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Datum

Lesedauer

13–19 Minuten

OnlineBilanzBlogGewerbesteuer Makler

Gewerbesteuer Makler 2026: Pflichten, Berechnung & Optimierung

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Makler unterliegen in der Regel der Gewerbesteuer – ob als Einzelunternehmen, Personengesellschaft oder GmbH. Die Höhe hängt vom Gewerbeertrag und dem kommunalen Hebesatz ab. Anders als etwa bei Stiftungen, die unter bestimmten Voraussetzungen von der Gewerbesteuer befreit sein können, gilt für Makler grundsätzlich eine Steuerpflicht. Dieser Artikel erklärt die rechtlichen Grundlagen, Berechnungsmethoden und zeigt, wie Makler ihre Gewerbesteuerlast 2026 rechtssicher optimieren können.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und unseren Steuerberatern – damit Ihr Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

OnlineBilanz ist eine Steuerberater-Plattform: Ihr Jahresabschluss wird von einem zugelassenen Steuerberater erstellt und unterzeichnet.

Kurzantwort

Makler sind grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig, da sie eine gewerbliche Vermittlungstätigkeit nach § 2 GewStG ausüben. Die Gewerbesteuer wird auf Basis des Gewerbeertrags berechnet, der sich aus dem steuerlichen Gewinn abzüglich Freibeträgen ergibt. Der kommunale Hebesatz bestimmt dabei die tatsächliche Steuerlast. Einzelunternehmer und Personengesellschaften profitieren vom Freibetrag nach § 11 GewStG, während Kapitalgesellschaften wie Makler-GmbHs voll gewerbesteuerpflichtig sind – ein Grundprinzip, das gleichermaßen für andere gewerbliche Unternehmensformen gilt.

Unterliegen Makler der Gewerbesteuer? Grundlagen und Abgrenzung

Makler unterliegen grundsätzlich der Gewerbesteuer, da sie eine gewerbliche Tätigkeit im Sinne des § 15 EStG ausüben. Die Gewerbesteuerpflicht ergibt sich aus § 2 Abs. 1 GewStG: Jeder stehende Gewerbebetrieb, soweit er im Inland betrieben wird, unterliegt der Gewerbesteuer. Entscheidend ist die Abgrenzung zwischen gewerblicher und freiberuflicher Tätigkeit, da freiberufliche Einkünfte nach § 18 EStG von der Gewerbesteuer befreit sind.

Immobilienmakler, Versicherungsmakler und andere Vermittlungstätigkeiten gelten steuerrechtlich als Gewerbebetrieb. Anders als klassische Freiberufler (Ärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG) erfüllen Makler nicht die Voraussetzungen eines Katalogberufs. Auch eine wissenschaftliche, künstlerische oder erzieherische Tätigkeit liegt in der Regel nicht vor.

Praxis-Hinweis: Rechtsform und Gewerbesteuerpflicht

Die Gewerbesteuerpflicht besteht unabhängig von der Rechtsform. Sowohl Einzelunternehmer als auch GmbHs oder UGs müssen Gewerbesteuer auf ihren Gewinn entrichten. Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) sind kraft Rechtsform immer gewerblich tätig (§ 2 Abs. 2 GewStG), auch wenn sie Maklertätigkeiten ausüben.

Gewerbesteuermessbetrag und Hebesatz

Die Gewerbesteuer wird in zwei Schritten berechnet: Zunächst wird aus dem Gewerbeertrag der Gewerbesteuermessbetrag ermittelt (bundeseinheitlich 3,5 % nach § 11 Abs. 2 GewStG). Dieser Messbetrag wird dann mit dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde multipliziert. Der Hebesatz variiert je nach Standort erheblich und liegt 2026 zwischen etwa 200 % (ländliche Gemeinden) und 490 % (München) oder mehr.

Wie wird der Gewerbeertrag bei Maklern berechnet?

Der Gewerbeertrag ist die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer. Ausgangspunkt ist der Gewinn aus Gewerbebetrieb nach § 7 GewStG, der dem nach Einkommensteuerrecht ermittelten Gewinn entspricht. Bei Kapitalgesellschaften ist dies der Gewinn nach § 7 Abs. 1 GewStG, bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen der Gewinn nach § 7 Abs. 1 Satz 1 GewStG in Verbindung mit § 4 oder § 5 EStG.

Dieser Ausgangsgewinn wird durch Hinzurechnungen (§ 8 GewStG) und Kürzungen (§ 9 GewStG) korrigiert. Für Makler relevante Hinzurechnungen betreffen insbesondere Finanzierungsaufwendungen: 25 % der Entgelte für Schulden werden dem Gewinn hinzugerechnet, soweit sie einen Freibetrag von 200.000 Euro übersteigen (§ 8 Nr. 1 GewStG). Miet- und Pachtzinsen für bewegliche Wirtschaftsgüter werden ebenfalls zu 25 % hinzugerechnet, soweit sie zusammen mit den Schuldzinsen den Freibetrag überschreiten.

Position Gesetzliche Grundlage Auswirkung auf Gewerbeertrag
Gewinn nach Steuerbilanz § 7 GewStG Ausgangspunkt
+ Finanzierungsanteile Leasing/Miete § 8 Nr. 1 GewStG Hinzurechnung 25 % über Freibetrag 200.000 €
+ Schuldzinsen § 8 Nr. 1 GewStG Hinzurechnung 25 % über Freibetrag 200.000 €
− Freibetrag Einzelunternehmer/PersGes § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG 24.500 € Freibetrag
= Gewerbeertrag (gerundet) § 11 Abs. 1 GewStG Basis für Messbetrag

Freibetrag für Einzelunternehmer und Personengesellschaften

Einzelunternehmer und Personengesellschaften profitieren von einem Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro (§ 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG). Dieser wird vom Gewerbeertrag abgezogen, bevor der Gewerbesteuermessbetrag berechnet wird. Kapitalgesellschaften wie die GmbH steht dieser Freibetrag nicht zu – sie zahlen Gewerbesteuer ab dem ersten Euro Gewerbeertrag.

Gewerbesteuer für Makler-GmbHs: Besonderheiten und Pflichten

Makler-GmbHs sind kraft Rechtsform gewerbesteuerpflichtig (§ 2 Abs. 2 GewStG). Anders als bei Einzelunternehmen entfällt der Freibetrag von 24.500 Euro, sodass die Gewerbesteuer bereits ab dem ersten Euro Gewerbeertrag anfällt. Die Gewerbesteuer ist eine abziehbare Betriebsausgabe bei der Einkommensteuer, mindert aber nicht die eigene Bemessungsgrundlage.

„In der Praxis stellt die Gewerbesteuer für GmbH-Geschäftsführer häufig eine Überraschung dar, wenn erstmals der Jahresabschluss erstellt wird. Anders als bei der Körperschaftsteuer (Bundessteuer mit festem Satz von 15 %) hängt die Gewerbesteuerbelastung stark vom Standort ab. Bei einem Hebesatz von 400 % liegt die effektive Gewerbesteuer bei 14 % des Gewerbeertrags – das summiert sich mit KSt und SolZ auf eine Gesamtsteuerbelastung von rund 30 % vor Gewinnausschüttung.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Vorauszahlungen und Festsetzung

Die Gewerbesteuer wird durch das Finanzamt im Wege der Festsetzung ermittelt. Grundlage ist die Gewerbesteuererklärung, die zusammen mit der Körperschaftsteuererklärung elektronisch über ELSTER übermittelt wird. Das Finanzamt stellt zunächst den Gewerbesteuermessbetrag fest (Gewerbesteuermessbescheid nach § 14 GewStG). Die Gemeinde setzt dann die tatsächliche Gewerbesteuer durch Anwendung ihres Hebesatzes fest und fordert diese an.

Vierteljährliche Vorauszahlungen sind zu leisten (§ 19 GewStG): 15.02., 15.05., 15.08. und 15.11. Die Vorauszahlungen basieren auf dem letzten Gewerbesteuermessbescheid und werden bei der Jahresfestsetzung verrechnet. Bei erstmaliger Aufnahme der Tätigkeit oder erheblichen Abweichungen kann eine Anpassung beantragt werden.

  • Gewerbesteuererklärung spätestens 7 Monate nach Bilanzstichtag (31.07. bei 31.12. Stichtag) mit StB-Fristverlängerung bis Ende Februar des Folgejahres
  • Vierteljährliche Vorauszahlungen termingerecht leisten (15.02., 15.05., 15.08., 15.11.)
  • Gewerbesteuermessbescheid des Finanzamts prüfen (Einspruchsfrist 1 Monat)
  • Gewerbesteuerbescheid der Gemeinde prüfen (Hebesatz korrekt angewendet?)
  • Gewerbesteuer als Betriebsausgabe in der KSt-Erklärung berücksichtigen

Gewerbesteuer bei Maklern als Einzelunternehmen oder Personengesellschaft

Makler, die als Einzelunternehmer (e.K.) oder in einer Personengesellschaft (GbR, OHG, KG) tätig sind, unterliegen ebenfalls der Gewerbesteuer. Hier greift jedoch der Freibetrag von 24.500 Euro nach § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG. Erst wenn der Gewerbeertrag diesen Betrag übersteigt, fällt Gewerbesteuer an. Dieser Freibetrag gilt je Gewerbebetrieb, nicht je Gesellschafter.

Ein weiterer Vorteil für Personenunternehmen: Die gezahlte Gewerbesteuer wird pauschal auf die Einkommensteuer angerechnet (§ 35 EStG). Die Anrechnung erfolgt mit dem 3,8-fachen des Gewerbesteuermessbetrags, maximal jedoch in Höhe der tatsächlich gezahlten Gewerbesteuer. Dies führt in den meisten Fällen zu einer vollständigen oder weitgehenden Kompensation der Gewerbesteuerbelastung bei der Einkommensteuer.

Einzelunternehmer / Personengesellschaft

  • Gewerbeertrag wird ermittelt
  • Abzug Freibetrag 24.500 €
  • Messbetrag × 3,5 %
  • × Hebesatz = GewSt
  • Anrechnung auf Einkommensteuer

Kapitalgesellschaft (GmbH, UG)

  • Gewerbeertrag = Gewinn (keine Kürzung)
  • Messbetrag × 3,5 %
  • × Hebesatz = GewSt
  • GewSt ist Betriebsausgabe bei KSt
  • Keine Anrechnung möglich

Achtung: Gewerbeertrag bei mehreren Betrieben

Betreibt ein Makler mehrere Gewerbebetriebe (z. B. Immobilienvermittlung und Hausverwaltung als getrennte Betriebe), wird für jeden Betrieb ein eigener Gewerbesteuermessbescheid erstellt. Der Freibetrag von 24.500 Euro gilt jedoch je Gewerbebetrieb. Bei faktischer Zusammengehörigkeit kann das Finanzamt die Betriebe als Einheit behandeln – eine saubere organisatorische und buchhalterische Trennung ist daher wichtig.

Hebesatz und Standortwahl: Wie Makler Gewerbesteuer optimieren können

Der Hebesatz ist der kommunale Faktor, mit dem der Gewerbesteuermessbetrag multipliziert wird. Er wird von jeder Gemeinde individuell festgelegt und variiert 2026 erheblich: In München liegt er bei 490 %, in vielen ländlichen Gemeinden bei 200–300 %. Die effektive Gewerbesteuerbelastung errechnet sich aus: Steuermesszahl (3,5 %) × Hebesatz.

200 %

Niedriger Hebesatz (ländliche Gemeinden)

400 %

Durchschnitt Großstädte

490 %

München (Spitzenreiter)

Bei einem Gewerbeertrag von 100.000 Euro bedeutet ein Hebesatz von 400 % eine Gewerbesteuer von 14.000 Euro (100.000 € × 3,5 % = 3.500 € Messbetrag × 400 % = 14.000 €). In einer Gemeinde mit Hebesatz 200 % wären es nur 7.000 Euro. Für Makler, die nicht zwingend in Innenstadtlagen präsent sein müssen (z. B. durch digitale Geschäftsmodelle), kann die Standortwahl erhebliche Einsparungen bringen.

Verlagerung des Geschäftssitzes: Rechtliche Voraussetzungen

Die Gewerbesteuer wird am Ort der Betriebsstätte erhoben (§ 4 GewStG). Bei GmbHs ist dies der Ort der Geschäftsleitung, der im Handelsregister eingetragen ist. Eine Verlegung des Sitzes ist durch Gesellschafterbeschluss und Handelsregisteranmeldung möglich (§ 54 GmbHG). Wichtig: Die Verlegung muss tatsächlich vollzogen werden – eine reine „Briefkastenfirma“ ohne reale Geschäftsaktivität wird vom Finanzamt nicht anerkannt.

Bei mehreren Betriebsstätten erfolgt eine Zerlegung des Gewerbesteuermessbetrags nach § 28 GewStG. Der Messbetrag wird auf die beteiligten Gemeinden nach dem Verhältnis der Arbeitslöhne aufgeteilt. Für Makler mit mehreren Niederlassungen ist dies relevant: Jede Gemeinde erhält einen Anteil entsprechend der dort gezahlten Löhne und wendet ihren eigenen Hebesatz an.

„Wir beobachten bei OnlineBilanz zunehmend Mandate, die bewusst ihren GmbH-Sitz in Gemeinden mit moderatem Hebesatz wählen, insbesondere wenn das Geschäftsmodell remote-fähig ist. Entscheidend ist, dass die Geschäftsleitung tatsächlich am neuen Ort stattfindet – etwa durch regelmäßige Geschäftsführer-Präsenz, Büroadresse und lokale Infrastruktur. Das Finanzamt prüft bei größeren Unterschieden genau.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Gewerbesteuererklärung: Fristen, Pflichten und praktische Umsetzung

Die Gewerbesteuererklärung ist für alle gewerblich tätigen Makler verpflichtend, sobald ein Gewerbebetrieb besteht. Sie wird zusammen mit der Einkommensteuererklärung (Einzelunternehmen/Personengesellschaft) bzw. Körperschaftsteuererklärung (GmbH) elektronisch über ELSTER an das Finanzamt übermittelt. Die Abgabefrist beträgt grundsätzlich 7 Monate nach Ablauf des Wirtschaftsjahres, also bei einem Bilanzstichtag 31.12.2025 bis zum 31.07.2026.

Wird die Erklärung durch einen Steuerberater erstellt, verlängert sich die Frist automatisch bis Ende Februar 2027 (§ 149 Abs. 3 AO). Diese Fristverlängerung ist für GmbHs besonders relevant, da der Jahresabschluss gemäß § 264 Abs. 1 HGB in angemessener Zeit aufzustellen ist und die Feststellung durch die Gesellschafterversammlung bei kleinen GmbHs innerhalb von 11 Monaten erfolgen muss (§ 42a Abs. 2 GmbHG).

Frist/Pflicht Gesetzliche Grundlage Termin bei Bilanzstichtag 31.12.2025
Aufstellung Jahresabschluss § 264 Abs. 1 HGB In angemessener Zeit (ca. 3 Monate)
Feststellung JA (kleine GmbH) § 42a Abs. 2 GmbHG Bis 30.11.2026
Gewerbesteuererklärung ohne StB § 149 Abs. 2 AO Bis 31.07.2026
Gewerbesteuererklärung mit StB § 149 Abs. 3 AO Bis 28.02.2027
Offenlegung Unternehmensregister § 325 HGB Bis 31.12.2026

Inhalt der Gewerbesteuererklärung

Die Gewerbesteuererklärung (Formulare GewSt 1 A für Einzelunternehmen bzw. GewSt 1 B für Kapitalgesellschaften) erfasst den Gewerbeertrag. Ausgangspunkt ist der Gewinn aus der Steuerbilanz. Hinzurechnungen und Kürzungen nach §§ 8, 9 GewStG werden detailliert aufgeschlüsselt. Bei Kapitalgesellschaften sind insbesondere Hinzurechnungen nach § 8 Nr. 1 GewStG (Finanzierungsanteile) relevant.

Digitale Steuerberater-Leistung bei OnlineBilanz

Wer den Jahresabschluss und die Gewerbesteuererklärung durch einen Steuerberater erstellen lassen möchte, ohne langes Suchen oder Wartezeiten, findet auf OnlineBilanz.de digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen. Unsere zugelassenen Steuerberater erstellen rechtsverbindlich den Jahresabschluss und alle erforderlichen Steuererklärungen – koordiniert durch Servet Gündogan und sein Team in Stuttgart.

  • Jahresabschluss aufstellen (Bilanz, GuV, Anhang bei GmbH)
  • Gewinn ermitteln (Grundlage für Gewerbeertrag)
  • Hinzurechnungen und Kürzungen nach §§ 8, 9 GewStG prüfen
  • Gewerbesteuererklärung elektronisch über ELSTER übermitteln
  • Gewerbesteuermessbescheid prüfen (Einspruchsfrist 1 Monat)
  • Gewerbesteuerbescheid der Gemeinde prüfen und fristgerecht zahlen

Häufige Fehler und Risiken bei der Gewerbesteuer für Makler

In der Praxis treten bei Maklern immer wieder typische Fehler auf, die zu Nachforderungen, Verspätungszuschlägen oder Betriebsprüfungen führen können. Ein häufiger Fehler ist die fehlerhafte Behandlung von Hinzurechnungen nach § 8 GewStG, insbesondere bei geleasten Fahrzeugen oder fremdfinanzierten Wirtschaftsgütern. Die Finanzierungsanteile müssen korrekt ermittelt und dem Gewerbeertrag hinzugerechnet werden.

Fehlerhafte Abgrenzung von Betriebsausgaben

Makler tätigen häufig Aufwendungen, die sowohl betrieblich als auch privat veranlasst sein können (z. B. Bewirtung, Fahrzeugnutzung, Arbeitszimmer). Eine klare Abgrenzung ist für die korrekte Gewinnermittlung und damit für den Gewerbeertrag entscheidend. Nicht abziehbare Betriebsausgaben (z. B. private Kfz-Nutzung ohne ordnungsgemäße Dokumentation) erhöhen den Gewinn und damit die Gewerbesteuer.

Risiko: Verspätete Abgabe und Verspätungszuschlag

Bei verspäteter Abgabe der Gewerbesteuererklärung kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag von 0,25 % der festgesetzten Steuer pro Monat festsetzen, mindestens 25 Euro pro Monat (§ 152 AO). Bei erheblichen Verzögerungen droht zudem ein Zwangsgeld. Die Abgabe durch einen Steuerberater mit Fristverlängerung ist daher empfehlenswert, um diese Risiken zu vermeiden.

Fehlende oder unvollständige Vorauszahlungen

Viele Makler unterschätzen die Höhe der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen, insbesondere im ersten Jahr nach Gründung oder bei stark gestiegenen Gewinnen. Werden die vierteljährlichen Vorauszahlungen nicht oder zu niedrig geleistet, entsteht bei der Jahresfestsetzung eine hohe Nachzahlung inklusive Zinsen (§ 233a AO: 0,15 % pro Monat, Stand 2026). Eine frühzeitige Anpassung der Vorauszahlungen kann Liquiditätsengpässe vermeiden.

  • Hinzurechnungen vergessen: Finanzierungsanteile, Miet- und Pachtzinsen werden nicht oder falsch angesetzt
  • Freibetrag falsch angewendet: Kapitalgesellschaften setzen fälschlicherweise den Freibetrag von 24.500 Euro an
  • Hebesatz falsch berechnet: Der Hebesatz der falschen Gemeinde wird angesetzt (bei Sitzverlegung oder Betriebsstättenwechsel)
  • Anrechnung nach § 35 EStG übersehen: Einzelunternehmer vergessen die Anrechnung in der Einkommensteuererklärung
  • Fehlende Dokumentation bei Betriebsausgaben: Belege und Nachweise fehlen, was bei Prüfungen zu Hinzuschätzungen führt

„Unsere Steuerberater sehen in Betriebsprüfungen regelmäßig, dass die Hinzurechnungen nach § 8 GewStG unterschätzt werden. Gerade bei Leasingfahrzeugen und Immobilienfinanzierungen summieren sich die Beträge schnell über den Freibetrag von 200.000 Euro hinaus. Eine sorgfältige Gewinnermittlung und Abstimmung mit der Finanzbuchhaltung ist hier unverzichtbar.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Zusammenhang zwischen Jahresabschluss und Gewerbesteuer bei Makler-GmbHs

Der Jahresabschluss nach § 242 HGB ist die zentrale Grundlage für die Gewerbesteuererklärung. Bei Kapitalgesellschaften wie der Makler-GmbH besteht die Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang bei kleinen GmbHs nach § 264 Abs. 1 HGB). Der in der Handelsbilanz ausgewiesene Jahresüberschuss wird durch steuerliche Korrekturen (Mehr-/Weniger-Rechnungen) in den steuerlichen Gewinn überführt.

Dieser steuerliche Gewinn bildet die Ausgangsgröße für den Gewerbeertrag. Die Verbindung zwischen handelsrechtlichem Jahresabschluss und steuerlicher Gewinnermittlung ist eng: Bewertungswahlrechte (z. B. Abschreibungsmethoden, Rückstellungsbewertung) wirken sich direkt auf die Steuerlast aus. Eine steueroptimale Gestaltung des Jahresabschlusses kann die Gewerbesteuerbelastung erheblich reduzieren.

Steuerliche Mehr- und Weniger-Rechnungen

Zahlreiche Positionen werden handelsrechtlich anders behandelt als steuerlich. Typische Beispiele: Abschreibungen (§ 7 EStG abweichend von § 253 HGB), Rückstellungen (§ 5 Abs. 3–4a EStG enger als § 249 HGB), nicht abziehbare Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 5 EStG, z. B. Bewirtungsaufwand zu 30 %, Geschenke über 50 Euro). Diese Differenzen werden in der Steuerbilanz bzw. durch Mehr-/Weniger-Rechnungen erfasst.

Handelsbilanz (HGB)

  • Jahresüberschuss (GuV)
  • Rückstellungen großzügiger
  • Abschreibungen flexibel

Steuerbilanz (EStG)

  • Steuerlicher Gewinn
  • Mehr-/Weniger-Rechnungen
  • § 4 Abs. 5 EStG-Korrekturen

Gewerbeertrag (GewStG)

  • Hinzurechnungen § 8
  • Kürzungen § 9
  • Gewerbesteuermessbetrag

Für Makler-GmbHs bedeutet dies: Der Jahresabschluss muss sorgfältig erstellt werden, um sowohl handelsrechtliche als auch steuerliche Anforderungen zu erfüllen. Eine enge Abstimmung zwischen Finanzbuchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärung ist unverzichtbar. Steuerberater übernehmen diese Abstimmung und erstellen alle erforderlichen Erklärungen rechtsverbindlich.

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Bei OnlineBilanz erhalten GmbH-Geschäftsführer den Jahresabschluss und alle Steuererklärungen (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer) digital koordiniert durch unsere zugelassenen Steuerberater – zu transparenten Festpreisen, ohne Wartezeiten. Servet Gündogan und das Team in Stuttgart koordinieren die Zusammenarbeit zwischen Mandant und Steuerberater.

Häufig gestellte Fragen

Können Makler als Freiberufler von der Gewerbesteuer befreit sein?

Nein, Makler gelten steuerrechtlich nicht als Freiberufler im Sinne des § 18 EStG. Die Vermittlungstätigkeit ist eine klassische Gewerbetätigkeit nach § 15 EStG und unterliegt damit grundsätzlich der Gewerbesteuerpflicht nach § 2 GewStG. Eine Ausnahme besteht nur, wenn die Tätigkeit als unselbständige Nebentätigkeit ausgeübt wird oder die Freibeträge nicht überschritten werden.

Ab welchem Umsatz oder Gewinn müssen Makler Gewerbesteuer zahlen?

Die Gewerbesteuerpflicht besteht unabhängig vom Umsatz. Entscheidend ist der Gewerbeertrag: Einzelunternehmer und Personengesellschaften zahlen erst ab einem Gewerbeertrag über 24.500 Euro Gewerbesteuer (Freibetrag nach § 11 Abs. 1 Nr. 1 GewStG). Kapitalgesellschaften wie GmbHs sind ab dem ersten Euro gewerbesteuerpflichtig, da für sie kein Freibetrag gilt.

Kann die gezahlte Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer angerechnet werden?

Ja, bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften wird die Gewerbesteuer teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet. Nach § 35 EStG erfolgt eine Anrechnung mit dem 4-fachen der Gewerbesteuermesszahl (derzeit 3,5 %). Bei Kapitalgesellschaften ist keine Anrechnung möglich, da die Gesellschaft selbst Steuerschuldner ist und die Gewerbesteuer als Betriebsausgabe abziehbar ist.

Was passiert, wenn ein Makler die Gewerbesteuererklärung zu spät abgibt?

Verspätete Abgabe kann zu Verspätungszuschlägen nach § 152 AO führen (mindestens 25 Euro pro angefangenen Monat). Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz drohen zusätzlich Zwangsgelder und Schätzungen durch das Finanzamt. Zudem können Säumniszuschläge von 1 % pro Monat auf nicht rechtzeitig gezahlte Steuern anfallen. Eine rechtzeitige Fristverlängerung sollte mit dem Steuerberater beantragt werden.

Müssen Makler Gewerbesteuervorauszahlungen leisten?

Ja, sobald das Finanzamt einen Gewerbesteuermessbescheid erlässt, setzt die Gemeinde Vorauszahlungen fest. Diese sind quartalsweise am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November fällig. Die Höhe orientiert sich an der zuletzt festgesetzten Gewerbesteuer. Bei deutlichen Gewinnänderungen können Makler eine Anpassung der Vorauszahlungen beantragen, um Liquiditätsbelastungen zu vermeiden.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: Gewerbesteuergesetz (GewStG), Einkommensteuergesetz (EStG), Abgabenordnung (AO), Handelsgesetzbuch (HGB). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Schwerpunkt Jahres­abschluss­prüfung, Konzern­reporting und E‑Bilanz. Qualitäts­sicherung aller Abschlüsse.

Jakob Röß
StB Dipl.-Kfm. Dipl.-Vw.
Jakob Röß
Steuerberater

Betreuung von mittel­ständischen GmbH, Frei­beruflern und Kapital­gesell­schaften.

Dr. Jeannine Dinnebier
RA Dr. iur. Dipl.-Vw.
Dr. Jeannine Dinnebier
Rechts­anwältin · Steuerrecht

Verantwortet Steuer­streit, Betriebs­prüfungen und rechts­sichere Gestaltung. Promoviert im Steuerrecht.

Geprüft & kammer­pflichtig Mitgliedschaften & Zulassungen
S
Steuerberater­kammerPflichtmitgliedschaft
W
Wirtschafts­prüfer­kammerZulassung nach WPO
R
Rechts­anwalts­kammerFachbereich Steuerrecht
D
DATEV‑PartnerSchnittstellen­zertifiziert
Kontakt & häufige Fragen

Ihre Fragen.
Unsere Antworten.

Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

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DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
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Ben
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