Bilanz erstellen Hamburg 2026: Pflichten & Fristen
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Jede bilanzierungspflichtige Gesellschaft in Hamburg – ob GmbH, UG oder AG – muss einen Jahresabschluss nach HGB erstellen, feststellen und beim Unternehmensregister offenlegen. Wer die Fristen versäumt, riskiert Ordnungsgelder bis 25.000 Euro. Dieser Artikel erklärt, wer wann bilanzieren muss, welche Anforderungen 2026 gelten und wie Sie Fehler vermeiden.
Kurzantwort
In Hamburg bilanzierungspflichtige Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) müssen einen Jahresabschluss nach HGB erstellen, von der Gesellschafterversammlung feststellen lassen und innerhalb von 12 Monaten beim Unternehmensregister offenlegen. Die Größenklasse nach § 267 HGB bestimmt Umfang und Fristen. Die Erstellung kann die Gesellschaft selbst übernehmen oder z. B. einem Steuerberater übertragen.
Inhaltsverzeichnis
- Bilanz erstellen lassen in Hamburg: Wer muss und warum?
- Größenklassen nach HGB: Welche Anforderungen gelten 2026?
- Bilanzierungspflichten für Hamburger GmbHs im Überblick
- Bilanz selbst erstellen oder Steuerberater beauftragen?
- Fristen für Jahresabschluss und Offenlegung 2026
- Offenlegung beim Unternehmensregister: So funktioniert es
- Bewertung und Bilanzierungswahlrechte nach HGB
- Häufige Fehler bei der Bilanzerstellung vermeiden
- Kosten für Bilanzerstellung durch Steuerberater in Hamburg
Bilanz erstellen lassen in Hamburg: Wer muss und warum?
In Hamburg ansässige Kapitalgesellschaften – insbesondere GmbHs – unterliegen der handelsrechtlichen Pflicht zur Erstellung eines Jahresabschlusses gemäß § 242 HGB. Die Bilanz bildet zusammen mit der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) den Kern dieses Jahresabschlusses. Für GmbHs konkretiert § 264 HGB die Anforderungen: Der Jahresabschluss muss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln.
Die Pflicht zur Bilanzerstellung trifft alle ins Handelsregister eingetragenen Gesellschaften – unabhängig von Standort oder Größe. Für Hamburger GmbHs gelten dieselben bundesweiten Fristen: Der Jahresabschluss zum Bilanzstichtag 31.12.2025 muss für kleine Kapitalgesellschaften innerhalb von 11 Monaten, für mittelgroße und große innerhalb von 8 Monaten nach § 42a GmbHG durch die Gesellschafter festgestellt werden.
Praxis-Hinweis
Hamburger GmbHs sollten die Bilanzerstellung frühzeitig planen: Zwischen Feststellung (Gesellschafterbeschluss) und Offenlegung beim Unternehmensregister (§ 325 HGB, Frist 12 Monate) bleibt nur ein schmales Zeitfenster. Eine frühzeitige Vorbereitung hilft, Ordnungsgelder von 2.500 bis 25.000 Euro nach § 335 HGB zu vermeiden.
Wer darf die Bilanz erstellen?
Die Bilanzerstellung darf durch den Geschäftsführer selbst, eigene Mitarbeiter (z. B. die interne Buchhaltung) oder – für Dritte – durch nach §§ 3, 4 StBerG befugte Personen wie Steuerberater, Rechtsanwälte oder Wirtschaftsprüfer erfolgen. Während der Geschäftsführer für die rechtzeitige Vorlage verantwortlich ist (§ 41 GmbHG), bringt die Beauftragung eines Steuerberaters erhebliche Vorteile: fachliche Prüfung, Haftungsabsicherung und professionelle Aufbereitung für Gesellschafter, Banken und das Unternehmensregister.
Größenklassen nach HGB: Welche Anforderungen gelten 2026?
Die Anforderungen an Inhalt, Umfang und Offenlegung des Jahresabschlusses richten sich nach der Größenklasse der Gesellschaft. § 267 HGB definiert drei Kategorien – klein, mittelgroß, groß – anhand von Bilanzsumme, Umsatzerlösen und durchschnittlicher Mitarbeiterzahl. Für die Einordnung zum Bilanzstichtag 31.12.2025 müssen die Schwellenwerte an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen über- bzw. unterschritten werden.
| Größenklasse | Bilanzsumme | Umsatzerlöse | Mitarbeiter |
|---|---|---|---|
| Klein (§ 267 Abs. 1 HGB) | ≤ 7,5 Mio. € | ≤ 15 Mio. € | ≤ 50 |
| Mittelgroß (§ 267 Abs. 2 HGB) | ≤ 25 Mio. € | ≤ 50 Mio. € | ≤ 250 |
| Groß (§ 267 Abs. 3 HGB) | > 25 Mio. € | > 50 Mio. € | > 250 |
Zwei von drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit eine Größenklasse greift. Kleine Kapitalgesellschaften profitieren von umfangreichen Erleichterungen: Sie dürfen die Bilanz in verkürzter Form aufstellen (§ 266 Abs. 1 Satz 3 HGB), bestimmte Anhang-Angaben weglassen (§ 288 HGB) und müssen keinen Lagebericht erstellen. Mittelgroße und große Gesellschaften unterliegen strengeren Publizitätspflichten.
Wer knapp an einer Schwelle liegt, sollte die Entwicklung frühzeitig im Blick behalten – ein Wechsel in eine höhere Klasse erhöht Aufwand und Offenlegungspflichten erheblich.
Bilanzierungspflichten für Hamburger GmbHs im Überblick
Hamburger GmbHs müssen neben der Bilanz und GuV je nach Größenklasse weitere Bestandteile des Jahresabschlusses erstellen. § 264 Abs. 1 HGB nennt als Pflichtbestandteile: Bilanz, GuV und Anhang. Für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften kommt nach § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB zusätzlich der Lagebericht hinzu. Kleine Kapitalgesellschaften sind nach § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB vom Lagebericht befreit.
Bestandteile nach Größenklasse
Kleine Kapitalgesellschaften
- Bilanz (verkürzt nach § 266 Abs. 1 S. 3 HGB)
- Gewinn- und Verlustrechnung (verkürzt nach § 276 HGB)
- Anhang (mit Erleichterungen § 288 HGB)
- Kein Lagebericht erforderlich
Mittelgroße & große Gesellschaften
- Bilanz (vollständig nach § 266 HGB)
- Gewinn- und Verlustrechnung (vollständig § 275 HGB)
- Anhang (vollständig § 284 ff. HGB)
- Lagebericht (§ 289 HGB)
Alle Hamburger GmbHs müssen den Jahresabschluss innerhalb der gesetzlichen Fristen feststellen lassen (Gesellschafterbeschluss nach § 42a GmbHG) und anschließend beim Unternehmensregister offenlegen (§ 325 HGB). Die Offenlegungsfrist beträgt 12 Monate nach Bilanzstichtag. Für den Stichtag 31.12.2025 endet die Frist am 31.12.2026.
Sanktionsrisiko
Bei verspäteter oder unterlassener Offenlegung droht ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB. Das Bundesamt für Justiz kann Ordnungsgelder zwischen 2.500 und 25.000 Euro festsetzen – unabhängig davon, ob die Bilanz inhaltlich korrekt ist. Geschäftsführer haften persönlich für die Einhaltung der Fristen.
Bilanz selbst erstellen oder Steuerberater beauftragen?
Viele Hamburger Geschäftsführer stehen vor der Frage, ob sie den Jahresabschluss intern erstellen oder einen Steuerberater beauftragen sollen. Rechtlich ist beides möglich – doch die Praxis zeigt: Die Komplexität der handelsrechtlichen Bilanzierung wird häufig unterschätzt. Fehler bei Bewertung, Ausweis oder Anhang-Angaben können zu Haftungsrisiken, Problemen mit Banken oder Nachfragen des Unternehmensregisters führen.
Vorteile der Steuerberater-Beauftragung
- Fachliche Sicherheit: Aktuelle Kenntnis der HGB-Vorschriften, BilRUG, DiRUG und aktueller BMF-Schreiben
- Haftungsschutz: Berufshaftpflicht des Steuerberaters deckt Fehler ab – bei Eigenerstellung haftet der Geschäftsführer persönlich
- Zeitersparnis: Komplexe Sachverhalte (z. B. Rückstellungsbewertung, latente Steuern) werden professionell aufbereitet
- Bescheinigung: Steuerberater können über die Erstellung eine Bescheinigung erteilen, die Kreditgeber teilweise anfordern
- Offenlegung: fristgerechte Einreichung beim Unternehmensregister als Zusatzleistung möglich
OnlineBilanz.de stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen der Gesellschaft. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung.
Fristen für Jahresabschluss und Offenlegung 2026
Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 gelten zwei zentrale Fristen, die Hamburger GmbHs unbedingt einhalten müssen: die Feststellungsfrist nach § 42a GmbHG und die Offenlegungsfrist nach § 325 HGB. Beide Fristen sind gesetzlich verbindlich und können nicht durch Satzung oder Gesellschafterbeschluss verlängert werden.
1. Feststellungsfrist (§ 42a GmbHG)
Der Jahresabschluss muss durch die Gesellschafterversammlung festgestellt werden. Die Frist beträgt für kleine Kapitalgesellschaften 11 Monate, für mittelgroße und große 8 Monate nach Bilanzstichtag. Für den Stichtag 31.12.2025 bedeutet das:
30.11.2026
Feststellung kleine KapG (11 Monate)
31.08.2026
Feststellung mittelgroße/große KapG (8 Monate)
2. Offenlegungsfrist (§ 325 HGB)
Nach der Feststellung muss der Jahresabschluss beim Unternehmensregister offengelegt werden. Seit dem DiRUG (01.08.2022) ist das Unternehmensregister die einzige zuständige Stelle – nicht mehr der Bundesanzeiger. Die Offenlegungsfrist beträgt 12 Monate nach Bilanzstichtag, also bis zum 31.12.2026 für das Geschäftsjahr 2025.
Praxis-Tipp
Planen Sie einen Puffer zwischen Feststellung und Offenlegung ein. Die Einreichung beim Unternehmensregister erfolgt elektronisch; sie kann selbst vorgenommen oder z. B. einem Steuerberater übertragen werden.
-
Jahresabschluss rechtzeitig aufstellen (bis 31.03.2026, kleine KapG bis 30.06.2026)
-
Gesellschafterversammlung einberufen und Feststellungsbeschluss herbeiführen (spätestens 30.11.2026 für kleine KapG)
-
Jahresabschluss im zugelassenen Einreichungsformat aufbereiten
-
Einreichung beim Unternehmensregister veranlassen (spätestens 31.12.2026)
-
Eingangsbestätigung des Unternehmensregisters archivieren
Offenlegung beim Unternehmensregister: So funktioniert es
Seit dem Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG) vom 01.08.2022 erfolgt die Offenlegung des Jahresabschlusses ausschließlich über das Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de). Der früher übliche Weg über den Bundesanzeiger ist nicht mehr zulässig. Die Einreichung erfolgt elektronisch in einem der vom Unternehmensregister zugelassenen Formate.
Schritt-für-Schritt: Offenlegung beim Unternehmensregister
- Jahresabschluss erstellen und feststellen: Bilanz, GuV, Anhang (ggf. Lagebericht) durch Gesellschafterbeschluss nach § 42a GmbHG feststellen.
- Datei erstellen: Der Jahresabschluss wird in einem der vom Unternehmensregister zugelassenen Formate aufbereitet.
- Einreichung: Upload über das Einreichungsportal des Unternehmensregisters nach vorheriger Registrierung.
- Validierung: Die Einreichung wird auf formale Fehler geprüft; gegebenenfalls muss nachgebessert werden.
- Veröffentlichung: Nach erfolgreicher Prüfung wird der Jahresabschluss im Unternehmensregister veröffentlicht und ist öffentlich einsehbar.
Hinweis
Die technischen Vorgaben des Unternehmensregisters sollten rechtzeitig vor Fristablauf geprüft werden. Viele Steuerberater bieten die Offenlegung als Zusatzleistung an.
Für die Offenlegung fallen Gebühren nach dem Justizverwaltungskostengesetz (JVKostG, KV Nr. 1420–1423) an. Hinzu kommen ggf. Kosten für Dienstleister.
Bewertung und Bilanzierungswahlrechte nach HGB
Die handelsrechtliche Bewertung der Bilanzposten folgt strikten Regeln aus §§ 252 ff. HGB. Zentrale Grundsätze sind das Vorsichtsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB), das Realisationsprinzip und das Imparitätsprinzip. Dennoch eröffnet das HGB an zahlreichen Stellen Wahlrechte, die eine bewusste Gestaltung der Bilanz ermöglichen – etwa bei Abschreibungsmethoden oder Bewertungsvereinfachungen.
Wichtige Bewertungsvorschriften im Überblick
| Bilanzposten | Bewertungsvorschrift | Wahlrecht / Besonderheit |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | § 253 Abs. 3 HGB: Anschaffungs-/Herstellungskosten abzgl. AfA | Pflicht zur außerplanmäßigen Abschreibung bei voraussichtlich dauernder Wertminderung (§ 253 Abs. 3 S. 5 HGB); Wahlrecht nur bei Finanzanlagen (S. 6) |
| Umlaufvermögen | § 253 Abs. 4 HGB: Anschaffungs-/Herstellungskosten oder niedrigerer Tageswert | Strenges Niederstwertprinzip |
| Rückstellungen | § 253 Abs. 1 S. 2 HGB: Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung von Preis- und Kostensteigerungen | Abzinsung bei Restlaufzeit > 1 Jahr (§ 253 Abs. 2 HGB) |
| Vorräte | § 256 HGB: Durchschnittsmethode, LIFO, FIFO | Wahlrecht bei der Verbrauchsfolgeverfahren |
Besonders praxisrelevant sind die Bewertungsvereinfachungsverfahren nach § 240 Abs. 3 und 4 HGB (Festwertverfahren, Gruppenbewertung) sowie die Möglichkeit, geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) sofort abzuschreiben. Steuerberater kennen die Wechselwirkungen zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz und können Wahlrechte gezielt nutzen, um steuerliche Optimierung und handelsrechtliche Darstellung in Einklang zu bringen.
Maßgeblichkeitsprinzip und steuerliche Überleitungsrechnung
Nach § 5 Abs. 1 EStG ist die Handelsbilanz grundsätzlich maßgeblich für die Steuerbilanz. Durch das BilMoG (2009) wurden jedoch Durchbrechungen des Maßgeblichkeitsprinzips geschaffen – etwa bei der Bewertung von Rückstellungen oder bei Abschreibungen. In der Praxis erstellen Steuerberater daher oft separate Überleitungsrechnungen, um steuerliche Mehrbelastungen transparent zu machen.
Häufige Fehler bei der Bilanzerstellung vermeiden
Selbst erfahrene Buchhalter und Geschäftsführer begehen bei der Bilanzerstellung Fehler, die nachträglich kostspielig werden können. Häufig betreffen diese Fehler nicht nur formale Aspekte, sondern auch materielle Bewertungsfragen, die zu Fehldarstellungen der Vermögens- und Ertragslage führen. Im schlimmsten Fall kann eine fehlerhafte Bilanz die Kreditwürdigkeit beeinträchtigen oder zu Haftungsansprüchen führen.
Typische Fehlerquellen in der Praxis
- Unvollständige Abgrenzung: Nicht gebuchte Verbindlichkeiten, fehlende Rückstellungen oder falsche Periodenabgrenzung (§ 250 HGB) verzerren das Jahresergebnis.
- Fehlerhafte Bewertung von Rückstellungen: Insbesondere Pensionsrückstellungen, Urlaubsrückstellungen und Prozessrückstellungen werden häufig zu niedrig oder ohne Abzinsung angesetzt.
- Falsche Zuordnung Anlage-/Umlaufvermögen: Die Abgrenzung nach § 247 Abs. 2 HGB (dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen) wird oft missverstanden.
- Verletzung des Vollständigkeitsgebots: Nicht alle Geschäftsvorfälle werden erfasst – etwa private Kfz-Nutzung, Sachentnahmen oder verdeckte Gewinnausschüttungen.
- Formfehler bei der Offenlegung: Fehlerhafte XBRL-Taxonomie, unvollständiger Anhang oder Verwechslung von Unternehmensregister und Bundesanzeiger.
Haftungsrisiko
Geschäftsführer haften für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Jahresabschlusses. Bei grob fahrlässigen Fehlern oder gar vorsätzlicher Falschdarstellung drohen neben zivilrechtlichen Ansprüchen auch strafrechtliche Konsequenzen (z. B. § 283 StGB Insolvenzstraftat, § 331 HGB Unrichtige Darstellung).
Checkliste: Qualitätssicherung vor Feststellung
-
Vollständigkeit der Buchführung geprüft (alle Konten abgestimmt, Belege vollständig)
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Alle Forderungen und Verbindlichkeiten korrekt erfasst und bewertet
-
Rückstellungen rechnerisch korrekt und mit Belegen dokumentiert
-
Abschreibungen nach AfA-Tabelle und Nutzungsdauer korrekt
-
Anhang vollständig und konsistent mit Bilanz/GuV
-
Größenklassen-Prüfung nach § 267 HGB (ggf. Wechsel dokumentiert)
-
XBRL-Datei fehlerfrei validiert
-
Gesellschafterbeschluss rechtsformgerecht dokumentiert
Wer zusätzliche Sicherheit wünscht, kann den Jahresabschluss vor Feststellung fachkundig prüfen lassen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung.
Kosten für Bilanzerstellung durch Steuerberater in Hamburg
Die Kosten für die Erstellung eines Jahresabschlusses durch einen Steuerberater in Hamburg richten sich grundsätzlich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Diese regelt Gebührenrahmen abhängig vom Gegenstandswert (beim Jahresabschluss: Mittelwert aus berichtigter Bilanzsumme und Jahresleistung, § 35 Abs. 2 StBVV). In der Praxis variieren die Kosten jedoch erheblich – je nach Kanzlei, Verhandlung und zusätzlichem Aufwand (z. B. komplexe Bewertungsfragen, Nachbuchungen, Konsolidierung).
Orientierung an der StBVV
Für die Erstellung eines Jahresabschlusses sieht die StBVV in § 35 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a einen Rahmen von 10/10 bis 40/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle B vor. Bei einem Gegenstandswert von z. B. 500.000 Euro beträgt die volle Gebühr 832 Euro, der Rahmen also 832 bis 3.328 Euro (Mittelgebühr 25/10: 2.080 Euro).
832–3.328 €
StBVV-Rahmen bei 500.000 € Gegenstandswert
1.542–6.168 €
StBVV-Rahmen bei 2 Mio. € Gegenstandswert
1.718–6.872 €
StBVV-Rahmen bei 2,5 Mio. € Gegenstandswert
Hinzu kommen ggf. Kosten für Nachbuchungen, Anlagenbuchhaltung, XBRL-Konvertierung und Offenlegung. Eine abweichende Vergütung, etwa eine Pauschale, kann nach § 4 StBVV in Textform vereinbart werden. Bei OnlineBilanz.de beginnt der Preis für den Service ab 499,95 € netto (zzgl. USt.).
Die Kosten des OnlineBilanz-Service lassen sich vorab mit dem Kostenrechner ermitteln. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung.
Praxis-Tipp
Vergleichen Sie nicht nur Preise, sondern auch Leistungsumfang: Ist die Offenlegung beim Unternehmensregister enthalten? Gibt es einen festen Ansprechpartner? Wie schnell erfolgt die Bearbeitung?
Häufig gestellte Fragen
Kann ich als GmbH-Geschäftsführer die Bilanz auch ohne Steuerberater erstellen?
Ja, rechtlich ist das möglich. Der Geschäftsführer darf die Bilanz selbst erstellen, sofern er über ausreichende Fachkenntnisse verfügt. Allerdings haftet er persönlich für Fehler, die zu fehlerhaften Jahresabschlüssen oder Fristversäumnissen führen. Fachliche Unterstützung, etwa durch einen Steuerberater, kann helfen, Haftungsrisiken zu verringern.
Was passiert, wenn ich die Offenlegungsfrist verpasse?
Das Bundesamt für Justiz leitet bei Fristversäumnis ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB ein. Das Ordnungsgeld beträgt zwischen 2.500 und 25.000 Euro. Zudem bleibt die Offenlegungspflicht bestehen – Sie müssen den Jahresabschluss nachträglich einreichen. Wiederholte Verstöße können höhere Ordnungsgelder nach sich ziehen.
Gilt die Bilanzierungspflicht auch für Einzelunternehmen und Personengesellschaften in Hamburg?
Personenhandelsgesellschaften (OHG, KG) sind als Kaufleute stets bilanzierungspflichtig nach § 242 HGB. Einzelkaufleute sind nach § 241a HGB befreit, wenn sie an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen nicht mehr als 800.000 Euro Umsatzerlöse und 80.000 Euro Jahresüberschuss aufweisen. Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) sind dagegen stets unabhängig von der Größe bilanzierungspflichtig.
Muss ich als Kleinunternehmer in Hamburg eine Bilanz erstellen?
Kleinunternehmer im Sinne der Umsatzsteuer (§ 19 UStG) sind nicht automatisch von der Bilanzierungspflicht befreit. Entscheidend ist die Rechtsform: Einzelunternehmer und Freiberufler können meist eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erstellen. Kapitalgesellschaften (z. B. UG) müssen unabhängig vom Umsatz immer einen Jahresabschluss mit Bilanz und GuV erstellen.
Wie lange muss ich Bilanzen und Jahresabschlüsse aufbewahren?
Nach § 257 HGB und § 147 AO beträgt die Aufbewahrungsfrist für Bilanzen, Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanzen und Inventare zehn Jahre, für Buchungsbelege seit 2025 acht Jahre. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgt ist. Verstöße gegen die Aufbewahrungspflicht können steuerrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: Handelsgesetzbuch (HGB), GmbH-Gesetz (GmbHG), Unternehmensregister, Abgabenordnung (AO). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
