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offengelegt
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Datum

Lesedauer

12–18 Minuten

OnlineBilanzBlogDisagio Bilanz

Disagio Bilanz 2026: Bilanzierung & Auflösung HGB

Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Ein Disagio (Damnum) entsteht, wenn ein Darlehen nicht zum Nennbetrag, sondern zu einem niedrigeren Auszahlungsbetrag ausgezahlt wird. Die Bilanzierung nach § 250 Abs. 3 HGB sowie die zeitanteilige Auflösung über die Darlehenslaufzeit gehören zu den häufigsten Fragen im Rahmen der Buchführung und Bilanzierung bei der Erstellung des Jahresabschlusses. Dieser Artikel erklärt die handelsrechtliche und steuerliche Behandlung eines Disagios präzise und praxisnah – Stand 2026. Ein konkretes Beispiel zur Bilanzierung und Rechnung verdeutlicht die praktische Anwendung.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und unseren Steuerberatern – damit Ihr Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

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Kurzantwort

Ein Disagio ist die Differenz zwischen dem Nennbetrag eines Darlehens und dem tatsächlich ausgezahlten Betrag. Nach § 250 Abs. 3 HGB kann das Disagio als Rechnungsabgrenzungsposten aktiviert und über die Darlehenslaufzeit aufgelöst werden. Steuerlich ist das Disagio als Betriebsausgabe entweder sofort oder ratierlich absetzbar, abhängig von Höhe und Laufzeit.

Was ist ein Disagio und wie entsteht es?

Ein Disagio (auch Damnum oder Abgeld genannt) entsteht, wenn der tatsächlich ausgezahlte Kreditbetrag unterhalb des vereinbarten Rückzahlungsbetrags liegt. Die Differenz zwischen Auszahlungsbetrag und Rückzahlungsbetrag stellt das Disagio dar. Gewährt eine Bank beispielsweise ein Darlehen über 100.000 Euro, zahlt aber nur 95.000 Euro aus, beträgt das Disagio 5.000 Euro oder 5 Prozent.

Wirtschaftlich betrachtet handelt es sich beim Disagio um vorausgezahlte Zinsen, die der Darlehensnehmer sofort bei Kreditaufnahme leistet. Im Gegenzug vereinbart die Bank üblicherweise einen niedrigeren laufenden Zinssatz. Das Disagio dient damit als Instrument zur Zinsgestaltung und wird häufig bei Immobilienfinanzierungen oder langfristigen Investitionskrediten eingesetzt.

Typische Anwendungsfälle in der Praxis

  • Langfristige Immobilienfinanzierungen mit Laufzeiten von 10 bis 20 Jahren
  • Investitionskredite für Maschinen, Produktionsanlagen oder Geschäftsausstattung
  • Umschuldungen bestehender Verbindlichkeiten mit geänderten Zinskonditionen
  • Finanzierungen mit festgelegten Tilgungsplänen und geringen laufenden Zinsbelastungen

Hinweis

Ein Disagio ist handelsrechtlich klar von einem Agio (Aufgeld) zu unterscheiden. Während das Disagio einen Minderauszahlungsbetrag darstellt, bedeutet ein Agio, dass der Auszahlungsbetrag über dem Nennwert liegt – dies kommt etwa bei der Ausgabe von Anleihen über pari vor.

Wie wird ein Disagio nach § 250 Abs. 3 HGB bilanziert?

Die bilanzielle Behandlung des Disagios regelt § 250 Abs. 3 HGB eindeutig: Das Disagio ist als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten (ARAP) auf der Aktivseite der Bilanz auszuweisen. Mehr zur Abgrenzung von Aktiv- und Passivposten in der Bilanz finden Sie in unserem separaten Beitrag. Das Disagio wird damit nicht sofort als Aufwand erfasst, sondern über die Laufzeit des Darlehens verteilt. Diese Regelung entspricht dem Grundsatz der periodengerechten Erfolgsermittlung nach § 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB. Moderne Bilanz-Software unterstützt die korrekte Erfassung und zeitliche Verteilung des Disagios. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wird in der Bilanz gesondert ausgewiesen und in der Regel unmittelbar nach dem Umlaufvermögen, aber vor dem aktiven Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung positioniert. Bei Aufnahme des Darlehens bucht die GmbH den vollen Rückzahlungsbetrag als Verbindlichkeit, den Auszahlungsbetrag als Bankeingang und die Differenz als aktiven Rechnungsabgrenzungsposten. Besonderheiten bei der Bilanzierung ergeben sich auch im Rahmen einer GmbH-Auflösung und der Liquidationsbilanz, wo die Bewertung von Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten angepasst werden muss.

Buchungstechnische Erfassung bei Darlehensaufnahme

Soll Betrag Haben Betrag
Bank 95.000 € Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100.000 €
Disagio (ARAP) 5.000 €

Diese Buchung zeigt, dass das Disagio bilanziell aktiviert wird und die Verbindlichkeit mit dem vollen Rückzahlungsbetrag ausgewiesen wird. Die tatsächliche Liquiditätsbelastung beträgt jedoch nur 95.000 Euro.

Wie erfolgt die Auflösung des Disagios über die Darlehenslaufzeit?

Nach § 250 Abs. 3 Satz 2 HGB ist der als Rechnungsabgrenzungsposten aktivierte Disagio-Betrag planmäßig über die Laufzeit der Verbindlichkeit aufzulösen. Die Auflösung erfolgt ratierlich und erhöht jährlich den Zinsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung. Damit wird das Disagio wirtschaftlich korrekt als vorausgezahlter Zins behandelt.

Die häufigste Methode ist die lineare Auflösung: Der Disagio-Betrag wird gleichmäßig auf die Jahre der Darlehenslaufzeit verteilt. Bei einem Disagio von 5.000 Euro und einer Laufzeit von 10 Jahren beträgt die jährliche Auflösung 500 Euro. Diese 500 Euro werden dem Zinsaufwand zugeschlagen und mindern das Jahresergebnis.

Buchung der jährlichen Auflösung

Soll Betrag Haben Betrag
Zinsaufwand 500 € Disagio (ARAP) 500 €

Alternativ zur linearen Auflösung kann auch eine effektivzinsbasierte Auflösung erfolgen, die dem tatsächlichen Finanzierungsaufwand besser entspricht. Hierbei werden in den ersten Jahren höhere Beträge aufgelöst, da die Restschuld höher ist. Diese Methode ist aufwendiger, bietet aber eine präzisere Abbildung der wirtschaftlichen Belastung.

„In der Praxis bevorzugen die meisten GmbHs die lineare Auflösung des Disagios. Sie ist einfacher zu handhaben, transparent nachvollziehbar und steuerlich anerkannt. Bei sehr hohen Disagio-Beträgen oder komplexen Finanzierungsstrukturen kann allerdings die Effektivzinsmethode die wirtschaftlich zutreffendere Darstellung liefern.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Wie wird das Disagio steuerlich behandelt?

Steuerrechtlich gilt das Disagio grundsätzlich als sofort abzugsfähige Betriebsausgabe, sofern es marktüblich ist. Die Finanzverwaltung akzeptiert Disagio-Sätze bis 5 Prozent des Darlehensbetrags ohne weitere Prüfung als angemessen. Höhere Disagio-Sätze müssen im Einzelfall durch wirtschaftliche Gründe (z. B. Zinsersparnis über die Laufzeit) gerechtfertigt werden.

Der sofortige steuerliche Abzug führt zu einem Unterschied zwischen Handels- und Steuerbilanz: Handelsbilanziell wird das Disagio über die Laufzeit verteilt, steuerlich dagegen im Jahr der Darlehensaufnahme vollständig als Betriebsausgabe erfasst. Dieser Unterschied ist in der Überleitungsrechnung (§ 60 EStDV) bzw. bei der Ermittlung des steuerlichen Gewinns zu berücksichtigen.

Latente Steuern bei Bilanzunterschieden

Aus der unterschiedlichen Behandlung in Handels- und Steuerbilanz können sich latente Steuern nach § 274 HGB ergeben. Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften sind verpflichtet, aktive oder passive latente Steuern zu bilanzieren. Bei sofortigem steuerlichen Abzug des Disagios entsteht zunächst eine passive latente Steuer, die sich über die Laufzeit wieder auflöst.

Achtung

Kleine Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB dürfen gemäß § 274a Nr. 5 HGB auf die Bildung latenter Steuern verzichten. Dieses Wahlrecht vereinfacht die Bilanzierung erheblich, sollte aber dokumentiert und stetig angewendet werden.

Handelsbilanz

  • Aktivierung als ARAP nach § 250 Abs. 3 HGB
  • Planmäßige Auflösung über Darlehenslaufzeit
  • Jährliche Erhöhung des Zinsaufwands

Steuerbilanz

  • Sofortiger Abzug als Betriebsausgabe (bis 5 %)
  • Volle Aufwandswirkung im Aufnahmejahr
  • Keine Aktivierung als Rechnungsabgrenzungsposten

Was passiert bei vorzeitiger Darlehensrückzahlung mit dem Disagio?

Wird ein Darlehen vorzeitig zurückgezahlt, ist der noch nicht aufgelöste Restbetrag des Disagios handelsrechtlich sofort erfolgswirksam aufzulösen. Der gesamte Restbetrag wird im Jahr der Rückzahlung als Zinsaufwand erfasst, da die ursprünglich geplante Verteilung über die Laufzeit ihre Grundlage verliert.

Beispiel: Bei einem ursprünglichen Disagio von 10.000 Euro, einer Laufzeit von 10 Jahren und linearer Auflösung wurden nach 4 Jahren bereits 4.000 Euro aufgelöst. Der Restbetrag von 6.000 Euro wird bei vorzeitiger Rückzahlung im 5. Jahr vollständig als Aufwand gebucht. Dies führt zu einer einmaligen Belastung des Jahresergebnisses.

Buchung bei vorzeitiger Tilgung

Soll Betrag Haben Betrag
Zinsaufwand 6.000 € Disagio (ARAP) 6.000 €
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100.000 € Bank 100.000 €

Zusätzlich können bei vorzeitiger Rückzahlung Vorfälligkeitsentschädigungen anfallen, die die Bank für entgangene Zinseinnahmen berechnet. Diese sind als sonstiger betrieblicher Aufwand zu erfassen und erhöhen die Gesamtbelastung der GmbH im Rückzahlungsjahr.

Hinweis

Bei geplanten Umschuldungen oder vorzeitigen Rückzahlungen sollte die Auswirkung des noch nicht aufgelösten Disagios auf das Jahresergebnis frühzeitig kalkuliert werden. Eine zeitliche Abstimmung mit dem Bilanzstichtag kann steuerliche Vorteile bringen.

Welche Ausweis- und Angabepflichten bestehen im Jahresabschluss?

Der Ausweis des Disagios erfolgt in der Bilanz als gesonderter Posten unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten. Nach § 266 Abs. 2 HGB ist dieser Posten unter dem Buchstaben D auszuweisen. Die Bilanzgliederung für Kapitalgesellschaften schreibt diese Position verbindlich vor, unabhängig von der Größenklasse der GmbH.

Für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften nach § 267 Abs. 2 und Abs. 3 HGB bestehen erweiterte Anhangsangaben nach § 285 Nr. 2 HGB. Hier sind die Auflösungsmethode, die Restlaufzeit und der ursprüngliche Betrag anzugeben. Kleine Kapitalgesellschaften können gemäß § 288 HGB auf diese detaillierten Angaben verzichten, müssen aber den ARAP in der Bilanz ausweisen.

Größenabhängige Pflichten im Überblick

Größenklasse Bilanzausweis Anhangsangaben Rechtsgrundlage
Klein (§ 267 Abs. 1 HGB) Pflicht Keine Details erforderlich § 288 HGB
Mittelgroß (§ 267 Abs. 2 HGB) Pflicht Auflösungsmethode, Restlaufzeit § 285 Nr. 2 HGB
Groß (§ 267 Abs. 3 HGB) Pflicht Auflösungsmethode, Restlaufzeit, Ursprungsbetrag § 285 Nr. 2 HGB

In der Gewinn- und Verlustrechnung erscheint die jährliche Disagio-Auflösung nicht gesondert, sondern wird dem Zinsaufwand zugerechnet. Eine separate Aufschlüsselung ist nur im Anhang erforderlich, sofern die GmbH nicht zur Nutzung der Erleichterungen nach § 288 HGB berechtigt ist.

„Viele Geschäftsführer übersehen die Anhangsangaben zum Disagio. Dabei gehören diese Informationen zu den Standardprüfpunkten im Rahmen der Jahresabschlusserstellung. Wer seinen Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, kann sicher sein, dass alle größenabhängigen Pflichten korrekt erfüllt werden.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Abgrenzung: Disagio, Damnum und Agio im Vergleich

In der Finanzierungspraxis werden die Begriffe Disagio und Damnum häufig synonym verwendet. Beide bezeichnen die Differenz zwischen Auszahlungs- und Rückzahlungsbetrag zugunsten des Kreditgebers. Rechtlich und wirtschaftlich sind beide Begriffe identisch zu behandeln. Der Begriff Damnum stammt aus dem Lateinischen und wird vor allem im Bankwesen verwendet, während Disagio in der Rechnungslegung gebräuchlicher ist.

Ein Agio (Aufgeld) stellt das Gegenteil dar: Hier liegt der Auszahlungsbetrag über dem Nennwert der Verbindlichkeit. Dies kommt vor allem bei der Ausgabe von Anleihen, Schuldverschreibungen oder Genussrechten vor. Handelsrechtlich ist ein Agio als passiver Rechnungsabgrenzungsposten oder als Zinsertrag über die Laufzeit zu verteilen – je nach Ausgestaltung des Finanzinstruments.

Disagio / Damnum

  • Auszahlung < Rückzahlung
  • Aktivierung als ARAP
  • Auflösung als Zinsaufwand
  • Typisch bei Darlehen

Agio / Aufgeld

  • Auszahlung > Nennwert
  • Passivierung als PRAP
  • Auflösung als Zinsertrag
  • Typisch bei Anleihen

Nominalwert

  • Auszahlung = Rückzahlung
  • Keine Rechnungsabgrenzung
  • Nur laufende Zinsen
  • Standardfall bei Krediten

Für die Bilanzierung der GmbH ist die korrekte Unterscheidung entscheidend: Disagio und Damnum erhöhen den zukünftigen Aufwand, ein Agio mindert ihn. Die Verwechslung kann zu erheblichen Fehlern in der Gewinn- und Verlustrechnung und damit zu falschen steuerlichen Ergebnissen führen.

Praxishinweise für GmbH-Geschäftsführer zur Disagio-Bilanzierung

Geschäftsführer sollten bei der Aufnahme von Darlehen mit Disagio frühzeitig die bilanziellen und steuerlichen Auswirkungen prüfen. Insbesondere bei Finanzierungen kurz vor dem Bilanzstichtag kann die Wahl des Auszahlungszeitpunkts erhebliche Auswirkungen auf das Jahresergebnis haben. Wird das Darlehen beispielsweise am 15. Dezember 2025 ausgezahlt, muss das Disagio bereits im Jahresabschluss 2025 aktiviert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Dokumentation der Auflösungsmethode. Die gewählte Methode (linear oder effektivzinsbasiert) muss stetig angewendet werden. Ein Wechsel der Methode ist nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig und erfordert eine Erläuterung im Anhang. Die einheitliche Handhabung vereinfacht die Folgebilanzierung und verhindert Rückfragen durch Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer.

Checkliste zur Disagio-Bilanzierung

  • Disagio-Betrag und Darlehenslaufzeit im Kreditvertrag klar dokumentiert
  • Aktivierung als ARAP im Jahr der Darlehensaufnahme gebucht
  • Auflösungsmethode (linear/effektivzinsbasiert) festgelegt und dokumentiert
  • Jährliche Auflösung im Buchungskalender vorgemerkt und durchgeführt
  • Bei vorzeitiger Rückzahlung: Restbetrag vollständig als Aufwand erfasst
  • Anhangsangaben je nach Größenklasse (§ 267 HGB) geprüft und erstellt
  • Latente Steuern bei mittelgroßen/großen GmbHs berücksichtigt (§ 274 HGB)
  • Differenz zwischen Handels- und Steuerbilanz in Überleitungsrechnung dokumentiert

Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, profitiert von der fachlichen Expertise bei komplexen Sachverhalten wie der Disagio-Bilanzierung. Plattformen wie OnlineBilanz verbinden digitale Effizienz mit der vollen Steuerberater-Qualität – ohne Wartezeiten und zu transparenten Festpreisen.

Achtung

Die fehlerhafte oder unterlassene Bilanzierung eines Disagios kann zu einer falschen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Dies stellt einen Verstoß gegen § 264 Abs. 2 HGB dar und kann im Extremfall die Nichtigkeit des Jahresabschlusses zur Folge haben.

Häufig gestellte Fragen

Muss ein Disagio zwingend aktiviert werden oder gibt es ein Wahlrecht?

Nach § 250 Abs. 3 HGB besteht ein Aktivierungswahlrecht für das Disagio. Die GmbH kann das Disagio als Rechnungsabgrenzungsposten aktivieren oder sofort als Aufwand erfassen. In der Praxis wird die Aktivierung häufig gewählt, um die Ergebnisbelastung über die Darlehenslaufzeit zu verteilen und die wirtschaftliche Verursachung periodengerecht abzubilden.

Wie hoch darf ein Disagio sein, damit es steuerlich anerkannt wird?

Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs wird ein Disagio bis zu 5 % des Darlehensbetrags in der Regel als üblich anerkannt. Höhere Disagien können von der Finanzverwaltung als verdeckte Zinszahlung umqualifiziert werden und sind dann nicht sofort, sondern nur ratierlich über die Laufzeit absetzbar. Maßgeblich ist die Angemessenheit im Einzelfall.

Kann ein Disagio auch bei Gesellschafterdarlehen vereinbart werden?

Ja, ein Disagio ist auch bei Gesellschafterdarlehen möglich. Allerdings prüft die Finanzverwaltung hier besonders kritisch, ob das Disagio fremdüblich ist. Bei unangemessen hohen Disagien oder fehlender wirtschaftlicher Rechtfertigung kann eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegen. Der Fremdvergleich ist daher zwingend zu dokumentieren.

Wie wird das Disagio in der Handelsbilanz II nach BilRUG behandelt?

Durch das BilRUG (Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz) hat sich an der Bilanzierung des Disagios nach § 250 Abs. 3 HGB nichts geändert. Das Aktivierungswahlrecht besteht weiterhin. Allerdings gelten seit 2016 erweiterte Anhangspflichten für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften, insbesondere zur Darstellung der Restlaufzeiten und Zinsbindungsfristen gemäß § 285 Nr. 1 und 2 HGB.

Was ist der Unterschied zwischen einem Disagio und einem Bearbeitungsentgelt bei Darlehen?

Ein Disagio ist ein Abschlag vom Auszahlungsbetrag, der als vorausgezahlter Zins gilt und über die Laufzeit verteilt wird. Ein Bearbeitungsentgelt ist dagegen ein einmaliges Entgelt für die Kreditbearbeitung, das sofort als Aufwand zu erfassen ist. Bearbeitungsentgelte bei Verbraucherdarlehen wurden durch die Rechtsprechung des BGH als unzulässig erklärt, während Disagien weiterhin zulässig und üblich sind.

Wie wirkt sich ein Disagio auf Liquidität und Cashflow aus?

Ein Disagio führt zu einem niedrigeren Auszahlungsbetrag und belastet damit die Liquidität bereits bei Darlehensaufnahme. In der Bilanz wird es aktiviert und über die Laufzeit aufgelöst, was die GuV periodisch belastet, aber keinen weiteren Liquiditätsabfluss nach sich zieht. Für die Cashflow-Rechnung ist wichtig, dass der Disagio-Aufwand ein nicht zahlungswirksamer Aufwand ist und im operativen Cashflow entsprechend korrigiert werden muss.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 250 HGB – Rechnungsabgrenzungsposten, § 247 HGB – Inhalt der Bilanz, § 285 HGB – Sonstige Pflichtangaben im Anhang, § 5 EStG – Gewinnermittlung bei Bilanzierung. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
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  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

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Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
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Ben
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KI-Assistenz