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Datum

Lesedauer

13–20 Minuten

OnlineBilanzBlogAnlage R Frist

Anlage R Frist 2026: Abgabetermine & Verlängerung

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Anlage R ist ein zentrales Formular für Rentner in der Einkommensteuererklärung. Wer Renteneinkünfte bezieht, muss diese korrekt deklarieren – und dabei gelten klare Fristen für 2026. Ähnlich wie bei der Anlage S für Selbstständige, der Anlage SO für sonstige Einkünfte oder der Anlage Vorsorgeaufwand müssen auch Rentner die geltenden Abgabetermine einhalten. Dieser Artikel erklärt, welche Abgabetermine maßgeblich sind, wie Verlängerungen funktionieren und welche Besonderheiten im Zusammenspiel mit dem Feststellungsbescheid zu beachten sind.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und unseren Steuerberatern – damit Ihr Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

OnlineBilanz ist eine Steuerberater-Plattform: Ihr Jahresabschluss wird von einem zugelassenen Steuerberater erstellt und unterzeichnet.

Kurzantwort

Die Anlage R muss zusammen mit der Einkommensteuererklärung eingereicht werden. Für das Steuerjahr 2025 gilt die reguläre Abgabefrist bis zum 31. Juli 2026 (bei Steuerberater-Mandanten bis 30. April 2027 gemäß § 149 Abs. 3 AO). Eine Fristverlängerung ist auf Antrag beim Finanzamt möglich, sollte aber rechtzeitig und begründet beantragt werden.

Was ist die Anlage R und wer muss sie einreichen?

Die Anlage R ist ein Formular zur Einkommensteuererklärung, das ausschließlich für Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 15 EStG relevant ist. Während viele GmbH-Geschäftsführer primär mit der Körperschaftsteuer der Gesellschaft befasst sind, wird die Anlage R spätestens dann wichtig, wenn persönliche Einkünfte aus Gewerbebetrieb vorliegen – etwa bei Beteiligungen an Personengesellschaften, Mitunternehmerschaften oder bestimmten atypisch stillen Beteiligungen.

Für GmbH-Geschäftsführer, die neben ihrer Tätigkeit an Personengesellschaften (z. B. GmbH & Co. KG) beteiligt sind, ist die Anlage R zwingend erforderlich. Sie dient der Erfassung gewerblicher Einkünfte, die nicht aus einem Einzelunternehmen, sondern aus Mitunternehmeranteilen stammen. Die Einkünfte werden auf Ebene der Gesellschaft ermittelt und dann anteilig dem jeweiligen Gesellschafter zugerechnet.

Praxis-Hinweis

Die Anlage R ist nicht für GmbH-Geschäftsführergehälter relevant – diese werden als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§ 19 EStG) in der Anlage N erfasst. Die Anlage R betrifft ausschließlich gewerbliche Einkünfte aus Mitunternehmerschaften.

Wer muss die Anlage R einreichen?

  • Gesellschafter einer Personengesellschaft (z. B. OHG, KG, GmbH & Co. KG), die gewerbliche Einkünfte erzielen
  • Mitunternehmer gemäß § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG
  • Beteiligte an atypisch stillen Gesellschaften mit Mitunternehmerinitiative und -risiko
  • Kommanditisten, die Einkünfte aus ihrer Beteiligung beziehen

Welche Frist gilt für die Anlage R im Jahr 2026?

Die Abgabefrist für die Anlage R orientiert sich an der allgemeinen Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung gemäß § 149 AO. Für das Steuerjahr 2025 (Veranlagungszeitraum 2025) gilt bei Erstellung durch einen Steuerberater eine Frist bis zum 30. April 2027. Ohne steuerliche Beratung endet die Frist bereits am 31. Juli 2026. Ähnliche Regelungen gelten auch für andere Anlagen wie die Anlage V zur Vermietung, deren Abgabetermine sich ebenfalls nach § 149 AO richten.

Veranlagungszeitraum Abgabe ohne Steuerberater Abgabe mit Steuerberater
2025 31.07.2026 30.04.2027
2024 31.07.2025 30.04.2026
2023 31.07.2024 31.05.2025

Die Anlage R ist integraler Bestandteil der Einkommensteuererklärung und muss zusammen mit dieser eingereicht werden. Eine isolierte Abgabe ist nicht möglich. Bei verspäteter Abgabe drohen Verspätungszuschläge gemäß § 152 AO von mindestens 25 Euro pro angefangenem Monat.

Fristversäumnis hat Konsequenzen

Bei Nichtabgabe der Anlage R oder verspäteter Einreichung kann das Finanzamt die Einkünfte schätzen (§ 162 AO) und einen Verspätungszuschlag festsetzen. Bei vorsätzlicher Nichtabgabe droht zudem der Tatbestand der Steuerhinterziehung nach § 370 AO.

„In der Praxis beobachten wir häufig, dass Geschäftsführer die Anlage R übersehen, wenn sie erstmals an einer Personengesellschaft beteiligt werden. Die rechtzeitige Koordination mit dem Steuerberater ist entscheidend, um Fristen einzuhalten und Schätzungen zu vermeiden.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Kann die Abgabefrist für die Anlage R verlängert werden?

Ja, die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung – und damit auch für die Anlage R – kann auf Antrag verlängert werden. Dies erfolgt gemäß § 109 AO durch einen formlosen Antrag beim zuständigen Finanzamt. In der Praxis wird eine Fristverlängerung jedoch nur bei sachlich begründeten Fällen gewährt.

Gründe für eine Fristverlängerung

  • Noch fehlende Feststellungsbescheide der Personengesellschaft, die für die Anlage R notwendig sind
  • Krankheit des Steuerpflichtigen oder des beratenden Steuerberaters
  • Außergewöhnliche betriebliche Umstände (z. B. Unternehmensumstrukturierung)
  • Überlastung der Steuerberatungskanzlei bei belegbaren Kapazitätsengpässen

Der Antrag sollte rechtzeitig vor Fristablauf gestellt werden – idealerweise mindestens zwei Wochen vorher. Das Finanzamt entscheidet nach Ermessen und kann die Frist um mehrere Monate verlängern. Eine Garantie für die Genehmigung besteht nicht.

Praxis-Tipp

Wenn der Feststellungsbescheid der Personengesellschaft noch nicht vorliegt, sollte dies im Fristverlängerungsantrag konkret benannt werden. Das Finanzamt zeigt in solchen Fällen meist Verständnis, da die Anlage R ohne diese Daten nicht korrekt ausgefüllt werden kann.

Wie hängt die Anlage R mit dem Feststellungsbescheid zusammen?

Die Anlage R basiert in den meisten Fällen auf dem gesonderten und einheitlichen Feststellungsbescheid der Personengesellschaft gemäß §§ 179, 180 AO. Dieser Bescheid wird auf Ebene der Personengesellschaft erstellt und enthält die Ermittlung der Einkünfte sowie deren Aufteilung auf die einzelnen Gesellschafter.

Ablauf: Von der Feststellung zur Anlage R

  1. Personengesellschaft erstellt Jahresabschluss und Feststellungserklärung (bis 31.07. bzw. 30.04. bei StB)
  2. Finanzamt erlässt gesonderten und einheitlichen Feststellungsbescheid (meist Monate später)
  3. Gesellschafter übernimmt die festgestellten Einkünfte in die Anlage R seiner Einkommensteuererklärung
  4. Finanzamt erlässt Einkommensteuerbescheid unter Berücksichtigung der Anlage R

Der Feststellungsbescheid hat Bindungswirkung für die Einkommensteuerveranlagung (§ 182 Abs. 1 AO). Das bedeutet: Die dort festgestellten Einkünfte müssen in der Anlage R übernommen werden und können nicht mehr im Rahmen der Einkommensteuererklärung angegriffen werden. Einwendungen sind nur im Feststellungsverfahren möglich.

Bindungswirkung beachten

Fehler im Feststellungsbescheid können nicht mehr in der Einkommensteuererklärung korrigiert werden. Einsprüche müssen gegen den Feststellungsbescheid selbst eingelegt werden – innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe.

„Die Bindungswirkung des Feststellungsbescheids ist für viele Mandanten neu. Wir empfehlen, den Feststellungsbescheid sofort nach Erhalt zu prüfen und bei Unstimmigkeiten unverzüglich Einspruch einzulegen – eine nachträgliche Korrektur über die Einkommensteuererklärung ist nicht möglich.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Welche Sonderfälle und Ausnahmen gibt es bei der Anlage R?

Nicht jede Beteiligung an einer gewerblichen Struktur erfordert automatisch die Anlage R. Es gibt mehrere Sonderfälle und Ausnahmen, die in der Praxis relevant werden – insbesondere bei kleineren Beteiligungen oder bei speziellen Rechtsformen.

Typische Ausnahmen

  • Kapitalgesellschaften: Einkünfte aus GmbH-Beteiligungen (Dividenden, Veräußerungsgewinne) werden nicht in der Anlage R, sondern in der Anlage KAP erfasst (§ 20 EStG)
  • Stille Beteiligungen (typisch): Bei typisch stillen Beteiligungen ohne Mitunternehmerstellung gehören die Einkünfte zu § 20 EStG (Kapitalvermögen), nicht zu § 15 EStG
  • Freiberufler-Sozietäten: Einkünfte aus freiberuflichen Personengesellschaften (§ 18 EStG) werden in der Anlage S erfasst, nicht in der Anlage R
  • Bagatellgrenzen: Bei Einkünften unter dem Grundfreibetrag (2025: 11.604 Euro) kann auf die Abgabe verzichtet werden, wenn keine Abgabepflicht besteht

Sonderfall: GmbH & Co. KG

Bei einer GmbH & Co. KG ist die Situation besonders komplex: Die KG selbst ist gewerblich tätig, die Komplementär-GmbH erhält keine gewerblichen Einkünfte (sondern ggf. Geschäftsführungsvergütung), während die Kommanditisten über die Anlage R ihre gewerblichen Einkünfte erklären müssen. Hier ist die korrekte Zuordnung entscheidend.

Anlage R erforderlich

  • Kommanditist einer GmbH & Co. KG
  • Atypisch stiller Gesellschafter mit Mitunternehmerstellung
  • Gesellschafter einer gewerblichen OHG/KG
  • Mitunternehmer bei § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG

Anlage R NICHT erforderlich

  • GmbH-Gesellschafter (→ Anlage KAP)
  • Typisch stiller Gesellschafter (→ Anlage KAP)
  • Freiberufler-Sozius (→ Anlage S)
  • Arbeitnehmer-Geschäftsführer (→ Anlage N)

Welche häufigen Fehler sollten bei der Anlage R vermieden werden?

Die Anlage R ist fehleranfällig, weil sie oft mehrere Jahre betrifft, komplexe Verlustvortragssituationen beinhaltet und eine exakte Abstimmung mit dem Feststellungsbescheid erfordert. Die folgenden Fehler treten in der Praxis besonders häufig auf:

Top 7 Fehlerquellen bei der Anlage R

  1. Falsche Übernahme aus dem Feststellungsbescheid: Einkünfte werden nicht exakt übernommen oder Sonderbetriebseinnahmen/-ausgaben fehlen
  2. Verlustvortrag vergessen: Negative Einkünfte aus Vorjahren werden nicht korrekt berücksichtigt (§ 15a EStG bei beschränkter Haftung)
  3. Fristversäumnis: Anlage R wird zu spät oder gar nicht eingereicht, weil auf den Feststellungsbescheid gewartet wird
  4. Fehlende Sonderbetriebsvermögen: Wirtschaftsgüter im Eigentum des Gesellschafters, die der Gesellschaft dienen, werden nicht deklariert
  5. Falsche Zuordnung der Einkunftsart: Verwechslung zwischen gewerblichen (§ 15) und freiberuflichen (§ 18) Einkünften
  6. Vergessene Ergänzungsbilanzen: Individuelle Anschaffungskosten bei Eintritt in die Gesellschaft werden nicht berücksichtigt
  7. Doppelerfassung von Entnahmen: Private Entnahmen werden sowohl auf Gesellschafts- als auch auf Gesellschafterebene erfasst

Checkliste vor Abgabe

Prüfen Sie vor Einreichung: Liegt der Feststellungsbescheid vor? Stimmen die Zahlen exakt überein? Sind alle Sonderbetriebseinnahmen/-ausgaben erfasst? Wurde der Verlustvortrag berücksichtigt? Sind alle Anlagen beigefügt?

„Die größte Fehlerquelle ist die fehlende Abstimmung zwischen Feststellungsbescheid und Anlage R. Wir empfehlen eine Vier-Augen-Prüfung: Der Steuerberater gleicht die Zahlen systematisch ab, bevor die Einkommensteuererklärung übermittelt wird.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Wie wird die Anlage R digital übermittelt?

Seit 2019 besteht für die meisten Steuerpflichtigen die Pflicht zur elektronischen Übermittlung der Einkommensteuererklärung gemäß § 25 Abs. 4 EStG – einschließlich aller Anlagen wie der Anlage R. Die Übermittlung erfolgt über die ELSTER-Plattform (Elektronische Steuererklärung) der Finanzverwaltung.

Technische Voraussetzungen

  • ELSTER-Zertifikat: Registrierung unter www.elster.de mit persönlicher Zertifikatsdatei (oder ElsterSecure-App)
  • Kompatible Software: ElsterFormular (kostenlos), kommerzielle Steuersoftware oder Steuerberater-Software (DATEV, ADDISON, etc.)
  • Authentifizierung: Zwei-Faktor-Authentifizierung bei sensiblen Übermittlungen
  • Digitale Belege: Sofern angefordert, können Belege als PDF-Anhang übermittelt werden

Steuerberater verfügen in der Regel über eine professionelle Anbindung an ELSTER und können die Anlage R samt Einkommensteuererklärung direkt aus ihrer Kanzleisoftware übermitteln. Die elektronische Übermittlung bietet den Vorteil einer sofortigen Eingangsbestätigung und verkürzt die Bearbeitungszeit beim Finanzamt erheblich.

Was passiert nach der Übermittlung?

  1. Das Finanzamt bestätigt den Eingang elektronisch (Transferticket)
  2. Die Plausibilitätsprüfung erfolgt automatisiert – bei Unstimmigkeiten erfolgt eine Rückfrage
  3. Die Veranlagung wird durchgeführt – meist innerhalb von 4-8 Wochen
  4. Der Steuerbescheid wird elektronisch bereitgestellt (bei aktivierter elektronischer Bereitstellung)

Digitale Effizienz nutzen

Wer seinen Jahresabschluss und die Steuererklärungen durch einen digital arbeitenden Steuerberater erstellen lässt, profitiert von automatisierten Prozessen und kürzeren Durchlaufzeiten. OnlineBilanz bietet hierfür digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen.

Wie lange müssen Unterlagen zur Anlage R aufbewahrt werden?

Die Aufbewahrungspflicht für steuerrelevante Unterlagen – einschließlich der Anlage R und der zugehörigen Nachweise – richtet sich nach § 147 AO. Für Buchungsbelege, Jahresabschlüsse und Feststellungserklärungen gilt eine Frist von 10 Jahren. Für sonstige steuerliche Unterlagen (z. B. Steuerbescheide, Korrespondenz) beträgt die Frist 6 Jahre. Ähnliche Vorgaben gelten auch für andere Steuerformulare wie die Anlage KAP mit ihren Abgabeterminen und Verlängerungsmöglichkeiten.

Art der Unterlage Aufbewahrungsfrist Rechtsgrundlage
Feststellungsbescheide 10 Jahre § 147 Abs. 1 Nr. 1 AO
Anlage R (Ausdruck/Datei) 10 Jahre § 147 Abs. 1 Nr. 4 AO
Sonderbetriebsvermögen-Nachweise 10 Jahre § 147 Abs. 1 Nr. 1 AO
Einkommensteuerbescheide 6 Jahre § 147 Abs. 1 Nr. 5 AO
Korrespondenz mit Finanzamt 6 Jahre § 147 Abs. 1 Nr. 5 AO

Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgt ist (§ 147 Abs. 4 AO). Für die Anlage R des Veranlagungszeitraums 2025, die 2026 eingereicht wird, beginnt die Frist am 31.12.2026 und endet am 31.12.2036.

Verjährung von Steuerforderungen

Die Festsetzungsfrist für die Einkommensteuer beträgt gemäß § 169 Abs. 2 AO grundsätzlich 4 Jahre. Bei leichtfertiger Steuerverkürzung verlängert sich die Frist auf 5 Jahre (§ 169 Abs. 2 Satz 2 AO), bei Steuerhinterziehung auf 10 Jahre (§ 169 Abs. 2 Satz 3 AO). Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist – für 2025 also am 31.12.2025.

Verjährung läuft nicht bei Verfahrensruhe

Solange ein Einspruch anhängig ist oder das Finanzamt Ermittlungen durchführt, läuft die Festsetzungsfrist nicht weiter (Ablaufhemmung nach § 171 AO). Auch bei laufenden Betriebsprüfungen oder bei Steuerstraftaten verlängern sich die Fristen erheblich.

„In der Praxis empfehlen wir, alle steuerrelevanten Unterlagen mindestens 10 Jahre aufzubewahren – digital archiviert, revisionssicher und jederzeit abrufbar. Das erspart im Falle einer Betriebsprüfung erheblichen Aufwand und Stress.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Wie interagiert die Anlage R mit anderen Steuerformularen?

Die Anlage R steht nicht isoliert, sondern ist Teil eines komplexen Geflechts von Steuerformularen, die bei der Einkommensteuerveranlagung zusammenwirken. Für GmbH-Geschäftsführer mit mehreren Einkunftsquellen ist das Verständnis dieser Zusammenhänge entscheidend.

Zentrale Verknüpfungen

Anlage/Formular Einkunftsart Zusammenhang mit Anlage R
Hauptvordruck ESt Alle Einkunftsarten Zusammenfassung aller Einkünfte inkl. Anlage R
Anlage N Nichtselbständige Arbeit (§ 19) GF-Gehalt neben gewerblichen Einkünften
Anlage KAP Kapitalvermögen (§ 20) Dividenden aus GmbH-Beteiligung zusätzlich zu KG-Beteiligung
Anlage V Vermietung (§ 21) Private Vermietung neben gewerblicher Tätigkeit
Anlage G Gewerbebetrieb (§ 15) Einzelunternehmen zusätzlich zur Personengesellschaft

Ein typisches Szenario: Ein GmbH-Geschäftsführer bezieht ein Gehalt (Anlage N), ist zugleich Kommanditist einer GmbH & Co. KG (Anlage R), hält GmbH-Anteile (Anlage KAP) und vermietet eine Immobilie (Anlage V). Alle Einkünfte werden im Hauptvordruck zusammengeführt und unterliegen der progressiven Einkommensteuer.

Besonderheiten bei Verlustverrechnung

Verluste aus gewerblichen Einkünften (Anlage R) können grundsätzlich mit anderen positiven Einkünften verrechnet werden – allerdings mit wichtigen Einschränkungen:

  • § 15a EStG (Verlustabzugsbeschränkung): Kommanditisten können Verluste nur bis zur Höhe ihrer Einlage verrechnen; übersteigende Verluste werden vorgetragen
  • § 15b EStG (Steuerstundungsmodelle): Bei bestimmten Modellkonstruktionen ist der Verlustabzug ausgeschlossen oder beschränkt
  • Gewerbesteueranrechnung: Die in der Anlage R erfasste Gewerbesteuer kann auf die Einkommensteuer angerechnet werden (§ 35 EStG) – relevant für Einzelunternehmer und Personengesellschafter

Steuerliche Optimierung

Die richtige Strukturierung der verschiedenen Einkunftsarten kann erhebliche Steuervorteile bringen. Eine professionelle Beratung durch einen Steuerberater lohnt sich hier besonders – zumal die Wechselwirkungen zwischen den Anlagen hochkomplex sind.

Wer mehrere Einkunftsquellen hat und den Überblick über Fristen, Anlagen und Optimierungspotenziale behalten möchte, profitiert von einer systematischen steuerlichen Betreuung. OnlineBilanz bietet digitale Steuerberater-Leistungen, die neben dem Jahresabschluss auch die persönliche Einkommensteuererklärung – einschließlich aller Anlagen – mit abdecken können.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert, wenn ich die Anlage R-Frist versäume?

Bei Fristversäumnis kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag nach § 152 AO festsetzen. Dieser beträgt 0,25 % der festgesetzten Steuer pro angefangenem Monat der Verspätung, mindestens 25 Euro pro Monat. Zudem kann das Finanzamt bei Nichtabgabe die Besteuerungsgrundlagen schätzen (§ 162 AO), was häufig zu höheren Steuerfestsetzungen führt. Reichen Sie die Erklärung daher auch bei Verspätung schnellstmöglich ein.

Muss ich die Anlage R auch ausfüllen, wenn meine Rente unter dem Grundfreibetrag liegt?

Wenn Ihre gesamten Einkünfte einschließlich der Rente unter dem Grundfreibetrag von 11.784 Euro (2026) liegen und keine Abgabeverpflichtung nach § 46 EStG besteht, müssen Sie keine Steuererklärung und damit auch keine Anlage R einreichen. Erhalten Sie jedoch eine Aufforderung vom Finanzamt zur Abgabe, sind Sie auch bei geringen Einkünften zur Einreichung verpflichtet.

Welche Rentenbezugsmitteilungen benötige ich für die Anlage R?

Die Rentenversicherungsträger übermitteln seit 2009 die Rentenbezugsmitteilungen elektronisch direkt an die Finanzverwaltung (§ 22a EStG). Sie erhalten von Ihrem Rentenversicherungsträger eine Rentenbezugsmitteilung zur eigenen Information, die alle relevanten Daten enthält: Bruttorente, Rentenbeginn, Rentenart und den Besteuerungsanteil. Diese Mitteilung dient als Grundlage für das Ausfüllen der Anlage R.

Kann ich die Anlage R nachträglich korrigieren?

Ja, nachträgliche Korrekturen sind möglich. Solange der Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig ist (innerhalb der Einspruchsfrist von einem Monat nach Bekanntgabe), können Sie Einspruch einlegen und eine korrigierte Anlage R nachreichen. Auch nach Bestandskraft ist eine Korrektur über eine Änderung nach § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO möglich, wenn Ihnen nachträglich Tatsachen oder Beweismittel bekannt werden. Die Festsetzungsfrist beträgt regulär vier Jahre ab Ende des Veranlagungsjahres.

Gilt für Betriebsrentner eine andere Frist bei der Anlage R?

Nein, für Betriebsrentner gelten dieselben Fristen wie für gesetzliche Rentner. Die Anlage R erfasst sowohl gesetzliche Renten als auch Betriebsrenten und private Leibrenten nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG. Alle Rentenarten sind in derselben Steuererklärung mit identischer Abgabefrist zu deklarieren. Lediglich die steuerliche Behandlung und der Besteuerungsanteil können je nach Rentenart und Rentenbeginn unterschiedlich sein.

Brauche ich einen Steuerberater für die Anlage R?

Ein Steuerberater ist nicht zwingend erforderlich, kann aber bei komplexeren Sachverhalten wie mehreren Rentenarten, ausländischen Renten oder zusätzlichen Einkünften sinnvoll sein. Die Beauftragung eines Steuerberaters verlängert automatisch die Abgabefrist auf den 30. April 2027 für das Steuerjahr 2025. Plattformen wie OnlineBilanz.de bieten digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen, falls Sie professionelle Unterstützung wünschen.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: Einkommensteuergesetz (EStG), Abgabenordnung (AO), Bundesministerium der Finanzen, Bundeszentralamt für Steuern. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
Made in Germany Entwickelt & geführt in DE
Ben
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