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OnlineBilanzBlogKassenbuch führen Pflicht

Kassenbuch führen Pflicht 2026: Wer muss & wie?

Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Pflicht zur Kassenbuchführung trifft viele Unternehmen – doch nicht alle. § 146 AO und die GoBD legen fest, wer ein Kassenbuch führen muss und welche Anforderungen dabei gelten. Unternehmen, die zur Bilanzierung verpflichtet sind, müssen besonders auf eine ordnungsgemäße Kassenbuchführung achten. Seit 2020 ist zudem die TSE-Pflicht bei elektronischen Kassensystemen zu beachten.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Wer Bargeschäfte tätigt und buchführungspflichtig ist (nach § 238 HGB oder § 141 AO), muss ein Kassenbuch führen. Kleinunternehmer mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung sind nicht verpflichtet, sollten aber aus Nachweisgründen Bareinnahmen dokumentieren. Die Kassenbuchführung muss nach § 146 AO und den GoBD vollständig, richtig, zeitnah, unveränderbar und nachprüfbar erfolgen.

Wer muss ein Kassenbuch führen?

Die Kassenbuchführungspflicht ergibt sich aus § 146 AO (Abgabenordnung) in Verbindung mit § 238 HGB und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoBD). Nicht jeder Unternehmer ist zur Führung eines Kassenbuchs verpflichtet – entscheidend ist, ob überhaupt Bargeschäfte stattfinden und ob eine Buchführungspflicht besteht.

Buchführungspflichtige Unternehmen

Zur Kassenbuchführung verpflichtet sind grundsätzlich alle buchführungspflichtigen Unternehmen, die Bargeschäfte tätigen. Dazu zählen:

  • Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) gemäß § 238 HGB – unabhängig von Umsatz und Gewinn
  • Kaufleute nach § 238 HGB, wenn die Umsatzerlöse 800.000 Euro oder der Gewinn 80.000 Euro übersteigen (Stand 2026)
  • Gewerbetreibende nach § 141 AO bei Überschreiten der genannten Schwellenwerte
  • Freiberufler sind grundsätzlich nicht buchführungspflichtig, können aber freiwillig ein Kassenbuch führen

Hinweis

Auch bei Kleinunternehmen oder Einnahmen-Überschuss-Rechnern ohne Buchführungspflicht kann die freiwillige Kassenbuchführung sinnvoll sein – sie schafft Transparenz gegenüber dem Finanzamt und erleichtert die Nachweisführung bei Betriebsprüfungen.

Wann ist ein Kassenbuch tatsächlich erforderlich?

Ein Kassenbuch ist nur dann zu führen, wenn tatsächlich Bargeschäfte stattfinden. Unternehmen, die ausschließlich bargeldlos arbeiten (Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen), benötigen kein Kassenbuch. Sobald jedoch regelmäßig Barzahlungen eingehen oder geleistet werden – etwa in Gastronomie, Einzelhandel oder Handwerksbetrieben – ist die tägliche Aufzeichnung nach § 146 Abs. 1 AO verpflichtend.

Gesetzliche Grundlagen: § 146 AO und GoBD

Die rechtliche Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Kassenbuchführung ergibt sich aus mehreren Rechtsquellen, die zusammenwirken und seit 2026 durch verschärfte digitale Anforderungen ergänzt werden.

§ 146 AO: Ordnungsvorschriften für die Buchführung

§ 146 Abs. 1 AO regelt, dass Bücher und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet zu führen sind. Kasseneinnahmen und Kassenausgaben müssen täglich festgehalten werden. Die Finanzverwaltung leitet hieraus die Pflicht zur täglichen Einzelaufzeichnung ab – Sammeleinträge oder nachträgliche Schätzungen sind unzulässig.

GoBD: Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung

Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) konkretisieren die Anforderungen aus § 146 AO. Sie gelten für digitale wie für papierbasierte Kassenbücher und verlangen:

  • Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit aller Geschäftsvorfälle
  • Vollständigkeit und Richtigkeit der Aufzeichnungen
  • Zeitgerechte Buchungen (keine nachträglichen Korrekturen ohne Protokollierung)
  • Unveränderbarkeit nach Verbuchung (bei digitalen Systemen: Änderungsprotokoll)
  • Aufbewahrung nach § 147 AO für 10 Jahre (Kassenbücher, Belege)

Achtung

Verstöße gegen die GoBD können bei Betriebsprüfungen zu Hinzuschätzungen führen. Das Finanzamt ist berechtigt, bei formellen Mängeln im Kassenbuch die Kassenführung insgesamt zu verwerfen und Umsätze zu schätzen – oft mit erheblichen Steuernachzahlungen.

„In der Praxis scheitern viele Unternehmen nicht an der inhaltlichen Richtigkeit, sondern an fehlender Dokumentation und nachträglichen Änderungen. Ein ordnungsgemäßes Kassenbuch muss ab dem ersten Geschäftsvorfall lückenlos geführt werden – Lückenschluss im Vorfeld einer Prüfung wird vom Finanzamt sofort erkannt.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Anforderungen an eine ordnungsgemäße Kassenbuchführung

Ein ordnungsgemäßes Kassenbuch muss strengen formellen und inhaltlichen Anforderungen genügen. Die Finanzverwaltung prüft bei Betriebsprüfungen detailliert, ob diese eingehalten werden.

Tägliche Einzelaufzeichnung

Nach § 146 Abs. 1 Satz 2 AO sind Kasseneinnahmen und Kassenausgaben täglich festzuhalten. Jeder Geschäftsvorfall muss einzeln, mit Datum, Betrag, Geschäftspartner (soweit bekannt) und Verwendungszweck dokumentiert werden. Sammeleinträge wie „Tageseinnahmen 1.200 Euro“ sind unzulässig, es sei denn, es handelt sich um typische Barverkäufe an wechselnde Laufkundschaft – dann genügt eine tägliche Summe, sofern durch technische Aufzeichnungen (Kassensystem, TSE) nachvollziehbar.

Kassensturzfähigkeit

Das Kassenbuch muss jederzeit einen Kassensturz ermöglichen: Der rechnerische Kassenbestand (Anfangsbestand + Einnahmen − Ausgaben) muss mit dem tatsächlichen Bargeldbestand übereinstimmen. Bei digitalen Kassensystemen bedeutet dies, dass der Soll-Bestand täglich mit dem Ist-Bestand abgeglichen werden sollte.

  • Fortlaufende, chronologische Nummerierung aller Kassenvorgänge
  • Datum und Betrag jeder Einnahme und Ausgabe
  • Verwendungszweck bzw. Geschäftsvorfall (z. B. „Warenverkauf“, „Büromaterial bar bezahlt“)
  • Geschäftspartner (falls bekannt und relevant)
  • Täglicher Kassenbestand (Soll = Ist)
  • Keine nachträglichen Änderungen ohne Protokollierung
  • Belegnachweis für jeden Geschäftsvorfall (Quittung, Eigenbeleg, Kassenzettel)

Unveränderbarkeit und Nachvollziehbarkeit

Einträge im Kassenbuch dürfen nachträglich nicht gelöscht oder überschrieben werden. Bei Papier-Kassenbüchern sind Streichungen nur zulässig, wenn der ursprüngliche Eintrag lesbar bleibt. Bei digitalen Kassenbüchern muss jede Änderung in einem Änderungsprotokoll dokumentiert werden (GoBD-Anforderung). Moderne Kassensysteme mit technischer Sicherheitseinrichtung (TSE) gewährleisten dies automatisch.

Hinweis

Wer unsicher ist, ob die eigene Kassenbuchführung den aktuellen Anforderungen genügt, kann sich an einen Steuerberater wenden. OnlineBilanz bietet digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen – unsere Steuerberater prüfen Buchhaltung und Kassenbuch im Rahmen der Jahresabschlusserstellung.

TSE-Pflicht bei elektronischen Kassensystemen

Seit dem 1. Januar 2020 gilt für elektronische Kassensysteme und Registrierkassen die Verpflichtung zur Ausstattung mit einer technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) gemäß § 146a AO. Diese Regelung soll Manipulationen an digitalen Kassen verhindern und die Nachvollziehbarkeit von Bargeschäften sicherstellen.

Was ist eine TSE?

Die TSE ist eine zertifizierte Hardware- oder Cloud-Lösung, die jeden Geschäftsvorfall unveränderbar protokolliert und mit einem kryptografischen Siegel versieht. Sie speichert Datum, Uhrzeit, Betrag und eine fortlaufende Transaktionsnummer. Nachträgliche Änderungen oder Löschungen werden dadurch technisch unmöglich bzw. protokolliert.

Für wen gilt die TSE-Pflicht?

Die TSE-Pflicht betrifft alle Unternehmen, die elektronische Kassensysteme oder Registrierkassen einsetzen – unabhängig von Rechtsform, Umsatz oder Branche. Dazu zählen:

  • Registrierkassen im Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk
  • PC-Kassensysteme mit Kassensoftware
  • Tablet-basierte Kassenlösungen (z. B. in Cafés, Food Trucks)
  • Warenwirtschaftssysteme mit Kassenfunktion

Nicht betroffen sind reine Papier-Kassenbücher oder offene Ladenkassen ohne elektronische Aufzeichnung. Auch einfache Excel-Listen gelten nicht als elektronisches Kassensystem im Sinne des § 146a AO, müssen aber trotzdem den GoBD genügen.

Achtung

Bei Verstößen gegen die TSE-Pflicht drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro nach § 379 AO. Zudem kann das Finanzamt die Kassenbuchführung insgesamt verwerfen und Umsätze hinzuschätzen – mit entsprechenden Steuernachforderungen und Säumniszuschlägen.

Meldepflicht beim Finanzamt

Seit 2020 müssen elektronische Kassensysteme nach § 146a Abs. 4 AO beim zuständigen Finanzamt gemeldet werden. Die Meldung erfolgt elektronisch und muss vor Inbetriebnahme erfolgen. Änderungen (z. B. Austausch der TSE) sind ebenfalls meldepflichtig.

01.01.2020

TSE-Pflicht in Kraft getreten

bis 25.000 €

Bußgeld bei Verstoß

10 Jahre

Aufbewahrungsfrist TSE-Daten

Papier-Kassenbuch oder digitale Lösung?

Unternehmen können zwischen einem klassischen Papier-Kassenbuch und einer digitalen Kassenbuchlösung wählen. Beide Varianten sind grundsätzlich zulässig, müssen aber den Anforderungen des § 146 AO und den GoBD genügen.

Das Papier-Kassenbuch

Ein Papier-Kassenbuch wird handschriftlich in einem gebundenen Buch oder auf fortlaufend nummerierten Seiten geführt. Es eignet sich vor allem für Unternehmen mit wenigen Bargeschäften. Voraussetzungen:

  • Chronologische, lückenlose Aufzeichnung
  • Keine losen Blätter (gebundenes Buch oder feste Bindung)
  • Streichungen nur lesbar, keine Radierungen
  • Täglicher Kassensturz (Soll = Ist)
  • Aufbewahrung 10 Jahre nach § 147 AO

Digitale Kassenbuch-Software

Digitale Kassenbücher bieten Automatisierung, Schnittstellen zur Buchhaltungssoftware und vereinfachen die Nachweisführung. Sie müssen jedoch GoBD-konform sein – das bedeutet:

  • Unveränderbarkeit der gebuchten Einträge oder Änderungsprotokoll
  • Revisionssichere Archivierung
  • Exportfähigkeit für Betriebsprüfungen (z. B. GDPdU-Export)
  • Datensicherung und Zugriffskontrolle
  • Dokumentation der Verfahrensbeschreibung (wer bucht wann wie?)

Vorteile Papier-Kassenbuch

  • Keine Software-Kosten
  • Einfache Handhabung bei wenigen Geschäftsvorfällen
  • Keine technischen Anforderungen
  • Direkt lesbar (keine Datenformate)

Vorteile digitales Kassenbuch

  • Automatische Berechnung Kassenbestand
  • Schnittstelle zu Buchhaltung und Steuerberater
  • Weniger Fehleranfälligkeit
  • Auswertungen und Reports auf Knopfdruck
  • GoBD-konforme Archivierung inklusive

„In der Praxis empfehlen wir bei mehr als 10–15 Bargeschäften pro Monat den Umstieg auf eine digitale Kassenbuchlösung. Der Aufwand für manuelle Aufzeichnungen steigt schnell, und Fehler schleichen sich leichter ein. Eine GoBD-konforme Software spart Zeit und erhöht die Rechtssicherheit.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Häufige Fehler bei der Kassenbuchführung und ihre Folgen

Fehler im Kassenbuch gehören zu den häufigsten Beanstandungen bei Betriebsprüfungen. Die Finanzverwaltung reagiert hier besonders streng, da Barmittel schwer nachvollziehbar sind und ein hohes Manipulationsrisiko besteht.

Typische Fehler in der Praxis

Fehler Folge Vermeidung
Nachträgliche Einträge ohne Protokoll Verwerfung Kassenbuch, Hinzuschätzung Tägliche Buchung, Änderungsprotokoll
Negativer Kassenbestand Indiz für Privatentnahmen oder fehlende Einnahmen Privateinlagen dokumentieren, Kassenbestand überwachen
Fehlende Belege Geschäftsvorfall nicht nachweisbar Eigenbelege erstellen, Belege sofort zuordnen
Sammeleinträge statt Einzelaufzeichnung Verstoß gegen § 146 AO Einzelbuchungen oder TSE-zertifiziertes Kassensystem
Keine Kassensturzfähigkeit Formelle Mängel, Schätzungsbefugnis Täglicher Abgleich Soll/Ist

Rechtsfolgen bei Mängeln

Bei formellen oder materiellen Mängeln im Kassenbuch kann das Finanzamt die Buchführung insgesamt verwerfen (§ 158 AO). Die Folge: Das Finanzamt schätzt die Besteuerungsgrundlagen – in der Regel zu Ungunsten des Steuerpflichtigen. Zudem drohen:

  • Hinzuschätzungen von Umsätzen und Gewinnen mit Steuernachforderungen
  • Verspätungszuschläge und Säumniszuschläge nach § 152 AO
  • Bußgelder nach § 379 AO (Ordnungswidrigkeiten), bis zu 25.000 Euro
  • In schweren Fällen: Verdacht auf Steuerhinterziehung (§ 370 AO) mit strafrechtlichen Konsequenzen

Achtung

Ein häufiger Irrtum: Viele Unternehmer glauben, kleine Fehler im Kassenbuch seien „nicht so schlimm“. Tatsächlich wertet das Finanzamt bereits einzelne Negativbestände, fehlende Tagesabschlüsse oder nachträgliche Korrekturen als schwerwiegende Mängel – mit der Folge, dass die gesamte Kassenführung infrage gestellt wird.

Vermeidung durch professionelle Begleitung

Wer sein Kassenbuch von Anfang an ordnungsgemäß führt, vermeidet kostspielige Nachforderungen. Eine regelmäßige Prüfung durch einen Steuerberater – etwa im Rahmen der laufenden Buchhaltung oder bei der Jahresabschlusserstellung – schafft Rechtssicherheit. OnlineBilanz verbindet digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen: Unsere zugelassenen Steuerberater prüfen Kassenbuch und Buchhaltung fachlich und rechtsverbindlich.

Aufbewahrungspflicht für Kassenbücher und Belege

Nach § 147 AO unterliegen Kassenbücher und die zugehörigen Belege einer 10-jährigen Aufbewahrungspflicht. Diese Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgt ist.

Was muss aufbewahrt werden?

  • Das Kassenbuch selbst (Papier oder digitale Datei)
  • Alle Kassenbelege (Quittungen, Eigenbelege, Rechnungen)
  • Kassenabrechnungen und Tagesabschlüsse
  • Bei elektronischen Kassensystemen: TSE-Daten, Protokolle, Verfahrensdokumentation
  • Z-Bons und Journal-Ausdrucke von Registrierkassen

Form der Aufbewahrung

Papier-Kassenbücher müssen im Original aufbewahrt werden. Digitale Kassenbücher und TSE-Daten sind in einem revisionssicheren, GoBD-konformen System zu archivieren. Das bedeutet:

  • Unveränderbarkeit der archivierten Daten
  • Lesbarkeit über die gesamte Aufbewahrungsfrist (10 Jahre)
  • Exportfähigkeit für Betriebsprüfungen (maschinell auswertbar, z. B. DATEV-Format, GDPdU)
  • Datensicherung und Zugriffsschutz
  • Dokumentation der Archivierungsprozesse (Verfahrensdokumentation)

Hinweis

Achtung: Thermopapier-Belege (z. B. Kassenbons) verblassen oft nach wenigen Jahren. Sie sollten kopiert oder digital eingescannt und GoBD-konform archiviert werden, um die Lesbarkeit über 10 Jahre sicherzustellen.

Aufbewahrungsfrist konkret (Stand 2026)

Für ein Kassenbuch mit letzter Eintragung am 31.12.2025 endet die Aufbewahrungsfrist am 31.12.2035. Bei elektronischen Kassensystemen müssen auch die TSE-Daten vollständig über diesen Zeitraum verfügbar bleiben – auch wenn die Kasse längst außer Betrieb ist.

10 Jahre

Aufbewahrungsfrist § 147 AO

bis 31.12.2035

Ende Frist bei Eintrag 2025

GoBD-konform

Archivierung digital

Kassenbuch bei Kleinunternehmern und Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Auch Unternehmer, die nicht buchführungspflichtig sind – etwa Kleinunternehmer, Freiberufler oder Gewerbetreibende unterhalb der Schwellenwerte nach § 141 AO – können von der Kassenbuchführung profitieren. Eine gesetzliche Pflicht besteht für sie jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Wann besteht keine Kassenbuchführungspflicht?

Unternehmer, die ihren Gewinn durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln, sind grundsätzlich nicht zur Führung eines Kassenbuchs verpflichtet. Sie erfassen Betriebseinnahmen und -ausgaben nach dem Zuflussprinzip – in der Regel genügt eine einfache Auflistung.

Allerdings gilt: Sobald ein EÜR-Rechner freiwillig Bücher führt oder ein elektronisches Kassensystem einsetzt, gelten die vollen Anforderungen nach § 146 AO und GoBD – einschließlich TSE-Pflicht.

Vorteile einer freiwilligen Kassenbuchführung

Auch ohne gesetzliche Verpflichtung kann ein Kassenbuch sinnvoll sein:

  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei Betriebsprüfungen
  • Vermeidung von Schätzungen durch das Finanzamt
  • Bessere Kontrolle über Barbestände und Liquidität
  • Erleichterung der Zusammenarbeit mit dem Steuerberater
  • Vorbereitung auf ein späteres Wachstum (Überschreiten der Buchführungsgrenzen)

Hinweis

Viele Steuerberater empfehlen auch EÜR-Rechnern mit regelmäßigen Bargeschäften die freiwillige Kassenbuchführung. Sie schafft Rechtssicherheit und erleichtert die steuerliche Nachweisführung – insbesondere in bargeldintensiven Branchen wie Gastronomie oder Handwerk.

Besonderheit: Kleinbetragsregelung

Bei EÜR-Rechnern ohne Kassenbuchführungspflicht gilt: Betriebsausgaben bis 250 Euro (Netto) können mit vereinfachten Belegen nachgewiesen werden (§ 33 EStDV). Ein vollständiges Kassenbuch ist hierfür nicht erforderlich – eine einfache Belegsammlung genügt. Wer jedoch freiwillig ein Kassenbuch führt, sollte dies konsequent und ordnungsgemäß tun, da anderenfalls formelle Mängel zu Nachteilen führen können.

„Wir beobachten häufig, dass Kleinunternehmer zunächst ohne Kassenbuch starten, dann aber bei wachsendem Geschäft die Übersicht verlieren. Eine frühzeitige, freiwillige Kassenbuchführung – idealerweise digital – spart später Zeit und schafft eine saubere Grundlage für den Jahresabschluss.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Häufig gestellte Fragen

Kann ich auf ein Kassenbuch verzichten, wenn ich nur sehr wenige Bargeschäfte habe?

Nein. Die Pflicht zur Kassenbuchführung hängt nicht vom Umfang der Bargeschäfte ab, sondern von Ihrer Buchführungspflicht nach § 238 HGB oder § 141 AO. Sobald Sie buchführungspflichtig sind und Bargeschäfte tätigen, müssen Sie ein Kassenbuch führen – unabhängig von der Anzahl der Transaktionen.

Muss ich für jede Kasse ein eigenes Kassenbuch führen?

Ja. Wenn Sie mehrere Kassen betreiben (z. B. verschiedene Filialen oder eine Haupt- und eine Wechselgeldkasse), muss für jede Kasse ein separates Kassenbuch geführt werden. Der Kassensturztest muss für jede einzelne Kasse jederzeit durchführbar sein.

Was passiert bei einer Betriebsprüfung, wenn ich kein Kassenbuch führe?

Das Finanzamt kann bei fehlender oder mangelhafter Kassenbuchführung eine Hinzuschätzung der Betriebseinnahmen vornehmen. Zusätzlich drohen Verzugszinsen, Verspätungszuschläge und im Extremfall der Vorwurf der Steuerhinterziehung mit Bußgeldern oder Strafverfahren.

Sind Privatentnahmen aus der Kasse im Kassenbuch zu dokumentieren?

Ja. Jede Barentnahme – ob für betriebliche oder private Zwecke – muss als Kassenauszahlung erfasst werden. Privatentnahmen sind mit dem Verwendungszweck ‚Privatentnahme‘ zu buchen, um die Kassendifferenz nachvollziehbar zu machen und den Kassensturztest zu bestehen.

Kann ich mein Kassenbuch selbst führen oder brauche ich einen Steuerberater?

Sie können Ihr Kassenbuch selbst führen, sofern Sie die gesetzlichen Anforderungen nach § 146 AO und den GoBD einhalten. Viele Unternehmer nutzen jedoch die Unterstützung eines Steuerberaters, um Fehler zu vermeiden und im Prüfungsfall abgesichert zu sein. OnlineBilanz.de bietet digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen für die laufende Buchhaltung.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 146 AO – Ordnungsvorschriften für die Buchführung und für Aufzeichnungen, § 238 HGB – Buchführungspflicht, § 141 AO – Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten, GoBD – Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
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Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
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Ben
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