften & Zulassungen
S
Steuerberater­kammerPflichtmitgliedschaft
W
Wirtschafts­prüfer­kammerZulassung nach WPO
R
Rechts­anwalts­kammerFachbereich Steuerrecht
D
DATEV‑PartnerSchnittstellen­zertifiziert
Kontakt & häufige Fragen

Ihre Fragen.
Unsere Antworten.

Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
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