Bilanz Makler 2026: Pflichten, Fristen & Besonderheiten
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Maklerunternehmen – ob Immobilien-, Versicherungs- oder Finanzdienstleistungsmakler – unterliegen spezifischen Bilanzierungs- und Offenlegungspflichten nach HGB. Neben der Erstellung einer ordnungsgemäßen Bilanz müssen Makler auch steuerliche Verpflichtungen wie die Gewerbesteuer für Maklerunternehmen beachten. Dieser Artikel erklärt die rechtlichen Grundlagen, Besonderheiten bei Forderungsbewertung, Rechnungsabgrenzung und GuV-Gliederung sowie die Fristen für Feststellung und Offenlegung bei Makler-GmbHs im Jahr 2026.
Kurzantwort
Maklerunternehmen müssen bei Überschreiten der Grenzen nach § 241a HGB einen Jahresabschluss mit Bilanz und GuV erstellen. Besonderheiten liegen in der Erfassung von Provisionserlösen, Forderungen aus Maklerleistungen und der periodengerechten Abgrenzung. Ähnliche Anforderungen gelten auch für andere immobilienwirtschaftliche Unternehmen – so unterliegen etwa Hausverwaltungen vergleichbaren Bilanzierungspflichten. Kapitalgesellschaften (z. B. Makler-GmbH) unterliegen der Feststellungsfrist nach § 42a GmbHG (8 oder 11 Monate je nach Größe) und der Offenlegungspflicht nach § 325 HGB (12 Monate) beim Unternehmensregister.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Bilanz für Makler und welche Besonderheiten gelten?
Makler – ob Immobilienmakler, Versicherungsmakler oder Handelsmakler – unterliegen gemäß § 238 HGB der Buchführungspflicht, sobald sie die Schwellenwerte des § 241a HGB überschreiten. Die Bilanz für Makler bildet als Teil des Jahresabschlusses die Vermögens- und Schuldenlage zum Bilanzstichtag ab. Anders als bei produzierenden Unternehmen liegt der Schwerpunkt in der Maklerbilanz auf Forderungen aus Provisionsansprüchen, liquiden Mitteln und Verbindlichkeiten gegenüber Auftraggebern oder Kunden.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die zeitliche Abgrenzung von Provisionserlösen: Nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB gilt das Realisationsprinzip. Provisionseinnahmen dürfen erst dann aktiviert werden, wenn der Vermittlungsauftrag rechtlich erfüllt ist – etwa bei notarieller Beurkundung im Immobilienbereich oder bei Vertragsabschluss im Versicherungswesen. Vorauszahlungen sind als erhaltene Anzahlungen unter den Verbindlichkeiten auszuweisen (§ 266 Abs. 3 C.3 HGB).
Typische Bilanzpositionen bei Maklerunternehmen
- Aktiva: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Provisionsansprüche), liquide Mittel, Büroausstattung, EDV-Systeme, ggf. Software-Lizenzen
- Passiva: Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Verbindlichkeiten aus Treuhandgeldern, Eigenkapital, ggf. Darlehen
- Erhaltene Anzahlungen (Verbindlichkeiten): Anzahlungen auf noch nicht erbrachte Vermittlungsleistungen
Praxis-Tipp
Maklerbüros sollten ein detailliertes Provisionsjournal führen, das Auftragsnummer, Vertragsabschluss und Zahlungseingang dokumentiert. Dies erleichtert die periodengerechte Abgrenzung und beugt Diskussionen mit dem Finanzamt vor.
Welche rechtlichen Grundlagen gelten für die Bilanzierung von Maklerunternehmen?
Maklerunternehmen sind nach Rechtsform und Größe unterschiedlichen Bilanzierungspflichten unterworfen. Einzelkaufleute sind gemäß § 238 HGB buchführungspflichtig, sofern sie nicht nach § 241a HGB befreit sind (Umsatzerlöse bis 800.000 Euro und Jahresüberschuss bis 80.000 Euro an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen); OHG und KG sind stets buchführungspflichtig, die GbR ist es nach HGB nicht.
Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) unterliegen unabhängig von Umsatz oder Gewinn der vollständigen Rechnungslegungspflicht nach §§ 264 ff. HGB. Sie müssen nach § 325 HGB ihren Jahresabschluss binnen 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag elektronisch beim Unternehmensregister offenlegen – seit dem Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG, in Kraft seit 01.08.2022) erfolgt die Offenlegung ausschließlich dort, nicht mehr beim Bundesanzeiger.
Größenklassen und ihre Folgen für Makler-GmbHs
| Größenklasse | Bilanzsumme | Umsatzerlöse | Mitarbeiter | Offenlegungsumfang |
|---|---|---|---|---|
| Klein (§ 267 Abs. 1 HGB) | ≤ 7,5 Mio. € | ≤ 15 Mio. € | ≤ 50 | Bilanz + Anhang (verkürzt) |
| Mittel (§ 267 Abs. 2 HGB) | ≤ 25 Mio. € | ≤ 50 Mio. € | ≤ 250 | Bilanz + GuV + Anhang + Lagebericht |
| Groß (§ 267 Abs. 3 HGB) | > 25 Mio. € | > 50 Mio. € | > 250 | Vollständiger JA + Lagebericht |
Zwei der drei Merkmale müssen an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen über- bzw. unterschritten werden, damit ein Größenklassenwechsel eintritt (§ 267 Abs. 4 HGB). Viele Maklerbüros in der Rechtsform GmbH fallen unter die Kleinstkapitalgesellschaft nach § 267a HGB oder die kleine Kapitalgesellschaft und profitieren von Erleichterungen bei Anhang und GuV.
Achtung Fristversäumnis
Bei verspäteter Offenlegung droht ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB mit Ordnungsgeldern zwischen 2.500 und 25.000 Euro. Das Bundesamt für Justiz leitet automatisiert Ordnungsgeldverfahren ein, droht Ordnungsgelder mit sechswöchiger Nachfrist an und setzt sie fest – auch bei Makler-GmbHs ohne nennenswerten Umsatz.
Welche Buchführung und welchen Kontenrahmen nutzen Makler?
In der Praxis arbeiten Maklerbüros überwiegend mit dem Standardkontenrahmen SKR 03 (Prozessgliederung) oder SKR 04 (Abschlussgliederung) der DATEV. Beide Kontenrahmen sind nach den Gliederungsvorschriften des HGB aufgebaut und ermöglichen eine automatisierte Überleitung von der Buchhaltung zur Bilanz. Makler, die branchenspezifische Besonderheiten abbilden wollen, können individuelle Unterkonten anlegen – etwa für unterschiedliche Provisionskategorien (Bestandsprovision, Abschlussprovision, Vermittlungshonorar).
Wichtige Kontengruppen für Makler
Erlöskonten (SKR 03: 8000–8999)
Provisionserlöse nach Sparten (Immobilien, Versicherungen, Finanzierungen), erhaltene Skonti, Erlösberichtigungen.
Aufwandskonten (SKR 03: Kontenklasse 4)
Raumkosten (Büro), Kfz-Kosten (Besichtigungsfahrten), Werbung, Porto, Telekommunikation, Abschreibungen auf Büroausstattung.
Debitorenkonten (SKR 03: 10000–69999)
Forderungen gegenüber Auftraggebern, ggf. personenweise Debitoren für größere Bestands- oder Rahmenverträge.
Kreditorenkonten (SKR 03: 70000–99999)
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstleistern, Treuhandkonten (falls Makler Gelder verwahrt), Lieferanten von Werbematerial.
Makler, die Treuhandgelder verwalten (z. B. Kautionen, Anzahlungen), müssen diese gesondert führen (Herausgabepflicht nach § 667 BGB) und dürfen sie nicht als eigene Einnahmen verbuchen. Auf der Passivseite erscheint eine korrespondierende Verbindlichkeit, sodass Treuhandvermögen bilanzneutral bleibt (Durchlaufposten).
Wie werden Forderungen und Rechnungsabgrenzungsposten bei Maklern bewertet?
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – bei Maklern vor allem Provisionsansprüche – sind gemäß § 253 Abs. 1 HGB mit ihrem Nennwert (Nominalwert) anzusetzen. Wertberichtigungen erfolgen einzelwertberichtigend oder pauschal nach § 253 Abs. 4 HGB, wenn Zweifel an der Einbringlichkeit bestehen (z. B. bei Zahlungsverzug, Insolvenzgefahr des Schuldners).
Einzelwertberichtigung vs. Pauschalwertberichtigung
- Einzelwertberichtigung: Bei konkreten Ausfallrisiken (Zahlungsausfall, Insolvenz) wird die Forderung um den erwarteten Verlust gemindert. Buchung auf ein Konto für Abschreibungen bzw. Wertberichtigungen auf Forderungen.
- Pauschalwertberichtigung: Für das allgemeine Ausfallrisiko wird ein prozentualer Abschlag auf den Gesamtbestand gebildet (z. B. 1–2 %). Grundlage ist die Erfahrung der Vorjahre (§ 253 Abs. 4 HGB).
- Abschreibung uneinbringlicher Forderungen: Endgültig ausgefallene Forderungen werden vollständig ausgebucht.
Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) nach § 250 HGB dienen der periodengerechten Erfolgsabgrenzung. Aktive RAP entstehen, wenn ein Makler im Voraus Aufwendungen zahlt, die erst im Folgejahr wirtschaftlich wirken (z. B. Versicherungsprämie für 2026, gezahlt im Dezember 2025). Passive RAP werden gebildet, wenn Einnahmen vor dem Bilanzstichtag zufließen, die Leistung aber erst im Folgejahr erbracht wird – z. B. bei im Voraus vereinnahmten zeitraumbezogenen Entgelten. Anzahlungen auf noch nicht abgeschlossene Vermittlungsaufträge sind dagegen erhaltene Anzahlungen.
Praxis-Beispiel
Ein Immobilienmakler erhält am 15.12.2025 eine Anzahlung von 10.000 Euro auf eine Vermittlungsleistung, die erst im Januar 2026 abgeschlossen wird. Zum 31.12.2025 muss er die 10.000 Euro als erhaltene Anzahlung unter den Verbindlichkeiten ausweisen, um den Umsatz erst 2026 zu realisieren.
| Position | Bilanzausweis | HGB-Grundlage |
|---|---|---|
| Forderungen aus L+L | Umlaufvermögen | § 266 Abs. 2 B.II.1 HGB |
| Einzelwertberichtigung | Abzugsposten auf Forderungen | § 253 Abs. 4 HGB |
| Aktive RAP | Aktiva (C.) | § 250 Abs. 1 HGB |
| Passive RAP | Passiva (D.) | § 250 Abs. 2 HGB |
Wie ist die Gewinn- und Verlustrechnung für Makler aufgebaut?
Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) stellt die Ertragslage eines Maklerunternehmens während des Geschäftsjahres dar. Sie kann nach § 275 HGB wahlweise im Gesamtkostenverfahren (GKV) oder im Umsatzkostenverfahren (UKV) aufgestellt werden. In der Praxis verwenden die meisten Makler das Gesamtkostenverfahren, da es einfacher aus der laufenden Buchhaltung ableitbar ist und keine Kostenstellenrechnung erfordert.
Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) – vereinfachte Struktur für Makler
- Umsatzerlöse: Summe aller Provisionserlöse aus Immobilien-, Versicherungs- oder sonstiger Vermittlungstätigkeit.
- Sonstige betriebliche Erträge: z. B. Erlöse aus Nebenleistungen, Schadensersatz, Auflösung von Rückstellungen.
- Materialaufwand: bei Maklern i. d. R. gering; ggf. Aufwendungen für eingekaufte Dienstleistungen (Gutachter, Fotografen).
- Personalaufwand: Löhne, Gehälter, soziale Abgaben, Altersversorgung.
- Abschreibungen: auf Sachanlagen (Büroausstattung, Fahrzeuge) und immaterielle Vermögensgegenstände (Software).
- Sonstige betriebliche Aufwendungen: Miete, Kfz-Kosten, Werbung, Porto, Versicherungen, Rechts- und Beratungskosten.
- Finanzergebnis: Zinserträge und -aufwendungen.
- Steuern vom Einkommen und Ertrag: Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer (bei GmbH).
- Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag.
Kleine Kapitalgesellschaften dürfen nach § 276 HGB eine verkürzte GuV aufstellen, bei der mehrere Posten zusammengefasst werden. Kleinstkapitalgesellschaften (§ 267a HGB) können auf die GuV-Offenlegung ganz verzichten, müssen sie aber für die Gesellschafterversammlung und das Finanzamt erstellen.
Wer seine GuV nicht regelmäßig analysiert, verliert den Überblick über schleichende Kostensteigerungen, etwa bei Marketingausgaben oder Fahrzeugkosten. Ein Steuerberater hilft, Kennzahlen zu interpretieren und Optimierungspotenzial zu heben.
Welche Fristen gelten für Feststellung und Offenlegung bei Makler-GmbHs?
Maklerunternehmen in der Rechtsform GmbH müssen mehrere gesetzliche Fristen beachten, die in verschiedenen Gesetzen geregelt sind. Die Nichteinhaltung kann insbesondere zu Ordnungsgeldern führen.
Frist zur Aufstellung des Jahresabschlusses (§ 264 Abs. 1 HGB)
Der Jahresabschluss (Bilanz, GuV, Anhang) muss von den Geschäftsführern innerhalb der ersten drei Monate des Folgejahres aufgestellt werden – für das Geschäftsjahr 2025 also bis spätestens 31.03.2026. Kleine Kapitalgesellschaften haben gemäß § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB eine Verlängerung auf sechs Monate, d. h. bis 30.06.2026.
Frist zur Feststellung durch die Gesellschafterversammlung (§ 42a GmbHG)
- Kleine GmbH: 11 Monate nach Bilanzstichtag → für 2025 bis spätestens 30.11.2026
- Mittelgroße und große GmbH: 8 Monate nach Bilanzstichtag → für 2025 bis spätestens 31.08.2026
Die Feststellung erfolgt durch Beschluss der Gesellschafterversammlung. Erst danach ist der Jahresabschluss rechtsverbindlich und kann offengelegt werden.
Frist zur Offenlegung (§ 325 HGB)
Der festgestellte Jahresabschluss muss binnen 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag elektronisch beim Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) eingereicht werden – für 2025 also bis 31.12.2026. Seit der DiRUG-Reform (in Kraft seit 01.08.2022) erfolgt die Offenlegung ausschließlich beim Unternehmensregister, nicht mehr beim Bundesanzeiger.
Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB
Das Bundesamt für Justiz prüft automatisiert, ob GmbHs ihre Offenlegungspflicht erfüllen. Bei Versäumnissen wird ein Ordnungsgeldverfahren eingeleitet – unabhängig davon, ob die GmbH operative Tätigkeit ausübt oder ruht. Die Ordnungsgelder liegen zwischen 2.500 und 25.000 Euro.
3 Mon.
Aufstellung JA (mittel/groß)
11 Mon.
Feststellung JA (klein)
12 Mon.
Offenlegung (§ 325 HGB)
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Welche häufigen Fehler treten bei der Bilanzierung von Maklern auf?
In der Praxis zeigen sich bei Maklerunternehmen immer wieder typische Stolpersteine, die zu Mehrarbeit, Steuernachzahlungen oder sogar Ordnungsgeldern führen können. Die folgenden Fehlerquellen lassen sich mit strukturierter Buchführung und fachlicher Begleitung vermeiden.
1. Zu frühe Umsatzrealisierung
Viele Makler buchen Provisionserlöse bereits bei Auftragserteilung oder bei Rechnungsstellung – obwohl der Vermittlungsauftrag noch nicht rechtlich erfüllt ist. Nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB (Realisationsprinzip) darf der Umsatz erst erfasst werden, wenn die wesentliche Leistung erbracht ist (z. B. notarielle Beurkundung bei Immobilien, Vertragsabschluss bei Versicherungen). Vorab eingegangene Zahlungen müssen als erhaltene Anzahlungen unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.
2. Unzureichende Abgrenzung von Durchlaufposten
Makler, die Treuhandgelder verwalten (z. B. Kautionen, Anzahlungen für Dritte), verbuchen diese manchmal fälschlicherweise als eigene Einnahmen. Tatsächlich handelt es sich um durchlaufende Posten, die bilanzneutral auf Sonderkonten zu führen sind. Auf der Aktivseite erscheint das Treuhandvermögen, auf der Passivseite eine korrespondierende Verbindlichkeit – das Eigenkapital bleibt unberührt.
3. Fehlende oder überhöhte Rückstellungen
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten (§ 249 HGB) müssen gebildet werden, wenn mit künftigen Aufwendungen zu rechnen ist – etwa für ausstehende Steuerberatungskosten, drohende Rechtsstreitigkeiten oder Jahresabschlusskosten. Umgekehrt dürfen keine Rückstellungen für allgemeine Geschäftsrisiken gebildet werden (Verbot nach § 249 Abs. 2 Satz 1 HGB). Hier ist kaufmännische Vorsicht gefragt, aber keine übermäßige Vorsicht.
4. Unvollständige Dokumentation bei gemischt genutzten Fahrzeugen
Maklerbüros nutzen Pkw oft sowohl betrieblich (Besichtigungen, Kundentermine) als auch privat. Ohne Fahrtenbuch ist die Privatnutzung nach der 1-%-Regelung zu bewerten (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG bzw. bei Überlassung an Arbeitnehmer § 8 Abs. 2 Satz 2 EStG). Ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 bzw. § 8 Abs. 2 Satz 4 EStG) kann dagegen die tatsächliche Privatnutzung belegen und Steuern sparen.
-
Provisionserlöse erst bei Vertragsabschluss / Leistungserbringung erfassen (§ 252 HGB)
-
Treuhandgelder auf Sonderkonten führen, nicht als Betriebseinnahmen buchen
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Rückstellungen nur für konkrete Verpflichtungen bilden (§ 249 HGB)
-
Bei gemischt genutzten Fahrzeugen Fahrtenbuch führen oder 1-%-Regelung akzeptieren
-
Offenlegungspflicht (§ 325 HGB) und Fristen (§ 42a GmbHG) im Blick behalten
In der Praxis unterschätzen Makler-GmbHs mit kleineren Umsätzen ihre Offenlegungspflicht häufig und werden erst nach Androhung eines Ordnungsgelds aktiv. Eine rechtzeitige Planung von Abschlusserstellung, Feststellung und Einreichung beim Unternehmensregister vermeidet das.
Wann ist ein Steuerberater für den Makler-Jahresabschluss sinnvoll?
Die Bilanzierung eines Maklerunternehmens erfordert fundiertes Fachwissen in Handels- und Steuerrecht. Fehler bei der Bewertung, Abgrenzung oder Offenlegung können zu Steuernachzahlungen, Ordnungsgeldern und im schlimmsten Fall zu einer Betriebsprüfung führen. Ein Steuerberater kann den Jahresabschluss erstellen oder fachlich prüfen; unterzeichnet wird er nach § 245 HGB von den Geschäftsführern.
Vorteile der Steuerberater-Beauftragung für Makler
- Rechtssicherheit: Der Steuerberater kennt die aktuellen Vorschriften nach HGB, GmbHG und EStG und setzt sie korrekt um.
- Steueroptimierung: Durch gezielte Gestaltung (z. B. Rückstellungen, Abschreibungen, Pensionszusagen) lassen sich Steuern legal minimieren.
- Zeitersparnis: Geschäftsführer und Buchhalter können sich auf das operative Geschäft konzentrieren, statt sich in Bilanzierungsfragen zu verlieren.
- Haftungsschutz: Bei Fehlern haftet der Steuerberater über seine Berufshaftpflichtversicherung (Pflichtversicherung nach § 67 StBerG).
- Digitale Abwicklung: Plattformen wie OnlineBilanz.de bieten einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf und die technische E-Bilanz-Übermittlung nach § 87d AO online.
Makler, die ihre Buchhaltung selbst führen oder durch einen Buchhalter erledigen lassen, dürfen auch den Jahresabschluss selbst aufstellen; eine Pflicht zur Beauftragung eines Steuerberaters besteht nicht. Wer Unterstützung wünscht, kann Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder andere nach § 3 StBerG befugte Personen mit Abschlusserstellung und steuerlicher Beratung beauftragen.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ein Einzelunternehmer als Makler auch eine Bilanz erstellen?
Ein Einzelkaufmann ist nach § 238 HGB zur Buchführung und Bilanzierung verpflichtet, sofern er nicht nach § 241a HGB befreit ist (Befreiung, wenn an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen Umsatz ≤ 800.000 Euro und Jahresüberschuss ≤ 80.000 Euro). Ist er befreit und auch steuerlich nicht nach § 141 AO buchführungspflichtig, genügt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG.
Welche Rolle spielt die Maklerprovision in der Bilanz?
Die Maklerprovision ist der zentrale Umsatzposten in der Gewinn- und Verlustrechnung. Sie ist nach § 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB periodengerecht zu erfassen – also in dem Wirtschaftsjahr, in dem die Leistung erbracht wurde (z. B. bei Vertragsabschluss), unabhängig vom Zahlungseingang.
Können Makler auch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) führen?
Ja, wenn der Makler nicht nach § 238 HGB oder §§ 140, 141 AO buchführungspflichtig ist und die Schwellenwerte des § 241a HGB nicht überschreitet, kann er seinen Gewinn durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln. Für Kapitalgesellschaften (GmbH, UG) gilt dies jedoch nicht.
Welche Software eignet sich für die Bilanzierung von Maklerunternehmen?
Gängige Finanzbuchhaltungssoftware eignet sich grundsätzlich. Wichtig ist die korrekte Einrichtung des Kontenrahmens (meist SKR 03 oder SKR 04), die Abbildung von Provisionserlösen, Forderungen und Rechnungsabgrenzungsposten sowie eine GoBD-konforme digitale Belegarchivierung.
Was passiert, wenn eine Makler-GmbH die Offenlegungsfrist versäumt?
Bei Versäumnis der 12-Monats-Frist nach § 325 HGB droht ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB. Das Bundesamt für Justiz kann ein Ordnungsgeld von 2.500 bis 25.000 Euro festsetzen. Die Offenlegungspflicht bleibt trotz Ordnungsgeld bestehen und muss nachgeholt werden.
Wie werden Vorschüsse an Makler bilanziell behandelt?
Erhält ein Makler einen Vorschuss, bevor die Leistung erbracht ist, stellt dieser eine Verbindlichkeit (erhaltene Anzahlung nach § 266 Abs. 3 C.3 HGB) dar. Erst bei Erbringung der Maklerleistung (z. B. Vertragsabschluss) wird der Vorschuss aufgelöst und als Umsatzerlös erfasst.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: Handelsgesetzbuch (HGB), GmbH-Gesetz (GmbHG), Einkommensteuergesetz (EStG), Unternehmensregister. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
