Plausibilitätsbeurteilung Jahresabschluss 2026
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Die Plausibilitätsbeurteilung des Jahresabschlusses ist eine Form der Jahresabschlusserstellung durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, bei der die vorgelegten Unterlagen auf Plausibilität beurteilt werden. Sie bietet Gesellschaftern, Banken und Geschäftspartnern zusätzliche Sicherheit über die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung – ohne die formalen Anforderungen einer Jahresabschlussprüfung nach § 316 ff. HGB. Dieser Leitfaden erklärt, wann eine Plausibilitätsbeurteilung sinnvoll ist, was sie kostet und wie sie in der Praxis durchgeführt wird.
Kurzantwort
Die Plausibilitätsbeurteilung ist eine Form der Jahresabschlusserstellung durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, bei der die vorgelegten Belege, Bücher und Bestandsnachweise auf ihre Plausibilität beurteilt werden. Sie ist deutlich weniger umfangreich als eine gesetzliche Jahresabschlussprüfung nach § 316 HGB, bietet aber Gesellschaftern und externen Stakeholdern wie Banken eine zusätzliche Sicherheit über die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung und Bilanzierung. Besonders für nicht prüfungspflichtige kleine GmbHs ist sie eine sinnvolle Qualitätskontrolle.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Plausibilitätsbeurteilung des Jahresabschlusses?
Die Plausibilitätsbeurteilung ist eine in den Hinweisen der Bundessteuerberaterkammer beschriebene Form der Jahresabschlusserstellung, bei der der Steuerberater die ihm vorgelegten Unterlagen auf ihre rechnerische Richtigkeit und inhaltliche Schlüssigkeit beurteilt – ohne eine Jahresabschlussprüfung nach §§ 316 ff. HGB vorzunehmen. Sie stellt eine Mittelstellung zwischen der bloßen Erstellung und der gesetzlichen Abschlussprüfung dar.
Art und Umfang einer Erstellung mit Plausibilitätsbeurteilungen sind gesondert zu vereinbaren. Fachliche Orientierung geben die Grundsätze der Bundessteuerberaterkammer zur Erstellung von Jahresabschlüssen und ihre Checkliste zur Plausibilitätsbeurteilung. Die Tätigkeit ist von einer gesetzlichen Abschlussprüfung nach §§ 316 ff. HGB zu unterscheiden; eine solche Prüfung wird dadurch nicht ersetzt.
Praxis-Hinweis
Kreditinstitute können bei Kreditvergaben einen Jahresabschluss mit Plausibilitätsbeurteilung verlangen – insbesondere bei kleinen GmbHs, die nicht nach § 316 HGB prüfungspflichtig sind. Damit lässt sich die Sorgfalt bei der Rechnungslegung auch ohne gesetzliche Pflichtprüfung dokumentieren.
Abgrenzung zur Jahresabschlussprüfung
| Kriterium | Plausibilitätsbeurteilung | Jahresabschlussprüfung (§ 316 HGB) |
|---|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 33 StBerG; einschlägige BStBK-Grundsätze zur Abschlusserstellung | § 316 ff. HGB |
| Prüftiefe | Mittel (analytisch, stichprobenartig) | Hoch (detailliert, beweissichernd) |
| Wer prüft | Ersteller (z. B. Steuerberater, Wirtschaftsprüfer) | Wirtschaftsprüfer / vereidigter Buchprüfer |
| Bestätigungsvermerk | Nein (Bescheinigung) | Ja (Bestätigungsvermerk gem. § 322 HGB) |
| Kosten | Nach StBVV bzw. Vereinbarung | Nach Vereinbarung |
Welche Unternehmen benötigen eine Plausibilitätsbeurteilung?
Eine gesetzliche Pflicht zur Plausibilitätsbeurteilung besteht nicht. Sie ist vielmehr ein freiwilliges, aber wirtschaftlich sinnvolles Instrument, das in bestimmten Konstellationen faktisch erwartet oder gefordert wird.
Typische Anwendungsfälle in der Praxis
- Nicht prüfungspflichtige GmbHs (unter den Schwellenwerten nach § 267 HGB), die gegenüber Banken, Investoren oder Gesellschaftern die Plausibilität ihrer Rechnungslegung belegen möchten
- Kreditanträge: Banken können bei Finanzierungen oder Kreditlinienerhöhungen eine Plausibilitätsbeurteilung verlangen, um das Ausfallrisiko besser einschätzen zu können
- Gesellschafterwechsel oder Unternehmenskäufe (Due Diligence): Käufer fordern oft eine unabhängige Beurteilung der Rechnungslegung
- Interne Qualitätssicherung: Geschäftsführer wollen sicherstellen, dass der Jahresabschluss den handelsrechtlichen Anforderungen entspricht, bevor er festgestellt und offengelegt wird
- Haftungsminimierung: Bei späteren Vorwürfen wegen fehlerhafter Rechnungslegung kann eine Plausibilitätsbeurteilung die Sorgfaltspflicht des Geschäftsführers dokumentieren
Für Banken kann eine Plausibilitätsbeurteilung ein Hinweis darauf sein, dass der Abschluss nicht nur erstellt, sondern auch auf Plausibilität beurteilt wurde.
Einen KI-gestützten Jahresabschluss-Entwurf stellt OnlineBilanz.de bereit; auf Wunsch prüft ein kooperierender Steuerberater gegen Aufpreis. Eine Plausibilitätsbeurteilung ist mit dem Steuerberater gesondert zu vereinbaren.
Welche Prüfschwerpunkte umfasst die Plausibilitätsbeurteilung?
Die Plausibilitätsbeurteilung orientiert sich an den Hinweisen der Bundessteuerberaterkammer (BStBK) zur Erstellung von Jahresabschlüssen. Der Steuerberater führt analytische Prüfungshandlungen durch, um festzustellen, ob der Jahresabschluss in sich schlüssig ist und den handelsrechtlichen Vorschriften entspricht.
Zentrale Prüfungshandlungen
-
Rechnerische Richtigkeit: Summierung, Überleitung von Bilanz und GuV, Kontrollsummen
-
Formelle Ordnungsmäßigkeit: Einhaltung der Gliederungsvorschriften (§§ 266, 275 HGB), Vollständigkeit der Pflichtangaben
-
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden: Prüfung der Stetigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB), Nachvollziehbarkeit der Ansatz- und Bewertungswahlrechte
-
Analytische Prüfung: Kennzahlenvergleich (Vorjahr, Branche), Plausibilität von Aufwands- und Ertragspositionen
-
Abstimmung mit der Buchführung: Stichprobenhafte Prüfung von Kontenabstimmungen, Saldenbestätigungen, Inventurlisten
-
Anhangangaben: Prüfung auf Vollständigkeit und Konsistenz (§ 284 ff. HGB)
-
Lagebericht (sofern vorhanden): Übereinstimmung mit dem Jahresabschluss, Plausibilität der Prognosen
Wichtig
Die Plausibilitätsbeurteilung ersetzt keine Inventur und keine detaillierte Belegprüfung. Der Steuerberater verlässt sich auf die Angaben des Mandanten und stichprobenartige Nachweise. Grobe Unstimmigkeiten werden aufgedeckt – eine Garantie für fehlerfreie Rechnungslegung gibt die Plausibilitätsbeurteilung jedoch nicht.
Beispiel: Analytische Prüfung der Umsatzerlöse
Der Steuerberater vergleicht die Umsatzerlöse 2025 mit dem Vorjahr 2024 und prüft, ob größere Abweichungen plausibel erklärbar sind (z.B. durch neue Produktlinien, Preiserhöhungen, saisonale Effekte). Er gleicht die Umsatzsteuer-Voranmeldungen mit den gebuchten Erlösen ab und prüft stichprobenartig Ausgangsrechnungen.
Wie läuft eine Plausibilitätsbeurteilung in der Praxis ab?
Die Plausibilitätsbeurteilung erfolgt in mehreren Schritten und setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen Steuerberater und Mandant voraus. Die Dauer hängt von Unternehmensgröße und Komplexität ab.
Phase 1: Auftragserteilung und Planung
- Schriftliche Auftragsbestätigung durch den Steuerberater
- Klärung des Prüfungsumfangs (Jahresabschluss, Anhang, Lagebericht)
- Festlegung der Honorarvereinbarung (Festpreis oder Stundenhonorar)
- Terminplanung für die Übergabe der Unterlagen und das Abschlussgespräch
Phase 2: Unterlagenbereitstellung durch den Mandanten
Der Mandant stellt folgende Unterlagen bereit:
- Vorläufiger oder finaler Jahresabschluss (Bilanz, GuV, Anhang)
- Summen- und Saldenlisten (SuSa) zum Bilanzstichtag
- Inventurlisten, Anlagenspiegel, Abschreibungstabellen
- Kontenabstimmungen (z.B. Bank, Debitoren, Kreditoren)
- Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Zusammenfassende Meldungen
- Gesellschafterbeschlüsse, Kreditverträge, Mietverträge (soweit bilanzrelevant)
Phase 3: Durchführung der Prüfungshandlungen
Der Steuerberater führt die in den BStBK-Hinweisen beschriebenen analytischen und stichprobenartigen Prüfungen durch. Er dokumentiert Auffälligkeiten und klärt offene Fragen mit dem Mandanten.
Phase 4: Beurteilungsschreiben und Abschlussgespräch
Der Steuerberater fasst das Ergebnis in einer schriftlichen Bescheinigung zusammen. Dieses enthält:
- Darstellung des Prüfungsumfangs und der angewandten Methoden
- Feststellungen zu rechnerischer Richtigkeit, formeller Ordnungsmäßigkeit und materieller Plausibilität
- Hinweise auf etwaige Unstimmigkeiten oder Optimierungspotenziale
- Abschließende Aussage, dass auf Grundlage der Plausibilitätsbeurteilung keine Umstände bekannt geworden sind, die gegen die Ordnungsmäßigkeit der vorgelegten Unterlagen sprechen – oder entsprechende Einschränkungen (kein Prüfungsurteil wie der Bestätigungsvermerk nach § 322 HGB)
Was kostet eine Plausibilitätsbeurteilung?
Die Kosten für eine Plausibilitätsbeurteilung richten sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) oder nach individueller Honorarvereinbarung. Eine Pauschalvergütung kann in Textform vereinbart werden (§ 4 StBVV).
Honorarrahmen
| Unternehmensgröße | Bilanzsumme | Honorarrahmen (netto) |
|---|---|---|
| Kleine GmbH | bis 500.000 EUR | nach StBVV bzw. Vereinbarung |
| Mittlere GmbH | 500.000–3.000.000 EUR | nach StBVV bzw. Vereinbarung |
| Größere GmbH | über 3.000.000 EUR | nach StBVV bzw. Vereinbarung |
Die tatsächlichen Kosten hängen ab von:
- Unternehmensgröße (Bilanzsumme, Umsatzerlöse, Mitarbeiterzahl)
- Komplexität der Geschäftstätigkeit (z.B. internationale Verflechtungen, Konzernstrukturen)
- Qualität der Buchführung und Vorbereitung durch den Mandanten
- Umfang der Prüfung (nur Jahresabschluss oder auch Lagebericht)
- Zeitaufwand für Rückfragen und Nachbesserungen
Hinweis
OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschluss-Entwurf bereit (ab 499,95 € netto zzgl. USt.). Eine Plausibilitätsbeurteilung kann nur ein dazu befugter Berater, z. B. ein Steuerberater, übernehmen; die Vergütung ist mit diesem gesondert zu vereinbaren.
Steuerliche Behandlung der Kosten
Das Honorar für die Plausibilitätsbeurteilung ist als Betriebsausgabe in voller Höhe abzugsfähig (§ 4 Abs. 4 EStG). Es mindert den steuerlichen Gewinn und damit die Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuerlast der GmbH.
Welche rechtliche Wirkung hat das Beurteilungsschreiben?
Das Beurteilungsschreiben ist kein Bestätigungsvermerk im Sinne des § 322 HGB. Es entfaltet keine gesetzlich normierte Wirkung, hat aber in der Praxis erhebliche Bedeutung für die Vertrauensbildung bei Banken, Gesellschaftern und Geschäftspartnern.
Adressaten und Verwendungszwecke
Banken und Kreditgeber
Das Beurteilungsschreiben gibt Auskunft über die Plausibilitätsbeurteilung der Rechnungslegung und kann das Informationsrisiko reduzieren. Ob sich dies auf Konditionen auswirkt, entscheidet die Bank im Einzelfall.
Gesellschafter und Beiräte
Gesellschafter erhalten eine unabhängige Einschätzung zur Qualität des Jahresabschlusses. Das schafft Transparenz und kann Haftungsrisiken des Geschäftsführers reduzieren.
Haftung des Steuerberaters
Der Steuerberater haftet für die sorgfältige Durchführung des Auftrags nach den vertraglichen Vereinbarungen; eine Gewähr für die Fehlerfreiheit des Jahresabschlusses ist damit nicht verbunden. Steuerberater müssen eine Berufshaftpflichtversicherung unterhalten (§ 67 StBerG).
Weitergabe an Dritte
Die Weitergabe des Beurteilungsschreibens an Dritte richtet sich nach den Auftragsbedingungen; häufig ist sie nur mit Zustimmung des Steuerberaters zulässig. In der Praxis wird die Weitergabe an Banken und Investoren jedoch regelmäßig gestattet – oft ist das der eigentliche Zweck der Beauftragung.
Wann ist eine Jahresabschlussprüfung statt einer Plausibilitätsbeurteilung nötig?
Die gesetzliche Prüfungspflicht ergibt sich aus § 316 HGB. Sie gilt für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften, also Gesellschaften, die an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen mindestens zwei der drei Schwellenwerte für kleine Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 1 HGB) überschreiten.
Schwellenwerte für die Prüfungspflicht (§ 267 HGB, Stand 2026)
| Größenklasse | Bilanzsumme | Umsatzerlöse | Mitarbeiter | Prüfungspflicht |
|---|---|---|---|---|
| Klein | ≤ 7.500.000 EUR | ≤ 15.000.000 EUR | ≤ 50 | Nein |
| Mittelgroß | ≤ 25.000.000 EUR | ≤ 50.000.000 EUR | ≤ 250 | Ja |
| Groß | > 25.000.000 EUR | > 50.000.000 EUR | > 250 | Ja |
Die Prüfungspflicht besteht, wenn am Abschlussstichtag und am vorhergehenden Abschlussstichtag mindestens zwei der drei Merkmale überschritten werden (§ 267 Abs. 1 bis 4 HGB).
Sonderfälle: Prüfungspflicht bei kleinen GmbHs
Auch kleine Kapitalgesellschaften können prüfungspflichtig sein, wenn sie:
- Kapitalmarktorientiert sind – sie gelten stets als große Kapitalgesellschaft (§ 267 Abs. 3 Satz 2 HGB)
- Durch Satzung oder Gesellschaftsvertrag eine freiwillige Prüfungspflicht vorgesehen haben
- Bestimmte Rechtsformen haben (z.B. eingetragene Genossenschaften nach § 53 GenG)
Wer eine gesetzliche Jahresabschlussprüfung benötigt, muss einen Wirtschaftsprüfer (bei mittelgroßen GmbH auch einen vereidigten Buchprüfer, § 319 Abs. 1 Satz 2 HGB) beauftragen. Steuerberater ohne diese Qualifikation dürfen keine gesetzlichen Abschlussprüfungen nach § 316 HGB durchführen.
Welche typischen Fehler deckt die Plausibilitätsbeurteilung auf?
In der Praxis zeigt sich, dass selbst bei sorgfältiger Buchführung regelmäßig Unstimmigkeiten und Optimierungspotenziale bestehen. Die Plausibilitätsbeurteilung deckt diese auf und gibt dem Geschäftsführer die Möglichkeit, vor Feststellung und Offenlegung nachzubessern.
Häufige formelle Mängel
- Fehlerhafte Gliederung: Bilanz und GuV entsprechen nicht den Vorgaben der §§ 266, 275 HGB (z.B. fehlende Posten, falsche Reihenfolge)
- Unvollständige Anhangangaben: Pflichtangaben nach § 284 ff. HGB fehlen (z.B. Angaben zu Haftungsverhältnissen, Organvergütungen, Bewertungsmethoden)
- Fehlende Unterschriften: Jahresabschluss ist nicht von allen Geschäftsführern unterzeichnet (§ 245 HGB)
- Verletzung der Offenlegungspflicht: Vorjahresabschluss wurde nicht fristgerecht beim Unternehmensregister eingereicht (§ 325 HGB)
Häufige materielle Mängel
- Falsche Abschreibungen: Nutzungsdauern entsprechen nicht den AfA-Tabellen oder betrieblichen Gegebenheiten
- Fehlende oder überhöhte Rückstellungen: Rückstellungen für drohende Verluste, Gewährleistungen oder Urlaubsansprüche sind nicht gebildet oder nicht plausibel dimensioniert
- Nicht realisierte Gewinne: Forderungen sind überbewertet (keine Einzelwertberichtigungen), Vorräte sind nicht auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben (§ 253 Abs. 4 HGB)
- Verstöße gegen das Realisationsprinzip: Umsatzerlöse sind zu früh oder zu spät erfasst (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB)
- Unzutreffende Abgrenzungen: Aktive oder passive Rechnungsabgrenzungsposten fehlen oder sind falsch bemessen
Typische steuerliche Optimierungspotenziale
-
Bildung steuerlicher Rückstellungen (z.B. für Steuernachzahlungen, Prozessrisiken)
-
Nutzung von Bewertungswahlrechten (z.B. LIFO-Verfahren bei Vorräten, § 256 HGB)
-
Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände (§ 248 Abs. 2 HGB) – nur handelsrechtlich; steuerlich gilt das Aktivierungsverbot des § 5 Abs. 2 EStG
-
Optimierung der Abschreibungsmethoden (degressiv, leistungsabhängig)
-
Verbesserung der steuerlichen Verlustvorträge durch zeitliche Verschiebung von Aufwendungen oder Erträgen
Die Plausibilitätsbeurteilung ist damit nicht nur ein Kontrollinstrument, sondern auch ein Beratungsinstrument, das dem Geschäftsführer hilft, Steuern zu sparen und die Aussagekraft des Jahresabschlusses zu verbessern.
Fazit: Wann lohnt sich eine Plausibilitätsbeurteilung?
Die Plausibilitätsbeurteilung ist ein wirtschaftlich sinnvolles Instrument für GmbH-Geschäftsführer, die Wert auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung legen und gegenüber externen Stakeholdern Qualität nachweisen möchten – ohne die Kosten und den Aufwand einer gesetzlichen Abschlussprüfung.
Die Plausibilitätsbeurteilung lohnt sich, wenn:
- Ihre Bank oder Ihr Kreditgeber eine qualifizierte Prüfung des Jahresabschlusses verlangt
- Sie vor einer Finanzierungsrunde, einem Gesellschafterwechsel oder einem Unternehmensverkauf stehen
- Sie als Geschäftsführer Ihre Haftungsrisiken minimieren und Sorgfaltspflichten dokumentieren möchten
- Sie die Qualität Ihrer Buchführung und Rechnungslegung unabhängig überprüfen lassen möchten
- Sie steuerliche Optimierungspotenziale identifizieren und nutzen möchten
§ 4 StBVV
Vergütungsvereinbarung in Textform möglich
§ 316 HGB
Pflichtprüfung wird nicht ersetzt
BStBK
Hinweise zur Erstellung von Jahresabschlüssen
Handlungsempfehlung für Geschäftsführer
- Klären Sie frühzeitig den Bedarf: Sprechen Sie mit Ihrer Bank, Ihren Gesellschaftern oder Ihrem Steuerberater, ob eine Plausibilitätsbeurteilung erwartet wird.
- Beauftragen Sie rechtzeitig: Planen Sie ausreichend Zeit für die Durchführung ein, damit der Jahresabschluss fristgerecht festgestellt und offengelegt werden kann (12 Monate nach Bilanzstichtag, § 325 HGB).
- Bereiten Sie die Unterlagen sorgfältig vor: Eine vollständige und strukturierte Unterlagenbereitstellung beschleunigt die Prüfung und senkt die Kosten.
- Nutzen Sie das Beratungspotenzial: Besprechen Sie mit dem Steuerberater nicht nur die formelle Ordnungsmäßigkeit, sondern auch steuerliche und betriebswirtschaftliche Optimierungsmöglichkeiten.
- Setzen Sie auf transparente Festpreise: Vereinbaren Sie vorab einen Festpreis, um Kostensicherheit zu haben.
Für den Jahresabschluss 2025 stellt OnlineBilanz.de einen KI-gestützten Entwurf bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen der Gesellschaft. Auf Wunsch prüft, gibt frei und unterzeichnet ein kooperierender Steuerberater gegen Aufpreis.
Häufig gestellte Fragen
Kann die Plausibilitätsbeurteilung eine gesetzliche Abschlussprüfung ersetzen?
Nein. Prüfungspflichtige Kapitalgesellschaften nach § 316 HGB (z. B. mittelgroße und große GmbHs) müssen ihren Jahresabschluss zwingend durch einen Wirtschaftsprüfer (bei mittelgroßen GmbH auch einen vereidigten Buchprüfer) prüfen lassen. Die Plausibilitätsbeurteilung ist nur für nicht prüfungspflichtige Unternehmen eine freiwillige Alternative oder Ergänzung.
Wer darf eine Plausibilitätsbeurteilung durchführen?
Die Plausibilitätsbeurteilung erfolgt im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses. Die Erstellung für Dritte ist den nach §§ 3, 4 StBerG befugten Personen vorbehalten, insbesondere Steuerberatern, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern. Die Ausschlussgründe des § 319 HGB für Abschlussprüfer gelten hierfür nicht.
Wird die Plausibilitätsbeurteilung beim Unternehmensregister eingereicht?
Nein. Das Beurteilungsschreiben ist ein internes Dokument für Gesellschafter, Geschäftsführung oder Kreditgeber. Es unterliegt nicht der Offenlegungspflicht nach § 325 HGB und wird daher nicht beim Unternehmensregister veröffentlicht – im Gegensatz zum Bestätigungsvermerk einer gesetzlichen Jahresabschlussprüfung.
Wie oft sollte eine Plausibilitätsbeurteilung durchgeführt werden?
Das hängt von der individuellen Situation ab. Viele Unternehmen lassen die Plausibilitätsbeurteilung jährlich im Rahmen der Jahresabschlusserstellung durchführen, insbesondere wenn Banken oder Gesellschafter dies regelmäßig verlangen. Bei stabilen Verhältnissen und interner Kompetenz kann auch ein mehrjähriger Rhythmus ausreichend sein.
Muss der Steuerberater, der den Jahresabschluss erstellt, auch die Plausibilitätsbeurteilung durchführen?
In der Regel ja. Die Plausibilitätsbeurteilung ist nach den Hinweisen der Bundessteuerberaterkammer eine Form des Erstellungsauftrags: Der Steuerberater, der den Jahresabschluss erstellt, beurteilt dabei die ihm vorgelegten Unterlagen auf Plausibilität. Eine unabhängige Prüfung durch einen Dritten ist damit nicht verbunden.
Kann eine Plausibilitätsbeurteilung Fehler in der Steuererklärung verhindern?
Ja, indirekt. Die Plausibilitätsbeurteilung deckt Unstimmigkeiten in der Buchführung und Bilanzierung auf, die sich auch auf die steuerlichen Gewinnermittlungen (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer) auswirken. Werden Fehler frühzeitig erkannt und korrigiert, lassen sich Steuernachzahlungen, Zinsen nach § 233a AO und mögliche Zuschläge vermeiden.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: § 316 HGB (Pflicht zur Abschlussprüfung), § 267 HGB (Größenklassen), § 325 HGB (Offenlegung), § 319 HGB (Unabhängigkeit des Abschlussprüfers). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
