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Datum

Lesedauer

18–26 Minuten

OnlineBilanzBlogBuchführung Landwirtschaft

Buchführung Landwirtschaft 2026 – Pflichten & Praxis

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Buchführung in der Landwirtschaft unterliegt besonderen Anforderungen: Neben den allgemeinen Vorschriften des HGB und der AO gelten spezifische Regelungen für Viehvermögen, Feldinventar und organische Erzeugnisse. Ob Einzelunternehmen, GmbH oder Genossenschaft – die Wahl der Rechtsform und die Überschreitung steuerlicher Schwellenwerte entscheiden über Umfang und Form der Buchführungspflicht. Dieser Leitfaden erklärt, welche Vorschriften für landwirtschaftliche Betriebe gelten, welche Bewertungsfragen zu beachten sind und wie der Jahresabschluss rechtssicher erstellt wird.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und unseren Steuerberatern – damit Ihr Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

OnlineBilanz ist eine Steuerberater-Plattform: Ihr Jahresabschluss wird von einem zugelassenen Steuerberater erstellt und unterzeichnet.

Kurzantwort

Landwirtschaftliche Betriebe sind buchführungspflichtig, wenn sie bestimmte Schwellenwerte überschreiten (§ 141 AO) oder als Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH) organisiert sind (§ 238 HGB). Die Buchführung muss Besonderheiten wie Viehvermögen, Feldinventar und saisonale Erzeugnisse abbilden. Für GmbHs gelten zudem Jahresabschluss- und Offenlegungspflichten nach §§ 264, 325 HGB. Ein Steuerberater unterstützt bei der Einhaltung aller Vorgaben.

Wer ist in der Landwirtschaft buchführungspflichtig?

Die Buchführungspflicht für landwirtschaftliche Betriebe richtet sich nach zwei zentralen Rechtsquellen: dem Handelsgesetzbuch (HGB) und der Abgabenordnung (AO). Während § 238 HGB die handelsrechtliche Buchführungspflicht regelt, bestimmt § 141 AO die steuerrechtliche Aufzeichnungspflicht. Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe gelten dabei besondere Regelungen, die sich von gewerblichen Unternehmen unterscheiden.

Handelsrechtliche Buchführungspflicht

Nach § 1 Abs. 2 HGB sind Land- und Forstwirte nicht kraft Gesetzes Kaufmann und damit grundsätzlich nicht handelsrechtlich buchführungspflichtig. Eine Ausnahme besteht nur, wenn der Betrieb freiwillig ins Handelsregister eingetragen wird oder als Kapitalgesellschaft (z.B. Landwirtschafts-GmbH oder Agrar-GmbH) firmiert. In diesen Fällen greift die vollumfängliche Buchführungs- und Bilanzierungspflicht nach §§ 238 ff. HGB.

Steuerrechtliche Buchführungspflicht nach § 141 AO

Die steuerrechtliche Buchführungspflicht entsteht unabhängig von der Rechtsform, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden. Nach § 141 Abs. 1 AO sind landwirtschaftliche Betriebe zur Buchführung verpflichtet, wenn:

  • Der Wirtschaftswert (§ 46 BewG) mehr als 25.000 Euro beträgt,
  • Der Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft mehr als 60.000 Euro pro Wirtschaftsjahr beträgt, oder
  • Der Umsatz (im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG) mehr als 600.000 Euro pro Jahr beträgt.

Praxis-Hinweis: Schwellenwerte 2026

Die Schwellenwerte für die Buchführungspflicht nach § 141 AO gelten seit 2016 unverändert. Für das Wirtschaftsjahr 2025/2026 sind dies: Wirtschaftswert 25.000 €, Gewinn 60.000 €, Umsatz 600.000 €. Wird einer dieser Werte überschritten, besteht ab dem folgenden Wirtschaftsjahr Buchführungspflicht.

„In der Praxis sehen wir häufig, dass landwirtschaftliche Betriebe die Schwellenwerte unbemerkt überschreiten und dann rückwirkend zur Buchführung verpflichtet werden. Eine rechtzeitige Prüfung der Kennzahlen erspart nachträglichen Aufwand und mögliche Bußgelder.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Welche Besonderheiten gelten für die landwirtschaftliche Buchführung?

Die Buchführung in der Landwirtschaft unterscheidet sich in mehreren Punkten grundlegend von der gewerblichen Buchführung. Diese Besonderheiten resultieren aus den produktionsspezifischen Eigenheiten wie langen Produktionszyklen, biologischen Transformationsprozessen und der engen Verknüpfung mit Grund und Boden.

Wirtschaftsjahr statt Kalenderjahr

Nach § 4a Abs. 1 Nr. 1 EStG können Landwirte ihr Wirtschaftsjahr abweichend vom Kalenderjahr festlegen. Üblich ist das Wirtschaftsjahr vom 1. Juli bis 30. Juni, da es den landwirtschaftlichen Produktionszyklus besser abbildet. Für buchführungspflichtige Betriebe muss das Wirtschaftsjahr jedoch spätestens bei Beginn der Buchführungspflicht festgelegt und beibehalten werden.

Bewertung biologischer Vermögenswerte

Eine zentrale Besonderheit ist die Bewertung von biologischen Vermögenswerten wie Viehbestand, stehendem Getreide oder Dauerkulturen. Nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB gilt das Anschaffungskostenprinzip, was bei selbst erzeugten Tieren und Pflanzen zur Bewertung mit Herstellungskosten führt. Alternativ kann bei landwirtschaftlichen Betrieben, die nicht nach HGB bilanzieren, eine Bewertung zu Durchschnittswerten oder nach dem Lebend-Inventar-Verfahren erfolgen.

Umlaufvermögen

  • Bewertung zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten
  • Niederstwertprinzip nach § 253 Abs. 4 HGB
  • Vereinfachung durch Durchschnittswerte möglich

Anlagevermögen

  • Aktivierung mit Herstellungskosten
  • Planmäßige Abschreibung nach Nutzungsdauer
  • Besondere AfA-Tabellen für Landwirtschaft

Pauschalierung und Durchschnittssatzbesteuerung

Landwirtschaftliche Betriebe können unter bestimmten Voraussetzungen von Vereinfachungsregelungen profitieren. Die Durchschnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG erlaubt es kleineren Betrieben, auf die Regelbesteuerung zu verzichten und pauschal 9,5 % Umsatzsteuer auf die Betriebseinnahmen anzusetzen. Dies befreit von der detaillierten Vorsteuererfassung, führt jedoch auch zum Verzicht auf den vollen Vorsteuerabzug.

Achtung bei Rechtsformwahl

Landwirtschaftliche Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) können die Durchschnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG nicht in Anspruch nehmen. Bei der Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH entfällt dieser Vorteil automatisch — was die Buchführungsanforderungen und den Verwaltungsaufwand deutlich erhöht.

Welche Rolle spielt die Rechtsform bei der landwirtschaftlichen Buchführung?

Die Wahl der Rechtsform hat unmittelbare Auswirkungen auf Umfang und Art der Buchführungspflichten. Während Einzelunternehmen und Personengesellschaften häufig von Vereinfachungen profitieren können, unterliegen Kapitalgesellschaften den vollständigen handelsrechtlichen Anforderungen.

Landwirtschaftliche Einzelunternehmen

Einzelunternehmer in der Landwirtschaft sind nach § 1 Abs. 2 HGB nicht automatisch Kaufleute und damit nicht handelsrechtlich buchführungspflichtig. Die Buchführungspflicht entsteht nur steuerrechtlich nach § 141 AO bei Überschreiten der Schwellenwerte. Solange keine Buchführungspflicht besteht, genügt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG zur Gewinnermittlung.

GbR und Personengesellschaften (OHG, KG)

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) in der Landwirtschaft bleibt ebenfalls grundsätzlich von der handelsrechtlichen Buchführungspflicht befreit, sofern sie nicht ins Handelsregister eingetragen ist. Die OHG und KG hingegen sind nach §§ 105, 161 HGB Formkaufleute und damit vollumfänglich buchführungspflichtig nach §§ 238 ff. HGB — unabhängig von Umsatz oder Gewinn.

Landwirtschafts-GmbH und Agrar-Kapitalgesellschaften

Die Gründung einer GmbH für landwirtschaftliche Betriebe führt zur vollständigen handelsrechtlichen Buchführungs- und Bilanzierungspflicht nach § 13 GmbHG i.V.m. §§ 238, 242 HGB. Dies umfasst:

  • Doppelte Buchführung nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)
  • Erstellung eines Jahresabschlusses (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang)
  • Feststellung des Jahresabschlusses innerhalb der Fristen nach § 42a GmbHG (8 Monate für mittelgroße und große, 11 Monate für kleine Kapitalgesellschaften nach Bilanzstichtag)
  • Offenlegung beim Unternehmensregister nach § 325 HGB innerhalb von 12 Monaten
  • Bei mittelgroßen und großen GmbHs: Prüfungspflicht nach § 316 HGB
Rechtsform Buchführungspflicht Jahresabschluss Offenlegung
Einzelunternehmen Nur bei Überschreiten § 141 AO Bilanz oder EÜR Nein
GbR Nur bei Überschreiten § 141 AO Bilanz oder EÜR Nein
OHG / KG Ja, nach § 238 HGB Bilanz, GuV, ggf. Anhang Nur bei Größenklasse > klein
GmbH / AG Ja, nach § 238 HGB Bilanz, GuV, Anhang Ja, nach § 325 HGB

„Die Umwandlung eines landwirtschaftlichen Betriebs in eine GmbH wird häufig aus haftungsrechtlichen Gründen erwogen. Dabei wird der Mehraufwand in der Buchführung und Offenlegung oft unterschätzt. Unsere Steuerberater begleiten solche Strukturierungen von Anfang an, um böse Überraschungen zu vermeiden.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Welcher Kontenrahmen eignet sich für die Landwirtschaft?

Die Wahl des passenden Kontenrahmens ist für eine strukturierte und aussagekräftige Buchführung entscheidend. In der Landwirtschaft hat sich der Kontenrahmen 5 (Agrarbuchführung) etabliert, der speziell auf die Besonderheiten landwirtschaftlicher Betriebe zugeschnitten ist.

Kontenrahmen 5 für Land- und Forstwirtschaft

Der Kontenrahmen 5 wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) entwickelt und wird von den landwirtschaftlichen Buchstellen und Steuerberatern bundesweit verwendet. Er berücksichtigt die produktionsspezifischen Anforderungen wie die Trennung von pflanzlicher und tierischer Produktion, die Erfassung von Flächenprämien und Subventionen sowie die Bewertung biologischer Vermögenswerte.

Gliederung und Kontenklassen

Der Kontenrahmen 5 folgt dem Abschlussgliederungsprinzip und gliedert sich in zehn Kontenklassen:

Klasse Bezeichnung Inhalt
0 Anlagevermögen Grund und Boden, Gebäude, Maschinen, Zuchtvieh, Dauerkulturen
1 Umlaufvermögen Vorräte, Forderungen, Kassenbestand, Bank, Mastvieh
2 Eigenkapital Stammkapital, Rücklagen, Entnahmen, Einlagen
3 Fremdkapital Verbindlichkeiten, Darlehen, Rückstellungen
4 Betriebliche Erträge Verkaufserlöse pflanzliche/tierische Produktion, Direktzahlungen, Zuschüsse
5 Materialaufwand Saatgut, Futtermittel, Dünger, Pflanzenschutz
6 Personalaufwand Löhne, Gehälter, Sozialabgaben
7 Sonstige Aufwendungen Betriebsstoffe, Instandhaltung, Versicherungen, Abschreibungen
8 Finanzergebnis Zinsen, sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge
9 Abschlusskonten Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanzkonto, Privatentnahmen

Alternative: SKR 51 (DATEV)

Der DATEV-Kontenrahmen SKR 51 ist eine digitale Variante des Kontenrahmens 5 und wird von vielen Steuerberatern und Buchhaltungssoftware-Anbietern verwendet. Er ist vollständig kompatibel mit dem Standard-Kontenrahmen 5, bietet jedoch erweiterte Kontierungsmöglichkeiten und ist optimal in die DATEV-Systemwelt integriert.

Anpassung für GmbH-Anforderungen

Landwirtschaftliche Kapitalgesellschaften müssen den Kontenrahmen an die spezifischen Anforderungen des § 266 HGB (Gliederung der Bilanz) und § 275 HGB (Gliederung der GuV) anpassen. Dies bedeutet zusätzliche Differenzierungen bei Eigenkapital (gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklage, Gewinnrücklagen nach § 272 HGB) und eine stärker formalisierte Gliederung der GuV nach dem Gesamtkostenverfahren oder Umsatzkostenverfahren.

Wie werden landwirtschaftliche Vermögenswerte bewertet?

Die Bewertung von Vermögensgegenständen in der Landwirtschaft folgt grundsätzlich den handelsrechtlichen Vorschriften der §§ 252 ff. HGB, erfordert jedoch in vielen Bereichen spezifische Anpassungen und Interpretationen.

Grund und Boden, Gebäude, technische Anlagen

Landwirtschaftliche Grundstücke sind grundsätzlich mit Anschaffungskosten zu bewerten. Abschreibungen auf Grund und Boden sind nach § 253 Abs. 1 HGB nicht zulässig, da Grund und Boden als nicht abnutzbares Anlagegut gilt. Gebäude (Ställe, Scheunen, Maschinenhallen) und technische Anlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die AfA-Tabelle für die Landwirtschaft gibt Orientierung für die Nutzungsdauern (z.B. Stallgebäude 25-33 Jahre, Traktoren 8-12 Jahre).

Viehbestand: Zuchtvieh vs. Mastvieh

Die Bewertung des Viehbestands erfordert eine sorgfältige Differenzierung:

Zuchtvieh (Anlagevermögen)

  • Aktivierung mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten
  • Planmäßige Abschreibung nach § 253 Abs. 3 HGB
  • Nutzungsdauer: z.B. 6-8 Jahre bei Milchkühen
  • Außerplanmäßige Abschreibung bei dauernder Wertminderung

Mastvieh (Umlaufvermögen)

  • Bewertung zu Herstellungskosten (Ferkel/Kälber + Futter + anteilige Kosten)
  • Niederstwertprinzip nach § 253 Abs. 4 HGB
  • Stichtagsbewertung zum Bilanzstichtag
  • Bewertungsvereinfachung durch Gruppenbewertung möglich

Vorräte: Futtermittel, Saatgut, Erntebestände

Vorräte sind nach § 253 Abs. 1 Satz 1, Abs. 4 HGB mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, höchstens jedoch mit dem beizulegenden Zeitwert (Börsen- oder Marktpreis) anzusetzen. Bei selbst erzeugten Vorräten (Getreide, Heu, Silage) sind die Herstellungskosten maßgeblich, die Direktkosten (Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz) und angemessene Anteile der Gemeinkosten (Maschinenkosten, Lohnkosten) umfassen.

Niederstwertprinzip beachten

Zum Bilanzstichtag ist bei allen Vorräten und allen Positionen des Umlaufvermögens zu prüfen, ob der Marktwert unter den Buchwert gesunken ist. Gerade bei volatilen Agrarpreisen kann dies erhebliche Auswirkungen haben — z.B. bei eingelagertem Getreide nach einem Preisverfall. Eine Abwertung ist dann nach § 253 Abs. 4 HGB zwingend vorzunehmen.

Dauerkultur und stehende Ernte

Dauerkulturen wie Obstbäume, Weinreben, Hopfenpflanzen oder Spargel werden als Anlagevermögen aktiviert. Die Herstellungskosten umfassen die Aufwendungen für Anpflanzung, Pflege bis zum Ertragsbeginn sowie anteilige Gemeinkosten. Ab dem Zeitpunkt der vollen Ertragsreife erfolgt eine planmäßige Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer (z.B. 15-25 Jahre bei Obstbäumen). Die stehende Ernte einjähriger Kulturen (z.B. Getreide vor der Ernte) wird als Umlaufvermögen mit den bis zum Bilanzstichtag angefallenen Herstellungskosten bewertet.

„Die korrekte Bewertung landwirtschaftlicher Vermögenswerte ist eine der komplexesten Aufgaben im Jahresabschluss. Unsere Steuerberater verfügen über die notwendige Spezialisierung, um Viehbestände, Vorräte und Dauerkulturen fachgerecht zu bilanzieren und dabei alle handelsrechtlichen und steuerlichen Wahlrechte optimal zu nutzen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Welche Jahresabschluss- und Offenlegungspflichten gelten für landwirtschaftliche GmbHs?

Landwirtschaftliche Kapitalgesellschaften unterliegen denselben strengen Jahresabschluss- und Offenlegungspflichten wie gewerbliche GmbHs. Die Anforderungen richten sich nach der Größenklasse gemäß § 267 HGB und umfassen Erstellung, Feststellung, Prüfung und Offenlegung.

Größenklassen nach § 267 HGB (Stand 2026)

Die Zuordnung zur Größenklasse erfolgt anhand der Bilanzsumme, Umsatzerlöse und durchschnittlichen Mitarbeiterzahl. Maßgeblich sind die Verhältnisse an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen. Für landwirtschaftliche Betriebe gelten keine Sonderregelungen:

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Mitarbeiter Kriterien
Klein ≤ 7,5 Mio. € ≤ 15,0 Mio. € ≤ 50 Zwei von drei
Mittelgroß ≤ 20 Mio. € ≤ 40 Mio. € ≤ 250 Zwei von drei
Groß > 20 Mio. € > 40 Mio. € > 250 Zwei von drei

Bestandteile des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss einer landwirtschaftlichen GmbH muss nach § 242 Abs. 3, § 264 Abs. 1 HGB folgende Bestandteile umfassen:

  • Bilanz nach dem Gliederungsschema des § 266 HGB
  • Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB (Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren)
  • Anhang mit Erläuterungen und Pflichtangaben nach § 284 ff. HGB
  • Lagebericht bei mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften nach § 289 HGB

Fristen: Feststellung und Offenlegung

Für landwirtschaftliche GmbHs gelten dieselben Fristen wie für alle anderen Kapitalgesellschaften. Die Einhaltung ist verbindlich und wird bei Verstoß mit Ordnungsgeld nach § 335 HGB sanktioniert:

  • Feststellung des Jahresabschlusses: Kleine Kapitalgesellschaften haben nach § 42a Abs. 1 GmbHG 11 Monate ab Bilanzstichtag Zeit (bei Stichtag 31.12.2025 also bis 30.11.2026). Mittelgroße und große GmbHs müssen den Jahresabschluss innerhalb von 8 Monaten feststellen (bis 31.08.2026).
  • Offenlegung beim Unternehmensregister: Nach § 325 Abs. 1 HGB muss der festgestellte Jahresabschluss innerhalb von 12 Monaten nach Bilanzstichtag beim Unternehmensregister elektronisch eingereicht werden (bei Stichtag 31.12.2025 also bis 31.12.2026). Seit dem DiRUG (01.08.2022) ist das Unternehmensregister die einzige zuständige Stelle — nicht mehr der Bundesanzeiger.
  • Prüfungspflicht: Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften müssen den Jahresabschluss nach § 316 Abs. 1 HGB durch einen Wirtschaftsprüfer prüfen lassen. Kleine Kapitalgesellschaften sind grundsätzlich prüfungsfrei.

Ordnungsgeldverfahren bei Fristversäumnis

Wird die Offenlegungsfrist nach § 325 HGB versäumt, leitet das Bundesamt für Justiz von Amts wegen ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB ein. Das Ordnungsgeld beträgt zwischen 500 und 25.000 Euro und trifft sowohl die GmbH als auch persönlich die Geschäftsführer. Eine verspätete Einreichung befreit nicht von der Zahlung.

Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften

Kleine Kapitalgesellschaften profitieren von Erleichterungen nach § 326 HGB. Sie dürfen eine verkürzte Bilanz offenlegen, bei der bestimmte Posten zusammengefasst werden (z.B. Anlagevermögen, Umlaufvermögen). Die Gewinn- und Verlustrechnung muss bei kleinen GmbHs nicht offengelegt werden, wenn die entsprechenden Angaben im Anhang enthalten sind. Der Anhang selbst darf nach § 288 HGB verkürzt werden.

Digitaler Jahresabschluss mit OnlineBilanz

Landwirtschaftliche GmbHs, die ihren Jahresabschluss fristgerecht und fachlich korrekt erstellen lassen möchten, finden auf OnlineBilanz.de digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen. Unsere zugelassenen Steuerberater übernehmen Erstellung, Feststellung und Offenlegung — koordiniert von Servet Gündogan und seinem Team aus Stuttgart.

Welche Software eignet sich für die landwirtschaftliche Buchführung?

Die Digitalisierung der Buchführung bietet gerade in der Landwirtschaft erhebliche Effizienzvorteile. Moderne Buchhaltungssoftware erleichtert die Erfassung, Bewertung und Auswertung der spezifischen landwirtschaftlichen Geschäftsvorfälle und ermöglicht eine nahtlose Zusammenarbeit mit dem Steuerberater.

Anforderungen an landwirtschaftliche Buchhaltungssoftware

Eine Software für die landwirtschaftliche Buchführung sollte folgende Anforderungen erfüllen:

  • Unterstützung des Kontenrahmens 5 oder SKR 51 (DATEV)
  • Abbildung von Wirtschaftsjahren abweichend vom Kalenderjahr
  • Erfassung und Bewertung von Viehbeständen (Zuchtvieh, Mastvieh)
  • Verwaltung von Flächen, Kulturen und Ernteerträgen
  • Schnittstellen zu Agrarsoftware (z.B. Ackerschlagkarteien, Fütterungsmanagement)
  • Umsatzsteuerliche Besonderheiten (Durchschnittssatzbesteuerung § 24 UStG)
  • GoBD-konforme Belegarchivierung und revisionssichere Datenhaltung
  • Schnittstelle zum Steuerberater (z.B. DATEV Unternehmen online)

Marktübliche Lösungen

DATEV

  • SKR 51 speziell für Landwirtschaft
  • Vollständige Integration mit Steuerberater
  • GoBD-konform und revisionssicher
  • Höherer Preis, professionelle Nutzung

Landdata / Agrarbüro

  • Umfassende Betriebsführung (Buchführung, Schlagkartei, Viehverwaltung)
  • Anerkannt von Landwirtschaftskammern
  • Schnittstelle zu DATEV und Steuerberater
  • Hohe Komplexität, Einarbeitung erforderlich

lexoffice / sevDesk

  • Einfache Bedienung, moderate Kosten
  • Grundlegende Buchhaltungsfunktionen
  • Eingeschränkte Anpassung an landwirtschaftliche Spezifika
  • Geeignet für einfache Strukturen ohne Vieh

GoBD-Konformität und revisionssichere Archivierung

Alle buchführungspflichtigen Betriebe müssen die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form (GoBD) einhalten. Dies umfasst die Vollständigkeit, Richtigkeit, Zeitgerechtigkeit, Unveränderbarkeit und Nachvollziehbarkeit aller Buchungen. Belege (Rechnungen, Lieferscheine, Bankbelege) müssen elektronisch archiviert und für die Dauer der Aufbewahrungsfrist (10 Jahre nach § 147 AO für Bücher und Belege) revisionssicher gespeichert werden.

Schnittstelle zum Steuerberater

Die Anbindung der Buchhaltungssoftware an den Steuerberater ist entscheidend für einen effizienten Ablauf. DATEV Unternehmen online ermöglicht die direkte Übermittlung der Buchungsdaten, Belege und Auswertungen. So entfallen Medienbrüche, die Kommunikation wird beschleunigt und der Jahresabschluss kann schneller erstellt werden.

„Eine durchdachte Digitalisierung der Buchführung spart Zeit und reduziert Fehlerquellen erheblich. Wir empfehlen unseren Mandanten, von Anfang an auf cloudbasierte, GoBD-konforme Lösungen zu setzen, die nahtlos mit unserer Steuerberater-Software kommunizieren.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Welche häufigen Fehler treten in der landwirtschaftlichen Buchführung auf?

Die landwirtschaftliche Buchführung birgt spezifische Fehlerquellen, die bei Betriebsprüfungen regelmäßig zu Beanstandungen führen. Eine frühzeitige Sensibilisierung und professionelle Begleitung helfen, Risiken zu vermeiden.

Fehlerhafte Abgrenzung Zuchtvieh / Mastvieh

Die korrekte Zuordnung von Tieren zum Anlage- oder Umlaufvermögen ist eine häufige Fehlerquelle. Wird Mastvieh fälschlicherweise als Zuchtvieh aktiviert und abgeschrieben, führt dies zu einer unzulässigen Gewinnglättung. Umgekehrt kann die Behandlung von Zuchtvieh als Umlaufvermögen zu einer zu niedrigen Vermögensdarstellung führen. Die Finanzverwaltung prüft diese Abgrenzung besonders intensiv.

Unvollständige Erfassung von Naturalentnahmen

Landwirtschaftliche Betriebe entnehmen häufig selbst erzeugte Produkte für den privaten Haushalt (Fleisch, Milch, Eier, Getreide). Diese Naturalentnahmen sind steuerlich als Entnahme zu erfassen und mit dem Teilwert (in der Regel Selbstkosten oder Marktpreis) zu bewerten. Bei umsatzsteuerpflichtigen Betrieben unterliegen Eigenverbrauch und unentgeltliche Wertabgaben nach § 3 Abs. 1b, Abs. 9a UStG der Umsatzsteuer. Die unvollständige Erfassung führt zu Nachforderungen bei Betriebsprüfungen.

Fehlerhafte Behandlung von Direktzahlungen und Subventionen

EU-Direktzahlungen, Agrarumweltprämien und andere Subventionen sind erfolgswirksam als Ertrag zu buchen. Sie dürfen nicht mit Aufwendungen verrechnet oder als Eigenkapitalzugang behandelt werden. Investitionszuschüsse können nach § 255 Abs. 1 Satz 3 HGB wahlweise von den Anschaffungskosten abgesetzt oder als passiver Rechnungsabgrenzungsposten über die Nutzungsdauer aufgelöst werden. Die Wahlrechtsausübung muss einheitlich und stetig erfolgen.

Durchschnittssatzbesteuerung bei unzulässigen Betrieben

Die Durchschnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG steht nur land- und forstwirtschaftlichen Betrieben zu, die nicht als juristische Person firmieren. Eine GmbH oder AG kann diese Vereinfachung nicht nutzen. Wird sie dennoch angewendet, drohen Nachforderungen zuzüglich Zinsen nach § 233a AO. Bei Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH muss rechtzeitig zur Regelbesteuerung optiert werden.

Mangelhafte Dokumentation und Belegwesen

Die GoBD fordern eine vollständige, zeitnahe und nachvollziehbare Dokumentation aller Geschäftsvorfälle. In der Praxis fehlen häufig Belege für Eigenverbrauch, betriebsinterne Vorgänge (z.B. Verfütterung selbst erzeugten Getreides an eigenes Vieh) oder unbare Geschäfte (Tausch, Naturalleistungen). Auch die Inventur — insbesondere die körperliche Bestandsaufnahme des Viehbestands und der Vorräte zum Bilanzstichtag — wird oft unzureichend dokumentiert. Bei Betriebsprüfungen kann dies zu Schätzungen und Hinzuschätzungen führen.

Prüfungsschwerpunkte der Finanzverwaltung

Betriebsprüfungen in der Landwirtschaft konzentrieren sich typischerweise auf: Viehbewertung und -bestandsführung, Naturalentnahmen und Eigenverbrauch, Subventionen und Direktzahlungen, Umsatzsteuer (Durchschnittssatz vs. Regelbesteuerung), Abgrenzung landwirtschaftliche Urproduktion vs. gewerbliche Verarbeitung. Eine professionelle Buchführung und vorausschauende Beratung minimieren das Risiko von Nachforderungen.

„Viele Probleme entstehen, weil landwirtschaftliche Betriebe über Jahre mit vereinfachten Methoden arbeiten und dann bei Überschreiten der Schwellenwerte oder Umwandlung in eine GmbH überfordert sind. Wir setzen von Beginn an auf eine saubere, zukunftssichere Struktur — das erspart später teure Korrekturen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Wann sollte ein Steuerberater für die landwirtschaftliche Buchführung hinzugezogen werden?

Die landwirtschaftliche Buchführung erfordert sowohl buchhalterisches als auch agrarwirtschaftliches Fachwissen. Spätestens bei Überschreiten der Buchführungspflicht oder bei Gründung einer Kapitalgesellschaft ist die Hinzuziehung eines spezialisierten Steuerberaters sinnvoll und häufig wirtschaftlich geboten.

Buchführungspflicht und komplexe Strukturen

Sobald ein landwirtschaftlicher Betrieb die Schwellenwerte nach § 141 AO überschreitet oder als Kapitalgesellschaft firmiert, entsteht eine umfassende Buchführungs- und Bilanzierungspflicht. Die Anforderungen an eine ordnungsmäßige Buchführung nach GoB, die Bewertung komplexer Vermögensgegenstände (Vieh, Vorräte, Dauerkulturen) und die Einhaltung gesetzlicher Fristen (Feststellung, Offenlegung) übersteigen in der Regel die Kapazitäten eines nicht spezialisierten Buchhalters.

Jahresabschluss und Offenlegung bei GmbH

Für landwirtschaftliche GmbHs ist die Erstellung eines handelsrechtlichen Jahresabschlusses nach §§ 242, 264 HGB verbindlich. Der Jahresabschluss muss den gesetzlichen Gliederungs- und Ausweisvorschriften entsprechen, alle Pflichtangaben im Anhang enthalten und fristgerecht beim Unternehmensregister offengelegt werden. Diese Aufgaben können rechtssicher nur von einem zugelassenen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer übernommen werden. Fehler oder Fristversäumnisse führen zu Ordnungsgeldern nach § 335 HGB und können die persönliche Haftung der Geschäftsführer auslösen.

Steueroptimierung und Gestaltungsberatung

Ein spezialisierter Steuerberater für Landwirtschaft kennt die branchenspezifischen Gestaltungsmöglichkeiten und Wahlrechte: Wirtschaftsjahr-Wahl, Bewertungsvereinfachungen, Abschreibungsmethoden, Rückstellungsbildung, Investitionsabzugsbeträge nach § 7g EStG, Tarifbegünstigung bei außerordentlichen Einkünften (§ 34 EStG), Freibeträge und Ermäßigungen. Eine vorausschauende Beratung kann die Steuerlast signifikant optimieren und Liquiditätsvorteile sichern.

Umstrukturierung und Nachfolgeplanung

Bei Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH, Verpachtung des Betriebs, Betriebsaufspaltung oder Hofübergabe im Rahmen der Nachfolge entstehen komplexe steuerliche Fragestellungen (Übertragung stiller Reserven, Realteilung, Erbschaft- und Schenkungsteuer, Grunderwerbsteuer). Ein Steuerberater begleitet solche Prozesse strukturiert, prüft Alternativen und sichert die steueroptimale Umsetzung.

Typische Leistungen eines Steuerberaters

  • Einrichtung und laufende Führung der Buchführung
  • Erstellung des Jahresabschlusses (Bilanz, GuV, Anhang)
  • Feststellung und Offenlegung beim Unternehmensregister
  • Erstellung von Steuererklärungen (Körperschaft-, Gewerbe-, Umsatzsteuer)
  • Betriebswirtschaftliche Auswertungen und Controlling
  • Steuergestaltung und Optimierung
  • Begleitung bei Betriebsprüfungen

OnlineBilanz: Digitale Steuerberater-Leistung

  • Transparente Festpreise für Jahresabschluss und Steuererklärungen
  • Zugelassene Steuerberater mit landwirtschaftlicher Erfahrung
  • Digitale Koordination durch Servet Gündogan, Büroleiter Stuttgart
  • Keine Wartezeiten, klare Fristen und Prozesse
  • Vollständige Übernahme von Feststellung und Offenlegung
  • Moderne Software-Schnittstellen (DATEV, lexoffice, sevDesk)
  • Persönlicher Ansprechpartner für alle Fragen

Fachliche Qualität trifft digitale Effizienz

OnlineBilanz verbindet die fachliche Qualität zugelassener Steuerberater mit den Vorteilen moderner digitaler Prozesse. Gerade landwirtschaftliche GmbHs profitieren von der Kombination aus Branchenkompetenz, transparenten Kosten und verlässlichen Fristen. Wer seinen Jahresabschluss ohne lange Suche und mit Festpreis-Sicherheit erstellen lassen möchte, findet auf OnlineBilanz.de das passende Angebot.

„Die Digitalisierung hat auch in der Landwirtschaft Einzug gehalten. Unsere Mandanten schätzen, dass sie ihre Unterlagen digital übermitteln können und dennoch einen persönlichen Ansprechpartner haben. Die fachliche Arbeit übernehmen unsere Steuerberater — rechtsverbindlich, termingerecht und mit vollem Haftungsschutz.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Häufig gestellte Fragen

Gilt für landwirtschaftliche Betriebe eine Buchführungspflicht nach BAFA oder EU-Verordnungen?

Nein, die allgemeine Buchführungspflicht für landwirtschaftliche Betriebe ergibt sich ausschließlich aus § 141 AO (Überschreitung von Gewinn- oder Umsatzschwellen) sowie aus der Rechtsform (z. B. § 238 HGB für Kapitalgesellschaften). Spezielle Berichtspflichten können sich aus Förderprogrammen (z. B. GAP-Direktzahlungen) oder Cross-Compliance-Auflagen ergeben, ersetzen jedoch nicht die handels- und steuerrechtliche Buchführungspflicht.

Muss ich als Landwirt eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben, auch wenn ich pauschalisiert besteuert werde?

Wer als Landwirt die Durchschnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG anwendet, gibt in der Regel keine monatlichen oder quartalsweisen Umsatzsteuervoranmeldungen ab. Stattdessen erfolgt lediglich die jährliche Umsatzsteuererklärung. Verzichten Sie auf die Pauschalierung und optieren zur Regelbesteuerung, sind Sie zur regelmäßigen Voranmeldung verpflichtet (§ 18 UStG).

Welche Aufbewahrungsfristen gelten für landwirtschaftliche Buchungsbelege und Inventarlisten?

Für Buchungsbelege, Jahresabschlüsse und Inventare gelten die allgemeinen handels- und steuerrechtlichen Aufbewahrungsfristen: zehn Jahre für Bücher, Inventare, Bilanzen, Lageberichte und Buchungsbelege (§ 147 Abs. 3 AO, § 257 HGB). Geschäftsbriefe und sonstige Unterlagen sind sechs Jahre aufzubewahren. Die Frist beginnt mit Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgt ist.

Kann ich als landwirtschaftlicher Betrieb den Gewinn auch nach § 13a EStG ermitteln?

Ja, landwirtschaftliche Betriebe können unter bestimmten Voraussetzungen den Gewinn nach Durchschnittssätzen gemäß § 13a EStG ermitteln. Dies ist möglich, wenn die selbst bewirtschafteten Flächen 20 Hektar (bei Sonderkulturen teils weniger) nicht übersteigen und keine Buchführungspflicht nach § 141 AO besteht. Die Durchschnittssatzgewinnermittlung entbindet jedoch nicht von der Pflicht zur Aufzeichnung betrieblicher Vorgänge und zur Vorlage einer Gewinnermittlung.

Welche Besonderheiten gelten bei der Buchführung für weinbauliche Betriebe?

Weinbauliche Betriebe müssen neben den allgemeinen Vorschriften auch weinrechtliche Aufzeichnungspflichten beachten (z. B. Weinbuchführung nach § 36 WeinG). Dazu zählen die Erfassung von Erntemengen, Lagerbeständen, Abfüllungen und Vermarktungswegen. Diese Aufzeichnungen sind separat, aber abgestimmt mit der kaufmännischen Buchführung zu führen. Zudem sind spezielle Bewertungsfragen bei mehrjährigen Rebanlagen und Fasslagerbeständen zu beachten.

Sind Zahlungen aus der GAP-Direktzahlung buchführungspflichtig und wie werden sie bilanziert?

Ja, Direktzahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sind Betriebseinnahmen und müssen in der Buchführung erfasst werden. Sie erhöhen den Gewinn des Wirtschaftsjahres, in dem der Zufluss erfolgt (§ 11 EStG bei Einnahmenüberschussrechnung) bzw. in dem der Anspruch entsteht (bei Bilanzierung nach § 4 Abs. 1 EStG). In der Bilanz werden Forderungen aus bewilligten, aber noch nicht ausgezahlten Beihilfen unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: Handelsgesetzbuch (HGB), Abgabenordnung (AO), Einkommensteuergesetz (EStG), Umsatzsteuergesetz (UStG). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Kontakt & häufige Fragen

Ihre Fragen.
Unsere Antworten.

Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

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