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Lesedauer

13–19 Minuten

OnlineBilanzBlogBewirtungskosten SKR03

Bewirtungskosten buchen SKR03 2026: Konten & Beispiele

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Bewirtungskosten gehören zu den am häufigsten geprüften Betriebsausgaben – und erfordern präzise Kontierung im SKR 03. Je nach Anlass und Person gelten unterschiedliche Konten, Abzugsbeschränkungen und Vorsteuerabzugsregeln. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, welche Konten Sie in SKR 03 für Geschäftsfreund- und Arbeitnehmerbewirtung verwenden, welche Angaben der Bewirtungsbeleg enthalten muss und wie Sie typische Fehler vermeiden.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Bewirtungskosten werden in SKR 03 auf unterschiedlichen Konten gebucht: Konto 4650 für geschäftliche Bewirtung (70 % abzugsfähig, Vorsteuer 70 %), Konto 4630 für Arbeitnehmerbewirtung (100 % abzugsfähig, Vorsteuer 100 %) und Konto 4664 für nicht abzugsfähige Bewirtung. Voraussetzung ist ein ordnungsgemäßer Bewirtungsbeleg mit Anlass, Teilnehmern, Datum, Ort und Unterschrift. Fehlende oder unvollständige Belege führen zur Nichtanerkennung durch das Finanzamt.

Was sind Bewirtungskosten und warum ist SKR 03 relevant?

Bewirtungskosten sind betrieblich veranlasste Aufwendungen für die Bewirtung von Geschäftspartnern, Kunden oder Mitarbeitern. Sie gehören zu den steuerlich besonders überwachten Betriebsausgaben, da der Gesetzgeber hier eine Schnittstelle zwischen betrieblicher und privater Lebensführung sieht. Nach § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG sind Bewirtungskosten nur zu 70 % als Betriebsausgaben abzugsfähig – die restlichen 30 % gelten als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben.

Der Kontenrahmen SKR 03 ist einer der beiden Standardkontenrahmen in Deutschland (neben SKR 04) und folgt dem Gliederungsprinzip der Bilanz. Er wird von einer Vielzahl von Unternehmen, insbesondere GmbHs, verwendet. Die korrekte Buchung von Bewirtungskosten in SKR 03 erfordert die Unterscheidung zwischen abzugsfähigen (70 %) und nicht abzugsfähigen (30 %) Anteilen sowie die Trennung zwischen Geschäftsfreund- und Arbeitnehmerbewirtung.

SKR 03 vs. SKR 04

SKR 03 orientiert sich an der Bilanzgliederung (Aktiva/Passiva, Aufwand/Ertrag), während SKR 04 dem Abschlussprinzip der GuV folgt. In SKR 03 beginnen Aufwandskonten mit 4, Ertragskonten mit 8. Die Kontonummern für Bewirtungskosten unterscheiden sich daher zwischen beiden Systemen erheblich.

„Viele Mandanten kommen mit unvollständigen Bewirtungsbelegen zu uns. Dabei ist die ordnungsgemäße Dokumentation nach § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG keine Formsache, sondern Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung. Wir prüfen jeden Beleg auf Vollständigkeit, bevor wir ihn buchen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Welche Konten werden in SKR 03 für Bewirtungskosten verwendet?

In SKR 03 existieren verschiedene Konten für Bewirtungskosten, je nachdem, ob die Bewirtung geschäftlich veranlasst ist und ob sie zu 100 % oder nur zu 70 % abzugsfähig ist. Die wichtigsten Konten im Überblick:

Konto SKR 03 Bezeichnung Abzugsfähigkeit Verwendung
4650 Bewirtungskosten (Geschäftsfreunde, 70 %) 70 % Bewirtung von Geschäftspartnern, Kunden, Lieferanten
4651 Nicht abzugsfähige Bewirtungskosten (30 %) 0 % Nicht abzugsfähiger Anteil der Geschäftsfreundbewirtung
4664 Bewirtungskosten Arbeitnehmer (100 %) 100 % Betriebsveranstaltungen, Kantinenzuschüsse, Mitarbeiterbewirtung
4670 Reisekosten Arbeitnehmer Bewirtung 100 % Bewirtung auf Geschäftsreisen (eigene Mitarbeiter)
4630 Geschenke abzugsfähig 100 % (bis 50 €) Sachzuwendungen an Geschäftspartner

Die getrennte Buchung zwischen abzugsfähigem (70 %) und nicht abzugsfähigem Anteil (30 %) ist zwingend erforderlich. Viele DATEV-Buchungsmasken unterstützen eine automatische Splittung, dennoch muss der Buchhalter die Zuordnung prüfen und dokumentieren.

Besonderheit: Umsatzsteuer bei Bewirtungskosten

Der Vorsteuerabzug ist bei Bewirtungskosten in vollem Umfang (100 %) möglich, auch wenn ertragsteuerlich nur 70 % abzugsfähig sind. Die Vorsteuer wird daher auf das Konto 1576 (Abziehbare Vorsteuer 19 %) bzw. 1571 (Abziehbare Vorsteuer 7 %) gebucht. Diese Diskrepanz zwischen Ertrag- und Umsatzsteuer ist eine häufige Fehlerquelle in der Praxis.

Achtung: Vorsteuerabzug nur mit ordnungsgemäßer Rechnung

Der Vorsteuerabzug setzt eine Rechnung nach § 14 UStG voraus. Kassenzettel ohne Ausweis der Umsatzsteuer oder unvollständige Belege berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug – auch wenn die Bewirtungskosten ertragsteuerlich anerkannt werden.

Welche Angaben muss der Bewirtungsbeleg enthalten?

Die steuerliche Anerkennung von Bewirtungskosten nach § 4 Abs. 5 Nr. 2 Satz 2 EStG setzt voraus, dass der Steuerpflichtige Ort, Tag, Teilnehmer und Anlass der Bewirtung sowie die Höhe der Aufwendungen schriftlich dokumentiert. Diese Angaben müssen zeitnah – idealerweise unmittelbar nach der Bewirtung – auf dem Beleg oder einem gesonderten Formular vermerkt werden.

  • Datum der Bewirtung (nicht nur Belegdatum)
  • Ort der Bewirtung (Restaurant, Hotel, Firmenadresse)
  • Teilnehmer mit vollständigen Namen (auch bewirtende Person)
  • Anlass der Bewirtung (z. B. „Vertragsverhandlung Projekt XY“, „Akquisegespräch Neukunde“)
  • Höhe der Aufwendungen (Bruttobetrag inkl. Umsatzsteuer)
  • Unterschrift des Bewirtenden oder Bevollmächtigten
  • Originalrechnung oder Kassenbeleg des Restaurants

Unvollständige oder nachträglich ergänzte Bewirtungsbelege werden vom Betriebsprüfer regelmäßig nicht anerkannt. Die Folge: Der gesamte Betrag wird als nicht abzugsfähige Betriebsausgabe behandelt, und bereits geltend gemachte Vorsteuerbeträge müssen zurückgezahlt werden.

„Aus steuerrechtlicher Sicht ist die zeitnahe und vollständige Dokumentation nicht verhandelbar. Wir empfehlen unseren Mandanten, standardisierte Bewirtungsvordrucke zu verwenden und diese direkt am Abend der Bewirtung auszufüllen. Nachträgliche Rekonstruktionen werden von Finanzämtern kritisch gesehen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Digitale Belegerfassung und GOBD-Konformität

Viele Unternehmen nutzen mittlerweile Apps oder Scan-Lösungen zur digitalen Erfassung von Bewirtungsbelegen. Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form (GoBD) verlangen dabei, dass die digitalen Belege unveränderbar, vollständig und jederzeit verfügbar archiviert werden. Eine bloße Foto-Sammlung in der Cloud reicht nicht aus.

Wie bucht man Bewirtungskosten für Geschäftsfreunde in SKR 03?

Die Bewirtung von Geschäftspartnern, Kunden oder Lieferanten ist ertragsteuerlich nur zu 70 % als Betriebsausgabe abzugsfähig. Die restlichen 30 % gelten als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und müssen bei der Gewinnermittlung wieder hinzugerechnet werden. In SKR 03 erfolgt die Buchung typischerweise durch eine Splittung in zwei Konten:

Beispiel: Geschäftsessen für 119,00 € brutto (inkl. 19 % USt)

Angenommen, Sie bewirten einen Geschäftspartner in einem Restaurant. Die Rechnung beträgt 119,00 € brutto (100,00 € netto + 19,00 € Umsatzsteuer). Die Buchung in SKR 03 lautet:

Soll Haben Betrag Erläuterung
4650 Bewirtungskosten 70 % Bank / Kasse 70,00 € Abzugsfähiger Anteil (70 % von 100,00 € netto)
4651 Nicht abzugsfähige Bewirtungskosten Bank / Kasse 30,00 € Nicht abzugsfähiger Anteil (30 % von 100,00 € netto)
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % Bank / Kasse 19,00 € Volle Vorsteuer (100 % abzugsfähig)

Die Summe der Sollbuchungen beträgt 119,00 € und entspricht dem Bruttobetrag der Rechnung. Die Vorsteuer wird vollständig geltend gemacht, auch wenn ertragsteuerlich nur 70 % der Netto-Bewirtungskosten als Betriebsausgabe anerkannt werden.

Automatische Splittung in DATEV

Moderne Buchhaltungssoftware wie DATEV oder lexoffice bietet häufig automatische Buchungsvorlagen für Bewirtungskosten. Diese splitten den Nettobetrag automatisch im Verhältnis 70:30 auf die Konten 4650 und 4651. Prüfen Sie dennoch stets, ob die Automatik korrekt arbeitet und die Vorsteuer vollständig erfasst wurde.

Bewirtung mit ermäßigtem Steuersatz (7 %)

Wenn die Bewirtung unter den ermäßigten Steuersatz von 7 % fällt (z. B. Speisen zum Mitnehmen, Catering), erfolgt die Buchung analog, jedoch mit dem Vorsteuerkonto 1571 (Abziehbare Vorsteuer 7 %). Auch hier gilt: Ertragsteuerlich 70 % abzugsfähig, umsatzsteuerlich 100 % Vorsteuerabzug.

Wie werden Bewirtungskosten für Arbeitnehmer gebucht?

Bewirtungsaufwendungen für eigene Mitarbeiter sind – im Gegensatz zur Geschäftsfreundbewirtung – zu 100 % als Betriebsausgaben abzugsfähig, sofern sie betrieblich veranlasst sind. Typische Fälle sind Betriebsveranstaltungen (Weihnachtsfeier, Jubiläum), Kantinenzuschüsse oder Bewirtung während Besprechungen oder Schulungen.

In SKR 03 wird hierfür üblicherweise das Konto 4664 (Bewirtungskosten Arbeitnehmer) verwendet. Die Vorsteuer ist ebenfalls zu 100 % abzugsfähig.

Beispiel: Betriebsveranstaltung mit 500,00 € brutto (inkl. 19 % USt)

Ihr Unternehmen veranstaltet eine Weihnachtsfeier für Mitarbeiter. Die Rechnung des Caterers beträgt 500,00 € brutto (420,17 € netto + 79,83 € Umsatzsteuer). Die Buchung lautet:

Soll Haben Betrag
4664 Bewirtungskosten Arbeitnehmer Bank 420,17 €
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % Bank 79,83 €

Die gesamten Aufwendungen sind betrieblich veranlasst und mindern den Gewinn. Es erfolgt keine Splittung wie bei der Geschäftsfreundbewirtung.

Achtung: Freibetrag bei Betriebsveranstaltungen

Überschreiten die Kosten einer Betriebsveranstaltung pro Mitarbeiter den Freibetrag von 110 € brutto, entsteht beim Arbeitnehmer ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil. Dieser ist entweder individuell zu versteuern oder pauschal mit 25 % nach § 40 Abs. 2 EStG durch den Arbeitgeber. Die Buchung der Pauschalsteuer erfolgt dann auf Konto 4140 (Pauschalsteuer für Betriebsveranstaltungen).

Abgrenzung: Reisekosten vs. Bewirtung

Wenn Mitarbeiter auf Geschäftsreisen bewirtet werden (z. B. Restaurantbesuch während einer Dienstreise), kann die Buchung alternativ auf das Konto 4670 (Reisekosten Arbeitnehmer Bewirtung) erfolgen. Die steuerliche Behandlung ist identisch (100 % abzugsfähig), die separate Verbuchung erleichtert jedoch die interne Kostenstellenrechnung und Reisekostenabrechnung.

Was gilt bei gemischten Bewirtungen (Geschäftspartner und Mitarbeiter)?

In der Praxis kommt es häufig vor, dass bei einem Geschäftsessen sowohl Geschäftspartner als auch eigene Mitarbeiter anwesend sind. Hier stellt sich die Frage, ob die Bewirtungskosten zu 70 % (Geschäftsfreunde) oder zu 100 % (Arbeitnehmer) abzugsfähig sind.

Die Rechtsprechung und Verwaltungspraxis sehen hier eine anteilige Aufteilung vor, sofern die Kosten pro Person eindeutig zugeordnet werden können (z. B. separate Rechnungen, individuelle Speisen). Ist eine Aufteilung nicht möglich oder nicht zumutbar, gilt die gesamte Bewirtung als Geschäftsfreundbewirtung und ist nur zu 70 % abzugsfähig.

Empfehlung für die Praxis

  • Verlangen Sie getrennte Rechnungen, wenn sowohl Geschäftspartner als auch Mitarbeiter bewirtet werden.
  • Dokumentieren Sie auf dem Beleg, welche Personen zu welcher Kategorie gehören (z. B. „2 Geschäftspartner Firma X, 1 eigener Mitarbeiter“).
  • Wenn eine Aufteilung nicht möglich ist, wählen Sie den konservativen Weg und buchen alles als Geschäftsfreundbewirtung (70 % abzugsfähig).

„Bei gemischten Bewirtungen lohnt sich der Aufwand der Aufteilung meist nicht. Viele unserer Mandanten entscheiden sich pragmatisch für die Buchung als Geschäftsfreundbewirtung, um Diskussionen mit dem Betriebsprüfer zu vermeiden. Die Differenz zwischen 70 % und 100 % ist oft überschaubar.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Teilnehmer Abzugsfähigkeit Konto SKR 03 Hinweis
Nur Geschäftspartner 70 % 4650 / 4651 Splittung 70:30
Nur Mitarbeiter 100 % 4664 Volle Abzugsfähigkeit
Gemischt (eindeutige Aufteilung) Anteilig 4650+4651 / 4664 Pro Person zuordnen
Gemischt (keine Aufteilung möglich) 70 % 4650 / 4651 Konservative Buchung

Welche Fehler sollten Sie bei der Buchung vermeiden?

Die Buchung von Bewirtungskosten gehört zu den fehleranfälligsten Bereichen in der laufenden Buchhaltung. Sowohl bei der Belegerfassung als auch bei der steuerlichen Zuordnung gibt es typische Stolpersteine, die im Rahmen einer Betriebsprüfung zu Nachforderungen führen können.

1. Unvollständige oder fehlende Bewirtungsbelege

Der häufigste Fehler: Es fehlen Angaben zu Anlass, Teilnehmern oder Datum. Ohne ordnungsgemäße Dokumentation nach § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG wird die gesamte Bewirtung als nicht abzugsfähig behandelt. Nachträgliche Ergänzungen werden vom Finanzamt regelmäßig nicht akzeptiert.

2. Vorsteuerabzug bei Kleinbetragsrechnungen falsch angewendet

Bei Bewirtungskosten bis 250 € brutto (seit 01.01.2024: bis 250 €, zuvor 150 €) reicht eine Kleinbetragsrechnung nach § 33 UStDV. Dennoch muss der Beleg alle Pflichtangaben enthalten – Name und Anschrift des leistenden Unternehmens, Leistungsbeschreibung, Bruttobetrag, Steuersatz. Ein einfacher Kassenbon ohne Ausweis der Umsatzsteuer berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug.

3. Bewirtung und Geschenke verwechselt

Geschenke an Geschäftspartner unterliegen anderen Regeln: Sie sind nur bis 50 € pro Person und Jahr abzugsfähig (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG) und werden auf Konto 4630 (SKR 03) gebucht. Wird ein Geschenkkorb fälschlich als Bewirtung gebucht, führt dies zu einer falschen Steuerberechnung. Bewirtung erfordert immer die Anwesenheit der bewirteten Personen.

4. Keine Trennung zwischen abzugsfähig und nicht abzugsfähig

Wird der gesamte Nettobetrag auf Konto 4650 gebucht, fehlt die Erfassung der 30 % nicht abzugsfähigen Bewirtungskosten auf Konto 4651. Dies führt zu einem zu niedrigen Gewinn in der Buchhaltung und erfordert eine Korrektur im Rahmen der Steuererklärung (außerbilanzielle Hinzurechnung). Besser: Korrekte Buchung von Anfang an.

  • Bewirtungsbeleg immer zeitnah und vollständig ausfüllen
  • Vorsteuerabzug nur bei ordnungsgemäßer Rechnung nach § 14 UStG
  • Geschenke (Konto 4630) und Bewirtung (Konto 4650/4651) klar trennen
  • Bei Geschäftsfreunden immer Splittung 70:30 durchführen
  • Digitale Belege GOBD-konform archivieren (unveränderbar, vollständig)
  • Betriebsveranstaltungen: Freibetrag 110 € pro Mitarbeiter beachten

Folgen bei Betriebsprüfung

Werden Bewirtungskosten vom Betriebsprüfer nicht anerkannt, droht nicht nur die Nachzahlung von Ertragsteuern, sondern auch die Rückforderung der Vorsteuer. Zusätzlich können Verspätungszuschläge und Zinsen nach § 233a AO anfallen. Eine saubere Buchführung von Anfang an erspart teure Korrekturen.

Checkliste: Bewirtungskosten korrekt buchen in SKR 03

Zum Abschluss eine kompakte Checkliste für die tägliche Praxis. Diese können Sie ausdrucken und als Arbeitsanweisung für Ihr Buchhaltungsteam verwenden oder selbst bei jeder Bewirtung heranziehen.

Vor der Bewirtung

  • Anlass der Bewirtung vorab klären und dokumentieren
  • Teilnehmerliste vorbereiten (Name, Firma, Funktion)
  • Bewirtungsvordruck oder digitale App bereithalten
  • Prüfen, ob Bewirtung betrieblich veranlasst ist

Während/Nach der Bewirtung

  • Rechnung mit vollständigem Ausweis der Umsatzsteuer verlangen
  • Bewirtungsvordruck unmittelbar ausfüllen (Datum, Ort, Teilnehmer, Anlass)
  • Unterschrift des Bewirtenden einholen
  • Originalrechnung und Vordruck zusammen aufbewahren

Buchung in SKR 03

Geschäftsfreunde

  • 70 % → Konto 4650
  • 30 % → Konto 4651
  • Vorsteuer 100 % → Konto 1576/1571

Arbeitnehmer

  • 100 % → Konto 4664
  • Vorsteuer 100 % → Konto 1576/1571
  • Freibetrag 110 € prüfen

Gemischt

  • Möglichst getrennte Rechnungen
  • Sonst: Als Geschäftsfreund (70 %) buchen
  • Dokumentation der Teilnehmer

Aufbewahrung und Archivierung

  • Aufbewahrungsfrist: 10 Jahre nach § 147 AO (bei GmbH auch nach § 257 HGB)
  • Digitale Archivierung: GOBD-konform, unveränderbar, jederzeit verfügbar
  • Zuordnung: Bewirtungsbelege chronologisch oder nach Kostenstellen ablegen
  • Prüfbarkeit: Jederzeit nachvollziehbare Zuordnung von Rechnung und Bewirtungsvordruck sicherstellen

„Eine strukturierte Belegablage ist die Basis jeder sauberen Buchführung. Wer Bewirtungskosten von Anfang an korrekt erfasst und dokumentiert, spart sich nicht nur Ärger bei der Betriebsprüfung, sondern auch wertvolle Zeit bei der Jahresabschlusserstellung. Unsere Steuerberater erhalten bei gut vorbereiteten Mandanten deutlich schneller einen prüffähigen Abschluss.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

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Fazit: Bewirtungskosten richtig buchen – Steuervorteile sichern

Die korrekte Buchung von Bewirtungskosten in SKR 03 erfordert Sorgfalt bei der Belegerfassung, klare Kenntnis der steuerlichen Abzugsfähigkeit und eine saubere Kontentrennung. Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

  • Geschäftsfreundbewirtung: Nur 70 % ertragsteuerlich abzugsfähig, aber 100 % Vorsteuerabzug. Splittung auf Konten 4650 (70 %) und 4651 (30 %) zwingend erforderlich.
  • Arbeitnehmerbewirtung: Zu 100 % abzugsfähig (Konto 4664), Vorsteuerabzug ebenfalls vollständig. Freibetrag bei Betriebsveranstaltungen beachten (110 € pro Mitarbeiter).
  • Dokumentation: Ordnungsgemäßer Bewirtungsbeleg nach § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG ist Pflicht. Ohne vollständige Angaben (Datum, Ort, Teilnehmer, Anlass) droht vollständige Streichung.
  • Vorsteuerabzug: Setzt Rechnung nach § 14 UStG voraus. Einfache Kassenzettel ohne Steuerausweis reichen nicht.
  • Häufige Fehler: Unvollständige Belege, fehlende Splittung 70:30, Verwechslung mit Geschenken, keine GOBD-konforme Archivierung.

Die Bewirtung von Geschäftspartnern und Mitarbeitern ist ein wichtiges Instrument der Geschäftsanbahnung und Mitarbeitermotivation. Wer die steuerlichen Spielregeln beachtet und die Buchungen von Anfang an korrekt vornimmt, sichert sich die maximale steuerliche Anerkennung und vermeidet kostspielige Korrekturen im Rahmen von Betriebsprüfungen.

70 %

Abzugsfähigkeit Geschäftsfreunde

100 %

Vorsteuerabzug möglich

110 €

Freibetrag Betriebsveranstaltung

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich Bewirtungskosten auch ohne Unterschrift auf dem Beleg geltend machen?

Nein. Die eigenhändige Unterschrift des Gastgebers auf dem Bewirtungsbeleg ist nach § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG und R 4.10 Abs. 7 EStR zwingende Voraussetzung für den Betriebsausgabenabzug. Fehlt die Unterschrift, erkennt das Finanzamt die Bewirtungskosten nicht an – auch bei ansonsten vollständigen Angaben.

Wie lange muss ich Bewirtungsbelege aufbewahren?

Bewirtungsbelege sind als Buchungsbelege nach § 147 Abs. 1 Nr. 4 AO zehn Jahre aufzubewahren. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem der Beleg erstellt wurde. Bei Bewirtung im Februar 2026 läuft die Aufbewahrungsfrist also bis 31.12.2036.

Sind Trinkgelder bei Bewirtungen abzugsfähig?

Ja, angemessene Trinkgelder gehören zu den abzugsfähigen Bewirtungskosten, sofern sie auf dem Bewirtungsbeleg vermerkt oder durch Quittung nachgewiesen sind. Sie unterliegen derselben 70-%-Grenze wie die übrigen Bewirtungskosten bei Geschäftsfreunden. Bar gezahlte Trinkgelder sollten handschriftlich auf dem Beleg ergänzt werden.

Was gilt, wenn ein ausländischer Geschäftspartner bewirtet wird?

Die steuerlichen Regelungen zu Bewirtungskosten gelten unabhängig von der Nationalität des Gastes. Auch bei ausländischen Geschäftspartnern ist ein ordnungsgemäßer Bewirtungsbeleg mit Anlass, Teilnehmern und Unterschrift erforderlich. Die 70-%-Abzugsbeschränkung greift ebenfalls. Angaben können in deutscher oder englischer Sprache erfolgen.

Wie werden Bewirtungen bei mehrtägigen Geschäftsreisen gebucht?

Bewirtungskosten bei mehrtägigen Geschäftsreisen werden je nach Anlass unterschiedlich behandelt: Offizielle Geschäftsessen mit Kunden oder Partnern auf Konto 4650 (70 %), gemeinsame Mahlzeiten mit eigenen Mitarbeitern auf Reise auf Konto 4630 (100 %). Verpflegungsmehraufwand des Reisenden selbst wird über Reisekostenkonten (4670) pauschal abgerechnet, nicht als Bewirtung.

Können Bewirtungskosten auch bei digitalen Meetings anfallen?

Ja, seit der Corona-Pandemie werden auch Bewirtungskosten bei hybriden oder digitalen Geschäftstreffen anerkannt, sofern ein geschäftlicher Anlass vorliegt – etwa wenn dem Geschäftspartner Speisen/Getränke per Lieferdienst zugestellt werden. Entscheidend ist die ordnungsgemäße Dokumentation: Anlass (z. B. ‚Video-Vertragsverhandlung Projekt X‘), Namen aller Teilnehmer, Datum, Ort (z. B. ‚Online-Meeting‘) und Unterschrift.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 4 EStG (Betriebsausgaben), § 238 HGB (Buchführungspflicht), § 147 AO (Aufbewahrungspflichten), Bundesministerium der Finanzen. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Ihr Team

Steuerberatung,
die hält, was sie verspricht.

Verpasste Fristen, unbeantwortete Fragen, unklare Rechnungen – das kennen viele. Bei OnlineBilanz ist das anders. Ihr Steuerberater behält den Überblick, hält Fristen ein und meldet sich, bevor Probleme entstehen.

4
Köpfe
20+
Jahre Erfahrung
3
Kammern
Dr. Martin Pilz
Unternehmer Gründer
Dr. Martin Pilz
Geschäftsführer · CEO

Kein Steuerberater. Verantwortet Strategie, Produkt und Mandats­beziehung. Die steuerliche Beratung erfolgt ausschließlich durch die drei Berufsträger rechts.

Fabian Klement
WP StB Dipl.-Kfm.
Fabian Klement
Wirtschaftsprüfer & Steuerberater

Schwerpunkt Jahres­abschluss­prüfung, Konzern­reporting und E‑Bilanz. Qualitäts­sicherung aller Abschlüsse.

Jakob Röß
StB Dipl.-Kfm. Dipl.-Vw.
Jakob Röß
Steuerberater

Betreuung von mittel­ständischen GmbH, Frei­beruflern und Kapital­gesell­schaften.

Dr. Jeannine Dinnebier
RA Dr. iur. Dipl.-Vw.
Dr. Jeannine Dinnebier
Rechts­anwältin · Steuerrecht

Verantwortet Steuer­streit, Betriebs­prüfungen und rechts­sichere Gestaltung. Promoviert im Steuerrecht.

Geprüft & kammer­pflichtig Mitgliedschaften & Zulassungen
S
Steuerberater­kammerPflichtmitgliedschaft
W
Wirtschafts­prüfer­kammerZulassung nach WPO
R
Rechts­anwalts­kammerFachbereich Steuerrecht
D
DATEV‑PartnerSchnittstellen­zertifiziert
Kontakt & häufige Fragen

Ihre Fragen.
Unsere Antworten.

Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

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