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OnlineBilanz›Blog›Eröffnungsbilanz GmbH Gründung: Pflicht, Inhalt & Fristen

Eröffnungsbilanz GmbH Gründung: Pflicht, Inhalt & Fristen

Veröffentlicht: 24.06.2026Aktualisiert: 24.06.2026Lesezeit: ca. 8 Minuten

Wer eine GmbH gründet, muss zum Beginn der Geschäftstätigkeit eine Eröffnungsbilanz aufstellen – vollständig und zeitnah. Was genau hineingehört, welche Fristen gelten, wie Gründungskosten zu behandeln sind und wie die Buchungssätze aussehen, zeigt dieser Fachartikel.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Erster Ansprechpartner für Kunden, koordiniert auf Wunsch die Zusammenarbeit mit kooperierenden Steuerberatern.

FK
BerufsprofilFabian Klement

Wirtschaftsprüfer & Steuerberater · M.A.
Berufsangaben im persönlichen Profil

Schwerpunkt Jahresabschlussprüfung, Konzernreporting und E-Bilanz. Schwerpunkt fachliche Abschlussfragen. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls.

Kurzantwort

Die Eröffnungsbilanz bei der GmbH-Gründung ist gemäß § 242 Abs. 1 HGB i. V. m. § 264 HGB zwingend zum Beginn der Geschäftstätigkeit (ggf. bereits der Vorgesellschaft) aufzustellen. Sie weist auf der Aktivseite das eingebrachte Vermögen und auf der Passivseite das Stammkapital sowie das Eigenkapital oder etwaige Verbindlichkeiten aus. Eine ausdrückliche Aufstellungsfrist nennt das Gesetz nicht; in entsprechender Anwendung des § 264 Abs. 1 HGB werden drei Monate (kleine GmbH: sechs Monate) ab dem Stichtag angesetzt. Gründungskosten sind als Aufwand zu buchen und dürfen nach HGB nicht aktiviert werden.

Rechtliche Pflicht und Grundlagen

Die Pflicht zur Aufstellung einer Eröffnungsbilanz ergibt sich unmittelbar aus § 242 Abs. 1 HGB: Jeder Kaufmann hat zu Beginn seines Handelsgewerbes eine Eröffnungsbilanz aufzustellen. Für die GmbH konkretisiert § 264 Abs. 1 HGB diese Pflicht für den Jahresabschluss; für die Eröffnungsbilanz gelten nach § 242 Abs. 1 Satz 2 HGB die Vorschriften über den Jahresabschluss, soweit sie sich auf die Bilanz beziehen – für die GmbH also auch die bilanzbezogenen Vorschriften der §§ 264 ff. HGB (z. B. Gliederung nach § 266 HGB).

Als juristische Person entsteht die GmbH erst mit Eintragung in das Handelsregister (§ 11 Abs. 1 GmbHG). Buchführungspflichtig ist jedoch bereits die Vorgesellschaft, sobald sie die Geschäfte aufnimmt. Stichtag der Eröffnungsbilanz ist daher der Beginn der Geschäftstätigkeit – nicht zwingend der Tag der Handelsregistereintragung.

Hinweis: Vorgesellschaft vs. eingetragene GmbH

In der sog. Vorgesellschaft (GmbH i. G.) bestehen bereits handelsrechtliche Buchführungspflichten. Die Eröffnungsbilanz ist daher auf den Beginn ihrer Geschäftstätigkeit aufzustellen; mit der Eintragung setzt die GmbH die Buchführung der Vorgesellschaft fort, da Vorgesellschaft und GmbH identisch sind. Eine weitere Eröffnungsbilanz zum Eintragungstag ist nicht erforderlich.

Steuerlich und strafrechtlich relevant: Fehlt die Eröffnungsbilanz, ist die Buchführung nicht ordnungsgemäß, und das Finanzamt kann die Besteuerungsgrundlagen schätzen (§ 162 AO); in der Krise bzw. Insolvenz kann eine nicht rechtzeitige Bilanzaufstellung strafbar sein (§§ 283, 283b StGB). Steuerlich bildet die Eröffnungsbilanz den Ausgangspunkt für die steuerliche Gewinnermittlung nach § 5 EStG i. V. m. § 8 Abs. 1 KStG.

Stichtag und Fristen

Der Stichtag der Eröffnungsbilanz bei der GmbH-Gründung ist der Beginn der Geschäftstätigkeit; nimmt bereits die Vorgesellschaft die Geschäfte auf, liegt er vor der Eintragung in das Handelsregister. Praktisch bedeutsam ist, dass zwischen dem notariellen Beurkundungstermin des Gesellschaftsvertrags, der Einzahlung des Stammkapitals und der tatsächlichen Eintragung Wochen oder Monate liegen können.

Eine ausdrückliche Aufstellungsfrist für die Eröffnungsbilanz nennt das HGB nicht. Über § 242 Abs. 1 Satz 2 HGB wird im Schrifttum die Frist des § 264 Abs. 1 Satz 3, 4 HGB für den Jahresabschluss entsprechend herangezogen: drei Monate nach dem Abschlussstichtag für mittelgroße und große GmbH, für kleine GmbH sechs Monate. In der Praxis sollte die Eröffnungsbilanz jedoch so früh wie möglich aufgestellt werden, da sie Grundlage für die erste Steuererklärung ist.

Achtung Wirtschaftsjahr: Eine rückwirkende Eintragung in das Handelsregister gibt es nicht. Beginnt die Geschäftstätigkeit im Laufe des Jahres, entsteht bei kalendergleichem Geschäftsjahr ein Rumpfgeschäftsjahr bis zum 31. Dezember. Ein Geschäftsjahr darf zwölf Monate nicht überschreiten (§ 240 Abs. 2 Satz 2 HGB).

Inhalt und Aufbau der Eröffnungsbilanz

Die Eröffnungsbilanz folgt strukturell dem Gliederungsschema des § 266 HGB. Sie ist jedoch in aller Regel deutlich kürzer als ein späterer Jahresabschluss, weil zu diesem frühen Zeitpunkt nur das eingebrachte Kapital und unmittelbar damit zusammenhängende Positionen existieren.

Aktivseite der Eröffnungsbilanz

Typische Aktivpositionen zum Gründungsstichtag:

Bargründung

  • Bankguthaben (eingezahltes Stammkapital)
  • Kassenbestand (sofern bar eingezahlt)
  • Ggf. Forderungen gegen Gesellschafter (eingeforderte ausstehende Einlagen)
Sachgründung / gemischte Gründung

  • Sachanlagen (eingebrachte Maschinen, Fahrzeuge, Immobilien)
  • Vorräte (eingebrachte Waren)
  • Forderungen (eingebrachte Kundenforderungen)
  • Bankguthaben (Bar-Anteil)

Ausstehende Einlagen, die noch nicht eingefordert wurden, sind nach § 272 Abs. 1 HGB offen von der Position „Gezeichnetes Kapital“ auf der Passivseite abzusetzen oder – wenn eingefordert – als Forderung zu aktivieren.

Passivseite der Eröffnungsbilanz

Auf der Passivseite dominiert das Eigenkapital:

Position Anmerkung
Gezeichnetes Kapital Stammkapital lt. Gesellschaftsvertrag, mind. 25.000 EUR bei GmbH
./. Ausstehende Einlagen (nicht eingefordert) Offener Abzugsposten gem. § 272 Abs. 1 HGB
Kapitalrücklage Nur bei Agio oder geldwerten Einlagen über Nennbetrag
Verbindlichkeiten Z. B. übernommene Verbindlichkeiten bei Sachgründung, Notarkosten-Darlehen

Muster: Bargründung einer GmbH

Folgendes Praxisbeispiel zeigt eine typische Eröffnungsbilanz bei reiner Bargründung. Die Müller Handels-GmbH wird am 15. März 2025 in das Handelsregister eingetragen. Stammkapital: 25.000 EUR, vollständig eingezahlt von einem Alleingesellschafter.

Aktivseite Passivseite
Bankguthaben 25.000 EUR Gezeichnetes Kapital 25.000 EUR
Summe Aktiva 25.000 EUR Summe Passiva 25.000 EUR

Die Bilanzsumme entspricht exakt dem Stammkapital; bis zum Stichtag wurden im Beispiel noch keine Gründungskosten bezahlt. Später anfallende Gründungskosten (Notar, Handelsregister) mindern das Bankguthaben und erscheinen als Aufwand in der GuV des ersten Wirtschaftsjahres – nicht in der Eröffnungsbilanz selbst (dazu mehr im Abschnitt Gründungskosten).

Besonderheiten bei der Sachgründung

Bei der Sachgründung bringt mindestens ein Gesellschafter Vermögensgegenstände (Maschinen, Fahrzeuge, Immobilien, Unternehmen) als Sacheinlage ein. Die Bewertung dieser Gegenstände in der Eröffnungsbilanz richtet sich nach § 253 Abs. 1 HGB: Ansatz zu Anschaffungskosten, die bei einer Sacheinlage grundsätzlich dem Zeitwert des eingebrachten Gegenstands entsprechen. Gegenstand der Sacheinlage und Nennbetrag des Geschäftsanteils sind im Gesellschaftsvertrag festzusetzen (§ 5 Abs. 4 GmbHG); das Registergericht prüft die Werthaltigkeit (§ 9c GmbHG).

Überbewertungsrisiko: Das Registergericht prüft, ob der Wert der Sacheinlage den Nennbetrag des dafür übernommenen Geschäftsanteils erreicht (§ 9c Abs. 1 Satz 2 GmbHG). Bleibt er dahinter zurück, greift die Differenzhaftung (§ 9 GmbHG). Der einlegende Gesellschafter muss den Fehlbetrag in Geld leisten. Dies ist in der Eröffnungsbilanz als Forderung gegen den Gesellschafter abzubilden.

Werden mit einer eingebrachten Sachgesamtheit auch Verbindlichkeiten übernommen (z. B. Bankdarlehen bei Einbringung eines Betriebs), sind diese auf der Passivseite der Eröffnungsbilanz auszuweisen. Die Bilanzsumme übersteigt in diesem Fall die Höhe des Stammkapitals.

Gründungskosten in der Eröffnungsbilanz

Ein klassischer Fehler in der Gründungspraxis: Gründungskosten (Notargebühren, Handelsregistergebühren, Beratungskosten) werden fälschlicherweise als Aktivposten in der Eröffnungsbilanz ausgewiesen. Das ist nach HGB nicht zulässig.

Richtiger Ausweis: Gründungskosten sind sofort als Aufwand zu erfassen – im ersten Wirtschaftsjahr der GmbH in der Gewinn- und Verlustrechnung. Ein Aktivierungswahlrecht existiert hierfür nicht. Nach § 248 Abs. 1 HGB dürfen Aufwendungen für die Gründung eines Unternehmens ausdrücklich nicht aktiviert werden. Wer die Kosten bei der GmbH-Gründung mit Musterprotokoll reduziert, profitiert hier unmittelbar von einem geringeren Aufwand im ersten Wirtschaftsjahr.

Werden Gründungskosten gesellschaftsvertraglich auf die GmbH übertragen (sog. Gründungskostenübernahme, die im Gesellschaftsvertrag mit einem Höchstbetrag festzusetzen ist), mindert dies das verfügbare Bankguthaben im ersten Wirtschaftsjahr und kann zu einem Anfangsverlust führen – der Jahresabschluss des ersten Geschäftsjahres weist dann ggf. einen Jahresfehlbetrag aus, der als Verlust vorgetragen wird. Dieser Verlust ist steuerlich im Rahmen des körperschaftsteuerlichen Verlustvortrags nach § 8 Abs. 1 KStG i. V. m. § 10d EStG nutzbar.

Weiterführende Grundlagen zur Eröffnungsbilanz im Allgemeinen finden Sie in unserem Hauptartikel: Eröffnungsbilanz – Grundlagen, Aufbau und steuerliche Bedeutung.

Eröffnungsbilanz buchen – Buchungssätze & DATEV

Die Eröffnungsbilanz wird in Buchhaltungsprogrammen in der Regel über Eröffnungsbuchungen (Saldenvorträge) gegen ein Eröffnungsbilanzkonto erfasst; die Salden werden zum Beginn des ersten Wirtschaftsjahres als Anfangsbestände übernommen.

Buchungssatz Bargründung (vollständige Einzahlung)

Buchung 1 – Einzahlung Stammkapital auf Geschäftskonto:
Soll: 1200 Bank   25.000 EUR
Haben: 0800 Gezeichnetes Kapital   25.000 EUR

Variante: Buchungssatz bei ausstehenden Einlagen (nicht eingefordert)

Buchung 2 – Ausstehende, nicht eingeforderte Einlage:
Soll: Ausstehende Einlagen (nicht eingefordert)   12.500 EUR
Haben: 0800 Gezeichnetes Kapital   12.500 EUR

Der Saldo auf dem Konto für nicht eingeforderte ausstehende Einlagen erscheint in der Bilanz offen als Abzugsposten unter dem gezeichneten Kapital (§ 272 Abs. 1 HGB). Bei der Hälfte-Einzahlung (bei Bargründung reicht nach § 7 Abs. 2 GmbHG die Einzahlung von mindestens 25 % je Stammeinlage, insgesamt mind. 12.500 EUR) sieht die Eröffnungsbilanz entsprechend aus.

Buchungssatz Gründungskosten (erstes Wirtschaftsjahr)

Buchung 3 – Notarkosten Gründung (nicht in Eröffnungsbilanz, sondern laufendes Jahr):
Soll: Sonstige betriebliche Aufwendungen (Gründungskosten)   1.200 EUR
      1576 Vorsteuer 19 %   228 EUR (soweit USt-pflichtig)
Haben: 1200 Bank   1.428 EUR

Software-Hinweis: Wie Eröffnungsbuchungen in einer bestimmten Software zu erfassen sind, ergibt sich aus deren Dokumentation. Datum der Eröffnungsbuchungen ist der Stichtag der Eröffnungsbilanz (Beginn der Geschäftstätigkeit).

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UG (haftungsbeschränkt) und GmbH & Co. KG

UG-Gründung und Eröffnungsbilanz

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) – kurz UG – ist eine Sonderform der GmbH (§ 5a GmbHG). Die Pflicht zur Eröffnungsbilanz nach § 242 HGB gilt bei der UG-Gründung vollständig analog zur GmbH. Besonderheit: Das Stammkapital kann auf 1 EUR festgesetzt werden, muss aber vollständig vor Anmeldung eingezahlt sein (§ 5a Abs. 2 GmbHG). Sacheinlagen sind bei der UG ausgeschlossen. Die Eröffnungsbilanz der UG ist damit in aller Regel eine reine Barbilanz mit sehr kleiner Bilanzsumme.

Ferner besteht die Pflicht zur Bildung einer gesetzlichen Rücklage (25 % des Jahresüberschusses, § 5a Abs. 3 GmbHG), die jedoch erst im laufenden Betrieb relevant wird und die Eröffnungsbilanz nicht berührt.

GmbH & Co. KG – Eröffnungsbilanz

Bei der Gründung einer GmbH & Co. KG entstehen zwei Eröffnungsbilanzen: eine für die Komplementär-GmbH und eine für die KG selbst. Die KG-Eröffnungsbilanz weist auf der Aktivseite das eingebrachte Vermögen (Bar- oder Sacheinlagen) aus, auf der Passivseite die Kapitalkonten der Kommanditisten und der Komplementär-GmbH. Die GmbH als Komplementärin hält in aller Regel keinen oder nur einen symbolischen Kapitalanteil an der KG. Die handelsrechtliche Buchführungspflicht der KG ergibt sich aus § 238 HGB i. V. m. §§ 161, 105 HGB.

Checkliste zur Eröffnungsbilanz bei GmbH-Gründung

  • Stichtag der Eröffnungsbilanz = Beginn der Geschäftstätigkeit (ggf. der Vorgesellschaft) festgestellt
  • Stammkapital vollständig oder teilweise (mind. ein Viertel je Geschäftsanteil, insgesamt mind. 12.500 EUR) eingezahlt und auf Geschäftskonto nachgewiesen
  • Bei Sacheinlagen: Festsetzung im Gesellschaftsvertrag (§ 5 Abs. 4 GmbHG), Sachgründungsbericht und Bewertungsgrundlagen dokumentiert
  • Ausstehende Einlagen korrekt als Abzugsposten (nicht eingefordert) oder Forderung (eingefordert) ausgewiesen
  • Gründungskosten nicht aktiviert, sondern als laufender Aufwand im ersten Wirtschaftsjahr erfasst
  • Eröffnungsbuchungen in der Buchhaltungssoftware mit richtigem Datum erfasst
  • Aufstellung zeitnah (entsprechend § 264 Abs. 1 HGB: 3 Monate, kleine GmbH 6 Monate)
  • Eröffnungsbilanz von sämtlichen Geschäftsführern unterzeichnet (§ 245 i. V. m. § 242 Abs. 1 Satz 2 HGB)
  • Steuerliche Gewinnermittlung ab Beginn der Geschäftstätigkeit (ggf. Vorgesellschaft) sichergestellt
  • Bei UG: keine Sacheinlagen, Volleinzahlung vor Anmeldung sichergestellt

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Fazit: Eröffnungsbilanz GmbH Gründung richtig aufstellen

Die Eröffnungsbilanz bei der GmbH-Gründung ist mehr als eine Formsache: Sie ist die buchhalterische Geburtsurkunde der Gesellschaft, bildet den Ausgangspunkt für jede spätere Gewinnermittlung und entscheidet darüber, ob ausstehende Einlagen und Sacheinlagen korrekt erfasst werden. Wer hier Fehler macht – insbesondere bei der unzulässigen Aktivierung von Gründungskosten oder der falschen Behandlung ausstehender Einlagen – riskiert Korrekturen durch Finanzverwaltung und Registergericht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick: Stichtag ist der Beginn der Geschäftstätigkeit (ggf. bereits der Vorgesellschaft), die Aufstellung sollte entsprechend § 264 Abs. 1 HGB binnen drei (kleine GmbH: sechs) Monaten erfolgen, und Gründungskosten gehören nicht in die Eröffnungsbilanz, sondern in die GuV des ersten Jahres. Für die UG gelten dieselben Regeln, Sacheinlagen sind dort jedoch ausgeschlossen. Bei der GmbH & Co. KG ist für jede Gesellschaft eine eigenständige Eröffnungsbilanz zu erstellen.

25.000 EUR

Mindest-Stammkapital GmbH

3–6 Monate

Aufstellungsfrist entsprechend § 264 Abs. 1 HGB

1 EUR

Mindest-Stammkapital UG (haftungsbeschränkt)

Häufig gestellte Fragen

Wann ist die Eröffnungsbilanz bei der GmbH-Gründung aufzustellen?

Die Eröffnungsbilanz ist auf den Beginn der Geschäftstätigkeit aufzustellen (§ 242 Abs. 1 HGB) – nimmt bereits die Vorgesellschaft die Geschäfte auf, ist dies vor der Eintragung ins Handelsregister. Eine ausdrückliche Frist nennt das Gesetz nicht; in entsprechender Anwendung des § 264 Abs. 1 HGB werden drei Monate für mittelgroße und große GmbH und sechs Monate für kleine GmbH angesetzt.

Dürfen Gründungskosten in der Eröffnungsbilanz aktiviert werden?

Nein. § 248 Abs. 1 HGB verbietet die Aktivierung von Gründungsaufwendungen ausdrücklich. Gründungskosten (Notar, Handelsregister, Beratung) sind als Aufwand in der GuV des ersten Wirtschaftsjahres zu erfassen.

Welchen Stichtag hat die Eröffnungsbilanz der GmbH?

Der Stichtag ist der Beginn der Geschäftstätigkeit (§ 242 Abs. 1 HGB). Nimmt bereits die Vorgesellschaft nach notarieller Beurkundung die Geschäfte auf, ist dieser Zeitpunkt maßgeblich – nicht erst die Eintragung in das Handelsregister.

Wie werden ausstehende Einlagen in der Eröffnungsbilanz ausgewiesen?

Nicht eingeforderte ausstehende Einlagen werden offen vom gezeichneten Kapital auf der Passivseite abgezogen (§ 272 Abs. 1 HGB). Eingeforderte, aber noch nicht eingezahlte Einlagen werden als Forderung gegen Gesellschafter auf der Aktivseite ausgewiesen.

Braucht eine UG (haftungsbeschränkt) ebenfalls eine Eröffnungsbilanz?

Ja. Die UG ist eine Sonderform der GmbH (§ 5a GmbHG) und unterliegt denselben handelsrechtlichen Pflichten. Da bei der UG keine Sacheinlagen zulässig sind und das Stammkapital vollständig eingezahlt sein muss, handelt es sich stets um eine reine Barbilanz.

Wie buche ich die Eröffnungsbilanz in der Buchhaltungssoftware?

Die Eröffnungsbuchungen werden als Saldenvorträge zum Stichtag der Eröffnungsbilanz erfasst; die Einzelheiten der Erfassung ergeben sich aus der Dokumentation der jeweiligen Software. Beispiel Bareinzahlung des Stammkapitals (SKR03): Konto 1200 (Bank) an Konto 0800 (Gezeichnetes Kapital).

Über Autor und Berufsprofil

Autor

Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Erster Ansprechpartner für Kunden, koordiniert auf Wunsch die Zusammenarbeit mit kooperierenden Steuerberatern.

Berufsprofil

Fabian Klement

Wirtschaftsprüfer & Steuerberater · M.A.

Berufsangaben im persönlichen Profil

Schwerpunkt Jahresabschlussprüfung, Konzernreporting und E-Bilanz. Schwerpunkt fachliche Abschlussfragen. Informationen zum Tätigkeitsgebiet; keine individuelle Beratung durch diesen Beitrag.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Steuerberatende Leistungen erbringen nur die nach dem Steuerberatungsgesetz dazu befugten Personen und Gesellschaften, insbesondere Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Stand der Rechtslage: Juni 2026.

Ben
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Kennenlerntermin15 Min · Raphael Diener