Bilanz KG Checkliste 2026: Praxisleitfaden
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Die Bilanzierung einer KG folgt besonderen Regeln: Kapitalkonto I und II, Sonderbetriebsvermögen, Feststellungsverfahren und eigene Offenlegungspflichten. Im Vergleich dazu ist die Bilanzpflicht beim Einzelunternehmen strukturell deutlich schlanker aufgebaut. Diese Checkliste zeigt Ihnen, welche Schritte zur Erstellung der KG-Bilanz gehören, welche Fristen Sie einhalten müssen und wie Sie typische Stolpersteine vermeiden.
Kurzantwort
Die KG-Bilanz erfordert besondere Sorgfalt: Kapitalkonten müssen getrennt geführt werden, Sonderbetriebsvermögen ist zu berücksichtigen, und die Gewinnverteilung folgt dem Gesellschaftsvertrag. Eine gesetzliche Feststellungsfrist gibt es für die KG nicht; offenlegungspflichtige KGs (§ 264a HGB) müssen den festgestellten Abschluss spätestens 12 Monate nach Bilanzstichtag beim Unternehmensregister einreichen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine KG und wann besteht Bilanzpflicht?
- Welche Besonderheiten hat die KG-Bilanz gegenüber der GmbH?
- Welche Größenklassen gelten und wann muss die KG offenlegen?
- Checkliste: Welche Schritte gehören zur Erstellung der KG-Bilanz?
- Welche häufigen Fehler sollten Sie bei der KG-Bilanz vermeiden?
- Welche Fristen und Termine gelten für die KG-Bilanz 2025/2026?
- Sollte die KG-Bilanz durch einen Steuerberater erstellt werden?
- Checkliste: Welche Unterlagen benötigt der Steuerberater für die KG-Bilanz?
Was ist eine KG und wann besteht Bilanzpflicht?
Die Kommanditgesellschaft (KG) ist eine Personengesellschaft nach §§ 161 ff. HGB, bei der mindestens ein Gesellschafter unbeschränkt haftet (Komplementär) und mindestens ein Gesellschafter nur bis zur Höhe seiner Einlage haftet (Kommanditist). Die Bilanzierungspflicht richtet sich nach § 238 Abs. 1 HGB: Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen.
Originäre und derivative Kaufmannseigenschaft
Die KG ist kraft Rechtsform Formkaufmann nach § 6 Abs. 1 HGB — unabhängig von der Größe des Unternehmens. Damit besteht grundsätzlich die Pflicht zur Buchführung und Bilanzierung. Die Befreiung nach § 241a HGB (Umsatzerlöse ≤ 800.000 € und Jahresüberschuss ≤ 80.000 € an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen) gilt nur für Einzelkaufleute, nicht für die KG.
Praxis-Hinweis: § 241a HGB gilt nicht für die KG
Auch kleine KGs müssen eine HGB-Bilanz erstellen; steuerlich ermitteln sie den Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich (§ 5 Abs. 1 EStG i. V. m. § 140 AO).
- KG ist Formkaufmann nach § 6 Abs. 1 HGB
- Grundsätzliche Buchführungs- und Bilanzierungspflicht nach § 238 HGB
- Keine Befreiung nach § 241a HGB (gilt nur für Einzelkaufleute)
- Steuerlich Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich (§ 5 Abs. 1 EStG)
Welche Besonderheiten hat die KG-Bilanz gegenüber der GmbH?
Anders als die GmbH ist die KG eine Personengesellschaft. Das bedeutet: Die Gesellschafter sind zivilrechtlich Mitunternehmer und steuerlich transparent. Der Gewinn wird nicht auf Gesellschaftsebene versteuert, sondern anteilig den Gesellschaftern zugerechnet (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Die Bilanz der KG weist daher kein Eigenkapital wie bei einer Kapitalgesellschaft aus, sondern Kapitalkonten der Gesellschafter.
Gliederung des Eigenkapitals bei der KG
Bei KGs im Sinne des § 264a HGB sind nach § 264c Abs. 2 HGB die Kapitalanteile der persönlich haftenden Gesellschafter und der Kommanditisten gesondert auszuweisen. Üblich ist die Unterscheidung in feste Kapitalkonten (Einlage laut Gesellschaftsvertrag) und variable Kapitalkonten (thesaurierte Gewinne, Entnahmen). Innerhalb der Gruppen dürfen die Kapitalanteile zusammengefasst werden (§ 264c Abs. 2 Satz 2, 6 HGB).
| Merkmal | KG | GmbH |
|---|---|---|
| Rechtsform | Personengesellschaft | Kapitalgesellschaft |
| Eigenkapital-Ausweis | Kapitalkonten je Gesellschafter | Gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Gewinnvortrag |
| Gewinnbesteuerung | Transparent (bei Gesellschaftern) | Körperschaftsteuer auf Gesellschaftsebene |
| Offenlegungspflicht | Nur bei § 264a HGB (z. B. GmbH & Co. KG) oder nach PublG | Immer nach § 325 HGB |
| Haftung | Komplementär unbeschränkt, Kommanditist beschränkt | Gesellschafter haften grundsätzlich nicht persönlich (§ 13 Abs. 2 GmbHG) |
Welche Größenklassen gelten und wann muss die KG offenlegen?
Die Größenklassen für KGs im Sinne des § 264a HGB richten sich nach § 267 HGB. Entscheidend sind drei Merkmale: Bilanzsumme, Umsatzerlöse und durchschnittliche Arbeitnehmerzahl. An zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen müssen mindestens zwei der drei Kriterien überschritten werden, damit die nächsthöhere Größenklasse greift.
| Größenklasse | Bilanzsumme | Umsatzerlöse | Mitarbeiter |
|---|---|---|---|
| Klein (§ 267 Abs. 1) | ≤ 7,5 Mio. € | ≤ 15 Mio. € | ≤ 50 |
| Mittelgroß (§ 267 Abs. 2) | ≤ 25 Mio. € | ≤ 50 Mio. € | ≤ 250 |
| Groß (§ 267 Abs. 3) | > 25 Mio. € | > 50 Mio. € | > 250 |
Offenlegungspflicht nach § 325 HGB (Stand 2026)
Offenlegen müssen KGs ohne natürliche Person als Vollhafter (§ 264a HGB, z. B. GmbH & Co. KG) – unabhängig von der Größe; kleine Gesellschaften profitieren von Erleichterungen (§ 326 HGB). Eine KG mit natürlicher Person als Komplementär ist grundsätzlich nur nach dem Publizitätsgesetz offenlegungspflichtig. Die Offenlegung erfolgt seit dem DiRUG (Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie, in Kraft seit 01.08.2022) ausschließlich beim Unternehmensregister — nicht mehr beim Bundesanzeiger. Die Frist beträgt 12 Monate nach dem Abschlussstichtag (§ 325 Abs. 1a HGB).
Achtung: Ordnungsgeld bei Fristversäumnis
Wird die Offenlegungsfrist nicht eingehalten, droht ein Ordnungsgeld zwischen 2.500 und 25.000 Euro nach § 335 HGB. Das Bundesamt für Justiz leitet das Verfahren von Amts wegen ein. Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 endet die Frist am 31.12.2026.
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Größenklasse nach § 267 HGB bestimmen (zwei von drei Kriterien an zwei Stichtagen)
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Prüfen, ob Offenlegungspflicht besteht (§ 264a HGB oder PublG)
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Bei Offenlegungspflicht: Jahresabschluss bis 12 Monate nach Stichtag im Unternehmensregister einreichen
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Ohne Offenlegungspflicht: Aufbewahrungspflicht nach § 257 HGB (Jahresabschluss 10 Jahre)
Checkliste: Welche Schritte gehören zur Erstellung der KG-Bilanz?
Die Erstellung einer ordnungsgemäßen KG-Bilanz erfordert systematisches Vorgehen. Die folgende Checkliste deckt alle wesentlichen Schritte ab — von der Datenbeschaffung über die Bewertung bis zum Abschluss der Kapitalkonten.
1. Vorbereitung und Datenbeschaffung
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Alle Kontoauszüge, Belege und Kassenbücher vollständig sammeln
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Jahresendbestände aller Bank- und Kassenkonten abstimmen
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Offene Posten (Forderungen, Verbindlichkeiten) mit Debitoren- und Kreditorenlisten abgleichen
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Inventurlisten für Vorräte, Anlagevermögen und sonstige Vermögensgegenstände erstellen
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Verträge (Darlehen, Leasing, Miet-, Gesellschaftsvertrag) bereithalten
2. Bewertung nach § 252 ff. HGB
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Anlagevermögen: Fortführung der Abschreibungspläne (§ 253 Abs. 3 HGB), ggf. außerplanmäßige Abschreibung bei dauerhafter Wertminderung
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Umlaufvermögen: Vorräte zu Anschaffungs-/Herstellungskosten oder niedrigerem Tageswert (§ 253 Abs. 4 HGB)
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Forderungen: Einzelwertberichtigungen und pauschale Wertberichtigungen bei Ausfallrisiko
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Rückstellungen: Bildung nach § 249 HGB (z. B. drohende Verluste, Gewährleistungen, Urlaubsrückstellungen)
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Verbindlichkeiten: zum Erfüllungsbetrag ansetzen (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB)
3. Gewinnverteilung und Kapitalkonten
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Jahresergebnis nach Gesellschaftsvertrag oder gesetzlicher Regelung (§ 120 HGB i. V. m. § 709 Abs. 3 BGB) verteilen
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Variable Kapitalkonten je Gesellschafter fortschreiben (Gewinnanteil, Entnahmen, Einlagen)
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Feste Kapitalkonten (Pflichteinlagen) separat ausweisen
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Entnahmen und Einlagen im Jahresverlauf dokumentieren
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Negativsalden bei Kommanditisten prüfen (Haftungsrisiko nach § 172 Abs. 4 HGB)
4. Erstellung Bilanz und GuV
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Bilanz nach § 266 HGB gliedern (Aktivseite: Anlagevermögen, Umlaufvermögen; Passivseite: Eigenkapital, Rückstellungen, Verbindlichkeiten)
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GuV nach § 275 HGB (Gesamtkostenverfahren oder Umsatzkostenverfahren)
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Anhang erstellen (bei KGs im Sinne des § 264a HGB nach § 264 Abs. 1 HGB i.V.m. § 284 ff. HGB)
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Lagebericht bei mittelgroßen und großen KGs im Sinne des § 264a HGB (§ 264 Abs. 1 HGB i.V.m. § 289 HGB)
5. Prüfung, Feststellung und Offenlegung
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Interne Plausibilitätsprüfung und Vier-Augen-Prinzip
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Bei mittelgroßen/großen KGs im Sinne des § 264a HGB: Prüfungspflicht nach § 316 HGB beachten
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Feststellung durch die Gesellschafter (Frist nach Gesellschaftsvertrag; § 42a GmbHG gilt nicht)
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Bei Offenlegungspflicht: Einreichung beim Unternehmensregister innerhalb 12 Monate nach Bilanzstichtag
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Aufbewahrung (Jahresabschluss 10 Jahre, Buchungsbelege 8 Jahre; § 257 Abs. 4 HGB)
Praxis-Tipp: Digitale Prozesse sparen Zeit
Viele Unternehmen nutzen inzwischen digitale Buchhaltungssoftware mit DATEV-Export. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit; auf Wunsch prüft gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater.
Welche häufigen Fehler sollten Sie bei der KG-Bilanz vermeiden?
In der Praxis zeigen sich bei der Bilanzierung von Kommanditgesellschaften immer wieder typische Fehlerquellen. Diese führen nicht nur zu fehlerhaften Abschlüssen, sondern können auch steuerliche Nachteile oder Haftungsrisiken nach sich ziehen.
1. Fehlerhafte Kapitalkontenführung
Die Trennung zwischen festem Kapitalkonto (Einlage laut Gesellschaftsvertrag) und variablem Kapitalkonto (laufende Gewinne, Entnahmen) wird oft nicht sauber vollzogen. Entnahmen werden fälschlicherweise gegen das feste Kapitalkonto gebucht, oder Gewinnzuweisungen erfolgen nicht zeitnah. Dies führt zu undurchsichtigen Eigenkapitalstrukturen und Problemen bei der Offenlegung.
2. Unvollständige Inventur und Bewertung
Gerade bei kleineren KGs wird die körperliche Bestandsaufnahme des Vorratsvermögens vernachlässigt. Anlagevermögen wird nicht korrekt abgeschrieben, oder außerplanmäßige Abschreibungen bei dauerhafter Wertminderung unterbleiben. Das verstößt gegen § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB (Vorsichtsprinzip) und führt zu überhöhten Buchwerten.
3. Fehlende oder fehlerhafte Rückstellungen
- Urlaubsrückstellungen für nicht genommenen Urlaub fehlen (§ 249 Abs. 1 HGB)
- Drohverlustrückstellungen bei verlustbringenden Verträgen werden nicht gebildet
- Gewährleistungsrückstellungen bei verkauften Produkten werden unterschätzt
- Steuerrückstellungen (z. B. Gewerbesteuer) werden nicht oder zu niedrig angesetzt
4. Verwechslung von handelsrechtlicher und steuerlicher Gewinnermittlung
Die Bilanz nach HGB dient der handelsrechtlichen Gewinnermittlung. Für die Steuererklärung sind oft Anpassungen nötig (z. B. unterschiedliche Abschreibungsmethoden, steuerfreie Rücklagen). Wird die Handelsbilanz ohne die erforderlichen Korrekturen in die Steuerbilanz übernommen, kann dies zu Nachforderungen durch das Finanzamt führen.
Achtung: Negativsalden bei Kommanditisten
Sinkt der Kapitalanteil eines Kommanditisten durch Entnahmen unter den Betrag der Hafteinlage, lebt seine Haftung insoweit wieder auf (§ 172 Abs. 4 HGB). Entnahmen über den Gewinnanteil hinaus sollten daher sorgfältig geprüft und dokumentiert werden.
Die Komplexität der Kapitalkontenführung wird häufig unterschätzt. Ein typischer Fall: Entnahmen werden nicht korrekt gebucht, die Bilanz wird intern erstellt — und erst bei der Offenlegung oder Betriebsprüfung fällt der Fehler auf. Eine frühzeitige Einbindung des Steuerberaters spart hier viel Ärger.
Welche Fristen und Termine gelten für die KG-Bilanz 2025/2026?
Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 gelten klare gesetzliche Fristen. Diese betreffen sowohl die interne Feststellung des Jahresabschlusses als auch die externe Offenlegung (sofern verpflichtend). Wer diese Fristen versäumt, riskiert Ordnungsgelder und rechtliche Konsequenzen.
| Stichtag/Frist | Rechtsgrundlage | Frist endet am |
|---|---|---|
| Bilanzstichtag | § 242 HGB | 31.12.2025 |
| Feststellung | Gesellschaftsvertrag (keine gesetzliche Frist) | nach Gesellschaftsvertrag, vor der Offenlegung |
| Offenlegung (KG nach § 264a HGB) | § 325 Abs. 1a HGB | 31.12.2026 |
| Aufbewahrung Bilanz | § 257 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 4, 5 HGB | 10 Jahre ab Ende des Kalenderjahres der Feststellung |
Feststellungsfrist: Was gilt für die KG?
Anders als bei der GmbH (§ 42a GmbHG) gibt es für Personengesellschaften keine gesetzliche Feststellungsfrist. Maßgeblich sind Vorgaben im Gesellschaftsvertrag; bei offenlegungspflichtigen KGs muss die Feststellung vor Ablauf der Offenlegungsfrist erfolgen, da nur der festgestellte Abschluss offengelegt wird. Die Feststellung erfolgt durch Gesellschafterbeschluss.
Offenlegungsfrist: 12 Monate nach Bilanzstichtag
Offenlegungspflichtige KGs (§ 264a HGB) müssen die für ihre Größenklasse vorgeschriebenen Unterlagen spätestens 12 Monate nach dem Abschlussstichtag beim Unternehmensregister einreichen (§§ 325 Abs. 1a, 326 HGB). Für den Stichtag 31.12.2025 bedeutet das: Einreichung bis spätestens 31.12.2026. Die Offenlegung erfolgt elektronisch über das Portal www.unternehmensregister.de.
31.12.2026
Offenlegungsfrist für Bilanzstichtag 31.12.2025
2.500–25.000 €
Ordnungsgeld nach § 335 HGB bei Fristversäumnis
Tipp: Frühzeitige Planung spart Stress
Wer die Bilanz erst im Dezember 2026 erstellt, riskiert Zeitdruck und Fehler. Es empfiehlt sich, den Jahresabschluss bereits im ersten Quartal nach dem Stichtag zu erstellen. So bleibt genug Puffer für Rückfragen, Korrekturen und die Offenlegung. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit; auf Wunsch prüft gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater.
Sollte die KG-Bilanz durch einen Steuerberater erstellt werden?
Grundsätzlich kann jede KG ihre Bilanz selbst erstellen — rechtlich ist die Einschaltung eines Steuerberaters nicht vorgeschrieben (bei gesetzlicher Prüfungspflicht nach § 316 HGB ist allerdings ein Abschlussprüfer – Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer – zu beauftragen). In der Praxis empfiehlt sich die Beauftragung eines Steuerberaters jedoch aus mehreren Gründen.
Vorteile der Steuerberater-Beauftragung
- Rechtssicherheit: Ein Steuerberater kennt die aktuellen Vorschriften nach HGB, EStG und GewStG und kann helfen, Fehler zu vermeiden, die zu Nachforderungen führen.
- Steueroptimierung: Durch gezielte Gestaltungen (z. B. Abschreibungsmethoden, Rückstellungen, Sonderbilanzen) lassen sich Steuern legal minimieren.
- Haftung: Der Steuerberater haftet für schuldhafte Fehler aus dem Auftrag und muss eine Berufshaftpflichtversicherung unterhalten (§ 67 StBerG).
- Zeitersparnis: Die Bilanzerstellung bindet viele Stunden. Ein Steuerberater übernimmt die Arbeit und gibt den Geschäftsführern Freiraum für das operative Geschäft.
- Dokumentation: Ein professionell erstellter Jahresabschluss ist bei Banken, Investoren oder im Erbfall eine wichtige Grundlage.
Wann lohnt sich die Eigenständigkeit?
Auch kleine KGs müssen eine HGB-Bilanz aufstellen; § 241a HGB gilt nur für Einzelkaufleute. Wer die Bilanz selbst erstellen möchte, sollte angesichts der Komplexität auf fachliche Unterstützung setzen.
Selbst erstellen
- Sehr kleiner KG ohne komplexe Sachverhalte
- Gute eigene Fachkenntnisse in HGB und EStG
- Keine Offenlegungspflicht
- Hoher Kostendruck
Steuerberater beauftragen
- Offenlegungspflicht (mittelgroß/groß)
- Komplexe Sachverhalte (z. B. Beteiligungen, Rückstellungen)
- Mehrere Gesellschafter mit unterschiedlichen Kapitalkonten
- Steueroptimierung gewünscht
- Haftungsschutz wichtig
OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf bereit; auf Wunsch prüft gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater. Ansprechpartner für die Abläufe auf der Plattform ist Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart.
Checkliste: Welche Unterlagen benötigt der Steuerberater für die KG-Bilanz?
Damit der Steuerberater die KG-Bilanz effizient und korrekt erstellen kann, sind vollständige und strukturierte Unterlagen erforderlich. Die folgende Checkliste zeigt, welche Dokumente Sie bereithalten sollten.
1. Buchführungsunterlagen
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Kassenbuch (chronologisch, mit Belegen)
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Bank- und Kontoauszüge aller Geschäftskonten (inkl. Kreditkarten)
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Abstimmung Kasse/Bank zum Jahresende
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DATEV-Export oder Buchhaltungssoftware-Zugang (falls vorhanden)
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Offene-Posten-Listen (Debitoren/Kreditoren)
2. Anlagevermögen
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Anlagenspiegel (Bestandsverzeichnis mit Anschaffungskosten und Abschreibungen)
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Rechnungen für Neuanschaffungen im Geschäftsjahr
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Nachweise über Abgänge (Verkauf, Verschrottung)
-
Leasingverträge und Finanzierungsverträge
3. Vorräte und Forderungen
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Inventurlisten (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Ware)
-
Bewertungsgrundlagen (Anschaffungskosten, Lieferscheine)
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Forderungsliste mit Fälligkeiten
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Hinweise auf zweifelhafte Forderungen (Mahnungen, Insolvenzen)
4. Verbindlichkeiten und Rückstellungen
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Kreditorenliste (offene Lieferantenrechnungen)
-
Darlehensverträge mit Tilgungsplan
-
Miet- und Leasingverträge
-
Unterlagen für Rückstellungen (z. B. Urlaubslisten, Gewährleistungsfälle, drohende Verluste)
5. Gesellschafterbezogene Unterlagen
-
Gesellschaftsvertrag (aktuell, ggf. Nachträge)
-
Entnahme- und Einlagenbuch je Gesellschafter
-
Beschlüsse zur Gewinnverteilung (falls bereits erfolgt)
-
Kapitalkontenentwicklung des Vorjahres (Vorjahresbilanz)
6. Sonstige Unterlagen
-
Jahresabschluss des Vorjahres (Bilanz, GuV, Anhang)
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Steuerbescheide (Gewerbesteuer, Umsatzsteuer-Voranmeldungen)
-
Betriebsprüfungsberichte (falls vorhanden)
-
Versicherungsverträge und Verträge mit langfristiger Bindung
Digitale Übergabe spart Zeit
Digitale Plattformen wie OnlineBilanz ermöglichen das Hochladen der Unterlagen — das spart Porto und Papier.
Je vollständiger und strukturierter die Unterlagen sind, desto schneller und kosteneffizienter kann der Steuerberater arbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Kann eine KG die Bilanz in Kontoform oder Staffelform erstellen?
Für KGs im Sinne des § 264a HGB (z. B. GmbH & Co. KG) schreibt § 266 Abs. 1 HGB die Kontoform vor; die GuV ist in Staffelform aufzustellen (§ 275 Abs. 1 HGB). Für die normale KG enthält das HGB keine Formvorgabe; üblich ist ebenfalls die Kontoform. Bei der Kontoform stehen Aktiva und Passiva nebeneinander.
Muss eine KG ohne natürliche Person als Vollhafter (GmbH & Co. KG) anders bilanzieren?
Ja. Nach § 264a HGB gelten für die GmbH & Co. KG ergänzend die Vorschriften für Kapitalgesellschaften (u. a. Gliederung nach §§ 266, 275 HGB, Anhang, Offenlegung, ggf. Lagebericht und Prüfung). Die Komplementär-GmbH erstellt zudem einen eigenen Jahresabschluss.
Was passiert, wenn die KG die Offenlegungsfrist versäumt?
Das Bundesamt für Justiz leitet nach Ablauf der 12-Monats-Frist ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB ein. Das Ordnungsgeld beträgt zwischen 2.500 und 25.000 Euro. Nach Zahlung bleibt die Offenlegungspflicht bestehen. Ordnungsgelder können wiederholt festgesetzt werden; zudem kann eine fehlende Offenlegung die Bonität belasten.
Können Kommanditisten Verluste über ihre Einlage hinaus verrechnen?
Nur eingeschränkt. Handelsrechtlich ist die Haftung des Kommanditisten auf seine Hafteinlage begrenzt (§ 171 HGB). Steuerlich sind Verluste, soweit sie ein negatives Kapitalkonto entstehen lassen oder erhöhen, nicht mit anderen Einkünften ausgleichsfähig, sondern nur mit künftigen Gewinnen aus derselben Beteiligung verrechenbar (§ 15a EStG). Der verrechenbare Verlust wird gesondert festgestellt (§ 15a Abs. 4 EStG).
Welche Rolle spielt der Gesellschaftsvertrag bei der Bilanzierung?
Der Gesellschaftsvertrag regelt die Gewinnverteilung, Entnahmerechte, Verzinsung der Kapitalkonten und Modalitäten bei Ein- und Austritt. Diese Vereinbarungen beeinflussen direkt die Buchungen auf Kapitalkonto I und II sowie die Ergebnisverwendung. Ohne klare vertragliche Regelung gelten die gesetzlichen Vorgaben nach §§ 120 ff. HGB, die oft nicht sachgerecht sind.
Ist eine KG verpflichtet, eine E-Bilanz einzureichen?
Ja. Bilanzierende Unternehmen – auch Personengesellschaften wie die KG – müssen den Inhalt der Bilanz und GuV (mit Überleitung auf die steuerlichen Werte oder als Steuerbilanz) elektronisch nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz an das Finanzamt übermitteln (§ 5b EStG; spätestens für Wirtschaftsjahre ab 2013). Die Übermittlung erfolgt im Zusammenhang mit der Feststellungserklärung.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: § 267 HGB – Größenklassen, § 325 HGB – Offenlegung, § 335 HGB – Ordnungsgeldverfahren, Unternehmensregister. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
