Bundesanzeiger Jahresabschluss GmbH & Co. KG 2026
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Die GmbH & Co. KG unterliegt als Personengesellschaft mit Komplementär-GmbH besonderen Offenlegungspflichten. Seit dem DiRUG (01.08.2022) erfolgt die Einreichung des Jahresabschlusses ausschließlich beim Unternehmensregister, nicht mehr beim Bundesanzeiger. Hier erfahren Sie, welche Fristen, Umfänge und Sanktionen 2026 gelten – und worauf Sie dabei achten sollten.
Frist, Umfang je Größenklasse und Ordnungsgeld im Überblick: Alles Wichtige zur Offenlegung des Jahresabschlusses finden Sie auf unserer Übersichtsseite.
Kurzantwort
Die GmbH & Co. KG ist gemäß § 325 HGB verpflichtet, ihren Jahresabschluss binnen 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag beim Unternehmensregister offenzulegen – seit dem DiRUG 2022 nicht mehr beim Bundesanzeiger. Vor der Einreichung empfiehlt sich eine Plausibilitätsprüfung des Jahresabschlusses, um inhaltliche Fehler frühzeitig zu erkennen. Der Umfang der Offenlegungspflichten richtet sich nach der jeweiligen Größenklasse gemäß § 267 HGB. Bei Versäumnis droht ein Ordnungsgeld von 2.500 bis 25.000 Euro nach § 335 HGB.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine GmbH & Co. KG und warum gibt es besondere Offenlegungspflichten?
- Unternehmensregister statt Bundesanzeiger: Was gilt seit DiRUG?
- Welche GmbH & Co. KG ist zur Offenlegung verpflichtet?
- Welche Fristen gelten für Feststellung und Offenlegung?
- Was muss offengelegt werden? Umfang je Größenklasse
- Wie reiche ich den Jahresabschluss beim Unternehmensregister ein?
- Welche Sanktionen drohen bei verspäteter oder fehlender Offenlegung?
- Besonderheiten: Muss auch die Komplementär-GmbH offenlegen?
- Welche Rolle spielt der Steuerberater und wie hilft OnlineBilanz?
- Checkliste: So stellen Sie die fristgerechte Offenlegung sicher
Was ist eine GmbH & Co. KG und warum gibt es besondere Offenlegungspflichten?
Die GmbH & Co. KG ist eine Kommanditgesellschaft (KG) im Sinne der §§ 161 ff. HGB, bei der anstelle einer natürlichen Person eine GmbH als persönlich haftende Gesellschafterin (Komplementärin) fungiert. Diese Rechtsform verbindet die Haftungsbeschränkung der GmbH mit der steuerlichen Transparenz der Personengesellschaft. Obwohl die GmbH & Co. KG selbst eine Personengesellschaft ist, unterliegt sie aufgrund der Kapitalgesellschaft als Vollhafterin den Publizitätspflichten des HGB.
Warum ist die Offenlegung Pflicht?
Die Offenlegungspflicht ergibt sich aus § 264a HGB, der bestimmte Personengesellschaften den Vorschriften für Kapitalgesellschaften unterwirft. Erfasst sind alle Personengesellschaften ohne natürliche Person als persönlich haftenden Gesellschafter – bei der GmbH & Co. KG also die Konstellation, in der ausschließlich die GmbH als Komplementärin haftet. Ziel ist der Schutz der Gläubiger: Da keine natürliche Person unbeschränkt haftet, muss Transparenz über die Vermögens- und Ertragslage geschaffen werden.
Praxis-Hinweis
Auch wenn die GmbH & Co. KG selbst eine Personengesellschaft ist, gelten für sie die strengen Rechnungslegungs- und Offenlegungsvorschriften wie für eine GmbH. Das bedeutet: Jahresabschluss, Lagebericht (bei mittelgroßen und großen Gesellschaften), Feststellung durch die Gesellschafter und fristgerechte Offenlegung im Unternehmensregister sind zwingend erforderlich.
- GmbH & Co. KG gilt als § 264a HGB-Gesellschaft (Offenlegungspflicht wie Kapitalgesellschaften)
- Jahresabschluss muss aufgestellt, festgestellt und offengelegt werden
- Bei Verstoß drohen Ordnungsgelder nach § 335 HGB (2.500 bis 25.000 Euro)
- Größenklasse nach § 267 HGB entscheidet über Umfang der Offenlegung
Unternehmensregister statt Bundesanzeiger: Was gilt seit DiRUG?
Seit dem 1. August 2022 ist mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG) das Unternehmensregister die einzige zuständige Stelle für die Offenlegung von Jahresabschlüssen. Der Bundesanzeiger ist seit diesem Stichtag nicht mehr für die rechtsverbindliche Einreichung zuständig. Diese Änderung betrifft alle offenlegungspflichtigen Gesellschaften, also auch GmbH & Co. KG-Strukturen nach § 264a HGB.
Achtung: Häufiger Irrtum
Viele Geschäftsführer suchen noch immer nach dem »Bundesanzeiger Jahresabschluss« oder versuchen, Dokumente beim Bundesanzeiger Verlag hochzuladen. Das ist seit August 2022 rechtlich nicht mehr möglich. Die Offenlegung erfolgt ausschließlich über das Unternehmensregister unter www.unternehmensregister.de. Nur dort eingereichte Jahresabschlüsse gelten als fristgerecht offengelegt.
Was ändert sich in der Praxis?
Bis 31.07.2022 (alt)
- Offenlegung über Bundesanzeiger Verlag
- Bekanntmachung im Unternehmensregister
- Prüfung und Veröffentlichung durch Bundesanzeiger
Ab 01.08.2022 (neu, DiRUG)
- Ausschließlich Unternehmensregister zuständig
- Elektronische Einreichung in zugelassenen Formaten (ESEF bei Kapitalmarktorientierung)
- Unmittelbare Veröffentlichung nach formaler Prüfung
Für Geschäftsführer bedeutet das: Wer seinen Jahresabschluss noch beim Bundesanzeiger einreichen will, riskiert, dass die Offenlegungsfrist verstreicht und ein Ordnungsgeldverfahren eingeleitet wird. Die Umstellung auf das Unternehmensregister ist zwingend – auch für Altfälle ab Wirtschaftsjahr 2022.
Welche GmbH & Co. KG ist zur Offenlegung verpflichtet?
Nicht jede GmbH & Co. KG unterliegt automatisch der Offenlegungspflicht. Entscheidend ist, ob die Voraussetzungen des § 264a HGB erfüllt sind. Danach sind Personengesellschaften offenlegungspflichtig, wenn keine natürliche Person (unmittelbar oder mittelbar) persönlich haftender Gesellschafter ist.
Typische Konstellationen
| Konstellation | Offenlegungspflichtig? | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| GmbH als Komplementärin, natürliche Personen als Kommanditisten | Ja | § 264a HGB |
| GmbH als Komplementärin, andere GmbH als Kommanditistin | Ja | § 264a HGB |
| Natürliche Person als Komplementär, GmbH als Kommanditistin | Nein | § 264a HGB greift nicht, da natürliche Person unbeschränkt haftet |
| Einheits-GmbH & Co. KG (KG hält sämtliche Anteile an ihrer Komplementär-GmbH) | Ja | § 264a HGB; wirtschaftlich wie GmbH |
In der Praxis ist die klassische GmbH & Co. KG – GmbH als geschäftsführende Komplementärin ohne Kapitalbeteiligung, natürliche Personen als Kommanditisten – die mit Abstand häufigste Variante und damit stets offenlegungspflichtig.
Viele Geschäftsführer glauben, dass die GmbH & Co. KG als Personengesellschaft von der Offenlegung befreit sei. Das ist ein Irrtum. Sobald keine natürliche Person unbeschränkt haftet, gelten dieselben Publizitätspflichten wie für eine GmbH – inklusive Ordnungsgeldrisiko bei Versäumnis.
Welche Fristen gelten für Feststellung und Offenlegung?
Für GmbH & Co. KG-Strukturen gelten dieselben Fristen wie für Kapitalgesellschaften. Die Fristenkette beginnt mit dem Bilanzstichtag und umfasst die Aufstellung, Feststellung und schließlich die Offenlegung des Jahresabschlusses. Für das Wirtschaftsjahr 2025 (Bilanzstichtag 31.12.2025) sind die folgenden Fristen im Jahr 2026 maßgeblich.
Feststellung des Jahresabschlusses
Die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgt durch Gesellschafterbeschluss (§ 121 i. V. m. § 161 Abs. 2 HGB). § 42a GmbHG gilt für die KG nicht; die dort für die GmbH geregelten Fristen können als Orientierung dienen:
- Kleine GmbH & Co. KG (§ 267 Abs. 1 HGB): 11 Monate
- Mittelgroße und große GmbH & Co. KG (§ 267 Abs. 2, 3 HGB): 8 Monate
Offenlegungsfrist nach § 325 HGB
Der festgestellte Jahresabschluss muss binnen 12 Monaten nach Bilanzstichtag beim Unternehmensregister eingereicht werden (§ 325 Abs. 1 HGB). Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 läuft die Offenlegungsfrist also bis zum 31.12.2026.
Praxis-Tipp: Zeitpuffer einplanen
Auch wenn die Offenlegungsfrist 12 Monate beträgt, empfiehlt es sich, den Jahresabschluss bis spätestens September des Folgejahres einzureichen. So bleibt ausreichend Zeit für Rückfragen des Unternehmensregisters oder technische Probleme bei der elektronischen Übermittlung. Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, sollte die Unterlagen frühzeitig – idealerweise bis März – bereitstellen.
6 Mon.
Aufstellungsfrist kleine GmbH & Co. KG
3 Mon.
Aufstellungsfrist mittelgroße/große
12 Mon.
Offenlegungsfrist § 325 HGB
25.000 €
Max. Ordnungsgeld bei Verstoß
Was muss offengelegt werden? Umfang je Größenklasse
Der Umfang der Offenlegung richtet sich nach der Größenklasse der GmbH & Co. KG gemäß § 267 HGB. Je größer die Gesellschaft, desto umfangreicher die Publizitätspflichten. Maßgeblich sind die Schwellenwerte für Bilanzsumme, Umsatzerlöse und Arbeitnehmerzahl; zwei von drei Merkmalen müssen an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen über- oder unterschritten werden.
Größenklassen nach § 267 HGB (Stand 2026)
| Größenklasse | Bilanzsumme | Umsatzerlöse | Arbeitnehmer | Offenlegungsumfang |
|---|---|---|---|---|
| Klein | ≤ 7,5 Mio. € | ≤ 15 Mio. € | ≤ 50 | Bilanz, Anhang (verkürzt) |
| Mittelgroß | ≤ 25 Mio. € | ≤ 50 Mio. € | ≤ 250 | Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht |
| Groß | > 25 Mio. € | > 50 Mio. € | > 250 | Vollständiger Jahresabschluss, Lagebericht, Bestätigungsvermerk |
Besonderheiten bei kleinen GmbH & Co. KG
Kleine Gesellschaften dürfen die Bilanz in verkürzter Form offenlegen und sind von der Offenlegung der Gewinn- und Verlustrechnung befreit (§ 326 Abs. 1 HGB). Diese Erleichterung ist vor allem für mittelständische Familienunternehmen relevant, die ihre Ertragslage nicht öffentlich machen möchten.
- Klein: Bilanz (verkürzt) + Anhang (ohne GuV)
- Mittelgroß: Bilanz + GuV + Anhang (Erleichterungen nach § 327 HGB) + Lagebericht + Bestätigungsvermerk
- Groß: Vollständige Unterlagen inkl. Lagebericht und Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wie reiche ich den Jahresabschluss beim Unternehmensregister ein?
Die Einreichung beim Unternehmensregister erfolgt ausschließlich elektronisch über das Portal www.unternehmensregister.de. Papiereinreichungen sind nicht zulässig. Der Jahresabschluss ist in einem der zugelassenen Formate einzureichen; kapitalmarktorientierte Gesellschaften müssen das ESEF-Format nutzen.
Ablauf der elektronischen Offenlegung
- Registrierung: Erstmalige Nutzer müssen sich im Unternehmensregister registrieren.
- Upload: Jahresabschluss und weitere Pflichtdokumente (Lagebericht, Bestätigungsvermerk etc.) werden im vorgeschriebenen Format hochgeladen.
- Formale Prüfung: Das Unternehmensregister prüft die Vollständigkeit und das Datenformat. Bei Fehlern erfolgt eine Zurückweisung mit Nachbesserungsaufforderung.
- Veröffentlichung: Nach erfolgreicher Prüfung wird der Jahresabschluss öffentlich im Unternehmensregister einsehbar. Die Offenlegung gilt als fristgerecht, wenn der Upload innerhalb der Frist erfolgt ist.
XBRL-Format: Was bedeutet das?
XBRL (eXtensible Business Reporting Language) ist ein strukturiertes Datenformat, das die maschinelle Auswertung von Jahresabschlüssen ermöglicht. Für die meisten GmbH & Co. KG genügt die sogenannte XBRL-Taxonomie, die von vielen Buchhaltungs- und Steuerprogrammen automatisch erzeugt werden kann. Wer den Jahresabschluss selbst erstellt, kann spezielle Software nutzen oder die Offenlegung durch einen Steuerberater oder Dienstleister übernehmen lassen.
Vorsicht: Technische Hürden
Die XBRL-Erstellung ist fehleranfällig. Falsche Taxonomie-Zuordnungen, fehlende Pflichtfelder oder ungültige Datenformate führen zur Zurückweisung durch das Unternehmensregister. Viele Geschäftsführer unterschätzen den Aufwand – wer nicht über geeignete Software verfügt, kann die Offenlegung an einen Steuerberater oder Dienstleister delegieren.
Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, profitiert in der Regel von einer integrierten Offenlegung: Viele Steuerberater-Kanzleien übernehmen die elektronische Einreichung direkt aus ihrer Software heraus.
Welche Sanktionen drohen bei verspäteter oder fehlender Offenlegung?
Wer den Jahresabschluss nicht fristgerecht offenlegt, muss mit einem Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB rechnen. Das Bundesamt für Justiz (BfJ) überwacht die Einhaltung der Offenlegungspflichten und verhängt bei Verstößen Ordnungsgelder gegen die Gesellschaft oder die gesetzlichen Vertreter (Geschäftsführer der Komplementär-GmbH). Die Höhe beträgt mindestens 2.500 Euro, kann aber bis zu 25.000 Euro betragen.
Ablauf des Ordnungsgeldverfahrens
- Meldung: Der Betreiber des Unternehmensregisters meldet fehlende Offenlegungen an das BfJ (§ 329 Abs. 4 HGB).
- Androhung des Ordnungsgeldes: Erfolgt keine Offenlegung, wird ein Ordnungsgeld angedroht (mindestens 2.500 Euro, mit sechswöchiger Nachfrist).
- Festsetzung: Bleibt die Offenlegung weiterhin aus, wird das Ordnungsgeld festgesetzt. Es kann auch mehrfach festgesetzt werden, bis die Pflicht erfüllt ist.
- Wiederholung: In hartnäckigen Fällen können weitere Ordnungsgelder angedroht und festgesetzt werden.
2.500 €
Mindest-Ordnungsgeld
25.000 €
Höchst-Ordnungsgeld
§ 335 HGB
Rechtsgrundlage Ordnungsgeld
Das Ordnungsgeld kann sich gegen die Gesellschaft oder gegen die persönlich verantwortlichen Geschäftsführer der Komplementär-GmbH richten.
Läuft das Ordnungsgeldverfahren bereits, ist die Offenlegung umgehend nachzuholen; gegen die Androhung ist der Einspruch, gegen die Festsetzung die Beschwerde (§ 335a HGB) statthaft. Wer frühzeitig plant, spart sich Stress, Kosten und Reputationsschaden.
Praxis-Tipp: Verjährung und Nachholen
Auch nach Festsetzung eines Ordnungsgeldes bleibt die Offenlegungspflicht bestehen. Das Ordnungsgeld entfällt nicht, wenn der Jahresabschluss nachträglich eingereicht wird – es kann lediglich verhindern, dass weitere Ordnungsgelder folgen. Wer mehrere Jahre versäumt hat, sollte daher alle fehlenden Jahresabschlüsse schnellstmöglich nachholen und dabei rechtlichen oder steuerlichen Rat einholen.
Besonderheiten: Muss auch die Komplementär-GmbH offenlegen?
In einer GmbH & Co. KG sind zwei rechtlich selbstständige Unternehmen beteiligt: die KG selbst und die Komplementär-GmbH. Beide unterliegen grundsätzlich eigenen Rechnungslegungs- und Offenlegungspflichten – allerdings mit wichtigen Besonderheiten.
Offenlegungspflicht der Komplementär-GmbH
Die Komplementär-GmbH ist als Kapitalgesellschaft grundsätzlich nach § 325 HGB zur Offenlegung ihres eigenen Jahresabschlusses verpflichtet. In der Praxis ist die Komplementär-GmbH jedoch häufig vermögenslos oder besitzt nur geringfügiges Stammkapital (z. B. 25.000 Euro) und keinerlei operative Tätigkeit. Dennoch muss sie einen eigenen Jahresabschluss aufstellen und offenlegen – unabhängig von der GmbH & Co. KG.
Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB möglich?
Ist die Komplementär-GmbH in den Konzernabschluss eines Mutterunternehmens einbezogen, kann sie unter bestimmten Voraussetzungen von der Offenlegung befreit werden (§ 264 Abs. 3 HGB). Für die GmbH & Co. KG selbst besteht eine entsprechende Befreiungsmöglichkeit nach § 264b HGB, wenn sie in einen Konzernabschluss einbezogen ist und die dort genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
| Unternehmen | Offenlegungspflichtig? | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| GmbH & Co. KG | Ja | § 264a HGB |
| Komplementär-GmbH (operativ) | Ja | § 325 HGB |
| Komplementär-GmbH (vermögenslos, nicht konsolidiert) | Ja | § 325 HGB, keine Befreiung |
| Komplementär-GmbH (vermögenslos, konsolidiert) | Ggf. befreit | § 264 Abs. 3 HGB |
In der Mehrzahl der Fälle müssen Geschäftsführer also zwei Jahresabschlüsse offenlegen: einen für die GmbH & Co. KG und einen für die Komplementär-GmbH. Beide Offenlegungen erfolgen separat im Unternehmensregister unter der jeweiligen Registernummer (HRA für die KG, HRB für die GmbH).
Vorsicht: Doppelte Fristversäumnis
Wer die Offenlegung der Komplementär-GmbH vergisst, riskiert ein zweites Ordnungsgeldverfahren. Das BfJ überwacht beide Gesellschaften getrennt. In der Praxis führt das oft zu unnötigen Zusatzkosten und Aufwand. Unsere Empfehlung: Beide Jahresabschlüsse sollten zeitgleich erstellt und offengelegt werden – idealerweise durch denselben Steuerberater, der die Zusammenhänge überblickt.
Welche Rolle spielt der Steuerberater und wie hilft OnlineBilanz?
Die Erstellung und Offenlegung des Jahresabschlusses einer GmbH & Co. KG ist eine komplexe Aufgabe, die fundiertes Fachwissen in Handels- und Steuerrecht erfordert. Geschäftsführer sind zwar gesetzlich verpflichtet, den Jahresabschluss aufzustellen – in der Praxis wird diese Aufgabe häufig an einen Steuerberater delegiert. Ein Steuerberater kann neben dem handelsrechtlichen Jahresabschluss auch die Steuerbilanz erstellen und die Offenlegung übernehmen.
Was leistet ein Steuerberater beim Jahresabschluss?
- Aufstellung: Erstellung von Bilanz, GuV und Anhang nach HGB unter Berücksichtigung der Größenklasse und Branchenbesonderheiten
- Feststellung: Vorbereitung des Gesellschafterbeschlusses zur Feststellung des Jahresabschlusses (§ 121 i. V. m. § 161 Abs. 2 HGB)
- Offenlegung: Elektronische Einreichung beim Unternehmensregister, inklusive formaler Prüfung
- Steuererklärungen: Erstellung der Gewerbesteuererklärung und ggf. Körperschaftsteuererklärung der Komplementär-GmbH
- Beratung: Steueroptimierung, Gestaltungshinweise, Fristenkontrolle
OnlineBilanz: KI-gestützter Jahresabschlussentwurf
OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf und die technische Übermittlung der E-Bilanz nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen der Gesellschaft. Optional prüft, gibt frei und unterzeichnet gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater in eigener beruflicher Verantwortung.
Kostenübersicht
Die Kosten des OnlineBilanz-Service lassen sich vorab mit dem Kostenrechner ermitteln.
Digitale Abwicklung
Daten hochladen, KI-gestützten Entwurf prüfen – alles online, ohne Vor-Ort-Termin.
Optionale Prüfung
Auf Wunsch gegen Aufpreis Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung durch einen kooperierenden Steuerberater in eigener beruflicher Verantwortung.
Die Daten können digital bereitgestellt werden; der Jahresabschlussentwurf entsteht KI-gestützt in der Software.
Besonders für GmbH & Co. KG-Strukturen, bei denen oft zwei Jahresabschlüsse (KG und Komplementär-GmbH) parallel zu erstellen sind, empfiehlt sich eine abgestimmte Planung beider Abschlüsse.
Checkliste: So stellen Sie die fristgerechte Offenlegung sicher
Zum Abschluss fassen wir die wichtigsten Schritte zusammen, die Geschäftsführer einer GmbH & Co. KG beachten sollten, um die Offenlegung fristgerecht und rechtssicher zu erledigen. Diese Checkliste hilft, häufige Fehler zu vermeiden und Ordnungsgelder zu verhindern.
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Bilanzstichtag und Größenklasse prüfen (§ 267 HGB) – davon hängt der Offenlegungsumfang ab
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Aufstellungsfrist einhalten: 6 Monate (kleine) bzw. 3 Monate (mittelgroße/große GmbH & Co. KG) nach § 264 Abs. 1 i. V. m. § 264a HGB
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Jahresabschluss durch Gesellschafterbeschluss feststellen – Protokoll dokumentieren
-
Offenlegungsfrist beachten: 12 Monate nach Bilanzstichtag (z. B. 31.12.2026 für Bilanzstichtag 31.12.2025)
-
Offenlegung ausschließlich über Unternehmensregister (nicht Bundesanzeiger!) – seit DiRUG (01.08.2022)
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Zugelassenes Einreichungsformat verwenden
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Auch Komplementär-GmbH separat offenlegen – eigene Offenlegungspflicht prüfen
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Bei Unsicherheiten oder Zeitmangel: Steuerberater oder andere befugte Berater einbinden
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Fristen im Kalender vermerken und Puffer einplanen – nicht bis zum letzten Tag warten
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Bei Verspätung: Sofort nachholen und ggf. Einspruch bzw. Beschwerde gegen das Ordnungsgeld prüfen lassen
Ihr nächster Schritt
Auf OnlineBilanz.de erstellen Sie einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf; die technische Übermittlung der E-Bilanz erfolgt nach § 87d AO. Optional prüft gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater.
Häufig gestellte Fragen
Kann eine GmbH & Co. KG von der Offenlegungspflicht befreit werden?
Nein, eine vollständige Befreiung gibt es nicht. Allerdings profitieren kleine GmbH & Co. KG von Erleichterungen gemäß § 326 HGB: Sie dürfen Bilanz und Anhang in verkürzter Form einreichen und sind von der Offenlegung der Gewinn- und Verlustrechnung befreit. Voraussetzung ist, dass die Schwellenwerte des § 267 Abs. 1 HGB an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen nicht überschritten werden.
Was passiert, wenn die Gesellschafter die Feststellung des Jahresabschlusses verweigern?
Die Offenlegungsfrist läuft unabhängig vom Feststellungsbeschluss ab dem Bilanzstichtag. Das Bundesamt für Justiz kann daher ein Ordnungsgeldverfahren einleiten, wenn der Jahresabschluss nicht fristgerecht eingereicht wird. Ein ordnungsgemäßer Feststellungsbeschluss sollte daher rechtzeitig gefasst werden.
Muss eine GmbH & Co. KG auch einen Lagebericht offenlegen?
Ja, sobald die GmbH & Co. KG nach § 264a HGB i. V. m. § 267 HGB als mittelgroß oder groß gilt, besteht die Pflicht zur Aufstellung und Offenlegung eines Lageberichts gemäß § 289 HGB. Kleine GmbH & Co. KG sind von der Lageberichtspflicht befreit, sofern sie nicht kapitalmarktorientiert sind.
Werden offengelegte Jahresabschlüsse öffentlich einsehbar?
Ja. Alle beim Unternehmensregister eingereichten Jahresabschlüsse sind öffentlich und kostenfrei abrufbar. Jeder kann Einsicht nehmen – Banken, Lieferanten, Wettbewerber oder Geschäftspartner. Daher ist es wichtig, dass die Unterlagen formal korrekt und vollständig sind.
Gibt es eine Möglichkeit zur nachträglichen Korrektur eines bereits offengelegten Jahresabschlusses?
Ja. Enthält der offengelegte Jahresabschluss Fehler, kann eine berichtigte Fassung beim Unternehmensregister nachgereicht werden. Wird der Jahresabschluss geändert, ist auch die Änderung offenzulegen (§ 325 Abs. 1b HGB).
Was gilt für ausländische Gesellschafter oder Komplementäre?
Auch wenn die Komplementär-GmbH oder Gesellschafter im Ausland ansässig sind, bleibt die Offenlegungspflicht der GmbH & Co. KG in Deutschland nach § 325 HGB bestehen, sofern die KG ihren Sitz in Deutschland hat. Maßgeblich ist stets der Sitz der offenlegungspflichtigen Gesellschaft, nicht der der Gesellschafter.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: § 264a HGB (Offenlegungspflicht Personenhandelsgesellschaften), § 325 HGB (Offenlegung Jahresabschluss), § 267 HGB (Größenklassen), § 42a GmbHG (Feststellungsfristen). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
