Buchführung Rechtsanwalt 2026: Pflichten & GmbH
Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Rechtsanwälte unterliegen je nach Rechtsform und Umsatz unterschiedlichen Buchführungspflichten nach HGB. Während Einzelanwälte und GbR oft nur zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung verpflichtet sind, muss eine Rechtsanwalts-GmbH doppelte Buchführung, Jahresabschluss und Offenlegung nach § 325 HGB einhalten. Dieser Beitrag erklärt alle Pflichten, Fristen und Besonderheiten für Anwaltskanzleien im Jahr 2026.
Kurzantwort
Rechtsanwälte sind als Freiberufler grundsätzlich nicht buchführungspflichtig nach § 238 HGB, es sei denn, sie überschreiten die Schwellenwerte (800.000 € Umsatz, 80.000 € Gewinn) oder wählen eine Kapitalgesellschaft wie die Rechtsanwalts-GmbH. Eine Anwalts-GmbH unterliegt immer der vollen Buchführungspflicht, muss einen Jahresabschluss erstellen und diesen beim Unternehmensregister offenlegen. Die E-Bilanz-Pflicht besteht nur bei Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 oder § 5 EStG.
Inhaltsverzeichnis
- Buchführungspflicht für Rechtsanwälte nach HGB
- Besonderheiten für die Rechtsanwalts-GmbH
- Anforderungen an die Buchführung einer Kanzlei
- Jahresabschluss und Offenlegung der Anwalts-GmbH
- E-Bilanz-Pflicht für Rechtsanwälte
- Steuerberater oder interne Buchführung?
- Häufige Fehler in der Kanzlei-Buchführung
- Software-Tools für die Kanzlei-Buchführung
- Kosten für Buchführung und Jahresabschluss
Unterliegen Rechtsanwälte der Buchführungspflicht nach HGB?
Rechtsanwälte sind als Freiberufler grundsätzlich nicht buchführungspflichtig nach § 238 HGB. Die handelsrechtliche Buchführungspflicht knüpft an die Kaufmannseigenschaft an — und Rechtsanwälte gelten nicht als Kaufleute im Sinne des HGB. Dennoch gibt es Ausnahmen und besondere Konstellationen, die auch für Anwälte eine Buchführungspflicht auslösen können.
Wann entsteht die Buchführungspflicht?
- Rechtsform GmbH: Sobald die Kanzlei als GmbH oder als Rechtsanwalts-GmbH organisiert ist, greift die Buchführungspflicht nach § 13 Abs. 3 GmbHG i.V.m. § 238 HGB unabhängig von Umsatz oder Gewinn.
- Partnerschaftsgesellschaft mbB: Die PartG mbB ist nicht buchführungspflichtig, sofern keine Kaufmannseigenschaft vorliegt.
- Umsatz- und Gewinnschwellen: Übersteigen Umsatz oder Gewinn die Grenzen des § 141 AO (600.000 Euro Umsatz oder 60.000 Euro Gewinn), kann das Finanzamt eine Buchführungspflicht gemäß Abgabenordnung anordnen.
- Freiwillige Eintragung ins Handelsregister: Eine freiwillige Eintragung als Kaufmann löst ebenfalls die Buchführungspflicht aus.
Praxis-Tipp
In der Praxis betrifft die Buchführungspflicht vor allem Anwaltskanzleien, die als GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) organisiert sind. Hier gelten die vollumfänglichen Pflichten des HGB — einschließlich Jahresabschluss, E-Bilanz und Offenlegung.
Welche Besonderheiten gelten für die Rechtsanwalts-GmbH?
Die Rechtsanwalts-GmbH ist seit der Liberalisierung des Berufsrechts eine zugelassene Rechtsform für Anwaltskanzleien. Sie unterliegt sowohl den berufsrechtlichen Vorschriften der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) als auch den handels- und gesellschaftsrechtlichen Pflichten des GmbHG und HGB.
Buchführungs- und Bilanzierungspflicht
Nach § 13 Abs. 3 GmbHG muss jede GmbH — unabhängig von ihrer Tätigkeit — die Vorschriften für Kapitalgesellschaften erfüllen. Dazu gehören:
- Doppelte Buchführung nach den GoB (Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung)
- Erstellung eines Jahresabschlusses (Bilanz und GuV) nach § 242 HGB
- E-Bilanz-Übermittlung an das Finanzamt gemäß § 5b EStG
- Offenlegung beim Unternehmensregister nach § 325 HGB innerhalb von 12 Monaten nach Bilanzstichtag
- Feststellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschafterversammlung nach § 42a GmbHG (innerhalb 8 Monate bei mittelgroßen und großen GmbHs)
„Viele Rechtsanwälte gründen eine GmbH, um die Haftung zu begrenzen. Was häufig übersehen wird: Damit werden sie zur Kapitalgesellschaft mit allen Rechnungslegungspflichten. Der Jahresabschluss muss durch einen Steuerberater oder vereidigten Buchprüfer erstellt und offengelegt werden.“
— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team
Wichtig
Die Offenlegungspflicht greift unabhängig von der Größenklasse. Auch Kleinstkapitalgesellschaften müssen mindestens eine verkürzte Bilanz offenlegen. Verstöße können mit einem Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB geahndet werden (500 bis 25.000 Euro).
Welche Anforderungen stellt das HGB an die Buchführung einer Anwaltskanzlei?
Die handelsrechtliche Buchführung nach § 238 HGB verlangt eine vollständige, richtige, zeitgerechte und geordnete Erfassung aller Geschäftsvorfälle. Für eine Rechtsanwalts-GmbH bedeutet das konkret:
Kernpflichten der doppelten Buchführung
- Erfassung aller Einnahmen (Honorare, Auslagenerstattungen, Zinsen) und Ausgaben (Personal, Miete, IT, Versicherungen, Fortbildung)
- Verbuchung aller Bestands- und Erfolgsvorgänge auf Konten nach dem System der doppelten Buchführung
- Führung von Grund- und Hauptbuch sowie Nebenbüchern (z.B. Anlageverzeichnis, Debitoren-/Kreditorenbuchhaltung)
- Kassenbuchführung bei Bargeschäften (z.B. Mandantenzahlungen in bar)
- Aufbewahrung aller Belege geordnet und revisionssicher für 10 Jahre (§ 257 HGB)
Besonderheiten bei Mandantengeldern
Rechtsanwälte verwalten häufig Fremdgelder auf Anderkonten (§ 43a BRAO). Diese sind streng von den eigenen Betriebsmitteln zu trennen. In der Buchführung ist darauf zu achten, dass Fremdgelder nicht als Betriebseinnahmen verbucht werden. Die Trennung muss auch bei der Bilanzierung und im Jahresabschluss klar erkennbar sein.
| Buchungsvorgang | Kontenbereich | Besonderheit |
|---|---|---|
| Honorareinnahmen | Erlöse / Forderungen | Umsatzsteuer 19% oder steuerfrei (§ 4 Nr. 15 UStG bei bestimmten Beratungsleistungen) |
| Anderkonto-Eingang | Durchlaufende Posten | Keine Betriebseinnahme, separate Buchung |
| Reisekosten Mandant | Durchlaufende Posten / Forderungen | Als Auslage weiterberechnet, nicht als Erlös |
| Personalkosten | Aufwand | Sozialversicherung, Lohnsteuer separat buchen |
Hinweis
Die korrekte Verbuchung von Anderkonten ist erfahrungsgemäß ein Stolperstein. Wer unsicher ist, sollte frühzeitig einen Steuerberater hinzuziehen — etwa über Plattformen wie OnlineBilanz.de, die auf digitale Mandatsabwicklung mit transparenten Festpreisen spezialisiert sind.
Wie erstellt und offenbart eine Anwalts-GmbH ihren Jahresabschluss?
Der Jahresabschluss einer Rechtsanwalts-GmbH umfasst gemäß § 242 HGB mindestens Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Je nach Größenklasse (§ 267 HGB) kommen Anhang und gegebenenfalls Lagebericht hinzu. Der Jahresabschluss muss innerhalb der gesetzlichen Fristen aufgestellt, festgestellt und offengelegt werden.
Fristen für Aufstellung, Feststellung und Offenlegung (Stand 2026)
Feststellung (§ 42a GmbHG)
Kleine GmbH: 11 Monate nach Bilanzstichtag (z.B. 30.11.2026 für das Geschäftsjahr 2025). Mittelgroße und große GmbH: 8 Monate.
Offenlegung (§ 325 HGB)
Spätestens 12 Monate nach Bilanzstichtag beim Unternehmensregister (nicht mehr beim Bundesanzeiger, seit DiRUG am 01.08.2022).
Was muss offengelegt werden?
| Größenklasse | Offenzulegende Bestandteile | Erleichterungen |
|---|---|---|
| Kleinstkapitalgesellschaft (§ 267a HGB) | Bilanz (verkürzt) | Keine GuV, kein Anhang erforderlich |
| Kleine Kapitalgesellschaft (§ 267 Abs. 1 HGB) | Bilanz, Anhang (optional verkürzte GuV) | Verkürzte Darstellung zulässig |
| Mittelgroße Kapitalgesellschaft (§ 267 Abs. 2 HGB) | Bilanz, GuV, Anhang, ggf. Lagebericht | Vollständige Offenlegung |
| Große Kapitalgesellschaft (§ 267 Abs. 3 HGB) | Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht, ggf. Prüfungsbericht | Vollständige Offenlegung, Pflichtprüfung |
Achtung: Ordnungsgeldverfahren
Wird die Offenlegungsfrist versäumt, leitet das Bundesamt für Justiz von Amts wegen ein Ordnungsgeldverfahren ein. Das Ordnungsgeld beträgt zwischen 500 und 25.000 Euro (§ 335 HGB). Es kann wiederholt festgesetzt werden, bis die Offenlegung erfolgt.
„Viele Mandanten kommen zu uns, nachdem sie bereits eine Erinnerung vom Bundesamt für Justiz erhalten haben. Dabei lässt sich das mit strukturierter Vorbereitung und digitaler Zusammenarbeit leicht vermeiden. Wir koordinieren den gesamten Prozess zwischen Mandant und unseren Steuerberatern — bis zur fristgerechten Offenlegung.“
— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart
Müssen Rechtsanwälte eine E-Bilanz übermitteln?
Ja. Alle buchführungspflichtigen Unternehmen — auch Rechtsanwalts-GmbHs — müssen ihre steuerliche Gewinnermittlung elektronisch an das Finanzamt übermitteln (§ 5b EStG). Die sogenannte E-Bilanz umfasst Bilanz und GuV in einem standardisierten XML-Format (XBRL-Taxonomie).
Was ist bei der E-Bilanz zu beachten?
- Die E-Bilanz ist keine eigenständige Bilanz, sondern die digitale Übermittlung des steuerlichen Jahresabschlusses.
- Die Übermittlung erfolgt über das ELSTER-Portal oder über zertifizierte Steuersoftware.
- Die Taxonomie gibt vor, wie Bilanzpositionen zu klassifizieren sind (z.B. Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Rückstellungen).
- Auch kleine GmbHs müssen die E-Bilanz einreichen — es gibt keine Bagatellgrenze.
- Die E-Bilanz ist zusätzlich zur Offenlegung beim Unternehmensregister einzureichen (unterschiedliche Adressaten: Finanzamt vs. Öffentlichkeit).
Wichtig
Die E-Bilanz wird in der Praxis meist vom Steuerberater erstellt, da sie spezielle Software und Kenntnisse der Taxonomie erfordert. OnlineBilanz.de bietet die E-Bilanz-Erstellung durch zugelassene Steuerberater als Teil des Jahresabschluss-Pakets an — digital, mit Festpreis und ohne Wartezeiten.
Wann muss die E-Bilanz übermittelt werden?
Die E-Bilanz ist zusammen mit der Körperschaftsteuererklärung einzureichen. Für Bilanzstichtag 31.12.2025 endet die reguläre Abgabefrist am 31.07.2026. Bei steuerlicher Beratung verlängert sich die Frist auf 28.02.2027 (§ 149 Abs. 3 AO, verlängerte Abgabefrist für Steuererklärungen).
Kann die Buchführung intern erledigt werden oder ist ein Steuerberater erforderlich?
Grundsätzlich darf jede GmbH ihre Buchführung selbst führen — auch eine Rechtsanwalts-GmbH. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, einen Steuerberater zu beauftragen. Allerdings ist die ordnungsgemäße Buchführung nach HGB und die Erstellung eines rechtskonformen Jahresabschlusses komplex und fehleranfällig.
Eigenleistung: Chancen und Risiken
Vorteile
- Kosteneinsparung bei laufender Buchhaltung
- Volle Kontrolle über die eigenen Zahlen
- Schnelle Verfügbarkeit aktueller Auswertungen
Risiken
- Hoher Zeitaufwand für Geschäftsführung oder Personal
- Fehlende steuerliche und handelsrechtliche Expertise
- Risiko von Buchungsfehlern, falscher Kontenklassifikation und Verstößen gegen GoB
- Haftungsrisiko bei fehlerhafter Bilanzierung (§ 43 GmbHG)
Wann ist ein Steuerberater sinnvoll?
Ein Steuerberater ist insbesondere empfehlenswert, wenn:
- Die GmbH mittelgroß oder groß ist und erweiterte Offenlegungspflichten hat
- Komplexe Sachverhalte vorliegen (z.B. Beteiligungen, Fremdwährung, Rückstellungen)
- Die Geschäftsführung sich auf das Kerngeschäft konzentrieren möchte
- E-Bilanz, Jahresabschluss und Offenlegung professionell und fristgerecht erledigt werden sollen
- Steueroptimierung und vorausschauende Planung gewünscht sind
„In der Praxis sehen wir oft, dass Kanzleien die laufende Buchhaltung intern führen, den Jahresabschluss jedoch extern erstellen lassen. Das ist ein guter Mittelweg: Man behält die Kontrolle über die Zahlen, profitiert aber von der StB-Expertise bei der Bilanzierung und Steuererklärung.“
— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team
Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lassen möchte, ohne langes Suchen, findet auf OnlineBilanz.de digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen. Unsere zugelassenen Steuerberater erstellen den Jahresabschluss, prüfen ihn fachlich und unterzeichnen ihn rechtsverbindlich — koordiniert durch unser Büroteam in Stuttgart.
Welche Fehler passieren in der Buchführung von Anwaltskanzleien besonders häufig?
Aus der Praxis kennen wir typische Stolpersteine, die bei der Buchführung von Rechtsanwalts-GmbHs immer wieder auftreten. Viele davon lassen sich mit etwas Umsicht und fachlicher Begleitung vermeiden.
Top 7 Fehlerquellen
-
Verwechslung von Betriebseinnahmen und Durchlaufposten: Mandantengelder (Anderkonten) werden fälschlicherweise als Erlöse gebucht.
-
Fehlende Trennung von privaten und betrieblichen Vorgängen: Besonders bei Ein-Personen-GmbHs werden Privatentnahmen nicht sauber dokumentiert.
-
Keine Kassenbuchführung: Bareinnahmen (z.B. Honorarzahlungen in bar) werden nicht täglich und vollständig erfasst.
-
Verspätete oder fehlende Rechnungsstellung: Führt zu Problemen bei der periodengerechten Gewinnermittlung und Umsatzsteuer-Voranmeldung.
-
Unvollständige Belegablage: Fehlende oder unleserliche Belege erschweren die Nachprüfbarkeit und können bei Betriebsprüfungen zu Schätzungen führen.
-
Falsche Umsatzsteuer-Behandlung: Nicht alle Rechtsberatungsleistungen sind umsatzsteuerfrei (§ 4 Nr. 15 UStG). Verwechslungen führen zu Nachzahlungen.
-
Fristversäumnisse bei Offenlegung: Ordnungsgeldverfahren wegen versäumter Offenlegung beim Unternehmensregister.
Risiko Betriebsprüfung
Fehlerhafte Buchführung kann nicht nur zu steuerlichen Nachzahlungen führen, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen haben (z.B. bei vorsätzlicher Steuerhinterziehung). Die ordnungsgemäße Buchführung ist daher nicht nur Pflicht, sondern auch Selbstschutz.
Wer unsicher ist, ob die eigene Buchführung den gesetzlichen Anforderungen entspricht, sollte frühzeitig fachlichen Rat einholen. Eine Durchsicht durch einen Steuerberater kann teure Fehler vermeiden — etwa im Rahmen einer digitalen Jahresabschluss-Betreuung über Plattformen wie OnlineBilanz.de.
Welche Software eignet sich für die Buchführung einer Anwaltskanzlei?
Die Wahl der richtigen Buchhaltungssoftware hängt von der Größe der Kanzlei, dem Grad der Automatisierung und der Anbindung an Steuerberater oder Steuerkanzlei ab. Moderne Cloud-Lösungen bieten den Vorteil, dass alle Beteiligten — Kanzlei, Buchhalter, Steuerberater — auf denselben Datenbestand zugreifen können.
Anforderungen an eine Buchhaltungssoftware für Anwaltskanzleien
- GoBD-Konformität (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form)
- Doppelte Buchführung mit Kontenplänen nach SKR 03 oder SKR 04
- Integration von Bankkonten (automatisierter Belegabruf)
- Verwaltung von Anderkonten (Trennungsgebot bei Mandantengeldern)
- Anbindung an ELSTER für Umsatzsteuer-Voranmeldung und E-Bilanz
- Zugriffsrechte für externe Steuerberater (DATEV-Schnittstelle oft Standard)
- Revisionssichere Archivierung über 10 Jahre
Gängige Softwarelösungen
| Software | Zielgruppe | Besonderheiten |
|---|---|---|
| DATEV Unternehmen online | Steuerberater-Mandanten | Marktführer, volle DATEV-Integration, hohe Kosten |
| Lexoffice | Kleine GmbHs, Freiberufler | Einfach, cloudbasiert, GoBD-konform, günstiger Einstieg |
| sevDesk | KMU, Selbstbucher | Intuitive Oberfläche, Belegmanagement, viele Automatisierungen |
| DATEV Kanzlei-Rechnungswesen | Steuerberater-Nutzung | Professionell, vollumfänglich, für Kanzleieinsatz |
| Sage | Mittelgroße Unternehmen | Modular, ERP-Integration möglich |
Tipp für digitale Zusammenarbeit
Wer mit einem Steuerberater zusammenarbeitet, sollte auf Schnittstellen achten. DATEV Unternehmen online oder lexoffice mit DATEV-Export erleichtern die Zusammenarbeit erheblich. OnlineBilanz.de arbeitet mit gängigen Systemen zusammen und kann Buchhaltungsdaten direkt übernehmen — für einen reibungslosen Jahresabschluss.
Was kostet die Buchführung und der Jahresabschluss für eine Anwalts-GmbH?
Die Kosten für Buchführung und Jahresabschluss variieren stark nach Umfang der Leistungen, Anzahl der Belege, Komplexität der Geschäftsvorfälle und dem beauftragten Dienstleister. Steuerberater rechnen in der Regel nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ab — wobei immer mehr Kanzleien und Plattformen auch Festpreise anbieten.
Kostenübersicht (Stand 2026)
| Leistung | Typische Kosten | Abrechnungsgrundlage |
|---|---|---|
| Laufende Buchführung (monatlich) | 150 – 500 € | Anzahl Belege, Konten, Buchungssätze (StBVV § 33) |
| Jahresabschluss kleine GmbH | 1.200 – 3.500 € | Bilanzsumme, Anzahl Konten (StBVV § 35) |
| E-Bilanz-Erstellung | 300 – 800 € | Oft im Jahresabschluss enthalten oder separat |
| Körperschaftsteuererklärung | 500 – 1.500 € | Nach Gegenstandswert (StBVV § 24) |
| Offenlegung beim Unternehmensregister | 100 – 250 € | Servicegebühr, oft im Paket |
| Festpreis-Jahresabschluss (digital) | ab 1.490 € (netto) | Festpreis für komplettes Paket, z.B. OnlineBilanz.de |
„Transparenz bei den Kosten ist für viele Mandanten ein entscheidendes Kriterium. Auf OnlineBilanz.de bieten wir deshalb klare Festpreise für den Jahresabschluss — ohne versteckte Gebühren. Unsere Steuerberater erstellen Bilanz, GuV, E-Bilanz und Steuererklärungen, und wir kümmern uns um die Offenlegung.“
— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart
Einsparpotenzial durch digitale Prozesse
- Digitale Belegerfassung (Foto-Upload, automatische OCR-Erkennung) spart Zeit und reduziert Rückfragen.
- Cloud-basierte Zusammenarbeit mit dem Steuerberater senkt Abstimmungsaufwand.
- Automatisierte Buchungsvorschläge und KI-gestützte Kontierung beschleunigen die Verarbeitung.
- Festpreismodelle schaffen Planungssicherheit und vermeiden Überraschungen bei der Abrechnung.
Hinweis
Die Kosten für den Steuerberater sind als Betriebsausgaben voll abzugsfähig. Auch wenn die Ausgaben zunächst hoch erscheinen, zahlt sich die fachliche Begleitung durch Fehlerfreiheit, Steuersparoptionen und Rechtssicherheit meist mehrfach aus.
Häufig gestellte Fragen
Müssen Rechtsanwälte ein Geschäftskonto führen?
Eine gesetzliche Pflicht zur Trennung von Geschäfts- und Privatkonto besteht für freiberufliche Einzelanwälte nicht. Aus Gründen der Übersichtlichkeit, der Mandantenbuchhaltung und der steuerlichen Nachvollziehbarkeit ist ein separates Geschäftskonto jedoch dringend zu empfehlen. Für die Rechtsanwalts-GmbH ist die Trennung ohnehin zwingend, da die GmbH eine eigene Rechtspersönlichkeit besitzt.
Wie lange müssen Rechtsanwälte Belege aufbewahren?
Buchführungspflichtige Rechtsanwälte (z. B. Anwalts-GmbH) müssen Handelsbücher, Inventare und Jahresabschlüsse 10 Jahre aufbewahren (§ 257 HGB). Empfangene Handels- und Geschäftsbriefe sowie Buchungsbelege unterliegen ebenfalls der 10-jährigen Frist. Für steuerrelevante Unterlagen gilt zusätzlich § 147 AO. Freiberufler ohne Buchführungspflicht sollten dennoch aus steuerlichen Gründen eine Aufbewahrung von mindestens 10 Jahren sicherstellen.
Was passiert bei verspäteter Offenlegung des Jahresabschlusses?
Legt eine Rechtsanwalts-GmbH ihren Jahresabschluss nicht fristgerecht beim Unternehmensregister offen (Frist: 12 Monate nach Bilanzstichtag gemäß § 325 HGB), droht ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB. Das Bundesamt für Justiz kann ein Ordnungsgeld zwischen 500 und 25.000 Euro festsetzen. Die Offenlegungspflicht besteht unabhängig von Größenklasse und Ertragslage.
Kann eine Anwaltskanzlei von der Kapitalgesellschaft zurück zur Einzelpraxis wechseln?
Ja, ein Formwechsel von der Rechtsanwalts-GmbH zurück in eine Einzelpraxis oder Partnerschaft ist grundsätzlich möglich. Der Vorgang erfordert jedoch notarielle Beurkundung, Eintragung ins Handelsregister und gegebenenfalls eine Übertragungsbilanz. Steuerlich kann der Formwechsel Auswirkungen auf stille Reserven und laufende Abschreibungen haben. Eine steuerliche Beratung vorab ist unerlässlich.
Gelten für Rechtsanwaltssozietäten in der Rechtsform PartG mbB besondere Regeln?
Die Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartG mbB) ist buchführungspflichtig, wenn sie die Schwellenwerte des § 1 Abs. 2 HGB überschreitet. Anders als die GmbH ist die PartG mbB jedoch keine Kapitalgesellschaft, sondern eine Personengesellschaft. Sie muss im Regelfall keinen Jahresabschluss offenlegen. Die E-Bilanz-Pflicht besteht nur bei Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich.
Was ist bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung für Anwaltskanzleien zu beachten?
Rechtsanwälte sind umsatzsteuerpflichtige Unternehmer und müssen monatlich oder vierteljährlich Umsatzsteuer-Voranmeldungen über ELSTER abgeben. Die Dauerfristverlängerung um einen Monat ist auf Antrag möglich. Besonderheiten ergeben sich bei innergemeinschaftlichen Dienstleistungen (Reverse-Charge-Verfahren) und bei Kleinbetragsrechnungen. Die Abgabefrist ist der 10. des Folgemonats.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 238 HGB – Buchführungspflicht, § 267 HGB – Größenklassen, § 325 HGB – Offenlegung, § 42a GmbHG – Feststellung Jahresabschluss. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.


