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Datum

Lesedauer

13–20 Minuten

OnlineBilanzBlogAbschreibung Buchungssatz

Abschreibung Buchungssatz 2026: Leitfaden & Konten

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Abschreibungen müssen in jeder Buchführung korrekt erfasst werden – sowohl handelsrechtlich nach § 253 HGB als auch steuerrechtlich nach § 7 EStG. Dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie den Buchungssatz für planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen richtig bilden, welche Konten in SKR 03 und SKR 04 zum Einsatz kommen und wie Sie Abschreibungen im Anlagenverzeichnis und Jahresabschluss dokumentieren. Ein praktisches Buchungssatz-Beispiel verdeutlicht die konkrete Anwendung in der Praxis. Neben Anlagenabschreibungen spielen auch Abschreibungen auf Forderungen sowie Abschreibungen auf geringwertige Wirtschaftsgüter eine wichtige Rolle in der Buchhaltung.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Der Buchungssatz für planmäßige Abschreibungen lautet: Abschreibungen (Aufwand) an Kumulierte Abschreibungen (Korrekturkonto zum Aktivposten). In SKR 03 nutzt man Konto 4830–4860 im Soll und Konten 0420–0690 im Haben, in SKR 04 entsprechend 6220–6260 und 0420–0690. Zeitanteilige und außerplanmäßige Abschreibungen folgen demselben Buchungsprinzip, werden jedoch je nach Ursache auf unterschiedlichen Konten erfasst und im Anlagenverzeichnis detailliert dokumentiert.

Was ist eine Abschreibung und warum muss sie gebucht werden?

Abschreibungen bilden die planmäßige Wertminderung von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens ab. Nach § 253 Abs. 3 HGB sind Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vermögensgegenständen, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Die Abschreibung verteilt die Anschaffungskosten auf die Jahre der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und stellt damit das Verbrauchsprinzip sicher.

Buchhalterisch erfassen Sie die Abschreibung als erfolgswirksamen Aufwand, der das Jahresergebnis mindert. Gleichzeitig wird der Buchwert des Vermögensgegenstands in der Bilanz reduziert. Diese Systematik gilt für alle abnutzbaren Anlagegüter – von Maschinen über Fahrzeuge bis zu immateriellen Wirtschaftsgütern wie Software oder Lizenzen.

Praxis-Hinweis

Die Abschreibung ist nicht nur eine handelsrechtliche Pflicht nach § 246 Abs. 1 HGB, sondern auch steuerlich nach § 7 EStG anzusetzen. Handels- und Steuerbilanz können dabei unterschiedliche Abschreibungsmethoden verwenden, was zu latenten Steuern nach § 274 HGB führen kann.

Abschreibungsarten im Überblick

  • Planmäßige Abschreibung: Verteilung der Anschaffungskosten über die Nutzungsdauer (§ 253 Abs. 3 HGB)
  • Außerplanmäßige Abschreibung: Bei dauerhafter Wertminderung unter den planmäßigen Buchwert (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB)
  • Lineare Abschreibung: Gleichmäßige Verteilung über die Nutzungsdauer
  • Degressive Abschreibung: Steuerlich seit 2011 weitgehend abgeschafft, nur noch in Ausnahmefällen
  • Leistungsabschreibung: Abschreibung nach tatsächlicher Nutzung (z.B. Kilometer, Maschinenstunden)

Der grundsätzliche Buchungssatz für Abschreibungen

Der Standardbuchungssatz für planmäßige Abschreibungen lautet im SKR 03 und SKR 04 wie folgt:

Buchungssatz Abschreibung

Soll: Abschreibungen auf Sachanlagen (z.B. Konto 4830 SKR 03 / 6220 SKR 04) Haben: Kumulierte Abschreibungen (z.B. Konto 0430 SKR 03 / 0480 SKR 04) oder direkt auf das Anlagekonto

Es existieren zwei gängige Buchungsmethoden: die direkte Abschreibung, bei der der Abschreibungsbetrag unmittelbar vom Anlagekonto abgebucht wird, und die indirekte Abschreibung, bei der ein separates Konto für kumulierte Abschreibungen geführt wird. Die indirekte Methode ist üblich, da sie die Anschaffungskosten transparent im Anlagenkonto beibehält.

Beispiel: Lineare Abschreibung einer Maschine

Eine GmbH kauft am 02.01.2025 eine Produktionsmaschine für 60.000 € netto. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt laut AfA-Tabelle 10 Jahre. Die jährliche lineare Abschreibung beträgt damit 6.000 € (60.000 € ÷ 10 Jahre).

Buchungsvorgang Soll Haben Betrag
Anschaffung 02.01.2025 Maschinen (0210) Bank (1200) 60.000 €
Abschreibung 31.12.2025 Abschreibung Maschinen (4830) Kumulierte Abschreibung Maschinen (0430) 6.000 €
Abschreibung 31.12.2026 Abschreibung Maschinen (4830) Kumulierte Abschreibung Maschinen (0430) 6.000 €

Nach zwei Jahren beträgt der Buchwert 48.000 € (60.000 € Anschaffungskosten – 12.000 € kumulierte Abschreibungen). Dieser Wert erscheint in der Bilanz unter Sachanlagen.

Abschreibungskonten in SKR 03 und SKR 04

In Deutschland werden hauptsächlich zwei Kontenrahmen verwendet: SKR 03 (Prozessgliederung) und SKR 04 (Abschlussgliederung nach § 275 HGB). Die Kontenbezeichnungen und -nummern unterscheiden sich, die Buchungslogik bleibt jedoch identisch.

Aufwandskonten für Abschreibungen

SKR 03 (Prozessgliederung)

  • 4800: Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
  • 4830: Abschreibungen auf Maschinen und Anlagen
  • 4840: Abschreibungen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung
  • 4850: Abschreibungen auf Fahrzeuge
  • 4855: Abschreibungen auf geringwertige Wirtschaftsgüter

SKR 04 (Abschlussgliederung)

  • 6200: Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
  • 6220: Abschreibungen auf Maschinen und Anlagen
  • 6230: Abschreibungen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung
  • 6260: Abschreibungen auf Fahrzeuge
  • 6265: Abschreibungen auf geringwertige Wirtschaftsgüter

Konten für kumulierte Abschreibungen (Passivseite)

Vermögensgegenstand SKR 03 SKR 04
Immaterielle Vermögensgegenstände 0405 0345
Grundstücke und Gebäude 0160 0135
Technische Anlagen und Maschinen 0430 0480
Betriebs- und Geschäftsausstattung 0440 0490
Fuhrpark / Fahrzeuge 0450 0500

„In der Praxis führt die Unterscheidung zwischen SKR 03 und SKR 04 häufig zu Verwirrung, besonders beim Wechsel der Finanzbuchhaltungs-Software. Wichtig ist: Die Systematik der Abschreibungsbuchung bleibt gleich – nur die Kontonummern ändern sich. Bei der Umstellung sollte das Anlagenverzeichnis sorgfältig übertragen werden.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Zeitanteilige Abschreibung bei unterjähriger Anschaffung

Wird ein Vermögensgegenstand während des Geschäftsjahres angeschafft, erfolgt die Abschreibung im ersten Jahr grundsätzlich zeitanteilig. Nach § 253 Abs. 3 HGB ist die Abschreibung auf die tatsächliche Nutzungszeit im Wirtschaftsjahr zu beschränken. Steuerlich gilt die Monatsregel nach § 7 Abs. 1 Satz 4 EStG: Der Monat der Anschaffung zählt als voller Monat.

Berechnungsbeispiel: Anschaffung am 15.04.2025

Ein Bürogebäude wird am 15.04.2025 für 480.000 € erworben. Die Nutzungsdauer beträgt 40 Jahre, die jährliche Abschreibung somit 12.000 € (480.000 € ÷ 40). Da die Anschaffung im April erfolgt, können 2025 nur 9 Monate abgeschrieben werden (April bis Dezember).

Berechnungsschritt Wert
Anschaffungskosten 480.000 €
Nutzungsdauer 40 Jahre
Jährliche Abschreibung (voll) 12.000 €
Nutzungsmonate 2025 9 Monate (April–Dezember)
Abschreibung 2025 9.000 € (12.000 × 9/12)
Buchungssatz 31.12.2025 Abschreibung Gebäude 9.000 € / Kumulierte Abschreibung Gebäude 9.000 €

Steuerliche Besonderheit

In der Steuerbilanz kann bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens nach § 7 Abs. 1 Satz 4 EStG eine Halbjahres-Abschreibung angesetzt werden, wenn die Anschaffung im zweiten Halbjahr erfolgt. Diese Vereinfachungsregel gilt nicht handelsrechtlich – hier ist stets monatsgenau abzuschreiben.

Ab dem Jahr 2026 erfolgt die Abschreibung dann mit dem vollen Jahresbetrag von 12.000 €, bis im letzten Nutzungsjahr (2065) wieder nur die Restmonate Januar bis März mit 3.000 € abgeschrieben werden.

Sonderfall: Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG)

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) nach § 6 Abs. 2 EStG sind selbständig nutzbare, bewegliche Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis 800 € netto (ab 2018, zuvor 410 €). Diese können im Jahr der Anschaffung sofort vollständig abgeschrieben werden, statt über die Nutzungsdauer verteilt.

GWG-Grenzen und Wahlrechte (Stand 2026)

Nettowert Steuerliche Behandlung Buchung
Bis 250 € Sofortabzug als Betriebsausgabe (ohne Aktivierung) Aufwandskonto (z.B. 4980/6815)
250,01–800 € Aktivierung + Sofortabschreibung als GWG Anlagenkonto → Abschreibung 100%
800,01–1.000 € Wahlrecht: Sammelposten (§ 6 Abs. 2a EStG) oder normale AfA Sammelposten oder planmäßige AfA
Über 1.000 € Planmäßige Abschreibung über Nutzungsdauer Normale AfA

Der Buchungssatz für ein GWG im Wert von 600 € netto (Anschaffung 10.03.2025) lautet:

  1. Anschaffung: GWG-Konto (z.B. 0490 SKR 03) 600 € / Bank 600 €
  2. Sofortabschreibung 31.12.2025: Abschreibung GWG (4855 SKR 03 / 6265 SKR 04) 600 € / Kumulierte Abschreibung GWG 600 €

Sammelposten-Methode

Alternativ zum GWG-Sofortabzug können Wirtschaftsgüter zwischen 250 € und 1.000 € netto in einen Sammelposten nach § 6 Abs. 2a EStG eingestellt werden. Dieser wird über 5 Jahre mit jeweils 20% abgeschrieben. Die Methode ist für das gesamte Wirtschaftsjahr einheitlich zu wählen – ein nachträglicher Wechsel ist nicht möglich.

„Die GWG-Grenze von 800 € netto führt in der Praxis zu einem erheblichen Ermessensspielraum. Handelsrechtlich besteht nach § 246 Abs. 1 HGB grundsätzlich Aktivierungspflicht – die GWG-Regelung ist eine steuerliche Vereinfachung. In der Handelsbilanz kann trotzdem aktiviert werden, was zu temporären Differenzen führt.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Außerplanmäßige Abschreibungen bei Wertminderung

Neben der planmäßigen Abschreibung können außerplanmäßige Abschreibungen erforderlich werden, wenn der beizulegende Wert eines Vermögensgegenstands unter den Buchwert sinkt. Nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB sind bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen. Bei Finanzanlagen besteht ein Wahlrecht (§ 253 Abs. 3 Satz 6 HGB).

Abgrenzung: Dauerhaft vs. vorübergehend

  • Dauerhafte Wertminderung: Abschreibungspflicht auf den niedrigeren beizulegenden Wert (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB)
  • Vorübergehende Wertminderung: Abschreibungsverbot beim Anlagevermögen (Ausnahme: Finanzanlagen mit Wahlrecht)
  • Wertaufholung: Pflicht nach § 253 Abs. 5 HGB, wenn Gründe für außerplanmäßige Abschreibung entfallen (Ausnahme: Geschäfts- oder Firmenwert)

Buchungssatz außerplanmäßige Abschreibung

Ein Fuhrpark-PKW mit einem Buchwert von 18.000 € (Anschaffungskosten 30.000 €, kumulierte Abschreibung 12.000 €) erleidet am 15.11.2025 einen Unfallschaden. Der Wiederbeschaffungswert wird mit 10.000 € taxiert. Es erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung von 8.000 €.

Datum Buchungssatz Soll Haben
31.12.2025 Außerplanmäßige Abschreibung Fuhrpark (4851 SKR 03) 8.000 €
31.12.2025 Kumulierte Abschreibung Fuhrpark (0450 SKR 03) 8.000 €

Der neue Buchwert beträgt 10.000 €. Falls sich die Wertminderung in späteren Jahren als nicht mehr gerechtfertigt erweist (z.B. durch Reparatur oder Marktwertanstieg), ist nach § 253 Abs. 5 HGB eine Zuschreibung bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorzunehmen.

Steuerliche Besonderheit

Steuerlich sind außerplanmäßige Abschreibungen nach § 7 Abs. 1 Satz 7 EStG nur bei dauerhafter Wertminderung zulässig. Der steuerliche Wertminderungsbegriff ist enger als der handelsrechtliche. Bei Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz sind latente Steuern nach § 274 HGB zu bilden.

Dokumentation der Abschreibungen im Anlagenverzeichnis

Nach § 246 Abs. 1 HGB und § 5 Abs. 1 EStG müssen alle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in einem Anlagenverzeichnis erfasst werden. Dieses dient als Nachweis gegenüber dem Finanzamt und als Grundlage für die jährlichen Abschreibungsbuchungen. Das Anlagenverzeichnis ist Bestandteil der Buchführung und bei Betriebsprüfungen vorzulegen.

Pflichtangaben im Anlagenverzeichnis

  • Bezeichnung des Vermögensgegenstands
  • Anschaffungs- oder Herstellungsdatum
  • Anschaffungs- oder Herstellungskosten (netto)
  • Nutzungsdauer in Jahren
  • Abschreibungsmethode (linear, degressiv, Leistung)
  • Jährliche Abschreibungsbeträge
  • Kumulierte Abschreibungen (Vorjahre)
  • Aktueller Buchwert zum Bilanzstichtag
  • Abgänge (Verkauf, Verschrottung) mit Datum und Erlös

Die Anlagebuchhaltung bildet die Schnittstelle zwischen Finanzbuchhaltung und Jahresabschluss. Alle Zugänge, Abgänge und Umbuchungen müssen zeitnah erfasst werden. Zum Bilanzstichtag 31.12.2025 wird aus dem Anlagenverzeichnis der Anlagespiegel nach § 268 Abs. 2 HGB abgeleitet, der im Anhang der GmbH-Bilanz offenzulegen ist.

Abstimmung Anlagenverzeichnis mit Finanzbuchhaltung

Die Anschaffungskosten im Anlagenverzeichnis müssen mit den Anfangsbeständen der Anlagenkonten (z.B. 0210 Maschinen) übereinstimmen. Die kumulierten Abschreibungen entsprechen dem Saldo der Abschreibungskonten (z.B. 0430). Die jährliche Abschreibung wird aus dem Anlagenverzeichnis in die Fibu übernommen:

Position Anlagenverzeichnis Finanzbuchhaltung Muss übereinstimmen
Anschaffungskosten Summe aller AHK Saldo Anlagenkonten (0xxx) Ja
Kumulierte AfA Vorjahre Summe AfA bis 31.12.2024 Saldo Abschreibungskonten (04xx) VJ Ja
AfA laufendes Jahr Abschreibung 2025 Aufwand Abschreibung (48xx) Ja
Buchwert 31.12.2025 AHK – kumulierte AfA Anlagenkonto – Abschreibungskonto Ja

„In der Praxis stellen wir fest, dass Unstimmigkeiten zwischen Anlagenverzeichnis und Finanzbuchhaltung zu den häufigsten Problemen beim Jahresabschluss gehören. Besonders bei Softwarewechseln oder manuellen Korrekturen entstehen Differenzen. Eine monatliche Abstimmung spart erheblich Zeit bei der Jahresabschlusserstellung.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Digitale Anlagenbuchhaltung

Moderne Finanzbuchhaltungssysteme führen das Anlagenverzeichnis automatisch und synchronisieren es mit der laufenden Buchhaltung. Wer seinen Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, profitiert von geprüften Schnittstellen und rechtskonformen Abschreibungsautomatismen. Auf OnlineBilanz.de finden GmbH-Geschäftsführer digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen, die auch die Anlagenbuchhaltung umfassen.

Darstellung der Abschreibungen im Jahresabschluss der GmbH

Die Abschreibungen wirken sich an mehreren Stellen im Jahresabschluss aus: in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie im Anhang. Nach § 266 HGB ist in der Bilanz das Anlagevermögen mit dem Restbuchwert (Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen) anzusetzen.

Bilanzausweis nach § 266 Abs. 2 HGB

In der Aktivseite der Bilanz erscheinen Anlagegüter unter Posten A (Anlagevermögen) in folgender Gliederung:

  • A.I. Immaterielle Vermögensgegenstände: Software, Lizenzen, Geschäfts- oder Firmenwert
  • A.II. Sachanlagen: Grundstücke, Gebäude, technische Anlagen, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Fuhrpark
  • A.III. Finanzanlagen: Beteiligungen, Ausleihungen

Jeder Posten wird mit dem Nettowert ausgewiesen, also Anschaffungskosten minus kumulierte Abschreibungen. Die detaillierte Entwicklung ist im Anlagespiegel nach § 268 Abs. 2 HGB darzustellen.

GuV-Ausweis nach § 275 HGB

In der Gewinn- und Verlustrechnung erscheinen Abschreibungen je nach Gliederungsschema unterschiedlich:

Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB)

  • Position 7a: Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
  • Position 7b: Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens
  • Abschreibungen werden als separater Aufwandsposten ausgewiesen

Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB)

  • Abschreibungen sind in den Herstellungskosten, Vertriebskosten und Verwaltungskosten enthalten
  • Keine separate Ausweisung in der GuV
  • Detaillierte Offenlegung im Anhang erforderlich

Anhangangaben nach § 284 und § 285 HGB

Im Anhang sind für mittelgroße und große GmbHs nach § 285 Nr. 8 HGB anzugeben:

  • Anlagespiegel mit Anschaffungskosten, Zugängen, Abgängen, Umbuchungen und Abschreibungen
  • Angabe der Abschreibungsmethoden
  • Angabe der zugrunde gelegten Nutzungsdauern
  • Erläuterung außerplanmäßiger Abschreibungen und Zuschreibungen
  • Bei wesentlichen Posten: Erläuterung der Bewertungsmethodik

Erleichterungen für kleine GmbHs

Kleine Kapitalgesellschaften nach § 267 Abs. 1 HGB können nach § 288 HGB einen verkürzten Anhang erstellen. Der Anlagespiegel ist hier nicht verpflichtend, wenn die Angaben in der Bilanz oder im vereinfachten Anhang enthalten sind. Dennoch empfiehlt sich aus Dokumentationsgründen die Führung eines vollständigen Anlagenverzeichnisses.

„Der Jahresabschluss einer GmbH muss die Abschreibungen methodisch nachvollziehbar darstellen. Besonders bei Betriebsprüfungen wird die Konsistenz zwischen Anlagenspiegel, Bilanz und GuV geprüft. Unsere Steuerberater achten bei der Jahresabschlusserstellung darauf, dass alle handelsrechtlichen und steuerlichen Anforderungen erfüllt sind und die Offenlegung fristgerecht beim Unternehmensregister erfolgt.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Häufige Fehler bei Abschreibungsbuchungen vermeiden

In der Praxis treten bei Abschreibungsbuchungen regelmäßig Fehler auf, die bei Betriebsprüfungen zu Beanstandungen und Steuernachzahlungen führen können. Die folgenden Fallstricke sollten Sie kennen und vermeiden.

1. Falsche Nutzungsdauer

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ist nicht frei wählbar. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht AfA-Tabellen, die steuerlich anzuwenden sind. Eine kürzere Nutzungsdauer muss betriebsindividuell nachgewiesen werden, eine längere ist handelsrechtlich bei tatsächlich längerer Nutzung geboten (§ 253 Abs. 3 Satz 2 HGB).

2. Vergessene zeitanteilige Abschreibung

Bei unterjährigem Zu- oder Abgang muss zwingend zeitanteilig abgeschrieben werden. Ein häufiger Fehler: Die volle Jahres-AfA wird gebucht, obwohl das Wirtschaftsgut erst im Laufe des Jahres angeschafft wurde. Dies führt zu überhöhten Abschreibungen und falschen Buchwerten.

3. Verwechslung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten

Nicht jede Reparatur ist sofort abzugsfähiger Erhaltungsaufwand. Wesentliche Verbesserungen oder Erweiterungen sind nach § 255 Abs. 2 HGB als Herstellungskosten zu aktivieren und über die Restnutzungsdauer abzuschreiben. Die Abgrenzung ist rechtlich komplex und erfordert Einzelfallbeurteilung.

Aktivierungspflicht beachten

Investitionen, die den Wert eines Anlageguts wesentlich erhöhen oder die Nutzungsdauer verlängern, müssen aktiviert werden. Eine sofortige Aufwandsbuchung führt zu verdeckten Gewinnausschüttungen (vGA) und steuerlichen Konsequenzen nach § 8 Abs. 3 KStG.

4. Fehlende Abstimmung zwischen Anlagenverzeichnis und Fibu

Manuelle Buchungen ohne Pflege des Anlagenverzeichnisses führen zu Differenzen. Alle Zugänge, Abgänge und Umbuchungen müssen sowohl in der Finanzbuchhaltung als auch im Anlagenverzeichnis erfasst werden. Moderne Buchhaltungssoftware synchronisiert beide automatisch.

5. Unterlassene Zuschreibung bei Wertaufholung

Nach § 253 Abs. 5 HGB besteht eine Zuschreibungspflicht, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung entfallen. Die Unterlassung verletzt das Gebot der Bilanzwahrheit und kann zur Nichtigkeit des Jahresabschlusses führen (§ 256 Abs. 5 AktG analog).

6. GWG-Grenze übersehen

Wirtschaftsgüter knapp über 800 € werden häufig irrtümlich als GWG sofort abgeschrieben. Der Netto-Wert ist maßgeblich – bei 800,01 € besteht keine GWG-Berechtigung mehr. Umgekehrt wird die Vereinfachung bei berechtigten GWGs nicht genutzt, was zu unnötigem Verwaltungsaufwand führt.

  • Nutzungsdauer mit AfA-Tabelle abgleichen oder betriebsindividuell dokumentieren
  • Bei unterjährigen Anschaffungen zeitanteilig (monatsgenau) abschreiben
  • Erhaltungsaufwand vs. Herstellungskosten sorgfältig abgrenzen
  • Anlagenverzeichnis monatlich mit Finanzbuchhaltung abstimmen
  • Zuschreibungspflicht nach § 253 Abs. 5 HGB jährlich prüfen
  • GWG-Grenze (800 € netto) beachten und Wahlrecht dokumentieren
  • Außerplanmäßige Abschreibungen nur bei dauerhafter Wertminderung
  • Konsistenz zwischen Handels- und Steuerbilanz sicherstellen (latente Steuern!)

Wer seinen Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, vermeidet diese Fehlerquellen systematisch. Auf OnlineBilanz.de erhalten GmbH-Geschäftsführer professionelle Jahresabschlüsse durch zugelassene Steuerberater – digital koordiniert, mit transparenten Festpreisen und rechtssicherer Abschreibungsbehandlung gemäß aktuellem Rechtsstand 2026.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine Abschreibung rückgängig machen, wenn der Wert wieder steigt?

Bei planmäßigen Abschreibungen nach § 253 Abs. 3 HGB ist eine Zuschreibung grundsätzlich nicht zulässig – die lineare Abschreibung wird fortgesetzt. Nur bei außerplanmäßigen Abschreibungen auf das niedrigere beizulegende Wert besteht nach § 253 Abs. 5 HGB ein Zuschreibungsgebot, wenn die Gründe für die Wertminderung weggefallen sind. Dies gilt jedoch nicht für Firmenwerte nach § 253 Abs. 5 Satz 2 HGB.

Müssen Abschreibungen auch bei Verlust gebucht werden?

Ja. Abschreibungen sind handelsrechtlich nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB (Vorsichtsprinzip) und § 246 Abs. 1 HGB (Vollständigkeit) zwingend zu buchen, unabhängig vom Ergebnis der Gesellschaft. Eine unterlassene Abschreibung verstößt gegen die GoB und kann zur Nichtigkeit des Jahresabschlusses nach § 256 AktG führen. Auch steuerrechtlich ist die Abschreibung nach § 7 EStG verpflichtend.

Welche Auswirkung hat eine fehlerhafte Abschreibung auf die Steuerlast?

Eine zu hohe Abschreibung mindert den steuerpflichtigen Gewinn zu stark und kann zu Steuernachzahlungen sowie Zinsen nach § 233a AO führen. Eine zu niedrige Abschreibung erhöht das zu versteuernde Einkommen und führt zu überhöhter Steuer. Bei Aufdeckung durch Betriebsprüfung kann das Finanzamt die Bemessungsgrundlage nach § 162 AO schätzen. Eine korrekte Abschreibung ist daher essenziell für die Steuererklärung nach § 60 EStDV.

Was passiert, wenn ein Anlagegut vor Ende der Nutzungsdauer verkauft wird?

Der Restbuchwert (Anschaffungskosten abzüglich kumulierte Abschreibungen) wird im Jahr der Veräußerung ausgebucht. Der Buchungssatz lautet: Konto Veräußerung von Anlagen im Soll und Anlagekonto sowie kumulierte Abschreibungen im Haben. Der Verkaufserlös wird auf Konto Bank im Soll und Veräußerung von Anlagen im Haben gebucht. Die Differenz zwischen Restbuchwert und Verkaufserlös ergibt einen Veräußerungsgewinn oder -verlust nach § 6 Abs. 3 EStG.

Gibt es Ausnahmen, bei denen keine Abschreibung erforderlich ist?

Ja. Grundstücke unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung nach § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB, da sie nicht abnutzbar sind – nur Gebäude. Auch Finanzanlagen (z. B. Beteiligungen) werden nicht planmäßig abgeschrieben, außer bei dauerhafter Wertminderung nach § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB. Geringwertige Wirtschaftsgüter unter 250 Euro (netto) können nach § 6 Abs. 2 EStG sofort als Betriebsausgabe gebucht werden, ohne Abschreibung.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 253 HGB (Zugangs- und Folgebewertung), § 7 EStG (Absetzung für Abnutzung), § 6 EStG (Bewertung), § 246 HGB (Vollständigkeit). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Kontakt & häufige Fragen

Ihre Fragen.
Unsere Antworten.

Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

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