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Datum

Lesedauer

12–18 Minuten

OnlineBilanz›Blog›Aushilfslöhne buchen SKR03

Aushilfslöhne buchen SKR03 2026: Praxisleitfaden

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die korrekte Buchung von Aushilfslöhnen im SKR 03 erfordert genaue Kenntnis der anzuwendenden Konten, der Unterscheidung zwischen geringfügiger und kurzfristiger Beschäftigung sowie der sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Besonderheiten. Dieser Leitfaden erklärt alle relevanten Buchungssätze für Aushilfslöhne im SKR 03, zeigt die Abgrenzung zu Stammkräften und gibt Hinweise zu Jahresabschluss und häufigen Fehlerquellen – Stand 2026.

Vom Vertrag über die Anmeldung bis zur laufenden Lohnabrechnung: mehr unter Arbeitsvertrag & Minijobvertrag.

Mehr zu Lohnsteuer-Anmeldung, Beitragsnachweisen und SV-Meldungen lesen Sie im Überblick zur Lohnbuchhaltung.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für Kundinnen und Kunden. Er führt das Erstgespräch, betreut die Abläufe auf der Plattform und stimmt sich bei beauftragter Prüfung mit dem jeweils beauftragten, kooperierenden Steuerberater ab.

OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung.

Kurzantwort

Aushilfslöhne werden im SKR 03 je nach Beschäftigungsart unterschiedlich gebucht: Minijobs (geringfügige Beschäftigung bis 603 Euro monatlich) und kurzfristige Beschäftigungen (max. 70 Tage) auf Konto 4190 (Aushilfslöhne, ggf. mit Unterkonten). Die Buchung umfasst neben dem Bruttolohn auch Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung bzw. Pauschalabgaben. Eine saubere Abgrenzung zu Stammkräften und korrekte Rückstellungen im Jahresabschluss sind essenziell.

Aushilfslöhne im SKR 03: Grundlagen der Buchung

Aushilfslöhne bezeichnen Vergütungen für kurzfristig oder geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer. Im Kontenrahmen SKR 03 sind diese Lohnaufwendungen systematisch zu erfassen, um eine ordnungsgemäße Buchführung nach § 238 HGB sicherzustellen. Die korrekte Verbuchung ist nicht nur steuerlich relevant, sondern auch für die Erstellung des Jahresabschlusses nach § 242 HGB unerlässlich.

Der SKR 03 (Kontenrahmen nach dem Prozessgliederungsprinzip) erfasst Lohnaufwendungen in der Kontenklasse 4. Aushilfslöhne werden dabei getrennt von regulären Gehältern gebucht, da sie häufig anderen sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Regelungen unterliegen. Die Differenzierung erfolgt über spezifische Konten im Bereich 4100–4199.

Relevante Konten im SKR 03

Konto Bezeichnung Verwendung
4110 Löhne Reguläre gewerbliche Löhne
4190 Aushilfslöhne Minijobber bis 603 € (2026)
4190 Aushilfslöhne (ggf. Unterkonto) Kurzfristige Beschäftigung (max. 70 Tage/3 Monate)
4100 Löhne und Gehälter Teilzeitbeschäftigte über Geringfügigkeitsgrenze

Hinweis

Die Geringfügigkeitsgrenze liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 603 Euro monatlich. Kurzfristige Beschäftigungen sind bis zu 70 Arbeitstage oder drei Monate im Kalenderjahr sozialversicherungsfrei, sofern sie nicht berufsmäßig ausgeübt werden.

Die wichtigsten Buchungssätze für Aushilfslöhne

Die Verbuchung von Aushilfslöhnen erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst wird der Bruttolohn erfasst, anschließend werden die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und die Lohnsteuer gebucht. Die Zahlungen an Arbeitnehmer und Sozialversicherungsträger erfolgen getrennt.

Buchung des Bruttolohns

Der Bruttolohn für Aushilfskräfte wird im Soll auf dem entsprechenden Aufwandskonto und im Haben auf dem Verbindlichkeitenkonto gebucht:

  • Soll 4190 Aushilfslöhne – Betrag Bruttolohn
  • Haben 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt – Betrag Nettolohn
  • Haben 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit – Arbeitnehmeranteil
  • Haben 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer – Lohnsteuer (falls steuerpflichtig)

Buchung der Arbeitgeberanteile

Bei sozialversicherungspflichtigen Aushilfen oder pauschal besteuerten Minijobs fallen Arbeitgeberanteile an, die als zusätzlicher Personalaufwand zu erfassen sind:

  • Soll 4130 Gesetzliche soziale Aufwendungen
  • Haben 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit

Auszahlung und Abführung

Lohnauszahlung

Soll 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt Haben 1200 Bank Zeitpunkt: i.d.R. am letzten Bankarbeitstag des Monats

Abführung Sozialversicherung & Lohnsteuer

Soll 1742 Verbindlichkeiten Sozialversicherung Soll 1741 Verbindlichkeiten Lohnsteuer Haben 1200 Bank Fälligkeit: drittletzter Bankarbeitstag des laufenden Monats (Sozialversicherung, § 23 Abs. 1 SGB IV) bzw. 10. des Folgemonats (Lohnsteuer)

Geringfügige Beschäftigung (Minijob) richtig buchen

Geringfügig Beschäftigte (Minijobber) verdienen regelmäßig nicht mehr als 603 Euro monatlich (Stand 2026). Diese Beschäftigungsform ist für Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei, allerdings fallen für den Arbeitgeber pauschale Abgaben an die Minijob-Zentrale an.

Pauschale Abgaben beim Minijob

15%

Rentenversicherung (Arbeitgeber-Pauschalbeitrag)

13%

Krankenversicherung (Arbeitgeber-Pauschalbeitrag)

2%

Pauschalsteuer (optional, statt individueller Lohnsteuer)

variabel

Umlage U1 (Entgeltfortzahlung Krankheit)

Die Gesamtbelastung des Arbeitgebers liegt damit bei ca. 31–33 % des Bruttolohns, abhängig von der gewählten Besteuerungsoption und weiteren Umlagen (U2 für Mutterschaft, Insolvenzgeldumlage).

Buchungsbeispiel Minijob (538 € Bruttolohn)

  1. Lohnaufwand buchen: Soll 4190 Aushilfslöhne 538,00 € Haben 1740 Verbindlichkeiten Lohn/Gehalt 538,00 €
  2. Pauschale Arbeitgeberabgaben buchen (Beispiel 31 %): Soll 4130 Gesetzliche soziale Aufwendungen 166,78 € Haben 1742 Verbindlichkeiten Sozialversicherung 166,78 €
  3. Auszahlung an Arbeitnehmer: Soll 1740 Verbindlichkeiten Lohn/Gehalt 538,00 € Haben 1200 Bank 538,00 €
  4. Abführung an Minijob-Zentrale: Soll 1742 Verbindlichkeiten Sozialversicherung 166,78 € Haben 1200 Bank 166,78 €

Kurzfristige Beschäftigung: Besonderheiten in der Buchung

Kurzfristige Beschäftigungen sind nach § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV sozialversicherungsfrei, wenn sie im Kalenderjahr auf maximal 70 Arbeitstage oder drei Monate begrenzt sind und nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Anders als beim Minijob gibt es keine Verdienstgrenze – entscheidend ist ausschließlich die zeitliche Begrenzung.

Lohnsteuer bei kurzfristiger Beschäftigung

Auch wenn keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen, unterliegt das Arbeitsentgelt grundsätzlich der Lohnsteuer. Der Arbeitgeber hat zwei Möglichkeiten:

  • Individuelle Lohnsteuer: Abrechnung nach den ELStAM-Daten (elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) des Arbeitnehmers – Steuerklasse, Freibeträge etc.
  • Pauschalierung nach § 40a EStG: Pauschale Lohnsteuer von 25 % des Arbeitsentgelts (nur unter den Voraussetzungen des § 40a Abs. 1 EStG, u. a. höchstens 18 zusammenhängende Arbeitstage) (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer), keine individuellen Merkmale erforderlich

Buchungsbeispiel kurzfristige Beschäftigung (1.200 € Bruttolohn, pauschaliert)

Annahme: 1.200 € Bruttolohn, Pauschalsteuer 25 % = 300 €, Solidaritätszuschlag 5,5 % auf Pauschalsteuer = 16,50 €, insgesamt 316,50 €, die der Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttolohn trägt (§ 40a Abs. 5 i. V. m. § 40 Abs. 3 EStG).

  1. Lohnaufwand erfassen: Soll 4190 Aushilfslöhne 1.200,00 € Haben 1740 Verbindlichkeiten Lohn/Gehalt 1.200,00 €; Soll Pauschale Lohnsteuer (Personalaufwand) 316,50 € Haben 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer 316,50 €
  2. Auszahlung an Arbeitnehmer: Soll 1740 Verbindlichkeiten Lohn/Gehalt 1.200,00 € Haben 1200 Bank 1.200,00 €
  3. Abführung Pauschalsteuer ans Finanzamt: Soll 1741 Verbindlichkeiten Lohnsteuer 316,50 € Haben 1200 Bank 316,50 €

Achtung

Achtung: Die 70-Tage-Grenze gilt kalenderjährlich und bezieht sich auf alle kurzfristigen Beschäftigungen des Arbeitnehmers – auch bei verschiedenen Arbeitgebern. Ist eine Überschreitung absehbar, tritt Sozialversicherungspflicht ab diesem Zeitpunkt ein; bei von Anfang an fehlerhafter Prognose auch rückwirkend. Der Arbeitgeber sollte sich vor Beschäftigungsbeginn Vorbeschäftigungen vom Arbeitnehmer bestätigen lassen.

Abgrenzung: Aushilfen vs. Stammkräfte in der Buchhaltung

Für die ordnungsgemäße Buchführung nach § 238 HGB und die aussagekräftige Auswertung der Personalkosten ist die klare Abgrenzung zwischen Aushilfen und Stammkräften essenziell. Die Trennung erfolgt nicht nur aus buchhalterischer, sondern auch aus steuerlicher und sozialversicherungsrechtlicher Sicht.

Kriterien zur Abgrenzung

Merkmal Aushilfskräfte Stammkräfte
Beschäftigungsdauer Befristet, kurzfristig, unregelmäßig Unbefristet oder langfristig befristet
Sozialversicherung Oft geringfügig oder kurzfristig (SV-frei) Vollständig sozialversicherungspflichtig
Vergütung Stunden- oder Tageslohn, unregelmäßig Festes monatliches Gehalt
Konten SKR 03 4190 4100, 4110, 4120
Urlaubsanspruch Anteilig nach tatsächlicher Beschäftigung Vollständiger gesetzlicher/tariflicher Anspruch
Entgeltfortzahlung Entgeltfortzahlung nach § 3 EFZG (ab vier Wochen Beschäftigung), Erstattung ggf. über U1 Entgeltfortzahlung § 3 EFZG, Erstattung ggf. über U1 (Kleinbetriebe)

Die saubere Trennung ermöglicht eine differenzierte Analyse der Personalkosten in der betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA) und erleichtert die Plausibilitätsprüfung im Rahmen der Jahresabschlusserstellung nach § 242 HGB.

Eine häufige Fehlerquelle ist die Vermischung von Aushilfs- und Stammkräften auf denselben Konten. Das erschwert nicht nur die Kontrolle der Sozialversicherungsmeldungen, sondern verzerrt auch die Kostenstrukturanalyse. Eine klare Kontentrennung von Anfang an spart beim Jahresabschluss erheblich Zeit.

Aushilfslöhne im Jahresabschluss: Rückstellungen und Abgrenzungen

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses nach § 242 HGB sind auch für Aushilfskräfte periodengerechte Abgrenzungen und gegebenenfalls Rückstellungen zu bilden. Dies betrifft insbesondere noch nicht ausgezahlte Löhne, Urlaubsansprüche und Arbeitgeberbeiträge.

Rückstellung für ausstehende Lohnzahlungen

Wurden Aushilfskräfte im Dezember 2025 beschäftigt, die Lohnzahlung erfolgt aber erst im Januar 2026, ist zum 31.12.2025 eine Verbindlichkeit bzw. sonstige Rückstellung zu bilden:

  • Soll 4190 Aushilfslöhne – Betrag Bruttolohn Dezember 2025
  • Haben 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt – Betrag Nettolohn
  • Haben 1742 Verbindlichkeiten Sozialversicherung – Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil
  • Haben 1741 Verbindlichkeiten Lohnsteuer – falls steuerpflichtig

Da die Verbindlichkeiten bereits feststehen, handelt es sich um passivierte Verbindlichkeiten, nicht um Rückstellungen im engeren Sinne nach § 249 HGB.

Urlaubsrückstellungen für Aushilfen

Auch geringfügig oder kurzfristig Beschäftigte haben nach § 1 BUrlG Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub – anteilig nach der tatsächlichen Beschäftigungsdauer. Nicht genommener Urlaub ist zum Bilanzstichtag zurückzustellen:

  • Anzahl offener Urlaubstage pro Aushilfskraft ermitteln
  • Bewertung mit Bruttolohn zzgl. Arbeitgeberanteilen Sozialversicherung
  • Buchung: Soll Personalaufwand (z. B. 4100) / Haben 0970 Sonstige Rückstellungen (Urlaubsverpflichtungen)
  • Im Folgejahr Auflösung bei Urlaubsnahme oder Auszahlung bei Ausscheiden

Sozialversicherungsbeiträge periodengerecht abgrenzen

Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung (oder pauschale Abgaben bei Minijobs) sind dem Monat zuzuordnen, in dem die Arbeitsleistung erbracht wurde – unabhängig vom Zahlungstermin. Zum Bilanzstichtag 31.12.2025 sind daher alle Dezember-Beiträge zu passivieren, auch wenn die Abführung erst im Januar 2026 erfolgt.

Hinweis

Bei einer GmbH mit mittelgroßer oder großer Bilanzgröße nach § 267 HGB ist die periodengerechte Zuordnung von Personalaufwendungen besonders wichtig, da Abweichungen die Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse beeinträchtigen und bei Abschlussprüfungen (§ 316 HGB) beanstandet werden können.

Häufige Fehler bei der Buchung von Aushilfslöhnen vermeiden

Die Lohnbuchung – insbesondere für Aushilfskräfte – ist fehleranfällig. Aus steuerlicher und sozialversicherungsrechtlicher Sicht können Fehler zu Nachforderungen, Bußgeldern und im schlimmsten Fall zu Haftungsrisiken für den Geschäftsführer führen.

Typische Buchungsfehler

Falsche Kontozuordnung

Aushilfslöhne werden auf Konten für Stammkräfte gebucht (z. B. 4110 statt 4190), was die Nachvollziehbarkeit für Sozialversicherungsprüfungen erschwert.

Fehlende Arbeitgeberanteile

Pauschale SV-Beiträge bei Minijobs oder Umlagen (U1, U2) werden nicht oder nur unvollständig gebucht, was zu verzerrten Personalkosten führt.

Periodenabgrenzung vergessen

Löhne für Dezember werden erst im Januar gebucht, obwohl sie wirtschaftlich dem alten Geschäftsjahr zuzuordnen sind – Verstoß gegen § 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB (Periodenabgrenzung).

Sozialversicherungs- und steuerrechtliche Risiken

  • Scheinselbstständigkeit: Werden regelmäßig dieselben „Aushilfen“ auf Honorarbasis beschäftigt, kann die Deutsche Rentenversicherung eine abhängige Beschäftigung feststellen – mit rückwirkender Sozialversicherungspflicht.
  • Überschreitung der Minijob- oder Kurzfristigkeitsgrenzen: Wird die 603-€-Grenze regelmäßig überschritten oder die 70-Tage-Grenze übersehen, entsteht Sozialversicherungspflicht – bei von Anfang an fehlerhafter Prognose auch rückwirkend.
  • Fehlende oder verspätete Meldungen: Aushilfen sind mit der ersten Entgeltabrechnung, spätestens innerhalb von sechs Wochen nach Beschäftigungsbeginn, bei der Minijob-Zentrale bzw. Krankenkasse anzumelden (§ 6 DEÜV); in bestimmten Branchen (z. B. Gastronomie, Bau) ist zusätzlich eine Sofortmeldung bei Beschäftigungsaufnahme erforderlich (§ 28a Abs. 4 SGB IV). Verspätete oder fehlende Meldungen können Bußgelder auslösen.
  • Schwarzarbeit (§ 1 SchwarzArbG): Werden Aushilfen „bar auf die Hand“ ohne Arbeitsvertrag und Anmeldung beschäftigt, drohen Bußgelder und Strafen (§ 8 SchwarzArbG, § 266a StGB).

Achtung

Der Geschäftsführer einer GmbH kann persönlich für nicht abgeführte Lohnsteuer (§ 69 AO, bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit) und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung (§ 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 266a StGB) haften. Eine saubere Lohnbuchhaltung – auch und gerade bei Aushilfen – ist daher keine Formalität, sondern Haftungsschutz.

Checkliste für fehlerfreie Aushilfs-Lohnbuchhaltung

  • Schriftlicher Arbeitsvertrag mit klarer Befristung und Aufgabenbeschreibung
  • Anmeldung bei Minijob-Zentrale/Krankenkasse fristgerecht (ggf. Sofortmeldung bei Beschäftigungsbeginn)
  • Dokumentation der Arbeitsstunden (§ 17 MiLoG – Mindestlohngesetz)
  • Monatliche Buchung von Bruttolohn und Arbeitgeberanteilen
  • Periodengerechte Abgrenzung zum Jahresende (offene Löhne, Urlaub, SV-Beiträge)
  • Aufbewahrung aller Lohnabrechnungen und SV-Meldungen (Lohnkonto: § 41 Abs. 1 EStG; Buchungsbelege: acht Jahre, § 147 Abs. 3 AO)

Digitale Unterstützung durch Steuerberater bei der Lohnbuchhaltung

Die Lohnbuchhaltung – insbesondere mit verschiedenen Beschäftigungsformen wie Minijobs, kurzfristigen Beschäftigungen und Stammkräften – erfordert fundiertes Fachwissen in Steuerrecht, Sozialversicherungsrecht und Arbeitsrecht. Viele GmbH-Geschäftsführer lagern diese Aufgabe daher vollständig oder teilweise an Steuerberater aus.

Leistungsumfang Lohnbuchhaltung durch Steuerberater

  • Monatliche Lohn- und Gehaltsabrechnungen inkl. Berechnung von Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträgen, Umlagen
  • Erstellung und Übermittlung der SV-Meldungen (DEÜV-Meldungen) an Krankenkassen und Minijob-Zentrale
  • Lohnsteueranmeldungen und fristgerechte Abführung an das Finanzamt
  • Jahresabschlussarbeiten: Rückstellungen für Urlaub, Sonderzahlungen, Arbeitgeberbeiträge
  • Lohnsteuer-Jahresausgleich und Jahresmeldungen an Sozialversicherungsträger
  • Beratung zu arbeitsrechtlichen Fragen, Beschäftigungsformen, Gestaltungsoptionen

Integration von Lohnbuchhaltung und Finanzbuchhaltung

Für eine durchgängige und fehlerfreie Buchführung ist die nahtlose Integration von Lohn- und Finanzbuchhaltung entscheidend. Die monatlichen Lohnsummen, Arbeitgeberanteile und Zahlungen an Sozialversicherungsträger müssen korrekt in die Finanzbuchhaltung übernommen werden.

Digitale Abläufe in der Lohnbuchhaltung

  • Vergütung des Steuerberaters nach StBVV, auch als vereinbarte Pauschale (§ 4 StBVV)
  • Digitale Übermittlung aller Unterlagen – keine Ordner, kein Postweg
  • Echtzeitübersicht über alle Lohnabrechnungen und Zahlungsverpflichtungen
  • Direkte Kommunikation mit zugelassenen Steuerberatern

OnlineBilanz: Software für den Jahresabschluss

  • Koordination durch Servet Gündogan, Büroleiter Stuttgart
  • KI-gestützter Jahresabschlussentwurf und technische Übermittlung nach § 87d AO
  • Optional gegen Aufpreis: Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung durch einen kooperierenden Steuerberater
  • Lohnabrechnungen sind nicht Teil des OnlineBilanz-Service

Gerade für GmbHs, die regelmäßig Aushilfskräfte beschäftigen, lohnt sich die Auslagerung der Lohnbuchhaltung an spezialisierte Steuerberater. Die Haftungsrisiken für Geschäftsführer bei Fehlern in der Lohnabrechnung sind erheblich – professionelle Unterstützung schützt nicht nur vor Bußgeldern und Nachforderungen, sondern spart auch wertvolle Zeit für das Kerngeschäft.

Häufig gestellte Fragen

Welches Konto verwende ich im SKR 03 für Saisonarbeiter mit befristeten Verträgen?

Saisonarbeiter mit befristeten Verträgen über mehrere Monate sind keine Aushilfen im engeren Sinn. Sie werden wie reguläre Arbeitnehmer auf Konto 4100 (Löhne und Gehälter) gebucht, wenn sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Nur bei kurzfristiger Beschäftigung (max. 70 Tage pro Jahr) kommt Konto 4190 (Aushilfslöhne) zum Einsatz.

Muss ich für Aushilfslöhne eine Lohnsteuerbescheinigung erstellen?

Ja, für Aushilfen, deren Lohn nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) besteuert wurde, ist eine Lohnsteuerbescheinigung zu übermitteln (§ 41b EStG). Für ausschließlich pauschal besteuerten Arbeitslohn (§ 40a EStG) entfällt sie; die pauschale Steuer wird über die Lohnsteuer-Anmeldung bzw. bei Minijobs über die Minijob-Zentrale abgeführt.

Wie lange muss ich Belege und Lohnabrechnungen für Aushilfen aufbewahren?

Lohnkonten sind nach § 41 Abs. 1 EStG bis zum Ablauf des sechsten Kalenderjahres, Buchungsbelege nach § 147 Abs. 3 AO acht Jahre aufzubewahren. Für sozialversicherungsrechtliche Entgeltunterlagen gilt § 28f SGB IV. Empfehlenswert ist eine Aufbewahrung von mindestens zehn Jahren, um bei Betriebsprüfungen durch Rentenversicherung oder Finanzbehörden alle Unterlagen vorweisen zu können.

Können Aushilfslöhne auch per Export aus der Lohnsoftware übernommen werden?

Ja, moderne Lohnsoftware kann die Buchungssätze für Aushilfslöhne im SKR 03 erzeugen und per Export an die Finanzbuchhaltung übergeben. Dabei werden die passenden Konten (z. B. 4190 Aushilfslöhne) sowie Sozialversicherungs- und Steuerkonten automatisch angesprochen. Dies spart Zeit und reduziert Fehlerquellen erheblich.

Was passiert, wenn eine Aushilfe die Minijob-Grenze überschreitet?

Überschreitet eine Aushilfe die monatliche Minijob-Grenze von 603 Euro (Stand 2026) dauerhaft oder mehr als zweimal im Jahr unvorhersehbar, wird die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig. Es müssen dann ggf. Sozialversicherungsbeiträge nachgezahlt und die Buchungen korrigiert werden. Die Lohnkosten sind dann auf Konto 4100 statt 4190 zu buchen, und es entstehen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung.

Gibt es Sonderregelungen für Aushilfen in der Landwirtschaft oder im Gastgewerbe?

Die Zeitgrenzen der kurzfristigen Beschäftigung (70 Arbeitstage bzw. drei Monate) sind die allgemeinen Grenzen und keine Erweiterung für die Landwirtschaft. Im Gastgewerbe gelten die allgemeinen Regelungen; zusätzlich ist die Sofortmeldepflicht nach § 28a Abs. 4 SGB IV zu beachten. Branchenspezifische Besonderheiten sollten mit dem Steuerberater abgestimmt werden.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: § 267 HGB (Größenklassen), § 40a EStG (Pauschalierung Minijobs), § 147 AO (Aufbewahrungsfristen), § 8 SGB IV (Geringfügige Beschäftigung). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

Weiterführend: Bank buchen SKR03: Praxisleitfaden 2026

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